Schulzeux.de > Biologie

Rothirsch - Verhalten & Verhaltensbiologie

Inhaltsverzeichnis

Verhaltensbiologie und Verhalten vom Rothirsch (Rothirsch-Referat und Facharbeit)

Folgend ist eine Facharbeit für Biologie der 13. Klasse zu sehen. In ihr wird die Verhaltensbiologie des Rothirsches erläutert, wobei diese Facharbeit besonders Wert auf sichtabre Beobachtungen des Rothirsches gelegt hat.

Gliederung der Facharbeit ROTHIRSCH  in Biologie:

1. Lebensweise Rothirsch

1.1 Sein natürlicher Lebensraum und Vergleich mit Lebensraum Zoo
1.2 Merkmale
1.3 Zuordnung zu Tiergruppe
1.3.1 Unterarten
1.4 Natürliche Lebensweise und Vergleich mit Lebensweise Zoo
1.4.1 Nahrung
1.4.2 Paarung
1.4.3 Vergleich mit Lebensweise Zoo
1.5 Besonderheiten

2. Verhalten Rothirsch

2.1 Angeborenes Verhalten
2.1.1 Vererbung des Verhaltens
2.1.2 Unbedingte Reflexe
2.1.3 Instinktverhalten
2.2 Erworbenes Verhalten
2.2.1 Obligatorisches und fakultatives Lernen
2.2.2 Bedingte Reflexe
2.2.3 Bedingte Appetenz
2.2.4 Bedingte Aversion
2.2.5 Erkundungs- und Spielverhaten
2.2.6 Prägung
2.3 Sozial- und Aggressionsverhalten

1. Lebensweise des Rothirschs

1.1 Sein natürlicher Lebensraum und Vergleich mit Lebensraum Zoo

 Einem Rothirsch heutzutage in freier Wildbahn zu begegnen, ist kaum mehr möglich.
Die Tiere leben scheu und zurückgezogen in den Wäldern, da ihr natürlicher Lebensraum - die halboffenen Landschaften - durch Straßen und Agrarwirtschaft zergliedert wurde.

Sie bewohnen bevorzugt Mischwälder in klimatisch milden Gebieten, in Europa etwa bis zum 65. und Asien bis zum 55. nördlichen Breitengrad, südwärts reicht die Verbreitung bis zum Kaukasus und den Gebirgen der Mandschurei, am häufigsten ist er in Polen, Tschechien und der Slowakei, Ungarn, Österreich, Schweiz sowie Deutschland anzutreffen. Außerdem lebt er im Süden Kanadas sowie in weiten Teilen der USA.


Im Einzelnen bevorzugen Rothirsche Lebensräume mit einer engen Verzahnung aus strukturreichen Wäldern, Dickungen, Lichtungen und Feldern, wie sie der Mensch durch Land- und Forstwirtschaft künstlich geschaffen hat (zb. Weidewald).
Sie können aber auch in urwaldartigen geschlossenen nahrungsarmen Waldgebieten oder nahezu baumfreier Landschaft gut überleben (zb. in Schottland).
Da der Rothirsch in den kalten Hochlagen der Alpen, in den feuchten Flussauen Südosteuropas und in den heißen und trockenen Verebnungen Spaniens lebt, kann er, was seine Lebensraumansprüche anbelangt als ausgesprochen anspruchslose Art gelten.
Beleg dafür ist auch die nach den Rind- und Schweinefleischskandalen der letzten Monate bei Landwirten in Mode gekommene kommerzielle Rotwildzucht bei der sich, entsprechende Fütterung vorausgesetzt, in wenige Hektar großen Gattern problemlos mehrere Hundert Stück Rotwild halten lassen, dabei kommt den Züchtern die besonders geringe Anfälligkeit gegen Wildkrankheiten zugute.

 Kurzes Break für einen Hinweis: Die Quellenangabe dieses Rothirsch Referats ist leider verschütt gegangen, die Informationen über den Rothirsch dieser Facharbeit müsste aber überwiegend richtig sein (da von sehr wissendem Biologielehrer geprüft).

Verbreitung und Bestandesdichte des Rothirsches werden in Mitteleuropa heute ausschließlich durch den jagenden und fütternden Menschen bestimmt. Bei einem Gesamtabschuss von etwa 50.000 Stück pro Jahr und einer abschöpfbaren Zuwachsrate von 34 Prozent lässt sich für Deutschland ein Gesamtbestand von mindestens 150.000 Stück Rotwild in freier Wildbahn hochrechnen.
Durch den Menschen wurden Rothirsche auch in Länder eingeführt, in denen sie ursprünglich nicht heimisch waren, so in Argentinien, Australien und Neuseeland.

 

Im Vergleich mit dem Lebensraum Zoo ist zunächst Aussage über die Qualität des Geheges zu treffen.

Man war wohl sehr bemüht, bei der Einrichtung selbigen, den natürlichen Lebensraum naturgetreu zu imitieren.
Das Gehege hat eine Grundfläche von ca. 1600m² (überwiegend gefestigter Sandboden) und einen Zaun mit einer Höhe von 195cm. An dieser Stelle ist auch schon der erste Unterschied zum natürlichen Lebensraum ersichtlich; die räumliche Einschränkung, wodurch eine Vielzahl an Verhaltens- und Lebensweisen nachhaltig beeinflusst werden (weitere Ausführungen unter 1.5 Lebensweise und 2. Verhalten).

Im Weiteren ist das Gehege mit 13 Eichen unterschiedlichen Alters, 7 Baumstümpfen, 2 Buchen und einem Ahornbaum ausgestattet. Damit ist ihnen die Möglichkeit Schatten bei Hitze oder Schutz bei Unwetter aufzusuchen gegeben, der männliche Rothirsch benutzt sie darüber hinaus um sein Geweih zu „fegen“ (näheres unter Verhalten). Nebenbei werden die heruntergefallen Früchte der Bäume (wie Eicheln, Buchäckern, etc) als „Nahrungsergänzung“ zur übrigen Ernährung genutzt.

Hierbei bietet sich die Nennung der Futterkrippe an, welche mit Heu und für Rotwild spezialisiertes (laut Pflegerin) Futter gespickt ist. Im Unterschied zum natürlichen Lebensraum haben sie hier uneingeschränkten Zugriff auf hochwertige Nahrung (auch dazu später mehr).

Auffällig ist auch, dass typische Vegetationselemente wie Gras, Gebüsch und Sträucher nicht vorhanden sind. Ebenso fehlt eine offene Wasserstelle wie Fluss, Bach, See etc. , die aber durch eine kleine Tränke ersetzt zu sein scheint.

Schließlich ist noch zu erwähnen, dass die klimatischen Begebenheiten entsprechend der Lage (Mitteleuropa) optimalen Bedingungen entsprechen, bei schlechtem Wetter können sie ohnehin in den angeschlossenen Stall flüchten.

1.2 Merkmale des Rothirschs

Vorab: dieses Kapitel sollte tatsächlich als so wichtig erachtet werden, dass die Merkmale des Rothirsches im Referat darüber unbedingt Erwähnung finden sollten.

Der Rothirsch erreicht je nach Unterart eine Kopfrumpflänge von 1,6-2,6 Metern, eine Schulterhöhe von 0,75-1,50 Metern und ein Gewicht von 75-340 Kilogramm. Der Schwanz ist 10-27 Zentimeter lang. Die Unterarten aus Nordamerika und Nordostasien sind in der Regel deutlich größer als die westlichen Formen (spezifisches zu Artenvorkommen unter 1.3). Hierbei ist zu beachten, dass die Männchen stets größer als die weiblichen Tiere sind.
Der Rothirsch ist schlank, doch kräftig gebaut, mit breiter Brust, ziemlich langem schlanken Hals und nach vorn stark verschmälerten Kopf (taucht daher auch oft als Symbol für Dominanz, Potenz & Agilität auf).

Er hat mittelgroße Augen, zugespitzte Ohren von halber Kopflänge und hohe schlanke Füße (Läufe). Die Afterklauen berühren bei normaler Fortbewegung den Boden nicht.

 

 Männlicher Rothirsch ->

Das nur von den männlichen Tieren entwickelte Geweih sitzt auf einem kurzen, so genannten Rosenstock und ist sowieso das auffälligste und imposanteste Merkmal des (männlichen) Hirsches. Solange das Geweih sich im Wachstum befindet, kann der Rothirsch es allerdings gar nicht verwenden, weil es viel zu weich ist. Es dauert nur etwa hundert Tage vom Wachstumsbeginn an (ab April), bis das neue Geweih seine endgültige Größe hat. Das Geweih besteht aus abgestorbenen Knochen und wiegt bis ungefähr 15 Kilogramm. Nach der Brunftzeit wirft der Hirsch sein Geweih wieder ab, um im nächsten Jahr ein neues zu bekommen.

Der Schwanz ist zur Spitze hin verschmälert, das Haar verlängert sich am Vorderhals bei Männchen oft auf bis zu 15 Zentimeter und bildet eine Halsmähne; auf der Oberlippe und über den Augen stehen dünne, lange Borsten. Die Färbung variiert stark nach Jahreszeit, Geschlecht und Alter: im Winter braungrau, im Sommer mehr rötlichbraun, um die Schwanzgegend ein hell braungelblicher Spiegel.

Weiße Tiere (siehe Bild)  kommen in freier Wildbahn nur selten vor, und ebenso selten sind solche, die von der Stirn bis zum Maul einen weißlichen Streifen sowie hellere Beine haben (in der Jägersprache Blässwild genannt). Letztere werden mitunter in Parks gehalten.

Rothirsche können circa 17-20 Jahre alt werden. Noch älter werden sie auch in Gefangenschaft sehr selten.

 

1.3 Zuordnung zu Tiergruppe

Rothirsche gehören zu den Paarhufern (Artiodactyla)  und damit zur Ordnung der Höheren Säugetiere. Sie sind der Unterordnung der Wiederkäuer zugehörig (Ruminantia) und gehören dort wiederum der Familie der Hirsche (Cervidae) und der Unterfamilie Cervinae  an. Hier sind sie der Gattung der Edelhirsche (Cervus) zuzuordnen und schließlich der Art der Rothirsche.

 

1.3.1 Unterarten der Rothirsche

Man unterscheidet eine große Zahl von Unterarten, die sich in drei Gruppen einteilen lassen: die Gruppe der europäischen Rothirsche, die der Hangule und die der Wapitis und sibirischen Marale.

  •   Europäische Rothirsche

Die in Mitteleuropa verbreitete Unterart des Rothirsches ist Cervus elaphus elaphus (so auch unsrige). Während sie in Deutschland, Österreich und großen Teilen Osteuropa recht häufig ist, sind die Bestände in den Mittelmeerländern stark zurückgegangen. In Großbritannien sind Rothirsche zwar recht häufig, hier hat aber die Einführung von nordamerikanischen Wapitis und japanischen Sikahirschen zu einer Vermischung geführt, so dass es dort kaum noch reine europäische Rothirsche gibt. Insgesamt zählt die Population dieser Unterart etwa eine Million Tiere.
Zu dieser Unterartengruppe gehört auch der Korsische oder Tyrrhenische Rothirsch (Cervus elaphus corsicanus) auf den Inseln Korsika und Sardinien. Es ist allerdings nicht geklärt, ob dies tatsächlich eine natürlich entstandene Unterart ist oder von schon in der Antike eingeführten Rothirschen des Festlands abstammt. Auf Sardinien leben noch etwa 200 Tiere, die durch Habitatzerstörung und Jagd bedroht sind. Auf Korsika war diese Unterart ganz ausgestorben, inzwischen wurden allerdings Hirsche von Sardinien aus eingeführt. Die IUCN führt die Unterart als bedroht.
Auch der Berberhirsch (Cervus elaphus barbarus) gehört in diesen Verwandtschaftskreis. Schon zu römischen Zeiten bejagt, waren zuletzt nur noch versprengte Tiere im Atlas übrig. In letzter Zeit haben sich die Bestände in Algerien, Marokko und Tunesien wieder auf 5000 vergrößert, so dass die IUCN den Berberhirsch jetzt als nicht gefährdet ("lower risk") führt.
Der Kaukasushirsch oder Kaukasusmaral (Cervus elaphus maral) lebt im Kaukasus sowie Anatolien und komplettiert die Gruppe der Europäischen Rothirsche.

ANZEIGE Klassenfahrt
Jugendreise.de organisiert erlebnisreiche Schüler Klassenfahrten und fast jede Form von anderen Gruppenreisen.
    • Hangule

      Sechs Unterarten, auch Hangule genannt, leben in Zentral- und Ostasien. Dies sind:

      - Bucharahirsch (Cervus elaphus bactrianus) in Afghanistan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan; gefährdet.

      - Kaschmirhirsch oder Echter Hangul (Cervus elaphus hanglu) in Kaschmir; bedroht; nur etwa 500 Tiere sind übrig.
      - Tibetischer Rothirsch oder Shou (Cervus elaphus wallichi) im Himalaya (südliches Tibet und Bhutan); bereits für ausgestorben gehalten, aber 1988 wieder entdeckt.
      - Jarkandhirsch (Cervus elaphus yarkandensis) in Xinjiang; war ebenfalls bereits für ausgestorben erklärt, inzwischen weiß man aber um etwa 5.000 lebende Tiere im Tarimbecken.
      - Cervus elaphus macneilli im östlichen Tibet, sowie in der Qinghai-Provinz
      - Gansuhirsch (Cervus elaphus kansuensis) in den chinesischen Regionen Gansu, Sichuan, Ningxia und Shaanxi.
    • Sibirische Marale und Wapitis
      Als Wapitis (siehe Bild) werden die Unterarten des Rothirsches in Nordamerika und einige in Nordost-Asien bezeichnet. Si  e werden in einem eigenen Artikel beschrieben.
      Zu den Asiatischen Formen zählen die in in Sibirien beheimateten Altai-Marale (Cervus elaphus sibiricus) und Tien-Shan-Marale (Cervus elaphus songaricus). Manchmal werden sie auch als Altai-Wapiti und Tien-Shan-Wapitis bezeichnet. Auch der Isubrahirsch (Cervus elaphus xantopygus) aus der Amurregion, der Ostmongolei, Nordkorea und Nordchina zählt zu dieser Gruppe. Interessant ist, dass glücklicherweise keine der sibirischen Unterarten als bedroht oder gefährdet gilt! 

1.4 Rothirsch: Natürliche Lebensweise und Vergleich mit Lebensweise Zoo

Bei der Lebensweise des Rothirsches ist, wie bei so vielen anderen Tierarten auch, deutlich zwischen Männchen und Weibchen zu unterscheiden.

Die Weibchen leben in größeren oder kleineren Rudeln, die einem meist älteren, aber noch gebärfähigen Tier folgen. Oft schließen sich diesen Rudeln schwächere und jüngere Männchen an. Diese Rudel sind größtenteils standorttreu, die einzige Ausnahme kann starke Beunruhigung sein, die die Rudel veranlasst, weiter zu ziehen. In der der Brunft vorausgehenden Zeit leben die meisten Hirsche in großen Rudeln zusammen, ältere Hirsche ziehen oft mit einem jüngeren Hirsch einzelgängerisch. Hirsche halten in dieser Zeit meist an ihrem Standort fest.

1.4.1 Nahrung vom Rothirsch

Anders als das Rehwild (Konzentratselektierer), ist das Rotwild nicht auf hochwertige Nahrung angewiesen u  nd wird daher als Nahrungsgeneralist bezeichnet. Der im Verhältnis zur Körpergröße relativ große Pansen ermöglicht es ihm, auch zellulosereiche und nährstoffarme Baumrinde und Gras, etc. zu verdauen. Gras, Kräuter, Feldfrüchte aller Art, Rüben, Kartoffeln, die mit den Beinen ausgegraben werden, Eicheln, Bucheckern, Kastanien, wildes Obst, verschiedene Pilze, Rinde von 10-40jährigen Bäumen (Schälung), Moos, Flechten, Heidekraut, Knospen und junge Zweige von Bäumen und Sträuchern bilden die Nahrung. Im Winterhalbjahr wird Rotwild vielerorts intensiv mit Heu, Silage, Zuckerrüben, Trester, Kraftfutter und Brot etc. gefüttert. Ob dies tatsächlich Schälung und Verbissschäden an Waldbäumen verhindert oder zumindest vermindert, ist höchst umstritten.

1.4.2 Paarung und Paarungsverhalten des Rothirsches

Die Paarungszeit beginnt Anfang September und dauert fünf bis sechs Wochen. Schon gegen Ende August suchen die männlichen Hirsche die Rudel der Weibchen auf, dabei können große Strecken zurückgelegt werden. Ein Hirsch der ein Rudel begleitet wird Platzhirsch genannt, er duldet keine anderen Hirsche in der Nähe des Rudels (unteres (Ausnahme)Bild bestätigt die Regel). Es kommt zu Kämpfen um das Rudel und damit die Möglichkeit zur Begattung. Kann der Platzhirsch einen Rivalen nicht mit Drohgebärden vertreiben, gehen die Tiere mit gesenktem Geweih aufeinander los. Meist ist ein Kampf innerhalb einer Minute entschieden und der Unterlegene flüchtet. Es kann aber auch vorkommen, dass die Kontrahenten über Stunden immer wieder gegeneinander anrennen. Dabei kann es zu Verletzungen wie abgebrochene Geweihstangen aber auch Fleischwunden kommen. Die Hirsche können sich unter Umständen so ineinander verkeilen, dass sie ohne fremde Hilfe nicht mehr von einander los kommen und verenden. Kämpfe mit tödlichem Ausgang sind allerdings sehr selten.

Die Tragzeit beträgt zwischen 230 (Europa) und 260 (Nordamerika) Tagen, Setzzeit ist im Europa Mitte Mai bis Anfang Juni. Das einzige Kalb (Zwillinge sind sehr selten und überleben meistens nicht) wiegt bei der Geburt etwa 15 Kilogramm und ist zunächst gefleckt. Diese Flecken verschwinden nach etwa drei Monaten. Ein halbes Jahr wird das Kalb vom Muttertier gesäugt. Die durchschnittliche Vermehrungsrate von 34 Prozent jährlich ermöglicht bei entsprechender jagdlicher Zurückhaltung und intensiver Winterfütterung innerhalb von 12 Jahren (Mindestjagdpachtdauer für Hochwildreviere in Deutschland) rechnerisch annähernd eine Verfünfundzwanzigfachung (25) einer Rotwildpopulation.

In der Wildnis sterben Rothirsche meistens vor dem fünfzehnten Lebensjahr. Vor allem die Männchen haben eine hohe Sterblichkeit wegen der Heftigkeit ihrer Kämpfe und wegen intensiver Bejagung.

1.4.3 Vergleich mit Lebensweise Zoo

Es wurde sich bemüht im Rahmen des möglichen einen naturgetreuen Lebensraum für die Tiere zu schaffen, trotzdem sind fundamentale Unterschiede zwischen dem Leben in Freiheit und dem Leben im Zoo zu beobachten.

Das Männchen (siehe Bild) ist in seinem Gehege keinerlei Konkurrenz ausgesetzt und genießt somit einen enormen Vorteil gegenüber seinen wildlebenden Verwandten.

Durch die äußerst karge und baumlose Umgebung läuft der Hirsch keinerlei Gefahr sich mit seinem Geweih in Ästen oder Gestrüpp  zu verfangen (begünstigt eine gute Geweihbildung während der Bastzeit).

Übrigens: dieser Abschnitt bzw. dieses Kapitel muss nicht unbedingt Einzug in einem Rothirsch Referat finden, eher die darüberliegenden Kapitel da msn sich aufs Wesentliche beschränken sollte.

Ein weiterer Vorteil ist, dass er im Gehege keinerlei Bejagung oder Fressfeinde zu befürchten hat.

Dass in Zoo ein relatives Nahrungsüberangebot besteht kann man auch äußerlich am Fettanteil sowie am überaus kapitalen Geweih des Tieres erkennen. 

Durch die Gehegeumzäunung ist den Tieren keine Zugmöglichkeit gewährleistet, dies schließt jedoch auch das Zuwandern von eventuellen Nahrungskonkurrenten aus.

Auffällig ist, dass den Tieren jegliche Scheu vor dem Menschen verloren ging, die bestätigte sich uns als sie sich füttern ließen.  

Das Gehege gewährleistet den Tieren ein isoliertes Leben, welches sie dadurch ausnahmslos unter sich verbringen, aber zu Ungunsten der eigenen Freiheit ausfällt. 

 

Hirschkuh beim füttern

 

1.5 Besonderheiten

Das Männchen befand sich zum Zeitpunkt der Anfertigung des Ethogramms entsprechend der herbstlichen Jahreszeit in der Brunftzeit (s.a. Verhalten…).

Der Paarungswille des Hirsches ließ sich u.a. anhand des wiederholten Röhrens feststellen.  

Wie oben erwähnt sind Edelhirsch, besonders  Rothirschzüchter in den letzten Jahren immer häufiger geworden, da sich ihr Hirschfleisch teurer verkaufen lässt und weniger oft von Krankheiten befallen ist.

Der Rothirsch ist ein beliebtes und sehr begehrtes Jagdwild vor allem wegen seiner Trophäe, körperlichen Größe, seltenen Vorkommen und wegen seinem meist schmackhaften Fleisch.

 

2. Verhalten vom Rothirsch

Im folgenden haben wir uns (als Teil der FAcharbeit, das dazugehörige Referat ging nur überblicksgebend auf das Verhalten des Rothirsches ein da wenig Zeit - das bitte in einem Rothirsch Vortrag beachten!) mit den Problemen der Verhaltensbiologie auseinander gesetzt und dazu eine Vielzahl an Verhaltensweisen am Beispiel Rothirsch fest- und dargestellt.
Verhalten wird von der Verhaltensbiologie verstanden als Anpassungsleistung eines intakten Organismus an seine natürliche Umwelt. Mit dem Tod eines Individuums endet daher auch sein Verhalten. 

Dabei werden zwei Arten von Verhalten unterschieden (das unbedingte (angeborene) und das bedingte (erworbene) Verhalten), wobei wir uns diesen Aspekt bei der Gliederung zunutze machten.

Das durch uns beobachtete Rothirschrudel setzt sich im übrigen wie folgt zusammen:
- 1 männlicher Hirsch im Alter von 13 Jahren

- 7 erwachsene Weibchen, von denen das Älteste  24 (!) Jahre alt ist

- 4 Jungtiere, von denen erstaunlicherweise alle weiblich sind

 

2.1 Angeborenes Verhalten

Angeborene Verhaltensweisen sind in den Genen festgelegt und müssen nicht erlernt werden. Dazu zählen hauptsächlich Reflexe und Instinkthandlungen. Diese Verhaltensweisen reifen bei normalen Entwicklungsbedingungen aus. Sie werden ohne Lernprozess meist sofort nach der Geburt beherrscht und sind lebenslang vorhanden. Doch in wechselnden Situationen sind sie relativ starr. Zum Beispiel weiß ein junger Hirsch bereits nach erster Geweihbildung, dass und wie der Bast zu fegen ist. Ist er auf sich allein gestellt, so braucht er bestimmte angeborene Fertigkeiten, die seinen Vorfahren schon sehr hilfreich beim Überleben waren. Schon neugeborene Rothirschjungen besitzen einen sogenannten (für Säugetiere typischen) Saugreflex. Dies war auch in unserer Beobachtung der Fall; während die Mutter sich stehend für das Säugungsritual in Position bringt, sucht das Junge instinktiv die Mutterzittze (s. Bild) und saugt daran bis zur Sättigung. Hierbei löst das in-Stellung-bringen des Muttertiers sowie der Anblick der mit milchgefüllten Zittzen den sog. Schlüsselreiz aus, welcher in der Regel die erbkoordinierte Endhandlung (hier das Saugen) auslöst.

2.1.1 Vererbung des Verhaltens

Bestimmte Verhaltensweisen eines jeden Tieres sind genetisch programmiert. Diese Verhaltensweisen sind somit sofort nach der Geburt verfügbar und müssen nicht erst erlernt werden. Was die vorhergehenden Generationen erlernt haben wird durch das Erbgut weitergegeben, wenn sich die Umwelt kaum geändert hat. Das Erbgut ist also nicht nur für die Körpermerkmale, sondern auch für die Verhaltensweisen zuständig. Rothirsche können sich wie andere Tiere auch an ihre Umwelt anpassen, so dass sie ihr erlerntes Verhalten über Generationen im Erbgut weitergeben können. Im folgenden werden diese Verhaltensweisen detailliert nahe gelegt.

2.1.2 Unbedingte Reflexe

Reflexe sind schnell ablaufende Reaktionen auf Reize. Sie müssen nicht erlernt werden (genetisch bedingt) und bleiben meist das ganze Leben erhalten. Besonders gekennzeichnet sind Reflexhandlungen durch die stets gleich, nach einem festen Programm ablaufende Reaktion. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Reflex jederzeit ausgelöst wird ist sehr groß. Außerdem können Reflexe beliebig oft wiederholt werden und sie können nicht durch den Willen unterdrückt oder durch das Lernen verhindert werden. Somit sind Reflexe unwillkürlich.
Der Rothirsch ist ständig bereit, auf Reize in einer schnellen und sicheren Weise zu reagieren, damit er vor Schäden bewahrt werden kann.
Unbedingte Reflexe werden unterschieden. Zum einen der einfache Reflex, der einen direkten Reflex hervoruft, da dieser nur ein Umschaltstelle im Rückenmark nutzt und zum anderen der zusammengesetzte Reflex, welcher einen indirekten Reflex hervorruft und über mehrer Umschaltstellen und ein Reflexzentrum verläuft. Sehr wichtige unbedingten Reflexe beim Hirsch sind zum Beispiel Schlucken (zusammengesetzter Reflex), Husten (eher Röcheln), Niesen, Erbrechen, Speichelreflex  und der Irisreflex. Beispielsweise kam der Niesreflex jedesmal zum Einsatz, als Insekten die Nasen(häärchen) der Tiere reizten.
Die Ausführung unbedingter Reflexe ist sehr zuverlässig, da die Nervenschaltungen wenig störanfällig sind. Die Reaktion auf einen Reiz ist immer spontan und „automatisch“.
Den Liedschlussreflex (einfacher Reflex) testeten wir einfach, indem wir ein Jungtier mit Grünzeug an den Zaun lockten und ihm schließlich mit einem eigens dafür mitgebrachten, verlängertem Strohhalm ins Auge pusteten (linkes Bild). Wie zu erwarten war, schloss sich das Auge beim auftreffen des Luftstroms auf die Augenoberfläche da diese durch die “aggressive” Luftzufuhr gereizt wird.
Ebenfalls ein einfacher Reflex ist der Irisreflex. Dieser tritt ein, sobald ein heller Lichtstrahl auf das Auge trifft. Ist nur wenig Licht vorhanden, so weiten sich die Pupillen. Diese angeborene Verhaltensweise steht in engem Zusammenhang mit dem Bau bzw. der Funktion des Auges, welches beim Rothirsch ein Linsenauge ist. Damit mehr des nun weniger vorhandenen Lichtes auf die sich an der Rückseite des Auge befindlichen Stäbchen und Zapfen fallen kann, muss die Pupille durch die Iris vergrößert werden.

 

2.1.3 Instinktverhalten

Handlungen, die unter gleichen Bedingungen immer wieder gleich ablaufen, nennt man Instinkthandlungen. Es sind Verhaltensweisen, die angeboren und artspezifisch sind. Diese sind ebenfalls genetisch festgelegt. Deshalb laufen Instinkthandlungen immer in der selben starren Form ab. Es sind, im Gegensatz zu Reflexen, immer relativ komplexe Verhaltensweisen, die sich aus mehreren angeborenen Handlungen zusammensetzen.
Dazu gehören unter anderem: Nahrungssuche - Nahrungsaufnahme, Partnersuche - Begattung, Jungenaufzucht, Fluchtverhalten, Körperpflege und Ruheverhalten.

All diese Verhaltensweisen ließen sich an dem Rothirschrudel hervorragend beobachten. Auffällig war, dass mehrere Tiere ständig den Boden in Nähe der Bäume nach heruntergefallenen Früchten absuchten, obwohl eine gefüllte Futterkrippe jederzeit zur Verfügung steht. Dieses Verhalten kann damit begründet werden, als dass diese Form der Futtersuche ein angeborenes da arttypisches Verhalten ist und sie außerdem die ein oder andere nicht im Futter verabreichte Leckerei instinktiv in Baumnähe vermuten (linkes Bild).
Desweiteren sehr auffällig, und uns zu Gute kommender Umstand, war das ständige Röhren des männlichen Hirsches, was auf die Brunftzeit (=Paarungszeit) zurückzuführen ist.
In dieser uriniert das männliche Exemplar an möglichst vielen Stellen des Geheges, um seine Revieransprüche und gleichzeitig auch Paarungsbereitschaft zu bekunden (denn nur der Platzhirsch darf begatten). Diese Bereitschaft wird außerdem durch das abgesonderte, bräunliche Sekret der Voraugendrüsen signalisiert, welches durch Reiben an Bäumen oder Sträuchern abgestriffen wird. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei auch das jacobsonsche Organ, denn durch dieses kann der Hirsch den im Urin enthaltenen Östrogengehalt und damit die Paarungsbereitschaft der Weibchen bestimmen (dazu roch und leckte er am weibl. Geschlechtsorgan). Andersrum sorgt der erhöhte Testosterongehalt und die abgesonderten Pheromone des Männchens ebenfalls für steigende Sexualbereitschaft seitens der Weibchen. Das Resultat dieser komplexen Verhaltensabfolge war uns gut ersichtlich, da der männliche Hirsch ständig versuchte verschiedene Weibchen zu begatten, was ihm jedoch jedes Mal misslang. Allerdings ist an anhand der im Gehege vorhandenen Jungtiere anzunehmen, dass er auch diese Brunftzeit zum erfolgreichen Zug kommen wird, womit eine gute Überleitung zum nächsten Aspekt gelungen ist; der Jungenaufzucht.
Diese wird in erster Hand von der Mutter übernommen, was an dem jeweiligen Verhältnis vom Jung- zum Elterntier deutlich wurde. Während sich der Vater möglichst gleichgültig und distanziert den Neugeborenen gegenüber verhält, wacht die Mutter über ihre Jungen und hat stets ein Auge auf sie (wird ungewöhnlich aggressiv bei Annäherung, laut Pflegerin), bis diese selbstständig genug sind ohne mütterlicher Hilfe auszukommen.

Als weiteres Instinktverhalten ist das Fluchtverhalten zu nennen. Trotz relativer Zutraulichkeit und Gewöhnung an den Menschen haben wir festgestellt, dass die Tiere bei hastigen und hektisch-schnellen Bewegungen, verknüpft mit lautstarken Geräuschen, sprunghaft (wie für Herdentiere typisch) die Flucht ergreifen und dadurch Rudelgenossen ebenfalls zur Flucht veranlassen.

Die meiste Zeit über war jedoch vor allem das Ruheverhalten der Tiere zu beobachten (siehe rechtes Bild).

Im Gegensatz zu freilebenden Artgenossen können sich unsere Rothirsche längeren Ruhephasen hingeben, da für sie normalerweise keine Gefahr besteht und Wanderungen ohnehin ausfallen. Die Ruhephase wurde vor allem für die eigene Körperpflege genutzt, welche simplerweise über die Zunge erfolgt.

 

All diese beschriebenen Verhaltensweisen können durch erlerntes Verhalten bereichert sein, aber im Prinzip laufen diese Handlungen in genetisch vorgegebener Art und Weise ab. Jedes Tier (und jeder Mensch) handelt nach dem genetischen Programm, dass für sie spezifisch ist. Das Instinktverhalten wird, ebenso wie ein Reflex, ausgelöst durch einen Reiz. Allerdings muss ein Tier oder ein Mensch darüberhinaus auch bereit sein, das Verhalten auszuführen. Zur Fortpflanzung ist zum Beispiel ein bestimmter Hormonspiegel (siehe oben) nötig und zur Nahrungsaufnahme ein Hungergefühl beziehungsweise „Appetit“. Wenn die  innere Bereitschaft zu fressen  hoch ist, heißt das, der Hirsch hat Hunger. Es genügt deshalb bereits ein schwacher Reiz für die Nahrungsaufnahme. Nach dem Fressen ist die innere Bereitschaft weitere Nahrung aufzunehmen natürlich gesunken. Es benötigt einen starken Reiz, um dennoch zu fressen. Nicht immer muss zum Auslösen einer Verhaltensweise ein vom Tier bermerkbarer Reiz vorhanden sein. Trotzdem läuft die Handlung, aufgrund einer hohen inneren Bereitschaft, ab. Das wird als Leerlaufhandlung bezeichnet. Bei unserem Rudel war dies zb. während der Nahrungsaufnahme bemerkbar. Wie bei wildlebenden Hirschen auch, heben sie beim fressen regelmäßig den Kopf, um Ausschau nach Gefahren etc. zu halten, obwohl diese nicht bestehen.

 

2.2 Erworbenes Verhalten

Lernen im allgemeinen bedeutet, dass die Verhaltensweisen durch neue Elemente erweitert werden. Somit können sich Tiere (und Menschen) individuell an neue Situationen anpassen. Die Überlebenschance wird dabei erhöht. Erworbenes Verhalten ist das Verhalten eines Lebewesens aufgrund seiner Erfahrungen. Durch diesen Vorgang wird das Leben mehr oder weniger dauerhaft verändert. Als Voraussetzung dabei gilt jedoch die Motivation zum Lernen. Außerdem ist die Fähigkeit, Informationen im Gedächtnis zu speichern und wieder abzurufen,  sehr wichtig.

 

 

2.2.1 Obligatorisches und fakultatives Lernen

Obligatorisches Lernen ist lebensnotwendig für alle Lebewesen, die überleben oder sich fortpflanzen wollen. Durch diese Art von lernen wird das artspezifische Verhalten erst möglich. Ein Ausfall des obligatorischen Lernen kann  zu Verhaltensstörungen führen.
Zum Beispiel muss ein männlicher Hirsch rudeleigene Tiere von rudelfremden unterscheiden können bzw. erlernen.

Fakultatives Lernen ist dagegen nicht unbedingt Lebensnotwendig. Es basiert vorallem auf individuellem Neugierdeverhalten und verbessert die Anpassung an die Umwelt. So erlernt der Hirsch beispielsweise, dass in der Regel sämtliche durch den Zaun verabreichte Nahrung ungewöhnlich gut schmeckt und keine Gefahr darstellt.

2.2.2 Bedingte Reflexe

 

Bedingte Reflexe sind an die Tätigkeit der Großhirnrinde gebundene, erworbene (durch Erfahrung), und/oder unbeständige (erlernbare) Reaktionen auf einen Reiz.
Sie entstehen dadurch, dass zwischen einem unbedingten Reiz, der eine Reflexhandlung hervorruft und einem neutralen Reiz eine zeitliche und räumliche Beziehung (Kontiguität) besteht. Nach Entstehung des Reflexes wird der neutrale Reiz zum bedingten Reiz.

Zeuge dieses Prozesses wurden wir, als sich der Wärter der Futterkrippe näherte; das ganze Rudel bringt seine Erscheinung mit der Wiederbefüllung der Futterkrippe in Verbindung und begaben sich deshalb unverzüglich dorthin.
Dabei kann bereits der Geruch bzw. das spezifische Geräusch des Gehegeaufschließens ein Schlüsselreiz sein.

2.2.3 Bedingte Appetenz

Bedingte Appetenz ist das Lernen aus guter Erfahrung. Ein ursprünglich neutraler Reiz löst das gerichtete aufsuchen eines Ortes aus. An diesem Ort ist die Wahrscheinlichleit zur Auslösung der Endhandlung größer. Streut man dem zu Folge nach das Futter in dem Gehege eine Zeit lang in eine andere Ecke(und immer die Gleiche), so werden sich die Hirsche in Zukunft nur noch an diese Stellen zur Nahrungsaufnahme begegeben. Als Vorraussetzung gilt jedoch, das die Hirsche Motivation zum fressen haben, also Hunger haben. Der neutrale Reiz (Futter in einer bestimmten Ecke des Geheges) wird somit zum erfahrungsbedingten Reiz. Dadurch wird das Appetenzverhalten ausgelöst.

2.2.4 Bedingte Aversion

Bei der bedingten Aversion lernt man im Gegensatz zu dem Appetenzverhalten durch schlechte Erfahrungen. Es gibt also nicht nur positive , sondern auch negative Folgen.


Beispielsweise wird der Hirsch höchstwahrscheinlich, wenn überhaupt, nur einen einzigen Fluchtversuch mittels Geweih durch den Zaun gewagt haben, und in Zukunft wissen dass ein solcher Versuch schmerzhaft. Er hat also durch negative Erfahrung erlernt, bestimmte Risiken zu meiden.

 

2.2.5 Erkundungs- und Spielverhaten 

Lernfähige Lebewesen weisen besonders die Verhaltensweisen der Erkundung, Neugier und des Spiels auf. Nicht nur kleine Kinder spielen gern, sondern auch andere Säuge- und Raubtiere. Trifft bspw. ein Rothirsch auf eine neue Umgebung, tritt zunächst das Erkundungsverhalten ein. Die Neugierde kann dabei größer sein, als das vielleicht auftretende Hungergefühl. Nicht nur in unbekannten Umgebungen, sondern auch in bekannten Umgebungen kann Neugierde ausgelöst werden, wenn sich dort etwas Neues befindet. So belecken bzw. beriechen die Hirsche Neuentdecktes um sich damit vertraut zu machen.
Das Spielen ist die Zusammensetzung von fast allen Verhaltensweisen eines Tieres. Dabei ist die Instinkthandlung als ein großer Teil mit inbegriffen. Sie unterscheiden sich jedoch in einigen Merkmalen von einem Ernstfall. Beim Spiel werden Verhaltensweisen geübt und ausprobiert, wie Rangeleinen unter jungen Männchen. Dabei ist eine freie Kombination aus Angriff und Flucht möglich. Der Kraftaufwand beim Spiel ist viel größer und es wird oft viel schneller und mit vielen Wiedeholungen ausgeführt. Dadurch werden besonders die Jungtiere auf ernste Situationen im Leben vorbereitet und entwickeln eigene Handlungsmöglichkeiten.

2.2.6 Prägung

Auch Prägung zählt zum Lernverhalten. Bestimmte Verhaltensweisen sind nämlich nicht angeboren, sondern werden in bestimmten Zeiträumen, den so genannten „sensiblen Perioden“, in frühester Kindheit erlernt. Die Prägung ist ein äußerst schneller Lernvorgang und sind im Entwicklungsprogramm sehr wichtig.  Beispielsweise folgen junge Hirsche ihrer Mutter und sind stark an diese gebunden, sobald diese einen bestimmten Kontaktruf ausstößt.

Vor allem ist der Zusammenhalt in der Gruppe der Sinn der Prägung (zb. im Fluchtverhalten ersichtlich). Diese Art von Prägung wird Nachfolgeprägung genannt.
Bei der sexuellen Prägung ist der Zeitraum zwischen Prägung und Handlung wesentlich größer. Sie erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Jungtiere noch nicht zu sexuellen Handlungen bereit sind. Die sexuelle Prägung ist in dem Sinne wichtig, da die Tiere später ihre Sexualpartner durch bestimmte Merkmale erkennen müssen.
Leider waren keine Beobachtungen zu diesem Verhalten möglich.

 

2.3 Sozial- und Aggressionsverhalten

Da die Rothirsche in großen Familien bzw. Rudeln leben, weisen sie gut zubeobachtendes Sozialverhalten auf. Zum Sozialverhalten gehören alle Verhaltensweisen, die durch Lebewesen gleicher Art verursacht werden. Hirsche leben in Sozialverbänden zusammen. Somit wird die Suche nach einem Geschlechtspartner erleichtert und die Arbeiten können im Hirschrudel geteilt werden (auch kinderlose Weibchen beteiilgen sichan Jungenaufzucht).. Die Gruppe kann sich besser schützen vor Feinden, als einer allein. Wenn jedoch ein Jungtier den Verband verlässt, ist es ängstlich und hilflos. Dies tritt natürlich unter künstlichen Bedingungen, wie im Zoo, nicht auf.
Weitere Aspekte des Sozialverhaltens wurden bereits unter 2.1.3 hinreichend erläutert und bedürfen keiner wiederholten Nennung.
Einer Nennung bedarf hingegen das Aggressionsverhalten. Aggression ist eine Art von Verhalten, die besonders häufig unter Tieren auftritt, wenn es um den Nahrungserwerb oder Lebenserhalt geht. Dabei wenden die Tiere zur Verteidigung vor Feinden oder zum Beutefang ihre eigenen gefährlichen Waffen an. Der (männliche) Hirsch kann sich hierbei seines monströsen Geweihs bedienen und allein durch den Anblick Feinde verschrecken.
Beim Aggressionsverhalten unterscheidet man das interspezifische ( zwischenartliche) und das intraspezifische (innerartliche) Verhalten. Ein Hirsch verhält sich bspw. Bei einem Kampf gegen einen Prädator (wie Wolf) völlig anders, als bei einem Kampf mit einem Artgenossen (intraspezifisches Aggressionverhalten). Er würde um des eigenen Lebens wegen den Wolf durchaus töten (interspezif Aggr.Verh.), wobei er Artgenossen in stattfindenen Kämpfen Normalerweise keine Tötungsabsicht entgegenbringt. Der Gegner wird manchmal verletzt, selten getötet, weil es meistens beim Imponieren bleibt (intraspezifisches Aggressionsverhalten). Innerartliche aggressive Verhaltensneigungen treten dann auf, wenn Artgenossen auf irgendwelchen Gründen in Konkurrenz treten. Zum Beispiel kämpfen Hirsche um Geschlechtspartner oder um ihren Lebensraum (Revier, Territorium). Besondere Signale sollen den Rivalen einschüchtern . Durch Schlüsselreize werden unter aggressiven Artgenossen genetisch bestimmte Instinkthandlungen ausgelöst, welche sich meist in Flucht oder Angriff ausdrücken...

ENDE der Farbeit über den Rothirsch und seinem Verhalten, das aber auch gekürzt als Referat zum Rothirsch taugt. Gerne nehmen wir euer Feedback entgegen unten in der Kommentarbox!

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

- Noch keine Bewertung -
  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: Biologie
  • Stufe: 13. Klasse
  • Erstellt: 2007
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 04.07.16

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 1 plus 2? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+