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Ökologische Nische von Waldkauz und Waldohreule

Inhaltsverzeichnis

Ökologische Nische von Waldkauz und Waldohreule - Bestimmung von Generalisten und Spezialisten (als Referat ebenso gut verwendbar, ursprünglich aber Hausaufgabe). Die Arbeitsblätter dazu waren von Cornelsen (damit könnt ihr abgleichen, ob es sich um die gleichen Aufgabenblätter und Aufgabenstellungen handelt):

http://www.cornelsen.de/home/katalog/material/1.c.109596.de

http://www.cornelsen.de/sixcms/detail.php?template=glob_material_vorschau_create&page=2&oid=109596&make=preview&doc_preview=

http://www.cornelsen.de/sixcms/detail.php?template=glob_material_vorschau_create&page=1&oid=109596&make=preview&doc_preview=

Aufgaben:
1. Was versteht man unter dem Begriff ökologische Nische?
2. Siehe ausgehändigtes Arbeitsblatt (Zuordnung der ökolog. Nischen zweier Vögel)
3. Analysieren sie diese Zuordnung
4. Welche Angaben fehlen für Vollständigkeit der ökolog. Nische?

1.) Die ökologische Nische einer Art umfasst sämtliche biotischen ( zB. Nahung, Fressfeinde, Parasiten, Konkurrenten, ...) und abiotischen Umweltfaktoren (zb. Klima, Temperatur, pH-Wert,...) , die eine Art zum (über)leben braucht.
Demnach stellt der Begriff ökologische Nische also an sich keinen Ort dar, sondern beschreibt vielmehr ein abstraktes Konzept über die Gesamtheit der Interaktionen und Interdependenzen, also der wechselseitigen Abhängigkeit, zwischen der Spezies und den abiotischen bzw. biotischen Faktoren.

Oft ist zu beobachten, dass sich die Ökologische Nische einer Art bei Abwesenheit von Räubern oder Konkurrenten vergrößert und umgekehrt. Konkurrenz kann zB. durch die Einführung von allochtonen (also „fremden“) Arten mit ähnlicher, sich überlappender ökol. Nische zur Verringerung der ökolog. Nische der ursprünglichen Art führen.

Die Anzahl möglicher ökologischer Nischen eines Ökosystems hängt von den klimatischen und/oder geographischen Bedingungen sowie von der übrigen Lebensgemeinschaft, der Biozönose, ab.
Extreme Lebensräume, wie die Gletscher Grönlands, der Antarktis oder der Hochgebirge bieten weniger ökologische Nischen als Urwälder in den Tropen oder Korallenriffe.

Unterschiedliche geographisch getrennte Lebensräume (Biotope) bieten je nach Klima und anderen abiotischen Faktoren ähnliche ökologische Nischen. Dies kann zu konvergenten Entwicklungen bei verschiedenen, wenig verwandten Arten führen.
So nehmen beispielsweise die Pinguine der Antarktis eine ähnliche ökologische Nische ein (ist flugunfähig und frisst Fische), wie die vor ihrem Aussterben bedrohten Riesenalken Europas (größte flugunfähige Vogel der Nordhalbkugel).

2.) Siehe Blatt. Dieses Arbeitsblatt enthielt einige Nischen die man mit einer Farbe entsprechend der Vogelzugehörigkeit gekennzeichnet hat.
Die Arbeitsblätter können im Original als Vorschau hier eingesehen werden:

http://www.cornelsen.de/home/katalog/material/1.c.109596.de

3.) Das Ergebnis meiner Zuordnung besagt, dass es sich bei dem Waldkauz um einen typischen Generalisten handelt, die Waldohreule dagegen einen typischen Spezialisten charakterisiert.
Dies wird im folgenden anhand der jeweiligen Präsenzbereiche erläutert.

Schaut man auf die Habitate der jeweiligen Vogelart, so ist festzustellen, dass der Waldkauz grundlegend dichtbewachsene Gegenden bevorzugt (Zb. Laubwald, Mischwald, Parks,...), die Waldohreule dagegen zu  schwachbewachsener Umgebung neigt (Zb. Feldgehölz, Einzelbäume, offenes Gelände, ..).

Dies zeigt deutlich, dass der Waldkauz durch sein hohes Anpassungspotential ein Generalist, die Waldohreule dagegen aufgrund ihrer hohen Ansprüche ein Spezialist ist.

Dies zeigt sich auch wenn man einen Blick auf die Nahrung der beiden Arten wirft.
Die Waldohreule ernährt sich vorwiegend von Mäusen (Wühlmaus und Feldmaus), kann zum Teil aber auch auf Singvögel oder Insekten als Nahrungsersatz zurückgreifen.
Dagegen bedient sich der Waldkauz einer ganzen Reihe an Nahrungsgütern. So verspeist er neben Wühl- und Langschwanzmäusen auch Eichhörnchen, Hamster, Amphibien und teilweise auch Singvögel.
Hier zeigt sich wieder der Unterschied zwischen Generalist und Spezialist: Die Waldohreule spezialisiert sich nur auf eine kleine Anzahl an „Nahrungsmitteln“, der Generalist Waldkauz greift dagegen auf eine Vielzahl von Nahrungsangeboten zurück.

Sehr deutlich demonstriert wird der Unterschied auch wenn man deren Jagdort und –weise betrachtet.
Hat sich die Waldohreule vorwiegend auf die Flugjagd mit anschließendem Beutefang am Boden bzw.  Baum spezialisiert, so besitzt der Waldkauz neben diesen Eigenschaften auch die Fähigkeit der Ansitzjagd sowie des Rüttelflugs. Außerdem macht er neben Boden- und Baumbeute auch Beute in der Luft.

Dies verdeutlicht die Klassifizierung des Waldkauzes als einen Generalisten, und die Waldohreule als Spezialisten, erneut.

Weiterhin ist festzustellen, dass der Waldkauz die Möglichkeit besitzt, seine Nester in Baumhöhlen, Felshöhlen und sogar in Gebäuden zu errichten. Die Waldohreule hingegen ist auf die Suche nach verlassenen Horten angewiesen, da sie selbst keine Nester bauen kann.
Im gleichen Atemzeug sei die Aktivität der beiden Arten zu erwähnen. Sie haben gemeinsam, dass sie überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv sind. Darüber hinaus kann der Generalist Waldkauz jedoch auch am Tage auf Beutefang gehen.

Abschließend und zusammenfassend ist zu sagen, dass der Waldkauz nach wie vor als Generalist, und die Waldohreule als Spezialist deklariert werden können.
Ersterer zeichnet sich nämlich durch seinen hohen Toleranzbereich aus, da er niedrige Ansprüche stellt und eine gute Anpassungsfähigkeit besitzt.
Die Waldohreule dagegen ist anspruchsvoller. hat aber ihren relativ kleinen Toleranzbereich gegen eine erhöhte Effizienz eingetauscht. Außerdem ist sie dadurch auch weiter Verbreitet, da sie anders als der Waldkauz, der ganzjährig die gleichen Gebiete bewohnt, je nach Jahreszeit unterschiedlich wandern muss.

Letztlich sei erwähnt, dass sich die Anpassung an die jeweiligen Umweltbedingungen auch im Erscheinungsbild wiederspiegelt. So ist der Waldkauz als „Kurzstreckenjäger“ groß und gedrungen, die Waldohreule dagegen groß, schlank und mit langen Flügeln ausgestattet, da sie eben ein Zugvogel ist.

4.) Allgemein sind die wichtigsten Angaben zur Darstellung der ökologischen Nische vom Waldkauz und der Waldohreule auf dem Arbeitsblatt 2 enthalten.
Jedoch ist die Angabe weiterer Umweltfaktoren zur vollständigen Erfassung der ökologische Nische unerlässlich. Allerdings würde die Nennung und Erläuterung aller fehlenden Umweltfaktoren den Rahmen sprengen, weshalb ich mich im folgenden nur auf die bedeutendsten konzentrieren möchte.

Da wäre an erster Stelle die fehlende Angabe der Konkurrenten zu nennen. Ausgeprägte Spezialisten nehmen durch ihre hohe Effizienz wichtigen Lebensraum, Nahrung, etc. weg. Zum Beispiel bleibt der Waldohreule nur die Möglichkeit, auf einen freien Horst zu hoffen, der ja gerne von anderen und größeren Zugvögeln besetzt wird (Storch!).
Der Waldkauz dagegen könnte Probleme mit Nahrungskonkurrenten bekommen. So können ihm größere Eulen aber auch andere Kauze bei der Nahrungssuche zuvor kommen.

Als zweite fehlende Angabe sei der Faktor Fressfeind genannt. Verschiedenste Prädatoren machen dem Waldkauz und auch der Waldohreule das (über)Leben schwer. Als potentielle Fressfeinde der Beiden gelten besonders Greifvögel, aber auch der Baummarder und andere.

Als dritte, und überaus wichtige, Angabe sei der Faktor Mensch erwähnt. Durch dessen oftmals egoistische Verhaltensweise zerstört er Lebensraum und beeinträchtigt in vielerlei Hinsicht das Leben der Vögel negativ. Zum Beispiel bewirkt er durch lärmverursachende Geräusche die Flucht ganzer Vogelarten (Bauarbeiten, Verkehr, ..), zerstört durch Schadstoffe wie giftige Gase, Abwässer, Nagergiften, etc. die natürlichen Lebensbedingungen vieler Arten und bringt dadurch das ökolog. Gleichgewicht ins wanken. Weiterhin beseitigt er ganze Habiate mehrerer Arten durch Abholzung/Rodung der Wälder und rücksichtslose Umweltverschmutzung.

Weitere fehlende Angaben sind zb. Klima, Parasiten, Temperatur, Wasserversorgung(-bedarf), usw.

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4.2 / 5 Sternen (17 Bewertungen)
  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: Biologie
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2006
  • Note: 2+
  • Aktualisiert: 03.10.16

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  • mörf. schrieb am 11.06.2013:

    Das ist ja der oberhammer. Somit verstehe ich die ganzen Aufgaben wirklich besser, das hilft mit seeeehr ; die klausur kann nur gut ausfallen.. HOFFENTLICH :)

  • Mika schrieb am 13.09.2012:

    Vielen, vielen Dank, hat mir echt geholfen ;D

  • Simon schrieb am 06.01.2012:

    Vielen, vielen Dank! Bist der Beste :D

  • Mamedova schrieb am 15.11.2011:

    Beste Antwort, beste Erklärung!
    Danke schön!

  • Selin schrieb am 28.02.2011:

    total gut!!! hat mir sehr geholfen!

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