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"An die Sternen" Gedichtinterpretation - Andreas Gryphius

Inhaltsverzeichnis

Das Sonett von Andreas Gryphius heißt „An die Sternen“. Es stellt eine Art Brief oder Rede (oder Beschreibung der Sterne) an die Sterne dar, in dem er beschreibt, wie sehr er die Sterne bewundert und wie gerne er sie ansieht. ÜBRIGENS: hier gibt es eine Stilmittel Liste zur Interpretationshilfe.

Der Verfasser des Gedichtes lebte im Barock und in dieser Zeit wütete der 30-jährige Krieg. So macht es den Eindruck, als würde er die Sterne mehr achten als die Menschen: „Wir blinden Sterblichen!“(Zeile 8). Es scheint, als würde er lieber bei den Sternen sein, als auf der Erde. Das Sonett ist in zwei Quartette und drei Terzetten unterteilt. Allgemein ist zu sagen, dass in den zwei Quartetten  das Reimschema umarmender Reim ist. In den nächsten beiden Terzetten ist ebenfalls ein Schema erkennbar, doch hierbei handelt es sich um einen Schweifreim (dieser geht über beide die letzten beiden Strophen). Die Kadenzen sind bei den Quartetten: weiblich – männlich – männlich – weiblich und bei den Terzetten sind immer zuerst zwei männliche Kadenzen und dann eine weibliche Kadenz. Das Versmaß ist Jambus, doch an einigen Stellen ist dieser etwas unregelmäßig. Im folgenden Text möchte ich nun näher auf das Sonett und seine einzelnen Strophen eingehen.

Die erste Quartette beginnt mit einer Anapher, welche an zahlreichen Stellen im Sonnet erneut auftritt. So wird verdeutlicht, dass er die Sterne anspricht und nicht nur über sie redet. Der Dichter stellte auch viele Vergleiche an z. B.: „Ihr Lichter, […] Ihr Fackeln, […], Als Diamante […] Ihr Blumen, […]“ (Zeile1-4). Die ersten drei zitierten Wörter bilden eine Klimax, wobei sich auch eine Klimax über das ganze Gedicht erstreckt, da sich die Beschreibungen der Sterne von der ersten bis zur letzten Zeile immer stärker - zum Schluss sogar sehnsüchtiger werden. Da diese Wörter eher eine positive Bedeutung haben wirft das ein gutes Licht auf die Sterne. So wird klar, dass der Dichter, der in diesem Sonett mit dem Lyrischen Ich gleichgesetzt werden kann, gut über die Sterne denken muss. Auch ist eine Personifikation in Verbindung mit diesen Vergleichen zu finden: „Als Diamante spielt und ohn’ Aufhören brennt;“ (Zeile 3). Dies verstärkt diesen positiven Eindruck, da man das Wort „spielen“ eher mit guten als mit schlechten Dingen in Verbindung bringen würde. Durch die vielen Kommas wird das Gefühl beim Leser hervorgerufen, als gäbe es unendlich viele Dinge, die mit Sternen vergleichbar sind.         

Auch in der nächsten Quartette wird die Anapher mit „Ihr“ fortgesetzt. Diese ist ebenfalls gekoppelt mit einem Vergleich, indem das Lyrische Ich die Sterne mit den „[…] Wächter[n],  “ vergleicht (vgl. Zeile 5). In dieser Strophe spricht er davon, dass Gott die Sterne erschaffen hätte und dass nur Gott die Sterne wirklich kennen würde. Das alleinige Wissen Gottes über die Sterne wird durch ein sprachliches Bild: „Die Gott allein recht misst; die Gott allein recht kennt, “ (Zeile 7), in diesem Fall eine Anapher, verdeutlicht. Durch die Häufung des Buchstabens „W“ in den ersten beiden Zeilen der Strophe werden die Wörter Wächter, Welt, Wort und Weisheit besonders hervorgehoben. Der Dichter verstärkt beim Leser so das Gefühl der großen Macht Gottes. Weiterhin äußert er sich in der letzten Zeile der Strophe etwas abwertend über die Menschen: „Wir blinden Sterblichen! Was wollen wir uns trauen!“ (Zeile 8). Womit er unter anderem durch die darin enthaltene Hyperbel („Wir blinden Sterblichen“ (Zeile 8)) Seine Meinung über die Menschen zum Ausdruck bringt. Ich denke, dass er damit sagen will, dass sich die Menschen kein Bild über die Sterne, welche die Wächter über die Sterblichen sind, machen sollten. Beziehungsweise dass die Menschen auch nicht über die Sterne urteilen sollten, da nur Gott die Sterne wirklich kennt. Damit könnte er zum Beispiel die Astronomen gemeint haben. Durch die Ausrufezeichen in der letzten Zeile wird dieser Abschnitt noch einmal hervorgehoben, was vermutlich der Steigerung des negativen Eindrucks über die Erdenbürger bewirken soll.      

In der nun folgenden ersten Terzette des Sonettes findet man zu Beginn erneut einen Vergleich: „Ihr Bürger meiner Lust […]“ (Zeile 9). In dem nun folgenden Enjabement spricht er darüber, wie er die Sterne beobachtete. Durch das gewechselte Reimschema und die anderen Kadenzen wird dieser Textabschnitt besonders hervorgehoben. Dies verstärkt auch eine Alliteration in der zehnten Zeile: „[…] ich, indem ich […]“. Ein weiteres Enjabement verbindet die erste und zweite Terzette. In Zeile Elf wird wieder mit einem Ausruf begonnen, der ein negatives Licht auf die Menschen wirft: „Herolde dieser Zeit!“ (Zeile 11). Auch durch das Versmaß, welches an dieser Stelle unregelmäßig ist, wird diese Textstelle hervorgehoben.

Ich vermute, dass er mit den letzten vier Zeilen sagen wollte, dass er sterben möchte. Denn er fragte die Sterne wann er über ihnen sein würde: […] Wann wird es doch geschehen, [dass] ich, […] [von] andern Sorgen frei wird’ unter mir besehen?“ (Zeile 11- 14). Denn er sagt, dass er gerne keine Sorgen mehr hätte und über den Sternen stehen möchte. Also wollte das Lyrische Ich wahrscheinlich in den Himmel, von wo aus die Sterne dann unter ihm liegen würden. Dies bestätigen die Zeilen sechs und sieben ebenfalls, in denen er viel über Gott sagt und in denen er sehr ehrfürchtig von ihm spricht. So wäre es nicht abwegig, wenn er gerne bei ihm wäre, anstatt bei den „blinden Sterblichen“ (vgl. Zeile 8). Mit dieser gerade zitierten Frage, die ein offenes Ende bewirkt, endet das Sonett. Denn man weiß nicht wann er nun wirklich die Sterne von oben besehen kann.

Abschließend möchte ich sagen, dass mir dieses Sonett nach dem ersten Durchlesen eher weniger gefallen hat, da ich einige Textstellen nicht sofort verstehen konnte. Doch nach häufigem Lesen gefiel es mir immer besser, da es sich im Gegensatz zu anderen Gedichten Andreas Gryphius’, nicht so sehr auf die Erde und die Probleme der Menschen, sondern auf die weit entfernten, auch etwas abstrakt wirkenden Sterne bezieht.

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4.2 / 5 Sternen (28 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2007
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 21.07.16

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  • Egal schrieb am 20.02.2014:

    Tut mir leid, aber diese Gedichtinterpretation ist einfach "mies".

    Antwort vom Schulzeux-Team:
    Auch uns tut es Leid, dass Dir diese von den Usern mit 4,2 von 5 Sternen bei 17 Stimmen (Stand 25.2.2014) bewertete Analyse nicht weiterhelfen konnte. Gerne nehmen wir aber inhaltliche Ergänzungen entgegen, um den Artikel stetig zu verbessern!

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