Schulzeux.de > Deutsch

"Ansichten eines Clowns" Interpretation & Inhaltsangabe

Inhaltsverzeichnis

Ansichten eines Clowns Interpretation und Inhaltsangabe als teil eines Referats zu Heinrich Böll: 1917-1985).

Autor Böll Kurzbiografie

Er wurde am 21. 12. 1917 in Köln als Sohn des Schreinermeisters und Bildhauers, Viktor Böll geboren. Er wuchs in einer bürgerlichen Familie auf, pflegte aber lieber den Umgang mit Kindern der Arbeiterklasse.
1928 besuchte er das Kölner Gymnasium. Diese Zeit war von der Wirtschaftkrise, hervor gerufen durch die Regierungskrise und durch die Inflation in der Weimarer Republik, gekennzeichnet.
Später wurde er Mitglied der katholischen Jugend. Die meisten Mitglieder traten aber dann der Hitlerjugend bei und deshalb verließ er die Gruppe. Auch der Druck der Nationalsozialisten konnte ihn nicht dazu bewegen, der HJ beizutreten.
1937 machte er schließlich seine Abitur und begann eine Lehre als Buchhändler und er studierte Germanistik. 1937 wurde in die Wehrmacht eingezogen. Er heiratete 1942 seine Jugendfreundin Annemarie Cech, geriet aber Ende des Krieges noch in Gefangenschaft, wurde aber wenig später freigelassen.
1946: Veröffentlichung seiner 1. Kurzgeschichte in der Zeitschrift Karussell in Kassel
1941: Preis für die Humoreske: Die schwarzen Schafe, von der Gruppe 47
1953: Durchbruch:...und sagte kein einziges Wort.
1967: Georg Büchner Preis
1972: Nobelpreis für Literatur

Werke:

1963: Ende einer Dienstfahrt Seine ersten drei Bücher:
1966: Ansichten eines Clowns Der Zug war pünktlich
1971: Gruppenbild mit Dame Wanderer kommst du nach Spa
1974: Verlorene Ehe der Katharina Blum Wo warst du Adam

Über das Werk "Ansichten eines Clowns"
Die Hauptfigur erscheint zugleich als Ich-Erzähler, weil Heinrich Böll als Autor vollständig zurück tritt. Das eigentliche Geschehen ist kaum als Handlung zu bezeichnen.
Zeitraum: 2-3 Stunden an einem Märztag des Jahres 1962, wobei seine Erinnerungen bis in die Kindheit reichen.

Inhaltsangabe "Ansichten eines Clowns"

Der Erzähler ist Hans Schnier, Sohn protestantischer Eltern, die durch Aktien am rheinischen Braunkohlebergbau reich geworden sind. Er arbeitet fünf Jahre als Clown. Als die Mutter ihre Tochter Henriette in den Krieg schickt, stirbt diese, worauf hin Hans seine dominante Mutter sehr zu hassen beginnt. Mit 21 geht er eine uneheliche Verbindung mit der streng katholischen Marie Derkum ein. Hans wendet sich durch den Umzug nach Köln von seinen Eltern ab. Er bekommt anfangs sehr gut bezahlte Auftritte und so ziehen sie von Stadt zu Stadt und verleben glückliche Zeiten, bis Marie eines Tages alte Bekannte des katholischen Kreises wiedertrifft. Das ist ausschlaggebend dafür, dass sie Hans verlässt, um eine Ehe mit dem Katholiken Züpfner einzugehen. Hans will das nicht verstehen und beginnt deswegen zu trinken. Es folgt ein beruflicher Absturz, der auch auf seine Knieverletzung zurückzuführen ist. Nun ist er gezwungen, alte Freunde anzurufen, um diese um Geld zu bitten. Als diese nicht gleich dazu bereit sind, rechnet er mit ihnen ab. Er lehnt auch die finanzielle Unterstützung seines Vaters ab, da er seine Forderungen nicht erfüllen will. So endet er schließlich als Straßenmusiker im Kölner Bahnhof.

Formaler Aufbau

Der Roman weist wenige Strukturen auf. Die 25 Kapitel spielen großteils die Erinnerungen und Reflexionen Schniers scheinbar wahlloser Ordnung. Böll lässt das Buch am Ende beginnen und bringt dann sehr viele Rückblicke.

Sprache und Stilmittel

Sie ist klar und verständlich. Dadurch, dass der Roman in der Ich-Erzählung geschrieben ist, wird die Identifikation mit der Sicht des Erzählers zwingend.

Interpretation "Ansichten eines Clowns"

1. Clown als Stellvertreter
Der Clown wendet einer scheinbar wohlgeordneten Welt den Spiegel vor, indem die einige Narrheit der Gesellschaft gezeigt wird.
Er kann nicht vergessen (Vergangenheitsbewältigung)
Kritik an der katholischen Kirche. Er ist konfessionslos, ungläubig und kirchenfeindlich. Er gibt der Kirche an allem die Schuld.

2. Biographische Interpretation
In „Ansichten eines Clowns“ übt Heinrich Böll radikale Kritik an der Kirche, die in Sorge um die Erhaltung ihrer Macht, den ihnen erteilten Auftrag, die Armen und Bedürftigen zu schützen, der Anpassung an das herrschende Milieu opfert. In dieses Milieu fallen für ihn die Nationalsozialisten, die sich unter dem Schutz und der Deckung der katholischen Kirche eine reine Weste sichern. Eine Grundstimmung in „Ansichten eines Clowns“ ist der Zorn Bölls über die Kapitulation des deutschen Katholizismus vor dem Hitlerregime und der Versuch, es zu leugnen.

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

4 / 5 Sternen (10 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2005
  • Note: 2+
  • Aktualisiert: 30.09.16

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 8 / 4? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+