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"Argumente für Lazarus" Inhaltsangabe & Interpretation

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsangabe zu "Argumente für Lazarus" von Hans Daiber

In der Kurzgeschichte „Argumente für Lazarus“ von Hans Daiber, einem Atheisten von dem das Zitat „Die Gläubigen sind selten Denker und die Denker selten gläubig“ stammt, setzt sich dieser kritisch mit dem Gottesbild der Christenheit auseinander, indem er die Auferweckung des Lazarus aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

Lazarus der vergeblich in seinem Dahinsiechen auf die Hilfe Gottes gewartet hat, fühlt sich nun von diesem zu Demonstrationszwecken missbraucht. Bereits im halbverwesten Zustand, stinkend, nur von den Totenbinden zusammengehalten, muß er der Aufforderung seines Erweckers Folge leisten und sein Grab verlassen. Kein Wunder also, dass keine Freude bei ihm aufkommt, nein er sogar seine Kritik an Gott und am gesamten Christentum seinem Erwecker entgegenschleudert.

Er hadert nicht mit seinem Leben, dieses hat er als gegeben hingenommen. Er kritisiert die Haltung Gottes, der sich den Menschen zwar als Gott der Liebe präsentiert, in Wahrheit aber ständig nach Rache sinnt, ein Leben der Liebe unlebbar macht und die Angst zum Mittelpunkt des Lebens macht. Auch prophezeit er ihm seinen Untergang, wenn dieser alt und schwach ist und die Menschen in seine Sphären vordringen.

Der Erwecker nimmt diesen Erguss gelassen, ja gelangweilt hin. Ohne sich zur Kritik zu äußern, verschwindet er.

Erst danach treffen Freunde und Verwandte ein. Sie preisen den Erwecker, überhäufen Lazarus mit Geschenken und veranstalten ein Festmal. Dieser lässt alles ohne ein weiteres Wort mit sich geschehen. Keiner versteht seine Niedergeschlagenheit, man lässt ihn wieder allein.

Lazarus setzt unter sein Leben einen endgültigen Schlussstrich, er erhängt sich an der hundertjährigen Olive.

Interpretation von "Auferweckung des Lazarus“

Hans Daibers Kurzgeschichte lässt den Leser die Erzählung „Auferweckung des Lazarus“ Joh. 11, 1-45, in einem anderem Licht erscheinen. Tatsächlich geht aus der Bibelgeschichte deutlich hervor, dass Jesus diese Auferweckung zur Demonstration seiner Macht gebrauchte. Offen bleibt in der biblischen Version, was nach dieser Erweckung mit Lazarus geschah. Wie erstrebenswert ist es tatsächlich, wenn man die Schwelle des Totes bereits überschritten hat, Schmerz und Leid endlich hinter sich gebracht hat, wieder in dieses Leben zurückgerufen zu werden? Wie weit kann der Mensch wirklich selbst sein eigenes Schicksal bestimmen? Und wird nicht die Angst vor dem Gericht Gottes vor allem in der katholischen Kirche zum Mittelpunkt des Glaubens gemacht?

Daibers Auslegung zwingt einen zur kritischen Auseinandersetzung mit unserem Gottesbild und der gesamten Christenheit. Sein am Beginn genanntes Zitat nimmt für den aktiven Leser Formen an und bringt den Denker zum Zweifeln. Man kann sich der deutlichen Aussage seiner Kurzgeschichte nicht verschließen, stellt sich an die Seite des Lazarus und erfüllt damit dessen Prophezeihung – den Untergang Gottes.

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4 / 5 Sternen (1 Bewertung)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2007
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 14.11.16

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