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Aufbau des Dramas "Woyzeck"

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Aufbau vom Drama Woyzeck

Georg Büchners Drama Woyzeck wird als Dramenfragment bezeichnet. Das geht darauf zurück, dass Büchner dieses Drama vor seinem Tod nicht vollständig hat fertig stellen können. Die Originale Büchners können keinen Beitrag zur Lösung dieser Editionsproblematik leisten: Büchner hatte eine überaus schwierig zu entziffernde Handschrift (1. Versuch Karl Emil Franzos). Erster rein wissenschaftlicher Entzifferungsversuch um 1920 von Georg Witkowski.Die einzelnen Szenen sind nicht nummeriert, auch eine Einteilung zumindest in Akte o.ä. fehlt. Büchners Manuskripte wurden nicht einheitlich aufgefunden, woraus sonst eine Szenenfolge hätte erschlossen werden können. Aus diesen Gründen sind im "Woyzeck" viele Szenen gegeneinander austauschbar. Es lässt sich keine feste und eindeutige Szenenfolge festlegen (=> Offenes Theater).Das Drama ist in drei handschriftlichen Fragmenten überliefert. Die erste der drei Fassungen, die wahrscheinlich im Herbst 1836 entstand, beinhaltet zwei Szenenfolgen, die als H1 (21 Szenen) und H2 (9 Szenen) bezeichnet werden, die sogenannten Foliofassungen.

H1 beschreibt das dramatische Grundgerüst des Dramas, nämlich der Konflikt zwischen Woyzeck, welcher zu diesem Zeitpunkt des Entstehens noch "Louis" hieß, und dem Tambourmajor, der jedoch namentlich noch nicht erwähnt wird.Dieses Grundgerüst wird durch H2 erweitert und ergänzt.H3, das sogenannte Quartblatt, fügt dem Drama noch zwei Szenen hinzu, von denen jedoch die Szene "Der Hof des Professors" auf Grund der Diskriminierung Woyzecks durch den Doktor eine existenzielle Bedeutung hat. Der älteste und vollständigste Entwurf wird als H4, das Quartblatt, bezeichnet. Büchner erweiterte und vervollständigte die Szenen aus H1 und H2, 14 Stück an der Zahl. Hieraus lässt sich schließen, dass es sich bei H1 und H2 jeglich um Vorstufen handelt.

Jedoch konnte Büchner diese Arbeit nicht beenden. Bereits korrigierte Szenen aus den ersten Entwürfen wurden dort durchgestrichen, doch nicht alle Szenen fanden Verwendung. H4 beinhaltet 17 Szenen, die in Reihenfolge und Wortlaut Büchners Vorstellungen entsprach. Allerdings ist auch dieses älteste Fragment noch unvollständig, es bricht mit der Kasernenszene ab. Editoren benutzten H4 als Grundgerüst, änderten und vervollständigten dieses jedoch nach eigenem Gutdünken. Viele Verlage haben inzwischen eigene Editionen herausgegeben, beispielsweise Reclam oder Klett. Durch die nicht eindeutige Szenenfolge unterscheiden sich die Ausgaben voneinander teilweise sehr stark. Wie bereits beschrieben, sind ganze Szenen vertauscht. Im Vergleich der beiden erwähnten Ausgaben fällt beispielsweise auf, dass die letzten beiden Szenen jeweils rotiert sind.

Aber auch die vorkommenden Personen variieren. So kennt die Klett-Ausgabe im Personenverzeichnis mehr Personen als die Reclam-Ausgabe, beispielsweise den Unteroffizier oder konkret genannte Personen und Kinder. Die bei Klett als "Gerichtsdiener" bezeichnete Person heißt in der Reclam-Ausgabe "Polizist“. Auch die Rechtschreibung weicht in den verschiedenen Editionen streckenweise voneinander ab, beispielsweise die "th"-Schreibung ("rot" Û "roth").

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4 / 5 Sternen (1 Bewertung)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 13. Klasse
  • Erstellt: 2009
  • Note: 1+
  • Aktualisiert: 20.10.16

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