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"Aus dem Leben eines Taugenichts" Interpretation

Inhaltsverzeichnis

Zunächst (danach folgen mehere Versionen einer Analyse und Interpretation des Taugenichts) eine Zusammenfassung wichtiger biographischer Daten über Eichendorff, zu denen man einen Bezug in der Interpretation herstellen kann wenn es sich anbietet:

  • erfolgreichster deutscher Dichter, aber beruflich im Staatsdienst tätig.
  • Hat meist wenig Geld im Geldbeutel, besucht aber gerne das Theater.
  • Er schreibt seine Werke eher „Nebenbei“. Ist von der Geschichte begeistert.
  • Sein Leben war eher geprägt von Mißerfolgen und Demütigungen.
  • Er war trotzdem einer der erfolgreichsten Lyriker seiner Zeit und ist es immer noch.

1. Interpretation zu "Aus dem Leben eines Taugenichts"

- Der Taugenichts ist Sohn eines Müllers in Deutschland. Ist in der Ich Form
- Sein Vater schmeißt ihn raus. Ehrgeizig, will beweisen, dass er es schafft.
- Verdient sein Geld mit Geige spielen und singen, wir von zwei Damen nach Wien mitge-nommen.
- Darf Gärtner werden, wird es, zuerst ist ihm unwohl aber dann genießt er das Leben im Schloß
- Eines Morgens in der Früh sieht er in das Fenster einer Frau, weil sie Gitarre spielt, bewun-dert sie, wird aber entdeckt, traut sich länger nicht mehr aus seinem Häuschen.
- Nach Monaten lernt er die andere Dame besser kennen und macht ihr tiefe Komplimente, wird keines Wegs abgewiesen.
- Die erste Dame lässt sich nicht mehr blicken, verliert seine Lebensfreude
- Wird zu Zöllner befördert auch Einnehmer wird er angeredet, bekommt seine Wohnung und habe.
- Legt der ersten Dame (nicht hat blicken lassen) jede Nacht Blumen in den Garten, wir dabei erwischt, gesteht alles (Liebe), wird aber abgewiesen; sein Garten verwildert, kümmert sich um nichts. Freundet sich mit dem Portier an.
- Erfährt, dass in der Stadt/auf einem anderen Schloß ein Maskenball sein wird. Er soll Blu-men einer schönen Dame liefern, für ihr Kostüm, soll unter dem Birnbaum warten.
- Richtet seinen Garten wieder her, wird wieder fröhlich.
- Wartet am Baum, keiner kommt, klettert hinauf, sieht im Fenster eine der gnädigen Damen mit einem Offizier sprechen, ist enttäuscht, eine Welt bricht zusammen, unterm Baum wartet die andere gnädige Dame, die Blumen werden nicht abgeliefert, denkt es sei nicht die richti-ge Dame.
- Er ist so betrübt, und beschließt weiter zu reisen. Nimmt nur seine Geige mit und wird wie-der Arm
- Nach kurzem Aufenthalt in einem Dorf, nehmen zwei komische Typen ihm mit nach Italien, in einer Postkutsche. Die Maler trennen sich im Geheimen (Übernachtung im Wirtshaus, Ita-lien gefällt ihm nicht)
- Sie fahren (Kutscher hat keine uniform, fahren schnell) zu einem Schloß im Gebirge, wir wie ein Fürst behandelt, hat keine Arbeit, langweilt sich fast zu Tode, kriegt Brief von der er meint, sie wäre seine geliebte: er solle zurückkommen.
- In der Nacht kommen welche mit Messern, verrät sich (Lärm) wird eingesperrt, kann mit Unterstützung eines Mönchanwärters fliehen.
- In Rom hört er nachts die Dame mit der Gitarre spielen und singen, versucht, wegen der hohen Mauer einzubrechen, die Dame flüchtet aber, will sich durch sein Geigenspiel zu er-kennen geben, keine Reaktion.
- Am Morgen trifft er den Maler (Leonhard), die Dame hat überall nach ihm gefragt, sieht Da-me im Fenster, rennt raus und verirrt sich.
- Er bekommt (Kammerjungfer stürmt mit Herrn in den Garten vom Maler Leonhard, läßt Zet-tel fallen) die Botschaft, sich mit ihr um elf zu treffen
- An dem Tor trifft er eine andere Person, Verfolgungsjagt, überwältigt ihn, statt der gnädigen Dame ist da eine Korpulente Dame...die gnädige Dame ist in Wirklichkeit in Deutschland, ver-läßt Rom auf Donauschiff.
- Trifft auf dem weg eine Bläsergruppe (Studenten)
- Leonhard ist Graf (Maler Leonardo da Vinci), Guido ist Flora, die Tochter der Gräfin
- Auf dem Schloß in Wien angekommen, rennt ins Zollhäuschen, Party, alte bekannte (Maler etc.), schleicht sich mit der Dame weg, vermeintlicher Mann ist Sohn der korpulenten Dame der Portier ist ihr Onkel, sie ist eigentlich keine Gräfin sondern von der korpulenten Dame eine Waise, Unterhaltung im Zollhäuschen, ihrem vermutliche längerem Wohnsitz.

2. Interpretation mit Charakterisierung "Aus dem Leben eines Taugenichts"


Aus dem Leben eines Taugenichts


Der Taugenichts wurde ein romantisches Stück, weil:
- Vor allem die letzten Zeilen des Prosastückes die typischen Eigenschaften wieder aufgegrif-fen werden (Liebe, Musik, Schlösser in sommerlichen Gärten, Mondnächte, das eindringliche, das eine heile Welt bezeugt.
- Eingestreute Liedtexte vorkommen („Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ wurde zum ^Sinnbild^ von Wanderlust
- Leitmotive sind: Sehnsucht nach der Ferne, Heimweh, Beschwörung der guten alten Zeit

Nun ein längerer Abschnitt zur Charakterisierung des Taugenichts:
Der Taugenichts ist ein Träumer, ein Sonntagskind, dem doch alles in den Schoß fällt.
Durch sein fortgehen löst er sich von seiner (Langweiligen) Heimat; Schwalbe.
Hinter dem wunderbaren steckt die harte Kritik Eichendorffs an der Gesellschaft:
Den habgierigen Spießbürgern zeigt der Taugenichts in welch einer beschränkten Welt sie leben.
Der Taugenichts ist völlig auf das schöne und nicht etwa auf das Nützliche aus: Er reißt Gemüse aus den Beeten um Blumen anbauen zu können. Das ist der Grund, warum er lieber arm ist und fröhlich auf der Geige spielt und nicht arbeitet. Die Novelle ist geprägt von märchenhaften, glück-lichen Fügungen.. Rom ist das Sinnbild der Romantik (im Mondschein mit Engeln). Ist auf ein Leben in Gottes Führung aus (Sieht seine geliebte als „Engelsgestalt“ am Wasser.).

Es treten viele Verkleidungen und Verwechslungen auf, die auf das Phantastische, zauberhafte hinweisen. Er benutzt auffallen lange Sätze aus der Liebe zum Vergleich (Die Bäume und Sträucher wiesen kurios, wie mit langen Nasen und Fingern, hinter ihr dreien, der Mondschein tanzte noch fix, wie über eine Klaviatur über ihre breite Taille auf und nieder, und so nahm sie, so recht wie ich auf dem Theater manchmal die Sängerinnen gesehen, unter Trompeten und Pauken schnell ih-ren Abzug.). Auch eine Vielzahl von Stimmungsbetonten Adjektiven (Da steht ein großer Herr in Staatskleidern und einer außerordentliche langen gebogenen kurfürstlichen Nase im Gesicht, breit und prächtig wie ein aufgeblasener Puter.). In der gesamten Erzählung treten nur wenige synonyme für die Herzenswärme auf (Wald, Nacht, Schmerz, still, prächtig..) diese verleihen dem Stücke seine Naivität.

Wer übrigens Probleme mit dem Finden von Stilmitteln hat, ist hier genau richtig.

Symbole in "Aus dem Leben eines Taugenichts":

Taugenichts: Sünder, Einfluß auf das Volk
Schlafmütze: Philister, ungelehrt, ungläubig
Der Taugenichts will kein Kavalier werden, will bei seiner Lebenseinstellung bleiben.
Alles wird so gezeigt, wie es der Taugenichts sieht (schön, romantisch).

Zur damaligen Zeit war Italien keineswegs ein Ort mit Engeln. Dort herrschten die Carbonari, eine Art Mafia. Die Reise in der Postkutsche ist eher gemütlich (Gegenteil). Die Studenten werden nicht verfolgt und als Philister beschimpft, sie sind „theologisch“ veranlagt und philisophieren.

Weitere Werke:
Mondnacht, die zwei Gesellen, Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Sehnsucht, das Marmorbild, Krieg den Philistern

Nun ein paar autobiographische Daten zu Eichendorff in Zusammenhang mit dem Taugenichts - mit Wissen darum kann man in einer Prüfung oder Klausur wie auch Abitur (dort oft sogar notwendig) oft ganze Noten verbessernde Arbeiten schreiben, wenn es gelingt, Wissen aus dem Leben des Autors in Bezug zum Text zu setzen

Joseph von Eichendorff Biographie und Interpretationsbezug zum Taugenichts

- Schauplatz solcher Gartenlektüren aus seiner Knabenzeit von der Eichendorf selbst in seinem Roman „Ahnung und Gegenwart“ berichtete, war der Schlossgarten von Lupowitz in Schlesien mit den Karpaten und den Sudetenbergen im Hintergrund
- Joseph von Eichendorf wurde in einer Märznacht des strengen Winters um 1788 geboren (Vorabend der Französischen Revolution, deren Auswirkungen in Deutschland mitbestimmend für den Gang seines Lebens war)
- Der aus kath. Adel stammende Eichendorf wurde zunächst zusammen mit seinem Bruder von einem Hofmeister erzogen
- Nach Besuch des kath. Gymnasiums in Breslau 1805 zum Studium der Rechtswissenschaft in Halle (1806 wieder verlassen kurz bevor die Franzosen die Stadt besetzen und die Universität als Unruheherd schließen)
- In Heidelberg setzten sie ihr Studium fort
- Reise nach Paris, Berlin und ein längerer Aufenthalt in Wien mit glänzend bestandenen Staatsprüfungen schließen sich an
- In der selben Zeit haben die Siegeszüge Napoleons das Gefüge der alten Mächte des europäischen Festlands erschüttert
- P.r.,I,Ö und Spanien unterworfen bis schließlich der russische Feldzug von 1812 der großen Armee Napoleons zum Verhängnis wird
- In Deutschland inzwischen eine geistige Bewegung, die allg. Erhebung des Jahres 1813 vorbereitet
- In Presslau rüstet Preußen zum Befreiungskampf auf – Eichendorf stellt sich zur Verfügung
- Bis 1815 steht er im Kriegsdienst bei der Truppe, die er auf vielen Zügen führte und in Blüchers Hauptquartier als diensttuhender Offizier des Generals Gneisenau
- Nach Ende des Krieges tritt Eichendorf 1816 in Presslau als Jurist in den preusischen Staatsdienst
- Seine Laufbahn als Verwaltungsbeamter führt ihn von Presslau über Berlin nach Danzig und Königsberg und schließlich als Kultursachbearbeiter ins preusische Innenministerium zurück nach Berlin
- 1844 wird er durch den beginnenden Kulturkampf bewogen aus dem Staatsdienst auszuscheiden
- 1848 erlebt der Konservative in Berlin abwehrend aber verstehend und von einer großartigen Gerechtigkeit des Urteils gegenüber den Werten und Unwerten des Überkommenen und des neu sich Vorandrängenden
- 1857 ist Eichendorff in Neisen gestorben
- Leben einfach und schlicht
- Katholische Christentum die tragende Kraft seines Daseins
- Bleibt immer verbunden mit der menschlichen Toleranz
- Im Staatsdienst fand er seinen Beruf aber eigentlich berufen zum Dichter
- Liebe zur Poesie begleitete ihn sein Leben lang
- Studien und Wandertage brachten die Begegnung mit der deutschen Romantik
- Gabe zur umwandlung von Wirklichkeit zu Poesie
- „Aus dem eines Taugenichts“ mit Liedern durchsetzte Bericht von der ausfahrt und Heimkehr eines wandernden Spielmanns enthält den ganz Eichendorff mit seiner tiefen Liebe zur Natur, die das Erbe seiner schlesischen Heimat ist
- Die Elemente der romantischen Dichtung die zur Musik drängen sind bei ihm Musik geworden den bei ihm geschieht alles ohne Drang
- Seine Phantasie wird nie ausschweifend, sein Gefühl nie sentimental, das Zauberhafte nie spukhaft und das Unbestimmte nie verschwommen
- Eichendorff ist der eigentliche Poet der Deutschen Romantik

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Joseph von Eichendorf: Aus dem Leben eines Taugenichts - Was sind Philister?

Philister sind in Allgemeinen Spießbürger, die jede Art von Spontanität, Ausgelassenheit und Offenheit ablehnen. Sie lieben es, "normal" zu sein. Ihr eigenes Leben haben sie genau im Griff, sie wissen wo es lang geht und haben alles bereits in Voraus geplant, nichts aber auch gar nichts kann ihr Leben aus den Fugen bringen oder es verändern. Sie bestimmen ihr eigenes Leben und das anderer Leute. Tanz, Musik und Gefühlsausbrüche sind ihnen ein Dorn im Auge. Sie sind voll von Vorurteilen und lassen sich in nichts herein reden.

Welche Lebensauffassungen vermittelt Eichendorff? in "Aus dem Leben eines Taugenichts"


Stundenprotokoll LK Deutsch
Thema der Unterrichtseinheit: Romantik
Thema der Unterrichtsstunde: Joseph von Eichendorff „Aus dem Leben eines Taugenichts“
Erörterung der Frage "Welche Lebensauffassungen vermittelt Eichendorff? "

Welche Lebensauffassungen vermittelt Joseph von Eichendorff und welchen Stand hat er dazu? Dabei
sollten wir zuerst das Motiv der Mühle (ein typisches Motiv der Romantik) beachten. Wir
symbolisierten die Mühle mit Eintönigkeit und einem immer wiederkehrenden
Alltagstrott. Weiterhin steht die Mühle für Dauerhaftigkeit, die den Müller treibt, ihn zur
Arbeit zwingt und damit den Arbeitsrhythmus des Müllers bestimmt und nicht umgekehrt.

Die Mühle steht für etwas einfaches im Leben und etwas ursprüngliches.
In den Augen des Taugenichts jedoch [Zitat] „rumorrt“ die Mühle, der Tagesablauf des Vaters
ist in seinen Augen viel zu sehr von Arbeit und vorallen Kontinuität bestickt.
Daraufhin erreichten wir schließlich den Kernpunkt unserer Hauptfrage und verglichen die
Lebensauffassung und die damit verbundene Arbeitsauffassung des Vaters bzw. Gärtners
(dem typischen Spießbürgern (Philistern)) und dem Taugenichts (Romantiker) und gingen
dabei auf die Erzählweise beider ein.

Der Vater verkörpert den typischen Spießbürger, der sein Leben im Griff haben, Geld
verdienen und Sicherheit haben möchte. Dies alles wird aber nur aus der Erzählperspektive
des Taugenichts erzählt und ist damit eine sehr subjektive Auffassung.
Als der Taugenichts das Dorf verläßt mißachten ihn die anderen Bürger (auch eine
Verkörperung der Philister), die Frage bleibt jedoch offen, ob sie nicht selber gern gehen
würden, jedoch den Mut nicht haben, oder ob sie durch den Alltagstrott sein Weggehen gar
nicht registrieren.

Der Taugenichts springt fröhlich davon, will Spaß haben, er will etwas anderes machen als
die monotone Arbeit seines Vaters. Der Vater hat begriffen, das er für sein Leben arbeiten
muß, wobei der Taugenichts gerade das noch lernen muß. Er will eigene Erfahrungen
machen, sein Leben frei bestimmen und eine Aufgabe suchen, die ihm gefällt, wobei hier
nicht unbedingt, ein völlig ruhige Arbeit das Ziel sein muß.

Durch diese Betrachtungen ergeben sich schließlich zwei Arbeitsauffasung. Der Vater arbeitet
für andere Menschen, weil er Geld haben möchte, der Taugenichts dagegen möchte die
Menschen glücklich machen. Mit seiner Geige drückt er seine Gefühle und Stimmung
aus, spielt aus reiner Freude, macht aber die Menschen glücklich und sich somit nützlich.
Das Ergebnis der Stunde ist damit erlangt, die Romatiker (verkörpert durch den Taugenichts)
möchten den Charakter der Arbeit ändern, sie wollen Menschen glücklich, und sich selbst
damit eine Freude machen.

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4.5 / 5 Sternen (6 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 18.07.16

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