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"Aus dem Leben Hödlmosers" Interpretation & Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Folgende eine Inhaltsangabe und kleine Interpretation zu Gruber, Reinhard P.: Aus dem Leben Hödlmosers

Aus dem Leben Hödlmosers

von Reinhard P. Gruber

Steirer:

Die Steiermark wird als Voraussetzung für die
Existenz der Steirer beschrieben und verherrlicht. Weiters wird
der Steirer selbst beschrieben und in verschiedene Arten unterteilt.
So gibt es zum Beispiel den Feldsteirer (=Bauer), Waldsteirer
(Waldbauern), Flußsteirer (neuerliche Unterteilung in Mur-
Enns- und Mürzsteirer), Bachsteirer, Bergsteirer (Bergbauer),
Steinsteirer, Kernsteirer (Obstbauern), Weinsteirer, Höhlensteirer,
Bodensteirer (Bergwerksarbeiter), Dorfsteirer und Stadtsteirer.
Der Steirer hat verschiedene Gewohnheiten und Eigenheiten. Da
wäre zum Beispiel der Steireranzug, der für den Steirer
sehr große Bedeutung hat. Beachten muß man jedoch,
dass alles, was ein Steirer anzieht ein Steireranzug ist.
Eine wichtiges Zubehör zum Steireranzug ist der Steirerhut
mit dem Gamsbart. Dieser stammt aus höheren Gebieten und
wird meist vom Bergsteirer hergestellt.

Typisch steirisch ist auch das jodeln, das als Abart
der Sprache der steirischen Vögel bezeichnet wird. Weil Vögel
oft in Bäumen sitzen, ist der Erfinder des jodelns der Kernsteirer.

Auch steirische Gespräche haben einen typischen
Charakter, der meist folgende Form hat:

Bauer 1: wouhea beistn tou?

Bauer 2: neit fa to.

B1: sou schaust a aus, tou bleita troutl!

B2: hoiti papm, du westschtairische oaschsau!

Zu Kumpitz und Umgebung:

Kumpitz, das Kumpitz heißt, weil lauter Kumpitzer
Bauern dort wohnen, ist ein kleines Dorf, das 3km westlich von
Fohnsdorf liegt. In Kumpitz gibt es 2 Wirtshäuser. Hödlmosers
Hof liegt im Nordosten von Kumpitz.

Die Steirische Liebesgeschichte:

Hödlmoser steht brunftig wie ein Hirsch auf,
frühstückt 2 Krügel Most und ein Speck. Nachdem
er sein Vieh auf die Weide getrieben hat, mach er sich auf den
Weg nach Kumpitz ins Wirtshaus. Plötzlich stürzt er
auf die Straße und kommt erst nach einiger Zeit wieder zurück.
Er wird nach dem Grund seines plötzlichen Aufbruchs gefragt.
H. erzählt, dass er mit Fani im Wald war und diese ihn
von seiner Brunft befreit hat, wie er es nennt. H. weiß
noch nicht, dass er Schurl produziert hat.

Die Steirische Jägergeschichte:

F und H haben geheiratet, leben jetzt auf H´s
Hof und erwarten Schurl als Christkind. Damit Fani wieder etwas
gutes zu essen bekommt geht H in den Wald um Wild zu jagen, was
er eigentlich nicht darf, da er seinen Jagdschein noch nicht bekommen
hat. H erlegt einen Bock und steckt ihn in seinen Rucksack. Auf
dem Heimweg begegnet er dem Revierförster Steinhauser, der
weiß, dass H keinen Jagdschein hat. H seinerseits bemerkt
den Hasen, den Steinhauser außerhalb seines Reviers erlegt
hat. Da jeder der beiden weiß, dass der jeweilige andere
sein Tier nicht hätte erlegen dürfen, beschließen
sie, zu tauschen und die Sache auf sich beruhen zu lassen.

Der steirische Lebenslauf:

H will sich für den Gemeinderat bewerben und
muß deshalb seinen Lebenslauf niederschreiben. In diesem
Lebenslauf erfährt man genaueres über seine Familie.
Da H seinen Vater nicht leiden konnte, erstach er ihn, wodurch
ihm unter anderem auch sein Jagdschein entzogen wurde und H 10
Jahre im Gefängnis gesessen hat. Sechs Jahre später
heiratet er Fani Hinterleitner, mit der er dann seinen Sohn Schurl
bekommt.

Die steirische Verinnerungsgeschichte:

Schurl ist bereits auf der Welt und Fani und er wollen
wieder einmal eine Schwammerlsuppe. H geht in den Wald um Schwammerln
zu suchen. Dort trifft er auf den jungen Franzbauer, dessen Vater
auch seiner war. F ist nicht ganz richtig im Kopf. Als er H die
Schwammerln vor der Nase wegpflückt, möchte H ihn am
liebsten erschießen, besinnt sich jedoch, als ihm einfällt,
dass sie ja eigentlich Brüder sind.

Die steirische Fußballgeschichte:

H besucht eigentlich nie Fußballspiele, aber
da der SV Fohnsdorf seit Monaten Tabellenführer ist, ist
die gesamte Umgebung in einen Fußballrausch gefallen. Nach
jedem Tor läuft H aufs Feld und küßt den Torschützen.

Die steirische Aggressionsgeschichte :

H ist mißmutig, da er schon so lange in der
herbstlichen Stube sitzt und ihm sein jugendlicher Schwung abhanden
gekommen ist. H macht eine abfällige Bemerkung über
den Herbst und als Schurl ihn fragt, was er den habe, gibt H ihm
eine Ohrfeige.

Die steirische Zeitungsgeschichte:

Da H sehr am Tagesgeschehen interessiert ist, liest
er verschiedene Zeitungen. In der aktuellen Ausgabe einer Zeitung
wird vom Mord eines Babys durch den Vater berichtet. Dieser ist
Rudolf Esterl, ein Kumpitzer. Schurl, Fani und Hödlmoser
lesen gemeinsam den Artikel und machen sich Gedanken über
R. Esterl.

Die steirische Wirtshausgeschichte:

H will einen Freund in Köflach besuchen. Da
dies für H dasselbe bedeutet wie für uns eine Auslandsreise,
trinkt er sich dafür gehörig Mut an. In Köflach
angekommen bemerkt er, dass die Köflacher sich in Rudeln
zusammentun, um anschließend gemeinsam ein Wirtshaus zu
betreten. H hält dies für einen Verlust der Individualität
der Köflacher und will ein Exempel statutieren. Er bildet
sein eigenes Rudel und betritt das Wirtshaus alleine. Die Köflacher
tun sich sofort zu einem Großrudel zusammen und verprügeln
H. Als er mit blutiger Nase nach Hause kommt und Fani und Schurl
von seiner Rudelbildung erzählt, freuen sich diese und sind
stolz auf ihn.

Die steirische Läuterungsgeschichte:

H fährt mit dem Rad einkaufen und nimmt Schurl
auf dem Gepäckträger mit. H fährt sehr schnell
und Schurl ruft ihm zu, er solle doch bremsen. H hört ihn
aber nicht und S zwickt ihn. H macht eine Vollbremsung, rutscht
vom Sattel auf die Mittelstange und macht diese dabei mit seinen
Weichteilen bekannt. S beginnt zu weinen, als H laut brüllend
vom Rad springt und bekommt daraufhin 3 Ohrfeigen, was H sofort
wieder leid tut. Sie gehen zu Fuß weiter, gehen aber nicht
einkaufen, sondern ins Wirtshaus, wo Schurl die Geschichte erzählt,
ein Glas Rotwein bekommt und H sehr stolz auf ihn ist.

Die steirische Wallfahrtsgeschichte:

Die Familie H will nach Maria Buch Wallfahrten. Auf
dem Weg dorthin erklärt H Schurl die Schönheiten der
steirischen Natur und Landschaft. Ganz Maria Buch ist voller Menschen
und Standln. Am Abend kehrt die Familie wieder heim, doch Fani
und H sind derart berauscht, sodass sie nicht bemerken, dass
Schurl fehlt. Als sie dies feststellen gehen sie zurück um
ihn zu suchen. Nach 3 Tagen finden sie ihn im Wirtshaus, wo er
die Bauern mit seinem Wissen und seinem Durst beeindruckt.

Die steirische Begrabungsgeschichte:

Der alte Hartleb, ein Kumpitzer Bauer stirbt und
H hält mit den anderen Kumpitzern in 2 Schichten Totenwache.
Während die eine Schicht Rosenkränze betet, trinkt die
andere im Wirtshaus Schnaps. Als Hartlebs Leiche unangenehm zu
riechen beginnt, wird er beerdigt. Danach gehen alle ins Wirtshaus
zum Leichenschmaus. Die
steirische Hochzeitsgeschichte:

Ein Vetter H´s will heiraten. Während der
Messe befreundet sich Schurl mit Annamirl. Als das "Ja"
der Braut ertönt, drückt Schurl Annamirl an sich. H
dreht sich zu ihm um und hebt drohend einen Finger. Da erkennt
Schurl, dass er noch zu jung für eine Freundin ist.

Die steirische Geschichte vom Tode Schurls:

Schurl bekommt zu seinem 13. Geburtstag ein Fahrrad
geschenkt. Er ist so glücklich, dass er gleichwegfährt.
H fährt ihm nach und ruft ihm eine Warnung zu, als Schurl
viel zu schnell um eine Kurve fährt. Schurl dreht sich um,
fährt mit voller Wucht gegen eine Fichte und stirbt.

Die steirische Reisegeschichte:

H reist zum ersten Mal in seinem Leben nach Wien,
wo er wegen seines Steireranzuges verspottet wird. H kommt zu
dem Schluß, dass er Wien nie wieder sehen will und
geht zum Bürgermeister, dem er eine Ohrfeige gibt. H wird
verhaftet und singt ein Heimatlied, als er abgeführt wird.

Die steirische Wahlgeschichte:

Die Landtags- und Gemeinderatswahlen stehen vor der
Tür. Da H in Wien mehrere Tage im Gefämgnis war, kandidiert
H nicht mehr. Der steirische Landesvater kommt nach Kumpitz zu
einer Wahlveranstaltung und bricht dabei tot zusammen. Am Vortag
der Wahl sind alle Kumpitzer im Wirtshaus. H will noch eine Runde
zahlen. Da aber schon Sperrstunde ist,weigert sich der Wirt. Er
bekommt von H eine Ohrfeige und ruft die Gendarmerie, wodurch
es zu einer Schlägerei kommt. Den folgenden Wahltag verbringen
alle Kumpitzer Bauern im Gefängnis.

Die steirische Untergangsgeschichte:

H erzählt im Wirtshaus, dass mit Fani etwas
nicht stimmt. Ein Knecht erzählt ihm, dass Fani immer
wieder besucht worden sei, da sie während seiner längeren
Gefängnisaufhalte einsam gewesen sei. Seit jedoch der junge
Gufler Pepi zu ihr gekommen war, dürfe sie keiner mehr besuchen.
H bekommt einen Tobsuchtsanfall und tötet die anderen anwesenden
Bauern. Randalierend läuft er zu seinem Hof und stürzt
ins Schlafzimmer, wo er Fani mit Pepi im Bett vorfindet. H läuft
wieder aus dem Haus, nachdem er Pepi erklärt hat, dass
er draußen auf ihn warten werde. H fragt Pepi, ob die Gufler
Mirl seine Mutter ist, und als dieser bejaht erkennt er, dass
Pepi sein Sohn ist. Pepi ersticht H und Fani will ihn mit H´s
Gewehr erschießen. Pepi ersticht auch die schwangere Fani
und tötet sich dann selbst.

Katastrophe in Kumpitz:

Kurz nach der Tragödie um H verursacht ein Erdbeben
einen Bergrutsch, wodurch ganz Kumpitz verschüttet wird.
Es soll jedoch wieder aufgebaut werden und erneut die Perle der
Steiermark im schönen Aichfelde werden.

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Interpretationsansaetze:

siehe Literaturkunde Kapitel Heimatliteratur, Unterkapitel
Anti-Heimatliteratur

Typisches Werk Antiheimatlit., verzerrt typ Elemente
der Heimatlit ins lächerliche, zB: Kirche: Wallfahrtsgeschichte:
Stil ähnlich der Sprache in der Bibel.

Doppelmoral der Leute: Zeitungsgeschichte: Der Mord
an Esterls Kind wird nicht als besonders tragisch empfunden, über
Esterl wird erst geschimpft und dieser als schlechter Mensch bezeichnet,
als die drei lesen, dass Esterl auch Vögel umgebracht
hat. usw...

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4.5 / 5 Sternen (2 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 09.10.16

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