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"Berlin Alexanderplatz" Inhaltsangabe & Interpretation (von Alfred Döblin)

Inhaltsverzeichnis

Folgend eine "Berlin Alexanderplatz" Inhaltsangabe & Interpretation (von Alfred Döblin)  mit Schwerpunkt der Betrachtung auf  der Montage-Technik.

Inhaltsangabe und Zusammenfassung


Nach vierjähriger Haftstrafe, die er wegen Totschlags seiner Geliebten Ida verbüßen musste, wird der ehemalige Zement- und Transportarbeiter Franz Biberkopf aus dem Gefängnis entlassen. Doch er fürchtet die wiedergewonnene Freiheit, da er seinem frühren geregelten Tageslauf im Gefängnis entrissen wurde und sieht diese sogar als die eigentliche Strafe. Ziellos und desorientiert läuft er durch die Straßen Berlins, die sich in den letzten 4 Jahren sehr verändert haben. Schließlich betritt er einen Hausflur und fängt an zu „ächzen“, so wie er es immer im Gefängnis getan hat, wenn er einsam war, weil es menschlich sei. Als ihn ein Jude anspricht, flieht Franz erneut auf die Straße und fängt an, um sich selbst Mut zu machen, lauthals ein Kriegslied zu singen. Daraufhin nimmt in der Jude in mit in das Haus, wo er selbst Gast ist und erzählt ihm dort die Geschichte des Stefan Zannowich, einen Mann, der eine Karriere als Hochstapler macht, dann jedoch für die Betrügereien verurteilt wird und sich schließlich umbringt. Franz sieht in Stefan Zannowich eben so ein Opfer wie sich selbst, jedoch ist er bereit zu kämpfen.

Es zieht ihn zu Minna, Idas Schwester, und vergewaltigt diese. Minna wehrt sich zuerst, doch als sie erkennt, dass sie in diesem Augenblick für Franz Ida ist, lässt sie es mit sich geschehen. Daraufhin ist das Selbstbewusstsein von Franz wieder hergestellt und er fühlt sich frei.

Kurz darauf besucht Franz den Juden erneut, diesmal neu eingekleidet und wohlgenährt. Dieser erzählt erneut eine Parabel und zwar über einen Ball dessen Flugbahn unberechenbar ist, womit gemeint ist, dass es hochmütig ist zu glauben, man habe sein Leben unter Kontrolle Doch auch hier zeigt sich wieder Franz’ Blindheit, indem er meint, sein „Ball flieg (e) gut“.

Wochenlang bleibt Franz anständig und verdient sich seinen Lebensunterhalt zuerst als Schlipshalterverkäufer, danach als Zeitschriftenhändler. Abends geht er regelmäßig in die Kneipen am Alexanderplatz und hat auch bald eine neue Freundin, die Polin Lina, mit deren Onkel Otto Lüders Franz anfängt mit Schnürsenkeln handelt. Eines Tages erzählt Franz Lüders von einer Witwe, die ihm viel Geld gegeben hatte, woraufhin Lüders am nächsten Tag ebenfalls zu dieser Frau geht und diese ausraubt. Als Franz wieder bei der Witwe auftaucht wird er nicht mehr eingelassen und erfährt erst am nächsten Tag über einen Brief was passiert ist. Franz ist daraufhin so erschüttert, dass er sich zurückzieht und wieder mit dem Trinken anfängt. Doch er rafft sich bald wieder auf und geht zu Minnas Haus, wo er nur ihren Ehemann Karl anfindet, dem er die Meinung sagt und dadurch sein Selbstbewusstsein wiederfindet.

Eines Abends lernt Franz Reinhold kennen und findet in ihm einen neuen und sehr gefährlichen Freund. Reinhold überredet Franz die Mädchen, deren er überdrüssig geworden ist, zu übernehmen. Doch bald versucht Franz Reinhold zu einem ruhigerem Lebensstil zu drängen und fängt auch an, Reinholds neue Freundinnen vor diesem zu warnen. Reinhold rächt sich, indem er Franz unter dem Vorwand Obst einzuladen in ein Verbrechen mit hinein zieht und ihn während ein eines Einbruchs Schmiere stehen lässt. Bei einer anschließenden Verfolgungsjagd, wird Franz von Reinhold aus einem fahrendem Auto gestoßen. Freunde bringen ihn in ein Krankenhaus in Magdeburg, wo ihm der rechte Arm amputiert wird. Nach seiner Genesung ist Franz wieder Gast in den Kneipen um den Alexanderplatz und da er nicht mehr arbeiten will, kauft er sich ein eisernes Kreuz und täuscht Kriegsbeschädigung vor.

Durch Freunde gerät er an die Prostituierte Mieze, die Tochter eines Straßenbahnschaffners, die wegen ihres Lebenswandels von ihren Eltern verstoßen wurde, und wird ihr Zuhälter.

Später kommt er wieder mit Reinhold in Kontakt. Franz erzählt diesem von seiner Mieze und Reinhold beschließt daraufhin, sie ihm wegzunehmen. Er versucht sie zu Verführen doch als sie erfährt, dass er daran schuld ist, dass Franz seinen Arm verloren hat, macht sie ihm schwere Vorwürfe. Daraufhin vergewaltigt Reinhold Mieze, erwürgt sie und verscharrt sie im Wald. Doch Reinholds Tat kommt ans Licht. Dieser warnt Franz, dass die Polizei hinter ihm her wäre und sucht anschließend selber das Weite. Franz hat zwar nichts mit Miezes Ermordung zu tun, doch wegen seines Vorlebens zieht er es vor unterzutauchen. Er und Reinhold werden nun steckbrieflich gesucht. Franz begibt sich kurz darauf auf die Suche nach Reinhold, um diesen zu töten und zündet in seiner Wut das Haus, in dem Reinhold gewohnt hat, an. Er kehrt zum Alexanderplatz zurück und begibt sich ganz bewusst in eine Kneipe, in der eine Razzia stattfindet. Als mehrere Polizisten ihn festnehmen wollen, schießt er auf einen von ihnen, wird überwältigt und ins Polizeipräsidium gebracht. Franz wird in die Irrenanstalt Buch eingeliefert, wo er jegliche Nahrung verweigert und bald zwangsernährt wird. Nach einer Begegnung mit dem Tod, der ihn mit den Irrtümern und Fehlern in seinem Leben konfrontiert, erwacht Franz Biberkopfs Lebenswille erneut und er setzt sich mit seiner Lebensgeschichte auseinander. Er erkennt, dass der alte Franz Biberkopf sterben muss, damit er ein neues Leben beginnen kann.

Franz wird kurz daraufhin wieder entlassen und besucht später Miezes Grab. Reinhold wird durch Verrat entdeckt und erhält 10 Jahre Zuchthaus. Franz selber beginnt ein neues Leben als Hilfsportier in einer Fabrik.

Interpretation und Montage-Technik:

Döblin fügte in „Berlin Alexanderplatz“ zahlreiche Zeitungsartikel, Annoncen, Gedichtsfetzen etc. ein und unterbricht damit andauernd den Erzählfluss der Geschichte. Dies nennt man die Montage-Technik, welche verwendet wird, um Assoziationen freizusetzen, die „im Kontext des Erzählvorgangs Deutungsmöglichkeiten eröffnen.“. Durch die unterschiedlichen Sprachebenen kommt es zu einem permanenten Perspektivenwechsel.

Beispiel: (Szene: Franz kommt aus dem Kino, wo er sich einen Liebesfilm angeschaut hat, und will nun seinen Sexualtrieb befriedigen und sucht daher eine Prostituierte auf) „Das schwammige Weib lachte aus vollem Hals. Sie knöpfte sich oben die Bluse auf. Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb. Wenn der Hund mit der Wurst übern Rinnstein springt. Sie griff ihn, drückte ihn an sich. Putt, putt, putt, mein Hühnchen, putt, putt, putt, mein Hahn.“

Es handelt sich hierbei um Fetzen aus mehreren Gedichten. Wie die zwei Königskinder im Volkslied, so kommen auch Franz Biberkopf und die Prostituierte nicht zusammen, wegen Biberkopfs Potenzstörungen und so wie der Hund die Wurst am Ende des Gedichts verliert, verliert Biberkopf seine Manneskraft. Mit dem Vers von Hahn und Henne soll dargestellt werden, wie die Prostituierte nach ihm greift und in wie ein Huhn anlockt.

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  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2012
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 27.11.16

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