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Grenouille Charakterisierung aus "Das Parfüm"

Inhaltsverzeichnis

Folgend findet ihr einmal eine sehr ausführliche Charakterisierung Jean-Baptiste Grenouille aus Süßkinds Werk und unten dann eine kurze Version der Personenbeschreibung. "Das Parfüm" von Patrick Süskind, Charakteristik von Grenouille als Personenbeschreibung also zunächst als lange Version, die so es auch wunderbar als Interpretation genutzt werden kann in diesem Zusammenhang! Und ganz unten eine Zusammenfassung der Charakterisierung in kurz.

CHARAKTERISIERUNG VON GRENOUILLE - Gliederung

A. Informationen über Buch und Autor

B. Charakteristik von Grenouille

I. Erster Eindruck

1. Aussehen

2. Sprache
a) Wortwahl
b) Satzbau

3. Soziale Verhältnisse
a) Erziehung
b) Bildung
c) Gesellschaftliche Stellung

II. Eigenschaften und Verhaltensweisen

1. Absoluter Lebenswille

2. Zielstrebigkeit
a) Egoismus
b) Rücksichtslosigkeit

3. Isolation
a) Desinteresse
b) Liebesverzicht

4. Genialität
a) Duftwahrnehmung
b) Düftegedächtnis

C. Gesamtbewertung

Charakterisierung und Personenbeschreibung von Grenouille

Patrick Süskind wurde am 26. März 1949 am Starnberger See geboren, wo er auch heute noch zurückgezogen lebt.
Nach seinem Geschichtsstudium in München verfasste er unter anderem 1985 den Roman „Das Parfum“, eine Geschichte, die im achtzehnten Jahrhundert in Paris spielt. In diesem Buch beschäftigt sich Patrick Süskind mit dem Sonderling Jean- Baptiste Grenouille, dessen größtes Lebensziel es ist, seinen eigenen Duft zu finden, seine Identität zu kreieren.

Seine Sonderbarkeit kann der Leser schon am ersten Eindruck, seinem Äußeren erkennen.
Als Baby ist Grenouille zwar noch „rosig und wohlgenährt“ (S. 11), im Laufe seiner Kindheit durchlebt er jedoch die Masern, die Ruhr, die Windpocken, die Cholera, einen Sechsmetersturz und einige Verbrühungen, durch diese er Narben, Schrunde und Grind davonträgt (S. 27). Außerdem hat er einen leicht verkrüppelten Fuss, der ihn hatschen macht (S. 27).
Allgemein ist er „nicht besonders groß, nicht stark, zwar hässlich, aber nicht so extrem hässlich, dass man hätte erschrecken müssen.“ (S. 31)
Später bekommt Grenouille den Milzbrand, den er zwar auf Grund seines starken Lebenswillens überlebt, ihm aber „die Narben der großen schwarzen Karbunkel hinter den Ohren, am Hals und an den Wangen [bleiben], die ihn [entstellen] und noch hässlicher [machen], als er ohnehin schon [ist].“ (S. 42)

Auch an Grenouilles Spracherlernung lässt sich feststellen, dass er im Vergleich zu anderen Menschen die Rolle eines Sonderlings einnimmt. So lernt er erst im Alter von vier Jahren sein erstes Wort, das Wort „Fische“ (S. 31). Mit der Zeit erfasst der Junge mehr Wörter, jedoch nur solche, die einen riechenden Gegenstand bezeichnen. „Mit abstrakten Begriffen [, die keinen Geruch ausströmen] hat er die größten Schwierigkeiten“ (S. 33).
In seinen Sätzen verwendet Grenouille nur äußerst selten Adjektive und Zeitwörter, er spricht hauptsächlich mit Hauptwörtern und gebraucht häufig „Eigennamen von konkreten Dingen, Pflanzen, Tieren und Menschen [...] “ (S.31).
Auch im Erwachsenalter tut er sich mit dem Reden schwer, er verwechselt und vergisst oft die Benennungen von nicht riechenden Objekten, und spricht größtenteils in kurzen einfachen Sätzen ohne Verwendung von Nebensätzen (S. 33).

Diese Sprachschwierigkeiten lassen sich sehr offensichtlich mit den sozialen Verhältnissen, in denen Jean- Baptiste Grenouille aufwächst, in Verbindung bringen.
Mitte des achtzehnten Jahrhunderts wird er von seiner Mutter auf einem Fischmarkt zur Welt gebracht, wo er wohl ohne seinen unsäglichen Überlebensdrang, der ihn dazu bringt, durch sein Geschrei die Aufmerksamkeit der Leute auf dem Marktplatz auf sich zu ziehen, verendet wäre, da die Mutter kein Interesse an ihrem Neugeborenen zeigt (S. 7-9).
Nachdem er dreimal die Amme gewechselt hat, da er zu gierig ist (S. 9), kommt er schließlich für kurze Zeit ins Kloster und wird daraufhin „einer Amme namens Jeanne Bussie in der Rue Saint-Denis übergeben [...] “ (S. 11).
Auch diese schiebt ihn ab, mit der Begründung, Grenouille sei „vom Teufel besessen“ (S. 14), da er keinen Geruch habe (S.14).
Bei Madame Gaillard, der nächsten Amme, hat er genügend Möglichkeiten, seine Umgebung zu erriechen, er macht Streifzüge durch die Natur und kann so ein Vokabular von Gerüchen erwerben und seine Riechfähigkeit verfeinern (S. 35).
Weiter geht es mit der Charakterisierung Jean-Baptiste Grenouille wie folgt:
Dass die anderen Kindern, die von Madame Gaillard aufgenommen wurden, ihn meiden und anfangs sogar Mordanschläge an ihm ausüben, da sie Grenouille nicht riechen können und vor ihm Angst haben, ist ihm gleichgültig (S. 30).
Neben seiner außerordentlichen Fähigkeit, die verschiedensten Gerüche aufzunehmen, ist Grenouille nicht sonderlich intelligent. Für kurze Zeit besucht er eine Pfarrschule, lernt ein bisschen buchstabieren und seinen Namen schreiben, mehr allerdings nicht. Der Lehrer „hält ihn für schwachsinnig“ (S. 35).
Mit acht Jahren wird der Junge schließlich an den Gerbermeister Grimal übergeben, wo endlich seine Begabung ein wenig gefördert wird. Er lernt das Kombinieren von Düften ohne ästhetisches Prinzip (S. 48) und beginnt die Düfte durch ein systematisches Prinzip zu ordnen (S. 58).
Zuletzt bekommt er die Möglichkeit bei Baldini, einem Parfumeur und Handschuhmacher, zu arbeiten. Grenouille, der für den Parfumeur ein großer Erwerb ist, lernt destillieren, schreibt von nun an seine Rezepte auf und kann sein Vokabular erweitern. Bei Baldini kann er seine Genialität entfalten, für ihn ist der Laden eine der größten Geruchsquellen.

Eine wie auch schon oben öfters erwähnte Eigenschaft, die ein äußerst typisches Merkmal für Grenouille darstellt, ist sein absoluter Lebenswille.
Dieser zeigt sich schon bei seiner Geburt, als er sich bei den Passanten Beachtung findet, indem er sie durch sein Gebrüll auf sich hinweist (S. 7-9).
Daraufhin folgen die Mordanschläge, die seine Mitbewohner bei Madame Gaillard an ihm ausüben, welche er aber ohne sich größere Schäden zuzufügen, überlebt (S. 30) und der Milzbrand, „eine gefürchtete Gerberkrankheit, die üblicherweise tödlich verläuft“ (S. 42), den er bei Grimal zuzieht. „Entgegen aller Erwartungen jedoch [übersteht] Grenouille die Krankheit.“ (S.42)
Wegen eines Misserfolges erkrankt der Junge, während seiner Zeit bei Baldini für einige Wochen lebensbedrohlich (S. 130- 136). Obwohl sogar der Doktor ihn schon aufgegeben hat, erholt er sich wieder, um sein größtes Lebensziel weiterhin zu verfolgen: seinen eigenen Duft zu finden.

Die Zielstrebigkeit mit der er dieses Lebensziel verfolgt, ist ebenfalls eine kennzeichnende Verhaltensweise für Grenouille. Hierbei ist er sehr egoistisch und rücksichtslos, was deutlich daran zu erkennen ist, wie er versucht alle Düfte einzufangen.
So möchte er einen neuen Geruch nicht nur wahrnehmen, sondern für sich selbst besitzen, wie die Düfte verschiedener Mädchen, die er im Laufe seiner Zeit kennenlernt. Ohne es wahrscheinlich bewusst wahrzunehmen, bringt er das jeweilige Mädchen um und saugt dann den Duftstrom auf, bis er sie „welkgerochen hat“ (S. 56). Anschließend entfernt er sich, keiner Schuld bewusst, der Geruch ist für ihn das einzige, was zählt.

Dass Grenouille sich mit den Menschen nicht auseinandersetzt, sondern nur an ihren Düften interessiert ist, zeigt sich auch schon in seiner Kindheit.
Schon als kleiner Junge isoliert er sich von anderen Kindern und kann auch mit älteren Leuten nicht viel anfangen.
Er hat kein Interesse daran, mit den Gleichaltrigen bei Madame Gaillard Kontakt aufzunehmen oder mit ihnen zu spielen. „Nach aussen hin [wird] er immer verschlossener. Am liebsten [streift] er allein durch den nördlichen Faubourg Saint-Antoine, durch Gemüsegärten, Weinfelder [und] über Wiesen [, um neue Gerüche kennenzulernen und aufzunehmen].“ (S. 35)
Diese Isolation hängt sicherlich auch damit zusammen, dass er nie in seinem Leben Liebe spürt. Schon als Neugeborenes wird er nicht wie ein normales Baby liebevoll empfangen, sondern von seiner Mutter missachtet und abgewiesen (S.8).
Ebenso die Ammen, bei denen er später für einige Zeit unterkommt, schieben ihn ab und sehen ihn nicht als einen Menschen, sondern wie ein lästiges Ding (S.8) oder einen Teufel (S. 14).
Bei Madame Gaillard kann er zwar für etwas längere Zeit bleiben, bekommt aber auch von ihr keine Liebe und wird später ebenfalls wieder weggeben (S. 37).


Charakterisierung von Grenouille - Schlussbemerkung

Sein deutlichster Charakterzug ist natürlich seine Genialität, Düfte wahrzunehmen und im Gedächtnis zu behalten.
Im Laufe seiner Zeit erweitert sich seine Kunst immer mehr. Zunächst nimmt Grenouille die Gerüche nur unbewusst wahr, dies ändert sich, als er zu Jeanne Bussie kommt. Dort lernt er das bewusste Erriechen seiner Umgebung (S. 22-23).
Bei Madame Gaillard verfeinert sich seine Riechfähigkeit und er erwirbt ein Vokabular von Gerüchen (S. 35).
Während seiner Zeit, die er mit Grimal verbringt, erlernt er das Kombinieren von Düften und entwickelt ein ordnendes Prinzip zum Strukturieren der verschiedenen Düfte.

2. Charakterisierung von Grenouille als zusammenfassende Personenbeschreibung der Hauptfigur

2. version. Die Hauptfigur Grenouille im Roman "das Parfum" von P. Süskind, präsentiert ein von schroffen Kontrasten und Widersprüchen geprägtes Spannuungsgefüge.
Bei seiner Beschreibung, prallen zwei völlig konträre Vorstellungsbereiche aufeinander: "genial und abscheulich". Der Vorstellung des Genies des 18.Jh. entspricht eine Person mit außerordentlich schöpferischen Leistungen, die die Fesseln der Konventionen sprengt und sich autodidaktisch ihre eigenen Regeln schafft. mit dem Begriff des Scheusals hingegen, verbindet man einen Menschen dem moralische Vorstellungen fremd sind und sich vielmehr durch Gottlosigkeit und Menschenverachtung auszeichnet (vgl. S.5).
so bilkdet der kontrast zwischen genialster Begabung und verwerflichstem Charakter ein zentrales Strukturmerkmal des Protagonisten Grenouilles.
seine unter inhumansten Bedingungen ablaufende Geburt wird durch seinen reiflich erwogenen Schrei als boshafte Handling, da dieser die Mutter auf den Schafsott bringt, und als gezielter Akt der selbsterhalzung gedeutet.Ebenso weist diese absichtliche Handlung auf den zähen Überlebenswillen der Hauptfigur hin, wie auch die zahlreichen Lebenskrisen, diedie Person Grenouille überlebt verdeutlichen.

Aufwachsend in einer völligen sozielen Isolation, prägt Grenouille ein fehlendes Moralempfinden: weder kann er im Kontakt zuanderen Menschen ein ihm gerecht werdendes Selbstbold aufbauen, noch lernt er einen angemessenen Umgang mit seiner Umwelt, da ihnm hierzu die Vorbilder sowie die Grundlage einer differenzierten sprachlichen Verständigung fehlen.
Ein weiteres Strukturmerkmal der Person ist der Vergleich mit der Schlüßelmetapher des ZecK, welche den Roman leitmotivisch durchzieht. Sie weist auf die Fähigkeit Grenouilles hin, einsam warten zu können bis er sein Opfer wittert, um dann gezielt zuzupacken.
Sein fehlendes Schuldempfinden erklärt sich durch die Ausgestaltung seiner inneren Abwehr und der Abwehr seiner äußeren Welt mit der er erfüllt ist; die völlige Hingabe in die Erfahrung der Geruchswelt lassen keinen Platz für moralische Werte und Regungen desGewissens.
Ebenso prägnant erscheinen die Anzeichen für ein Genie Grenouilles: Allen Lebensumständen zum Trotz hat Grenouille mit manischer Besessenheit seine olfaktorische Begabung ausgebaut.


Weiter prägt ihn ein "unheimliches" Selbstbewusstsein (vgl.S.92ff.), so zeigt sich eine intuitive, traumwandlerische Sicherheit und Entschiedenheit bei der Verwirklichung seiner Vorsätze (vgl.S.90).
Bezüglich seiner Auffassung vom Menschen ist dies von Verachtung gezeichnet. Der menschliche Geruch bildet Seele und Identität, umso schlimmer ist für Grenouille die Entdeckung seiner Geruchslosigkeit, die ihm die Erfahrung der eigenen Identität versagt und ihn letztendlich zu dem Akt der Selbstvernichtung, durch Kanibalisierung, führt.

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4.4 / 5 Sternen (24 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2010
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 23.07.16

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  • TErminator99 schrieb am 14.12.2014:

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