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"Das Marmorbild" Charakterisierung & Figurenkonstellation

Inhaltsverzeichnis

Joseph von Eichendorff - Das Marmorbild

Figurenkonstellation und Charakterisierung in der Novelle "Das Marmorbild" - Von Joseph von Eichendorff (1826)

Die Novelle "Das Marmorbild" von Joseph von Eichendorff (1826) weist eine ziemlich komplexe Figurenkonstellation auf. Der Protagonist Florio steht zwischen zwei Männern, die die Gegensätze von Gut und Böse symbolisieren, außerdem gibt es noch zwei weibliche Personen, zwischen denen Florio sich entscheiden muss.

Die Beziehung zwischen Florio und dem Sänger Fortunato, dessen Name "Glück" bedeutet, ist eine sehr freundschaftliche. Fortunato begegnet Florio direkt am Anfang der Novelle und begleitet ihn auch bis zum Schluss. Für Florio, den naiven, jungen Mann, der sich fern seiner Heimat befindet, ist Fortunato eine Art Vaterfigur. Fortunato warnt Florio (S. 6, Z. 11 "Hütet Euch!”) und rettet ihm in dem Schloss der Venus sogar das Leben (S. 38, Z. 8 "Da begann auf einmal draußen im Garten ein wunderschöner Gesang. Es war ein altes, frommes Lied. [...] Er wurde ganz zerstreut, denn es kam ihm zugleich vor, als wäre es Fortunatos Stimme."). Trotz seiner Tätigkeit als Sänger ist Fortunato eine eher nüchterne und realistische Persönlichkeit, die Florio öfter auf den Boden der Tataschen zurückholt (S. 19, Z. 17 "Laßt das, die Melancholie, den Mondschein und alle Plunder..."). Florio fühlt sich zu dem Sänger hingezogen, sieht ihn als "Bote des Friedens" und fühlt sich bei ihm "heimatlich" (S. 26, Z. 5). Fortunato steht für das Gute, das Glück und die Poesie, die Florio auf seinem Weg begleitet.

Im Gegensatz zu Fortunato steht Donati, ein Ritter. Dieser verkörpert die Bedrohung und die Verführung des Bösen in Form der sinnlichen Begierde. Zum ersten Mal erscheint Donati auf dem Fest am Anfang der Novelle (S. 12, Z. 24 "Da trat ein hoher, schlanker Ritter in reichem Geschmeide, das grünlichgoldene Scheine zwischen die im Winde flackernden Lichter warf, in das Zelt hinein.") und schon hier fühlt sich Florio in seiner Gesellschaft nicht sehr wohl (S. 13, Z. 1 "Florio fuhr ordentlich zusammen, als der Seltsame sich darauf vor allen anderen zu ihm wandte und ihn als einen früheren Bekannten in Lucca willkommen hieß."). Seine ungutes Gefühl und seine Antipathie verstärken sich im Verlauf der Novelle stark (S. 23, Z. 2 "Ein heimlicher Schauer überlief Florio bei diesem Anblick."). Dennoch ist Donati wichtig für Florio, da dieser ihm ein Treffen mit Venus arrangieren könnte (S. 23, Z. 35 "Die Dame", sagte er mit der gewohnten umsichtigen Höflichkeit, "wird sich freuen, Euch kennen zu lernen."). Donati fungiert als "Kuppler der Venus", er ist ihr Verbündeter und hat die Aufgabe Florio zu ihr zu bringen.

Bianka "die Reine", ein Mädchen aus Lucca, symbolisiert die wahre, unschuldige Liebe in dieser Novelle. Im Gegensatz zur Venus ist sie kindlich und scheu (S. 7, Z. 2 "Besonders zog die eine durch ihre zierlich, fast noch kindliche Gestalt und die Anmut aller ihrer Bewegungen Florios Augen auf sich."). Auch sie begleitet Florio, wie Fortunato, durch die ganze Geschichte. Ihre Beziehung zu Florio kann man als scheu und schüchtern beschreiben (S. 8, Z. 21 "Sie erkannte ihn sogleich wieder und saß still und schüchtern da."), aus der sich die wahre Liebe entwickelt (S. 48 Z. 8 "Mit Wohlgefallen ruhten Florios Blicke auf der lieblichen Gestalt. [...] Nun erstaunte er ordentlich, wie schön sie war."). Bianka erscheint Florio als "heiteres Himmelsbild" (S. 48, Z.26), als etwas christliches, wohingegen die Venus den heidnischen Aspekt verkörpert.

Venus, die römische Göttin, die der griechischen Aphrodite entspricht, stellt die verführerische Komponente dar. Die Beziehung zu Florio baut sich nicht auf Gefühlen auf, lediglich auf sexuellen Begierde. Sie ist die Verführung in Person (S. 38, Z. 4 "Sie warf dabei, zierlich wechselnd, ihren weiten, blütenweißen Schleier in die mannigfaltigsten Richtungen, immer schönere Formen bald enthüllend, bald lose verbergend."). Als Florio Venus, auch Göttin der Gärten, zum ersten Mal "lebendig" sieht, wie sie in einem Garten sitzt, Laute spielt und dazu singt (S. 21, Z. 20 ff "Lauschend blieb er stehen, die Töne kamen immer nähre und näher, da trat plötzlich in dem stillen Bogengange eine hohe, schlanke Dame von wundersamer Schönheit zwischen den Bäumen hervor, langsam wandelnd und ohne aufzublicken.") ist er sofort von ihr verzaubert.

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4.3 / 5 Sternen (7 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 02.08.16

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  • joshua schrieb am 25.09.2014:

    Toll, half mir bei den Hausaufgaben. Musste diese Novelle lesen und Gegensätze notieren. Nach dem lesen dieses Artikel war mir nun auch klar worum es ging in dieser Novelle.

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