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"Das Parfüm" Kapitel 3 Zusammenfassung & Interpretation

Inhaltsverzeichnis

Süskind, Patrick: "Das Parfüm" Kapitel 3 Zusammenfassung (Inhaltsangabe) & Interpretation

Gliederung

A "Das Parfum" - ein deutscher Bestseller
B Analyse des 3. Kapitels

Zusammenfassung des Inhalts
Sprachliche Gestaltung und Erzähltechnik
Charakterisierung Pater Terriers

Beschreibung des Verhältnis zu Grenouille
Auswirkung selbigens auf die weitere Handlung

C Das 3. Kapitel - Die Besiegelung Grenouilles Schicksals


"Das Parfum" ist das wohl bekannteste Buch des Autors Patrick Süsskind. Nicht nur in Deutschland fand es reißenden Absatz als es 1985 erschien, sondern auch im Ausland avancierte das Buch zum Bestseller. Die Geschichte von dem genialen Mörder Grenouille der auf der Jagt nach dem perfektem Parfum ist ist jetzt in einem Atemzug mit den wenigen anderen großen deutschen Meisterwerken wie "Im Westen nichts Neues" oder "Die Blechtrommel" zu nennen.
Das 3. Kapitel soll hier näher betrachtet werden. Besagtes Kapitel ist inhaltlich schnell zusammengefaßt: Die Amme die den Elternlosen Jean-Baptiste Grenouille in ihrer Obhut hat und festgestellt hat, dass das Kind nicht den eigentümlich normalen Kindsgeruch verströmt und somit vom Teufel befallen sein muss, gibt den kleinen Weisen bei Pater Terrier im Kloster ab. Dieser von den Vermutungen der Amme neugierig geworden, zumal er nicht glauben kann das so ein unschuldiges Ding vom Teufel besessen sein soll, macht selbst die "Geruchsprobe". Er muss feststellen dass das Kind wirklich nicht den kindlichen Geruch hat und stellt daher - um sich selbst zu beruhigen - die These auf, dass Menschen erst ab der Pubertät Geruch ausströmen. Als Grenouille nun aber die Augen aufschlägt, nachdem er vorher sichtlich "geschnuppert" hat erkennt der Pater dass dieses Kind seine Umwelt primär nicht mit den Augen, sondern mit dem angeblich "primitive Geruchsorgan" (S.19) wahrnimmt. Beängstigt durch das Gefühl durch seinen Geruch dem Säugling alles preisgeben zu müssen, selbst aber nichts über ihn erfahren zu können da er keinen Geruch hat, kommt ihm wieder der Gedanke der Teufelsbesessenheit, den er vorher mit seiner waghalsigen These verdrängt hatte, und er entschließt sich das Kind möglichst weit weg zu bringen, und vertraut es der Ziehmutter Madame Gaillard an.
Das Kapitel wird, wie auch das ganze Buch, von einem auktorialen Erzähler dargestellt. Die Handlung verläuft einstrangig chronologisch mit vereinzelten Ausblicken auf das weitere Leben der im Buch von dort an nicht mehr auftretenden Personen. Die Sätze sind eher hypotaktisch verfasst, als Ausnahme erweisen sich aufgeregte Ausschreie wie: "Weg damit!" (S.24). Es wird Hochsprache verwendet die aber nicht geschwollen wirkt und durch die eingeschobenen Monologe und Dialoge von Pater Terrier noch aufgelockert wird, der aber auch Hochsprache spricht, wie es für seinen Bildungstandart üblich ist.


Denn Pater Terrier ist "ein gebildeter Mann" (S.18) der nicht nur Theologie studiert hat, sondern sich auch mit Philosophie und Naturwissenschaften beschäftigt. Dieses Hobby macht ihm zu einem kritischen Menschen gegenüber allen Weltanschauungen, die oft von ihm hinterfragt werden. Er ist also durchaus ein aufgeklärter Theologe, der aber trotzdem nie so weit gehen würde die christliche Religion anzufechten, trotz der von ihm bereits erkannten Widersprüche die sich immer wieder in den Grundlagen dieser Religion ergeben. Um aber der Anschuldigung der Blasphemie oder Ketzerei zu entgehen, versteckt er sich hinter der Ausrede er sei nur ein kleiner Mönch und das Durchdenken der Grundlagen der christlichen Religion müsse er höheren Instanzen überlassen. (S.19) Sonst ist er aber mehr einer der sich nicht - und erst recht nicht von einer Amme - belehren lässt. So glaubt er der Amme auch nicht dass mit diesem Kind etwas nicht in Ordnung sei, und stempelt sie hochnäsig als eine unwissende Spinnerin ab. Schließlich, als auch seine waghalsige These nicht mehr hält, erkennt auch er dass etwas mit dem Kind nicht in Ordnung ist.
Sein Verhältnis zu Grenouille ändert sich schlagartig, als das von ihm anfänglichs "unschuldiges Wesen" (S.20) genanntes Kind die trüben Augen aufschlägt. Er bemerkte schon vorher dass dieser Säugling nicht roch, aber das war für ihn noch kein Grund dieses Kind gleich als vom Teufel besessen zu bezeichnen. Doch jetzt als der kleine Grenouille ihn anstarrte und schließlich seine Nase zu Hilfe nahm um etwas zu "sehen" da wurde ihm unheimlich weil er fühlte dass Grenouille ihn mit seiner Nase viel genauer sehen konnte als es jemals einer mit den Augen hätte tun können; er fühlte sich als roch der Kleine tief in sein inneres, und Terrier hatte Angst etwas von seinem Inneren zu offenbaren, da doch Grenouille selbst nichts erkennen lies dadurch dass er keinen Geruch verströmte. Von da an war er ihm unheimlich und er ängstigte sich vor diesem Kind und wollte es los werden. Er ertappte sich sogar dabei ihn "Teufel" zu nennen, was er schließlich doch nicht tat. Er empfand auf einmal soviel Ekel für den Kleinen, dass er als er ihn zu einer vor der Stadt lebenden Ziehmutter gebracht hatte und sich erst noch wusch und bekreuzigte bevor er zu Bett ging.

Dieses Verhalten der Menschen Grenouille gegenüber, also dass sie ihn los haben wollen und ihn nicht ausstehen können zieht sich durch die ganze Geschichte. Die Abschiebung Grenouilles von Pater Terrier zu der Ziehmutter Gaillard prägt den kleinen Grenouille sehr, da diese noch andere Kinder bei sich hat, die sie alle nur des Geldes wegen aufgenommen hat und sie daher ohne jegliche Liebe aufzieht. Aber sie ist die einzige die Grenouille wenigstens nicht abstoßend findet weil ihr Riechzentrum im Gehirn durch einen Schlag ihres Mannes zerstört wurde, und sie somit keinen Unterschied zwischen ihm und den anderen Kindern findet. Somit hat man Grenouille nie die Möglichkeit geboten ein "normaler" Mensch zu werden, weil man ihn nicht die Liebe gegeben hat die ein Kind braucht, und auch nur kaum in irgendeiner Weise erzogen wurde nach Moralischen geboten und so den Unterschied zwischen "Gut" und "Böse" nie lernen konnte. Zusammen mit seiner schon von Geburt an gegebenen gefühlslosen Einstellung macht dieser Umstand Grenouille zu einem kaltem, unpersönlichen, berechnendem, egoistischem Monster - wie er auch im Buch öfter mit einer Zecke verglichen wird, die Einsamkeit und Schmerz in den Hintergrund stellen kann und lange Zeit in Lauerstellung verbringt immer ihr eigenes Ziel vor den Augen.
Im dritten Kapitel wird also der Grundstein gelegt für Grenouilles weiteres Leben. Hier wird durch das Abschieben des Kindes von der Amme zum Pater und vom Pater zu Mme. Gaillard Grenouilles Leben vorbestimmt; es wird ihm eine Liebevolle Kindheit verwehrt, und er wird zu dem gemacht was er später ist.

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4.2 / 5 Sternen (5 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2008
  • Note: 1
  • Aktualisiert: 11.07.16

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