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Der Alexanderroman des Pfaffen Lamprecht (Alexanderlied)

Inhaltsverzeichnis

Die folgende Hausarbeit wurde innerhalb von 48 Stunden für das Studienfach "Germanistik" von einem Nichtgermanisten aus Spaß an der Freude geschrieben. Gelegentliches Stirnrunzeln ist ausdrücklich erwünscht. Der Originaltitel lautet samt Untertitel:

Die mittelhochdeutsche Kulturrezeption urzivilisatorischer Kausalzusammenhänge

eine neoinvestigative Untersuchung über sumerische Konfluenz und archaische Kognition im Hochmittelalter am Beispiel des Straßburger Alexanderliedes von 1170

 

Inhaltsverzeichnis der Alexanderroman-Hausarbeit

1. Einleitung. 3


2. Hauptteil 4

2.1 Frühhöfische Rezeption der Candacis-Szenerie. 4

2.2 Bedeutung der Minneszene. 5

2.2.1 Die sexual-evolutionäre Dimension. 6

2.2.2 Alexandrinische Quellenherkunft als kerngedankliche  Adaption mesopotamischer Abstammung. 7

2.3 Kulturelle Analogien im Gilgamesch-Epos. 9

 

3. Schlussbetrachtung. 10

Quellen- und Literaturverzeichnis. 12

Quellenverzeichnis. 12

Literaturverzeichnis. 12

1. Einleitung zum Alexanderlied von 1170 des Pfaffen Lamprecht

Wir haben die Tempel der Griechen und der Arianer betreten, der Hethiter und Horiter, der Kanaaniter, Ägypter und Amoriter. Wir sind den Wegen gefolgt, die uns über Erdteile und Meere mehrere Jahrtausende rückwärts getragen haben. Und alle Gänge in allen Tempeln haben uns zu einem einzigen Ursprung geführt: Sumer.[1]

Dieses lakonische Zwischenfazit zieht die im letzten Jahr verstorbene Koryphäe typografischer Altertumsforschung Zecharia Sitchin in seinem Bestseller „The Twelth Planet“. Jenes Werk dient dieser als Ergebnis zweier schlafbefreiter Nächte unter Hinzuziehung extensiven  Kaffeegenusses hervorgebrachten Ausarbeitung als gedankliches Fundament.

Zielorientiert verfolgt sie außerdem den Anspruch einer wissenschaftlichen Wertschöpfung um empirisch Neues zu initiieren statt einer bloßen, redundanten Nacherzählung monotoner Forschungsliteratur zu entsprechen. Besonders günstig stellt sich nämlich die Quellen- und Literaturlage dar - orientiert wird sich neben dem bereits angeführten Werk Sitchins selbstverständlich auch an „klassischer“ Sekundärliteratur, namentlich Hilkert Weddige mit seinem Standardwerk zur Einführung in die Germanistische Mediävistik, ebenso wie dem erst einmal deplatziert anmutenden Quellenzugriff des Engelschen Klassikers.

Die  entsprechende Auflistung der residualen Schriftwerke ist im Literaturverzeichnis einsehbar. Die Primärquelle[2] ist selbstredend der Alexanderroman des Pfaffen Lambrecht in seiner Straßburger Version von 1170. Die methodische Vorgehensweise gründet sich zum einen auf die üblich analytische Erörterung, welche insbesondere im ersten Teil zum Ausdruck kommt.

Zum anderen basiert eine separate Erkenntnisgewinnung auf der kausaldialektischen Sprachkatalyse der Gegebenheiten hin zu einer Synthese scheinbar ambivalenter, unvereinbarer Ideologiekonstrukte. Um den auf zehn Reintextseiten beschränkten Rahmen dieser mannigfachen Thematik nicht zu überspannen, muss die Fragestellung bereits anfänglich explizit und wohlbegründet pointiert untersucht werden.

Zuvorderst wird dazu die materiell dekadente Illustration des Merovschen Hofes samt stereotyper Höfisierung hinsichtlich seiner partiellen Rolle als Avantgarde der epischen Großform des höfischen Romans herausgearbeitet. Nach einem additiv notwendigen (S-)Exkurs durch die von Morgan und Engels begründete sexual-(r)evolutionäre Ethnologie wird hierzu deren Relation zu Candacis beispielgebend ergründet, ehe die Schwerpunktsetzung der religionsphilosophischen Kernabhandlung rund um die sogenannte „Minneszene“  mit einhergehender Untersuchung des Gilgamesch-Epos auf deren wahren Ursprung erfolgt.

Im Schlussteil wird die geführte Analyse und ihre etwaig hervorgebrachten Ergebnisse mit aufkommenden, weiterführenden Fragen prägnant zusammengefasst. Schließlich soll zu einem geeigneten Zeitpunkt  eine volkswirtschaftliche Exkursion in die Zinsproblematik und ihrer Adaption in der Alexanderdichtung gewagt werden.

2. Hauptteil der Arbeit zum Alexanderroman

2.1 Frühhöfische Rezeption der Candacis-Szenerie

Alexander der Große erweitert mit seinem stets siegreichen Heer das makedonische Reich von Schlacht zu Schlacht und gelangt so zu den außergewöhnlichsten Ortschaften der ihm bekannten Welt. Als er die Stadt Meroves mit ihrer Königin Candacis erreicht, wird er zu ihr geladen. Die Erzählung vom  Aufenthalt im Palast der Königin Candacis  beginnt mit einer überraschend detailreichen Schilderung des Ortes. So steht ihr Palast auf dem Säulenfundament wertvollen Gesteins, dessen opulente Inneneinrichtung durch Elfenbeinschnitzereien, Edelsteinschmuck und anderen Prächtigkeiten nur vom Glanz des goldenen Palastdaches überstrahlt scheint (Vgl. V. 5880 ff.).

Hier stellt sich eingangs die Frage, weshalb eine solch koextensionale Beschreibung des räumlichen Ambientes in das Lamprechtsche Epos  Einzug findet. Brummak entdeckt[3] an dieser Stelle Analogien zur mittelalterlichen Ausschmückung eines Herrschaftshofes, wodurch die anfängliche These der Vorläuferrolle des höfischen Romans eine erste Bestätigung erfährt. Dies wird zudem durch die Tatsache des im 12. Jahrhundert vermehrt beginnenden Baus befestigter Burganlagen  gestützt[4],  deren innenarchitektonische Beschaffenheit der prunkvollen Darstellung im Alexanderlied ähneln.

Diese Form der  materiellen Dekadenz ist es, welche den orientalischen Herrschaftshof als zielweisende Idealfigur des mittelalterlichen Königtums fixieren. Verdeutlicht wird dieser an absolutistische Verschwendungssucht erinnernde Hedonismus durch die  ausufernde Festlichkeit zu Hof: zwischen reichem Speise- und Getränkeaufgebot sorgen nach einer weiteren Heldentat[5] Alexanders je funf hundrit junchêren (V. 6039) und funf hundrit juncfrowen (V. 6046) für musikalische und tänzerische Unterhaltung der Gäste (Vgl. V. 6030 ff.). Bemerkenswert ist an dieser Stelle die eindringliche Beschreibung der  Attraktivität Candacis, die nicht nur wol gewasen unde smal gewesen war, sondern deren ougen, [auch – U.P.] mit guldînen bougen versehen waren (V. 6047 - 6050) und damit die adligen Ideale der körperlichen Makellosigkeit im lyrischen Minnesang des Hochmittelalters eindrucksvoll illustriert.

2.2 Bedeutung der Minneszene

Am Morgen nach dem Bankett begleitet Candacis den Gast zu einer Führung durch ihren majestätischen Palast, bei der dem staunenden Alexander erneut der Reichtum des Merovschen Hofes vor Augen geführt wird. In diesem Moment stellt die Königin den vermeintlichen Antigonus und nennt ihn Alexander (V. 6127). Völlig verblüfft und erzürnt nimmt der überlistete Makedonierkönig diese Bloßstellung  zur Kenntnis, wird von Candacis kurz über Arroganz und Lebensglück belehrt und entschwindet mit der ihn an seine Mutter erinnernden  Dame (Vgl. V. 5853 ff.) schließlich auf ihr Zimmer um sich dort dem gemeinschaftlichen Koitus hinzugeben. Bevor mit einer ausführlicheren Interpretation der Szenerie fortgefahren werden kann, bietet sich an dieser Stelle der unbedingte Verweis auf Weddige an, der hier die wegweisende Relevanz der Alexanderromane  zum „höfischen Stil“ vorbereitet sieht.[6]

2.2.1 Die sexual-evolutionäre Dimension

Der allgemeine Forschungskonsens stimmt darin überein, dass der inhaltliche Stilbruch in Form dieser auffälligen Zäsur das Ergebnis eines modifizierenden Eingriffs des Editors darstellt.[7]

Interessant ist vor allem die Frage, weshalb der junge Makedonier diesem offenbar unkonventionellen Geschlechtsverkehr nachgeht. Um diesem Gedanken tiefgründig nachzugehen, ist es notwendig über die Entwicklung der (Ur-)Gesellschaft und der Familie im Speziellen Bescheid zu wissen. Hierzu ist sich dem 1884 von Friedrichs Engels herausgebrachtem Buch „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ zu bedienen. Basierend auf den von Lewis Henry Morgan[8] hervorgebrachten Erkenntnissen  der evolutionistisch orientierten Anthropologie, gelingt es Engels aufzuzeigen, dass „die erste Stufe der Familie“ die sogenannte „Blutsverwandtschaftsfamilie“ ist, welche sich insbesondere durch scheinbar zügelloses Ausleben intrafamiliärer – realinzestiöser – Sexualität charakterisiert[9].

Durch diese grenzenlose Polygamie war die Gewissheit über Urheberschaft der eigenen Kinder  natürlich einzig der Mutter vorbehalten, sodass ihr das Erbrecht  („Mutterrecht“) ebenso wie wesentliche Entscheidungshoheit gesellschaftspolitischer Belange („Matriarchat“) übereignet wird. Dank Abkehr vom innerfamiliären Geschlechtsverkehr ist durch den nun verbesserten Genpool und der damit einhergehenden Herausbildung erster Gens[10] wesentlicher Fortschritt ermöglicht worden.[11]

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Es zeigt sich also, dass die von Alexander und Candacis eingegangene Körperlichkeit lediglich ein (unbewusstes) Rückbesinnen auf archaische Stereotypen veranschaulicht. Allerdings hebt Engels eindeutig hervor, dass dieser familiäre Urtyp den verrohten Charakter der „Barbarenvölker“ offenbart[12], womit die sonst so progressive Idealentwicklung unseres Makedonierhelden einen zunächst als oberflächlich zu wertenden Rückschlag erfährt. Gleichwohl erführe solche Art sexueller Beziehung zwischen jungem Mann und erfahrener Frau in einer Aufwartung modernen Gewandes durchaus Verständnis, hat sich doch seit den späten neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine allgemein akzeptierte Cougar-Kultur[13] innerhalb unserer Gesellschaft herauskristallisiert.[14]

2.2.2 Alexandrinische Quellenherkunft als kerngedankliche  Adaption mesopotamischer Abstammung

Beschäftigt man sich mit der ursprünglichen Vorlage des deutschen Alexanderlieds, so wird deutlich, dass Lamprecht auf den in französischem Dialekt niedergeschriebenen  „Roman d'Alexandre“ eines nicht näher bekannten Albéric de Pisançon meist wortgetreu zurückgreift, während der Bearbeiter des „Straßburger Alexanders“ weithin unbekannt bleibt.[15]

An dieser Stelle soll zur Ermittlung des wahren Ursprungs, insbesondere der Candacis-Minne-Szenerie, ein Exkurs in die antike Vergangenheit gewagt werden. Der zugegebenermaßen nicht unumstrittene[16] Altertumsforscher Zecharia Sitchin hat sich auf die Deutung und Entzifferung verschiedener archaischer Schriftsprachen, im Besonderen der Sumerischen, spezialisiert.  In seinem 1976 erschienenen Erstlingswerk „The Twelth Planet“ stellt Sitchin eindrucksvoll heraus, dass die Mesopotamier um das Jahr 3800 vor Christus nicht nur die erste bekannte Zivilisation der Menschheit begründeten, sondern ihre Kultur und vor allem die Keilschriftsprache als Grundlage aller nachfolgenden Sprachen (Ägyptische Hieroglyphen, Althebräisch, Sanskrit, Altgriechisch etc.) dienten.

Dies wird umso relevanter  für die moderne Wissenschaft, wenn der Einfluss sumerischer (theistisch vollausgeprägter) Kultur  auch auf sämtliche nachfolgenden Religionen und mythologischen Vorstellungen  klar wird. Sitchin zeigt in einem formidablen Argumentationsstrang, dass biblische Elemente des Alten Testaments (zuvorderst die Genesis) und sagenhafte Legenden (Gilgamesch-Epos) ebenso wie die griechische und römische Transzendentalmythologie samt ihrer Gottheiten komplett aus dem Sumerischen übernommen und lediglich modifiziert wurden. Treffend schreibt Sitchin auf Seite zwei des zweiten Kapitels mit der Überschrift „Die plötzliche Zivilisation“:

Daß die griechische und lateinische Schrift, und damit die ganze Grundlage unserer westlichen Kultur, aus dem Nahen Osten übernommen wurde, ist leicht zu beweisen, wenn man Anordnung, Namen, Zeichen und auch Zahlenwerte des ursprünglichen nahöstlichen Alphabets mit dem viel späteren altgriechischen und noch jüngeren lateinischen vergleicht (Abb. 4).[17]

Weiterhin stellt er klar, dass diese „[kulturelle – T.Z.] Berührung [...] nicht zuletzt durch den Sieg, den Alexander der Große 331 v. Chr. über die Perser errang“ jedem bekannt sei und die Namen der griechischen wie persischen Könige und Gottheiten „anscheinend vom [selben – T.Z.] Sprachstamm herrühren“.[18]

Halten wir diese Tatsache noch einmal als Zwischenfazit vor dem sich anschließenden Tiefgang zur Herstellung des Kausalzusammenhangs pointiert fest:

der Altertumsforscher Zecharia Sitchin übersetzt tausende Tontafeln aus dem vierten Jahrtausend vor Christus aus dem Sumerischen und entdeckt dabei dessen Universaleinfluss auf die menschliche Kultur(-geschichte). Weshalb diese bahnbrechende Erkenntnis  keine bemerkenswerte Resonanz innerhalb der dogmatisch mäandernden Wissenschaft erfährt, muss nicht weiter ausgeführt werden – soll sich doch noch am Beispiel des Zinses zeigen, dass dies kein auf eine spezifische Wissenschaftsdisziplin beschränkter Einzelfall ist.

2.3 Kulturelle Analogien im Gilgamesch-Epos

Der ungestüme Gott Nergal reist nach einem festlichen Bankett im Beisein der höchsten Götter in ein fernes Reich und wird dort von der ansehnlichen Herrscherin Ereschkigal in ihren „weiten Hof geführt, wo er mehreren Prüfungen unterzogen wurde“[19]. Schließlich gehen die Beiden nach „Ereschkigal[s] […] tägliche[m] Bad […] wie es normal ist für Mann und Frau […] voller Leidenschaft zu Bett.“[20] Nach einer Woche [sic]] des chronischen Liebesspiels „hatte man bereits Alarm geschlagen, weil Nergal vermißt wurde“. Schweren Herzens lässt sie ihn nach dem Versprechen einer raschen Rückkehr ziehen. Kurioserweise kehrt Nergal nach einer Weile mit nicht näher erläuterter Tötungsabsicht zurück, wird jedoch von Ereschkigals Heiratsantrag vor ihren Hoftoren überwältigt, „ergriff […] ihre Hände und küßte sie, wischte ihre Tränen ab“ und kommt dem Heiratswunsch letztlich nach.

Wem der „Straßburger Alexander“ gewahr ist, fühlt sich sofort an die frivole Begegnung des gottgleichen Jungmakedoniers mit der Königin Candacis erinnert.  Ab Vers 6235 klagt diese ebenso über emotionale Deprivation, wünscht sich Alexander als Mann und bittet um baldigen Trost sowie eine zügige Wiederkehr, die er zu versprechen bereit ist. Vor dem kussreichen Abschied geleitet Candacis den Helden in ein Untergrundgewölbe, wo sie in Zusammenkunft mit verschiedenen Göttern zô irn tische [...] âzen (V. 6402). Alexander nutzt den günstigen Augenblick und befragt die höchste anwesende Gottheit nach seiner verbleibenden Lebensspanne, woraufhin diese ihm entgegnet, der Mensch würde in Erfahrung solcherart Wissen nur depressiv, genendiclîch [...] sterben (V. 6666).

Die offensichtlichen Parallelen beider Werke bedürfen kaum einer weiteren Erwähnung, stellt doch die ausgeprägte Rezeption sumerischer Hinterlassenschaften im Alexanderlied dessen kausalpartizipierenden  Korrelationscharakter augenscheinlich plausibel genug dar.  Vielmehr soll an dieser Stelle ein weiterer Sinnzusammenhang zwischen dem Alexanderepos und einem allgemein bekannten, archaischen Mythos  aufgezeigt werden.

Das bei einer Ausgrabung entdeckte, sich über 12 Tontafeln erstreckende allgemein bekannte Werk des babylonischen Gilgamesch-Epos fußt ebenfalls wie die Candacis-Rezeption auf sumerischer Grundlage[21]. Diese ewige Sehnsucht nach Gewissheit über das eigene Schicksal, Gilgameschs Bittruf an die Gottheit Schamasch zum Auffinden und wenn möglich Pflücken der „Lebenspflanze  [zum] ewigen Segen  […] [wurzelt nicht nur – T.Z.] tief in Sumer“[22] sondern findet sich in ähnlicher Konstellation im oben dargestellten Göttergesuch des  Straßburger Alexanders.

3. Schlussbetrachtung zum Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht

Abschließend ist zunächst einmal festzuhalten, dass in dieser Untersuchung zweieinhalb exotische Exkurse mit innovativem Charakter gewagt wurden, die dabei zumindest diskurswürdige Fachkritik provozieren, deren Auseinandersetzung aussteht. Da wäre zum ersten der unmittelbare Bezug des Morgan-Engelschen Erklärungsansatzes zur sexuellen Ausschweifung im Alexanderwerk herauszuheben, zumal – wie bekannt – die eher unbeliebte materialistisch-marxistische  Methodik ebendies ist: unbeliebt, unkonventionell und  vor allem Eines; unbequem!

Zum zweiten  manifestieren sich die Gemeinsamkeiten zwischen dem göttlichen Paar Nergal und Ereschkigal auf der einen und dem makedonischen Helden Alexander mit seiner Liebschaft Candacis auf der anderen Seite unleugbar im Hintergrundwissen um die sumerische Kulturbedeutung in der Feststellung, dass wesentliche Kerngedanken frühhöfischer Epen von ebendieser Urzivilisation adaptiert wurden. Hinzu kommen die nicht minder bemerkenswerten Parallelen zwischen dem Gilgameschepos und seiner alexandrinischen Rezeption.

Ein dritter Exkurs war zur tiefgründigen Durchdringung der Zinsthematik in Zusammenspiel mit Alexanders stellenweise euphemistisch anmutender Charakterisierung angedacht, kann aber mangels Platz lediglich in einer Fußnote dezenten Anklang finden.[23]

Darüber hinaus wurde anfangs auf „konventionell-herkömmliche“ Art der analytische Beweis einer antiken Altertumshöfisierung und -heroisierung des im Mittelhochdeutschen rezeptionierten, eigentlich als Antiheld zu deklarierenden Alexander erbracht, sodass der zu Beginn geäußerten  Appetenz neuartiger Hervorbringnisse nachweislich entsprochen  wurde. Und doch bleiben diese innovativen Exkurserkenntnisse vorerst bloße Hypothese, die immerhin bis zu einer gründlicheren Überprüfung auf unwiderlegbar faktische Wahrheit durch interdisziplinäre Zusammenarbeit Sachverständiger der sumerischen Keilschrift und Gelehrter der Germanistischen Mediävistik ein motivierendes Fragment ebensolcher Neoproblemorientierung bildet. 

Quellen- und Literaturverzeichnis zum Alexanderroman des Mittelalters

Quellenverzeichnis

Lambrecht, Pfaffe: Alexanderroman. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Elisabeth Lienert, Stuttgart 2007.

Literaturverzeichnis

Brummak, Jürgen: Die Darstellung des Orients in der deutschen Alexandergeschichte des Mittelalters, Berlin 1966.

Denay, Jessica: The Hot Mom's Handbook. Moms Have More Fun, Nashville 2006.

Engels, Friedrich: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. Im Anschluss an Lewis H. Morgans Forschungen, Verlag Neuer Weg, 1. Auflage 1946, redaktioneller Nachdruck der 4. Auflage 1891, Berlin/DDR.

Ihring, Peter; Rimpau, Laetitia: Raumerfahrung, Raumerfindung. Erzählte Welten des Mittelalters zwischen Orient und Okzident, Berlin 2005.

Isenberg,Gabriele; Scholkmann, Barbara: Die Befestigung der mittelalterlichen Stadt, Köln/Weimar 1997.

Sallaberger, Walther: Das Gilgamesch-Epos. Mythos, Werk und Tradition, München 2008.

Schmelter, Uwe: Alexander der Große in der Dichtung und bildenden Kunst des Mittelalters, Bonn 1977.

Senf, Bernd: Der Nebel um das Geld, Kiel 2009.

Sitchin, Zecharia: Der zwölfte Planet. Wann, wo, wie die ersten Astronauten eines anderen Planeten zur Erde kamen und den Homo Sapiens schufen, veränd. Neuaufl., Rottenburg 2003.

Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik, 6. Aufl., München 2005.

 


[1]   Sitchin, Zecharia: Der zwölfte Planet. Wann, wo, wie die ersten Astronauten eines anderen Planeten zur Erde kamen und den Homo Sapiens schufen, veränd. Neuaufl., Rottenburg 2003, S. 81.

[2]   Hier und im Folgenden zitiert nach: Pfaffe Lambrecht, Alexanderroman. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Elisabeth Lienert, Stuttgart 2007.

[3]   Vgl. Brummak, Jürgen: Die Darstellung des Orients in der deutschen Alexandergeschichte des Mittelalters, Berlin 1966, S. 126 ff.

[4]   Vgl. Isenberg,Gabriele; Scholkmann, Barbara: Die Befestigung der mittelalterlichen Stadt, Köln/Weimar 1997, S. 80 ff. u. S. 112.

[5]   Der Makedonier rettet Candacis ältesten Sohn Candaulus aus einer Bredrouille, möchte aber unerkannt bleiben und gibt sich deshalb als sein  eigener Untergebener Antigonus aus.

[6]   Vgl. Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik, 6. Aufl., München 2005, S. 192 ff.

[7]   Vgl. Ihring, Peter; Rimpau, Laetitia: Raumerfahrung, Raumerfindung. Erzählte Welten des Mittelalters zwischen Orient und Okzident, Berlin 2005, S. 67 ff.

[8]   Der als Mitbegründer der modernen Ethnologie zu bezeichnende Anthropologe wurde am 21. November 1818 in Aurora geboren und starb am 17. Dezember 1881 in New York.

[9]   Vgl. Engels, Friedrich: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. Im Anschluss an Lewis H. Morgans Forschungen, Verlag Neuer Weg, 1. Auflage 1946, redaktioneller Nachdruck der 4. Auflage 1891, Berlin/DDR, S. 17.

[10] Im antiken Rom bedeutete  „gens“ so viel wie „Familie“. Engels meint damit jedoch die erste Form der organisierten Sippe.

[11] Vgl. Engels: Der Ursprung der Familie, S. 18 ff.

[12] A.a.O., S. 17.

[13] Das Wort „Cougar“ (deutsch „Puma“) kommt aus dem Englischen und bezeichnet ältere Frauen, die präferiert sexuelle Beziehungen mit einem wesentlich jüngeren Mann anstreben. Ihr Antonym ist der „sugar daddy“.

[14] Denay, Jessica: The Hot Mom's Handbook. Moms Have More Fun, Nashville 2006, passim.

[15] Vgl.  Schmelter, Uwe: Alexander der Große in der Dichtung und bildenden Kunst des Mittelalters, Bonn 1977, S. 99.

[16] Diese Infragestellung Sitchins gründet sich weniger auf dessen mangelnde Kompetenz als Sprachforscher. Viel mehr sind es seine innovativen Interpretationen archaischer Schriften hinsichtlich präastronautischer  Gedankenspiele, die ihm jegliche seriöse Rezeption  in  der Fachwelt  verwehren. Solch stagnierende Fortschrittsverweigerung mnemotechnisiert an galiläische Repression und ist erfahrungsmäßig symbolstiftend für die moderne Wissenschaft.

[17] Sitchin, Zecharia: Der zwölfte Planet, S. 21; Der Begriff „Nahe Osten“ bezieht sich darüber hinaus  ausschließlich auf das sumerische Kulturerbe. Abbildung 4 enthält den zur Beweisführung der These notwendigen tabellarischen Vergleich entsprechender Schriftsprachen, kann aber aus urheberrechtlich bedenklichen Gründen leider nicht beigefügt werden.

[18] Ebd.

[19] A.a.O., S. 254.

[20] Ebd.

[21] Vgl. Sallaberger, Walther: Das Gilgamesch-Epos. Mythos, Werk und Tradition,  München 2008, S. 80 ff.

[22] Sitchin: Der zwölfte Planet, S. 347.

[23] In der Straßburger Alexanderdichtung findet sich die Bezeichnung zins exakt 25-mal. Um die relevante Obliegenheit dieser tragenden Rolle zu verdeutlichen, sei vergleichend an die 167-fache Nennung Alexanders ebenso wie an die 21-fache Erwähnung des Begriffs minne  erinnert. Der VWL-Professor Bernd Senf erbringt in seinem Werk „Der  Nebel um das Geld“ auf hervorragend lakonische Weise den Beweis der mathematisch bedingten,  generalisierenden Destruktivität des auf exponentiellem Wachstum basierenden Zins(eszins)systems. Alexanders rücksichtsloser  Umgang mit dieser Problematik exemplifiziert eine ihm immanente Horizonteinschränkung und begründet so Zweifel an seiner vermeintlich großen Weisheit.

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5 / 5 Sternen (2 Bewertungen)
  • Autor: T.Z.
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Universität (Bachelor Studium)
  • Erstellt: 2011
  • Note:
  • Aktualisiert: 03.07.16

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