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"Der Herr der Fliegen" Inhaltsangabe & Interpretation mit Charakterisierung

Inhaltsverzeichnis

"Der Herr der Fliegen" von William Golding (Inhaltsangabe, Zusammenfassung und Charakterisierung) sowie unten eine kurzbiografie von w. golding. 

Inhaltsangabe und Zusammenfassung

Eine Gruppe englischer Schuljungen kommt nach einem Flugzeugabsturz auf ein Korallenriff im Pazifik. Alle Erwachsenen sind ums Leben gekommen, so dass die Jugendlichen auf der völlig unbewohnten Insel auf sich selbst gestellt sind.

Nachdem ein Junge, Ralph, auf einem Muschelhorn bläst, finden sich alle auf der Insel angekommenen Jungen ein. Ein paar Buben im Alter von 6 Jahren, zwei Zwillinge und eine uniformierte Gruppe mit Jack als Anführer. Dann wird ein Anführer gewählt. Obwohl Jack dieses Amt beanspruchen will, erhält Ralph die Mehrheit und Jack ernennt sich darauf selbst zum Anführer einer „Jägergruppe". Jack, Ralph und Simon, einer der Sechsjährigen, erkunden das Gelände. Von einem Berggipfel aus erkennen sie, dass sie Tatsächlich auf einer Insel sind. Sie stoßen auf ein junges Wildschwein, doch keiner hat den Mut, es zu töten, auch Ralph nicht, obwohl er ein Messer hat. Die drei Jungen berichten den übrigen von ihrem Erkundungsausflug, nachdem sie am Lager eingetroffen sind. Absprachen werden getroffen, notwendige Vorschriften werden erlassen. Die Wichtigste ist: wer das Muschelhorn in der Hand hält, darf in der jeweiligen Versammlung sprechen und er darf nicht unterbrochen werden.

Um ein „wildes Tier" das von einem der kleinen gesehen wurde, abzuschrecken und um vorbeifahrende Schiffe aufmerksam zu machen, schlägt Ralph vor, ein Feuer auf dem Berg zu machen, dass immer bewacht werden soll und niemals ausgehen darf. Ungewollt entfacht Jack ein Riesenfeuer, das weit um sich greift. Piggy, ein dicker Junge, der Ralph immer berät, warnt vor möglichen Folgen, wird aber von den Anderen verspottet.
Weil Jack Hunger hat fordert er seine Gruppe zur Ferkeljagd auf. Unterdessen versucht Ralph die anderen zu überzeugen, dass es wichtig ist, Schutzhütten zu bauen. Er macht sich mit Simon an die Arbeit. Als Jack zurückkommt, missachtet er die Frage von Ralph, ob er ihnen nicht helfen könne. Die Gemeinschaft beginnt auseinanderzufallen.

Als am nächsten Tag Jack mit seinen Jägern wieder auf die Jagd geht, diesmal mit Tarnanstrich versehen, bemerken Ralph, Piggy und Simon, dass das Feuer am Berg, das sie alle behüten wollten, ausgegangen ist, vergessen von Jack und seinen Jägern, vergessen im Rausch des Tötenwollens.
Die Jäger kommen blutverschmiert mit einem totem Schwein zurück und ignorieren den Vorwurf, nicht auf das Feuer aufgepasst zu haben.

Die Jäger veranstalten ein Fest, zu dem auch die „Nichtjagenden" eingeladen werden. Zwischen Ralph und Jack kommt es zur ersten deutlichen Konfrontation. Piggy, der für Ralph die Partei ergreift, wird zu Boden geschlagen und seine Brille, ohne die er hilflos ist und die zum Feuer anzünden benötigt wird, geht dabei kaputt.
Nun kann Piggy nur noch auf einem Auge etwas sehen. Obwohl sich Jack sich entschuldigt, das Fleisch über dem neu entfachten Feuer gebraten und danach verteilt wird, ist die Gemeinschaft nun zerbrochen. Erneut wird eine Versammlung einberufen, der Ralph Grundsätzliches wieder neu vereinbaren möchte.
Ralph trägt der Versammlung seine Überlegungen und Anordnungen vor. Er will eigentlich nur ein Minimum an Ordnung, Sauberkeit, Vernunft und Realitätssinn. Doch bei den Jüngeren weitet sich immer mehr die Angst vor dem wilden Tier aus. Und Simons Appell an gesunden Menschenverstand bewirkt nichts - Im Gegenteil: Ein Teil der Jungen macht sich auf die Suche nach dem wilden Tier. Ralph, Piggy und Simon geben einer geordneten Zukunft keine Chance mehr.

Sam und Eric, die am Feuer Wache halten, sehen das „wilde" Tier, das eigentlich ein toter Pilot ist, der sich im Geäst eines Baumes verfangen hat. Sie sind derartig erschreckt, dass sie kopflos ins Lager stürmen. Dort schwanken die Jungen zwischen Angst und Neugier, doch bei den Jägern überwiegt die Jagdlust. Zwischen Ralph und Jack brechen wieder Gegensätze auf. Ralph denkt nur an das Feuer, will auf den Berg, um zu sehen, was los ist; Jack denkt nur an die Jagd.

Eine Eberjagd findet statt, an der sich auch Ralph beteiligt. Er empfindet sogar einen gewissen Jägerstolz, weil es ihm gelingt, den flüchtigen Eber mit seinem Speer zu verwunden. Der Eber entkommt und man spielt das Schweineabstechen ekstatisch an dem Jungen Robert nach. Die rauschhafte Grausamkeit der Jungen offenbart sich in diesem makaberen Spiel. Jack will nun wieder das Tier auf dem Berg totschlagen. Aber außer Ralph und Roger begleitet ihn niemand. Sie kriechen weiter bis sie die Angst lähmt: „Vor ihnen saß etwas, das wie ein großer Affe aussah, und schlief mit dem Kopf zwischen den Knien. Dann brauste der Wind im Wald, es lärmte im Dunkel, und das Untier hob den Kopf und streckte ihnen ein zerstörtes Gesicht entgegen." Fluchtartig stürzen sie halsbrecherisch den Steilhang hinunter zum Strand zu den Wartenden.

Am nächsten Morgen beruft Jack eine Versammlung ein. Er nennt Ralph einen Feigling und will eine Abstimmung gegen ihn erzwingen. Zwar scheitert er mit diesem Antrag, doch sagt er sich mit den Jäger von der von Ralphs Gruppe los. Jack versammelt seine Gruppe auf der anderen Seite der Insel, der Felsenburg. In Ralphs Gruppe macht man sich Sorgen um das Feuer. Dabei wird die Abwesenheit Simons bemerkt, der sich allein in den Dschungel abgesetzt hat. Inzwischen beschließen die Jäger ein Schwein zu töten. Nach dem Tod der Sau schneiden die Jäger ihr den Kopf ab als symbolische Opfergabe für das wilde Tier. Dann überfallen sie Ralphs Gruppe und stehlen das Feuer, um ihr Schwein zu braten. Großmütig lädt Jack alle zum Festessen ein, und tatsächlich folgen die Jungen, auch Ralph und Piggy, der Einladung.

Währenddessen hat Simon das Geheimnis um das wilde Tier aufgedeckt. Er hat den toten Piloten entdeckt und ihn aus den Seilen gelöst. Er will jetzt ins Lager zurück, um die Gruppen aufzuklären und jede Furcht zu zerstreuen. Im Lager hat das Fest begonnen, und Jack, der über den anderen thront, lässt sich bedienen. Nach dem Essen fordert er von den Anhängern von Ralph sich von ihm zu trennen. Ralph versucht, seine Führungsrolle zu verteidigen. Mit Beginn der Dunkelheit befielt der Jack seinen Jägern, ihren Tanz aufzuführen. Auch Ralph und der zögernde Piggy beteiligen sich. Unter den Blitzen eines tosenden Gewitters, das aufgekommen ist, geraten die Jungen in Ekstase. Sie bemerken Simon nicht, der zu ihnen gestoßen ist, und so wird diesmal aus dem Tanz um das Schwein, das von Roger gemimt wird, das mörderische Ritual, dem Simon zum Opfer fällt.

Simon war im Blutrausch des Spiels getötet worden, als er die Nachricht von der Harmlosigkeit des Untiers Bringen wollte. Ralph und Piggy sind über das Vorgefallene tief betroffen, als sie sich am nächsten Morgen, in der Helligkeit des Tageslichts, treffen. Für Ralph gibt es keine Entschuldigung; alle tragen die Verantwortung für das, was geschehen ist. Jack überfällt mit den Jägern Ralphs Hütte. Die Überfallenen werden blutig geschlagen; Piggy verliert seine schon zerbrochene Brille, die von Jack entwendet wird

Die vier verbliebenen Jungen der Ralph - Gruppe wollen zu Jacks Lager gehen um vernünftig zu verhandeln. Sie beschließen das Muschelhorn mitzunehmen, in der Hoffnung, die Horde der Jäger doch noch zur Vernunft zu bewegen. Vor der Felsenburg werden Ralph, Piggy und die Zwillinge Samneric von Roger gestellt. Von in Tarnfarben bemalten Jägern begleitet, tritt Jack Ralph entgegen. Ralph fordert das Feuer und die Brille zurück, nennt Jack einen Dieb und seine Handlung eine Gemeinheit. Zwischen den beiden Jungen kommt es zur Auseinandersetzung, in deren Verlauf die Zwillinge von den Jägern gepackt und gefesselt werden. Dadurch wird Ralphs Zorn noch mehr gesteigert. Zwischen den beiden beginnt eine Schlägerei. Da löst Roger plötzlich einen Felsen, in der Absicht Ralph zutreffen und zu zermalmen. Während sich Ralph aber retten kann, trifft der herabsausende Felsblock den neben ihm stehenden Piggy, der gerade das Muschelhorn in der Hand hält. Beide, Piggy und das Muschelhorn, zerschellen in der Tiefe. Die Jäger sind nun enthemmt. Während die einen die Zwillinge foltern, jagen andere Ralph, der durch einen von Jack geschleuderten Speer verletzt wurde.
Im Dunkel des Dschungels, wohin sich Ralph verkrochen hat, wird er von den Jägern aufgespürt. Mit letzer Kraft kann er sich durch eine Verfolgerkette schlagen. Die Jäger legen ein mächtiges Feuer, um ihn auszuräuchern. Ralph wird zum Wasser getrieben, wo er der Übermacht der ihn verfolgenden Jäger deckungslos ausgeliefert ist. Er bricht vor den zum töten bereiten Jungen zusammen. Als er nach einer Weile die Augen wieder öffnet, steht ein Marineoffizier über ihm, der sich rasch ein klares Bild der Situation macht. Der Kreuzer, dem der Offizier angehört, nimmt die Jungen an Bord, um sie in ihre Heimat zurückzubringen.

Charakterisierung der Hauptpersonen

Ralph:

ist die Hauptperson bei den meisten Ereignissen. Viele Reaktionen und Beschreibungen werden durch seine Augen gesehen. Seine ersten Reaktionen sind die eines Jungen, der beschlossen hat, das beste aus der unerwarteten Freiheit von der Erwachsenenwelt zu machen. Er sieht Menschen nicht als Sachen und sein erster Eindruck von Piggy ist spöttisch, was nicht böse gemeint ist, doch es braucht viele Gespräche und Erfahrungen, bis Ralph Piggy als einen Menschen sieht.

Er ist ein natürlicher Chef und sagt auch einmal, dass sein Vater Kommandant bei der Marine ist und dass er dessen Autorität geerbt hat. Er fühlt sich verantwortlich, kann etwas organisieren und ist ausgeglichen. Er greift immer dann mit erwachsenem Denken ein, wenn er gebraucht wird.

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Meiner Meinung nach versucht der Junge, wie ein Erwachsener zu handeln. Er hat Mitgefühl, Mut, Autorität und ein starkes Bewußtsein an Zivilisation, das die anderen Jungen verlassen hat. Er setzt sich für das Gute und Rechte ein und kämpft gegen das Schlechte und Böse. Nach Jacks Triumph wird er wie ein Schwein gejagt. Als der Marineoffizier ankommt, ist er wieder der natürliche Führer, der Traum ist vorbei. - Er hat seine Ideen und den Triumph gesehen... aber in seinen Leiden bricht er zusammen und weint.

Jack:

Er ist der natürliche Gegensatz von Ralph. Er macht klar, dass er keine Zeit oder Mitleid mit Simon und, dass er etwas gegen Piggy hat. Er ist sehr aggressiv und hat Drang zum Schlechten. Er ist sehr selbstsicher und rücksichtslos gegenüber anderen; auch ist er unverantwortlich (er hat das Feuer ausgehen lassen). Häufig findet man ihn am Rand zur Hysterie. Indem er immer Piggy lächerlich macht, findet man die ersten Anzeichen eines Mörders in ihm. In meiner Meinung kann man Jack für den Missbrauch von Macht sehen. Seine Lebenseinstellung kann man aus seinen eigenen Worten ersehen: „Wer will meinem Stamm beitreten und Spaß haben?" Jack ist ein primitiver Chef. Er verliert in der Zivilisation alles. Jack ersetzt die Führerschaft von Ralph durch eine Führerschaft die auf Macht basiert und sich nach Blut sehnt. Dieser Drang wird befriedigt, indem man jagt und tötet.

Piggy:

Er vergnügt die anderen Jungen, ist leicht lächerlich zu machen, er ist fett und redet zuviel. Die Jungen betrachten in als einen Außenseiter. Er findet es schwer von anderen akzeptiert zu werden. Piggy ist sehr unglücklich über Ralph, weil er den anderen seinen Spitznamen „Piggy" verrät. Er bleibt immer mit Ralph zusammen nicht nur weil Ralph ihn mehr akzeptiert als die anderen, sondern auch, weil er die Qualitäten von Ralphs Führerschaft kennt. Piggy ist sehr von seiner Brille abhängig und bekommt öfters asthmatische Anfälle. Es ist Piggy, der sagt, dass es keine Bestie gibt und das ihre Angst in Wirklichkeit eine Angst vor den Menschen ist. Piggy aber ist ohne Brille hilflos und blind und gerade er wird niedergeschlagen.

Das Leben von Sir William Gerald Golding

19. 9. 1911 in St. Columb Minor geboren
Er stammte aus einer Lehrerfamilie, studierte Naturwissenschaften und Aglistik in Oxford
1939 -61 unterrichtete er in Salisbury
1954 Herausgabe seines ersten Romans: „Lord of the Flies "
seit 1961 war er freier Schriftsteller
1966 Commander of the British Empire
1983 Nobelpreis für Literatur
1988 William Golding wird in den Adelsstand erhoben
19.6.1993 Tod in Falmouth

Goldings Werke sind geprägt von seiner pessimistischen Weltanschauung, derzufolge der Mensch aufgrund seiner bösen Natur immer wieder fällt, so dass die Geschichte der Menschheit eine Chronik der Erbsünde darstellt.

Nun folgt eine zweite Hausaufgabe zum Herrn der Fliegen als Interpretation

Golding, William: Herr der Fliegen

Referat als Interpretation gehalten über William Goldings "Der Herr der Fliegen"

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Wie die Bildung der Gruppen auf der Insel zustande kommt

Eine Gruppe 6-12 Jahre alter Jungen landet auf einer Insel ohne Erwachsene.
Eigentlich ein gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Zusammenleben in der Gruppe. Am Anfang sieht es auch sehr gut aus: Ralph, der älteste, fängt an, die Jungen zu einer Gruppe zusammenzufügen. Er macht sie, zum Beispiel, auf einen gemeinsamen Vorteil aufmerksam. "... wird das ganz groß hier auf der Insel" (S. 40), außerdem versucht er, Nationalstolz hervorzurufen. "Wir sind Engländer" (S. 36). Der Nation entsprechend versucht er, den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft, wie er sie aus der Schule und aus der Welt der Erwachsenen kennt. So läßt er eine Abstimmung machen (S. 25), die über den Anführer der Gruppe entscheiden soll. Ralph setzt sich gegen den Führer des Chors durch. (S. 26)
Als nächstes versucht er, die Gruppe in ihrem Handeln zu beschränken, das Verhalten untereinander zu regeln und die moralischen Grundsätze der Gesellschaft der Erwachsenen beizubehalten, indem er Regeln aufstellt (S. 38).
Nun versucht er, die Gruppe dazu zu bringen, etwas zu tun, das sie, zum einen ablenkt und zum andern Hoffnung auf Rettung gibt, nämlich Holz für ein Signalfeuer sammeln (S. 45). Ein Gruppengefühl stellt sich ein.
Bis hier ist dies eine normale Gruppenbildung, doch schon das eben genannte Feuer, gerät außer Kontrolle (S. 50), und es zeigt sich, dass die Gruppe nicht in der Lage ist, etwas gut zu machen. Die Gruppe der Jäger (der Chor) um Jack, distanziert sich immer mehr von den Aufgaben der Gruppe, um jagen zu gehen (S. 57, 74). Auch die Mehrheit der Gruppe entfernt sich vom Hüttenbau (S. 57), so dass man erkennen kann, dass sie die Gruppe nicht als wichtig ansehen und deswegen auch nichts für das Wohl dieser tun.
Es zeigt sich zudem, dass es Unzufriedenheit in der Gruppe gibt, die wohl daher rührt, dass es zu viele Regeln gibt (S. 92 f.).
Bei einer der Versammlungen kommt es zum endgültigen Bruch zwischen den Kontrahenten Ralph und Jack (S. 62). Jack gründet

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mit seinen Jägern eine eigene Gruppe (S. 144). Er bietet an, dass sich ihm noch andere Jungen anschließen können.
Die Jungen müssen sich jetzt zwischen zwei Gruppen entscheiden. Jacks Gruppe verspricht ein Leben mit ausreichend Fleisch, sowie ohne Furcht und Angst; Ralphs verspricht eventuelle Rettung und Gleichberechtigung.
Die Jungen erkennen die Vernunft und die Weitsichtigkeit von Ralphs Priorität nicht an und gehen fast alle zu Jacks Gruppe. Dieser baut eine Diktatur auf, eine totale Ordnung. Doch weiß er sehr gut, wie man mit dem Gruppengefühl umgeht, und verstärkt es, so dass es berauscht und blind macht (S. 172 f.). Das geht soweit, dass sich Gruppenhaß entwickelt. Dieser verursacht, dass die Jack- Gruppe die Ralph- Gruppe überfällt (S. 186), tötet (S. 204) bzw. auf Ralph Jagd macht, als sei er ein Tier (S. 207 f.).
Der einzige Junge, der immer über den Gruppen gestanden hat, ist Simon, er wird von der ganzen Gruppe im Rausch brutal ermordet.

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Welche Eigenschaften haben Ralph und Jack als Führerpersönlichkeiten

Charaktereigenschaften von Ralph, die ihn als Führerpersönlichkeit auszeichnen, sind, dass er zum Beispiel immer bereit ist, zugunsten der Gruppe zurückzustehen, sowie dass er bedachtsam handelt und sich immer eines konkreten Zieles bewußt ist. Ralph ist die erwachsendste Persönlichkeit auf der Insel und sehr vernünftig. Er überlegt sich seine Vorsätze mit gesundem Menschenverstand und hat eine sehr positive Haltung. Zudem weiß er um das Gruppengefühl und versucht, damit die Gruppe zu beruhigen (S.44).

Ralph ist ein Demokrat, er versucht diese Ordnung, die er von zu Hause her kennt, aufrecht zu erhalten (S. 25) und versucht, dem Leben auf der Insel ein bißchen was von Zivilisation zu geben. Er versucht, die moralischen Grundsätze beizubehalten, indem er die nötige Strenge walten läßt (S. 38). Diese Fähigkeiten zeichnen ihn aus und machen ihn zu einem guten Führer, mit dem das Leben auf der Insel zivilisiert verlaufen wäre. Allerdings stößt die Strenge und die Ordnung, die Ralph vorschreibt, bei den Kindern auf Widerstand (S.92). Jacks ungezügeltes Leben und seine Priorität, das Fleisch, ist für die Jungen viel ansprechender, so schließen sie sich ihm an.
Jack ist ein aggressiver, tyrannischer, ichsüchtiger, gewalttätiger Typ Mensch, der seinen Willen gerne anderen aufzwingt. Sein einziges klares Ziel ist die Befriedigung seiner Jagdlust. Er strahlt von Anfang an Autorität aus (S.23).

Als er Macht erlangt, befindet er sich in einem Rauschzustand, der ihn alle moralischen Grundsätze vergessen läßt. Jack führt eine autoritäre, totalitäre Diktatur.
Zwischen den beiden Kontrahenten Ralph und Jack ist keine Verständigungsbereitschaft zu erkennen, dennoch ragen beide mit ihren Fähigkeiten und ihrer Intelligenz über das Maß der anderen hinaus.

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Wie die Aggressionen zwischen den Gruppen zustande kommen, und wie diese mit dem Prozeß der Gruppenbildung zusammen hängen.

Ich habe drei verschiedene Möglichkeiten gefunden, die Aggressionen zu erklären.

1. Das Sheriff- Experiment
Die Aggressionen zwischen den Gruppen kann vielleicht mit dem Sheriff- Experiment erklären, in welchem man eine Gruppe von etwa gleichalten Jungen in einem Ferienlager zusammen gebracht werden. In den ersten Tagen bilden sich Freundschaften, die aber durch eine Zweiteilung der Gruppe auseinander gerissen werden.
Die Gruppen werden getrennt untergebracht, es bildet sich ein Wir- Die Gruppe Gefühl, das sich zu Gruppenhaß entwickelt. Mit Hilfe eines gemeinsamen Vorteils werden die Gruppen wieder zusammengebracht.
Die Jungen auf der Insel sind ebenfalls erst eine Gruppe, dann spaltet sich diese, allerdings wegen zwei Führern, die sich behaupten möchten. Die eine Gruppe entwickelt Rivalität und Haß gegen die andere, die soweit führt, dass man die Mitglieder der anderen Gruppe umbringt.

2. Das Fremde
Aggressionen können auch durch die Unterschiedlichkeit der Gruppen entstehen. Menschen haben naturgemäß Angst vor dem Fremden. Im Roman "Herr der Fliegen" ist die Ralph- Gruppe, im Gegensatz zur Jack- Gruppe, ganz anders, sie hat ganz andere Eigenschaften. Aus der Sicht eines Mitglieds der Jack- Gruppe, der im Rausch des Tötens ist, sind die Eigenschaften fremd und er hat Angst vor diesen Eigenschaften, so dass er sie bekämpfen will.

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3. Die Aggressionen sind keine Aggressionen zwischen den Gruppen sondern zwischen Jack und Ralph.

Jack ist nicht zum Anführer gewählt worden, Ralph kritisiert seine Jagdleidenschaft, zudem ist er es nicht gewöhnt, Befehle zu befolgen, so baut er, da er sich zuerst nicht wehren kann, Aggressionen gegen Ralph auf. Man hört auf S.42 deutlich die Gegnerschaft zwischen den beiden Jungen heraus.
Diese Aggressionen überträgt er, als er zu Macht gekommen ist, auf die Gruppe, die sich um ihn gebildet hat. Er benutzt die Gruppe als Werkzeug, um sich an Ralph zu rächen.

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Die Entwicklung zu Wilden

Die Entwicklung zu Wilden beginnt eigentlich damit, dass Jack jagen will.
Der erste Versuch mißlingt, und noch ist töten etwas Ungeheuerliches (S.37). Die Geschichte entwickelt sich so weiter, dass die Jäger, die später Jacks Gruppe bilden, sich maskieren. Diese Masken bringen den Jungen das Gefühl der Unpersönlichkeit, sie verstecken sich dahinter. Zitat: (S.71) "die Maske war etwas Selbständiges, hinter dem Jack sich verbarg, von Scham und Befangenheit gelöst...". Jack baut eine Diktatur auf und erklärt sich zum Häuptling. Für ihn und seine Untertanen hat nur noch die Befriedigung ihrer Gelüste Wert, andere Sachen, die vielleicht auf längere Sicht Vorteile bringen interessieren nicht.

Die Jäger werden in ihren Tötungspraktiken immer grausamer, sie leben ihre Lust an ungezügelten Exzessen aus.
Jacks Absicht, Furcht, Schrecken zu verbreiten, zu jagen und zu töten, lassen ihn immer mehr in Ekstase geraten, er hat das Maß verloren, ihm sind alle spirituellen und moralischen Grundsätze der Gesellschaft egal.
Ein Faktor, der die Jungen, insbesondere Jack, dazu bringt zu morden, ist das Gruppengefühl. Das Gruppengefühl rafft durch seine berauschende Eigenschaft nachher auch Ralph, Piggy und Samneric dahin, so dass sie mit den anderen Töten. Das Gruppengefühl ruft Jack durch das Lied (S. 56) und den Tanz hervor, die Angst vor dem Tier, die den Jungen ihren gesunden Menschenverstand raubt, tut das Restliche. Die Jungen sind so im Rausch des Tötens, dass sie einen von ihnen töten.

Man kann, daraus, wie die Jungen zu Wilden werden, erkennen, dass der Mensch von Natur aus entsetzliche Möglichkeiten zum Bösen hat, die die individuelle Vernunft des Menschen vernichten. In der Geschichte sind es die Jungen, die ihre Skrupel und ihre Furcht hinweglachen.
Angst könnte auch ein Grund für die Lust am Töten sein, sie raubt ebenfalls den gesunden Menschenverstand.
Im Roman zeigen die Jungen eine verfremdete Handlungs- und Verhaltensweise der Erwachsenen.

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Literaturverzeichnis

Golding, William Herr der Fliegen Fischer 1963

Handley, Graham: Brodie’s notes on William Golding’s Lord of the Flies Pan Books London 1976

Neis, Edgar Königs Erläuterungen und Materialien zu William Golding "Herr der Fliegen" C. Bange Verlag- Heufeld 1991

Zoll/Lippert  Die soziale Gruppe  1979

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4.1 / 5 Sternen (24 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 18.07.16

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  • Johannes schrieb am 31.03.2015:

    Das war wirklich sehr hilfreich. Vielen Dank!

  • H. Meiser schrieb am 31.08.2014:

    Das Wichtigste fehlt meines Erachtens: das 'Selbstgespräch' Simons mit dem 'Herrn der Fliegen' = dem Beelzebub = dem Schweinekopf, als Simon seinen Anfall bekommt. Dieser aufgespießte Schweinekopf macht doch gerade den Titel des Buchs aus: er symbolisiert das Böse im Menschen. Das wird in dem Gespräch zwischen Simon und dem Schweinekopf ja auch deutlich.
    Zudem bleibt im Buch offen, ob der Offizier die Jungen mit an Bord nimmt. Dort steht lediglich "[...] seine Augen blieben an dem stolzen Kreuzer in der Ferne haften."

  • TJ schrieb am 20.10.2013:

    Sehr schön, muss das Buch bis morgen gelesen haben. leider besitze ich es bis heute nicht.

  • chrisi schrieb am 07.04.2013:

    ha echt gut ich muss bis morgen das buch fertig gelesen haben nur ich hatte keine zeit vielen dank

  • Steffen schrieb am 04.12.2012:

    Hey echt klasse schreib gleich auch ne arbeit drüber. man könnte noch die kapitel einbauen, damit man den inhalt von den kapiteln weiß. ist aber nicht tragisch das dürfte denk ich auch genügen :D

  • Jan K. schrieb am 27.06.2012:

    Vielen, Vielen Dank.

  • max schrieb am 12.05.2012:

    wirklich sehr hilfreich!

  • mariam schrieb am 26.02.2012:

    ich schreib morgen eine arbeit darüber also von dem Buch "herr der fliegen" und fragen werden gestellt. Und wir müssen sie beantworten besser gesagt von den 12 kapiteln kommen fragen und ich hab ka wie ich das machen soll weil das buch ist einfach zu kompliziert !! bitte Hilfe

    Antwort Admin: lies dir diesen artikel über "Der Herr der Fliegen" durch und du solltest viele Fragen beantworten. Suche außerdem hier nach dem aufbau einer analyse.

  • FreeComment schrieb am 11.12.2011:

    Sehr schön gemacht ! ein paar Rechtschreibfehler aber ansonsten sehr gut.

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