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"Der Richter und sein Henker" Inhaltsangabe & Interpretation wie Charakterisierung

Inhaltsverzeichnis

Die folgende Hausarbeit zum Roman "Der Richter und sein Henker" von Dürrenmatt  umfasst neben einer Inhaltsangabe und Zusammenfassung, auch und vor allem die genauere Behandlung und Charakterisierung der Personen, Figuren und deren Beziehungen zueinander. Ebenso werden die Sprache und stilistischen Elemente analysiert, bzw. auch bestimmte Zusammenhänge interpretiert.  Selbstverständlich ist der Text auch sehr gut als ausformuliertes Referat zum Thema "Der Richter und sein Henker" brauchbar!

Inhaltsverzeichnis der Arbeit zu "Der Richter und sein Henker"

              Gliederung                                                   Seite 1 

I.             Einleitung                                                     Seite 2

II.           Inhaltsangabe                                              Seite 2, 3 

III.          Textanalyse

1.   Allgemein                                                Seite 4

2.   Titel                                                          Seite 4, 5

3.   Sprache, Stil                                            Seite 5, 6

4.   Struktur                                                    Seite 6, 7, 8

5.   Zeit und Ort                                             Seite 8, 9, 10

6.   Figuren

a)   Charakteristik der Hauptpersonen   Seite10,11,12

b)   Figurenkonstellation                          Seite 12

IV.         Friedrich Dürrenmatts                                

1.   Tabellarischer Lebenslauf                     Seite 13, 14

2.   Charakteristik d. Autors                         Seite14,15,16

3.   Autor im Bezug zum Buch                     Seite 16                 

V.          Zusammenfassung mit Bewertung           Seite 17

Quellen                                                         Seite 18

              Selbstständigkeitserklärung                       Seite 19

I.            Einleitung "Der Richter und sein Henker"

Der Roman „Der Richter und sein Henker“ von Friedrich Dürrenmatt ist wohl eines der bekanntesten Werke dieses schweizerischen Schriftstellers. Es wurde ca. 15 bis 20 Millionen Mal weltweit verkauft. Ich habe mich für „Der Richter und sein Henker“ als Facharbeitsroman entschieden. Das erste Mal habe ich dieses Buch ca. vor einem Jahr gelesen. Ich glaube es viel mir nur auf, weil ich den Titel sehr ansprechend fand – nicht zuletzt wegen dem Wort „Richter“, welches mich neugierig machte, da das mein Nachnahme ist. Doch auch allgemein fand ich den Titel sehr interessant und wollte wissen was dahinter steckt. Auch in meiner Gliederung habe ich einen Gliederungspunkt für den Titel vorgesehen. Weitere Themen dieser Arbeit sind unter anderem Friedrich Dürrenmatt, Struktur des Werkes und Sprache und Stil. Da ich sehr gerne Bücher lese, die nicht aus diesem Jahrhundert stammen bot sich dieses Buch auch an, da es 1950 geschrieben wurde. Eine, wie ich finde, geschichtlich sehr aufregende und spannende Zeit. Auch darauf werde ich in meiner Facharbeit eingehen. Das ziel dieses Aufsatzes ist es, das Buch „Der Richter und sein Henker“ vorzustellen und diesen Roman zu analysieren.

II.         Inhaltsangabe und Zusammenfassung von "Der Richter und sein Henker"

Das Buch ist ein Kriminalroman, der in der Schweiz spielt. Genauer gesagt in und um Bern. Die Hauptperson ist ein sehr alter Kriminalkommissar namens Hans Bärlach.  Er ermittelt in einem Mordfall: Sein bester Mitarbeiter, Ulrich Schmied wurde erschossen. Bärlach ist jedoch sehr krank und kann deswegen nicht selber ermitteln. Deshalb werden die Ermittlungen hauptsächlich von seinem Assistenten Tschanz durchgeführt. Doch Tschanz war ein Rivale von Schmied – beruflich und privat. Im  Laufe der Ermittlungen fällt der Verdacht immer mehr auf einen Lobbyisten, der in der Nähe des Tatortes ein Haus besitzt. Sein Name ist Gastmann. Was sich erst später herausstellt ist, dass Schmied bei Gastmann unter falschem Namen ermittelt hat. Doch es treten Komplikationen bei der Polizei auf, da Gastmann politische Gönner hat. Trotzdem besuchen Bärlach und sein Gehilfe den verdächtigen Gastmann. Doch dieser Besuch verlief für Bärlach ziemlich schmerzhaft, da er von dem bissigen Hund von Gastmann angefallen wurde. Der Hund musste daraufhin dann von Tschanz erschossen werden. Daraufhin ließ Bärlach den Hund wegbringen, da er seinen Assistenten schon von Anfang an im Verdacht hatte. Doch was Tschanz auch nicht wusste, ist, dass sich Bärlach und Gastmann schon zuvor kannten. Damals wettete Gastmann, dass Bärlach ein Verbrechen, das von Gastmann begangen wurde nicht aufklären kann. Daraufhin tötete Gastmann einen Unbeteiligten, dessen Tod er als Selbstmord darstellte. Deshalb ermittelte Bärlach lange Zeit gegen Gastmann, doch dieser war lange Zeit Bärlach einen Schritt voraus. Als letztes Mittel hatte der Kommissar Schmied auf Gastmann angesetzt, doch auch dieses Mal hatte er keinen Erfolg. Doch Tschanz gibt sich völlig überzeugt von Gastmanns Schuld und will durch den Ermittlungserfolg in Schmieds Fußstapfen treten. Aber Tschanz verzweifelt als Bärlach weitere Ermittlungen ablehnt. Gleichzeitig wurde Gastmann von Bärlach gewarnt, er würde ihm einen „Henker“ schicken. Da Tschanz nicht aufgeben möchte, geht er zu Gastmann und sucht die direkte Konfrontation. Doch Gastmann setzte sich zur Wehr und wurde daraufhin von Tschanz erschossen. So wurde Gastmann von Bärlach gerichtet für ein Verbrechen, welches er dieses Mal allerdings nicht begangen hatte. Auf diesem Wege entlarvte Bärlach auch den Mörder von Schmied. Der Mörder war sein Assistent, den er in den Selbstmord trieb. (vgl. C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 29)

III.       Text-Analyse und Interpretation von "Der Richter und sein Henker"

1.         Allgemein

Der Roman ist ein Kriminalroman. Der Erzähler stellt sich nicht näher vor. Er informiert sofort über den Fall und dessen Aufklärung. Es wird also keine Einleitung verwendet. Der Erzähler gewährt dem Leser einen guten Einblick in die schlage, jedoch erklärt er diese nicht genauer. Diese Erzählform nennt man personalen Erzähler. Man könnte sagen, dass dich der Erzähler eher im Hintergrund hält und nur über die Fakten berichtet ohne dazu Stellung zu nehmen. So hat der Leser nicht das Gefühl, dass überhaupt etwas erzählt wird. Der Erzähler lässt seine eigene Meinung zum Geschehen vollkommen offen. Man könnte sagen, dass man mitten in das Geschehen geworfen wird. Das ist typisch für einen Kriminalroman. Es ist auch gleichzeitig ein analytischer Roman, da die Handlungen schrittweise erzählt werden und auch in der Reihenfolge von ihnen berichtet wird, wie sie geschehen. Das heißt, von Begehen des Verbrechens bis hin zum Gerichtsprozess. Etwas sehr auffälliges in den Werken Dürrenmatts ist, dass entscheidende Gespräche und Handlungen meistens mit dem Essen und Trinken einhergehen (dies könnte man auch als Motiv bezeichnen). Dies ist wohl so, weil Dürrenmatt selbst gerne gegessen und getrunken hat. Außerdem bietet es sich an in einer so geselligen Situation ein wichtiges Thema zu besprechen.

2.         Titelanalyse

Im Titel des Buches „Der Richter und sein Henker“ werden zwei Personen benannt, die sich auch in der Handlung des Werkes wieder finden. Zwar nicht im wörtlichen Sinn, aber in den taten von zwei Hauptpersonen kann man definitiv jeweils charakteristische Eigenschaften eines Richters bzw. eines Henkers erkennen. Erstmal taucht das Wort „Henker“ in einer Situation auf, in der Bärlach aus versehen in das Auto von seinem Feind Gastmann einsteigt und ihm androht:

 

 „Ich bin der einzige, der dich richten kennt, und so bin ich auch der einzige, der dich richten kann. Ich habe dich gerichtet, Gastmann, ich habe dich zum Tode verurteilt. Du wirst den heutigen tag nicht überleben. Der Henker, den ich ausersehen habe, wird heute zu dir kommen. […]“ (Diogenes Der Richter und sein Henker Seite 100).

Noch am selben Tag wurden Gastmann und dessen Diener von Tschanz erschossen – oder besser: Hingerichtet. Tschanz wurde von Bärlach sozusagen die Rolle des Henkers aufgezwungen. In diesem Fall standen für den Kommissar allerdings nicht unbedingt „[…]Recht, Gesetz, Strafe und Sühne“ im Vordergrund, sondern es ging ihm hauptsächlich darum zu siegen, nämlich über seinen alten Konkurrenten Gastmann. Denn für Bärlach war die Situation noch komplizierter als für alle anderen Beteiligten: Er war sehr krank und hatte nur noch ein Jahr zu leben. Deshalb war es wichtig für ihn, dass er seinen alten Gegner besiegen konnte. Dafür nahm er sogar Unrecht in Kauf. (siehe Reclam Lektüreschlüssel S. 40) Doch vom Titel des Romans könnte man auf verschiedene Inhalte schließen. Es ist nicht sofort klar worum es geht. Man könnte auch zuerst denken, es geht um: Einen Gerichtsprozess, einen Angeklagten, der schuldig gesprochen wird (bzw. dann zum Tode verurteilt wird) und dann vom Henker hingerichtet wird. Doch eines müsste dem Betrachter des Titels wohl sofort klar sein: Es handelt sich um ein Buch,

 

 „[…] in dem es um Recht und Gerechtigkeit, um Verbrechen und Verurteilung, um Schuld und Strafe, manchmal auch um Sühne und Wiedergutmachung geht.“ (vgl. Reclam Lektüreschlüssel S.38).

3.         Sprache und Stil

Die Sprache, die Dürrenmatt in „Der Richter und sein Henker“ verwendet ist sehr einfach. Es sind  etliche Worte zu finden, welche auf den ersten Blick unverständlich erscheinen, aber im Laufe des Lesens und im Zusammenhang gesehen verständlich werden. Man findet besonders viele Ausdrücke aus dem schweizerischen Deutsch, zum Beispiel: „Tram – Straßenbahn“ oder „Falle – Türklinke“ (Reclam Lektüreschlüssel S.34, 35. 36). Doch fällt die Häufigkeit dieser Worte im Buch zunächst nicht auf. In der Sekundärliteratur jedoch stößt man auf Listen, welche manchmal bis zu drei Seiten lang sind. Darin stehen die Erklärungen und Übersetzungen zu den verwendeten Worte. Auch verwendete Dürrenmatt einige Worte oder Sätze bzw. Redewendungen auf Französisch, wie zum Beispiel: „Assassin – Mörder“ oder „„On a rien trouvé.“ – Man hat nichts gefunden.“ (Reclam Lektüreschlüssel S.34, 35. 36). Doch diese beeinträchtigen das Textverständnis genauso wenige, wie die davor genannten Begriffe aus dem Schweizerischen Deutsch. Doch fallen auch einige Besonderheiten auf, wenn man den Satzbau und die Ausdrucksformen näher betrachtet:

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„[…] wenngleich die Satzkonstruktionen immer wieder hypotaktisch      angelegt sind und die Reihungen, Einschübe und Ellipsen finden lassen. […] Dürrenmatts Vorliebe für die Pointe, das Groteske, für Ironie und Komik lassen sich an vielen Stellen im Text nachweisen.“ (C. Bange Verlag Königserläuterungen, Seite 89).

 Weiter geht es mit dem "Der Richter und sein Henker" Inhaltsangabe sowie auch Interpretation wie Carakterisierung wie folgt:

Weiterhin enthält der Kriminalroman „Der Richter und sein Henker“ viele Beschreibungen von „Landschaft, Natur und Wetter“ (C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 89), wie diese:

 

„[…], wo die Straße von Lamboing […] aus dem Wald der Twannbachschlucht hervortritt, einen blauen Mercedes, der am Straßenrande stand. Es herrschte Nebel, wie oft in diesem Spätherbst […].“ (Diogenes der Richter und sein Henker, Seite11)      

 

Außerdem findet man „[…] Lichtmetaphorik[…] (‚…so heimtückisch war das Gegenlicht’ […]“ (C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 89). Auch benutzt der Autor viele Beschreibungen durch Farben, um die jeweilige Situation  besser darstellen zu können und diese Bildlicher für den Leser zu gestalten.  Besonders auffällig sind die vielen sprachlichen Bilder wie zum Beispiel Hyperbeln, Metaphern, Klimaxe, Personifikationen,“ usw. (vgl. „ebd.“ Seite90, 91).

4.   Struktur des Romans "Der Richter und sein Henker"

Das Buch ist in 20 Kapitel eingeteilt. Die Erzählart ist linear, d.h., dass „[…] der Erzähler […] Tag für Tag und Schritt für Schritt der Zeitfolge der Ermittlungsbemühungen [folgt…](vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 28). Dieser Text enthält verschiedene Erzählstränge, die der Leser zunächst jedoch nicht eindeutig verknüpfen kann. Erst am Ende des Romans werden die Zusammenhänge deutlich. Den ersten Erzählstrang könnte man als den  „,Fall Schmied’“ (Reclam Lektüreschlüssel Seite 30) bezeichnen.  Darin geht es um den Tod vom Polizeileutnant Schmied, dass Kommissar Bärlach die Ermittlungen aufnimmt und seinen Stellvertreter später des Mordes an Schmied überführen kann. Dieser begeht daraufhin Selbstmord. Doch dieser Erzählstrang ist „nicht einmal der wichtigste.“ Von den insgesamt drei Handlungssträngen (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 30). Im zweiten Erzählstrang geht es um den „,Fall Gastmann’“ (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 30).  Drin geht es um Gastmann und Bärlach (Polizeifachmann). Diese begegneten sich zum ersten Mal vor 40 Jahren in Konstantinopel. Dort brachte Gastmann einen deutschen um und ließ es aussehen, als wäre es ein Selbstmord gewesen. Zuvor hatten Bärlach und er eine Art Wette abgeschlossen (siehe Facharbeit Inhaltsangabe Seite 2). Jedoch wurde dieses Verbrechen nie aufgeklärt, obwohl Bärlach davon überzeugt war, dass es kein Selbstmord war. Von diesem Zeitpunkt an verfolgt Bärlach den Mörder, „[…] ohne dass er ihm je ein Verbrechen nachweisen konnte.“ (Reclam , Lektüreschlüssel Seite 31). Während Bärlach in Bern arbeitete erfuhr er, dass sich Gastmann in der Nähe aufhielt. Da er die „Geschichte“ von damals abschließen wollte, ließ er seinen Kollegen gegen Gastmann ermitteln. Als dieser (Schmied) jedoch ermordet wurde änderte sich die Situation und Bärlach musste versuchen Gastmann auf andere Weise zu überführen. Damit entstand der letzte Erzählstrang: „,Fall Tschanz’“. Tschanz war der Mörder von Schmied und gleichzeitig der Gehilfe von Bärlach. Er versuchte falsche Fährten zu legen, damit Gastmann als Mörder dastehen sollte. Doch der Kommissar erkannte schnell, dass Tschanz der Mörder war und drängte diesen soweit Gastmann zu erschießen. Später, beim Abendessen bei Bärlach erfährt Tschanz, dass Bärlach schon lange wusste, dass er der Mörder war und dass Bärlach ihn nur zum Mord verführt hat. So wurde der „,Fall Schmied’“ abgeschlossen – doch der wahre Mörder wird nie richtig bekannt gegeben. Alle drei Fälle wurden entweder in ihrem ganzen Ausmaß nicht erkannt oder die darin enthaltenen Verbrechen nicht geahndet. So passt der Ausdruck: „Die Gerechtigkeit mag hergestellt sein, die öffentliche Ordnung dagegen nicht.“ (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 30, 31, 32). Weiterhin ist anzumerken, dass neben den eben genannten Erzählphasen auch strukturelle Mittel wie zwei Zwischenspiele, eine Exposition und eine Schlussphase verwendet wurden. Diese lassen sich auch in einer Übersicht darstellen (C. Bange Verlag Königserläuterungen; siehe Anhang Seite)

5.         Zeit und Ort

Als „Der Richter und sein Henker“ geschrieben wurde war der Zweite Weltkrieg gerade fünf Jahre beendet. Die Zeit, in der der Roman spielt ist November 1948 – also auch cirka in dieser Zeit. Es war eine Zeit der wieder gewonnenen Stabilität, sowohl sozial als auch politisch und wirtschaftlich. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders. Die Motorisierungswelle erfasst auch eine der Personen des Romans: Der Assistent vom Kommissar leistet sich ein neues, größes Auto. Auch dem Gegenspieler Bärlachs kommt der wirtschaftliche Aufschwung zu Gute, denn bei ihm findet man viele Geschäftsmänner der schweizerischen Industrie. Auch war es eine Zeit des politischen Umbruchs: In einer Konfrontation wird Bärlach im Haus von Gastmann als Kommunist beschimpft. Der politische Hintergrund des Romans ist der so genannte  Kalte Krieg. Das Bündnis der Westmächte mit Russland war zerfallen und so standen sich zwei militärische Blöcke gegenüber. Die Kommunisten wurden wieder zu Feinden und doch handelte Gastmann mit den kommunistischen Chinesen. Der Roman wurde also in einer politisch sehr aufregenden Zeit geschrieben, was sich teilweise auch in den Beschreibungen der Figuren des Romans widerspiegelt. Weiterhin werden auch die jüngere Ereignisse in der Geschichte angesprochen: Der Nationalsozialismus. Dies wird besonders in der Beschreibung des Lebenslaufes Bärlachs deutlich:

 

„1933, im Jahre der Regierungsübernahme Hitlers und am Beginn der nationalsozialistischen Diktatur, verlässt Bärlach Frankfurt und kehrt nach Bern zurück, nicht weil er Bern besonders liebt, sondern wegen einer ,Ohrfeige (…), die er einem hohen Beamten der damaligen neuen deutschen Regierung gegeben hatte.’“ (C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 12).

 

Dadurch übte Dürrenmatt Kritik an der Haltung der Schweiz gegenüber Deutschlands während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Zum Ort kann man sagen, dass die Handlung in der Stadt Bern und um den Bieler See stattfinden.  Im Roman werden reale Orte verwendet – so entsteht ein Bezug zur Wirklichkeit. Zum Beispiel kann man die Fahrten, die er des Öfteren durch Bern unternimmt nachvollziehen. Ebenso mit der sehr genauen Zeitangabe: „,am Morgen des dritten November neunundvierzig’“ (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 39).  Zur Bedeutung der verwendeten Orte ist weiterhin anzumerken, dass sich die Handlung mehr in ländlichen Gegenden abspielt, statt in Metropolen wie „,New York und Chicago[…]’“ (vgl. C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 62). Wichtig zu sagen ist, dass der Autor von „Der Richter und sein Henker“ die Orte verwendet, in denen er lebte. In der Zeit, als er das Buch verfasste lebten er und seine Familie in Ligerz am Bieler See. Dieser Ort liegt in der Nähe von Lamboing, dort, wo Gastmann wohnte und wo in der Nähe auch die Leiche gefunden wurde. Dürrenmatt lebte von 1935 bis 1946 in Bern. Auch dabei gibt es Ähnlichkeiten: Kommissar Bärlach wohnt auch in Bern und beschreibt die Stadt. Anzumerken ist auch, dass Innenräume von Gebäuden kaum eine wichtige Rolle spielen. Die wichtigste ist wohl, als Bärlach in der Nacht in seiner Wohnung überfallen wird. Weiterhin finden in einer Halle Gastmanns und im Wohnraum des Schriftstellers Handlungen statt. Sonst spielt sich die Geschichte eher außerhalb von Gebäuden ab oder der Innenraum wird nicht näher beschrieben. Wie eben erwähnt finden die meisten Handlungen draußen statt. Es entsteht ein gewisser Kontrast zu der schweizerischen Postkarten – Idylle und dem verbrechen, welches in dieser Umgebung begangen wird. Die Naturbeschreibungen passen auch oft zum Geschehen: zum Beispiel, als der Tote gefunden wird ist es dunkel und nebelig. Außerdem dienen die Naturbeschreibungen zur Siegelung des Seelenlebens oder der Stimmung der Personen. So regnet es beispielsweise bei der Beerdigung Schmieds ununterbrochen. (vgl. C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 62, 62, 64,65,66,67,68,70)

6.         Der Richter und sein Henker Charakterisierung der Figuren

a)   Charakterisierung und Personenbeschreibung der Hauptpersonen von "Der Richter und sein Henker"

Kommissar Bärlach Charakterisierung

Hans Bärlach ist von Geburt an Schweizer und besuchte das Gymnasium. Danach lebte er längere Zeit im Ausland (Deutschland und Konstantinopel). Er war ein guter und wichtiger Kriminalist geworden. Später nahm er eine Stelle in seiner Heimatstadt Bern an. Dort lebte er 33 Jahre lang in einem haus an der Aare. Er ist ca. 60 Jahre alt. Er ist Junggeselle. Seine liebsten Beschäftigungen sind rauchen und essen – beides tut er außerordentlich gerne und oft. Doch zu diesem Zeitpunkt war er bereits schwer erkrankt. Er leidet unter Magenbeschwerden, Schmerzattacken und nimmt sich daraufhin später Krankheitsurlaub. Er hatte nur noch ein Jahr zu leben trotz einer Operation. Genau wie Dürrenmatt ist er gegen das Nazi-Regime und musste deshalb 1933 seinen damaligen Wohnsitz verlassen um nach Bern zurückzukehren. Er ist eine sehr selbstbewusste und energische Person. Manchmal hat man das Gefühl, dass er seinem Chef etwas befiehlt und nicht andersherum. Bärlach ist sehr intelligent und kann jede Situation zu seinem Vorteil ausnutzen, so trieb er Tschanz beispielsweise dazu, Gastmann zu töten. Er ist die Person im Buch, die alle Puzzleteile zusammensetzt und am Ende überlegen ist und siegt. (vgl. Reclam Lektüreschlüssel 17, 18, 19, 20, 21)

Gastmann Charakterisierung

Er wurde am Ende von Tschanz ermordet. Die Gemeinsamkeit zwischen Gastmann und Bärlach ist, dass beide zu ihrem Heimatort zurückkehren. Er kaufte ein Haus in Lamboing. Dort traf er sich oft mit Geschäftsleuten aus aller Welt um mehr oder weniger legale Geschäfte abzuschließen. Er war der Gegenspieler von Bärlach, welchen er vor langer Zeit in Konstantinopel getroffen hatte und seit dem eine Wette mit ihm laufen hatte. Beide versuchten den anderen zu besiegen. Doch zum Schluss siegte Bärlach, da Gastmann von einem Henker Bärlachs gerichtet wurde. (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 20, 21,22)

Dr. Lucius Lutz Charakterisierung

Er ist Chef der Kriminalpolizei von Bern und Untersuchungsrichter. Er hält weiterhin Vorlesungen an der Universität um sein Ansehen zu verbessern. Er ist nie Herr der Lage und sieht nicht, was für ein Spiel Tschanz spielt bzw. was Schwedi ausheckt. (Reclam Lektüreschlüssel Seite 23, 24)

Tschanz Charakterisierung

Er hat voller Neid den Kollegen Bärlachs getötet. Doch er sieht nicht ein, dass die großen Unterschiede zwischen dem Können der beiden auf Talent und Fleiß zurückzuführen sind, sondern er macht dafür seinen nicht vorhandenen Reichtum verantwortlich, ebenso die Herkunft aus einer nicht besonders angesehenen Familie. Da er selbst bei der Aufklärung des falls Schmied beteiligt ist versucht er den Verdacht auf Gastmann zu lenken. Ohne dass Tschanz es merkt wird er von Bärlach als Spielball verwendet, damit er Gastmann ermordet. Danach legt er sich vor einen Zug und begeht damit Selbstmord. (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 24, 25)

Der Schriftsteller

Man könnte sagen, dass sich Dürrenmatt durch die Figur des Schriftstellers selbst mit in den Roman eingebaut hat. Der Schriftsteller arbeitet und wohnt wie der Autor weiterhin hat er genau wie Dürrenmatt einen Hund und Kinder. Daher passt es auch, dass der Schriftsteller in der späteren Verfilmung von Dürrenmatt gespielt wird. Der Schriftsteller wird zum fall Schmied befragt. Er kann Gastmann entlasten und spielt dann im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. (Reclam Lektüreschlüssel Seite 25, 26)

b)   Personenkonstellation "der richter und sein henker" - Figurenkonstellation

(bitte die Datei links downloaden für die korrekte Darstellung der Beziehungen in der richter und sein Henker!)

Hungertobel

- Arzt

Blattner

Celnin

Chainel

- Polizisten

 

Freiberger

- Polizeidirektor

Dr. Lucius Lutz

- Chef der Berner Kriminalpolizei

 

Gäste von Schwedi:

- Nationalrat

Der Schriftsteller

Ulrich Schmied

Als Dr. Prantl

Politiker

Unternehmer

Künstler

Leibwächter

 

Hans Bärlach

- Kommissar  

- Einzelgänger            

- Moralist                                             

 

Gastmann

- Abenteurer   

- Einzelgänger

- Nihilist

 

Ulrich Schmied

- Kriminalist

- Polizeileutnant

 

Tschanz

- Kriminalist

 

Frau Schönler

- Vermieterin

Anna

- Schmieds Freundin

 

IV. Friedrich Dürrenmatt - Referat

Folgendes ist exzellent geeignet um ein Referat zum Richter und seinem Henker zu schreiben oder auch nur über Dürrenmatt als Autor!

1. Tabellarischer Lebenslauf / Biographie

 

Jahr

Ort

Ereignis

Alter

1921

Konolfingen (Kanton Bern)

Dürrenmatt wird am 5. Januar als einziger Sohn des protestantischen Pfarrers Reinhold Dürrenmatt und seiner Ehefrau Hulda (geb. Zimmermann) geboren.

 

1935

Bern

Die Familie zieht nach Bern um; Dürrenmatt besucht zunächst das „Freie Gymnasium“ und später das „Humboldtianum“.

14

1941

Bern

Maturität (schweizerische Hochschulreife) Dürrenmatt nimmt das Studium der Philosophie und der Literatur- und Naturwissenschaften auf (Zürich, Bern)

20

1943

 

Erste schriftstellerische Versuche. Es entsteht u. a. das Theaterstück Komödie, das aber weder im Druck noch auf der Bühne erscheint.

22

1946

Basel

Dürrenmatt zieht nach Basel.

25

1947

 

Heirat mit Lotti Geißler. Es steht geschrieben (Uraufführung)

26

1948

Ligerz

Dürrenmatt lebt in Ligerz am Bielersee. Der Blinde (Uraufführung)

27

1949

 

Romulus der Große (Uraufführung)

28

1950/52

 

Der Richter und sein Henker (Kriminalroman)

29 - 31

1952

Neuchâtel

Die Ehe des Herrn Mississippi (Uraufführung) Das Theaterstück wird zu Dürrenmatts erstem großen Bühnenerfolg. Dürrenmatt erwirbt ein Haus in Neuchâtel und lebt dort fortan mit seiner Frau sowie den kindern Peter, Barbara und Ruth.

31

1953

 

Ein Engel kommt nach Babylon (Uraufführung) Der Verdacht (Kriminalroman)

32

1954

Bern

Literaturpreis der Stadt Bern

33

1955

 

Grieche sucht Griechin (Eine Prosakomödie)

34

1956

 

Der Besuch der alten Dame (Uraufführung)

Die Panne (Erzählung/Hörspiel)

35

1957

 

Hörspielpreis der Kriegsblinden

36

1958

 

Das Versprechen (Roman)

Prix Italia

37

1959

 

Frank der Fünfte (Uraufführung)

38

1962

 

Die Physiker (Uraufführung)

41

1963

 

Herkules und der Stall Augias (Uraufführung)

42

1966

 

Der Meteor (Uraufführung)

45

1967

 

Die Wiedertäufer (Uraufführung/eine Neubearbeitung von Es steht geschrieben)

46

1970

 

Porträt eines Planeten (Uraufführung)

49

1973

 

Der Mitmacher (Uraufführung)

52

1977

Nizza/

Jerusalem

 

Beerscheba

Buber-Rosenzweig-Medaille

Ehrendoktor der Universität Nizza und der Hebräischen Universität Jerusalem

Ehrenmitglied der Ben-Gurion-Universität in Beerscheba

56

1981

Neuchâtel

Tod seiner Frau Lotti

Ehrendoktor der Universität Neuchâtel

60

1983

 

Acherloo (Uraufführung)

62

1984

 

Heirat mit der Schauspielerin Charlotte Kerr

Österreichischer Staatspreis für Literatur

63

1985

 

Justiz (Roman)

64

1968

 

Der Auftrag (Novelle)

65

1990

Neuchâtel

Tod am 14.12. (Herzinfarkt)

69

(C. Bange Verlag Königserläuterungen, Seite 7, 8 und 9)

2.   Dürrenmatt - Charakteristik des  Autors

Als Sohn eines Pfarrers erwartete man von ihm, sich gut zu benehmen. Er wurde eher zu einem Einzelgänger, da ihn die anderen Kinder und Jugendlichen aus dem Ort mieden. Deshalb konnte er sich Träumen und Gedanken hingeben. Nach dem Umzug der Familie nach Bern wechselte Dürrenmatt die Schule, da er auf dem Freien Gymnasium scheiterte. Er war kein besonders guter Schüler, aber er bestand das Abitur. Nach Beendigung der Schule war es der Wunsch des Vaters, dass sein Sohn Theologie studieren sollte. Doch war Dürrenmatt der Kirche schon früh abgeneigt, nicht zuletzt wegen der Hänseleien der Klassenkammeraden  wegen des Berufs des Vaters. Sein eigentlicher Berufswunsch war Maler, doch davon riet man ihm ab, obwohl er Talent hatte und auch einen Teil seiner Freizeit dazu verwendete, seine künstlerischen Fähigkeiten zu verbessern. Daraufhin studierte er Philosophie und Naturwissenschaften, brach dann jedoch das Studium ab um Schriftsteller zu werden. Doch Dürrenmatt war, wie zuvor auch in der Schulzeit kein besonders guter und interessierter Student: Er hielt sich nicht besonders oft in Hörsälen auf, sondern verbrachte die Zeit in Kneipen, Ateliers und Cafés, wo er lieber philosophierte und erste Texte verfasste als in der Universität.

In seiner Jugend litt Dürrenmatt unter zahlreichen Krankheiten oder gesundheitliche Schwächen und Probleme, welche ihn, nach eigenen Angaben, sehr belasteten. Darunter waren zum Beispiel: Kurzsichtigkeit und Hepatitis, aus der sich später seine Diabetes entwickelte. Die Heirat mit Lotti Geißler ließ ihn zunächst die gesundheitlichen Sorgen vergessen, doch sein Sehvermögen verschlechterte sich mit der Zeit immer mehr.  Mit der Schwangerschaft seiner Frau wuchs der Druck auf Dürrenmatt, da seine Frau für einige Zeit die Bühne verlassen musste und er alleine für die Einkünfte seiner kleinen Familie verantwortlich war. Auch als der den preis der Welti - Stiftung bekam waren seine finanziellen Sorgen noch vorhanden, obwohl er seine schriftstellerischen Künste immer mehr verbesserte. Doch trotz der Umzüge in kleinere und schlechtere Unterkünfte verschuldet sich Dürrenmatt immer mehr.

Vorletzter Absatz zu "Der Richter und sein Henker" zusammenfassede Inhaltsangabe & Interpretation wie Carakterisierung lautet: Auch von schweren Schicksalsschlägen blieb die Familie dürrenmatt nicht verschont: Als Dürrenmatts Frau wegen der erneuten Schwangerschaft ins Krankenhaus muss bekommt er einen Zuckerschock und muss ebenfalls eingeliefert werden. Doch so verschlechtert sich die finanzielle Lage der Familie zusehends, trotz der arbeit des Mannes an mehreren Stücken. In dieser Zeit kontaktiert Dürrenmatt verschiedene Zeitungsverlage und verspricht einen Fortsetzungsroman zu schreiben: „Der Richter und sein Henker“. Durch das Verfassen weiterer Kriminalromane kann die Familie sich aus der finanziellen Not befreien und sich bald ein eigenes Haus suchen. Dies finden sie in Neuchâtel, wo Dürrenmatt bis zu seinem Tod lebte. In den folgenden Jahren hat er mehrere Welterfolge und erhält zahlreiche Literaturpreise. Nebenbei malt er und seine Zeichnungen wurden später auch ausgestellt. Er stürzt in eine tiefe Krise als seine Frau stirbt, obwohl ihn Freunde versuchen aufzubauen und ihn zum Beispiel zu reisen Einladen. 1984 heiratet er erneut. Doch gemeinsame Zeit hatten die beiden kaum, da sie von einer politischen Stellungnahme zur nächsten Arbeit hetzten. „Diese sechs Jahre vergingen wie im Flug.“ Soll seine zweite Frau nach seinem Tod 1990 einmal gesagt haben. (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 59, 60, 62, 63, 64)

3.         Der Autor im Bezug zum Buch "Der Richter und sein Henker"

Dürrenmatt verfasste im Lauf seines Lebens viele Kriminalromane. Doch der Beginn des Schreibens war nur mehr oder weniger freiwillig: Er hatte große Geldsorgen und begann das Schreiben eher aus finanziellen Gründen. Nach mehreren Misserfolgen (Absagen von Verlagen und Misserfolg seiner Stücke auf der Bühne) begann er wegen finanzieller Not Kriminalromane zu verfassen und bot diese Verlagen und Zeitschriften an. Weiterhin verfasste er die Romane, da er sich schon immer für Recht und Gerechtigkeit interessiert hatte und er auf diesem gebiet sehr kundig war. Als Quellen für seine zahlreichen Romane nannte er die Werke von Fontane und Simeons. Weiterhin ist wohl klar, dass er in seinen Büchern immer wieder seine gewohnte Umgebung verwendet und auch durch das besondere Wetter in dieser Region der Schweiz Anregungen für seine Werke erhalten hat. (vgl. C. Bange Verlag Seite 25, 26, 27, 28)

Quellen Der Richter und sein Henker

Bücher

Primärliteratur

  • Dürrenmatt – Der Richter und sein Henker – Diogenes

Sekundärliteratur

  • Lektüreschlüssel – Friedrich Dürrenmatt der Richter und sein Henker – Reclam
  • Königserläuterungen – Friedrich Dürrenmatt Der Richter und sein Henker – C. Bange Verlag

Internet

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Richter_und_sein_Henker

Bilder

  • http://images.google.de/imgres?imgurl=http://zitate.net
  • http://www.highlightzone.de/comic/comic_bilder/der_richter_und_sein_henker.jpg

Selbstständigkeitserklärung

Ich versichere hiermit, dass ich diese Arbeit selbstständig angefertigt und keine anderen, als die von mir angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet habe. Die den benutzten Werken wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen, sind als solche gekennzeichnet.

 

______UNTERSCHRIFT_____________________________

Ort, Datum

 

Der Richter und sein Henker (Hausarbeit) 

 

Inhaltsverzeichnis 

 

 

 

              Gliederung                                                   Seite 1 

I.             Einleitung                                                     Seite 2 

II.           Inhaltsangabe                                              Seite 2, 3 

III.          Textanalyse

1.   Allgemein                                                Seite 4

2.   Titel                                                          Seite 4, 5 

3.   Sprache, Stil                                            Seite 5, 6 

4.   Struktur                                                    Seite 6, 7, 8 

5.   Zeit und Ort                                             Seite 8, 9, 10 

6.   Figuren

a)   Charakteristik der Hauptpersonen   Seite10,11,12 

b)   Figurenkonstellation                          Seite 12 

IV.         Friedrich Dürrenmatts                                

1.   Tabellarischer Lebenslauf                     Seite 13, 14 

2.   Charakteristik d. Autors                         Seite14,15,16

3.   Autor im Bezug zum Buch                     Seite 16                 

V.          Zusammenfassung mit Bewertung           Seite 17 

Quellen                                                         Seite 18 

              Selbstständigkeitserklärung                       Seite 19 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

I.            Einleitung

 

 

Der Roman „Der Richter und sein Henker“ von Friedrich Dürrenmatt ist wohl eines der bekanntesten Werke dieses schweizerischen Schriftstellers. Es wurde ca. 15 bis 20 Millionen Mal weltweit verkauft. Ich habe mich für „Der Richter und sein Henker“ als Facharbeitsroman entschieden. Das erste Mal habe ich dieses Buch ca. vor einem Jahr gelesen. Ich glaube es viel mir nur auf, weil ich den Titel sehr ansprechend fand – nicht zuletzt wegen dem Wort „Richter“, welches mich neugierig machte, da das mein Nachnahme ist. Doch auch allgemein fand ich den Titel sehr interessant und wollte wissen was dahinter steckt. Auch in meiner Gliederung habe ich einen Gliederungspunkt für den Titel vorgesehen. Weitere Themen dieser Arbeit sind unter anderem Friedrich Dürrenmatt, Struktur des Werkes und Sprache und Stil. Da ich sehr gerne Bücher lese, die nicht aus diesem Jahrhundert stammen bot sich dieses Buch auch an, da es 1950 geschrieben wurde. Eine, wie ich finde, geschichtlich sehr aufregende und spannende Zeit. Auch darauf werde ich in meiner Facharbeit eingehen. Das ziel dieses Aufsatzes ist es, das Buch „Der Richter und sein Henker“ vorzustellen und diesen Roman zu analysieren.

 

 

II.         Inhaltsangabe

 

Das Buch ist ein Kriminalroman, der in der Schweiz spielt. Genauer gesagt in und um Bern. Die Hauptperson ist ein sehr alter Kriminalkommissar namens Hans Bärlach.  Er ermittelt in einem Mordfall: Sein bester Mitarbeiter, Ulrich Schmied wurde erschossen. Bärlach ist jedoch sehr krank und kann deswegen nicht selber ermitteln. Deshalb werden die Ermittlungen hauptsächlich von seinem Assistenten Tschanz durchgeführt. Doch Tschanz war ein Rivale von Schmied – beruflich und privat. Im  Laufe der Ermittlungen fällt der Verdacht immer mehr auf einen Lobbyisten, der in der Nähe des Tatortes ein Haus besitzt. Sein Name ist Gastmann. Was sich erst später herausstellt ist, dass Schmied bei Gastmann unter falschem Namen ermittelt hat. Doch es treten Komplikationen bei der Polizei auf, da Gastmann politische Gönner hat. Trotzdem besuchen Bärlach und sein Gehilfe den verdächtigen Gastmann. Doch dieser Besuch verlief für Bärlach ziemlich schmerzhaft, da er von dem bissigen Hund von Gastmann angefallen wurde. Der Hund musste daraufhin dann von Tschanz erschossen werden. Daraufhin ließ Bärlach den Hund wegbringen, da er seinen Assistenten schon von Anfang an im Verdacht hatte. Doch was Tschanz auch nicht wusste, ist, dass sich Bärlach und Gastmann schon zuvor kannten. Damals wettete Gastmann, dass Bärlach ein Verbrechen, das von Gastmann begangen wurde nicht aufklären kann. Daraufhin tötete Gastmann einen Unbeteiligten, dessen Tod er als Selbstmord darstellte. Deshalb ermittelte Bärlach lange Zeit gegen Gastmann, doch dieser war lange Zeit Bärlach einen Schritt voraus. Als letztes Mittel hatte der Kommissar Schmied auf Gastmann angesetzt, doch auch dieses Mal hatte er keinen Erfolg. Doch Tschanz gibt sich völlig überzeugt von Gastmanns Schuld und will durch den Ermittlungserfolg in Schmieds Fußstapfen treten. Aber Tschanz verzweifelt als Bärlach weitere Ermittlungen ablehnt. Gleichzeitig wurde Gastmann von Bärlach gewarnt, er würde ihm einen „Henker“ schicken. Da Tschanz nicht aufgeben möchte, geht er zu Gastmann und sucht die direkte Konfrontation. Doch Gastmann setzte sich zur Wehr und wurde daraufhin von Tschanz erschossen. So wurde Gastmann von Bärlach gerichtet für ein Verbrechen, welches er dieses Mal allerdings nicht begangen hatte. Auf diesem Wege entlarvte Bärlach auch den Mörder von Schmied. Der Mörder war sein Assistent, den er in den Selbstmord trieb. (vgl. C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 29)

 

 

III.       Textanalyse

 

1.         Allgemein

Der Roman ist ein Kriminalroman. Der Erzähler stellt sich nicht näher vor. Er informiert sofort über den Fall und dessen Aufklärung. Es wird also keine Einleitung verwendet. Der Erzähler gewährt dem Leser einen guten Einblick in die schlage, jedoch erklärt er diese nicht genauer. Diese Erzählform nennt man personalen Erzähler. Man könnte sagen, dass dich der Erzähler eher im Hintergrund hält und nur über die Fakten berichtet ohne dazu Stellung zu nehmen. So hat der Leser nicht das Gefühl, dass überhaupt etwas erzählt wird. Der Erzähler lässt seine eigene Meinung zum Geschehen vollkommen offen. Man könnte sagen, dass man mitten in das Geschehen geworfen wird. Das ist typisch für einen Kriminalroman. Es ist auch gleichzeitig ein analytischer Roman, da die Handlungen schrittweise erzählt werden und auch in der Reihenfolge von ihnen berichtet wird, wie sie geschehen. Das heißt, von Begehen des Verbrechens bis hin zum Gerichtsprozess. Etwas sehr auffälliges in den Werken Dürrenmatts ist, dass entscheidende Gespräche und Handlungen meistens mit dem Essen und Trinken einhergehen (dies könnte man auch als Motiv bezeichnen). Dies ist wohl so, weil Dürrenmatt selbst gerne gegessen und getrunken hat. Außerdem bietet es sich an in einer so geselligen Situation ein wichtiges Thema zu besprechen.

 

 

2.         Titelanalyse

 

Im Titel des Buches „Der Richter und sein Henker“ werden zwei Personen benannt, die sich auch in der Handlung des Werkes wieder finden. Zwar nicht im wörtlichen Sinn, aber in den taten von zwei Hauptpersonen kann man definitiv jeweils charakteristische Eigenschaften eines Richters bzw. eines Henkers erkennen. Erstmal taucht das Wort „Henker“ in einer Situation auf, in der Bärlach aus versehen in das Auto von seinem Feind Gastmann einsteigt und ihm androht:

 

 „Ich bin der einzige, der dich richten kennt, und so bin ich auch der einzige, der dich richten kann. Ich habe dich gerichtet, Gastmann, ich habe dich zum Tode verurteilt. Du wirst den heutigen tag nicht überleben. Der Henker, den ich ausersehen habe, wird heute zu dir kommen. […]“ (Diogenes Der Richter und sein Henker Seite 100).

 

Noch am selben Tag wurden Gastmann und dessen Diener von Tschanz erschossen – oder besser: Hingerichtet. Tschanz wurde von Bärlach sozusagen die Rolle des Henkers aufgezwungen. In diesem Fall standen für den Kommissar allerdings nicht unbedingt „[…]Recht, Gesetz, Strafe und Sühne“ im Vordergrund, sondern es ging ihm hauptsächlich darum zu siegen, nämlich über seinen alten Konkurrenten Gastmann. Denn für Bärlach war die Situation noch komplizierter als für alle anderen Beteiligten: Er war sehr krank und hatte nur noch ein Jahr zu leben. Deshalb war es wichtig für ihn, dass er seinen alten Gegner besiegen konnte. Dafür nahm er sogar Unrecht in Kauf. (siehe Reclam Lektüreschlüssel S. 40) Doch vom Titel des Romans könnte man auf verschiedene Inhalte schließen. Es ist nicht sofort klar worum es geht. Man könnte auch zuerst denken, es geht um: Einen Gerichtsprozess, einen Angeklagten, der schuldig gesprochen wird (bzw. dann zum Tode verurteilt wird) und dann vom Henker hingerichtet wird. Doch eines müsste dem Betrachter des Titels wohl sofort klar sein: Es handelt sich um ein Buch,

 

 „[…] in dem es um Recht und Gerechtigkeit, um Verbrechen und Verurteilung, um Schuld und Strafe, manchmal auch um Sühne und Wiedergutmachung geht.“ (vgl. Reclam Lektüreschlüssel S.38).

 

 

3.         Sprache und Stil

 

Die Sprache, die Dürrenmatt in „Der Richter und sein Henker“ verwendet ist sehr einfach. Es sind  etliche Worte zu finden, welche auf den ersten Blick unverständlich erscheinen, aber im Laufe des Lesens und im Zusammenhang gesehen verständlich werden. Man findet besonders viele Ausdrücke aus dem schweizerischen Deutsch, zum Beispiel: „Tram – Straßenbahn“ oder „Falle – Türklinke“ (Reclam Lektüreschlüssel S.34, 35. 36). Doch fällt die Häufigkeit dieser Worte im Buch zunächst nicht auf. In der Sekundärliteratur jedoch stößt man auf Listen, welche manchmal bis zu drei Seiten lang sind. Darin stehen die Erklärungen und Übersetzungen zu den verwendeten Worte. Auch verwendete Dürrenmatt einige Worte oder Sätze bzw. Redewendungen auf Französisch, wie zum Beispiel: „Assassin – Mörder“ oder „„On a rien trouvé.“ – Man hat nichts gefunden.“ (Reclam Lektüreschlüssel S.34, 35. 36). Doch diese beeinträchtigen das Textverständnis genauso wenige, wie die davor genannten Begriffe aus dem Schweizerischen Deutsch. Doch fallen auch einige Besonderheiten auf, wenn man den Satzbau und die Ausdrucksformen näher betrachtet:

 

„[…] wenngleich die Satzkonstruktionen immer wieder hypotaktisch      angelegt sind und die Reihungen, Einschübe und Ellipsen finden lassen. […] Dürrenmatts Vorliebe für die Pointe, das Groteske, für Ironie und Komik lassen sich an vielen Stellen im Text nachweisen.“ (C. Bange Verlag Königserläuterungen, Seite 89). 

 

Weiterhin enthält der Kriminalroman „Der Richter und sein Henker“ viele Beschreibungen von „Landschaft, Natur und Wetter“ (C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 89), wie diese:

 

„[…], wo die Straße von Lamboing […] aus dem Wald der Twannbachschlucht hervortritt, einen blauen Mercedes, der am Straßenrande stand. Es herrschte Nebel, wie oft in diesem Spätherbst […].“ (Diogenes der Richter und sein Henker, Seite11)      

 

Außerdem findet man „[…] Lichtmetaphorik[…] (‚…so heimtückisch war das Gegenlicht’ […]“ (C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 89). Auch benutzt der Autor viele Beschreibungen durch Farben, um die jeweilige Situation  besser darstellen zu können und diese Bildlicher für den Leser zu gestalten.  Besonders auffällig sind die vielen sprachlichen Bilder wie zum Beispiel Hyperbeln, Metaphern, Klimaxe, Personifikationen,“ usw. (vgl. „ebd.“ Seite90, 91).

 

4.   Struktur

 

Das Buch ist in 20 Kapitel eingeteilt. Die Erzählart ist linear, d.h., dass „[…] der Erzähler […] Tag für Tag und Schritt für Schritt der Zeitfolge der Ermittlungsbemühungen [folgt…](vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 28). Dieser Text enthält verschiedene Erzählstränge, die der Leser zunächst jedoch nicht eindeutig verknüpfen kann. Erst am Ende des Romans werden die Zusammenhänge deutlich. Den ersten Erzählstrang könnte man als den  „,Fall Schmied’“ (Reclam Lektüreschlüssel Seite 30) bezeichnen.  Darin geht es um den Tod vom Polizeileutnant Schmied, dass Kommissar Bärlach die Ermittlungen aufnimmt und seinen Stellvertreter später des Mordes an Schmied überführen kann. Dieser begeht daraufhin Selbstmord. Doch dieser Erzählstrang ist „nicht einmal der wichtigste.“ Von den insgesamt drei Handlungssträngen (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 30). Im zweiten Erzählstrang geht es um den „,Fall Gastmann’“ (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 30).  Drin geht es um Gastmann und Bärlach (Polizeifachmann). Diese begegneten sich zum ersten Mal vor 40 Jahren in Konstantinopel. Dort brachte Gastmann einen deutschen um und ließ es aussehen, als wäre es ein Selbstmord gewesen. Zuvor hatten Bärlach und er eine Art Wette abgeschlossen (siehe Facharbeit Inhaltsangabe Seite 2). Jedoch wurde dieses Verbrechen nie aufgeklärt, obwohl Bärlach davon überzeugt war, dass es kein Selbstmord war. Von diesem Zeitpunkt an verfolgt Bärlach den Mörder, „[…] ohne dass er ihm je ein Verbrechen nachweisen konnte.“ (Reclam , Lektüreschlüssel Seite 31). Während Bärlach in Bern arbeitete erfuhr er, dass sich Gastmann in der Nähe aufhielt. Da er die „Geschichte“ von damals abschließen wollte, ließ er seinen Kollegen gegen Gastmann ermitteln. Als dieser (Schmied) jedoch ermordet wurde änderte sich die Situation und Bärlach musste versuchen Gastmann auf andere Weise zu überführen. Damit entstand der letzte Erzählstrang: „,Fall Tschanz’“. Tschanz war der Mörder von Schmied und gleichzeitig der Gehilfe von Bärlach. Er versuchte falsche Fährten zu legen, damit Gastmann als Mörder dastehen sollte. Doch der Kommissar erkannte schnell, dass Tschanz der Mörder war und drängte diesen soweit Gastmann zu erschießen. Später, beim Abendessen bei Bärlach erfährt Tschanz, dass Bärlach schon lange wusste, dass er der Mörder war und dass Bärlach ihn nur zum Mord verführt hat. So wurde der „,Fall Schmied’“ abgeschlossen – doch der wahre Mörder wird nie richtig bekannt gegeben. Alle drei Fälle wurden entweder in ihrem ganzen Ausmaß nicht erkannt oder die darin enthaltenen Verbrechen nicht geahndet. So passt der Ausdruck: „Die Gerechtigkeit mag hergestellt sein, die öffentliche Ordnung dagegen nicht.“ (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 30, 31, 32). Weiterhin ist anzumerken, dass neben den eben genannten Erzählphasen auch strukturelle Mittel wie zwei Zwischenspiele, eine Exposition und eine Schlussphase verwendet wurden. Diese lassen sich auch in einer Übersicht darstellen (C. Bange Verlag Königserläuterungen; siehe Anhang Seite)

 

5.         Zeit und Ort

 

Als „Der Richter und sein Henker“ geschrieben wurde war der Zweite Weltkrieg gerade fünf Jahre beendet. Die Zeit, in der der Roman spielt ist November 1948 – also auch cirka in dieser Zeit. Es war eine Zeit der wieder gewonnenen Stabilität, sowohl sozial als auch politisch und wirtschaftlich. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders. Die Motorisierungswelle erfasst auch eine der Personen des Romans: Der Assistent vom Kommissar leistet sich ein neues, größes Auto. Auch dem Gegenspieler Bärlachs kommt der wirtschaftliche Aufschwung zu Gute, denn bei ihm findet man viele Geschäftsmänner der schweizerischen Industrie. Auch war es eine Zeit des politischen Umbruchs: In einer Konfrontation wird Bärlach im Haus von Gastmann als Kommunist beschimpft. Der politische Hintergrund des Romans ist der so genannte  Kalte Krieg. Das Bündnis der Westmächte mit Russland war zerfallen und so standen sich zwei militärische Blöcke gegenüber. Die Kommunisten wurden wieder zu Feinden und doch handelte Gastmann mit den kommunistischen Chinesen. Der Roman wurde also in einer politisch sehr aufregenden Zeit geschrieben, was sich teilweise auch in den Beschreibungen der Figuren des Romans widerspiegelt. Weiterhin werden auch die jüngere Ereignisse in der Geschichte angesprochen: Der Nationalsozialismus. Dies wird besonders in der Beschreibung des Lebenslaufes Bärlachs deutlich:

  

„1933, im Jahre der Regierungsübernahme Hitlers und am Beginn der nationalsozialistischen Diktatur, verlässt Bärlach Frankfurt und kehrt nach Bern zurück, nicht weil er Bern besonders liebt, sondern wegen einer ,Ohrfeige (…), die er einem hohen Beamten der damaligen neuen deutschen Regierung gegeben hatte.’“ (C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 12).

 

Dadurch übte Dürrenmatt Kritik an der Haltung der Schweiz gegenüber Deutschlands während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Zum Ort kann man sagen, dass die Handlung in der Stadt Bern und um den Bieler See stattfinden.  Im Roman werden reale Orte verwendet – so entsteht ein Bezug zur Wirklichkeit. Zum Beispiel kann man die Fahrten, die er des Öfteren durch Bern unternimmt nachvollziehen. Ebenso mit der sehr genauen Zeitangabe: „,am Morgen des dritten November neunundvierzig’“ (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 39).  Zur Bedeutung der verwendeten Orte ist weiterhin anzumerken, dass sich die Handlung mehr in ländlichen Gegenden abspielt, statt in Metropolen wie „,New York und Chicago[…]’“ (vgl. C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 62). Wichtig zu sagen ist, dass der Autor von „Der Richter und sein Henker“ die Orte verwendet, in denen er lebte. In der Zeit, als er das Buch verfasste lebten er und seine Familie in Ligerz am Bieler See. Dieser Ort liegt in der Nähe von Lamboing, dort, wo Gastmann wohnte und wo in der Nähe auch die Leiche gefunden wurde. Dürrenmatt lebte von 1935 bis 1946 in Bern. Auch dabei gibt es Ähnlichkeiten: Kommissar Bärlach wohnt auch in Bern und beschreibt die Stadt. Anzumerken ist auch, dass Innenräume von Gebäuden kaum eine wichtige Rolle spielen. Die wichtigste ist wohl, als Bärlach in der Nacht in seiner Wohnung überfallen wird. Weiterhin finden in einer Halle Gastmanns und im Wohnraum des Schriftstellers Handlungen statt. Sonst spielt sich die Geschichte eher außerhalb von Gebäuden ab oder der Innenraum wird nicht näher beschrieben. Wie eben erwähnt finden die meisten Handlungen draußen statt. Es entsteht ein gewisser Kontrast zu der schweizerischen Postkarten – Idylle und dem verbrechen, welches in dieser Umgebung begangen wird. Die Naturbeschreibungen passen auch oft zum Geschehen: zum Beispiel, als der Tote gefunden wird ist es dunkel und nebelig. Außerdem dienen die Naturbeschreibungen zur Siegelung des Seelenlebens oder der Stimmung der Personen. So regnet es beispielsweise bei der Beerdigung Schmieds ununterbrochen. (vgl. C. Bange Verlag Königserläuterungen Seite 62, 62, 64,65,66,67,68,70)

 

6.         Figuren

 

a)   Charakteristik der Hauptpersonen

 

Kommissar Bärlach

Hans Bärlach ist von Geburt an Schweizer und besuchte das Gymnasium. Danach lebte er längere Zeit im Ausland (Deutschland und Konstantinopel). Er war ein guter und wichtiger Kriminalist geworden. Später nahm er eine Stelle in seiner Heimatstadt Bern an. Dort lebte er 33 Jahre lang in einem haus an der Aare. Er ist ca. 60 Jahre alt. Er ist Junggeselle. Seine liebsten Beschäftigungen sind rauchen und essen – beides tut er außerordentlich gerne und oft. Doch zu diesem Zeitpunkt war er bereits schwer erkrankt. Er leidet unter Magenbeschwerden, Schmerzattacken und nimmt sich daraufhin später Krankheitsurlaub. Er hatte nur noch ein Jahr zu leben trotz einer Operation. Genau wie Dürrenmatt ist er gegen das Nazi-Regime und musste deshalb 1933 seinen damaligen Wohnsitz verlassen um nach Bern zurückzukehren. Er ist eine sehr selbstbewusste und energische Person. Manchmal hat man das Gefühl, dass er seinem Chef etwas befiehlt und nicht andersherum. Bärlach ist sehr intelligent und kann jede Situation zu seinem Vorteil ausnutzen, so trieb er Tschanz beispielsweise dazu, Gastmann zu töten. Er ist die Person im Buch, die alle Puzzleteile zusammensetzt und am Ende überlegen ist und siegt. (vgl. Reclam Lektüreschlüssel 17, 18, 19, 20, 21)

 

Gastmann

Er wurde am Ende von Tschanz ermordet. Die Gemeinsamkeit zwischen Gastmann und Bärlach ist, dass beide zu ihrem Heimatort zurückkehren. Er kaufte ein Haus in Lamboing. Dort traf er sich oft mit Geschäftsleuten aus aller Welt um mehr oder weniger legale Geschäfte abzuschließen. Er war der Gegenspieler von Bärlach, welchen er vor langer Zeit in Konstantinopel getroffen hatte und seit dem eine Wette mit ihm laufen hatte. Beide versuchten den anderen zu besiegen. Doch zum Schluss siegte Bärlach, da Gastmann von einem Henker Bärlachs gerichtet wurde. (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 20, 21,22)

 

Dr. Lucius Lutz

Er ist Chef der Kriminalpolizei von Bern und Untersuchungsrichter. Er hält weiterhin Vorlesungen an der Universität um sein Ansehen zu verbessern. Er ist nie Herr der Lage und sieht nicht, was für ein Spiel Tschanz spielt bzw. was Schwedi ausheckt. (Reclam Lektüreschlüssel Seite 23, 24)

 

Tschanz

Er hat voller Neid den Kollegen Bärlachs getötet. Doch er sieht nicht ein, dass die großen Unterschiede zwischen dem Können der beiden auf Talent und Fleiß zurückzuführen sind, sondern er macht dafür seinen nicht vorhandenen Reichtum verantwortlich, ebenso die Herkunft aus einer nicht besonders angesehenen Familie. Da er selbst bei der Aufklärung des falls Schmied beteiligt ist versucht er den Verdacht auf Gastmann zu lenken. Ohne dass Tschanz es merkt wird er von Bärlach als Spielball verwendet, damit er Gastmann ermordet. Danach legt er sich vor einen Zug und begeht damit Selbstmord. (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 24, 25)

 

Der Schriftsteller

Man könnte sagen, dass sich Dürrenmatt durch die Figur des Schriftstellers selbst mit in den Roman eingebaut hat. Der Schriftsteller arbeitet und wohnt wie der Autor weiterhin hat er genau wie Dürrenmatt einen Hund und Kinder. Daher passt es auch, dass der Schriftsteller in der späteren Verfilmung von Dürrenmatt gespielt wird. Der Schriftsteller wird zum fall Schmied befragt. Er kann Gastmann entlasten und spielt dann im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. (Reclam Lektüreschlüssel Seite 25, 26)

 

b)   Personenkonstellation

Gäste von Schwedi:

- Nationalrat

Der Schriftsteller

Ulrich Schmied

Als Dr. Prantl

Politiker

Unternehmer

Künstler

Leibwächter

 

Frau Schönler

- Vermieterin

Anna

- Schmieds Freundin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


IV. Friedrich Dürrenmatt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Tabellarischer Lebenslauf  

 

Jahr

Ort

Ereignis

Alter

1921

Konolfingen (Kanton Bern)

Dürrenmatt wird am 5. Januar als einziger Sohn des protestantischen Pfarrers Reinhold Dürrenmatt und seiner Ehefrau Hulda (geb. Zimmermann) geboren.

 

1935

Bern

Die Familie zieht nach Bern um; Dürrenmatt besucht zunächst das „Freie Gymnasium“ und später das „Humboldtianum“.

14

1941

Bern

Maturität (schweizerische Hochschulreife) Dürrenmatt nimmt das Studium der Philosophie und der Literatur- und Naturwissenschaften auf (Zürich, Bern)

20

1943

 

Erste schriftstellerische Versuche. Es entsteht u. a. das Theaterstück Komödie, das aber weder im Druck noch auf der Bühne erscheint.

22

1946

Basel

Dürrenmatt zieht nach Basel.

25

1947

 

Heirat mit Lotti Geißler. Es steht geschrieben (Uraufführung)

26

1948

Ligerz

Dürrenmatt lebt in Ligerz am Bielersee. Der Blinde (Uraufführung)

27

1949

 

Romulus der Große (Uraufführung)

28

1950/52

 

Der Richter und sein Henker (Kriminalroman)

29 - 31

1952

Neuchâtel

Die Ehe des Herrn Mississippi (Uraufführung) Das Theaterstück wird zu Dürrenmatts erstem großen Bühnenerfolg. Dürrenmatt erwirbt ein Haus in Neuchâtel und lebt dort fortan mit seiner Frau sowie den kindern Peter, Barbara und Ruth.

31

1953

 

Ein Engel kommt nach Babylon (Uraufführung) Der Verdacht (Kriminalroman)

32

1954

Bern

Literaturpreis der Stadt Bern

33

1955

 

Grieche sucht Griechin (Eine Prosakomödie)

34

1956

 

Der Besuch der alten Dame (Uraufführung)

Die Panne (Erzählung/Hörspiel)

35

1957

 

Hörspielpreis der Kriegsblinden

36

1958

 

Das Versprechen (Roman)

Prix Italia

37

1959

 

Frank der Fünfte (Uraufführung)

38

1962

 

Die Physiker (Uraufführung)

41

1963

 

Herkules und der Stall Augias (Uraufführung)

42

1966

 

Der Meteor (Uraufführung)

45

1967

 

Die Wiedertäufer (Uraufführung/eine Neubearbeitung von Es steht geschrieben)

46

1970

 

Porträt eines Planeten (Uraufführung)

49

1973

 

Der Mitmacher (Uraufführung)

52

1977

Nizza/

Jerusalem

 

Beerscheba

Buber-Rosenzweig-Medaille

Ehrendoktor der Universität Nizza und der Hebräischen Universität Jerusalem

Ehrenmitglied der Ben-Gurion-Universität in Beerscheba

56

1981

Neuchâtel

Tod seiner Frau Lotti

Ehrendoktor der Universität Neuchâtel

60

1983

 

Acherloo (Uraufführung)

62

1984

 

Heirat mit der Schauspielerin Charlotte Kerr

Österreichischer Staatspreis für Literatur

63

1985

 

Justiz (Roman)

64

1968

 

Der Auftrag (Novelle)

65

1990

Neuchâtel

Tod am 14.12. (Herzinfarkt)

69

(C. Bange Verlag Königserläuterungen, Seite 7, 8 und 9)

 

 

2.   Charakteristik d. Autors

 

Als Sohn eines Pfarrers erwartete man von ihm, sich gut zu benehmen. Er wurde eher zu einem Einzelgänger, da ihn die anderen Kinder und Jugendlichen aus dem Ort mieden. Deshalb konnte er sich Träumen und Gedanken hingeben. Nach dem Umzug der Familie nach Bern wechselte Dürrenmatt die Schule, da er auf dem Freien Gymnasium scheiterte. Er war kein besonders guter Schüler, aber er bestand das Abitur. Nach Beendigung der Schule war es der Wunsch des Vaters, dass sein Sohn Theologie studieren sollte. Doch war Dürrenmatt der Kirche schon früh abgeneigt, nicht zuletzt wegen der Hänseleien der Klassenkammeraden  wegen des Berufs des Vaters. Sein eigentlicher Berufswunsch war Maler, doch davon riet man ihm ab, obwohl er Talent hatte und auch einen Teil seiner Freizeit dazu verwendete, seine künstlerischen Fähigkeiten zu verbessern. Daraufhin studierte er Philosophie und Naturwissenschaften, brach dann jedoch das Studium ab um Schriftsteller zu werden. Doch Dürrenmatt war, wie zuvor auch in der Schulzeit kein besonders guter und interessierter Student: Er hielt sich nicht besonders oft in Hörsälen auf, sondern verbrachte die Zeit in Kneipen, Ateliers und Cafés, wo er lieber philosophierte und erste Texte verfasste als in der Universität. In seiner Jugend litt Dürrenmatt unter zahlreichen Krankheiten oder gesundheitliche Schwächen und Probleme, welche ihn, nach eigenen Angaben, sehr belasteten. Darunter waren zum Beispiel: Kurzsichtigkeit und Hepatitis, aus der sich später seine Diabetes entwickelte. Die Heirat mit Lotti Geißler ließ ihn zunächst die gesundheitlichen Sorgen vergessen, doch sein Sehvermögen verschlechterte sich mit der Zeit immer mehr.  Mit der Schwangerschaft seiner Frau wuchs der Druck auf Dürrenmatt, da seine Frau für einige Zeit die Bühne verlassen musste und er alleine für die Einkünfte seiner kleinen Familie verantwortlich war. Auch als der den preis der Welti - Stiftung bekam waren seine finanziellen Sorgen noch vorhanden, obwohl er seine schriftstellerischen Künste immer mehr verbesserte. Doch trotz der Umzüge in kleinere und schlechtere Unterkünfte verschuldet sich Dürrenmatt immer mehr. Auch von schweren Schicksalsschlägen blieb die Familie dürrenmatt nicht verschont: Als Dürrenmatts Frau wegen der erneuten Schwangerschaft ins Krankenhaus muss bekommt er einen Zuckerschock und muss ebenfalls eingeliefert werden. Doch so verschlechtert sich die finanzielle Lage der Familie zusehends, trotz der arbeit des Mannes an mehreren Stücken. In dieser Zeit kontaktiert Dürrenmatt verschiedene Zeitungsverlage und verspricht einen Fortsetzungsroman zu schreiben: „Der Richter und sein Henker“. Durch das Verfassen weiterer Kriminalromane kann die Familie sich aus der finanziellen Not befreien und sich bald ein eigenes Haus suchen. Dies finden sie in Neuchâtel, wo Dürrenmatt bis zu seinem Tod lebte. In den folgenden Jahren hat er mehrere Welterfolge und erhält zahlreiche Literaturpreise. Nebenbei malt er und seine Zeichnungen wurden später auch ausgestellt. Er stürzt in eine tiefe Krise als seine Frau stirbt, obwohl ihn Freunde versuchen aufzubauen und ihn zum Beispiel zu reisen Einladen. 1984 heiratet er erneut. Doch gemeinsame Zeit hatten die beiden kaum, da sie von einer politischen Stellungnahme zur nächsten Arbeit hetzten. „Diese sechs Jahre vergingen wie im Flug.“ Soll seine zweite Frau nach seinem Tod 1990 einmal gesagt haben. (vgl. Reclam Lektüreschlüssel Seite 59, 60, 62, 63, 64)

 

3.         Der Autor im Bezug zum Buch

Dürrenmatt verfasste im Lauf seines Lebens viele Kriminalromane. Doch der Beginn des Schreibens war nur mehr oder weniger freiwillig: Er hatte große Geldsorgen und begann das Schreiben eher aus finanziellen Gründen. Nach mehreren Misserfolgen (Absagen von Verlagen und Misserfolg seiner Stücke auf der Bühne) begann er wegen finanzieller Not Kriminalromane zu verfassen und bot diese Verlagen und Zeitschriften an. Weiterhin verfasste er die Romane, da er sich schon immer für Recht und Gerechtigkeit interessiert hatte und er auf diesem gebiet sehr kundig war. Als Quellen für seine zahlreichen Romane nannte er die Werke von Fontane und Simeons. Weiterhin ist wohl klar, dass er in seinen Büchern immer wieder seine gewohnte Umgebung verwendet und auch durch das besondere Wetter in dieser Region der Schweiz Anregungen für seine Werke erhalten hat. (vgl. C. Bange Verlag Seite 25, 26, 27, 28)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen

 

 

Bücher

 

Primärliteratur

 

  • Dürrenmatt – Der Richter und sein Henker – Diogenes

 

Sekundärliteratur

 

  • Lektüreschlüssel – Friedrich Dürrenmatt der Richter und sein Henker – Reclam

 

  • Königserläuterungen – Friedrich Dürrenmatt Der Richter und sein Henker – C. Bange Verlag

 

 

 

Internet

 

 

 

 

Bilder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Selbstständigkeitserklärung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich versichere hiermit, dass ich diese Arbeit selbstständig angefertigt und keine anderen, als die von mir angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet habe. Die den benutzten Werken wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen, sind als solche gekennzeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

___________________________________

Neuenhagen, 26. März 2008,

 

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  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2008
  • Note: 1+
  • Aktualisiert: 08.07.16

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  • Felix schrieb am 21.06.2015:

    wo finde ich den dateilink, für die personen konstellation?
    Danke :D

  • Kerstin Bredemeier schrieb am 28.10.2012:

    Die Arbeit hat mich wirklich überzeugt, gut und verständlich zu lesen. Mithilfe dieser Abfassung konnte ich unserem Sohn
    (Jgst. 9) das Werk Dürrenmatts näher bringen.

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