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Der Tod von Grenouille in der Schlussszene von "Das Parfüm"

Inhaltsverzeichnis

Süskind: Das Parfum - Tod Grenouilles zum Schluss - Sprache der Nase. Eine Zusammenfassung und Inhaltsangabe  der Schlusszene mit tlw. Interpretation Grenouilles Tod.

Der Tod von  Jean Baptiste Grenouilles in der Schlussszene von "das Parfüm"

Auf dem Höhepunkt seiner Macht beschließt Grenouille zu sterben. Er hat es geschafft, die Menschen durch die Kreation seiner Düfte („Unauffälligkeitsgeruch“S.272, „Unschuldsduft“S.233, „Mitleidsduft“) in jeder Lebenslage zu seinen Gunsten zu manipulieren. Grenouille ermordet 25 Mädchen und stellt aus ihrem Geruch ein Parfüm her, durch das er von allen geliebt wird. Mit diesem Parfüm erringt er seinen größten Triumph, er entgeht der Todesstrafe, zu der er wegen der Mädchenmorde verurteilt ist, da plötzlich alle Versammelten der Macht der Liebe, die Grenouilles Parfüm ausstrahlt unterliegen und ihn für unschuldig halten Doch da der Sinn in seinem Leben und sein Lebensziel einzig darin bestehen, den Duft des rothaarigen Mädchens einzufangen und ihn seiner Sammlung als krönendes Glanzstück seines aus den Gerüchen zusammengesetzten „Duftdiadems“ (S.246) beizufügen, sieht er sein Werk als vollendet an. Er ist sich bewußt über seine Genialität und selbstverliebt in sein Können und ist überzeugt er könne sogar den König dazu bringen im die Füße zu küssen oder den Papst glauben lassen er sei der neue Messias (S.316), aber zu gleich erkennt er darin keinen Sinn für sich selbst (S.317: „Und zugleich bin ich der einzige, den es nicht bezaubern kann.Ich bin der einzige, für den es sinnlos ist.“). Grenouille fühlt im gesamten Roman eine Verachtung gegen über dem menschlichen Geruch, als er jedoch bemerkt, dass er selbst keinen Eigengeruch hat, setzt er alles daran eben diesen Menschengeruch nachzuahmen. Insgeheim ist er enttäuscht, dass er, der sich als „Herr der Gerüche“, fast gottesähnlich ansieht, es selbst nicht schafft einen dauerhaften Eigengeruch zu besitzen. Das hergestellte Parfüm ist vergänglich. Grenouille verachtet auch, dass die Menschen auf seine wechselnden Gerüche hereinfallen und sich nicht bewusst sind, dass sie getäuscht werden und was der Verursacher der Täuschung ist.


Grenouille verliert den Lebenswillen. Von der Energie mit der er sich sein ganzes Leben durchgeschlagen hat, „genügsam wie ein Zeck“ Hunger und schwere Krankheiten überstanden hat ist jetzt nichts mehr geblieben.
Grenouille umschließt die Handlung mit einem äußeren geruchlichen Rahmen, indem er zum Sterben an seinen Geburtsort, den stinkendsten Platz Paris‘ zurückkehrt. Dort beginnt und dort endet der Roman. Obwohl er Ekel gegenüber den Menschen verspürt, begibt er sich zu ihnen um zu sterben,aber gerade, weil er seinen Tod plant, kommt es ihm darauf nicht mehr an (S.315: „Man erstickte da und dort“).
Die an diesem 28. Juni 1767 herrschende Hitze verstärkt den Verwesungsgeruch und treibt die Atmosphäre kurz vor dem Ende noch einmal auf einen geruchlichen Höhepunkt (S.317: „Die tausendfältigen Gerüche und Gestänke quollen wie aus tausend aufgeplatzten Eiterbeulen.“).Auf dem Friedhof ist es windstill und „selbst der Fluß schien nicht mehr zu fließen“ (S.317), wie als herrsche Ruhe vor dem Sturm.
Anders als bei seiner Geburt, bei der der Verwesungsgeruch und der Beginn eines neues Lebens einen Kontrast bilden, stimmt jetzt die Verwesung mit dem nahenden Tod Grenouilles überein. Der Friedhof wird in dieser Endpassage des Buches anders als zu Beginn ausschließlich, bis auf den „Leichengestank“ (S.318), optisch beschrieben. Zu Anfang wird der Leser von Süskind durch die rein geruchliche Beschreibung in die Thematik und in Grenouilles Wahrnehmung seiner Umwelt eingeführt. Er wurde sofort mit einer Vielzahl von „Geruchsvokabel“ konfrontiert, so dass es wie ein Sprung ins kalte Wasser ist. Nun am Ende lässt Süskind den Leser eher langsam aus Grenouilles „Geruchswelt“ aussteigen. Den Tod Grenouilles berichtet er aus der Perspektive der Mörder, die durch den Friedhofsgestank abgestumpft, ein noch unterentwickelteres Geruchsorgan haben als der Leser.


Auch nach der Tat errinnern sich die Täter nicht an einen Geruch, sondern nur daran, dass sie sahen, wie Grenouille ein Fläschchen entstöpselte. Das Parfüm wirkt auf die Obdachlosen wie ein Droge und versetzt sie in Wahnvorstellungen Sie glauben einen Engel vor sich zu haben, der von einer „Schönheit war wie von strahlendem Feuer“ (S.319). Dies steht im Kontrast zu vorigen Beschreibungen von Grenouille als Scheusal und Zeck. Ein Gefühlschaos bricht über die Obdachlosen herein: „Ehrfurcht“, „blasses Erstaunen“, das sich immer mehr steigert, hin zu„Begehren“ und „Begeisterung“, bis sie jegliche Hemmungen verlieren, sich ihr Verstand ausschaltet, sie über ihn herfallen und ihn zerfleischen, um einen Teil von ihm zu besitzen. Wie Grenouille durch das Parfüm verändert ist, wird in dieser Szene deutlich: Zuvor mieden ihn die Menschen und ekelten sich vor ihm („...ihn nicht berühren..“S.30), die Friedhofsbewohner dagegen reißen sich darum ihn anzufassen und fressen ihn sogar auf. Während dieser Mordorgie werden dem Leser nun auch akustische Wahrnehmungen vermittelt: „Schlagmesser [..] zerhieben krachend die Knochen.“ (S.319).
Nach der Tat verlässt die Mörder langsam der Wahn wieder und sie werden verlegen, jedoch haben sie kein schlechtes Gewissen. Diese Szene ähnelt der Orgie, die von Grenouille bei seiner gescheiterten Hinrichtung ausgelöst wurde, bloß dass ihn diesmal der Tod ereilt.
Da die Mörder Grenouille samt dem Mädchenparfüm, das er trug verschlangen, tragen sie ihn in sich.
Sie sind von Heiterkeit erfüllt und lächeln mit dem selben Lächeln der Mädchen.

Das war die Zusammenfassung vom Tod von  Jean Baptiste Grenouilles in der Schlussszene von "das Parfüm" mit dazugehöriger Interpretation.

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4.3 / 5 Sternen (4 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2009
  • Note: 2+
  • Aktualisiert: 17.07.16

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