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Der Vulkan von Klaus Mann

Inhaltsverzeichnis

Der folgende Text behandelt den Autor des Werkes "Der Vulkan", eine Inhaltsangabe und Zusammenfassung desselben sowie einige Ansätze zur Interpretation von "Der Vulkan". Selbstverständlich auch als Referat brauchbar, da in Stichpunkten gehalten.

1. Biographie und Lebenslauf Klaus Mann (1906 – 1949)

* 18.11.1906 wird Klaus Heinrich Thomas Mann als 2. Kind geb.
- Eltern: Katja und Thomas Mann
- über seine Kindheit: „Wir wuchsen vergnügt auf, es ging uns ganz ausgezeichnet“
- Anfang 1914 Umzug nach München
- Frühsommer 1915; Erkrankung an einer schweren Blinddarmentzündung; mehrmo-natiger Klinikaufenthalt
- Prägt fürs Leben: „Mir scheint es für mein ganzes Leben von Bedeutung zu sein, dass ich in diesem Alter so nahe an den Grenzen des Todes gewesen bin.“
- 1915; Gründung des „Laienbund Deutscher Mimiker“; Kindertheaterbühne; mit Schwester Erika
- 1922 Wechsel auf das Internat Odenwaldschule, wegen schlechter Noten und unge-bührlichem Verhalten; Prinzipien der Reformpädagogik
- 1923 verlässt er die Schule; verliebt in Mitschüler
- 1924 Juni: Verlobung mit Pamela Wedekind (Tochter von F. Wedekind); September: Umzug nach Berlin; Arbeit als Theaterkritiker; Beginn der Publikationen von Kurzge-schichten
- 1925 Veröffentlichung „Der fromme Tanz“; gilt als einer der ersten deutschen homo-sexuellen Romane; Outing von Klaus; trotz Strafe in der W. R.
- es folgt erste größere Auslandsreise: England, Paris, Marseille, Tunesien, Palermo, Neapel, Rom
- 22.10.1925 Uraufführung „Anja und Esther“ in den Hauptrollen spielen Klaus u. Eri-ka Mann sowie Pamela Wedekind u. Gustav Gründgens
- kaum Interesse der Presse; nur für die Mann-Kinder
- Juni 1926 Hochzeit Gustav Gründgens und Erika Mann
- 1927 Veröffentlichung seiner Reiseerfahrungen „Heute und Morgen. Zur Situation des jungen geistigen Europas“; Auflösung des Theaterquartetts nach Misserfolgen
- 1927/28 achtmonatige Weltreise mit Erika; Veröffentlichung des humor. Reiseberich-tes „Rundherum. Das Abenteuer einer Weltreise“
- ab 1928 häufiger Aufenthalt in Paris; lernt dort Jean Cocteau und André Gide kennen
- 1929 Scheidung der Ehe von Erika
- 1929/30 rege schrifstell. Tätigkeit; Veröffentlichung „Abenteuer. Novellen“ u. „Ale-xander Roman der Utopie“
- 1930-32 mehrer Reisen mit Erika; 1930 Einlieferung in Krankenhaus wegen übermä-ßigem Haschisch-Konsum (in Marroko)
- 1932 „Kinder dieser Zeit“ Autobiographie; „Treffpunkt im Unendlichen“ wichtigstes Werk vor Exil; vereint Erfahrungen von Klaus (Drogen, Suizid und Liebe)
- Mai 1932 Suizid des Jugendfreundes Ricki Hallgarten; Folgezeit wird Klaus’ gele-gentlicher Drogenkonsum zur Sucht
- 13.03.1933 verlassen die Geschwister D.; Erika geht in Schweiz; Klaus emigriert über Amsterdam, Zürich und Prag nach Paris
- Klaus schwankt zu dieser Zeit zw. Engagement im Exil und tiefen Depressionen
- Wichtiger Bezugspunkt ist elterlicher Wohnsitz in Südfrankreich
- 1933-35 Herausgabe der Exilzeitschrift „Die Sammlung“; Versuch Manns eine ein-heitliche antifaschistische Front zu bilden; Gewinnung verschiedener Autoren: z. B. Brecht, Einstein, Trotzki, Hemingway
- Zeitung muss wenig später wegen zu geringer Abnahme eingestellt werden
- 1934 Aberkennung der deutsch. Staatsbürgerschaft
- 1935 „Symphonie Pathétique“ (Roman über Tschaikowsky); erneuter Einfluss von Todessehnsucht und Homosexualität
- Juni 1936 Selbstmord des Schriftsteller René Crevel; enger Freund und ehemaliger Liebhaber
- 1936 „Mephisto“ Roman über die Verstrickung der Intellektuellen mit dem NS-Regime; Hauptfigur trägt Ähnlichkeit mit Gründgens
- September 1936 Vortragsreise durch die USA; Unterstützung v. Bemühungen die zu einer Einigung der Exilopposition
- Mai 1937 Heroin-Entziehungskur in Budapest; Annahme der tschechischen Staatsbür-gerschaft; Beginn eines Verhältnisses mit dem Autor Thomas Quinn Curtiss
- Sept. 1937 Europareise mit Curtiss; erneute Vortragsreihe in den USA (oft mit Erika)
- April 1938 erneute Entziehungskur in Zürich
- Juni/Juli 1938 zusammen mit Erika Kriegsberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg
- Sept. 1938 nach Unterzeichnung des Münchner Abkommens scheint Krieg für K. un-ausweichlich; Emigration in die USA; Zimmer in NY Hotel wird zur ersten festen Ad-resse seit Jahren
- April 1939 „Escape to Life“ wird veröffentlicht; gem. mit Schwester E. geschrieben; Buch über Emigration
- Mai 1939 Suizid des Schriftstellers und gem. Freundes Ernst Toller
- 1939 „Der Vulkan“; später genauer
- 1940 „The other Germany“ weiteres Werk über die Emigrantenszene
- 1941 Zeitschrift „Desicion A Review of Free Culture“; wird zu einer der bed. Kul-turzeitschriften der 40iger; Feb. 1942 hoch verschuldet eingestellt
- April 1942 K. meldet sich freiwillig zur US-Armee; wird nicht angenommen
- September 1942 „The turning Point“ erneute Autobiographie
- Dez. 1942 nach intensiver Überprüfung durch das FBI wegen polit. Einstellung und Homosexualität Einberufung in die Armee
- Jan. 1943 Dienstbeginn
- 25. Sep. 1943 Zuerkennung der US Staatsbürgerschaft
- Dez. 1943 Abreise aus den USA mit Truppentransport
- Jan. 1944 Ankunft in Casablanca; nach einigen Wochen Teilnahme am alliierten Feld-zug in Italien; Psychological Wafare Branch
- 1945 Mitarbeiter der Armeezeitung „Stars and Stripes“; Mai/Juni; Reise als Be-richterstatter nach Österreich und Deutschland; Teilnahme an einer Pressekonferenz zur Festnahme von H. Göring
- Sept. 1945 Entlassung aus dem Militärdienst; Aufenthalte in Rom, Amsterdam, New York, Kalifornien
- 11.07.1948 ein Selbstmordversuch misslingt
- ab Aug. 1948 kurze Anstellung als Lektor im Bermann-Fischer/Querido-Verlag Ams-terdam
- Apr. 1949 Arbeit an dem Roman „The Last Day“; schreiben wird für ihn zur Qual und ist fast nur noch unter Drogen möglich
- 10. – 15.05. 1949 erneuter Versuch des Drogenentzuges in Nizza
- 25.05.1949 Tod durch eine Überdosis Schlaftabletten in Cannes; Eltern und Erika setzten Vortragsreihe in Skandinavien fort; nur jüngster Bruder Michael nimmt an der Beerdigung teil

2. Manns Verhältnis zum Vater

- ein kompliziertes Verhältnis zwischen Zuneigung und Ablehnung
- bereits nach der Geburt setzt der Vater große Erwartungen in ihn; hat sich immer Sohn gewünscht
- „Ich empfinde einen Sohn als poesievoller, mehr als Fortsetzung und Wiederbeginn meinerselbst unter neuen Bedingungen“
- anlässlich des 50 Geb. von Thomas Mann sagt K.; S. 7
- wichtige Person in der Kindheit war Mutter
- der Vater lebt kaum mit der Familie; hat strengen Tagesablauf; wird von den Kindern der „Zauberer“ genannt
- Vater hat große Probleme mit der offen ausgelebten Homosexualität von K.
- So veröffentlicht er als Reaktion auf das Buch „Der fromme Tanz“ einen Essay „Über die Ehe“
- Dieser lehnt Homoerotik als Widersinn und Fluch ab
- Später wird Verhalten von T. während der NS-Regierung zu einem großen Problem für K.
- K. war bekennender Antifaschist: „Unbestreitbar war ich gegen Hitler – von Anfang an, unbedingt, ohne irgendwelche Vorbehalte“
- T. bezieht zunächst keine Position gegen Hitler
- So zieht er unter anderem seine Zusage an der Mitarbeit bei der Zeitschrift „Die Sammlung“ zurück nachdem Heinrich Mann in der 1. Ausgabe das Naziregime heftig angegriffen hatte; T. Mann hoffte, dass seine Bücher einem Verbot entgehen würden
- 1936 erstmals öffentliche Stellungnahme
- Erst 1937 bekennt sich Thomas zum antifaschistischen Engagement seiner Kinder

3. Manns Verhältnis zur Schwester Erika

- K. sagt zum Verhältnis seiner Schwester: „Erika und ich gehörten zusammen; (...) Wir traten auf wie Zwillinge auf: Die Erwachsenen, wie die Kinder hatten uns als Einheit zu akzeptieren.“
- Zeitlebens eine der wichtigsten Person für K.
- Biographien sind bis 1933 eng miteinander verknüpft
- Riss kommt mit der Emigration
- Nächste Belastung stellt K. Drogensucht dar
- Gegen Ende des Krieges wird der Briefkontakt immer weniger
- Als Erika dann 1947 beginnt mit ihrem Vater zusammenzuarbeiten entfernt das die Geschwister noch mehr

4. „Der Vulkan“- Zusammenfassung, Inhaltsangabe und kurze Interpretation

- Vulkan gilt als sein umfangreichstes und ehrgeizigstes Werk
- Arbeit dauerte fast zwei Jahre
- Er selber bezeichnet das Werk als „vielleicht meine beste Arbeit“
- Die Handlung spielt vom April 1933 bis zum Januar 1939
- Handlungszentrum ist Paris; Nebenschauplätze sind Zürich, Amsterdam, Prag; später USA und Bürgerkriegsland Spanien

- Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Gruppe ausgebürgerter deutscher Intellektuel-ler; der Schriftsteller Martin Korella, seine Freundin Marion Kammer (Schauspiele-rin) (trägt Züge von Erika Mann), der Soziologe David Deutsch, der Literaturhistori-ker Professor Abel
- Um diese gruppieren sich im Handlungsverlauf weitere Personen; hervorzuheben sind franz. Schriftsteller Marcel Poiret (Marions Freund und späterer Mann), Kikjou (Martins Geliebter und trägt Züge von Klaus Mann)
- ABER: keinesfalls biographisch gedacht
- Buch ist in drei Haupteile mit je fünf Kapiteln untergliedert
- Handlung schildert in chronologischer Folge das Leben im Exil: die Flucht, die Etab-lierung im Exil und den Übergang vom Provisorischen zum Alltag
- Zur Exilproblematik; vorlesen S. 54
- Figurenspektrum zeigt die Vielfalt soz. u. polit. Strömungen im Exil
- Mann entwirt in diesem Roman einen „sozialistischen Humanismus“
- Es hat alles Platz: Drogensüchtige, Homosexuelle, Anarchisten
- Zwei wesentliche Leitmotive
- 1. das Motiv eines Vulkans und dessen Bedeutung als Naturkatastrophe; S. 165
- dient K. zum Vergleich eines Vulkans mit Deutschland; wann wird er ausbrechen?
- Als Gegengewicht zur ständigen Bedrohung und 2. Leitmotiv dienen Engelgestalten; S. 545
- Diese Erscheinen Kikjou
- Kikjou vollzieht eine Wandlung
- Zunächst ein „Parasit“ ohne richtige Arbeit; nach dem Tod von Martin zum antifa-schistischem Kämpfer
- Tiefe Frömmigkeit wird zum Antrieb
- In Traumepisoden begegnen im die Engel; überblicken die Schicksale der einzelnen Emigranten
- Mann nutzt die Engel um das komplexe Romangeschehen und den Weltzustand zu be-schreiben
- So fordert Klaus durch die Engel am Schluss zum Aktivismus und Widerstand auf; S. 550
- Roter Faden im Buch ist die Frage: Exil ja o. nein
- Nach K. eindeutig für Exil
- Gibt bessere Möglichkeiten zum Widerstand
- Dieses für Mann wichtige Buch wurde zur Enttäuschung für ihn
- Nur 300 Exemplare der Erstauflage werden verkauft
- Trotzdem gelang Klaus Mann mit diesem Buch die langersehnte literarische Anerken-nung zu erhalten
- In einem Brief von seinem Vater äußert sich dieser: „Ganz und gar durchgelesen und zwar mit Rührung und Heiterkeit, Genuss und Genugtuung und mehr als einmal mit Ergriffenheit. Sie haben dich ja lange nicht für voll genommen, ein Söhnchen in Dir gesehen und einen Windbeutel, ich konnte es nicht ändern. Aber es ist nun wohl nicht mehr zu bestreiten, dass Du mehr kannst als die meisten – daher meine Genugtuung beim Lesen, und die anderen Empfindungen hatten auch ihren guten Grund.“

Quellen:

„Klaus Mann“ Biographie (Uwe Naumann)
„Der Vulkan“ (Klaus Mann)

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5 / 5 Sternen (2 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2001
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 30.10.16

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  • Cor schrieb am 03.09.2013:

    Klaus Mann

  • cyl schrieb am 26.06.2011:

    Wie heißt der Autor?

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