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"Die Stadt" Gedichtinterpretation

Inhaltsverzeichnis

Folgend von Theodor Storm: "Die Stadt" eine  Gedichtinterpretation respektive Gedichtanalyse:

Theodor Storm wurde am 14.9.1817 in Husum, einer kleinen Stadt an der Nordseeküste, geboren. Nach seinem Jurastudium eröffnete er eine Praxis als Rechtsanwalt. 1848 musste er jedoch aus politischen Gründen seine Heimat verlassen. Er kehrte nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1856 wieder nach Husum zurück und ließ sich ab 1880 in Hademarschen nieder. Dort starb er schließlich am 4.7.1888. 
Das zentrale Thema des Lyrikers war oft die heimatliche Landschaft. Er verfasste eine Vielzahl von Gedichten und knapp 60 Novellen.

In dem Gedicht "Die Stadt" von Theodor Storm beschreibt das lyrische Ich die Eindrücke, welche es mit seiner Heimatstadt in Verbindung bringt. 
Meiner Meinung nach kann man dieses lyrische Ich mit dem Dichter gleichsetzten, da auch dieser in einer kleinen Stadt an der Nordseeküste aufwuchs. Im weiteren Verlauf des Gedichtes wird dieser Ort durch eindrucksvolle Naturschilderungen deutlich beschrieben.

Schon in der Überschrift stellt man fest, dass der lyrische Text von einer Stadt erzählt. Doch entgegen meinen Erwartungen spricht der Dichter nicht über Häuser, Straßen und Menschen, sondern vielmehr über seine Gefühle, die er mit diesem besonderen Ort in Verbindung bringt. 
Theodor Storm beginnt sein Gedicht mit der Schilderung einer Küstenlandschaft. Er beschreibt eine Stadt "Am grauen Strand, am grauen Meer" (Z. 1), die "seitab", das heißt fern von allem anderen, liegt und die sich vom ganzen Trubel der Umgebung abgrenzt. Es herrscht eine bedrückende Atmosphäre, denn dichter Nebel drückt auf die Dächer und das einzige Geräusch, welches die Stille durchbricht, ist das Rauschen des Meeres. Der Lyriker bezeichnet seine Stadt selbst als "eintönig". Diese Aussage wird durch die doppelte Nennung des Adjektivs grau im ersten Vers noch verstärkt.
In der zweiten Strophe wird die Stille der Stadt beängstigend dargestellt. Man hört das ganze Jahr keine Naturgeräusche, weder das Rauschen des Waldes, noch den fröhlichen Vogelgesang zur Frühjahrszeit. Die einzigen Laute verursacht "Die Wandergans mit hartem Schrei" (Z.8), welche den Ort im Herbst nur kurz auf dem Weg in Richtung Süden überfliegt.
Diese Wandergans ist für mich im übertragenem Sinne ein Symbol für den Mensch. Nicht einmal die Tiere fühlen sich in dieser Gegend wohl. Sie fliegen zu schöneren Orten, aber bleiben nicht an einem ganz gewöhnlichen Platz stehen um dort ihre feste Heimat zu finden. Diese Stadt scheint solch ein ganz gewöhnlicher Platz zu sein, den viele auf den ersten Blick ohne jede Besonderheit sehen und oberflächlich "überfliegen".

Die ersten beiden Strophen stellen für mich die Unveränderlichkeit der Stadt im Laufe des gesamten Jahres dar. Das Gras weht am Strand im Sommer genauso wie im Winter. Es herrscht eine ununterbrochene Einsamkeit, denn im Frühling und Sommer und damit in den Jahreszeiten, in denen normalerweise das Leben blüht und gedeiht, bietet die Stadt und die Natur kein anderes Bild als im Herbst oder Winter - grauer Strand, graues Meer, Nebel. 
In der dritten Strophe tritt erstmals das lyrische Ich in den Vordergrund. Dieser Wandel erscheint unvorhersehbar nach den negativen Eindrücken der ersten und zweiten Strophe und ist bereits an der einleitenden Konjunktion "doch" zu erkennen. Das lyrische Ich gesteht sich mit den Worten "Doch hängt mein ganzes Herz an dir" (Z.11) ein, dass die Stadt noch so grau, noch so rauh und noch so eintönig sein kann, es aber trotzdem immer wieder an diesen Ort zurückkehren wird. Den Grund dafür nennt Theodor Storm in den Versen 3 & 4. Er hatte in dieser Stadt seine Kindheit und Jugendzeit verbracht, sie war seine Heimat. Das Wort "Zauber" sticht besonders hervor. Es strahlt zum ersten Mal eine positive Stimmung in diesem Gedicht aus und macht deutlich, dass dem Lyriker wirklich viel an dieser Stadt liegt. Sie wird diesen Zauber und diesen Glanz immer behalten und dabei ist es egal, welche Veränderungen in ihr oder auch im Wesen von Theodor Storm auftreten. An diesem Platz wird er immer die Ruhe und Geborgenheit finden, die vielen Menschen im Leben fehlt. Obwohl die Gegend für andere Menschen viele Fehler hat, sind diese gerade die Besonderheiten, die er liebt und schätzt. Hier, und nur hier, ist er wirklich zu Hause. Das unterstreicht er mit der Verdopplung der Wörter " [...] auf dir, auf dir" (Z.14).
Im zweiten sowie im letzten Vers der dritten Strophe spricht er seine Stadt direkt an. Doch nun verbirgt sich für den Leser nicht nur eine langweilige graue Stadt dahinter. Durch den starken Gefühlsausbruch rücken die selben Worte, die in den ersten Versen noch die Eintönigkeit darstellten, in ein völlig anderes Licht. Die dritte Strophe mit den letzten Worten "Du graue Stadt am Meer." (Z.15) klingt wie ein lang unterdrücktes Liebesgeständnis an die Heimat von Theodor Storm, an Husum. Er fühlte am eigenen Leib, wie schwer es war, diesen Ort verlassen zu müssen. Dafür war es für ihn um so schöner, nach einigen Jahren wieder zurückzukehren.

Das Gedicht "Die Stadt" besteht aus drei Strophen zu jeweils fünf Versen. Als Metrum wählte der Lyriker einen durchgehenden Jambus, welcher lediglich im zweiten Vers der zweiten Strophe eine Unregelmäßigkeit zeigt. Der erste, dritte und vierte Vers einer jeden Strophe ist jeweils ein vierhebiger, der zweite und fünfte Vers ist jeweils ein dreihebiger Jambus. Die Versenden haben eine durchgehende männliche Kadenz und weisen ein Reimschema aus der Verbindung 
zwischen einem Kreuzreim und einem umarmendem Reim auf. In den vierhebigen Jamben verwendet Storm meist reine Reime. Die erste und dritte Strophe enthält in den dreihebigen Jamben auch einen identischen Reim.

Man findet in dem Text eine Vielzahl von Stilmitteln vor. Theodor Storm verwendet mehrere Enjambements, wie zum Beispiel " [...] es schlägt im Mai Kein Vogel ohn Unterlaß;" (Z.6/7). Weiterhin versucht er mit Lautmalerei an den Beispielen "brausen" und "rauschen" dem Leser eine bessere Vorstellung zu ermöglichen. Ich habe in dem Gedicht zwei Leitmotive festgestellt, die Stadt und das Meer. Diese treten im Verlauf des gesamten Textes immer wieder auf. Durch Wiederholungen in der dritten Strophe will der Lyriker die starken Bedeutungen kennzeichnen, die diese Worte für das Verstehen seiner Gefühle für den Leser haben. 

2. Teil dieser "Die Stadt" Gedichtinterpretation:

Ich persönlich kann mich sehr gut in die Lage von Theodor Storm versetzten. Auch ich liebe im Innersten meines Herzens meinen Heimatort, auch wenn es oft auf den ersten Blick einen anderen Anschein hat. Hier fühle ich mich wohl und weiß ich, dass ich in bestimmten Lebenslagen immer meine Ruhe und Geborgenheit finden werde. Ob ich diese schon morgen oder erst in zwanzig Jahren benötige ist dabei völlig egal, denn an der Anziehungskraft dieses Ort oder meiner Einstellung dazu wird sich nichts ändern. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass hier mein zu Hause ist und hier immer die Menschen auf mich warten werden, die mich mögen.

Ende der Theodor Storm "Die Stadt"-Gedichtinterpretation, wobei kritisch gesagt werden muss, dass man in dieser Interpretation besser nicht "ich finde, dass.." schreiben sollte, sondern stattdessen "man bekommt den Eindruck, dass..". Fragt zum Texte Analysieren und Interpretieren aber allgemein euren Lehrer wie er es gern hätte!

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4.1 / 5 Sternen (18 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2012
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 21.06.16

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  • SuddenTV schrieb am 15.12.2013:

    alles jut danke

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