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"Die Stilllegung" Inhaltsangabe & Interpretation

Inhaltsverzeichnis

Die Kurzgeschichte, „Die Stilllegung“ von Peter Maiwald, befasst sich mit der Problematik des Verhaltens gegenüber älteren Menschen, sowie Menschen welche nicht mehr am Arbeitsprozess teilnehmen können. Anhand des Beispiels von Pobel, der Hauptperson des Geschehens, lässt dieser Text erkennen wie sich ein gewisses Fehlverhalten gegenüber anderen Menschen auf diese auswirken kann.

Pobel, der von den Gutachtern „stillgelegt“ wurde, ist nun nicht mehr an dem alltäglichen Arbeitsprozess beteiligt, sondern ist fortan in Rente. Er ist 60 Jahre alt doch er lohnt nicht mehr [Zeile 02 – 06]. Da Pobel allerdings noch ein bisschen „funktioniert“ darf er weiterhin rausgehen. Monatlich bekommt er einen bestimmten Betrag auf sein Konto überwiesen, womit er seinen Bedürfnissen nachkommen kann. Schließlich erhält Pobel eine Bedienungsanleitung in welcher das richtige Verhalten eines „stillgelegten Menschen“ im Alltag geschildert wird. Nun, da er in Rente ist, merkt Pobel, dass Autofahrer ungeduldig werden wenn er die Straße überquert, die Kunden an der Kasse im Supermarkt murren wenn er sein Portmonait nicht sofort findet. Auch sein Hausherr begrüßt ihn jedes Mal verwundert: „Mensch Pobel, sie leben ja noch.“. Als sich Pobel in der Parkanlage aufhält, kommt ein kleines Mädchen zu ihm und fragt ihn etwas, augenblicklich erschien eine Frau neben ihr und ermahnte sie zu gehen. Als er eines Abends in dem Glashäuschen der Haltestelle vor der Fabrik, in welcher er arbeitete, von zwei Polizisten aufgegriffen wird, behandeln ihn diese wie ein kleines Kind, bringen ihn nach Hause und fertigen einen Bericht über seinen Zustand an. Schließlich greift die Fürsorge ein, Pobel kommt in ein Heim und stirbt schließlich 1 Woche später.

Pobel ist 60 Jahre alt, hat zwei Hände, aber sie packen nicht mehr zu wie früher, er hat zwei Beine, aber sie laufen nicht mehr auf vollen Touren, er hat einen Kopf – „überaltertes Erfahrungsmaterial“ meinen die Experten. Pobel hat noch Augen, Ohren, einen Mund, eine Nase und sogar Fähigkeiten, aber er lohnt nicht mehr [Zeile 02 – 06].
Da die Experten eben zu dieser Ansicht gelangt sind, ist Pobel nun in Rente und darf sich nicht mehr in den Arbeitsprozess integrieren.

Peter Maiwalds Kurzgeschichte beschreibt die Problematik, welche für Mensche vorherrscht, die nicht mehr am Arbeitsprozess beteiligt sind. Diese Problematik wird durch verschiedene Beispiele verdeutlicht:

Den Anfang zu diesem Problem bildet das Verhalten der Gutachter die ihn für nutzlos erklären. Von ihnen erhält er schließlich auch ein Richtlinienblatt: „Bedienungsanleitung für ältere Menschen“. Pobel wird folglich nicht weiter wie ein Mensch behandelt oder angesehen, sondern eher wie ein abgenutzter Gegenstand der nicht mehr benötigt wird.

An der Kasse im Supermarkt murrt eine Schlange Kunden hinter ihm, als er einmal seine Geldbörse suchen muss [Zeile 26f]. Die anderen Kunden murren und reagieren gereizt auf die Dauer, welche Pobel an der Kasse benötigt. Durch die Reaktion der anderen Kunden wird Pobel nervös, sucht also noch schneller, dafür aber ungenauer. Auch sein Selbstvertrauen leidet stark unter solchen Situationen, denn es erschein er sei anderen Menschen im Weg und würde diese behindern.

Auch die Situation die sich in der Parkanlage zwischen der Frau, dem Kind und Pobel abspielt erscheint verunsichernd.. Durch das Auftreten der Frau wird deutlich erkennbar das sie Pobel, der wie erkennbar über 60 Jahre alt ist, und auf einer Bank sitzt, für unseriös hält. Aus diesem Grund ermahnt sie das Mädchen augenblicklich zum Gehen, als sie sieht, wie es in Kontakt mit Pobel tritt. Im Gegensatz zu der Frau ist das Kind unvoreingenommen, was dadurch zu erklären ist, dass es das verhalten der Frau, möglicherweise ihrer Mutter, nicht versteht, schließlich ist sie in diesem Punkt noch nicht von den Einflüssen der Gesellschaft geprägt.

Der Text beschreibt das Leben von Pobel, welcher nicht mehr in den Arbeitsprozess integriert ist. Er wird fortan nicht mehr als Mensch betrachtet sondern gilt vielmehr als eine Art Maschine, die nutzlos geworden ist. Eine Entpersonifikation Pobels wird durch verschiedene Worte eingeleitet:
Stilllegen, Bedienungsanleitung, Gutachter, er funktioniert noch ein bisschen, Betriebskosten, Instandhaltungskosten, er soll nicht rosten, Wartungshallen.

Diese Worte werden speziell für den Bergbau verwendet:
Wenn beispielsweise ein Eisen-Erz-Bergwerk nicht mehr funktionsfähig ist, wird es stillgelegt. Dies geschieht durch Experten auf dem entsprechenden Gebiet: die Gutachter. Das dieses Verhalten nicht nur auf Pobel begrenzt ist wird besonders in dem letzten Satz: Sein Tod, eine Woche später, ist für das Heim der Abgang eines Neuzugangs. [Zeile 40 – 41] Folglich gelten Menschen, die nicht am Arbeitsprozess teilnehmen können, nicht als wertvolle oder ergiebige Mitglieder für unsere Gesellschaft.

Pobel ist das erste Mal in einer solchen Situation. Möglicherweise hat auch er sich, al Jugendlicher, nicht gut gegenüber älteren Menschen verhalten und versteht jetzt wie sich eben diese Menschen fühlen müssen. Er bereut also was er getan hat.

Die Geschichte spielt an alltäglichen Orten wie dem Supermarkt, dem Park und die Haltestelle vor der Fabrik in der er arbeitet. Besonders die Haltestelle vor der Fabrik, den Supermarkt, den Park und den Raum mit den Gutachtern gilt es zu beachten, da diese Orte das Geschehen und das Verhalten von Pobel beeinflussen. Mit Ausnahme des Geschehens vor der Fabrik handelt es sich hierbei um Ereignisse, die sich während der Geschäftszeiten zutragen. Erst die Situation, in der Pobel von den Polizisten aufgegriffen wird, findet am Abend statt.
Es handelt sich allerdings um ein Zeitloses Geschehen, da täglich solche Situationen vorherrschen und sich auch Menschen in 20 Jahren noch damit identifizieren können.

Die von Peter Maiwald verwendete Textart ist die Kurzgeschichte, die eine steigende Spannungskurve hat. Es handelt sich hierbei außerdem um eine Form des Klimax, da es wie folgt aufgebaut wurde:

Pobel kommt in Rente – Autofahrer schimpfen über ihn – Kunden murren an der Kasse – Frau bringt ihr Kind so schnell wie möglich weg von ihm – Polizisten behandeln ihn wie ein kleines Kind – Pobel kommt ins Heim – Er stirbt.
Sowohl durch die Einleitung als auch durch den Schluss wird vermittelt, dass Pobel uninteressant ist und nicht länger ein Teil unserer Gesellschaft, er gilt als abgenutzte Maschine. Aus eben diesem Grund werden Wörter, welche man im Zusammenhang mit dem Bergbau verwendet, genutzt. Da wir uns nicht weiter um Maschinen, welche nicht mehr funktionstätig sind kümmern und sie stattdessen wegwerfen, handelt es sich um gut gewählte Ausdrücke. Außerdem handelt es sich um einen einfachen Sachbau, was die Geschichte für jede Person verständlich macht.

Persönlich würde ich diese Kurzgeschichte weiterempfehlen, da es er Maiwald, auch ohne es genau zu beschreiben, gelungen ist die Gefühle eines solchen Menschen, der sich selbst nicht mehr als Teil der Gesellschaft ansehen kann, zu beschreiben. Man fühlt praktisch mit Pobel mit und wird mit jedem Ereignis deprimierter. Allerdings finde ich es definitiv nicht gut, einen Menschen, dessen Selbstbewusstsein bereits nicht mehr besteht auf diese Weise zu verletzen.
Ein schlechtes Verhalten gegenüber älteren Menschen herrscht selbstverständlich auch in meiner Umgebung vor. Es wird dadurch ausgelöst, dass viele meiner Freunde ihre Wut an anderen Menschen auslassen, Menschen die sich nicht dagegen wehren können. Natürlich sollte jeder von uns versuchen etwas dagegen zu unternehmen.
Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Ereignis vor ca. 1-2 Monaten. Ein paar Jugendliche haben aus Spaß auf einen alten, obdachlosen Mann eingetreten. Vermutlich geschah dies um Aggressionen abzubauen oder einfach nur um cool zu wirken. Das es sich hierbei nicht um irgendeine Form der Notwehr handelte ist daran zu erkennen, dass es sich um eine Gruppe von Jugendlichen handelte, die zwischendurch Zeit für Zigarettenpausen hatten. Letztendlich ist der Mann gestorben.

Hierbei handelt es sich um ein extremes Beispiel von körperlicher Verletzung. Aber persönlich bin ich der Meinung, dass es schadhafter für einen Menschen sein kann, wenn er über einen langen Zeitraum psychische Gewalt ertragen muss, so wie es Pobel im verharmlosten Sinne geschah.
Aber wie bei einem solchen Beispiel handelt es sich, laut der Meinung von vielen Jugendlichen, ja nur um ein Vergehen an Personen, welche sowieso nicht mehr von Nutzen sind.

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5 / 5 Sternen (2 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2010
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 21.10.16

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  • Annalisa schrieb am 17.06.2013:

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