Schulzeux.de > Deutsch

Emilia Galotti Interpretation, Szenenanalyse & Dialoganalyse

Inhaltsverzeichnis

In diesem Artikel wird eine "Emilia Galotti Interpretation" eines speziellen Auftrittes vorgenommen. Wichtig ist zu wissen, das Lessing stets Kritik äußert und gesellschaftspolitische Misstände anprangert, was nicht zuletzt in der überspitzten Charakterisierung der Personen zum Ausdruck kommt. So ist auch in jeder Emilia Galotti Szenenanalyse immer diese Intention Lessings einzubringen sowie die allgemeine Epoche der Aufklärung. Wer übrigens nicht weiß, wie man eine Dramenanalyse bzw. Szenenanalyse vom Aufbau her zus chreiben hat, klickt einfach den verlinkten Artikel an und weiß danach GANZ SICHER Bescheid - dutzende KOmmentare bestätigen das. Los geht es mit unserer...

Emilia Galotti Interpretation & Szenenanalyse

Aufzug 1, Auftritt 6 (inkl. Interpretation und Charakterisierung)

Der 6. Auftritt im 1. Aufzug in Gotthold Ephraim Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti“ ist ein Dialog zwischen Marinelli, dem Kammerherrn des Prinzen, und Hettore Gonzagen, dem Prinzen, über die unangenehmen Staatsgeschäfte des Prinzen und seine Liebe zu Emilia Galotti. Diese Szenenanalyse soll eine Interpretation der "Emilia Galotti" Lessings beispielhaft abhandeln.

Dieser Auftritt lässt sich unter dem Aspekt der Dialoganalyse Galottis problemlos in 4 Abschnitte gliedern.
Im ersten Abschnitt (S. 12, Z.18 – S.14, Z.4) sprechen die beiden über Gräfin Orsina, die den Tag zuvor in die Stadt kam. Sie befürchtet, dass sie nach der Hochzeit, des Prinzen mit der Prinzessin von Massa durch eine neue Geliebte ersetzt werden könnte. Der Prinz reagiert empfindlich und genervt „Einer neuen Geliebten – Nun denn? Wollen Sie mir daraus ein Verbrechen machen, Marinelli?“ (S.13, Z.19 f.) Dieser Satz des Prinzen und der Fakt, dass er seine Heirat mit der Prinzessin von Massa als ein Opfer seinerseits im Staatsinteresse bezeichnet, zeigen eindeutig seinen Egoismus und Selbstmitleid.
Marinelli erklärt dem Prinzen daraufhin, dass er nur aus Mitleid mit der Gräfin mit ihm gesprochen hätte und dass das auf keinen Fall seinem eigenem Empfinden entspricht. Folglich erläutert ihm der Prinz, dass er nichts mehr für die Gräfin empfindet. Diese Unterwürfigkeit Marinellis gegenüber dem Prinzen zeigt eindeutig, dass der Prinz der Herr ist und Marinelli nur sein Diener. Das wird auch durch die Apostrophen Marinellis gegenüber dem Prinzen deutlich „Gnädiger Herr“ (S.12, Z.18); „Prinz“ (S.13, Z.1).
Im zweiten Abschnitt (S.14, Z.5 – S.15, Z.3) unserer Szenenanalyse wechseln sie das Thema auf den Grafen Appiani und seine baldige Heirat. Marinelli verurteilt diese Heirat und beteuert den Grafen, der nun sein Ansehen beim Hochadel verliert, da er ein bürgerliches Mädchen heiratet. Er berichtet dem Prinzen mit viel Sarkasmus und Ironie „Was kann er Besseres tun? Hier ist es durch das Missbündnis, welches er trifft, mit ihm doch aus.“ (S.14, Z.32 ff.); „Ein Mädchen ohne Vermögen und ohne Rang, hat ihn in ihre Schlinge zu ziehen gewusst,“ (S.14, Z.14 f.)

Der Prinz wiederum beneidet weiterhin in der Szenenanalyse den Grafen um seine Entscheidungsfreiheit und stellt den Hochadel als nichts Besonderes dar „- in welchen das Zeremoniell, der Zwang, die Langeweile, und nicht selten die Dürftigkeit herrschet.“ (S.14, Z.36 - S.15, Z.2) Er spricht nur gut über den Grafen „ein sehr würdiger Mann, ein schöner Mann, ein reicher Mann, ein Mann voller Ehre.“ (S.14, Z.24 ff.), während Marinelli versucht, ihn beim Prinzen unbeliebt zu machen, da er den Grafen Appiani nicht ausstehen kann. Der Grund für diesen Hass wird in dem Auftritt allerdings nicht deutlich. Vielleicht möchte Lessing damit zeigen, dass es nicht immer einem Grund bedarf, um einen anderen Menschen zu hassen. Wahrscheinlich, hat Marinelli nicht damit gerechnet, dass der Prinz, trotz Appianis Heirat mit einer Bürgerlichen, immer noch soviel von ihm hält, sonst hätte er das Gespräch wohl kaum auf den Grafen gebracht.

Der dritte Abschnitt (S.15, Z.4 – S.17, Z.12) unserer "Emilia Galotti Szenenanalyse" beginnt mit der Erkenntnis des Prinzen, dass die Verlobte des Grafen Emilia Galotti ist. Diese Erkenntnis ist gleichzeitig der Spannungshöhepunkt des Auftrittes. Dies macht Lessing durch kurze Sätze „Zuverlässig, gnädiger Herr.“ (S.15, Z.8) und Ellipsen „Wie, Marinelli? Eine gewisse -“ (S.15, Z.5) deutlich. Der Prinz versucht vergeblich sich einzureden, dass es eine andere Emilia Galotti sei „So gibt es noch eine, die beide Namen führt.“ (S.15, Z.14). Diese Verzweiflung wird durch die Emphasen „Nimmermehr!“ (S.15, Z.7) und Correctio „nein, sag ich; das ist nicht, das kann nicht sein.“ (S.15, Z. 9) deutlich. Er möchte es immer noch nicht wahrhaben, bis Marinelli ihn mit seiner sich ständig wiederholenden Antwort „Eben die“ in den Wahnsinn treibt. Der Leser gewinnt den Eindruck, dass es Marinelli vergnügt, den Prinzen leiden zu sehen. „Sprich dein verdammtes „Eben die“ noch einmal, und stoß mir den Dolch ins Herz.“ (S.15, Z.30 f.)

Für den Prinzen bricht eine Welt zusammen. „So bin ich verloren! – So will ich nicht leben!“ (S.16, Z.5 f.). Er ist erbost über Marinelli, da dieser ihm dieses Ereignis solange verschwiegen hat, obwohl er wüsste, dass der Prinz Emilia liebt. Er behauptet, Marinelli habe ihre Freundschaft verraten und beklagt sich, dass Fürsten keine Freunde haben können und dürfen. Dadurch kommt erneut das Selbstmitleid des Prinzen zum Vorschein. Marinelli jedoch beteuert, dass er nichts von der Liebe des Prinzen zu Emilia Galotti wusste und dass der Fürst nur keine Freunde hätte, da er keine haben wollte. Durch dieses Kommentar zeigt Marinelli, dass er gerne der Freund des Prinzen wäre, er ihn nur nicht lasse. Durch das Geständnis des Prinzen, wird außerdem das Machtverhältnis verschoben. Nun ist nicht mehr der Prinz der Herr und Marinelli der Diener, sondern, der Prinz wird zu einem Untegeben der verzweifelt auf eine Lösung Marinellis wartet. „Retten Sie mich, wenn Sie können;“ (S.17, Z.11)

Das wird besonders im vierten Abschnitt (S.17, Z.13 – S.18, Z.15) dieser "Emilia Galotti Interpretation" verdeutlicht, in dem Marinelli dem Prinzen seinen Rat nahe legt: „Waren, die man aus der ersten Hand nicht haben kann, kauft man aus der zweiten.“ (S.17, Z.15 ff.) Der Prinz lehnt diesen Vorschlag angewidert ab, fragt allerdings weiterhin nach Marinellis Rat. Durch diesen ersten Rat von Marinelli, wird erst klar, wie durchtrieben er ist. Es liegt ihm mehr daran, den Grafen zu verletzen, als dem Prinzen zu helfen. Der Prinz, zeigt in diesem Abschnitt jedoch das erste Mal so etwas wie Edelmut, welcher allerdings durch seinen ausgeprägten Egoismus wieder verdrängt wird, indem er Marinelli verspricht ihm in allem was er tut freie Hand zu lassen. Daraufhin schlägt dieser vor, den Grafen noch heute als Gesandten nach Massa zu schicken, während der Prinz zu seinem Lustschloss, nach Dosalo fahren soll. Nun folgt eine Zusammenfassung der Emilia Galotti Interpretation, Szenenanalyse & auch  Dialoganalyse in einem längeren Absatz!

Zusammenfassung der "Emilia Galotti Interpretation"

Zusammenfassend muss ich sagen, dass dieser Auftritt die Intention hat, dem Leser den Kontext der Tragödie näher zu bringen. Es sind alle Aspekte des Konflikts in diesem Auftritt enthalten. Gräfin Orsina liebt den Prinzen, der bald die Prinzessin von Massa heiraten wird, der Prinz liebt Emilia, Emilia Galotti heiratet Graf Appiani, der wiederum der Feind des Kammerherrn des Prinzen ist. Außerdem werden die Charaktereigenschaften des Prinzen und von Marinelli sehr deutlich. Der Prinz, auf der Flucht vor seinen Pflichten und auf der Suche nach Liebe, jedoch auch egoistisch und machtverwöhnt. Er denkt in keiner Hinsicht an seine Mitmenschen. Zum Beispiel spricht er nur gut über den Grafen, der hat all die Charaktereigenschaften hat, die sich eine Frau wünscht. Er kommt gar nicht auf den Gedanken, dass Emilia vielleicht nicht ihn sondern den Grafen lieben könnte. Marinelli, der Kopf hinter der Verschwörung gegen die bevorstehende Heirat, der die Chance wittert, sich beim Prinzen einzuschmeicheln und dem Grafen eins auszuwischen.

Lessing verdeutlicht in diesem Auftritt auch den Ständeunterschied. Er vermittelt uns dies direkt, durch Marinelli, der erklärt, dass der Graf nicht mehr beim Hochadel angesehen sein wird, sobald er ein bürgerliches Mädchen heiratet und indirekt, durch den Prinzen, der immer wieder erklärt, wie langweilig der Hochadel doch ist, und dass er keinen Wert darauf legt hoch angesehen zu sein, andererseits auch alle Vorteile des Adels genießt. Er weiß nicht zu schätzen, wie gut es ihm geht und nimmt alles als selbstverständlich hin.
Aus diesen Gründen würde ich den sechsten Auftritt als Kernstück der Exposition bezeichnen.
Man muss auch erwähnen, dass jegliche Interpretation als auch Versuche der Szenenanalyse zu "Emilia Galotti" wie zu allen anderen Dialaganalysen von Texten oder Werken nur ein Versuch ist, den Autor zu verstehen und zu deuten. Es muss nur logisch und schlüssig klingen, etwas Hintergrundwissen rein und gut ist. Wie man genau einen Text analysiert und interpretiert, ist hier zu finden Aufbau einer Interpretation und Analyse.

ANZEIGE Klassenfahrt
Jugendreise.de organisiert erlebnisreiche Schüler Klassenfahrten und fast jede Form von anderen Gruppenreisen.

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

4.1 / 5 Sternen (90 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2013
  • Note: 1
  • Aktualisiert: 09.07.16

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 1 plus 4? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:
  • JuliDietrich schrieb am 15.12.2014:

    ist eigentlich irgendwem mal aufgefallen, dass die seitenangaben zur hälfte nicht vom 1. aufzug, 6. auftritt sind?
    ich hab diese zeilenangaben verwendet und nun hat meine lehrerin einen verdacht auf abrschreiben aus dem internet -.-

  • Robin schrieb am 14.12.2012:

    Hoffe wir müssen eine Dialoganalyse zum 1. Aufzu und dem 1. Auftritt machen. Dann weiß ich zumindest was ich so schreiben kann...
    Top!

  • Unbekannt schrieb am 18.10.2012:

    An sich ein all beschreibender Text, nur hatten wir neulich im Unterricht, dass man nicht ,,In der Szenenanalyse" schreiben sollte, da die Quelle im Buch ja noch keine Analyse ist sondern lediglich die Quelle von der die Analyse gemacht wird.

  • Gangster schrieb am 20.03.2012:

    Hier hat sich jemand viel mühe gegeben du solltes dies respektieren. Du hättest so eine gute Analyse nicht hingekommen! Ich finde die gut :D.

  • Toby schrieb am 12.03.2012:

    Also jetzt bin ich überrascht:
    Genau diese Dramenszenenanalyse gab unser Lehrer uns vor 4 Tagen und sagte "Schaut dies ist zum Beispiel eine nur mäßige Analyse. Als Hausaufgabe: Verbessert diesen [...] Text".
    Tja für alle alten Kommentare oben:
    SATZ MIT X WAR WOHL NIX...

    Admin: schmähende Beleidigungen entfernt

  • Manu schrieb am 30.04.2011:

    Ich persöhnlich finde es bei einigen Auftritten von Emilia Galotti sehr schwer, eine Dialoganalyse zu schreiben, daher bin ich für dieses Beispiel hier sehr dankbar. Aber, und damit spreche ich hier für die Mehrheit aller schüler, ich würde mich sehr darüber freuen, wenn wir eine Dialoganalyse des 7. AUFTRITTES des 4. AUFZUGES als Beispiel bekommen könnten, um somit auch ein Beispiel für die Erfassung von erheblich komplexeren Gesprächen zu erhalten.

  • Christoph ramp schrieb am 06.04.2011:

    SUPER

  • Sina schrieb am 08.02.2011:

    Denk an die VorGeschichte und was für Auswirkungen dieser Dialog für dich geschichte hat!! Hab sie mir nicht durchgelesen aber passt bestimmt schon.

  • Yannick schrieb am 15.11.2010:

    Sehr gut besser gehts kaum ich hätte es so nicht schreiben können aber du solltest am besten noch folgende fragen mit einbringen die die konflikte aller charaktere verdeutlichen
    was soll ich tun
    was will ich tun
    und was darf ich tun

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+