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"Engel der Bittenden" Interpretation (Nelly Sachs)

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Sachs, Nelly: Engel der Bittenden

Deutsch: Sachs, Nelly: Engel der Bittenden - Gedichtsinterpretation

Gedichtinterpretation von Nelly Sachs' "Engel der Bittenden"

Nelly Sachs ist eine bedeutende Schriftstellerin der Moderne. Sie wurde
durch die Geschehnisse des 2. Weltkrieges geprägt und bringt ihr Mitleid
mit den unterdrückten jüdischen Menschen in ihren Gedichten zum Ausdruck.
Sie erfuhr "tiefe seelische und körperliche Erschütterung durch die
Erlebnisse seit 1933" (Daten deutscher Dichtung S.661, Z.24-25).
Mit diesem Gedicht bearbeitet die Autorin (1891-1970) die Bedeutsamkeit und
Relevanz der Sprache in Zusammenhang mit den gestalterischen Möglichkeiten
zur Kreation einer Kommunikationsebene. Die Sprache ist ein Instrument, mit
welchem man sich mit und gegenüber anderen verständigen bzw. verständlich
machen kann. Was wäre die Welt, wenn es keine Sprache und somit keine
abgerundete Kommunikation gäbe? Unser Leben würde keine Interaktion
beinhalten.

Jedenfalls so, wie wir sie kennen. Die Ausdrucksweise ist daher
der Weg, zu einem gesellschaftlich verträglichen Miteinander. Doch ist
dieser Weg mit Hindernissen übersät. Die Sprache kommt in diesem Gedicht
z.B. in der Metapher "Sand" zum Vorschein. Sand, als eine formbare,
wertvolle Substanz, welche gesegnet, also beständig und von aller Schuld
frei gemacht werden soll. Denn auch mit Worten kann man ein Verbrechen
begehen. Von der Biographie der Autorin ausgehend, kann man hierzu die
nationalsozialistischen ethnischen Säuberungsgedanken in Verbindung
bringen. Beispielsweise wurden dem Volk mit Hilfe von flammenden,
aufstachelnden Reden bestimmte Grundgedanken immer wieder aufs neue
vorgeführt.  Weiter gehts es mit Engel der Bittenden (Nelly Sachs) hier:
Daraus resultiert nun die Sehnsucht nach Sicherheit, nach Frieden. Oder
anders ausgedrückt, nach einer Welt, in der die Dinge noch in Ordnung sind.
Der Wunsch nach einer Verläßlichkeit auf die Sprache, einer begründeten
Gewißheit ist hier allgegenwärtig.

Denn auch in der Sprache herrscht zuweilen eine Verlogenheit vor. Doch nur
mit der Sprache ist es möglich, ein Bewußtsein zu schaffen und die Welt zu
verstehen. Dazu ist es notwendig, dass die neu aufgenommenen oder
gesprochenen Worte aus Kinderhand entstehen. Immer wieder aufs neue. Dabei
steht das Bild der Kinderhand für eine unschuldige, reine und auch kreative
Fähigkeit, die einzelnen Wörter sinnvoll und durchdacht zu einer adäquaten
Einheit zu formieren.

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4.3 / 5 Sternen (3 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2004
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 29.11.16

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