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Faust Kerker Analyse

Inhaltsverzeichnis

Lieber User, es folgt eine wirklich recht umfangreiche Szenenanalyse zu Goethes Werk "Faust 1" und der speziellen "Kerkerszene", die nun interpretiert wird und auch als Inhaltsangabe zusammengefasst wird. Dabei viel Spaß trotz des etwas länger gewrodenen Textes, der euch dafür aber umso mehr Informationen liefert ;)

Faust Kerker Gliederung:

1. Vorgeschichte
2. Grobe Zusammenfassung der Szene
3. Fausts Monolog & Gretchens Lied als Einleitung
4. Gliederung d. Szene
4.1. Gretchens Verwirrung
4.2. Wiedererkennung Fausts & Abwendung
4.3. Gretchens Schuldbekenntnis
4.4. Gretchens endgültige Weigerung
5. Gretchens seelisch-geistiger Zustand
6. Funktion der Szene im ganzen Drama
7. Unterschiede von Faust und Gretchen:
-Perspektiven
-Gegensätzliche Entwicklung
8. Katastrophe in Gretchentragödie
9. Sprachliche Besonderheiten der Szene
10. Quellen

1. Vorgeschichte zum Kerker:

- Gretchen hat sich Faust hingegeben und sich somit schuldig gemacht; Vereinigung mit Faust; wurde schwanger (Todsünde)
- Wollte Mutter mit Trank betäuben aber hat sie umgebracht
- Brachte Kind zur Welt und tötete dieses
- Verurteilt wegen Mord & Kindsmord; ist in Kerker und wartet auf Vollstreckung des Todesurteils
- Faust ist in Begleitung Mephistos aufgebrochen um sie zu erretten

2. Kerkerszene Faust Zusammenfassung:

- Faust dringt mit Mephistos Hilfe in Gretchens Kerker ein
- Gretchen ist durch Mord an Neugeborenem wahnsinnig geworden
- Erkennt Faust erst nicht und hält ihn für Henker
- Erst als er sie beim Namen ruft, erkennt sie ihn und glaubt an Rettung
- Faust wirkt kalt; kann nicht mehr küssen; drängt sie
- Gretchen will nicht mit ihm fliehen
- Er erscheint ihr fremd
- Will wegen ihrem Gewissen lieber Buße tun und für Sünden sterben
- Mephisto erscheint: Gretchen weigert sich stärker mitzukommen, da sie in Mephisto das Böse sieht
- Ergibt sich endgültig dem Gericht Gottes
- Gretchen gerettet, Mephisto zieht Faust fort

3. Fausts Monolog & Gretchens Lied als Einleitung:

- Einleitung d. dramatischsten Szene Fausts: Monolog Fausts & Lied Gretchens
- Faust: - hat Angst, böse Vorahnung „Mich fasst ein längst entwohnter Schauer“
- Gretchens Schicksal scheint ihn stark zu berühren, versteht Gesellschaft nicht (Kritik an Gesellschaft), bedauert sie „der Menschheit ganzer Jammer“
- hat Angst vor einem Wiedersehen mit ihr, weiß nicht wie sie reagieren wird
- von drinnen hört er Gretchens Lied: sie singt Volkslied (Märchen) vom Wacholderbaum: böse Mutter setzt Vater Kind zum essen vor
- Gretchen ist ihn Gedanken weit weg, ist verwirrt, scheint wahnsinnig

4. Kerker Inhaltsangabe

- Szene in 4 Abschnitte eingeteilt
- wenn Du schwierigkeiten hast eine Inhaltsangabe vom Aufbau her zu schreiben dann klicke den Link :)

4.1. Gretchens Verwirrung:

- Margarete glaubt, der Henker käme sie holen
- In ihren Gedanken vermischen sich Hinrichtungstag und Hochzeitstag, an dem ihr als lebendiger Mutter der Hochzeitskranz zerrissen wird, wie Lieschen gesagt hatte
- Sie meint auch, ihr Kind lebe noch „Lass mich nur erst das Kind noch tränken“
- Als sich Faust vor ihr theatralisch niederwirft, fordert sie ihn zum gemeinsamen Gebet auf, (denkt er will mit ihr beten) um der drohenden Verdammung zu entgehen

4.2. Wiedererkennung Fausts & Abwendung:

- Eine Wende tritt ein, als Faust ihren Namen ruft
- Glaubt an seine Gegenwart
- „Alle Qual“ fällt von ihr ab, glaubt an Rettung
- Szenen ihrer Liebesgeschichte treten wieder vor ihr Auge (Straße, wo sie Faust zum ersten mal sah, Garten, in dem sie sich trafen)
- Drängt sich an ihn, spürt aber seine Kälte und wendet sich wieder von ihm ab
- Faust kann sie nicht mehr so leidenschaftlich küssen wie vorher „und hast’s Küssen verlernt“, „deine Lippen sind kalt“

4.3. Gretchens Schuldbekenntnis:

- erkennt, als Faust sie bittet mit ihr zu kommen, vor ihm ihre Schuld und erinnert ihn an seine Schuld „Meine Mutter hab ich umgebracht, mein Kind hab ich ertränkt.“
- Fausts Antwort lautet aber nur „Lass das Vergangne vergangen sein“
- Ist aber für Gretchen unmöglich
- Trägt ihrem Geliebten die Pflege der Gräber auf und findet sich mit ihrem nahen Tod ab
- Weigert sich strikt ihm zu folgen, da sie nicht „mit bösem Gewissen“ weiterleben kann; ist sich ihrer Schuld bewusst; sehr fromm
- Je mehr Faust drängt „Besinne dich doch! Nur einen Schritt, so bist du frei!“ desto intensiver treten ihr die Bilder der toten Angehörigen vor die Seele „Da sitzt meine Mutter auf einem Stein..“

4.4. Gretchens endgültige Weigerung:

- Margarete weiß genau, dass der beginnende Tag ihr letzter sein wird
- In einer Vision nimmt sie ihre Hinrichtung vorweg + spürt schon die dann folgende Todesruhe „Stumm liegt die Welt wie das Grab!“
- Als Mephisto draußen zur Eile mahnt, wehrt sich Gretchen mit allen Kräften gegen seine Gegenwart
- Gibt sich „Gericht Gottes“ hin, erbittet Rettung von Gott und seinen Engeln
- Schaudert vor Faust zurück, der sich, während „von oben“ eine Stimme Gretchens Rettung verkündet, wieder zu Mephisto schlägt
- Mephisto ruft ihn, da er Angst hat, er könnte aus Liebe seinem Gretchen in den Himmel folgen „Her zu mir!“

5. Gretchens seelisch-geistiger Zustand:

Gretchen ist durch den Mord an ihrem Neugeborenem wahnsinnig geworden
- singt Volkslied
- erkennt ihren Geliebten nicht mehr, ist verrückt vor Angst vor dem Henker: „Hab’ ich dich doch mein Tage nicht gesehen!“
- sie verwechselt die Realitätsebenen: „Lass mich nur erst das Kind tränken“, „Sie nahmen mir’s, um mich zu kränken, und sagen nun, ich hätt’ es umgebracht.“
- Fausts Kniefall vor ihr wird als Aufforderung zum Gebet missverstanden
- Bruchartig durchlebt sie Gefühlsschwankungen in kürzester Zeit: „Hab’ ich dich doch mein Tage nicht gesehen!“ und kurz darauf „Du bist’s. O sag’ es noch einmal“
- Sie hat innere Visionen: sie sieht die Mutter auf einem Stein sitzen; dann erblickt sie Blut an Fausts Hand „Stecke den Degen ein“ und sie glaubt „das Kind zappelt“ noch
- Bewertung der Tat: sie geschah im Wahnsinn

6. Interpretation der Kerker-Szene:

- zunächst: falls es dir schwer fällt, Aufsätze so schreiben, so schaue bitte unseren Interpretation Aufbau Analyse Anleitungsfaden durch
- es stellt sich vor allem die Frage, was goethe mit der kerkerszene in faust 1 denn überhauptz ausdrücken wollte

-Schlussszene des ersten Teils der Tragödie
- Kosmischer Rahmen:
o Himmel: „Gericht Gottes! Dir hab ich mich übergeben“, „Ihr Engel! Ihr heil’gen Scharen, lagert euch umher, mich zu bewahren“; Gretchen als Repräsentantin des Himmels
o Welt: „Bist du ein Mensch, so fühle meine Not“; Faust, der Realitätsbehaftete
o Hölle: „Sieh unter diesen Stufen, unter der Schwelle siedet die Hölle“, „Was steigt aus dem Boden herauf? Der! Der! Schick ihn fort!“; Mephisto
- schließt Gretchentragödie aber nicht Geschichte um Faust und die Wetten ab
- Faust erlitt Niederlage vor seiner geliebten Frau, aber nicht vor Mephisto

7. Unterschiede von Faust und Gretchen:

Weiter geht es mit der Faust Kerker dialoganalyse mit einem expliziten Vergleich der Charaktere rund um Faust un d Gretchen

Perspektiven:

- Gretchens Sinn für Welt bereits verwirrt
- Hinrichtung und Hochzeit gehen durcheinander
- ABER: Sinn für Himmel und Hölle geschärft
- Nur Gretchen weiß, dass Himmel, Erde & Hölle miteinander zu tun haben
- Fausts Einstellung dazu ist „Das Drüben kann mich wenig kümmern“
- Er sieht die Situation völlig anders: er ist dem Leben verhaftet, hat Dinge zu tun über die Gretchen längst hinaus ist
- Für sie geht es um die „letzten Dinge“
- Dramatik der Szene ist nur für sie und den Zuschauer erfassbar, nicht aber für Faust
- Er kann nicht erkennen, wie belanglos für Gretchen sein Versuch sein muss, sein Gewissen durch ihre Befreiung zu beschwichtigen
- Sie möchte nicht mit bösem Gewissen leben

Entwicklung:

- Dialog zwischen Faust und Margarete = längster überhaupt, aneinander vorbei
- Fausts „neuer Lebenslauf“ wurde zu Abstieg in die Sinnlosigkeit reinen Genusslebens
- Margarete hat ihre Schuld & ihr Elend in einen Aufstieg verwandelt
- Aus Enge der Unfreiheit des steifen Kirchenglaubens, den sie als tugendstolzes Bürgermädchen hatte, ist sie zu geistiger Klarheit, moralischer Freiheit und reifer Frömmigkeit gelangt, die es ihr ermöglichen ihre Schuld zu erkennen
- Kann alle Folgen ihres und auch Fausts Handelns auf sich nehmen
- Gretchen ist das Beispiel für die Worte des Herrn im Prolog im Himmel: „Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges stets bewusst.“

8. Katastrophe in Gretchentragödie

- Wende hatte sich schon vor Walpurgisnacht bei Gretchenfrage angebahnt
- Faust kann nicht mehr küssen, an seinem Hals wird ihr bang und ihr graut’s vor ihm
- Sie erkennt ihn kaum wieder und ist entsetzt von der Kalte die er ihm gegenüber an den Tag legt
- Gretchens Opfer, die Hingabe an Faust, war umsonst, die Liebe ist zerbrochen
- Rettung ist sinnlos geworden, aber auch menschlich unmöglich „Es ist so elend, betteln zu müssen,..und sie werden mich doch ergreifen“
- Für sie bleibt nur der Tod
- Auch Lösung, weil sie bewusst den Tod als Sühne auf sich nimmt „Ich darf nicht fort“
- Ihre Rettung sucht und findet sie bei ihrem Herrn (Gericht Gottes)

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9. Sprachliche Mittel der Szene "Kerker":

- Gretchen hat größere Dialoganteile
- Sprache wirkt verwirrt und anfangs hilflos, später aber selbstsicher aber auch traurig
- Ihre Reimform ist unregelmäßig: kein festes Schema, ändert sich stets; wirkt verwirrt
- Gretchen nutzt in ihrem Wahnsinn Bilder und Symbole
- Schildert ihre Visionen detailliert
- Fausts rhetorische Überlegenheit ist hier nicht zu erkennen
- Er gibt lediglich kurze Kommentare, welche drängend erscheinen
- Hat keine guten, überzeugenden Argumente um Gretchen zu überreden mitzukommen
- Weiß nicht, was er Gretchen entgegnen soll

10. Quellen der Kerkeranalyse:

- Faust I
- Internet
- weitere Infos zum Beispiel zum Aufbau einer Szenenanalyse hier klicken und Wissen erfahren!

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4.2 / 5 Sternen (86 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2002
  • Note: 2
  • Aktualisiert: 12.07.16

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  • Lena schrieb am 10.12.2014:

    Hat mir wirklich für meine Klausur Vorbereitung geholfen, danke! :)

  • tim schrieb am 19.10.2014:

    tiptop

  • Mehmet schrieb am 05.12.2012:

    Toll :)

  • Peter schrieb am 29.11.2011:

    sehr gute analyse (: hat mir sehr geholfen ^^*däumchen hoch* :D

  • Peter schrieb am 29.11.2011:

    jawohl

  • Jana schrieb am 18.11.2010:

    Sehr gute Analyse ...... Hat mir weitergeholfen .....DANKE!

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