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Frauen in der Romantik (Referat)

Inhaltsverzeichnis

Die Romantik konnte zwar die gesellschaftlichen Schranken ihrer Zeit nicht aufheben, doch ließ sie genügend Freiraum, um den Frauen die Teilnahme am literarischen Leben zu ermöglichen. Ob als Lyrikerinnen, Dramatikerinnen oder Prosaistinnen machten sich viele Frauen einen Namen: Sophie von Albrecht, Christine Westphalen, Karoline von Günderrode, Caroline Schlegel, Caroline Michaelis-Böhmer, Dorothea Veith, Sophie Mereau, Bettina Brentano, Sophie Tieck, Henriette Herz und Rahel Levin. Viele Frauen veröffentlichten ihre Dichtungen anonym, oder ließen sie von ihren Männern publizieren.

Frauen der Romantik

Aber nun zu dem eigentlichen Gegenstand des Vortrags, den "Frauen im Aufbruch" im 19. Jahrhundert in Deutschland. Eine erste und starke Gruppe finden wir im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert zur Zeit der Romantik.
Wenige und vor allem gesellschaftlich privilegierte Frauen kannten als Angehörige des Adels und des gehobenen Bürgertums den der Aufklärung entsprungenen Gedanken der Gleichstellung von Frau und Mann und versuchten, ihn zumindest für sich zu leben - durch ihr entschiedenes geistiges Engagement und ihre persönliche Lebensgestaltung. Sie führten Salons, in denen die bedeutendsten Intellektuellen der Zeit verkehrten und prägten ein neues Frauen- und Menschenbild.
Es ist an dieser Stelle leider nicht möglich, auf die einzelnen Frauen, ihr geistiges Umfeld und WirkSchaffen näher einzugehen, aber als Beispiel für "verschüttete Geschichte" möchte ich doch wenigstens auf einige Frauen kurz hinweisen, deren geistige, gesellschaftliche und gesellschaftskritische Bedeutung in der Literatur- und Geistesgeschichte lange Zeit weitgehend unterschlagen oder unterschätzt wurde.

Caroline Schlegel-Schelling (1763-1809)

hatte z. B. durch ihre Ideen wie ihre konsequente persönliche Lebensgestaltung - sie lebte kompromißlos die romantischen Ideale vor - entscheidenden Einfluß auf den Kreis der Frühromantiker. Für ihre Persönlichkeit beispielhaft steht das Zitat "Göttern und Menschen zum Trotz will ich glücklich sein" (Stern, 1982, S. 8).

Oder Rahel Varnhagen von Ense (1771-1833)

Weder schön noch reich, dazu Frau und Jüdin, fühlte sich Rahel gesellschaftlich mehrfach benachteiligt. Trotzdem war sie eine der geistreichsten Frauen ihrer Zeit. Sie hielt um die Jahrhundertwende in Berlin trotz bescheidener Verhältnisse einen Salon, der Mittelpunkt eines Kreises Intellektueller wurde (die Brüder Schlegel, Clemens von Brentano, L. v. Tieck verkehrten z. B. dort). Man bewunderte ihre geistige Originalität, kritische Urteilsfähigkeit, leidenschaftliche Aufrichtigkeit, die sich auch in ihrem umfangreichen Briefwechsel manifestiert. Rahel Varnhagens wichtigstes Ziel war, mit sich selbst identisch zu sein, d. h. Einheit von Denken und Fühlen herzustellen. Vielen war sie deswegen auch unbequem. In einer sehr einfühlsamen Biographie dokumentiert Hannah Arendt (Arendt, 1984) den Lebensweg dieser beeindruckenden Frau.

Bettina von Arnims (1785-1859)

ihr 200. Geburtstag wurde 1985 in den Medien ausgiebig gewürdigt. Vielen von Ihnen wird Bettina von Arnim bekannt sein als das "liebe Kind" aus Goethes "Briefwechsel mit einem Kind" (1875). Daß sie aber nach einer "Familienphase" von 20 Ehejahren und sieben Schwangerschaften nach dem Tode ihres Mannes als 46jährige wieder aktiv ins gesellschaftliche Leben einstieg, einen bedeutenden Salon hielt und in ihren Werken gesellschaftskritische Ideen vertrat, blieb lange unbeachtet. Hinweisen möchte ich besonders auf ihre 1843 veröffentlichte Schrift "Dies Buch gehört dem König". In fiktiven Gesprächen läßt sie Frau Rat Goethe ihre eigenen sozialphilosophischen und -politischen Ideen entwickeln. Sie stellen ein Plädoyer dar an einen "Volkskönig", Geistesfreiheit zu gewähren und Sozialreformen durchzuführen.
Geschickterweise widmete Bettina von Arnim das Buch dem König Friedrich Wilhelm IV. selbst, weil es sonst, wie sie wußte, der Zensur zum Opfer gefallen wäre. So konnte sie z. B. in aller Öffentlichkeit die Frage stellen, wer denn der größere Verbrecher sei, der Dieb, der aus Armut einen Apfel stehle oder der Staat, der den Dieb in eine solche soziale Lage bringe, aus Hunger einen Apfel zu klauen. Der Zensur zum Opfer fiel allerdings ihr "Armenbuch" (1844), in dem sie empirisches Material zur Situation der Armen aus ganz Deutschland zusammengetragen hatte.

Die Romantik und Emanzipation der Frau

Mit Beginn der Romantik hatten die Frauen zum ersten Mal die Gelegenheit, sich zu emanzipieren. Durch die neu eröffneten Leihbibliotheken waren ihnen Bücher und somit auch Bildung nicht länger verschlossen. Sie konnten sich nun aktiv am literarischen Geschehen beteiligen. Aber auch auf nicht literarischen Ebene eröffneten sich den Frauen viele neue Möglichkeiten: Sie durften ihren Gefühlen freier folgen als bisher, und die freie Wahl des Ehemannes - bisweilen auch eines Geliebten - war im Gegensatz zu den bisherigen Konvenienzheiraten eine neue Möglichkeit für die Frauen. Allgemein stieg ihr soziales Ansehen. Dazu trug auch bei, daß in den Gebieten, in denen in der Folge der Revolutionskriege der Code Napoleon eingeführt worden war, zivilrechtliche, vor allem vermögensrechtliche Entscheidungen der Frauen ermöglicht worden waren.

Anhängerinnen der Romantikwagten sich später dann auch mit eigenen literarischen Produktionen an die Öffentlichkeit. Die ersten Schritte zur Emanzipation waren jetzt also aufgrund der romantischen Literatur getan.

Dichtende Frauen in der Romantik

Die Romantik entdeckte und würdigte ertmals die weibliche Kreativität. Eine bedondere Stellung in der Frühromantik nimmt Karoline Schlegel (1763-1809) ein. Sie hatte wesentlichen Anteil an den Shakespeare-Übersetzungen ihres Mannes August Wilhelm. Wichtig für ihre theoretischen Vostellungen, sind vor allem ihre geistreichen Briefe aus der Frühromantik. Ihre wichtitgste Leistung ist aber wohl das Kunstgespräch "Die Gemälde" (1799) anläßlich eines Besuchs der Dresdener Kunstgalerien.

Die literarisch begabteste unter den dichtenden Frauen der Romantik ist zweifellos Bettina von Arnim, die Schwester Clemens Brentanos (1785-1859).
In dem zum größten Teil fingierten Briefroman "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" (1835) entwirft sie in frei schwebender poetischer Phantasie ein subjektives Goehtebild, in das der romantische Glaube an die unendliche Schöpferkraft des Künstlers eingegangen ist. "Dies Buch gehört dem König" (1843) enthält ein erfundenes Gespräch mit Goehtes Mutter, in dem die Dichterin für die Freiheit gegen spießige Moral und für die geistige und politische Emanzipation der Frau eintritt.

Eine oft untrschätzte Dichterin ist die mit Brentano befreudnete Luise Hensel (1798-1876). In ihrer geistlichen Lyrik gestaltet sie die Erfüllung des menschlichen Glückstrebens in der unbedingten Zuneigung zu einem Gott der Liebe. Die romantische Sehnsucht nach dm Unendlichen und Unbegrenzten konkretisiert sich in einer allumfassenden christlichen Liebesreligion, wie sie in der Spätromantik mehr und mehr in den Mittelpunkt trat und die freigeistigen Vorstellungen der Romantiker abzulösen begann. Berühmt geworden ist vor allem ihr Abendgebet "Müde bin ich, geh´zur Ruh´".

Einen großen Anteil an der Märchenproduktion hatten auf die Frauen Bettina und Gisela von Arnim und Sophie Tieck.

Frauen der Romantik

Hatte die Zeit der Aufklärung, von Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts, schon den Weg für die Frauen in die aktive Kulturszene geebnet und mit Luise Adelgunde Kulmus oder Anna Louisa Karsch anerkannte Schriftstellerinnen hervorgebracht, so kam der wahre Durchbruch für die weibliche Literatenzunft erst mit der Romantik. Eine sehr fortschrittliche Denkweise, was die Rolle der Frau in der Gesellschaft betraf, ermöglichte es den Damen der oberen Schicht, gleichberechtigt neben der bis dahin dominierenden Männerwelt am kulturellen Leben teilzunehmen. Schreibenden Frauen kam zum ersten Mal nicht nur ein Exotenstatus zu, sie wurden selbst zum Mittelpunkt einer eigenen Szene.

Do­ro­thea Schle­gel - eine der wich­ti­gen Frau­en der deut­schen Ro­man­tik

Herausragend dabei Karoline Schlegel-Schelling: Sie war zunächst mit dem Schriftsteller und Literaturwissenschaftler August Wilhelm Schlegel, später mit dem Philosophen Wilhelm von Schelling verheiratet. Schon in ihrer ersten Ehe konnte sie beweisen, was in ihr steckte: Gemeinsam mit ihrem ersten Mann brachte sie eine umfangreiche Shakespeare-Übersetzung heraus. Außerdem begründete sie in Jena einen romantischen Zirkel, zu dem namhafte Musiker, Philosophen, Schriftsteller und Maler gehörten. Einen solchen Treffpunkt des romantischen Gedankenaustauschs bildete auch der Salon der Berliner Schriftstellerin Rahel Varnhagen von Ense. Beide Zirkel wurden zum Inbegriff der Salonkultur, die für die Romantikepoche typisch wurde. Darüber hinaus gelten Varnhagens 1834 veröffentlichte Briefe als wertvolles Zeitdokument romantischen Denkens, aber auch der frühen Emanzipationsbewegung in Deutschland.

Eine weitere wichtige Figur der weiblichen Romantikszene ist

Dorothea Schlegel (1764 bis 1839)

Die Tochter des Philosophen Moses Mendelssohn hatte in zweiter Ehe den Dichter und Kulturphilosophen Friedrich Schlegel geheiratet und lebte mit ihm in Jena und Paris. Der Roman "Florentin" (1801) zählt zu den herausragenden Werken der Romantik. Eine weitere Protagonistin der Frauen in der Romantik ist Bettina von Arnim. Die Schwester von Clemens Brentano trat vor allem nach dem Tod ihres Mannes, dem Romantiker Achim von Arnim, literarisch in Erscheinung. 1840 setzte sie mit einer viel beachteten Biographie der Schriftstellerkollegin und Freundin Karoline von Günderode (geboren 1780) ein literarisches Denkmal. Diese zählte selbst zum romantischen Frauenzirkel, hatte 1804 schwermütige "Gedichte und Phantasien" veröffentlicht und zählte bis zu ihrem frühen Tod 1806, als sie wegen einer unglücklichen Liebe Selbstmord beging, zu den großen Talenten.

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Hilfreiche Links zum Thema:

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http://www.bnv-bamberg.de/home/ba2527/schule/wq_frauenbilder/

http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/107696.html

Quellen:

http://www.uni-ulm.de/LiLL/3.0/D/frauen/biografien/Jh19/aufsatz.html
http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/literatur/literatur_der_romantik/frauen_der_romantik.jsp
http://www.gymnasium-meschede.de/projekte/romantik/emanzipation.htm

http://www.momo-lyrik.de/history.htm
http://www.uni-ulm.de/LiLL/3.0/D/frauen/biografien/Jh19/varnhagen.htm

http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/107696.html

http://www2.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/18/724.html

http://www.bnv-bamberg.de/home/ba2527/schule/wq_frauenbilder/linkliste.htm

http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/deutsch/arnim/links/

http://91.102.137.249/vhsheinsberg/dokumente/ap2009_2010/FB_01.pdf

Wikipedia, u.a.

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4.2 / 5 Sternen (13 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2006
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 23.07.16

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  • streber schrieb am 21.11.2012:

    also bitte gegutenbergt wird hier nicht xD

  • schlauer schrieb am 17.10.2012:

    ja, is ganz gut :) hat mir auf jeden fall weiter geholfen!

  • schlau schrieb am 19.09.2011:

    Sehr hilfreich vielen dank!

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