Schulzeux.de > Deutsch

Friedrich Nietzsche Referat

Inhaltsverzeichnis

Folgend ein  Friedrich Nietzsche Referat mit seinem Lebenslauf und Biographie (Referat).

Der am 15. Oktober 1844 geborene Sohn des Pfarrers Karl Ludwig und seiner Frau Franziska Nietzsche wurde nach dem preußischen König Friedrich Wilhelm genannt. 1846 kommt die Schwester Elisabeth zur Welt. Der Vater stirbt bereits im Jahr 1849. Friedrich Nietzsche wächst daraufhin in einem reinen Frauenhaushalt auf. Seine später zu beobachtende Unterordnung unter die Wünsche der Mutter, sowie der Schwester scheint darauf zurückzuführen zu sein.

Der Mutter wird im Jahre 1858 von dem Direktor der Schulpforta für den jungen Nietzsche ein Stipendium angeboten. So wird die Basis für eine außerordentlich fundierte klassisch-philologische Bildung gelegt. Diese Schule, eine ehemalige Klosterschule, ist durch eine strenge Ordnung geprägt.

Um seiner Neigung zur Literatur und Sprache gerecht zu werden, gründete er zusammen mit Freunden 1860 die Vereinigung "Germania". Die drei Mitglieder verpflichteten sich monatlich Aufsätze und wissenschaftliche Abhandlungen einzureichen. Doch seine zwei Freunde hatten nicht Nietzsches Ausdauer im Verfassen von Aufsätzen. So endete die "Germania" 1863, nachdem Nietzsche die Lust verlor, (Referat) als einziger Beiträge zu leisten.

In diese Zeit fällt auch die Veränderung von Nietzsches Gottesbildes. Das ihm in die Wiege gelegte Gottvertrauen erlischt und der Grundstein für spätere Schriften, wie „der Antichrist“, wird gelegt, da er die Subjektivität allen religiösen Glaubens erkennt. So innerlich aufgewühlt und wissenshungrig, jedoch ohne jegliche revolutionäre Ideen geht der junge Nietzsche an die Universität in Bonn, wo er 1864/65 Altphilologie studiert. Er tritt dort der Burschenschaft Franconier bei, hauptsächlich um kontaktfreudiger zu werden. Nach gescheiterten Reformvorschlägen im Sommer 1865, die sich gegen übermäßiges Trinken und mangelnde Ideale richten, nicht jedoch gegen das Fechten, verlässt er die Burschenschaft. Im Oktober des selben Jahres siedelt er mit seinem Professor Ritschl nach Leipzig über und immatrikuliert sich dort. Durch den enger werdenden Kontakt zu Ritschl werden Aufsätze Nietzsches, die sich hauptsächlich mit dem Griechentum, speziell mit dem Dionysischen beschäftigen, in Ritschls "Rheinisches Museum für Philologie" veröffentlicht, wodurch auch die Professoren der Baseler Universität auf ihn aufmerksam werden und den 24jährigen Philologen als außerordentlichen Professor im Februar 1869 an die Universität Basel berufen. Daraufhin verleiht ihm die Uni Leipzig sein Doktordiplom, basierend auf bereits vorliegenden Arbeiten, ohne Prüfung. In Basel vertieft er zum einen seine Kenntnisse über die Philosophie Schopenhauers und zum anderen den Kontakt mit Cosima und Richard Wagner. Die Grundlagen Nietzsches Weltanschauung, Schopenhauer, Wagner und das Griechentum, vermischen sich nun zu einer einheitlichen Gedankenwelt. Wobei er trotz der Bewunderung Schopenhauers das dionysische im Griechentum höher ein, als die pessimistische Grundeinstellung Schopenhauers. Dieses dionysische ist das Ja-Sagen zum Leben in allen Lebenslagen und des „niemals Aufgebens“.

Als Staatsangehöriger der Schweiz ist es Nietzsche nur möglich, als freiwilliger Sanitäter an der Handlung des deutsch-französischen Krieges teilzunehmen. Auf dem Schlachtfeld zieht er sich Ruhr und Diphtherie zu. Ein nervöses Magen- und Augenleiden behält er ein Leben lang. Die Arbeiten an seinem Werk “Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik” wurden zwar durch den Krieg unterbrochen, doch wurde die Schrift Ende 1871 fertiggestellt. In diesem Werk lassen sich die drei bestimmenden Aspekte Nietzsches Weltbildes wiederfinden, zum einen Schopenhauers Philosophie des (blinden) Willens, das mythischen Musikdramas nach Wagner und zum anderen die Grundtriebe der griechischen Kunst, das Dionysische und das Apollinische, welche sich eigentlich stets bekämpften. Bei Nietzsche endet dieser Kampf mit dem Triumph des Dionysischen. Somit wendet er sich gegen Winkelmanns Kunstideal (siehe Blickfeld Deutsch Seite 205 Text 1 von Winkelmann). Auch bejaht er in diesem Werk den Willen zum Leben und überwindet somit dem buddhistischen Einfluss in Schopenhauers Philosophie.

Als Folge der Diskussion um sein Werk tut sich eine Kluft zwischen Nietzsche und seinem Fache auf. Zusätzlich überwirft er sich mit Wagner, als dieser 1872 sein Festspielhaus eröffnen will und Nietzsche dazu nach Bayreuth reist und von der kommerziellen Ausschlachtung seiner Ideale, von den “Bildungsphilistern”, der Sinnentleerung bzw. Einseitigkeit der Kunstideale abgestoßen wird. In der Folgezeit entstehen die “Unzeitgemäßen Betrachtungen”, in denen er mit seiner Zeit abrechnet. Hierbei ist besonders die 2. Unzeitgemäße: “Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben” von Bedeutung, in der er den Historismus, die Nachahmung vergangener Kunstepochen und deren Vermischung und dem starken geschichtlichen Rückblick (Kulturkrise), stark kritisiert. Besonders in Preußen wird sich gerne im Glanz vergangener Zeiten gesonnt. Gleichzeitig betont Nietzsche aber die Notwendigkeit der Geschichte. Der lebensbejahende Charakter seiner Schrift erschüttert den Historismus seiner Zeit in seinen Grundfesten Referat.

Wagner reagiert auf die Schrift „Menschliches Allzumenschliches“ mit der Veröffentlichung der “Bayreuther Blättern”, in der er sich gegen die positivistische Wissenschaft ausspricht. Dies stellt den endgültigen Bruch zwischen den beiden Freunden da. Doch Wagners Einfluss bzw. die alten Ideale geistern weiter durch Nietzsches Werke. 1879 entschloss er sich, seine Professur aufzugeben.

In den Jahren 1883 bis 1884 entsteht sein Hauptwerk “Also sprach Zarathustra”. Dieses Werk, welches stellenweise wie eine Parodie der Bibel wirkt, hatte das Lutherdeutsch des 16. Jahrhunderts als Vorbild (vgl. 1. Mose 1,3; Von den Arbeitern im Weinberg ó Von den Hinterweltlern). Zarathustra verkörpert das neue Ideal, das keine persönliche Unsterblichkeit und keinen Gott kennt (“Gott ist tot”). Es handelt sich bei diesem Werk um eine philosophische Dichtung mit poetischem Ich. Der Eremit Zarathustra kehrt in die Stadt zurück, doch will die Bevölkerung seine Lehre von dem Übermenschen nicht hören. Resigniert zieht er sich wieder zurück und spricht nur noch mit Einzelnen über seine Lehre. Die Notwendigkeit einer neuen Ethik, des willensbeherrschten Einzelmenschen über die Herdenmoral der Masse, ist eine Forderung Zarathustras. So entstand das Bild des “Übermenschen”, welcher noch nicht existent aber erstrebenswert sei und durch Zucht und Selbstbeherrschung zu erreichen. Die alles verneinende Haltung des Nihilismus wird als lähmend und zu überwindend beschrieben. (Hierzu Blickfeld Deutsch Seite 305 Text 2; Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra [Auszug].)

Zur Ergänzung von “Jenseits von Gut und Böse” verfasste er 1887 die Schrift “Zur Genealogie der Moral”, worin die Moralbegriffe “gut” und “böse” relativiert werden, ebenso wie “Schuld” und “schlechtes Gewissen”. Hierin begründet sich ein häufiges Missverständnis, das Nietzsche einen auf Instinktivität reduzierten Übermenschen (“blonde Bestie”) angestrebt habe. Er wollte hingegen die Spannung jener Doppelheit aus Liebe, Güte und Vornehmheit mit Härte und Disziplin. Einen Menschen, der Herr seiner selbst ist. Er sagt über sich selbst: “Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit.” So weichen die griechischen Ideale den römischen von Härte und Größe. In der “Götzendämmerung” behauptet er sogar, immer die römischen Ideale vertreten zu haben. Stark ist hier der Individualitäts-Gedanke, sowie einer starken Gespanntheit. Nietzsche wird aggressiver und fordert den Übermenschen als Antwort auf die Dekadenz seiner Zeit. Er ist seiner Zeit vielleicht voraus, zumindest fordert die Überwindung der Stagnation seiner Zeitgenossen, die Lösung vom Historismus, und die Schaffung von etwas Neuem.

Diese letzten Werke sind geprägt von einem geschichtlichen Geltungsbedürfnisses, einem Größenwahn, der sicherlich ein Symptom seiner Geisteskrankheit ist. Da Nietzsche bereits 1889 in geistige Umnachtung fällt, daraufhin noch elf Jahre vor sich hin vegetiert und am 25. August 1900 in Weimar stirbt.

Zum Verständnis Nietzsches hat unter anderem der erhaltene Briefwechsel mit Thomas Mann beigetragen. So hatte Nietzsche Kontakt zu vielen Expressionistischen Künstler, so auch Autoren wie Herman Hesse und Heinrich Mann. Kurt Pinthus nannte sein Werk in Anlehnung an die „Götzen-Dämmerung“ „Menschheitsdämmerung“.

Postum wird der “Wille zur Macht” veröffentlicht von Elisabeth Förster-Nietzsche. Doch hat die Nietzscheforschung dieses Werk als teilweise Fälschung entlarvt. Während des Dritten Reiches genoss Frau Förster-Nietzsche großes Ansehen, da das Werk Nietzsches zu nationalsozialistischen Zwecken ausgebeutet bzw. umgedeutet wurde, so entstand der Begriff des “Herrenmenschen”. Die Nazipropergardisten bedienten sich nicht nur Wagners Opern um die Größe der Deutschen Geschichte und Kultur zuzeigen, sondern auch Nietzsches Werk um ihre Ideologie der überlegenen Herrenrasse zu rechtfertigen und Hitler als den „Übermenschen“ darzustellen.

ANZEIGE Klassenfahrt
Jugendreise.de organisiert erlebnisreiche Schüler Klassenfahrten und fast jede Form von anderen Gruppenreisen.

Quellen des Nietzsche Referats:

Illustrierte Geschichte der Deutschen Literatur Band 5; Naumann & Göbel
Friedrich Nietzsche - Sämtliche Werke Band 1; Dr. Wolfgang Demminger
Kleine Geschichte der deutschen Literatur; Kurt Rothmann

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

4.2 / 5 Sternen (5 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2001
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 23.06.16

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 13 - 7? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+