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Götz von Berlichingen Zusammenfassung & Charakterisierung

Inhaltsverzeichnis

Dieses Referat beinhaltet zu der Thematik rund um die Person des sogenannten "Götz von Berlichinge" neben einer ausführlichen Charakterisierung der Hauptfiguren und dem Götz himself,  auch eine Interpretation derselben. Zudem erfolgt eine ausführliche Inhaltsangabe und Zusammenfassung der Geschehnisse dieses Werks, das von Johann W. v. Goethe wunderbar darstellend geschrieben wurde. Theorethisch auch als Szenenanalyse brauchbar da viele Informationen eingefl0ssen sind.

Gliederung Götz Berlichingen:

1. Entstehung des Götz
2. Personencharakterisierung
3. Personenkonstellation
4. Inhalt des Götz von Berlichingen
5. Weislingen zwischen zwei Fronten
6. Götz und Weislingen – Vergleich
7. Merkmale
8. Sprache des Dramas
9. Wirkung
10. Historischer Hintergrund
11. Sturm und Drang
12. Quelle

1. Entstehung des Götz

· Grundlage: Goethes Studium (Rechtswissenschaften) in Straßburg 1770/71
· Interesse am Rittertum im Mittelalter und Aufhebung dieses durch Kaiser Maximilian I
· Begeisterung an Shakespeares Werken; Vernachlässigung der drei Einheiten Ort, Zeit, Handlung)
- Ort; Drama an einem Ort, zumindest innerhalb der Stadtmauern
- Zeit; Drama innerhalb von 24 Stunden
- Handlung; Drama ohne Nebenhandlungen
· Leser der Biografie des Gottfried (Götz) von Berlichingen; Schreiber Georg Tobias Pistorius; beeindruckt; innerhalb von 6 Wochen neu und dramatisierter geschrieben
· 1771; Entstehung des Urgötz
·; Goethe nicht zufrieden; erneute Arbeit bis 1773

· Uraufführung 1774 in Berlin;; Riesenerfolg; Goethe hielt für unaufführbar; lediglich Kürzungen in Schlachtszenen
· 1787; nochmalige Überarbeitung des Dramas; Erscheinung eines Sammelalbums Goethes Werke
· 1804; letzte Überarbeitung in Weimar

2. Personen-Charakterisierung

Nun folgt eine ausführliche Personenbeschreibung der Charaktere des Götz von Berlichingen, wobei die Stichpunkte beibehalten werden und so recht übersichtlich gehalten wurden.

Hauptpersonen aus  Götz von Berlichingen

Götz von Berlichingen Charakterisierung

· Auftreten als gerader, biederer, tapferer, freier, naturwüchsiger Ritter
· erfüllt von Freiheit, Gottvertrauen, Gerechtigkeitssinn, Männlichkeit, Treue
· Treue von Freundschaft ist wichtig - erkennend an Verhältnis zu Weislingen
· Weislingen wieder für Götz - er lebt auf und schmiedet neue Pläne
· Weislingen verrät ihn - Optimismus gerät das 1. Mal ins Wanken
· 2 Parteien: 1. Freunde - hängt sehr dran
- würde alles für sie machen
2. Feinde - unerbittliche Bekämpfung
· Liebe und Verehrung dem König gegenüber
· Wunsch: großes, mächtiges Reich - starker Kaiser
Sauber regieren - mit Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit
· Götz verkörpert schillernd die Epoche: Freiheit, Natur, Männlichkeit, starker Nationalismus
· verhilft sich zum Recht durch Schwert und nicht durch bestechliche Gerichte => Hilfe für Bedrängte und Unterdrückte => verhasst bei Fürsten und geistlichen Ständen => beim Volk sehr beliebt und angesehen
· liebevoller Vater und Ehemann
· hängt sehr an Ehefrau - teilt Leid und Freud; findet Verständnis bei ihr
· liebt Sohn - Kummer, da er nichts von ritterlichem Kampf wissen will
· liebt Schwester Maria - will zum Glück beitragen - drängt Sickingen zum Aufbruch, damit ihr nichts passiert
· außergewöhnliche Tapferkeit
· ritterliche Sinn
· Treue bemerkenswerteste Züge
· Ehrlichkeit
· glaubt an Ehrlichkeit der anderen
· glaubt an Wahrheit und Aufrichtigkeit verdankt alles Unglück, das ihm geschieht
· Trost und Stärke durch Gottesfürchtigkeit und Frömmigkeit - helfen über Missgeschicke des Lebens hinweg
· hängt am Kaiser mit hingebungsvoller Treue - nur ihn als Herrn anerkennend
· beklagt Schwächen der Reichsgewalt aufs Tiefste durch eigennützige Fürsten - auch ehrenwürdige Männer, wie z.b. Bischof v. Bamberg und Weislingen
· Ideal: freies dt. Reich mit Recht und Gerechtigkeit - nur deshalb greift er zum Schwert
· bewahrt Heldenehre - erweist Vaterland großen Dienst gegen Bauernkrieg, obwohl er gegen gegebenes Wort handelt
· eigens schuldig ins Elend - dennoch stark und nicht zögernd
· Aussicht auf himmlische Erlösung ist Trost des Todes

Elisabeth Charakterisierung:

· Götzes Ehefrau
· erinnert an Goethes Mutter - stark, gemütsvoller, leitet mit Freunde und Liebe Haushalt, kommt Mann an Seelenstärke und Willenskraft gleich
· volles Verständnis für Leiden und Freuden Götzes Berufs
· erfüllt in Zeiten der Not unermüdlich ihre Pflicht
· sorgt für Besatzung, als Jaxthausen besetzt
· denkt an alles, weiß immer Rat
· klaren Verstand - erkennt Verweichlichung ihres Sohnes Karl durch Maria - versucht der Schwägerin durch kräftige Worte entgegenzuwirken
· zeigt Weislingen mehr Misstrauen und Zurückhaltung als Götz
· erkennt Unbeständigkeit des ehem. Freundes und stimmt ungern der Verlobung mit Maria zu
· versteht Handlungen des Götz, wie er selbst
· stolz auf seine Taten und klagt nicht über viele Streitereien
· Leben seinem Wohlergehen gewidmet
· spornt an, Bedrängten beizustehen
· verheimlicht ihm den Tod Georgs - würde ihn belasten
· tröstet todkranken Mann, obwohl Unglück sie zu Boden drückt

Charakterisierung Marias:

· Schwester von Götz
· viel zarter als er
· gutmütig, fromm, mild
· weniger zu Sitten des Rittertums hingezogen
· versucht Karl (Neffen) durch fromme Geschichten zu milden, guten Menschen heranzuziehen - soll keinen Gefallen an robuster Art finden
· im Kloster erzogen - schätzt ruhiges, beschauliches Leben
· fühlt sich durch höfisches, einschmeichelndes Wesens Weislingens angenehm berührt - entschließt sich gern zum Verlöbnis mit ihm
· großer Schmerz durch Treuebruch - verurteilt ihn nicht wie Götz und Elisabeth
· Glück in Verbindung mit Sickingen
· widerstrebt ihr, Götz zur Zeit der Bedrängung allein zu lassen
· kurz vor seiner Hinrichtung (Gefahr) - erfüllt Wunsch der Schwägerin
=> geht zu Weislingen, vergisst erlittenes und pflegt ihn bis zum Tod
· verlässt Mann und sucht Weislingen auf - Liebesbeweis dem Bruder gegenüber
· bei Götzes Sterben - tröstend zur Seite stehend

Adalbert von Weislingen Charakterisierung:

· früherer Freund des Götzes
· Gegensatz zu Götz
· Feind und Verfolger des Götzes
· aalglatt, hinterlistig
· unzuverlässig, untreu
· gelobt Götz ewige Freundschaft, verlobt sich mit Maria
· wollte nicht mehr nach Bamberg zurückkehren - zu Götzes Feinden
· geht doch zurück und bleibt dort unter Vorwand: unerledigte Geschäfte beenden - untreu gegenüber Götz und Maria
· wurde beinahe von Franz (Liebhaber Adelheids und sein Knecht) vergiftet - Maria seht ihm in Todeszeit bei

Adelheid von Walldorf Charakterisierung:

· maßlos ehrgeizig und herrschsüchtig
· liebt Weislingen nicht, aber heiratet ihn - Mann, der sie zur herrschenden Stellung emporheben kann
· erkennt, dass Weislingen schwach und unbeständig ist - zögert nicht sich ihres „Werkzeuges“ zu entledigen
· Versprechen und Treue haben keine Bedeutung für sie
· lässt Weislingen durch Franz, der sie lieb, vergiften
· geheimes Notgericht ergreift sie und verurteilt sie zum Tod wegen Mord am Ehemann

Götzens Freunde und Ritter charakterisiert:

Charakterisierung Hanns von Selbitz:

· tritt im Drama weniger hervor
· hängt an Götz mit unerschütterlicher Treue
· tiefste Verachtung gegenüber Weislingens Verrat
· vertraut anderen nicht so voll und ganz wie Götz
· vermutet in Weislingen den Verräter

Charakterisierung Franz von Sickingen:

· steht über Zeitgenossen - hochtrabende Pläne
- Edelmut
· vernachlässigt niemals nächstliegende Pflichten
· steht Schwager Götz in Stunden der Gefahr treu zur Seite
· setzt sich für Wohl des Götzes ein, als er Racheverzicht schwören muss
· energisch, kraftvoll, durchgreifend
· verständnisvoll - über Beziehung Maria – Weislingen hinwegzusehen, als er sie zur Frau will

Charakterisierung Georg:

· tatendurstig, ungeduldig eifrig, guter Wille, Mut, Selbstvertrauen
· zu Beginn - Bitte an Götz bei Ritt zu begleiten
· erledigt alles dienstbereit
· treu, mutig, gerade, ehrlich in Götzes Diensten
· übernimmt stolz Götzens Auftrag - nach Bamberg - Weislingen in Verlegenheit bringen
· immer gute Laune - auch zur Zeit der Belagerung
· wird von Götz geliebt als „goldener Junge“ wie ein Sohn
· stirbt ehrenhaften Reitertod nach heldenhaftem Kampf

Charakterisierung Lerse:

· Reiterknecht
· Verbindungen zu Goethe - Goethes Freund in Straßburg
· ehrlich, tapfer wie Götz
· ist Götz in Zeit der Not von unschätzbarem Wert
· Freundschaftsverhältnis zu Götz
· sorgt für Elisabeths Sicherheit, als Götz Anführer der Bauern ist
· Götz vertraut ihm, dass er nach seinem Tod Elisabeth nicht verlassen wird
· rechtfertig Vertrauen seines Herrn Götz

Charakterisierung Franz:

· Knecht von Weislingen
· ähnelt Weislingen
· gutmütig, aber grenzenlos schwach
· aufrichtig dem Herrn Weislingen ergeben
· beging schwerste Verbrechen wegen schöner Verführung der Adelheid - vergiftet Weislingen - von Qualen erfasst - gesteht und begeht Selbstmord

Charakterisierung der Geistlichkeit:

Bischof von Bamberg:

· an Hof herrscht üppiges Luxusleben
· Götz = Feind nicht spürbar
· Weislingen = rechte Hand

Abt von Fulda:

· trunksüchtig
· unwissend

Martin:

· Vertreter der niederen Geistlichkeit
· leidet unter Zwang der Mönchsgelübde
· mit sich selbst uneins
· erfüllt Pflichten gewissenhaft

Liebetraut:

· bischöflicher Personen an Klugheit übertroffen
· Rolle, die stark an Hofnarren erinnert - will Menschen dreister und offener die Wahrheit sagen
· lässt Spott freien Lauf
· Olearius ist Zielscheibe seines Spottes => eingebildeter, einseitiger Gelehrter
· auch Adelheid und Abt von Fulda sind dran
· befreit sich von Auftrag Weislingen zurückzuholen - zu wichtigen Angelegenheiten zu gebrauchen

3. Personenkonstellation

Die Verbindungen der einzelnen Akteure zu- und untereinander, ist unter 2. größtenteils beschrieben.

4. Inhaltsangabe und Zusammenfassung "Götz von Berlichingen" der Akte

Akt I Götz von Berlichingen Zusammenfassung

· Szene I
· Reiter des Götz (G.) erfahren in Schwarzenberger Schenke; Weislingen (W.) auf
Schloss; Bericht an G.

· Szene II
· G. auf Reiter in Waldherberge wartend
· lauert W. auf; schwärzt Götz im Land an (Wille des Bischof v. Bamberg)
· Martin = Augustinermönch; G. überall beliebt
· Götz in Haslacher Wald geritten
· Georg und Martin positiv über G.
· Szene III
· Elisabeth auf Jaxthausen auf G. wartend
· Hinderung der ritterlichen Erziehung der Elisabeth an Sohn Karl durch Maria
· G. mit W. (gefangen); W. redet nicht; später: Segenwunsch für Zukunft des Sohns
Karl
· Maria tiefe Teilnahme an W.
· G. + W.; über fröhliche gemeinsame Jungendzeit
· pol. Standpunkt: G. gegen Fürsten; W. für Fürsten
· Essen mit Maria und Elisabeth; Gefangenschaft erleichtern

· Szene IV
· Abt von Fulda, Liebetraut, Olearius, Bischof v. Bamberg; pos. über Weislingen
· Olearius stellt röm. Recht dem Gewohnheitsrecht gegenüber
· Bischof gegen niederen Adel verfeindet
· Bischof Kaiser gegen Götz einnehmen, gerade in Augsburg
· Knecht; W. + Heer in G. Gefangenschaft
· Szene V
· W. durch G. Treuherzigkeit gewonnen und Marias anziehende Weiblichkeit
· W.; Hoffnung auf Heirat mit Maria; aber: Hofleben in Ordnung bringen
· Handschlag zw. W. + G.; keine Hilfe von W. gegen G. Feinde
· G. Einwilligung in Heirat
· Franz; Adelheid schmackhaft machend; W. kalt, aber unbeständig

Akt II Götz von Berlichingen Inhaltsangabe

· Szene I und III
· Bischof tief verstimmt; W. Idee; Adelheid nicht ausrichten; Liebetraut ihn
umstimmen wollend;; Handdruck vom Fürsten, Locken schöner Frau (Adelheid)
· W. angeheitert von Adelheid; Liebetraut stolz auf Erfolg

· Szene II
· G. + Selbitz; geplanter Überfall von Bamberger u. Nürnberger Kaufleute, von
Messe kommend

· Szene IV
· Georg zu Götz: W. mit Liebetraut nach Bamberg; G. nicht an Treulosigkeit W.
glaubend
· Georg als Bamberger Reiter verkleidet nach Rechtem sehen

· Szene V – VII
· W. nicht gegen G.
· Bischof; W. unentbehrliche Hilfe
· Adelheid; W. ihren Reizen nicht widerstandsfähig
· W.; über Pflicht gegenüber Reich wissend
· W. nicht abschiedslos von Adelheid; Adelheid sich verleugnen; W. nicht sich
losreißen

· Szene VIII
· Georg in Bamberg hörend: Heirat mit Adelheid, Aussöhnung mit Bischof
· G. erschüttert + um Maria besorgt
· W. will nichts mit G. zu tun

· Szene IX
· Bamberg; Planung G. Vernichtung
· W. Adelheid liebend
· W. gegen G. angestachelt
· W. will G. anklagen; Ruhe im Bistum fordernd; vergessen des treulosen Handelns

· Szene X
· G. Selbitz in Waldherberge (im Spessart) Nürnberger auflauernd

Akt III Götz von Berlichingen zusammengefasst

· Szene I
· Geschädigte des Überfalls; Hilfe von Kaiser verlangend; abweisend
· W.; später wiederkommend, Kaiser dann Schuld G. verstehend

· Szene II
· Sickingen und Marias Hand werbend; bereits verlobt; dennoch wollend

· Szene III
· Reichsaufgebot zur Beobachtung G.; Ächtung brieflich mitgeteilt

· Szene IV
· G. in Verlobung einwilligend
· G. Beistand Sickingens ablehnend; Vermeidung von Schwierigkeiten für ihn +  Maria
· Sickingen Abstand haltend, um G. beim Kaiser zu unterstützen, falls gefangen;; G. Bitte
· Sickingen sich entfernend

· Szene V
· Adelheid auf Erfolg der Exekutionen wartend
· 2. Exekutionszug; von Weislingen leitend; Schutz Adelheids Güter

· Szene VI
· G. Lerse gewinnend
· Selbitz mit 50 Mann G. unterstützend

· Szene VII – XIV
· G. im Kampf gegen Exekutionen
· Hin und her zw. G. und kaiserl. Truppen
· Hauptmann nach Jaxthausen vorrückend
· Selbitz und Lerse G. helfend; Hauptmann besiegt

Akt IV des Dramas Götz von Berlichingen Inhaltsangabe

· Szene I
· G. in Heilbronn gefangen
· Seine Freunde, tot oder gefangen

· Szene II
· G. Ratsherren + kaiserl. Rat verachtend; Unterschrift für Ratsverzicht wollend
· Sickingen mit 200 Leuten vor Stadtmauer; drohend abzubrennen, wenn G. was
passiert
· G. gutes Wort für Stadt bei ihm einlegend sollend (von Ratsherren aus)

· Szene III
· G. darf auf Jaxthausen, ruhig verhaltend

· Szene IV
· Adelheid Kaisers Nachfolger Karl lobend; W. eifersüchtig
· Franz Postbote von Adelheid und Karl; will W. alles sagen; Adelheid in liebend
(sagt sie); er beruhigt, sagt nichts

· Szene V
· G. auf Drängen Elisabeth früher begonnene Biografie schreibend
· Bauernkrieg; G. weiß, Freunde in Not, er muss zugucken

Götz von Berlichingen Akt V Zusammenfassung

· Szene I + II
· G. soll Führer der Bauern werden; sich weigernd
· Einigung auf 4 Wochen, aber an alle Gruppen Vertrag schickend, da eigentl.
verboten

· Szene III
· W. mit Truppen sich dem Bauernkrieg nähernd; Adelheid soll auf ihr Schloss, zu
ihrem Schutz

· Szene IV
· Lerse Elisabeth zur Seite stehend; sieht für G. keine Aussicht auf Rettung
· Szene V
· Bauern Miltenberg in Brand steckend
· Georg beim ständigen Kämpfen gestorben
· G. verwundert; flüchtend

· Szene VI +VII
· G. in Lager von Zigeunern; sie ihn verteidigend
· G. in feindliche Hände fallend

· Szene VIII
· Adelheid W. töten wollend
· Franz ich vergiften? Nach Hingabe ihrer selbst; Franz es tun wollend

· Szene IX
· G. im Heilbronner Gefängnis krank
· Elisabeth + Lerse zu ihm
· W. Richter über ihn
· Maria soll zu W.; G. vom Tode rettend

· Szene X
· Maria bei W. (fast tot; vergiftet von Franz)
· W. Todesurteil von G. zerreißend
· Franz von Adelheid angestiftet, Selbstmord im Main
· Maria bei W. Bleibend

· Szene XI + XII
· Adelheid angeklagt; Todesurteil
· Maria + Lerse zu G.; Begnadigung

· Szene XIII + XIV
· Elisabeth G. pflegend
· Elisabeth zu Lerse + Maria; Georg tot, nicht G. sagend
· G. selbst drauf kommend
· Götz von Berlichingen stirbt

5. Weislingen zwischen zwei Fronten im Drama Götz von Berlichingen

Götz, Bischof Adelheid, Maria

· Jugendfreunde
· Gegner vom Bischof
· bei Geiselnahme Versöhnung; hofft auf Hilfe gegen den Bischof
· plötzlich ewige Feindschaft
· Für ihn: Gerechtigkeit und Freundschaft
· kommt auf seinen Hof zum Arbeiten
· Gegner von Götz- Freundschaft vergessen
· Für ihn: Ruhmsucht und Ehrgeiz
· kennenlernen auf dem Hof des Bischofs
· bei Kündigung verfällt er ihren Reizen- Hochzeit
· vergiftet ihn, weil sie nie geliebt hat
· kennenlernen bei Geiselnahme- Verliebt- Verlobung

für ihn sind Ruhm und Adelheid wichtiger als Freundschaft, Treue und Ehrgeiz

6. Götz und Weislingen – Vergleich

· Götz und Weislingen waren Jugendfreunde
· verloren gegangene Freundschaft lebt noch mal kurz auf
- ewige Feindschaft
· beide gehen an ihrem großen Vertrauen zu Grunde
- Weislingen: an der blinden Liebe zu Adelheid
- Götz: Bauern machen ihn dann fertig

Götz Weislingen(Charakterisierung)

· bleibt Überzeugung treu und kämpft für sie
· geht keiner Auseinandersetzung aus dem Weg; sehr hartnäckig; gibt nicht nach
· Freiheit und Freundschaft sind sehr wichtig für ihn
· keine eigene Meinung
- ändert sie immer je nach dem unter welchem Einfluss er steht
· braucht immer einen, der ihn sagt, was er machen soll; schwacher Charakter
· ist nicht aufrichtig; Freundschaft bedeutet ihn nicht viel

7. Merkmale des Götz (Analyse und Interpretation)

· als historisches Drama bezeichnet, jedoch kein historisches Dokument, d.h. nicht alles ist wirklich so gewesen
- in Geschichte was geschehen, aber einiges dazuerfunden
- z.B. Adelheid, Weislingen

· wiederspiegeln der Zeit und die tiefgreifende Veränderung
· Mittelpunkt: Auseinandersetzung der auf Vertrauen gegründeter Ordnung des Mittelalters und der neuen Zeit
· Goethe zeigt, was mit Rittern geschieht
- 1. Wiedersetzen sich den Neuerungen - scheitern wie Götz
- 2. Versuch den Ritterstand zu reformieren - Franz von Sickingen
- 3. Arrangierung mit neuer Zeit - Weislingen

· Macht der Zeit spielt sehr große Rolle
· Handlungszeit im Götz wenige Monate - organische Zeit viel, viel länger - an Personen erkennbar
- Götz verfällt zum Greis
- ebenso der Kaiser
- Bube Georg wird zum erwachsenen Waffengefährten von Götz

8. Sprache und sprachliche Mittel des Dramas "Götz von Berlichingen"

- zuerst: Hilfe und Verbesserung des schriftlichen Ausdruck gibt es hier, Auflistung der verschiedenen Stilmittel hier

· altertümliche Ausdrucksweise
- geschrieben im 18.Jh.
- Goethe selbst verwendet veraltete Ausdrücke
- Drama aus 16.Jh. stammend - Ausdrücke von damals zu verwenden

- Nutzung von Bibelzitaten aus Übersetzung von Luther und Autobiographie von Götz von Berlichingen
- Ausdrücke aus Dialekt von Goethes Kindheit - galt derb, unmodern

· unterschiedliche Sprachen für Personen
- modernes Deutsch für Bamberger, Bischof, dessen Berater - unnatürlich, gekünstelt
- archaisch-volkssprachlichen Ton für Zigeuner, Berlichingen - derb, natürlich, treuherzig
- Untermalung der Charaktere
· Überarbeitung 1787 - viele alte Ausdrücke verloren gegangen

9. Wirkung des Götz von Berlichingen

In Deutschland

· junger Autor - mit einem Schlag berühmt
· kritische Stimmen: a) Friedrich der Große war empört
b) Lessing verurteilte, dass Goethe die drei Einheiten des Dramas überhaupt nicht beachtet
· Dichter d. Sturm und Drangs - begeistert mit Lob gegenseitig überboten
· Mittelalter stand in dieser Zeit im Mittelpunkt und Nationalismus war sehr ausgeprägt
· Werk - spielt in Mittelalter
- deutscher Held
- Kampfszene musste Erfolg haben
- prächtige historische Kostüme
- Abwechslung zu französischen Tragödien
- über 38 ähnliche Werke erschienen - nicht um Goethe nachzuahmen, sondern beim Publikum beliebte Thematik zu behandeln

Im Ausland

· zunächst kein Erfolg
· obwohl Goethes „Werther“ sofort eintretender und langanhaltender Erfolg war
· kein Erfolg, da: a) Einbezug deutscher Geschichte
b) Auflösung der strengen Form
c) archiasierende Wörter der deutschen Sprache
d) Friedrich ||: Form des „Götz“ nicht mit frz. Geschmacks in Einklang zu bringen
e) erst im 19.Jh - Interesse in Frankreich
· M. de Stael vermittelte in ihrem Werk „De l'Allemagne“
· Widmete einem Kapitel dem Götzen und Egmont

Versuchte Form des Dramas aus literarischer und politischer Situation in Deutschland zur Entstehungszeit zu erklären und bringt die historische Voraussetzung des Inhalts nahe

10. Historischer Hintergrund des Götz von Berlichingen

Absolutismus:

· lt. absolutus = losgelöst uneingeschränkt
· höchste Stufe des Staatsführung durch Kaiser, König oder Zar
· Monarch übt alleinige Macht aus
- unabhängig der Mitwirkung der Stände bei Gesetzgebung
- oberster Richter
- Spitze der Armee
- Spitze der Verwaltung
· Wesentliche Elemente für Überwindung des Feudalismus (Lehnswesen im Mittelalter) und Herausbildung des Nationalstaates
· Anspruch auf unbeschränkte Mitregierung der Stände, u.a. des Adels
· u.a. 17. /18. Jh. in Europa
· 18. Jh. Aufmilderung des Absolutismus durch viele Fürsten zu aufgeklärtem Absolutismus
- Humanisierung des Strafrechts (Folterung abgeschafft)
- Hebung des Schul- und Bildungswesen
- Forderung der religiösen Toleranz
- aber keine Duldung der Mitbestimmung der Untertanen im Staat

Staatsoberhaupt
(Kaiser, König, Zar)
?
Hof, Heer, Verwaltung, Justiz, Kirche, Wirtschaft
?
Untertanen
(Kaufleute, Handwerker, Bauern, Diener)

- einfaches Volk unterdrückt

11. Sturm und Drang

Begriff:

· nach Schauspiel „Sturm und Drang“ 1776 von Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831) bezeichnet (urspr. Wirrwarr - umbenannt von (Christian) Kaufmann)
· geistige Strömung in Deutschland von Mitte 60er bis Mitte 80er Jahre des 18.Jh.
· bei pol. Ideen - in erster Linie eine literarische Strömung

Ziele:

· Sturm und Drang = Protest- und zugleich Jugendbewegung
· Protest gegen: 1. absolutistische Obrigkeit in den deutschen Staaten und
höfische Welt des Adels - Übereinstimmung mit
Aufklärung
2. bürgerliches Berufsleben - eng. Freudlos; bürgerliche
Moralvorstellungen - Widerspruch zu Aufklärung
3. überkommene Tradition in Kunst und Literatur
- radikaler als Aufklärung

Inhalte:

· Gepriesen wird das „Genie“, das Regeln und Gesetzte selbst schafft
· Natur wurde zum Inbegriff des Ursprünglichen, Elementaren, Göttlichen und nicht mehr vernünftigen geordneten - Aufklärung

· Wahrer Mensch = Kraftkerl - bei Denken und Handeln eine Einheit; Herr über geistigen und seelischen und körperlichen Kräften ist; selbst neu - keine Hemmung gegen ganze Welt anzubeten - selbst wenn eventuell Untergang
· Ausleben der Subjektivität der Menschen und in der Kunst ausdrücken

Formen:

· Drama - Ideen des Sturm und Drangs am besten Gestalt werden
· Hauptpersonen: Genies, Liebende, „Kraftkerle“ - kompromisslos gegen Wirklichkeit rennend
· Vorschriften über Einheit von Zeit, Ort, Handlung, klare Trennung von Tragödie und Komödie, Aufbau eines Dramas über Haufen geworfen

· Von Shakespeare übernommen: a) markante Charaktere
b) turbulente Handlung
c) Mischung von tragischen und komischen Elementen in ein und demselben Stück
d) häufiger Wechsel von Ort und Zeit
e) Massenszenen

· Schlüsselroman und einziger großer Erfolg - Kultbuch - Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“

Vorbilder und Anreger für Götz von Berlichingen

· Shakespeare - freie Art des Schreibens - alles über den Haufen hauen
· Schweizer Johann Kaspar Lavater - Begriff des Genies entwickelt

· Johann Gottfried Herder - auf Volksdichtung aufmerksam gemacht und verdrängte Ideale der antiken Kunst
· Friedrich Gottfried Klopstock - Idol des Sturm und Drangs mit gefühlsbetonten religiösen Dichtung „Der Messias“ (1748)

12. Quellenangabe Götz von Berlichingen

· Bertelsmann Universallexikon 2000
· Anfragenarchiv
· Deutsch Leistungskurs (Sek. 2) 01/03
· Königserläuterung und Materialien
· Geschichte und Geschehen Band 4 kl. 8

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  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2009
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 09.03.14

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  • Schiller schrieb am 30.01.2013:

    Gute Seite, aber manche Satzfragmente sind wirklich extremst schwer zu versehen bzw. einfach mit zu vielen Fehlern gespickt. Rechtsschreibung, mein Freund.
    Sonst sinds gute Denkansätze und viele Infos.
    Danke fürs Hochladen

  • coco schrieb am 05.06.2012:

    BLAAA, kannst du vlt mal versuchen deinen Sätzen einen Sinn zu geben?
    manchmal versteht man echt nicht, also wenn man das Buch nicht gelesen hat oder nur ein bisschen, was du in deinen Sätzen sagen willst und wer in welcher beziehung zu wen steht usw...
    sonst aber gut, hat mir geholfen :)

  • Loollaa 24 schrieb am 29.02.2012:

    eine supergute seite !:D hat mir sehr geholfen :D

  • Tom Bienert schrieb am 09.11.2011:

    ROFLMAO:D:D, sehr spannend;D;D

  • Moderator schrieb am 19.04.2011:

    *räusper räusper*

  • Moderator schrieb am 15.04.2011:

    Jaja der gute alte Götz von Berlichingen - ein interessantes Machwerk eines noch interessanteren Autors. Aber mal so btw am Rande äußere ich folgend eine kleine Bitte, doch dieser Satz und der davor ist der Artikelaktualisierung geschuldet.

    Ich bitte um baldige Einführung eines simplen Spamschutzes (und das email-feld muss weg)

    UND: der Typ heute bei "wer wird millionär" erinnert mich voll an Dich - so n trocken-cooler humor :D

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