Schulzeux.de > Deutsch

"Deutschland. Ein Wintermärchen" Interpretation & Inhaltsangabe

Inhaltsverzeichnis

Diese Hausarbeit behandelt den Autor Heinrich Heine, sein Leben und politisches Wirken sowie einige ausgewählte Werke. Die Arbeit ist natürlich auch als Referat bzw. Vortrag tauglich. Insbesondere sein Werk "Deutschland. Ein Wintermärchen" ist hier von Interesse, wird doch eine Inhaltsangabe und Zusammenfassung, sowie Interpretation und kleine Analyse dergleichen geliefert.  Ebenso ist die Wirkung von Heinrich Heine und seinen Werken beschrieben, die Gesellschaft, mit der er zeitlebens gesellschaftskritisch umging sowie sein Hang und Einfluss der Politk mit entsprechenden Gedichten.

Inhaltsverzeichnis

1. Kurzbiographie Heinrich Heines
2. Geschichtlicher Hintergrund und Zeitumstände
2.1. Gesellschaft und Politik
2.2. "Junges Deutschland"
2.3. Die Entstehung des Antisemitismus und die gesellschaftliche Stellung der Juden im 18. Und 19. Jahrhundert
3. Heinrich Heine - ein politischer Dichter
4. Heines Übersiedlung nach Paris und sein Leben im Exil
5. Eine Auflistung der Werke Heines
5.1. Die Wirkung der Werke Heines in Deutschland
5.2. Absichten und Überzeugungen
5.3. Das Vorwort
6. Deutschland. Ein Wintermärchen
7. Anlagen

1. Kurzbiographie und Lebenslauf  Heinrich Heines

1797 am 13. Dezember in Düsseldorf als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren (eigentlicher Name Harry Heine); dort später auch Besuch eines Lyzeums (nach dem Vorbild französischer Spätaufklärung von katholischen Geistlichen geleitet)

1811 der junge Heine sieht Napoleon I, als dieser durch Berlin reitet

1815 als Banklehrling (ohne regulären Schulabschluß) in Frankfurt

1816 Heine fängt an Gedichte zu schreiben

1817 tritt er in das Bankgeschäft seines Onkels Salomon in Hamburg ein

1818/19 sein Onkel richtet ihm ein Kommissionsgeschäft in englischen Manufakturen ein, das aufgrund seiner Untüchtigkeit nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden muss

1819/20 zwei Semester Jurastudium in Bonn; hört vor allem allgemeine Vorlesungen, u.a. von August Wilhelm von Schlegel; sein Hauptinteresse allerdings liegt zu dieser Zeit bereits in der Geschichte, der Literatur und seinen eigenen Werken

1820/21 Wintersemester in Göttingen: Ausschluss aus der Burschenschaft (damaliger Begriff für eine Studentenverbindung) wegen Verstoß gegen das Keuschheitsgesetz, muss die Universität schließlich wegen eines Duellvergehens verlassen

1821 - 1823 Studium in Berlin; u.a. Philosophievorlesungen bei Friedrich Hegel; Im August tritt Heine in den "Verein für Kultur und Wissenschaft der Juden" ein

1824 wieder in Göttingen; im Herbst Wanderung durch den Harz

1825 Promovierung in Göttingen und Übertritt zum protestantischen Glauben

1826 Bekanntschaft mit Verleger Julius Campe

1828 Tod des Vaters

1831 Übersiedlung nach Paris; arbeitet als Korrespondent für die Augsburger "Allgemeine Zeitung" und verschiedene französische Journale

1835 Der Bundestag verbietet Schriften des Jungen Deutschland; Heine lässt seine Bücher dennoch weiter bei Hoffmann und Campe drucken

1841 heiratet Mathilde (Crescence Eugenie Mirat, die er schon 1834 kennengelernt hat) in Saint - Sulpice

1843 Herbstreise nach Deutschland; lernt erst nach seiner Rückkehr nach Paris Ende Dezember Karl Marx kennen

1844 Ab April werden Grenzhaftbefehle und Ausweihungsanträge gegen die Pariser Mitarbeiter der Deutsch - Französischen Jahrbücher und des "Vorwärts" erlassen, in denen Heines Zeitgedichte und "Deutschland. Ein Wintermärchen" erschienen waren. Von Juli bis Oktober zweite Reise nach Hamburg, zusammen mit Mathilde.
Im September stirbt Salomon Heine. Ein kräfteraubender Erbschaftsstreit mit seinem Vetter beginnt. Daraufhin erleidet Heine einen Schlaganfall.

1848 Im Februar muss Heine wegen zunehmender Lähmungserscheinungen eine Heilanstalt aufsuchen. Er wird Zeuge der Februarrevolution in Paris. Im Mai erfolgt der totale körperlicher Zusammenbruch.

1856 stirbt am 17. Februar in Paris und wird auf dem bekannten Friedhof Monmartre beigesetzt

2. Geschichtliche Hintergründe und Zeitumstände

2.1. Gesellschaft und Politik

Heinrich Heine wurde in eine Zeit hineingeboren, die gesellschaftlich und politisch äußerst bewegt war, nur wenige Jahre nach der Revolution in Frankreich (1789).
Zur Zeit der Herrschaft Napoleons erwachte in Deutschland ein starkes Nationalbewusstsein, dass sich vor allem in den Befreiungskriegen von 1813 zeigte. Diese Kriege waren Volkskriege, die das Ziel hatten, die französische Herrschaft in Europa zu beenden. Alle Hoffnungen waren so auf den Wiener Kongress (1814/15; Gründung des "Deutschen Bundes" - Zusammenschluss 39 Fürstentümer, unter der Führung von Preußen und Österreich) gerichtet, denn man hoffte, dass Europa entsprechend der Wünsche seiner Bürger neu geordnet werden würde. Man wollte Nationalstaaten, die nach demokratischem Prinzip verwaltet werden. Jedoch wurde im Großen und Ganzen nur die alte Ordnung wiederhergestellt (Restauration) und es folgte eine Zeit, die von Unterdrückung, nationalen Forderungen, Pressezensur und Überwachung von Universitäten, die man als Zentren der Unruhen ansah, gekennzeichnet war.
Die Neuordnung Deutschlands auf dem Wiener Kongress sorgte für große Enttäuschung und Unzufriedenheit bei den Soldaten und Studenten, die sich ein einheitliches Vaterland und mehr politische Rechte erhofft hatten.

In Frankreich kam es im Juli 1830 zur Revolution. Nach der Besteigung des Thrones von Karl X im Jahre 1824, hatte dieser versucht, viele der Änderungen, welche sein Bruder Ludwig XVIII vor ihm gemacht hatte, umzukehren. Karl wurde heftig royalistisch; er forderte mehr Kraft und das Recht, seine Untertanen zu beherrschen. Dies verärgerte das französiche Volk sehr, besonders die einzelnen, die eine Rolle gespielt hatten, den demokratische Ludwig XVIII auf dem Thron nach der Niederlage Napoleons zu setzen. Am 26. Juli 1830, veröffentlichte Karl eine Reihe von Verordnungen, die die Pressefreiheit aussetzten und die Größe der Wählerschaft verkleinerte. Am darauffolgenden Morgen, den 27. Juli, unter der Führung von liberalen Verfechtern, erhob sich die Stadt Paris protestierend gegen Karl. Drei Tage später dankte dieser ab und floh nach England, während sein Cousin, der Herzog von Orléans, Louis - Philippe, zum Bürgerkönig, gekrönt wurde. Seine Herrschaft, die sogenannte Julimonarchie, dauerte bis die Revolution von Februar 1848.

2.2. Das Junge Deutschland

Die Julirevolution im Jahre 1830, zog viele Konsequenzen in ganz Europa nach sich, besonders in Deutschland.
Eine Folge dieser Revolution war die Gründung einer neuen Gruppe von jungen Schriftstellern, die sogenannten Jungdeutschen, die liberal- demokratische Ideen und Ideale im neuen Stil des politischen Journalismus verkündeten. Das Ziel war es, die Emanzipation des Individuums, der Frau, der Juden und Geistes- und Pressefreiheit zu erlangen.
Der Name "Junges Deutschland" stammte von der Widmung eines Buches von Ludwig Wienbarg, einer der führenden Schriftsteller der jungen Deutschen. In seinem Buch Ästhetische Feldzüge schrieb er:

"Dir, junges Deutschland, widme ich diese Schrift, nicht dem alten."

Diese Autoren waren angezogen von den Idealen der Julirevolution und der Philosophie von Saint - Simon, einer der liberalen Denker zu der Zeit in Frankreich. Der Saint-Simonismus trat unter anderen sozialen Zielen, für die Emanzipation der Frauen und der sogenannten Wiedereinsetzung des Fleisches, sowie auch für republikanische und demokratische Ansichten ein. Die Jungdeutschen glaubten auch, dass die Zeit gekommen wäre, politisch engagierte Literatur zu schreibenund nicht die altmodische Idee der Klassik und der Romantik. Denn sie waren der Auffassung, dass die Literatur (noch) keine Beziehung zu der Politik habe. Sie förderten das Beispiel Frankreichs.
Karl Gutzkow schrieb 1831:
"Es gibt in Preußen Leute, die sich schämen, das Wort Konstitution in den Mund zu nehmen, und es sind sonst die schlechtesten noch nicht! In Frankreich hält die Politik und der Kampf der Parteien alle Richtungen des dichtenden und denkenden Geistes zusammen. Dort sind die Helden des Tages auch Helden des Jahrhunderts. Wir Deutsche, bisher allem öffentlichen Leben entfremdet, haben von den Goldminen der Wissenschaft nie geahnt, dass sie unter dem Boden des Staatslebens sich fortziehen... Die Notwendigkeit der Politisierung unserer Literatur ist unleugbar."
Obwohl die meisten dieser Schriftsteller keine offene Revolution gegen die Regierung wollten, waren sie trotzdem als gefährlich von den politischen Führern angesehen, sowie auch von den konservativen Mitglieder der neugegründeten Schulen des poetischen Realismus und des Biedermeiers. Diese hatten die gemessene, heitere, und geschützte Literatur lieber als die schockierende, wilde Metaphorik der Jungdeutschen. Es muß eigentlich zugegeben werden, dass die Werke der Jungdeutschen manchmal absichtlich provozierend waren.
Möglicherweise war der schärfste Kritiker der Jungdeutschen auch ein Journalist: der Stuttgarter Wolfgang Menzel. Aus persönlichen Streiten, Antisemitismus, und ideologischen Unterschieden führte dieser eine Kampagne, um die Werken der Jungdeutschen Schule zu verbieten. Seine Kritik über den Einfluß Heines auf die deutsche Literatur, veröffentlicht im Jahre 1859, nach dem Tode Heines, zeigt sehr klar die harte Vorwürfe, die er auf Heine und die jungen Deutschen warf:
"Trotz seiner augenfälligen, absichtlich zur Schau getragenen Nichtswürdigkeit wurde Heine in Deutschland fast vergöttert und sammelte sich unter seiner schmutzigen Fahne eine ganze Schar von Nachahmern. Diese Leute nannten sich »das junge Deutschland«. Denkt man zurück an das Urbild deutscher Jugend, wie wir es im Sifrit erkannt, so hat man hier das ekelerregende Gegenbild. Die Physiognomie des jungen Deutschland war die eines aus Paris kommenden, nach der neusten Mode gekleideten, aber gänzlich blasierten, durch Lüderlichkeit entnervten Judenjünglings mit spezifischem Moschus- und Knoblauchgeruch."
Die unnachgiebigen Angriffe Menzels auf die Jungdeutschen hatten Erfolg im Jahre 1835, als der deutsche Bundestag einen Beschluß verabschiedete, der manche jungdeutschen Autoren verurteilte:
"Sämtliche deutschen Regierungen übernehmen die Verpflichtung, gegen die Verfasser, Verleger, Drucker und Verbreiter der Schriften aus der unter der Bezeichnung »das junge Deutschland« oder »die junge Literatur« bekannten literarischen Schule, zu welcher namentlich Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Heinrich Laube, Ludolf Wienbarg und Theodor Mundt gehören,... mit allen ihnen gesetzlich zu Gebot stehenden Mitteln zu verhindern."
Obwohl der Bundestag Heine unter der Schriftsteller der Jungdeutschen aufschrieb, betrachtete er sich eigentlich nicht als verbunden mit ihnen. Sicherlich teilte er viele selben Ansichten; er hielt fest zu den Lehrsätzen des Saint - Simonismus (Þ siehe "Heine - ein politischer Dichter"), er war ebenfalls erfreut über die Ereignisse der Julirevolution, und er glaubte auch, dass die Literatur nicht mehr von der Politik ausgeschlossen werden sollte. Er förderte aber nicht, weder empfahl er, die Idee einer gewalttätigen Revolution in Deutschland, und er war sogar eigentlich nicht voll und ganz stützend allen französischen Idealen gegenüber. Trotz seiner Ableugnungen aber bestanden die allgemeine Öffentlichkeit, sowie auch die meisten literarischen Kritiker darauf, Heine als einen Jungdeutschen zu klassifizieren. Der Verbotsbeschluß führte allerdings zu einem raschen Zerfall der organisatorisch nicht gefestigten Bewegung.

ANZEIGE Klassenfahrt
Jugendreise.de organisiert erlebnisreiche Schüler Klassenfahrten und fast jede Form von anderen Gruppenreisen.

2.3. Die Entwicklung des Antisemitismus und die gesellschaftliche Stellung der Juden im 18. und 19. Jahrhundert

Judenfeindlichkeit und Judenverfolgung sind bereits seit der Antike bekannt. Im Römischen Reich lieferten die Glaubensvorstellungen der Juden häufig einen Vorwand für ihre politische Diskriminierung. Der erste christliche Kaiser Konstantin und seine ebenfalls christlichen Nachfolger erließen eine Reihe von Gesetzen, die Juden zu Rechtlosen innerhalb des Römischen Reiches werden ließen. Mit dem Aufstieg und der Herrschaft des Christentums verbreitete sich auch die These von der allgemeinen Schuld der Juden am Tod Jesu über das ganze Abendland und führte zu immer stärkerer Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung. Mit den Kreuzzügen kam es zu ersten massiven Judenverfolgungen. Seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts, wurden Juden in Ghettos verbannt, mussten bestimmte Kennzeichen oder Kleidung tragen, an denen man sie als Juden erkennen konnte. Im späten Mittelalter kam es zur vollständigen Vertreibung von Juden aus den westeuropäischen Nationen. Die meisten von ihnen wanderten nach Osteuropa aus.
Auch die Reformation* änderte nichts an der sozialen und ökonomischen Benachteiligung von Juden, die bis Ende des 18. Jahrhunderts anhielt.
Erst im 18. Und 19. Jahrhundert kam es unter dem Einfluß der Französischen Revolution und der Aufklärung allmählich zu einer Trennung von Kirche und Staat und zur Entstehung moderner Nationalstaaten. Als Folge dieser Entwicklung, die Judenemanzipation genannt wurde, nahm die religiöse und wirtschaftliche Benachteiligung der Juden ab. Sie konnten sich nun stärker in die wirtschaftliche und politische Ordnung integrieren. Die Akzeptanz der Juden durch Nichtjuden war jedoch nur oberflächlich und hing meist von ihrer wirtschaftlichen Lage ab und ihrer gesellschaftlichen Stellung ab.
Die Judenemanzipation bewirkte auf der einen Seite eine Verstärkte Assimilation der Juden, förderte auf der anderen Seite jedoch den Antisemitismus in Europa, der wiederum auf Entstehung und Ausbreitung des Zionismus* wirkte und in einigen europäischen Ländern die Emigration der Juden vorantrieb.
In Bezug auf die Judenemanzipation übte Moses Mendelssohn (1729 - 1789) einen starken Einfluss zu dieser Zeit aus. Der Philosoph machte die Grundsätze des Judentums allgemein bekannt, übersetzte den Pentateuch (die fünf Bücher Moses des AT) ins Deutsche und wies auf die Bedeutung der kulturellen Verbindung zwischen den Juden und ihrer andersgläubigen Umwelt hin. Auch wandten sich viele jüdische Familien ganz von ihrem Glauben ab und traten zum Christentum über, um ihre Möglichkeiten auf kulturellem und öffentlichem Gebiet zu vergrößern (ebenso wie Heine).

Im Jahre 1814 erfolgte für die Juden in Deutschland ein empfindlicher Rückschlag. Zu Zeiten Napoleons hatten Westfalen, Hessen - Darmstadt, Baden, Anhalt - Dassau, Waldeck, Württemberg, Sachsen - Weimar, Sachsen - Meiningen, Frankfurt, Mecklenburg und Bayern, und 1812 auch Preußen, ihren Juden das Bürgerrecht gewehrt - nach 1814 wieder entzogen. Aus diesem Grund hatten viele Juden Napoleon I. auch nie als den Tyrann gesehen, als der er bekannt war, sondern eher als Befreier, weil sie durch ihn Reche erhielten, die jedem Menschen zustanden.
So geriet die Judenemanzipation ins Stocken. Die Einschränkung ihrer Rechte zeigte sich sehr deutlich in der Ausübung von Berufen: In Preußen z. B., wurden Juden für unfähig erklärt, kommunale Lehrämter zu bekleiden, sie wurden beim Militär nicht mehr befördert und im Rheinland vom Geschworenengericht ausgeschlossen. Es war ihnen allerdings erlaubt kaufmännische Berufe auszuüben.
Diese Minderheit war von der Mehrheit jahrhundertelang als fremd, ja feindlich betrachtet und nur geduldet worden, weil die Obrigkeit es befohlen hatte. Die Obrigkeiten ihrerseits hatten aus dem Gegensatz zwischen Christen und Juden den größtmöglichen materiellen Nutzen gezogen, d.h. die Juden ausgebeutet, soweit es irgendwie ging.

3. Heinrich Heine und Gedichte - ein politischer Dichter

Wenn wir heute von Heinrich Heine sprechen, meinen wir vor allem den politischen Dichter.
Heine, den Forderungen der Französischen Revolution nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verpflichtet, wendete sich strikt gegen eine territoriale, politische oder soziale Begrenzung des Emanzipationsgedankens. Er setzte sich ein für die Abschaffung des restaurativen Systems des Wiener Kongresses und für ein demokratisches System. Damit ist der Gegner der politischen Auseinandersetzung ausgemacht: die Aristokratie. Als Demokrat war er gegen die Aristokratie, weil sie nicht nur für politische Unterdrückung und für Ausbeutung der Massen stand, sondern weil sie das am ehesten formal zu fassende Prinzip der Französischen Revolution verletzte: die Gleichheit.
Die Restaurationsideologie wurde von ihm in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen und Theoriekonzepten abgelehnt. Heine wendete sich, gegen alle diese Richtungen, gegen die naturrechtliche, die beweisen wollte, dass die Ungleichheit auf der Natur beruhe, die Stärkere und Schwächere geschaffen habe, die historische, die aus der Geschichte die Rechtmäßigkeit der bestehenden Institutionen ableitete, und die theologische, die alle Unterschiede als von Gott gesetzt erklärte.
Ebenso differenzierungsfähig war er aber auch bei den gesellschaftlichen Lösungsvorschlägen, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dem entgegengesetzt wurden. Am Republikanismus* wie am Kommunismus*, störte Heine, dass sie der Freiheit des Individuums zu wenig Raum bieten, obwohl er beispielsweise große Sympathien für die Kommunisten hegte, und neben den gedanklichen Nähen auch deren Fähigkeit bewunderte, dem Volk klare politische Botschaften zu übermitteln. Versucht man, Heines Positionen zusammenzufassen, gegen die der Autor sich wendet, ergibt sich folgendes Bild:
Heine kämpfte "an einer Hauptfront und zwei Nebenfronten: gegen die Restauration, gegen den Nationalismus und gegen den radikalen Republikanismus und Kommunismus. Gegen die Restauratoren im Namen von Freiheit und Rechtsgleichheit, gegen den Nationalismus im Namen des Europagedankens und der Weltbürgeridee und gegen die Republikaner und Kommunisten im Namen der individuellen Freiheit und der Rechte der Kunst."
Heines hohe poetische und politische Differenzierungsfähigkeit konnte ihn nur zum Individualisten und gleichzeitig zum Kosmopoliten* werden lassen, für den "Revolution und Reflexion" zwei Seiten derselben Medaille waren.
Bezogen auf die Quellen bzw. den zeit- und ideengeschichtlichen Kontext des politischen Denkens dieses "engagierten Dichters", können die vier Eckpunkte, in der Tat für den Autor geltend gemacht werden, nämlich der Bonapartismus, der Hegelianismus*, der Saint-Simonismus* und der Jakobinismus.
Zunächst zu Heines Stellung gegenüber Napoleon. Bonapartismus, hier als historischer Begriff für Heines literarisches Napoleonbild. Napoleon war für Heine in der historischen Erinnerung wie in der poetischen Verarbeitung, der Stratege, der kühne und kraftvolle Durchsetzer der Ideale der Revolution und der Aufklärung, ja er ist die "menschgewordene Revolution". Dies ging so weit, dass Heine in seiner personifizierten Revolutionsbegeisterung über Napoleon sagte, dieser wäre "nicht von jenem Holz, woraus man die Könige macht - er wäre von jenem Marmor, woraus man Götter macht". Man kann hier durchaus in gewisser Weise von einer Vorbildfunktion der Napoleonfigur. Nun ist diese Form der Napoleonverehrung nicht durchgängig unkritisch. Auch will Heine sich nicht als unkritischen Bonapartisten verstanden wissen.
"Ich bitte Dich, lieber Leser, halte mich nicht für einen unbedingten Bonapartisten; meine Huldigung gilt nicht den Handlungen, sondern nur seiner Schöpferkraft."

Von 1821 bis 1823 studierte Heinrich Heine an der Universität Berlin und besuchte Vorlesungen des Philosophen Friedrich Hegel, der ihn in seinem Denken stark beeinflusste. Heine übernahm die Vorstellung, dass alle historischen Taten nur Ausfluss bereits existierender Ideen sind und dadurch die Idee die Hauptantriebskraft für den geistlichen Fortschritt darstellt; die kalte abstrakte, "lebensfremde" Ausdrucksweise Hegels stoß ihn allerdings ab.

Auch wurde Heine sehr beeinflusst von den Lehren des Claude Henri de Rouvroy Saint Simon. Während der Französischen Revolution und der darauf folgenden Restauration formulierte Saint - Simon seine Ideen zur Neuordnung der Gesellschaft. Er kritisierte die unproduktive, "parasitäre" Aristokratie und Geistlichkeit, die nach der Revolution wieder zu ihren alten Machtpositionen gelangten, und stellte in der Zeit der beginnenden Industrialisierung die "produktive Klasse" (Arbeiter, Handwerker, Bauern, Unternehmer und Bankiers) als die eigentliche Stütze der Gesellschaft dar. Es sah es als die Aufgabe dieser Klasse, Wohlstand zu schaffen und allen, vor allem den Ärmsten zugute kommen zu lassen. Er hielt es für unumgänglich, sowohl die angestammten Privilegien des Adels zu beschneiden, als auch das Privateigentum, in dem er einen Grund für die Ausbeutung sah, zu beschränken.
Heines Jakobinismus*: Heine, war insofern Jakobiner, als diese die bürgerlichen Demokraten der Französischen Revolution verkörperten. Heine, der durchaus zu den sozialen Unterschichten, den primitiven Volksmassen, auf Abstand ging, hatte in der Tat Angst vor einer nicht mehr kontrollierbaren Herrschaft des Pöbels*. Hierin ist zunächst bestimmt politische Klugheit zu erblicken, jedoch auch der bürgerliche Vorbehalt des intellektuellen Kosmopoliten.
Heines Bild kam auch durch die massive Kritik an seinem gar so unähnlichen ‘Gegner', Ludwig Börne zustande, der unter den deutschen Handwerkern in der Pariser Emigration "revolutionäre politische Propaganda" betrieb.
Heine hielt das Volk generell für den politischen Hetzer. Es war verführbar und darum sympathisierte Heine, in seinem utopischen Denken mit einem Staatsideal, in dem ein geniales Individuum, das seine Privatinteressen persönlichen Ideen unterordnete. Mit dieser Aussage begründet Heine auch seine Napoleonverehrung.
Heine hatte seine Ansichten über konkrete Staatsformen, wie an seinen differenzierten Abgrenzungen zu den Weltanschauungen seiner Zeit zu sehen ist, immer dann gewandelt bzw. weiterentwickelt, wenn ihm dies für die Verwirklichung der Menschengleichheit und der Menschheitsgeschichte als Freiheitsgeschichte nützlich erschien. Hier war Heine viel zu sehr Individualist, um die Freiheit der Menschen ausschließlich und endgültig einer Regierungs- oder Staatsform anzuvertrauen.
Auch müßte Heine nicht nur als politischer Dichter, sondern auch als einer zwischen Romantik, Judentum und Moderne und dann wiederum die unterschiedlichen Problemkreise wieder integrierend und aufeinander beziehend verstanden werden. Es sollte jedoch deutlich werden, dass gerade die Heine - Rezeption, die dessen politisch - revolutionäres Denken ins Zentrum rückt, zumindest insofern richtig ist, dass sie dem poetisch - politischen Programm dieses "engagierten Dichters" besonders zur Rechnung trägt.. Sie wird in Heines Texten des 19. Jahrhunderts eine Ästhetik des Widerständigen und der Zivilcourage auffinden und damit nicht nur Heine gerechter, sondern auch mehr zur Orientierung einer Gesellschaft beitragen können, die aus der Reflexion des Geschehenen zu wenig wird entwickeln können, um auch poetisch zu überleben.

4. Heines Übersiedlung nach Paris und sein Leben im Exil

Heines Übersiedlung nach Paris im Mai 1831 markierte die Schwelle zu seiner zweiten großen Lebens - und Schaffensperiode.
Sein Entschluss zur Emigration aus Deutschland entsprang keiner unmittelbaren politischen Zwangssituation. Heines bürgerliche Existenz in den Ländern des Deutschen Bundes war - zumindest bis zum Beginn der 30er Jahre - durch polizeistaatliche Maßnahmen eigentlich nicht bedroht.

Die französische Julirevolution 1830, die u.a. aufgrund der eingeschränkten Pressefreiheit stattfand, löste in Heine die Hoffnung aus, dass eine neue Epoche folgen würde und er emigrierte auch deshalb nach Paris, weil er keine Chance für ähnliche Erfolge in Deutschland sah. Frankreich war für ihn "das gelobte Land", "das Land der Verheißung". Er verwendete häufig religiöse Anspielungen, wenn er über dieses Land sprach, mit der Verheißung meinte er die Französische Revolution.
Heines Übersiedlung nach Paris 1831, die für ihn das Zusammentreffen mit dem Saint-Simonismus *bedeutet, hängt indes eng mit der Julirevolution von 1830 zusammen, in der er eine neue Chance für die Verwirklichung der Ideale der Französischen Revolution von 1789 erblickt.
Für Heine die Initialzündung, nun endgültig nach Paris zu gehen. Da er bereits im Frühjahr 1823, noch vor der Entstehung seiner Reisebilder, mit dem Gedanken gespielt hatte.

"Paris ist das neue Jerusalem, und der Rhein ist der Jordan, der das geweihte Land der Freiheit trennt vom Lande der Philister*."

Über den Beschäftigungen mit seinen Reisebildern traten seine Emigrationsgedanken erst einmal wieder in den Hintergrund, tauchen aber bereits im Herbst 1826 wieder auf. In Briefen an Freunde (Immermann, Varnhagen von Ense, und Meckel) berichtete er von seinem wieder erfassten Plan, Deutschland für immer zu verlassen und nach Paris zu übersiedeln. Als Grund dafür, nannte er die "Qual persönlicher Verhältnisse". Nämlich vor allem, das auch durch seine protestantische Taufe im Jahr 1825 kaum geminderte Leiden an seinem Judentum, sowie seine geringe, dem Druck der deutschen Verhältnisse auf die Dauer nicht gewachsene psychische Widerstandskraft.
In all seines Aussagen der 20er Jahre, mehren sich die Klagen über körperliches und seelisches Unwohlsein, über eine zunehmende Einsamkeit und Isolierung, inmitten eines dumpf restaurierten Deutschland, über antisemitische Tendenzen, die ungebrochene Allianz von Kirche und Adel und die sozial - politische Rückständigkeit des unter Metternich (österreichischer Staatskanzler) stehenden Deutschen Bundes.
Der Dichter dürfte übrigens schon vorher eine Rückkehr nach Deutschland aus seinen Plänen ausgeschlossen haben, da er sogar mit dem Gedanken gespielt hat, die deutsche Sprache aufzugeben und fortan nur noch französisch zu schreiben.

Er kam im Mai 1831 an. Heine befand sich in Paris als ein willkommener Gast: er wurde beehrt als ein deutscher Emigrant, den die Franzosen liebten. Tatsächlich liebte Heine das Leben in Paris. 1832 schrieb er an einen Freund:
"Fragt Sie jemand, wie ich mich hier befinde, so sagen Sie: wie ein Fisch im Wasser. Oder vielmehr, sagen Sie den Leuten, dass, wenn im Meere ein Fisch den anderen nach seinem Befinden fragt, so antworte dieser: ich befinde mich wie Heine in Paris."
Kurz bevor er Deutschland verlassen hatte, war er mit dem deutschen Zeitungsverleger Baron von Cotta in Verbindung gesetzt geworden. Dieser fragte ihn, ob er ein französischer Korrespondent für die Augsburger Allgemeine Zeitung sein wollte. Heine akzeptierte gern, denn nicht nur bekam er dadurch ein Gehalt, sondern auch gab es ihm die Gelegenheit, seine Ideen dem Volke zu äußern.

Eigentlich war es um die Zeit, als Heine in Paris ankam, dass er anfing, ein Gefühl dafür zu entwickeln, genau welches Ziel seine Werke nehmen würden. Obwohl es ziemlich viel von Gelehrten disputiert gewesen ist, scheint es als ob Heine sich als ein Vermittler oder ein Mittelsmann zwischen den zwei Kulturen sah. Viele Historiker versäumen es, dieses zu bemerken, aber es kommt in den Werken Heines selbst zum Ausdruck. Die meisten literarischen Kritiker sagen, dass Heine Deutschland für Paris verließ, um sich in französischen Angelegenheiten zu vertiefen, lieber als seiner Heimat treu zu bleiben. Viele nennen Heine einen Abtrünniger oder einen Überläufer, und behaupten, dass er den Kontakt zu den Zuständen in Deutschland völlig verlor.

Heine verließ zwar seine Heimat, aber er blieb ihr treu. Vielleicht der Notwendigkeit wegen, seine Kolumnen in der Zeitung Cottas zu schreiben, aber auch seines großen Interesses für die deutsche Politik wegen, blieb Heine deutschen Kultur zugewandt. Er hatte natürlich keine Kenntnis aus erster Hand von den Ereignissen in Deutschland, weder könnte er ungehindert dahin reisen, besonders nach dem Beschluß des Bundestags. Im Wesentlichen glaubte Heine, dass er ein Vermittler der Kommunikation zwischen Deutschland und Frankreich war. Deswegen schrieb er nicht für eine Gruppe, sondern richtete seine Werke an die Deutschen sowie auch die Franzosen; er versuchte, das Verständnis der zwei Länder zu ergänzen, indem er das Vorhandensein der Kenntnisse über die zwei Völker vergrößerte. Seine Schriften über die deutschen Angelegenheiten sollten als eine Korrektur und eine Ermahnung für die Franzosen dienen. Ursprünglich geschrieben für ein französisches Publikum, das, wie Heine glaubte, die Entwicklungen und die Tradition der deutschen Literatur mißverstand, versuchte er, einige falsche Vorstellungen von Deutschland, die in französischen intellektuellen Kreisen aktuell gewesen waren, zu berichtigen, sowie auch die Franzosen davor zu warnen, bestimmten abwegigen deutschen Sitten nicht zu folgen.
Diese Schriften erschienen von 1832 bis 1835 in einer französischen Zeitschrift für deutsch-französischen Affären, die Revue des Deux Mondes.

In seinem Werk, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland schrieb Heine von der Revolution, die er als sehr nahe bevorstehend in Deutschland sah; er warnte die Franzosen:
"Lächelt nicht über den Phantasten, der im Reiche der Erscheinungen dieselbe Revolution erwartet, die im Gebiete des Geistes stattgefunden. Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Donner und ist nicht sehr gelenkig und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn Ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wißt: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in der fernsten Wüste Afrikas werden die Schwänze einkneifen und sich in ihren königlichen Höhlen verkriechen. Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die Französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte."
Diese Schrift, die erst im Jahre 1834 veröffentlicht wurde, war dem Prosper Enfantin, der damalige Leiter der Schule des Saint-Simonismus, gewidmet, obwohl die Widmung später von Heine entzogen wurde. Am Anfang des Werkes gibt Heine spezifisch seine Absichten an: indem er das Werk schrieb, wollte er dem französischen Volke eine Diskussion der deutschen Literatur geben, die sie verstehen könnten. Diese Schrift wurde später in einem Buch unter den Titel De l'Allemagne einbezogen, zusammen mit seinem früheren Werk Die romantische Schule.

Ein anderes Mittel, das Heine benutzte, als er die zwei Kulturen näher zu bringen versuchte, war ziemlich ironisch, indem er ihre Unterschiede darstellte. Als er dies machte, stellte er Vergleichen an, in seinem typisch witzigem, ironischem Stil, der seine Abstimmung an die beiden Länder sehr klar zeigte. Später in demselben Werk besprach Heine die deutsche Reaktion auf der Französischen Revolution.
Heine verbrachte den Rest seines Lebens in Paris, obwohl er eine einzige Reise zurück in seine Heimat im Jahre 1842 unternahm, um seine Mutter zu besuchen.
Im Jahre 1843 hörte er auf, für die Augsburger Allgemeine Zeitung zu schreiben. Im Jahre 1848 erkrankte er an einer Rückenmarkentzündung, Während der acht folgenden Jahren war er ans Bett gefesselt; deshalb nannte er sein Bett seine »Matratzengruft«. Die Revolution von Februar 1848, welche die Julimonarchie stürzte, kam eigentlich nicht als eine Überraschung für Heine, weil er wohl wusste, dass unter den niedrigen Ständen Unruhe sich erhöhte; auch sah er gewiss die Lebensmittelknappheiten und das allgemeine Elend, das wieder in Frankreich einsetzte. Obwohl Heine nicht mehr so aktiv schrieb, nachdem er 1849 fast blind geworden war, drückte er seine Gefühle von Traurigkeit und Enttäuschung aus.
Heinrich Heine ist am 17. Februar 1856 in seiner Wohnung in Paris gestorben. Er hatte sehr wenig an der Politik in seinen letzten Jahren teilgenommen; trotzdem behielt er eine enge Verbindung mit seiner Heimat durch seine Korrespondenz und die Besuche seiner Freunden.
Obwohl es von vielen Kritiker behauptet wird, dass Heine Deutschland verließ, um sich auf politisches und soziales Leben in Paris zu verwenden, ist dieses widerlegt von seinen vielen Schriften über Deutschland, sowie auch von seinem ausgedrückten Ziel, die Vermittlung zwischen Deutschland und Frankreich zu erleichtern. Als eine Folge der Julirevolution kam dann Heinrich Heine, einer der größten deutschen Dichter, nach Paris, und da hatte er Erfolg dabei, ein Hilfsmittel zu ergründen, das die kulturellen Verständnisse verbesserte. Heine hörte eigentlich nie auf, für Deutschland zu schreiben, sogar als er im Exil in Frankreich war, und er muß nicht als ein Verräter gesehen sein, sondern als ein treuer Bürger, der zum Wohle seiner Heimat arbeitete.

5. Werke Heinrich Heines

1816 / 1817 - Gedichte in "Hamburgs Wächter"
1821 / 1822 - Briefe aus Berlin im Zeitschriftenabdruck, Gedichte
1823 - Über Polen. Tragödien Almansor, Ratcliff, lyrischen Intermezzo
1826 - Reisebilder I, Die Harzreise (Gedichte)
1827 - Reisebilder II, Die Nordsee (Gedichte); Das Buch Le Grand - Briefe aus Berlin; Buch der Lieder (Junge Leiden, Lyrisches Intermezzo, Die Heimkehr, Die Nordsee)
1829 - Reisebilder III, Italier (Reise von München nach Genua, Die Bäder von Lucca)
1831 - Reisebilder IV: Die Stadt Lucca, Englische Fragmente
1834 - Der Salon I: Französische Maler, Gedichte, Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopski, De l' Allemagne depuis Luther
1835 - Der Salon II: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, Gedichte
1836 - Die romantische Schule
1837 - Der Salon III: Florentinische Nächte - Elementargeister
1839 - Shakespeares Mädchen und Frauen
1840 - Der Salon IV: Der Rabbi von Bacherach (Romanfragment), Gedichte - Über die französische Bühne. Briefe aus Helgoland (aus Ludwig Börne - eine Denkschrift)
1842 - Zeitungsaufsatz Hamburg in der Augsburger "Allgemeinen Zeitung)
1844 - Neue Gedichte. Deutschland. Ein Wintermärchen
1847 - Atta Troll, ein Sommernachtstraum
1848 - Artikelserie Die Februarrevolution (in der Augsburger "Allgemeinen Zeitung")
1851 - Romanzero
1852 - Neue Gedichte, erweiterte Auflage
1854 - Vermischte Schriften: Geständnisse, Gedichte (Buch Lazarus), Die Götter im Exil, Die Göttin Diana, Ludwig Marcus, Lutezia, Der Doktor Faust
1856 - Aus dem Nachlaß später veröffentlicht: Memoiren, französische Vorrede zur Lutezia, Nachlese der Gedichte

5.1. Die Wirkung der Werke Heines in Deutschland

1888 wurde Heine einmal als "Pfahl in unserm Fleisch" bezeichnet (aus Franz Sandvoß "Was dünket euch um Heine"). Diese Bezeichnung trifft eigentlich genau auf die Reaktion vieler Deutscher, diesem Dichter gegenüber, zu. Denn für Deutschland und die Deutschen war Heine ein Problemfall ersten Ranges, mit dem man nicht fertig wurde.
Schon beim Erscheinen seines ersten Gedichtbandes 1822, war die generelle Zustimmung durch Bedenken relativiert. In den darauffolgenden Jahren wandelten sich diese Bedenken bis hin zur gänzlichen Ablehnung, die Zustimmung wurde immer geringer.
Im Ausland allerdings galt der in seiner Heimat oft abwesende Heine als unangefochtener Repräsentant deutscher Literatur und Kultur. Neben Goethe zählte er zu den wenigen Autoren deutscher Sprache, die sich international einen Namen machen konnten.

In Heines dichterischen Laufbahn zeichnete sich von Anfang an eine typische Vorgehensweise ab, wenn es darum ging seine Schriften "an den Mann zu bringen", so auch bei der Verbreitung seines ersten Buches "Gedichte" 1822, dass aus dem Antrieb seiner hoffnungslosen Liebe zu seiner Cousine Amalie entstanden war. Durch ein persönlichen Begleitschreiben zu dem jeweiligen Werk, versuchte er oft seinen Werken den Boden zu bereiten.
Ihm war es sehr wichtig zu jeder Zeit informiert zu sein über Dinge, die über ihn geschrieben wurden. Um dieses Bangen um sein Image zu vertuschen, sagte er einmal:
"Ob man mich lobt oder tadelt, es rührt mich nicht, ich gehe meinen strengen Weg, den ich mahl als den besten erkannt habe."

Er erkannte schon früh, dass es wichtig war, im Gespräch zu bleiben.
Im Zeitraum bis zur Veröffentlichung des "Buchs der Lieder" 1827 hatte sich das Bild des Lyrikers Heine in allen wesentlichen Zügen schon festgelegt.
Sein Stil wurde von den Kritikern als "neu", originell und eigentümlich bezeichnet. Seine Originalität drückte sich vor allem in seiner Sprache aus, die als "kraftvoll und gedrungen" charakterisiert wurde, bedeutete aber auch, dass er sich von der Masse abhob, und andererseits die zeitgenössische Tradition aufnahm, nur eigenständig weiterführte.
Im Grunde genommen konnten sich die Rezensenten* anfangs aber nicht entscheiden, was sie von Heine halten sollten. Sein Stil wurde irgendwann als "Jugendsünde" bezeichnet, in der Hoffnung, dass Heine sich doch noch den gesellschaftlichen Normen unterwerfen würde. Je weiter er sich von diesen Normen und dem literarischen Stil seiner Zeit (Spätromantik, Biedermeier) entfernte, desto heftiger wurde die Kritik der Rezensenten.
Seine dichterischen Themen waren das Fremdsein der Welt, Ausgeschlossenheit und Isolierung, die Trennung selbst in der Gemeinsamkeit und die mit dieser Erfahrung sich einstellende Sehnsucht nach Einheit.

5.2. Absichten und Überzeugungen

Heinrich Heine verfasste seine ersten Werke noch ganz nach den Merkmalen der Romantik, später änderte er dies jedoch und orientierte sich vornehmlich am Realismus, zu sehen vor allem in den Reisebildern, in denen er genaue Natur- und Lebensbeschreibungen niederschrieb.
Schließlich brachte er auch politische Themen in seine Arbeiten ein. Dabei waren seine Leitgedanken immer die Ideen und Ziele der Französischen Revolution, also bekanntermaßen Freiheit und Gleichheit für jeden einzelnen Menschen. Dazu kam seine Vorstellung von einer Weltpolitik und seine Leidenschaft für ein freies Europa auf der Basis deutsch-französischer Versöhnung. Er bezeichnete seine Arbeit an der Verbesserung der deutsch-französischen Freundschaft in seinem Testament von 1851 als seine Lebensaufgabe.
Heine kritisierte in seinen Werken vor allem den Nationalismus und die vorherrschende Politik in Deutschland, die jeglichen Fortschritt ablehnte. Fast alle seiner Schriften waren zu getarnten politischen Stellungnahmen und Meinungsäußerung geworden, welche durch Heines ausgezeichnet angewandte Lyrik "versteckt" wurden. Heine kritisierte die deutschen Zustände in der Politik durch beißende Ironie, was am Beispiel des Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen" hervorragend zu beobachten ist. Heine erkannte die Notwendigkeit sozialer Reformen und die Möglichkeiten der politischen Demokratie. Im Kopf des Dichters nistete eine neue bessere Zeit, die durch äußere Machenschaften nicht aufzuhalten war.
Durch die daraus entstandenen politischen und gesellschaftlichen Anfeindungen entschied Heinrich Heine sich, in das Land auszuwandern, in dem seine Idealvorstellungen durch eine große Revolution bereits erreicht worden waren.
Schon als Jugendlicher begeisterte er sich für die französischen Ziele, vor allem die Idee der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz, statt der Vorherrschaft des Adels und der Kirche, bestimmten sein Leben wesentlich.

6. Deutschland. Ein Wintermärchen

Entstehung und Thematik  (kleine Inhaltsangabe und Zusammenfassung)

Im Herbst 1843 kehrte Heine nach 12jährigem Exil in Paris zum ersten Mal wieder nach Deutschland zurück, um dort seine Mutter zu besuchen.
Nach seiner Rückkehr nach Paris, im Januar 1844, verfasste Heine das durch viele Eindrücke der Reise angeregte Vers - Epos "Deutschland. Ein Wintermärchen", dem er einen an Shakespeare orientierten Namen gab ("The Winter' s Tale" ist der Titel eines Dramas des engl. Dichters; Der Winter ist hier die Metapher für die erstarrenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in seinem Heimatland).
Bei Heines Werk "Deutschland. Ein Wintermärchen" handelt es sich um eine poetische Reisedokumentation und gleichzeitig um eine politische Satire.
In diesem Werk äußerte sich Heine satirisch zu den Zuständen in Deutschland in der Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es strotzt von Angriffen auf die damals herrschenden und fordert, die Errungenschaften der bürgerlichen Revolution in Frankreich auch auf Deutschland zu übertragen.
Im April 1844 war das Werk fertiggestellt und sollte veröffentlicht werden. Da aber die Zensur eine Druckererlaubnis erteilen musste, veranlaßte Heines Verleger Julius Campe, einige Änderungen und Abschwächungen. Im Oktober 1844 wurde das Werk als Seperatausgabe endlich gedruckt und auch ausgeliefert. Im selben Jahr erschien eine Ausgabe der "Neuen Gedichte", die ebenfalls das "Wintermärchen" enthielten. Ein Nachdruck erfolgte im Pariser "Vorwärts", an dem Karl Marx mitarbeitete. Es erschienen noch zwei französische Prosaübersetzungen.
Die Reaktion der deutschen Länder war heftig: noch im selben Jahr wurde auf das Bestreben Preußens in fast allen Staaten des Deutschen Bundes das Buch verboten und beschlagnahmt. Gegen Heine wurde ein Haftbefehl erlassen, falls er deutschen Boden betreten sollte.

Aufbau (Analyse und Interpretation, kurz)

Die Dichtung besteht aus einem Vorwort, datiert vom 17.9.1844, und 27 Kapiteln (Caput überschrieben, um Sachlichkeit vorzutäuschen), insgesamt aus 528 Strophen.
Erzähler ist das lyrische Ich
Heine verwendet eine damals beliebte Strophenform, die in vielen Volksliedern der Romantik zu finden ist.
Die Verse 1 und 3 weisen je vier, die Verse 2 und 4 jeweils drei Hebungen auf, der Versschluss ist abwechselnd männlich und weiblich.
Zweiter und vierter Vers reimen miteinander; Heine hat bei einigen Strophen - von de Kritik oft mißverstanden - unbeholfen und holprig wirkende Reimwörter verwendet, die aber immer eine witzige Anspielung auf den jeweiligen Inhalt bilden.

Das Vorwort

Das Vorwort ist im September 1844 in Hamburg entstanden. Zunächst spricht Heine von der Entstehung des Werks, dann sogleich von den besonderen Bedingungen, dem klimatischen Gegensatz zwischen Deutschland und Frankreich. Die erwähnten Schwierigkeiten weisen auf die Notwendigkeit hin, wegen der Zensur einige Abschnitte des Gedichtes zu verändern, politische Anspielungen abzumildern und die direkte persönliche Kritik an deutschen Herrschern zu tilgen. Heines wichtigstes Anliegen aber ist, einem möglichen Vorwurf entgegenzutreten, nämlich dem mangelnder Vaterlandsliebe. Hier entwickelt der Autor in einer zeit des verstärkten Nationalismus eine humane Position, die in den nächsten hundert Jahren in Deutschland von fast niemandem geteilt wurde. Die positive Haltung gegenüber Frankreich ist Heine später häufig als Verrat an der deutschen Sache ausgelegt worden.

Quellen:

1. Königs Erläuterungen und Materialien, Band 62; Erläuterungen zu Heinrich Heine "Deutschland. Ein Wintermärchen"; von Gerd Eversberg; C. Bange Verlag
2. Fach Deutsch: Politische Dichtung im Unterricht "Deutschland. EinWintermärchen"; von Wilhelm Gössmann und Winfried Woesler; Schwann Verlag
3. Microsoft; CD - Rom: Encarta Enzyklopädie 99
4. Die Krefelder Referate Homepage; www.krref.krefeld.schulen.net

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

4.2 / 5 Sternen (27 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2005
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 23.07.16

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 6 / 3? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:
  • Lisa schrieb am 26.04.2014:

    danke?

  • Valentin schrieb am 26.01.2013:

    sehr hilfreich. vielen dank !

  • HALLELUJAH schrieb am 05.02.2011:

    genau dies hab ich gesucht und dank euch gefunden. danke von ganzem herzen.

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+