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"Homo Faber" Charakterisierung & Beziehungen

Inhaltsverzeichnis

Folgend findet ihr gleich mehrere verschiedene kleine Ausarbeitungen zu unterschiedlichen Fragestellungen - doch alles dreht sich um die Charakterisierung der Personen aus "Homo Faber" und ihre Beziehungen zueinander.

Charakterisierung Homo Fabers

Max Frisch beschreibt die Hauptperson seines Romans Homo Faber, als den realistischen, von sich überzeugten Techniker. Er sieht die Welt nur unter mechanischen und physischen Gesichtspunkten. Er bemüht rational zu denken und andere für ihn weibische Gefühle von sich abzuwehren. Es entsteht das Bild von einer starrsinnigen Person, die krampfhaft versucht sich vor Gefühlen abzuschotten, wobei er oft die Gefühle anderer nicht akzeptiert. Er versteht die Gefühlsregungen anderer in Zusammenhängen mit bestimmten Personen oder Dingen. Diese kann er für den Techniker als den er sich selbst sieht natürlich nicht zulassen. Er muß Gefühle als kindisch und borniert abtun, um sich selber in seinem Bild zu bestätigen. Auch leidet er unter einem gestörten Beziehungsverhältnis zu anderen insbesondere "weibischen" Personen,. die nicht in sein Bild der realen Welt passen. Nicht seine Umwelt ist borniert sondern seine Auffassung von Gefühlen.

Die Beziehung zwischen Faber und Hanna

Ausgangslage: Faber fühlt sich - in Anbetracht des 2. Weltkrieges - verpflichtet, Hanna zu heiraten. Hanna ist jedoch zu stolz, um eine Zweckbeziehung einzugehen. Da Hanna ein Kind von Faber erwartet und er gleichzeitig eine gut bezahlte Stelle in Bagdad annimmt, erschwert sich die Situation. Der Job ist Faber anscheinend wichtiger als Frau und Kind. Das endgültige Aus für die Beziehung ist die Tatsache, dass Faber dauernd nur von ‘Ihrem' Kind spricht. Hannas Haltung zu den Männern: "Hanna hat sich geschworen, nie einen Mann zu lieben, weil es dem jüngeren Bruder gelang, sie auf den Rücken zu legen" (S. 182).

Im Laufe der Zeit ändert sich diese Haltung, doch dieses Schlüsselerlebnis spornte sie zur Selbständigkeit an. Ohne Männer kommt sie nicht aus, mit ihnen jedoch ebenfalls nicht. Sie heiratet Joachim wohl nur deswegen, um Sabeth geordnete Verhältnisse zu bieten (ev. darum hätte sie auch Faber geheiratet. Die Ehe geht auseinander, sobald Joachim die Erziehung mitbestimmen will. Mit Piper stürzt sie sich in eine zweite Ehe, der Grund wird als ‘alte Vorliebe für Kommunisten' dargelegt (S. 144). Auch diese Ehe geht zu Bruch. In einem Dialog mit Faber bezeichnet sie die Männer als stockblind (S. 144), mit ihnen könne sie nichts anfangen. "Hanna macht keine Vorwürfe, eigentlich lacht sie nur über sich selbst, über ihre Liebe zu den Männern" (S. 144).

Fabers Haltung zu den Frauen: Seit der Trennung von Hanna wird keine tiefere Beziehung mehr erwähnt, auch versteht er sich mit den Frauen nicht immer: "Ein lieber Kerl (Ivy), dachte ich, obschon ich Ivy nie verstanden hatte" (S. 68). Über die Trennung von Hanna ist Faber anscheinend nie hinweggekommen; "Ich sagte mir, dass mich wahrscheinlich jedes junge Mädchen an Hanna erinnern würde" (S. 78).
In Sabeth sieht er die Wiedergeburt Hannas, er will mit ihr nachholen, was er in jungen Jahren mit Hanna verpasst hatte.

"Mein Zorn auf mich selbst! Wenn man nochmals leben könnte!" (S. 176). Gegen Ende seines Lebens versucht er die Begegnung mit Sabeth zu dokumentieren, um dies Hanna zu hinterlassen. Er fühlt sich stark mit Hanna verbunden; "Ich hänge an diesem Leben wie noch nie zuvor, … Hanna ist mein Kumpel, und ich bin nicht allein." (S. 198). Es ist ihr vorzuwerfen, dass sie Home Faber die Existenz der gemeinsamen Tochter verschwiegen hat. Sie wollte das Kind vollkommen für sich alleine haben, und Faber nichts davon wissen lassen, da sie damals einen Konflikt in der Beziehung hatten. Auch ist an ihren Konversationen etwas Komisches. Sie stellen sich gegenseitig fragen, beantworten sie nicht und schwenken vom einen zum anderen Thema um.
Es könnte sein, dass Faber in Hanna etwas sucht, dass er bei jeder Frau vergeblich gesucht hat, denn er ist mit keiner Frau richtig glücklich gewesen. Auch kann es sein, dass er sehr an Hanna hängt, denn er hat sie nicht vergessen. Er fragt sogar Herbert nach ihr mit den Worten "Lebt sie eigentlich noch?" (S. 31) und er denkt viel über sie nach. Er vergleicht Ivy und Sabeth auch öfters mit ihr und man bekommt irgendwie das Gefühl, als ob Hanna die einzige Frau ist, die Walter glücklich gemacht hätte.
Es ist aber nicht sicher, ob Walter sich nur mit Hanna auseinandersetzt, weil sie zusammen ein Kind haben und weil ihn das das ganze Leben beschäftigt.

Homo Faber: Perspektiven Fabers, Hannas und Frischs

Aufgabe: Erarbeiten sie die Perspektiven Fabers, Hannas und Frischs!

Faber:

- glaubt weder an Fügung noch an Schicksal
- typischer Theoretiker, der wissenschaftliche Antworten auf jede Frage weiß
- glaubt an Zufälle im Hinblick auf das Unwahrscheinliche
- Unwahrscheinliche ist gleich der Grenzfall des Möglichen

- Faber wird durch Frisch so dargestellt, als ob Frisch Faber wäre

Hanna:

- glaubt im Gegensatz zu Faber an Schicksale
- sie hat, wie alle Frauen laut Faber (bzw. Frisch), einen Hang zum Aberglauben
- Faber ist erstaunt über ihre Selbstverständlichkeit in Bezug auf Mystik
- obwohl sie hochgebildet ist

- Frisch lässt Hanna so auftreten, um evt. den Gegensatz zu Fabers Denkweise zu verstärken

Frisch:

- glaubt wie Faber weder an Fügung noch an Schicksal
- Zufall = was passiert ohne Voraussicht
- Denk, das nicht der liebe Gott für den Zufall Verantwortlich ist
- Man kann nicht alles gleichzeitig ins Auge fassen, darum ist auch der Zufall ein Teil des Vorhandenen

Charakteristik von Hanna Piper

-Hanna Piper, geborene Landsberg
-deutsche Halbjüdin
-große Liebe der Hauptfigur Walter Faber
-gebildet, intelligent
-gefühlsbetonter Mensch
-kunstinteressiert
-belesen, interessiert, großer Wissensdurst
-an ihrer Arbeit interessiert (Arbeit in archäologischen Institut)
-”Hang zum Aberglauben”
-”Schwärmerin und Kunstfee”
-hält nichts von Statistik, glaubt an Schicksal
-unabhängig und selbstständig
-konsequent und geradlinig
-Tochter Sabeth als Lebensinhalt
-lebt in der Gegenwart, hat mit Vergangenheit abgeschlossen
-verzeihend und verständnisvoll
-”Hang zum Kommunismus”

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4 / 5 Sternen (17 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 04.07.16

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