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"Homo faber" literarische Erörterung

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Max Frisch: Literarische Erörterung (nur Pro) -

Untersuche, ob Faber Sabeth gegenüber schuldig geworden ist!

„Homo Faber“ (1957) von Max Frisch ist einer der bedeutensten Romane der Moderne. Der Schweizer Schriftsteller wurde am15. 5. 1911 in Zürich geboren, wo er am 4. 4. 1991 starb.
Zunächst studierte er Germanistik und arbeitete als freier Journalist, später absolvierte er ein Architekturstudium, und war bis 1952 Architekt. Ab 1954 war endgültig nur noch als Schriftsteller tätig, dafür erhielt er 1958 den Georg- Büchner- Preis und 1976 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er reiste durch ganz Europa, die USA und Südamerika. Es gab in seinem Leben viele Parallelen zu dem der Hauptfigur Walter Faber, in „Homo Faber“. Der Techniker Faber glaubt nicht an Vorsehung oder Magisches sondern nur an die Naturwissenschaft. Auf einer seiner Reisen lernt er ohne es zu wissen seine Tochter Sabeth kennen, das Kind der einzigen Frau die er je geliebt hat, Hanna. Sie hatten sich 20 Jahre vorher getrennt, als Hanna gerade schwanger war. Allerdings vereinbarten sie, dass das Kind abgetrieben werden sollte. Kurz darauf heiratet Hanna seinen besten Freund Joachim, später hatte Faber zu den beiden keinen Kontakt mehr. Im Laufe der Zeit beginnt Faber zu ahnen, dass Sabeth seine Tochter sein könnte, was er aber erfolgreich verdrängt. Nachdem Tod Sabeths durch eine Kopfverletzung und einem Zusammentreffen mit Hanna wird klar, dass er wirklich ihr Vater war. Nun stellt sich die Frage ob Faber Sabeth gegenüber schuldig geworden ist.

Von Anfang an bemerkte er eine Ähnlichkeit zwischen Hanna und Sabeth, so schreibt er auf Seite 94 von ihrem „Hanna- Mädchen- Gesicht“ und außerdem „Sabeth ist jung, wie Hanna damals jung gewesen ist, und zudem redete sie das gleiche Hochdeutsch, (...) “ (S.79).
Faber hätte oft Relationen zwischen Hanna und Sabeth auffallen müssen, so es war auch, und anscheinend derart frappierend, dass er sofort versuchte sie zu beseitigen und er sie vor sich selbst leugnete. Beispielsweise indem er sich sagte: „Was heißt schon Ähnlichkeit? Hanna war schwarz, Sabeth blond beziehungsweise rötlich, (...) “ (S. 78) oder in der Fortsetzung des Zitats von Seite 79: „ (...) aber schließlich (so sagte ich mir) gibt es ganze Volksstämme, die hochdeutsch reden.“ Er erzählt bereits zu Anfang des Buches „Hanna hatte einerseits einen Hang zum Kommunistischen, (...) (S.47) und Sabeth erzählt wiederum ihm später, dass ihre Mama auch einmal Kommunistin gewesen sei (S. 112). Er dachte die ganze Zeit über die beiden nach, deshalb fragte sie auch nach dem Namen ihrer Mutter (S.116). Als er endlich wusste, dass Hanna Sabeths Mutter war, verdrängte er, dass Hanna leicht seine Tochter sein könne, obwohl es sein erster Gedanke hätte sein müssen, da er nicht wusste ob Hanna tatsächlich abgetrieben hatte, und Sabeth das richtige Alter hatte. „Ich wagte nichts mehr zu sagen, Joachim betreffend, oder zu fragen. Ich rechnete im stillen (...) pausenlos, bis die Rechnung aufging, wie ich sie wollte: Sie konnte nur das Kind von Joachim sein! (...); ich legte mir die Daten zurecht, bis die Rechnung wirklich stimmte, die Rechnung als solche.“ (S.121).Zwar versuchte er durch diese Rechnungen zu beweisen, dass er nicht der Vater sein konnte, dennoch hätte es ihm absurd erscheinen müssen, dass Hanna so kurz nach einer Abtreibung ein Kind hätte bekommen können.

Auch ihre seltsame Beziehung zueinander, wirkt belastend für Faber. Oft ist es mehr eine Vater- Tochter-, als eine Liebesbeziehung. Das fällt auch Sabeth auf, so sagt sie zum Beispiel er täte wie ein Papa (S.115), als er kritisiert, dass sie für ihr Alter zuviel rauche. Genauso als sie ihm erzählt, dass sie gerne Stewardess werden möchte und per Anhalter nach Athen fahren will, ist sein Kommentar: „Ich wünsche mir zweierlei, (...). Erstens, dass Sie nicht Stewardess werden- (...) Zweitens, (...), dass sie nicht mit Autostop nach Rom fahren. (...) Lieber zahle ich Ihnen die Bahn oder das Flugzeug“ (S.90). Im Nachhinein schreibt er außerdem,,Sie war (...) ein Kind, das ich als Frau behandelte, oder eine Frau, die ich als Kind behandelte, das wusste ich selber nicht.“ (S.114). Sein Schicksal ist teilweise mit dem des Ödipus vergleichbar, auf den im Buch einige Male angespielt wird. Beispielsweise auf Seite 192 „Warum nicht diese zwei Gabeln nehmen, sie aufrichten in meinen Fäusten und mein Gesicht fallen lassen, um die Augen los zu werden? “Als Ödipus erfährt, dass er seinen Vater getötet hat sticht er sich die Augen aus. Auch von anderen werden die beiden als Vater und Tochter gesehen wie im Hotel Via Veneto wo man sie Mister und Miss Faber nennt (S. 122).

Die Abtreibung von der er dachte, dass Hanna sie vorgenommen hatte ist ebenfalls kein Argument für Fabers Unschuld, denn er hat niemals eine Bestätigung bekommen, dass es wirklich so geschehen ist. Gerade dass Hanna zuerst so versessen auf das Kind gewesen ist, hätte ihn nachdenken lassen müssen. Schließlich hatte sie kurz nach dem sie ihre Beziehung beendet hatte Joachim geheiratet, was er im Flugzeug erfahren hatte, warum hätte sie also noch abtreiben lassen sollen? Wie schon am Anfang gesagt, hätte besonders die Abtreibung ihn stutzig machen müssen. Da zwischen der Abtreibung und Sabeths Geburt mindestens neun Monate hätten liegen müssen, hätte er gar nicht viel rechnen müssen um herauszufinden, dass sie seine Tochter ist, zu der Leistung auf eine solch absurde Rechnung zu kommen, die diese Tatsache widerlegt gehört sehr viel Selbsttäuschung- und betrug. Er behauptet sogar, er hätte nicht einen Augenblick daran gedacht, dass Sabeth sein eigenes Kind sein könnte (S.118). Ihm musste also unterbewusst absolut klar sein, dass nur er der Vater sein kann.

Walter Faber hätte ab einem gewissen Punkt durchaus bewusst werden müssen, dass Sabeth seine Tochter ist, wenn auch nicht gleich zu Anfang, oder zumindest sehr wahrscheinlich.
Im ersten Moment des Zweifels wäre es Fabers Pflicht gewesen die Situation zu klären. Aus seiner persönlichen Sicht konnte er nichts gewusst haben, ist also unschuldig. Objektiv gesehen aber ist er an Sabeth schuldig geworden. Diese späte Erkenntnis aber hat zum Wandel seines Selbst- und Weltbildes geführt. Was besonders wichtig in diesem Roman der Moderne ist, da sie stark von Technik geprägt war, und alles Emotionale zu kurz kam.

Gliederung
A Ähnlichkeiten zwischen Max Frisch und Walter Faber
B Untersuche, ob Faber Sabeth gegenüber schuldig geworden ist!
I Was spricht dafür, dass Faber Sabeth gegenüber schuldig geworden ist?
1. Ähnlichkeiten zwischen Hanna und Sabeth
2. Vater- Tochter- Beziehung
3. Abtreibung
II Was spricht dagegen, dass Faber Sabeth gegenüber schuldig geworden ist?
1....
2....
3....
III Objektive Schuld Fabers Sabeth gegenüber
C Wandel durch Erkenntnis

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  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 03.08.16

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