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Immanuel Kant Referat

Inhaltsverzeichnis

Folgend ein Referat über Immanuel Kant und sein Wirken in der Aufklärung & seine philosophische Theorien (Referat).

Inhalt des Referats

1. Immanuel Kant selbst

2. Geschichtliche Philosophie und der Übergang zu Kants Erkenntnistheorie

3. Seine wichtigsten Werke (in Form einer Tabelle)
- Erläuterung
- Begriffserklärung

4. Kants Theorien
- Das Problem der Metaphysik
~ Textauszug
- Das Problem der Ethik
~ Textauszug
~ Schaubild

5. Kant und die Aufklärung
~ Textauszug

6. Synthese

7. Verzeichnisse
- Zitatverzeichnis
- Quellenverzeichnis

1. Immanuel Kant selbst - Lebenslauf, Biographie und Wirken

Er wurde am 22. April 1724 in Königsberg, dem heutigen Kaliningrad in Russland, geboren. Er war der Sohn einer Handwerkerfamilie und besuchte zwischen 1732 und 1740 das Collegium Fridericianum. Seine Mutter starb, als er 14 Jahre alt war. Später studierte er die klassischen Wissenschaften Physik, Mathematik und Philosophie. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1746 sah er sich gezwungen, seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer für Adlige zu verdienen.
1755 ging er an die Universität zurück und begann dort als Privatdozent zu unterrichten. In der königlichen Schlossbibliothek arbeitete er dann als Unterbibliothekar zwischen 1766 und 1772.
Erst im Jahre 1770 bekam er den Titel eines Professors für Logik und Metaphysik. Kant blieb auch die nächsten Jahre an der Hochschule in Königsberg und wurde 1786 zum Rektor ernannt, was viele Studenten dorthin zog.
Er galt als ein angenehmer Zeitgenosse mit einer unterhaltsamen Art, jedoch hatte er einen Hang zur Pedanterie und Pünktlichkeit.
Über Ostpreußen ist Kant nie hinaus gekommen und blieb fast immer in seiner Heimatstadt.
Er geriet später mit seiner rationalistischen Religionsauffassung in Konflikt mit der preußischen Regierung. Der preußische König Friedrich Wilhelm 2 belegte ihn mit einem Lehr- und Publikationsverbot, das auf religiöse Themen beschränkt war, nachdem er 1793 die Schrift "Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" veröffentlicht hatte.
1796 gab Kant seine Lehrtätigkeit auf und starb am 12. Februar 1804 mit 80 Jahren in Königsberg.
In Kants Leben soll nichts Besonderes vorgefallen sein, was man als interessant hätte beschreiben können. Er hat noch nicht einmal geheiratet, eine ernsthafte Erkrankung gehabt oder ein Haustier gehalten. Die einzige Abweichung in seinem Leben, sagt man, sei nur gewesen, dass er, als er zum ersten Mal Rousseaus Buch "Emile" gelesen hat, einige Tage zu Hause blieb, um es noch einmal zu lesen. Man sagt auch spaßeshalber, die Leute in Königsberg hätten sich dadurch verspätet, da sie ihre Uhren praktisch nach Kants täglichem Spaziergang stellten, der somit nun ausfiel.

Kants Grabstein mit der Aufschrift: Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.

2. Historische philosophische Fragen und der Übergang zu Kants Erkenntnistheorie

Zunächst einmal untersucht die Erkenntnistheorie oder auch Epistemologie (griechisch: episteme: Kenntnis, Wissen; logos: Vernunft, Sprache) die Quellen und Kriterien der Erkenntnis, die möglichen Arten der Erkenntnis und ihren jeweiligen Gewissheitsgrad sowie die genaue Beziehung zwischen dem erkannten Gegenstand und der Person selbst.

Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. beschäftigten sich die Griechen mit der Frage, ob es eine verlässliche und objektive Erkenntnis gibt. Zu dieser Zeit gab es zwei verschiedene Ideen zu diesem Problem. Erstens: Es gibt nichts, das wirklich existiert und wenn etwas existiere, dann könne es nicht wirklich erkannt werden. Könne nun aber etwas doch erkannt werden, so könne es nicht mitgeteilt werden. Zweitens: Man könne nicht sagen, dass die Meinung einer Person richtiger sei als die einer anderen, die nach eigener Erfahrung urteile.
Platon versuchte diesen Ideen etwas entgegenzusetzen, und zwar stellte er die Existenz einer Welt mit unveränderlichen Formen und Ideen als gegeben hin, in der nun gültiges und genaues Erkennen möglich war. Er argumentierte, dass man durch die bloße Sinneswahrnehmung nur zu vagen und unvollständigen Ergebnissen komme, und er schloss daraus, dass die philosophische Betrachtung und Vertiefung der unsichtbaren Welt der Formen das höchste Ziel der Menschen sei.
Aristoteles schloss sich dieser Idee der Überlegenheit des abstrakten Wissens an, doch ging er davon aus, dass sämtliches Wissen aus der Erfahrung abgeleitet wird. Er führte hier nun die Gesetze der Logik in die Philosophie ein.
Später wurde die Idee von Platon und Aristoteles des Selbstzweckes der Philosophie widerlegt; man war der Meinung, dass die Erkenntnisse der Philosophie praktisch anwendbar sein mussten.
Im Mittelalter lebte dann ein System einer religiös- philosophischen Überzeugung auf.
Man ging auch hier für eine zuverlässige Erkenntnis der Welt von der Sinneswahrnehmung als Ausgangspunkt und der Logik als intellektuelle Methode aus.
Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert war das Hauptthema der Erkenntnistheorie, ob der Ursprung der Erkenntnis nun in der Sinneswahrnehmung oder der Vernunft lag.
Hier standen sich nun Rationalisten und Empiristen gegenüber. Letztere gingen davon aus, dass das gesamte Wissen aus der Erfahrung abgeleitet wird, da Erfahrungen geistig verarbeitet werden müssen. Sie gingen von der Ungenauigkeit der Sinneswahrnehmung aus und konnten damit argumentieren, dass es so zu keiner absolut gültigen Erkenntnis der Welt kommen könne.
Die Rationalisten setzten dem entgegen, dass die aus der Mathematik und Logik gewonnenen Urteile exakt gültig sein müssen, obwohl sie keine Informationen über die Welt der Dinge vermitteln. Urteile über Tatsachen müssten also aus der Sinneserfahrung abgeleitet werden. Sie sagten aber, dass es keine gültigen Urteile über die Zukunft geben könne und dass es so keine zuverlässige Gültigkeit der Gesetze der Wissenschaft gibt, die so also irgendwann unwahr werden könnten. Diese Schlussfolgerung gab der Philosophie einen revolutionären Impuls, welche nun in einer herbeigeführten Krise steckte.
Diesen Konflikt wollte Immanuel Kant versuchen zu lösen, indem er zunächst einmal die Frage der Metaphysik erörtern wollte. Gleichzeitig war Kant auch ein Anstoß für die Aufklärungsperiode.

3. Kants wichtigsten Werke

Jahr Titel

Vorkritische Periode 1746-1781

1759 Versuch einiger Betrachtungen über den Optimismus
1763 Der einzigmögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes
1764 Versuch, den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen
1764 Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen
1764 Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und der Moral
1766 Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik
1770 De mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis

Kritische Periode 1781-1790

1781 Kritik der reinen Vernunft (1787, veränderte Neuausgabe)
1781 Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik die als Wissenschaft wird auftreten können
1785 Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
1786 Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft
1786 Was heißt: sich im Denken orientieren?
1788 Kritik der praktischen Vernunft
1790 Kritik der Urteilskraft

Periode der Rechts- und Tugendschriften 1791-1800

1793 Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft
1797 Die Metaphysik der Sitten
1798 Anthropologie in pragmatischer Hinsicht abgefasst
1798 Der Streit der Fakultäten

= seine einflussreichsten Werke

Erläuterung:

In seiner vorkritischen Zeit orientierte Kant sich an den Rationalisten Leibniz und Wolff. Er war überzeugt davon, dass Metaphysik möglich war und entwickelte seine Theorie zur Entstehung astronomischer Systeme. Außerdem schrieb er eine neue Definition des Wesens der Materie als Kraft bzw. Energie. Seine frühesten Werke waren wissenschaftlich und naturalistisch. Am Ende dieser Zeit wurde Kant von den Ideen der Aufklärung, dem Empirismus (der Einfluss von Empiristen wie Locke und Hume brachte Kant auf einen anderen Pfad, nämlich dazu, dass er glaubte, Metaphysik sei nicht möglich und die Erfahrung sei die einzige Quelle der Erkenntnis).und den wissenschaftlichen Ideen Newtons beeinflusst.
Dennoch hatte er Probleme damit, dass der Rationalismus keine Existenzbeweise liefern konnte und der Empirismus nicht beweisen konnte, wie aus Erfahrung Erkenntnis werden kann.
Ihm schien, dass die ganze Philosophie keine solide Grundlage hatte und er machte sich zum Ziel, diese zu schaffen.

Nach seinem 10- jährigen "Schweigen" (1770-1781) kamen die drei großen Kritiken: die "Kritik der reinen Vernunft, die "Kritik der praktischen Vernunft" und die "Kritik der Urteilskraft". Nun begann eine neue Schaffungsperiode Immanuel Kants.

In seiner kritischen Zeit stellte er die Frage, ob die Metaphysik eine Wissenschaft sein konnte, und er wollte die Gedanken des Rationalismus und des Empirismus verbinden. Er war der Überzeugung, dass die Erkenntnis aus einer anschaulichen-rezeptiven (d.h. das, was durch die Sinne aufgenommen und empfangen wird) und einer gedanklichen-spontanen (d.h. das, was unser Verstand uns mitteilt) Komponente besteht.
Wie die Empiristen ging er davon aus, dass dem Wissen Sinneseindrücke zugrunde liegen, die a posteriori gewonnen werden. Erkenntnis wird jedoch erst durch den Verstand ermöglicht, der die Empfindungen in eine Struktur bringt. Diese stammt nicht aus der Erfahrung, sondern liegt a priori im menschlichen Verstand begründet (siehe:"Das Problem der Metaphysik").
In dieser Zeit versuchte er auch ein Begründungsprinzip für Handlungen bzw. Normen aufzustellen. Er ging von Seins- und Sollenssätzen aus, mit denen er ausdrücken wollte, dass wenn etwas ist, dies noch lange nicht hieße, dass es auch sein solle.
Daraus folgerte er, dass das Prinzip der Handlungs- und Normbegründung nicht empirisch sein konnte, d.h. das Bestehen von Normen sei kein Grund für ihre Befolgung. In Hinblick auf die Moral sollte diese hier nicht mit gegebenen Zwecken begründet werden, sondern selbst Zwecksetzung sein. Hieraus entstand Kants Begriff des kategorischen Imperativs, das oberste Begründungsprinzip der Moral (siehe:"Das Problem der Ethik").

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Kantsche Begriffserklärung:

Rationalismus:

von lat.: ratio- Vernunft; philosoph. Strömung, die die Vernunft als für den Er-kenntnisprozess wesentlich hervorhebt

Empirismus:

philosoph. Richtung, die davon ausgeht, dass alle Erkenntnis auf Erfahrung beruht und dabei die Möglichkeit einer Erkenntnis a priori bestreitet

Metaphysik:

der Versuch die ganze Welt und das Universum in ihrer Totalität zu verstehen, dabei über die Wissenschaft hinauszugehen und Erklärungen auszuarbeiten

a priori:

aus der Vernunft durch logisches Schließen gewonnene Erkenntnis, die von der Erfahrung unabhängig ist

a posteriori:

Erkenntnis, die aus der Erfahrung gewonnen wird

Humanismus:

das Bemühen um Humanität: Menschlichkeit, Anerkennung der Würde aller Menschen, ihrer Rasse, Nation, die Aufhebung von Sklaverei vor allem in der Aufklärungsperiode

4. Kants Theorien

Das Problem der Metaphysik:

Kant meinte, dass das Problem der wissenschaftlichen Erkenntnis und das Problem der metaphysischen Erkenntnis solch abstrakter Ideen wie Freiheit und Moral sich sehr ähnlich sind. In der Wissenschaft wie in der Metaphysik geht der Mensch von Gegebenheiten aus, die bearbeitet werden und ein Urteil hervorrufen, wobei der Vorgang jeweils gleich ist.

Kant wollte sich nun daran machen, die Grenzen des Denkens auszumachen und stellte seine präzise Frage: "Kann die Metaphysik als Wissenschaft bestehen?"
Zunächst stellte er Empirismus und Rationalismus gegenüber:

Empirismus und Rationalismus

· Alle Erkenntnis stammt aus der Erfahrung.
· Erkenntnis stammt aus der logisch rationalen Folgerung.
· Es gibt keine angeborenen Ideen.
· Die einzige sichere Grundlage der Erkenntnis bilden die angeborenen Ideen.
· Hat Probleme, die logische Notwendigkeit von Erfahrungsgesetzen zu beweisen.
· Hat Probleme, seine logische Gewissheit mit der Realität zu verknüpfen.
· Synthetische Urteile
· Analytische Urteile
· Erkenntnis a posteriori
· Erkenntnis a priori

Kant wollte nun, wie schon vorher erwähnt, diese beiden verbinden.
In seiner Kritik der reinen Vernunft (1781) untersuchte er die Grundlagen der menschlichen Erkenntnis.
Hierzu verwendete er die traditionelle Unterscheidung von synthetischen und analytischen Urteilen. Letztere erläutern nur Wörter, wie z.B. der Satz: Billardkugeln sind rund. Die Wahrheit des Begriffes wird aus der Analyse abgeleitet, ohne dass weitere Erfahrungen hinzutreten müssen. Synthetische Urteile gehen darüber hinaus: Die weiße Billardkugel, so gestoßen, lässt ursächlich die schwarze Kugel in die angezeigte Richtung rollen. Diese Urteile werden also nicht nur durch die reine Analyse abgeleitet, sondern es ist eine besondere Erfahrung erforderlich bzw. vorausgesetzt. Daraus ergibt sich, dass alle allgemein gültigen Sätze, die aus der Erfahrung gewonnen werden, synthetisch sind.

Hierzu kamen zwei weitere Ausdrücke: a priori und a posteriori. Erkenntnis a priori definierte er als eine Erkenntnis, die aus dem bloßen Nachdenken stammt (zwei plus zwei ergibt vier.) und Erkenntnis a posteriori als eine aus der Erfahrung stammende Erkenntnis (Das Haus ist schwarz.). Er betonte hier, dass synthetische Urteile a priori möglich seien (am Beispiel der Winkelsumme in einem Dreieck: Sie beträgt immer 180°; hier muss nun zunächst einmal logisch geschlossen werden, jedoch ist für dieses Denken Erfahrung erforderlich, da man sonst nicht auf das Ergebnis kommen könnte, ohne vorher Zusammenhänge dargestellt zu haben.) Diese Urteile bildeten die Grundlage für die reine Naturwissenschaft und Mathematik, wie z.B. die Geometrie, die auf synthetische a priorische Urteile aufbaut und dadurch ihre Erkenntnisse gewinnt.
Für ihn war die Erkenntnisgewinnung ein einheitlicher Vorgang, der Wahrnehmung, Einbildungskraft und Verstand mit einbezog: Sinnlichkeit und Verstand standen in Wechselwirkung.
Dieser Vorgang sollte wie folgt aussehen. Zunächst würden Raum und Zeit als einfache Anschauungen a priori gegeben sein; dies erklärt sich dadurch, dass Raum und Zeit durch kein Sinnesorgan wahrgenommen wird. Sie wären also den Sinneseindrücken vorausgehend und von ihnen unabhängig, also absolut. Dann ging er von den Kategorien des Denkens aus, welche unsere Art der Wirklichkeitsauffassung strukturieren. Sie sollten Sinn in unsere Welt bringen.

Nun unterschied er aber zwischen Erscheinung und Realität. Da der Mensch nur Eindrücke von den Dingen hat, kann er nicht erkennen, wie sie an sich sind, d.h. unabhängig von seiner eigenen Sinneswahrnehmung und seiner Auffassung von Raum und Zeit. Er sagte, dass die mysteriöse Substanz eines Gegenstandes, welchen er als "Ding an sich" bezeichnete, nur eine Erscheinung ist und somit nicht erkennbar sei. Er meinte hiermit, dass der Mensch nur seine eigene Vorstellung der Welt hat und nicht beweisen kann, dass sie tatsächlich so ist; also geht er von einer Erscheinung aus.
Kant vertrat demnach die Ansicht, dass alle traditionellen metaphysischen Argumente in Bezug auf die Seele, die Unsterblichkeit, Gott und die Willensfreiheit die Grenzen der Vernunft überschritten. Die Vernunft könne beim Erkennen der Welt nur in der praktischen Sphäre, d.h. direkt angewendet werden.
"Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse: dass sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann, denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die sie aber auch nicht beantworten kann, denn sie übersteigen alles Vermögen der menschlichen Vernunft." 1
Das hat er auch schon im Jahre 1766 in seinem Werk "Träume eines Geistersehers" deutlich gemacht.

Auszug:

[...] Ich erkenne in mir Veränderungen als in einem Subjekte, was lebt, nämlich Gedanken, Willkür, etc. etc. und, weil diese Bestimmungen von anderer Art sein (lies: sind), als alles, was zusammengenommen meinen Begriff vom Körper macht, so denke ich mir billigermaßen ein unkörperliches und beharrliches Wesen. Ob dieses auch ohne Verbindung mit dem Körper denken werde, kann vermittels dieser aus Erfahrung erkannten Natur niemals geschlossen werden. [...] 2

Kant hatte es nun also geschafft, einen Mittelweg zu finden; er beschränkte sich nicht nur auf bloße Erfahrungsurteile wie der Empirismus und verlor sich nicht in bloßen Spekulationen wie oft der Rationalismus.

Das Problem der Ethik:

Nachdem Kant nun der Meinung war, dass er das Problem der Grundlegung der Erkenntnis gelöst hatte, machte er sich daran, die Rolle der Vernunft in der Ethik festzulegen. Hierzu schrieb er seine zweite Kritik und "Die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten".
Sein Grundsatz hierzu war:

"Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte!" 3

Hier führte Kant nun den Begriff des Kategorischen Imperativs ein, welcher das universelle Prinzip darstellen sollte, welches alle Menschen bindet und allgemein gültig ist.
Er war der Meinung, eine Handlung, welche dem Moralgesetz (welches eine Pflicht sein sollte) folgt, ist auch eine Handlung, welche rechtschaffen ist. Eine eigennützige Handlung konnte nach seiner Meinung also nicht rechtschaffen sein.
Man könnte nun einen weiteren seiner Grundsätze etwa so formulieren:
Handle so, dass du den Mitmenschen nie als bloßes Mittel benutzt, sondern immer auch als Selbstzweck achtest.
Er war also davon überzeugt, dass man z.B. mit einer Lüge den Mitmenschen dazu brachte, falsch zu handeln und man somit seinen Selbstzweck nicht achtete. Für ihn waren moralische Fragen also auch Vernunftfragen.

Auszug:

[...] Nun sage ich: der Mensch und überhaupt jedes vernünftige Wesen existiert als Zweck an sich selbst, nicht bloß als Mittel zum beliebigen Gebrauche für diesen oder jenen Willen, sondern muss in allen seinen sowohl auf sich selbst, als auch auf andere vernünftige Wesen gerichteten Handlungen jederzeit zugleich als Zweck betrachtet werden.
Alle Gegenstände der Neigungen haben nur einen bedingten Wert; denn wenn die Neigungen und darauf gegründete Bedürfnisse nicht wären, so würde ihr Gegenstand ohne Wert sein. Die Neigungen selber als Quellen des Bedürfnisses haben so wenig einen absoluten Wert, um
sie selbst zu wünschen, dass vielmehr, gänzlich davon frei zu sein, der allgemeine Wunsch eines jeden vernünftigen Wesens sein muß. Also ist der Wert aller durch unsere Handlung zu erwerbenden Gegenstände jederzeit bedingt. Die Wesen, deren Dasein zwar nicht auf unserm Willen, sondern der Natur beruht, haben dennoch, wenn sie vernunftlose Wesen sind, nur einen relativen Wert, als Mittel, und heißen daher Sachen, dagegen vernünftige Wesen Personen genannt werden, weil ihre Natur sie schon als Zwecke an sich selbst, d. i. als etwas, das nicht bloß als Mittel gebraucht werden darf, auszeichnet, mithin so fern alle Willkür einschränkt (und ein Gegenstand der Achtung ist). Dies sind also nicht bloß subjektive Zwecke, deren Existenz als Wirkung unserer Handlung für uns einen Wert hat; sondern objektive Zwecke, d. i. Dinge, deren Dasein an sich selbst Zweck ist und zwar ein solcher, an dessen Statt kein anderer Zweck gesetzt werden kann, dem sie bloß als Mittel zu Diensten stehen sollten [...]
Wenn es denn also ein oberstes praktisches Prinzip und in Ansehung des menschlichen Willens einen kategorischen Imperativ geben soll, so muß es ein solches sein, das aus der Vorstellung dessen, was notwendig für jedermann Zweck ist, weil es Zweck an sich selbst ist, ein objektives Prinzip des Willens ausmacht, mithin zum allgemeinen praktischen Gesetz dienen kann. Der Grund dieses Prinzips ist: die vernünftige Natur existiert als Zweck an sich selbst. [...] 4

Kant verfasste keine Liste, nach welcher wir Gut und Böse unterscheiden sollten, er gab lediglich ein Vernunftprinzip vor. Es gründet sich auf die Überzeugung, dass die Vernunft die höchste Autorität der Moral ist. Hier steht der Begriff Freiheit dann auch nahe, da Kant die Freiheit zur Selbstbestimmung, die Freiheit zur bewussten Befolgung des Gesetzes, also die Freiheit zur Vernunft sehr groß schrieb, wie auch in seiner Definition der Aufklärung (siehe "Kant und die Aufklärung"). Kant unterschied jedoch stets zwischen theoretischer und praktischer Vernunft:

5. Kant und die Aufklärung

Während der Aufklärungsperiode im 18. Jahrhundert hat auch Kant sich neben sehr vielen anderen Philosophen Gedanken über das Handeln, die Freiheit und den Fortschrittsglauben des Menschen gemacht.
Zunächst trat die Aufklärung gegen die religiöse Bevormundung und Intoleranz ein besonders gegenüber dem Islam und des Judentum. Der Machtanspruch des Absolutismus wurde größtenteils verabschiedet, was meist durch die europäischen Revolutionen zu dieser Zeit geschah. Ein weiteres Kennzeichen der Aufklärung ist die positive Grundeinstellung gegenüber der Wissenschaft, man glaubte mehr und mehr an ihren Fortschritt und ihre Erklärungen als an die Religion, welche oft nur hingenommen werden konnte, jedoch keinerlei logische Erklärung brachte. Der wichtigste ihrer Punkte ist jedoch, dass der Begriff Vernunft, also Rationalität, sie leitete.
In Kants Text "Was ist Aufklärung?" fordert er die Menschen auf, ihren eigenen Verstand und ihre Vernunft zu gebrauchen. Er ist der Meinung, dass sie nicht zu dumm sind, über ihre eigenen Angelegenheiten zu entscheiden, sondern vielmehr einfach zu faul. Für ihn denken die Menschen einfach zuwenig über ihre eigenen Geschicke nach, sie entscheiden oft nicht selbst und sind somit auch nicht selbständig.

Auszug:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines Anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines Anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
[...]
Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit heraus zu arbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen, und ist vor der Hand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalsten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln, und dennoch einen sicheren Gang zu tun.
[...]
Wenn denn nun gefragt wird: Leben wir jetzt in einem aufgeklärten Zeitalter? so ist die Antwort: Nein, aber wohl in einem Zeitalter der Aufklärung. Dass die Menschen, wie die Sachen jetzt stehen, im ganzen genommen, schon im Stande wären, oder darin auch nur gesetzt werden könnten, in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines andern sicher und gut zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel. Allein, dass jetzt ihnen doch das Feld geöffnet wird, sich dahin frei zu bearbeiten, und die Hindernisse der allgemeinen Aufklärung, oder des Ausganges aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit, allmählich weniger werden, davon haben wir doch deutliche Anzeigen. In diesem Betracht ist dieses Zeitalter das Zeitalter der Aufklärung. [...] 5

6. Synthese zu Kants Erkenntnistheorie

In jedem Kant referat erwähnenswert! Immanuel Kant hat den Menschen eine neue Perspektive geliefert, er gab ihnen die Aufgabe, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, er schaffte es, präzise und logisch die Metaphysik, Ethik, Geschichtsphilosophie, Staatsphilosophie und sogar die Ästhetik darzulegen bzw. zu erörtern. Dabei greift er immer wieder auf die Begriffe Freiheit und Vernunft zurück, wobei er insbesondere zwischen praktischer und theoretischer Vernunft unterscheidet (siehe Schaubild).

Aus den vorliegenden Texten geht hervor, dass Immanuel Kant ein sehr bedeutender Philosoph seiner Zeit war und auch heute immer noch ist. Er hat sehr viel zur Aufklärung beigetragen und sich somit auch um die "Menschlichkeit" zu der Zeit bemüht, er war also in gewisser Weise auch Humanist. Dadurch dass er der Philosophie eine Grundlage gab und er Rationalismus und Empirismus verbinden konnte, entstand - über den deutschen Idealismus - der Neukantianismus. Seine Hauptvertreter waren H. Rickert und E. Cassirer. Kant war einer der einflussreichsten Philosophen und hat einen sehr hohen Anerkennungswert in unserer Gesellschaft.

Kant Referat Verzeichnisse:

Zitatverzeichnis:

1 Zugänge zur Philosophie, Cornelsen Verlag, Berlin, Kap.?, 5.4., S.88
2 Vergl.: 1 Kap.?, 5.4., S.88
3 Vergl.: 1 Kap.?, 3.4.1., S.253, Zeile 8-10
4 Vergl.: 1 Kap.?, 3.4.2., S.237, Zeile 25- 74
5 Vergl.: 1 Kap. V, 1.1., S.383, Zeile 1-13; 49-78; 169-186

Quellenverzeichnis:

Internet:

- http://home.t-online.de/home/Winfried.Krauss/kant.htm

- http://www.uni-marburg.de/kant/kant/Kant.htm

- http://buene.muenster.de/kantgym/wir/w-ikant.htm

Bücher:

- Meyers Großes Taschenlexikon in 24 Bänden, B.I. Taschenbuchverlag, Auflg. 1987
(Bände: 2, 8, 10, 11, 14, 18)

- Zugänge zur Philosophie Grundband für die Oberstufe, Cornelsen Verlag, Auflg. 2000

Sonstiges:

- Encarta Enzyklopädie PLUS 2000, Microsoft

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4.2 / 5 Sternen (24 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2001
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 05.07.16

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