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Inhaltsangabe schreiben mit Beispiel

Inhaltsverzeichnis

ACHTUNG: Der Text wirkt nur so lang, lest die Kommentare wie hilfreich er euch sein kann!

Im Folgenden ist ein kurz zu halten versuchter, aber doch recht umfangreich gewordener und schließlich sehr lehrreicher Artikel über den richtigen Aufbau und Schreiben einer Inhaltsangabe zu finden. Zunächst wird ein allgemeiner Einstieg in die Thematik gegeben, ehe wir ins Detail gehen und das Schreiben und den Aufbau an sich behandeln. Schließlich kommen noch ein paar generelle Tipps zum Schluss für Euch!

Die Inhaltsangabe

Der Sinn und Zweck einer jeden Inhaltsangabe ist es, einen gegebenen Text für andere zusammenfassend darzustellen. Hierbei wird sich auf das Wesentliche des Ausgangstextes beschränkt, um den Aufsatz nicht mit unwichtigen Details zu überfüllen.

Meistens werden Inhaltsangaben vom Lehrer als Teilleistung einer Textanalyse in Form der allseits beliebten Deutschklausur oder  aber auch allgemein bei Kurzgeschichten, Büchern, Sachtexten usw. verlangt (beliebte Werke zur Inhaltsangabe sind Faust, Woyzeck, Krabat, Parzival u.a., gerne und beliebt sind auch Kurzgeschichten und so weiter). Aber auch beim Wiedergeben von Texten im Geschichtsunterricht (Quellenanalyse) oder anderen Fächern werden Kenntnisse der textlichen Komprimierung gefordert bzw. vereinfachen das Ganze durch die schnell selbsterlernte Routine im Textzusammenfassen.

Im Grunde wird sich bei jeder Inhaltsangabe auf die 5 Kernfragen

  • Wer?
  • Was?
  • Wo?
  • Wann?
  • Warum?

konzentriert, wobei viele andere Merkmale beim Schreiben einer Inhaltsangabe zusätzlich beachtet werden müssen, ganz unabhängig vom inhaltlichen Geschehen des Textes. Das betrifft vor allem 3 Dinge:

  • die Gegenwarts-Zeitform in der Inhaltsangabe beachten (immer im Präsens, keine Vergangenheit!)
  • die Wiedergabe in eigenen Worten (keine Zitate und Textübernahmen!)
  • keine Bewertung des Geschehens

Ein solcher Versuch zur Erklärung, wie eine Inhaltsangabe zu schreiben ist als Anleitung inkl. aller wichtigen (schulischen) Details soll hiermit erfolgen und als Beispiel dafür eine Kurzgeschichte exemplarisch angewendet unten zu finden sein.

Bevor es mit der Herangehensweise ans Schreiben der Inhaltsangabe losgeht, ist folgendes unbedingt zu wissen: Bei Unklarheiten und generellen Fragen ist immer Dein (Deutsch-)Lehrer der erste Ansprechpartner, denn er vergibt die Zensur, er beurteilt, ob diese oder jene Formulierung angebracht ist.

Jeder Lehrer hat (tlw. konträre) unterschiedliche Vorstellungen vom Aussehen einer korrekten Inhaltsangabe oder eines Aufsatzes. Deshalb sollte die Klasse IMMER vor JEDER Klausur nach den genauen Kriterien und Vorstellungen des Lehrers fragen – nicht nur inhaltliche Maßstäbe müssen geklärt sein, sondern auch die grundsätzliche Ausgestaltungsweise eines Aufsatzes in den Augen des Lehrers. Dieses Bekanntmachen der persönlichen Kriterien des Lehrers über seine Bewertungsmaßstäbe (auch hinsichtlich des Schreibens einer Inhaltsangabe) ist gesetzlich niedergeschrieben und muss bei Ausbleiben von der Klasse geschlossen gefordert werden! Am besten man bringt den Lehrer dazu, ein Überblickspapier darüber anfertigen und aushändigen zu lassen. Am besten er tut das auch auf spezielle Textformen wie die Inhaltsangabe einer Kurzgeschichte usw. zu beziehen - man muss nur miteinadern reden.

Schließlich möchte ich noch persönlich anmerken, dass der von mir vorgeschlagene Leitfaden zum Schreiben einer Inhaltsangabe als Anleitung keineswegs Allgemeingültigkeit oder gar Wahrheitsanspruch besitzt, sondern stets von Dir auch kritisch betrachtet werden sollte; im Zweifelsfall den Deutschlehrer um Rat fragen!

1. Arbeitsschritt überhaupt: Text lesen und Notizen anfertigen!

Genau wie im Artikel über den korrekten Aufbau einer Interpretation nahegelegt, ist auch an dieser Stelle auf den wichtigsten Arbeitsschritt aller Inhaltsangaben, Klausuren, Deutsch-Abitur-Aufgaben und sonstigen Textbehandlungen hinzuweisen, denn so dumm es klingt, machen hier doch viele den ersten großen Fehler der zu oberflächlichen Texterfassung - ein Fundament, das schnell einstürzen wird und selten in guten Noten endet. Also:

  • das aufmerksame (mehrmalige) Lesen des Textes und
  • gleichzeitiges Anfertigen von Notizen!
  • niemals drauf losschreiben

Es muss sich von selbst verstehen, dass tiefe Textkenntnis absolute Grundlage jeglicher Ausarbeitungen und insbesondere der  Inhaltsangabe ist! Deshalb sollte gut 1/3 der verfügbaren Zeit in das bloße (mehrmalige) Lesen des Textes UND gleichzeitiges herausarbeiten von Feststellungen aufgebracht, während die restlichen 2/3 in das Niederschreiben des Aufsatzes investiert werden.

Bereits während des ersten Lesevorganges sollte man seine ersten Eindrücke und Gedanken sofort niederschreiben sowie markante Textstellen mit einem Textmarker markieren. Außerdem sind Randnotizen oft hilfreich und schnell niedergeschrieben. Mit der Zeit ist es hilfreich, ein System mit Textmarkern zu entwickeln, in dem bestimmte Farben bestimmte Aspekte verdeutlichen (gelb für relevante Textstellen zur Inhaltsangabe, rot für Stilmittel, blau zum Satzbau usw.).

Die gemachten Notizen sollten alle auf einem extra Schmierblatt erfolgen, auf dem die gängige Gliederung des Aufsatzes zu finden ist, sodass Textstellen oder Zitate, Verse u.ä. sofort „eingetragen“ werden können. Vor allem die Inhaltsangabe kann man schon stichpunktartig auf den Schmierzettel schreiben, um es dann schnell ausformuliert auf das abzugebende Papier zubringen. Dieses zusätzliche Schmierblatt würde ich in jedem Fall zusammen mit der Klausur beim Lehrer abgeben, denn so kann er oftmals noch besser den Gedanken des Schülers folgen und findet zusätzliche Hinweise auf evtl. nicht eingebrachte Zusammenhänge und Stilmittel. Außerdem ist der eigene rote Faden durch ein Schmierblatt oft selber einfacher zu entwickeln und zu gliedern, sodass beim späteren Schreiben nicht allzu oft Wörter oder Passagen gestrichen werden müssen, was im schlimmsten Fall zu Formabzug und Punktverlust führen kann!

Nur ein richtiges Textverständnis, das durch mehrmaliges Lesen gewonnen wird, gibt der Inhaltsangabe und der sich oft anschließenden Analyse ein Fundament. Du musst das Gefühl, im „Text zu stehen“, ihn verinnerlicht zu haben, sodass die Ausformulierungen der Inhaltsangabe ohne großes Nachdenken und Nachschauen erfolgen können.

Einordnung der Inhaltsangabe in die Interpretation

Normalerweise wird in den wenigstens Fällen eine bloße Inhaltsangabe vom Schüler verlangt, vielmehr stellt sie eine Teilleistung innerhalb einer Interpretationsklausur o.ä. dar. Grundsätzlich steht die Inhaltsangabe bei jeder Ausarbeitung am Anfang und kann so ihren Zweck erfüllen, den Leser vor der Analyse mit dem Textgeschehen neutral zu informieren. Der Einleitungssatz leitet meist selber die Inhaltsangabe ein und steht somit noch vor ihr, während jegliche eigene Überlegungen und Interpretationen zum Text nach der Inhaltsangabe folgen.

Folgend eine Übersichts-Grafik als Bild-Schema zur genauen Einordnung und auch zum Aufbau und Ablauf der Inhaltsangabe in Form einer bebilderten Anleitung:

Diese Übersicht enthält eine kurze Zusammenfassung zum Schreiben und Aufbau einer Inhaltsangabe

Wir überlegen, diese grafische Schemata zum Aufbau einer Inhaltsangabe oder auch Analyse als App zum Download fürs Handy anzubieten - was haltet ihr davon? Gerne per Mail oder Kommentar hierzu Feedback!

1. Aufbau der Inhaltsangabe

Theoretisch könnte man die Gliederung der Inhaltsangabe, genau wie einen Aufsatz auch, mit einem Einleitungsteil, einem Hauptteil und einem Schluss versehen, muss es bis auf den wichtigen Einleitungssatz aber nicht. Der für jede Klausur ohnehin obligatorische Einleitungssatz steht ja sowieso grundsätzlich am Anfang einer jeden Ausarbeitung, wird hier auch als Beginn der Inhaltsangabe betrachtet.  Es folgt eine pointierte Zusammenfassung des Geschehens im Hauptteil, ehe mit einem Schluss(satz) in die meist anschließende Interpretation-Analyse fließend übergeleitet wird. Dieser Ablauf ist bei fast allen Texten standardmäßig, also ebenso die Kurzgeschichte als auch die Szenenanalyse ist davon betroffen.

1.1 Einleitungssatz

Der Ausspruch „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck!“ ist auch bei der Inhaltsangabe bzw. dem Aufsatz wörtlich zu nehmen. Der Einleitungssatz ist meist der erste selbstverfasste Text, den der Lehrer zu lesen bekommt. Bereits hier sollte alles Wesentliche Einzug finden, sodass mühelos in die Inhaltsangabe geglitten werden kann. Manchmal wird der Einleitungssatz auch mit "Basissatz" beschrieben und meint meist das Gleiche.

Im Prinzip kann der Einleitungssatz nicht informativ genug sein und besteht so im günstigen Fall aus einem einzigen, lang verschachtelten doch logisch nachvollziehbaren Satz, in dem die 5-W-Fragen (Wer? Was? Wo? Wann? Warum?) pointiert-prägnant beantwortet werden. Ein solcher Einstieg in die Inhaltsangabe kann musterhaft zum Beispiel so lauten:

Der vorliegende Text erschien JAHRESZAHL und ist eine Kurzgeschichte [oder: entstammt dem Werk NAME], geschrieben von AUTOR MIT VOLLEM NAMEN (Geburts- und Sterbedaten in Klammern) und handelt von HAUPTPERSON (Wer?), die im ORT (Wo?) des JAHRES (Wann?) jenes TUT (Was?) um dieses zu BEWIRKEN (Warum?).

Ein konkretes Beispiel als Kurzgeschichte zur Inhaltsangabe ist weiter unten zu finden oder auch hier beim Aufbau der Analyse.

Manchmal möchte der Lehrer noch mehr Zusatzinformationen im einleitenden Satz  sehen, so z.B. an wen sich die Kurzgeschichte denn richtet (Zielgruppe) oder die besonderen Umstände, unter denen das Werk entstanden ist, etc. Hier vorher nachfragen, wie detailliert das aussehen soll.

Meistens ist ja vorher bekannt, von welchem Autor ein Werk oder welche Epoche in der Klausur oder im Abitur behandelt wird, sodass grundsätzlich einzubringende Fakten umstandslos vorher auswendig gelernt  werden können (Geburtsdaten, historische Ereignisse und Jahreszahlen, beliebte Stilmittel und Wirkungen des Autors /der Epoche, etc.).

1.2 Hauptteil der Inhaltsangabe

Nun folgt die eigentliche Inhaltsangabe, die als Faustregel 1/3 des Ursprungstextes an Umfang haben sollte. Doch auch hier gilt: vorher den Lehrer fragen, wie ausführlich er sich die Inhaltsangabe vorstellt! Um hier nicht unnötig Zeit zu vergeuden, sollte der Text zudem aufmerksam verinnerlicht und verwertbare Notizen vorhanden sein.

Der Einfachheit wegen kann man sich in der Regel immer am Textgeschehen orientieren und dementsprechend generell chronologisch beim Schreiben der Inhaltsangabe vorgehen. Sollte sich der Text dafür nicht eignen (oft bei unangenehmen Sachtexten), so ist immer vom Großen hin zum Kleinen der Inhalt wiederzugeben – vom Wesentlichen hin zum Unwesentlichen. Beachte aber stets, dass das Geschehen im Präsens (der „jetzt-Form“ wie „ist“ statt „war“) und in eigenen Worten wiederzugeben ist!

Während man also in eigenen Worten den Text von Anfang bis Ende wiedergibt, müssen immer die berüchtigten 5-W-Fragen beantwortet werden:

  • Wer ist namentlich am Geschehen hauptsächlich beteiligt, gibt es erwähnenswerte Nebencharaktere?
  • Was passiert im Wesentlichen, was tun die Hauptcharaktere?
  • Wo findet das Hauptgeschehen statt, gibt es Ortswechsel?
  • Wann spielt sich das Geschehen ab, zu welcher Uhr-, Tages- oder Jahreszeit?
  • Warum schließlich passiert jenes, weshalb tut jemand solches?

Dabei lassen wir alle unwichtigen Details außen vor und vereinfachen das Geschehen, was vor allem zum Tragen kommt, wenn man eine Kurzgeschichte per Inhaltsangabe zusammenfassen soll. Denn oft sind Kurzgeschichten mit vielen Details geschmückt, die manchmal wichtig, oft aber für die eigentliche Inhaltsangabe der Kurzgeschichte unerheblich sind. Ähnlich sieht es bei einer Gesprächsanalyse aus.

Aus speziellen Begriffen können einfache Oberbeschreibungen werden, so wird etwa „Eiche“ zu „Baum“ oder „Mercedes“ zu „Auto“ (Hyperonymie). Weggelassen werden kann oft die Farbe eines Gegenstandes oder dessen Bewertung durch einen Charakter ebenso wie genaue Zeitangaben (aus „5 Stunden“ wird „einige Stunden später“) oder auch irrelevante, ausschweifende Schilderungen.

Ist das wichtigste des Textes inhaltlich und logisch erfasst, muss es immer noch entscheidend anders ausgedrückt werden, als es im Original der Fall ist – die Wiedergabe des Inhalts in eigenen Worten ohne abzuschreiben ist bei jeder Inhaltsangabe essentiell für die Herausstellung als eigene Arbeit.

Man muss „nur“ für die Originalwörter Synonyme (gleiche Bedeutung, anderes Wort) einsetzen und den Text dann gekürzt im Präsens wiedergeben. Folgend ein Beispielsatz aus Goethes Faust als Original:
„Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt,
Daß Blüt und Frucht die künftgen Jahre zieren.“

Möchte man das gleiche ausdrücken, muss aber andere Worte verwenden, könnte die Aussage auch lauten:

„Jeder Landschaftsarchitekt ist sich der Tatsache um die starke Vitalität einer Nutzpflanze als Grundvoraussetzung zur langfristigen Produktion von Agrarerzeugnissen bewusst.“

Zugegeben etwas kompliziert und modern ausgedrückt, aber sinngemäß die inhaltlich gleiche Wiedergabe. Einzelne Wörter können auch durch ganze Wortgruppen ersetzt werden, aus „kämpfen“ kann „miteinander in ein Gefecht verwickelt sein“ werden. Durch etwas Übung und Lesen von vielen Büchern ist dieser Vorgang der „Synonymisierung“ schnell erlernt und kann bei allen anderen Texten ebenso erfolgreich angewendet werden.

1.3 Schlussteil der Inhaltsangabe

Wird neben der Inhaltsangabe auch eine Interpretation verlangt, so folgt diese gleich im Anschluss. In diesem Fall kann man eine Art Schlussteil als Überleitungsabsatz von der Inhaltsangabe hin zur Analyse und Interpretation schreiben. Egal ob ein Gedicht vorliegt oder die Inhaltsdarstellung einer Kurzgeschichte abverlangt wird, ein Überleitungssatz sollte schon herhalten. Ansonsten  erfolgt der letzte Satz der Inhaltsangabe und im nächsten Absatz beginnt die Analyse. Dieser Übergang kann insofern fließend gestaltet werden, als dass der Leser im neuen Absatz auf die bevorstehende Analyse vorbereitet wird. Zum Beispiel aus diesem Szenenanalyse Aufbau so:

„Nachdem sich einer ausführlichen Wiedergabe des Inhalts gewidmet wurde, schließt sich die Analyse mit einhergehender Interpretation folgend an.“

Inhaltsangabe am Beispiel einer Kurzgeschichte

Folgend habe ich die erste Seite (wegen Copyright) der Kurzgeschichte „Petra macht Karriere“ von Hedwig Pohl genommen, welche als kurze Inhaltsangabe beispielgebend geschrieben wurde um so eine Anleitung zum Verfassen ebensolcher bestmöglichst darbieten zu können. Als erstes muss ein Einleitungssatz her, dann erst folgt die eigentliche Inhaltsangabe. Normalerweise folgt darauf die eigentliche Analyse-Arbeit, wird vom Lehrer aber bekannt gegeben was verlangt wird!

Textauszug der Kurzgeschichte „Petra macht Karriere“ von Hedwig Pohl

Am liebsten hielt sich Petra Kenzig in ihrem Büro auf. Dort fühlte sie sich wohl. Seit sie zur Ab­teilungsleiterin aufgestiegen war hatte sie ihr eigenes und brauchte nicht mehr in dem muffigen Zimmer mit einer meistens übellaunigen und von einer Wolke billigen Parfüms umgebenen Kollegin zu arbeiten. Sie durfte sich ihr Büro nach eigenem Geschmack neu einrichten und fand dieses großzügige Zugeständnis angesichts ihrer gehobenen Stellung durchaus ange­messen.

Auch die Tapete wurde erneuert. Die alte, zum Teil abgeschabt und fleckig, atmete noch die Luft ihres Vorgängers. Passend zur Tapete suchte sie Gardinen aus, und mit der Entfernung der alten war auch der penetrante Zigarettendunst verschwunden.

In einem Antiquitätenladen hatte sie ein Bild ent­deckt das eine romantische Heidelandschaft zeigte. Es gefiel ihr auf den ersten Blick, und sie hatte es sofort gekauft - natürlich fürs Büro. Sie ließ es gegen­über dem Schreibtisch anbringen und immer, wenn sie den Kopf hob, fing das Bild ihren Blick.

Das Buch kann man sich hier kaufen: Hedwig Pohl. Kurzgeschichten

Inhaltsangabe einer Kurzgeschichte

Die Kurzgeschichte „Petra macht Karriere“ wurde von Hedwig Pohl im Jahr 2008 geschrieben und handelt von der Protagonistin  Petra Kenzig, die  ihren Arbeitsplatz nach einem beruflichen Aufstieg neugestaltet.(Einleitungssatz)

Nach ihrem Aufstieg in eine Führungsposition kann sich Petra Kenzig ihr eigenes Büro nach Belieben einrichten, sodass sie nicht mehr durch Geruchsbelästigung und dem Gemütszustand der Kollegen gestört wird. Neben einer gründlichen Renovierung des neuen Arbeitsplatzes kauft Petra zur Verschönerung auch ein altes Landschaftsgemälde. (Inhaltsangabe)

Das war es schon, im Grunde sind die Kernaussagen der Kurzgeschichte  alle enthalten, keine Wertungen über- und vorgenommen. Zuerst erfolgte der Einleitungssatz, dann im Anschluss eine kurze Inhaltsangabe des Textauszuges. Diese Kurzgeschichte als Beispiel einer Inhaltsangabe hat hoffentlich gezeigt, wie simpel und konstruktiv eine Wiedergabe des Inhalts aussehen kann.

2. Inhaltsangabe - Merkmale und Regeln

Während oben die wichtigsten Grundpfeiler des Aufbaus einer Inhaltsangabe vermittelt wurden, sollen folgend weitere Merkmale und Tipps, Hinweise und schulische Regeln allgemein verdeutlicht werden. Zudem finden sich bereits genannte Zusammenhänge noch einmal zusammengefasst aufbereitet.

2.1 Zeitform der Inhaltsangabe

Ganz wichtig ist die Zeitform beim Schreiben der Inhaltsangabe, denn egal ob die Geschichte in der Vergangenheit oder Zukunft spielt: Du hast sie im Präsens (Gegenwartsform: "er lügt" statt wie im Text "er log") niederzuschreiben bzw. bei Unvermeidbarkeit im Perfekt (2. Vergangenheit: „habe geschnitten“, „bin gelaufen“) um das Geschehen ständig zu vergegenwärtigen.

2.2 Neutrale Haltung

Beim verfassen einer Inhaltsangabe begibt man sich stets in die Haltung eines neutralen Beobachters, der das Geschehen sachlich wiedergibt ohne Bewertungen zu übernehmen oder gar eigene Interpretationen in die Inhaltsangabe einfließen zu lassen! Es wird quasi aus Sicht eines sachlich-nüchternen allwissenden Erzählers gesehen, sodass die Sprache und Wortwahl auch dementsprechend angepasst werden.

2.3 Keine Zitate und direkte Rede in der Inhaltsangabe!

Dieser Fehler wird fälschlicherweise immer wieder getan: innerhalb der Inhaltsangabe darf aber NIE zitiert werden und auch keine direkte Rede wiedergegeben, stattdessen wird nur bei Unvermeidbarkeit indirekt im Konjunktiv wiedergegeben, z.B. „Adam sagt, er habe einige Flaschen ausgetrunken“.  In der oft folgenden Analyse und Interpretation dagegen MUSS ständig zitiert werden, zumal bei der Dialoganalyse im Aufbau sowieso überwiegend das Gesprochene betrachtet wird.

2.4 Am Textgeschehen orientieren

Es ist nicht immer ganz einfach, den roten Faden eines Textes zu erkennen bzw. sich nach diesem beim Schreiben der Inhaltsangabe zu richten. Als Faustregel kann daher gelten, sich stets an der logischen Abfolge des Geschehens ebenfalls zu orientieren und dieses eben nur gekürzt wiederzugeben. Dadurch bekommt die Inhaltsangabe einen logischen und nachvollziehbaren Aufbau, der in jedem Fall gewährleistet werden muss. Am einfachsten sind solche Inhaltsangaben einer Dramenanalyse da man hier viel leichter mit eigenen Worten die Kommunikation beschreiben kann.

2.5 Keine Details in der Inhaltsangabe!

Die Inhaltsangabe soll nur einen Überblick und keinen Einblick gewähren! Daher haben Details und umfangreiche Beschreibungen hier nichts zu suchen. Es muss sich auf das Wesentliche konzentriert werden, die 5-W-Fragen sind dabei sehr hilfreich. Meine Englischlehrerin sagte immer „never how“, also das Wie des Geschehens ist kaum bis nicht erwähnenswert, aus einem „tobend brausenden, Blitze verspeihenden  Gewitter zu später Stunde“ wird ein „abendliches Sturmgewitter“, wenn es denn überhaupt Relevanz für das Hauptgeschehen des Textes besitzt. Bei Sachtexten sind die Kernaussagen nicht immer sofort zu finden, während es in einer jeden Kurzgeschichte schnell klar wird, worum es geht.

2.6 Absätze

Dieser gutgemeinte Hinweis bezieht sich nicht nur auf die Inhaltsangabe, sondern muss allgemeine Verwendung beim gesamten Aufsatz finden! Es ist scheinbar vielen Schülern nicht bewusst, vermutlich da es ihnen nie jemand sagte, dass sinnvolle Absätze grundsätzlich in jeden Text gehören. Dass pro Seite 2,3 Absätze angebracht sind, da sie oft einen logischen Gedankengang für andere nachvollziehbar macht. Folgend ist ein kurzer Beitrag über das Schreiben der Inhaltsangabe in eigenen Worten, der einige Absätze enthält. Besprecht das bei Unklarheiten am besten im Unterricht vor der Klausur mit dem Lehrer (s.u.).

2.7 Eigene Worte

Es scheitert vermutlich jede zweite Inhaltsangabe an einer zu wörtlichen Wiedergabe des Geschehens – es werden ganze Passagen oder Sätze abgeschrieben und bringt so rapiden Punktabzug! Ebenso werden viele Wiederholungen und dieselben Worte benutzt, sodass der Text eintönig wirkt und ebenso Punktabzug bekommt.  

Dabei ist es nicht schwierig, eine Geschichte mit eigenen Worten wiederzugeben. Oben wurde das Beispiel aus Goethes Faust gebracht. Es soll ein weiteres Beispiel folgen um aufzuzeigen, wie kreativ und stilvoll eine Kernaussage anders formuliert werden kann. Nehmen wir einen spontan ausgedachten Satz über eine historische Begebenheit:

„Panzergeneral Guderian sorgte mit einem eigenwilligen Vorstoß während des Frankreichkrieges 1940 für den Durchbruch bei Sedan.“

Eigennamen wie Sedan (Stadt) und Guderian (Personenname) sowie faktische Daten wie das Jahr 1940 müssen natürlich beibehalten werden. Grundsätzlich kann man immer von hinten beginnen, den Satz neu aufzurollen. Demzufolge schreiben wir den Satz wie folgt um:

„Im Feldzug gegen Frankreich des Jahres 1940 gelang Guderian, dem deutschen General einer Panzerarmee, durch eigenmächtiges Vorrücken die gegnerische Front bei der französischen Stadt Sedan zu durchbrechen.“

Die Kernaussage bleibt in unserer kurzen Inhaltsangabe komplett enthalten, während die Wortwahl eine andere ist (auch wenn in diesem Fall die Kürzung unbeachtet blieb).

Nur durch Lesen von Büchern und Übungen mit dem Niederschreiben solcher Texte und Inhaltsangaben bekommst Du dauerhaft Sicherheit und irgendwann schreiben sich die Inhaltangaben dann wie von selbst durch die Hand. Wichtig ist auch, dass Du regelmäßig anspruchsvolle Texte liest. Hier empfehle ich einfach den Blogger stefan niggemeier regelmäßig zu lesen, der für mich einer der besten Schreiberlinge Deutschlands ist und dessen Artikel hochwertigen Duktus besitzen. Wer hier einmal wöchentlich vorbeischaut, verbessert sich im schriftlichen Ausdruck  ganz gewaltig in relativ kurzer Zeit! (Und bekommt dazu noch viele Informtionen mit, die im Mainstream ansonsten unter gehen).

2.8 Dein Lehrer

Schließlich soll ein vermeintlich selbstverständlicher Tipp folgen, nämlich das Befragen der Lehrkraft im Zweifelsfall. Diese Option nehmen allerdings die meisten Schüler aus Faulheit, Angst oder Unwissenheit nicht wahr und machen lieber die einfachsten Fehler in der Inhaltsangabe, obwohl genau das durch  einfaches Nachfragen beim Lehrer vermieden werden kann. Am besten man geht hierzu vor oder nach der Stunde zum Lehrer und fragt persönlich nach, denn hierdurch ist nicht nur die Antwort umfangreicher, sondern der bloße Kontaktversuch deinerseits führt in jedem Fall zu einem positiveren Bild beim Lehrer (weil Du ja von Dir aus Interesse am Unterricht zeigst!), was zumindest unbewusst bei der Benotung eine Rolle spielt (hierzu wären Studien interessant…).

Außerdem musst Du dir als Schüler ständig bewusst sein, dass Du nicht einfach nach deiner Fasson einen Aufsatz niederschreiben kannst, oder vielleicht wie Du es bei einem anderen Lehrer vorher gelernt hast. Nein, jeder Lehrer hat hier unterschiedlichste Vorstellungen, die er im Normalfall auch preisgibt und verlangt!

Was er weniger bewusst preisgibt sind eigene Vorlieben, die man durch genaues Zuhören und Mitschreiben in Erfahrung und bei der Klausur zum Einsatz bringen kann. Oftmals ist einem Lehrer z.B. ein bestimmter Zusammenhang innerhalb der behandelten Zeitepoche wichtig, welchen er sicherlich erfreut ist, in Deinem Aufsatz lesen zu können (zB Goethes tragende Rolle in der Aufklärung etc.). Das sind nun mal die Spielregeln: Du musst dem Lehrer zu Munde schreiben, nicht Dir muss der Aufsatz gefallen, sondern dem Lehrer um so die bestmöglichste Note zu bekommen – man könnte kess behaupten, das wären eben die kaputten Spielregeln eines kaputten Systems, doch Spielregeln sind Spielregeln…

Liste unserer Inhaltsangaben:

Bei Schulzeux.de haben wir viele Inhaltsangaben der unterschiedlichsten Bücher und Werke. Folgend sollen die bedeutendsten Inhaltsangaben aufgelistet werden:

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4.2 / 5 Sternen ( Bewertungen)
  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2011
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 14.04.14

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  • Andrea schrieb am 25.09.2014:

    So also es ist wirklich eine super Seite. Vielen Dank erstmal dafür hat mir echt weiter geholfen ABER was ich hier jetzt echt mal ansprechen möchte hier wird die ganze Zeit ausdrücklich davon gesprochen das die Inhaltsangabe im PRÄSENS geschrieben werden muss!!!!
    Aber diese Beispielinhaltsangabe dort oben "Petra macht Karriere" ist ja mal kein Stück im PRÄSENS geschrieben worden sondern im PRÄTERITUM (Vergangenheit)!!!!
    Kann mir das mal bitte einer erklären?! So eine hilfreiche Seite und dann so ein großer Fehler!!!

  • Patrick schrieb am 22.03.2014:

    Ich muss sagen diese Seite ist wirklich genial.
    Sie hat mir bei den wichtigsten Themen im Fach Deutsch enorm weitergeholfen.
    Ich kann und werde die Seite meinen Klassenkameraden empfehlen, damit diese auch ihren Umgang mit etlichen Themengebieten des Deutschunterrichts verbessern können.
    Vielen Dank an den/die Autor(en) dieser Seite und macht weiter so!

  • Coca-Cola1000 schrieb am 08.01.2014:

    Durch diese Seite kapiere ich das Thema endlich!!!!!!!!!!!!!!! Yeh!!!!!!!!!! :)

  • Arthur schrieb am 09.12.2013:

    Die Seite ist gut aufgebaut aber die Werbung ist doof :(

    ANTWORT SCHULZEUX.DE:
    Bitte habe Verständnis dafür, dass unsere Kosten der Server etc. nur durch Werbung refinanziert werden können. Anderenfalls müsste die Seite kostenpflichtig werden...

  • Sedrik Kumotoski schrieb am 16.06.2013:

    Gut Gut habe ne 1- bekomen respekt :)

  • Sadie schrieb am 09.04.2013:

    Eine Frage, wohin sollte man denn die Inhaltsangabe, vom ganzen Werk, schreiben? Also, wenn man z.B. die eigentliche Szene in das Werk einordnen muss.

  • Ben schrieb am 03.04.2013:

    blakeks2

  • momo schrieb am 13.12.2012:

    war sehr hilfreich doch die beispiele waren nicht so toll

  • Jan schrieb am 04.12.2012:

    Besser wären ein paar wirkliche Kurzgeschichten von 1-2 Seiten mit Angabe einer Inhaltsangabe als Lösung. Ansonsten hilfreich.

  • Tami schrieb am 08.11.2012:

    Stark :)

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