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Interpretation "Augenblicke" von Walter Helmut Fritz

Inhaltsverzeichnis

Es folgt eine Interpretation von Walter Helmut Fritz' Kurzgeschichte "Augenblicke", das besonders das Verhältnis der Mutter und Tochter untersucht sowie hierbei beide charakterisiert. Ebenso ist natürlich eine Inhaltszusammenfassung enthalten, auf dessen Basis ja nicht zuletzt die Absicht des Autors analysiert wird.

Die Kurzgeschichte "Augenblicke" von Walter Helmut Fritz handelt von einer Mutter, ihrer Tochter und dem Problem des nicht miteinander reden Könnens, was sich wohl auf einen Generationskonflikt zurückführen lässt.

Elsa, die Tochter, steht "im Bad um sich herzurichten, als ihre Mutter aus dem Zimmer nebenan zu ihr herein () kommt, unter dem Vorwand, (dass) sie () sich nut die Hände waschen (will) " (Z. 1-4). Elsa reagiert angespannt auf die Situation (vgl. Z. 6-7), denn es ist ein altbewährtes Bild (vgl. Z. 5), das sich immer wieder darbietet und das Elsa nicht besonders mag, sich eher davor fürchtet (vgl. Z. 12). Ihre Abneigung gegen diese Situation wird durch den Klimax "behext, entsetzt, gepeinigt" (Z. 11) sehr deutlich. Sie entflieht dieser unangenehmen Begegnung, indem sie das Badezimmer verlässt und in ihr Zimmer geht (vgl. Z. 17-18). Aus Angst, dass ihre Mutter direkt hinterher kommen könnte, hält sie die Türklinke noch einen Moment fest (vgl. Z 18-20). In ihrem Zimmer wartet sie ungeduldig und gespannt, dass ihre Mutter herein kommt und es dauert auch nicht lange, bis es soweit ist (vgl. Z. 20-21), doch um nicht auf ein Gespräch mit ihr eingehen zu müssen, lenkt sie ab und tut so, als ob sie etwas anderes zu tun hat (vgl. Z. 23-24).

Die Mutter bemerkt die Anspannung und das Unwohlbefinden der Tochter nicht (vgl. Z. 27-28). Als Elsa sich entschließt, das Haus zu verlassen, sagt sie ihrer Mutter noch nicht mal auf Wiedersehen (vgl. Z. 29-30), nur um ihr aus dem Weg zu gehen und ein ungewolltes Gespräch zu vermeiden. Sie fährt in die Stadt, da es dort eine Wohnungsvermittlung geben soll, doch in ihrer Eile ist sie unbedacht davon und hat vergessen, nach der Adresse zu schauen (vgl. Z. 30-34), daher bleibt ihr nichts anderes übrig, als nachzufragen, doch dies bleibt ohne Erfolg (vgl. Z. 35-40). Sie wandelt noch stundenlang in der Stadt herum ohne ein genaues Ziel, aber mit der Absicht, erst so spät nach Hause zu kommen, dass sie ihrer Mutter nicht mehr begegnet (vgl. Z. 43-47). Elsa fasst den Entschluss, sich nach den Weihnachtsfeiertagen eine eigene Wohnung zu nehmen, denn immerhin ist se schon zwanzig Jahre alt uns will keinen Tag länger im Bad bangen müssen, dass ihre Mutter noch einmal hereinkommt (vgl. Z. 48-51). "Kein einziges Mal (mehr) " (Z. 52).

Elsa will vor der Situation einfach nur fliehen (vgl. Z. 60). Sie fühlt sich sogar in der Stadt zwischen wildfremden Menschen wohler (vgl. Z. 62-63), als zu Hause bei ihrer Mutter. Doch als sie heimkommt, ist alles ruhig, was scheinbar ein unbekanntes Gefühl weckt. Sie denkt das erste Mal an ihre Mutter und "daran, dass () (sie) alt und oft krank (ist) " (Z. 66). Sie möchte am liebsten laut schreien, "in die Nacht mit ihrer entsetzlichen Gelassenheit" (Z. 68), die sie wohl nicht versteht, da in ihrem Inneren doch so ein aufgeregtes Durcheinander herrscht. "Die Mutter (lebt) seit dem Tod ihres Mannes allein" (Z. 53), weshalb sie oft Langeweile empfindet und sich einsam fühlt (vgl. Z. 53-54). Doch da sich nur wenige Gelegenheiten ergeben um mit Elsa zu reden, versucht sie, im Flur und im Badezimmer ein Gespräch zustande zu bringen, denn sie liebt ja ihre Tochter (vgl. Z. 54-57) und meint es nur gut, doch Elsa sind diese Situationen unangenehm. Im Badezimmer ist man eigentlich gern allein und möchte gern ein wenig Privatsphäre genießen und wenn man dabei immer und immer wieder gestört wird, dann geht das an die Nerven. Elsa fühlt sich sogar schon "gepeinigt" (Z. 11) und versucht daher ihrer Mutter, wo es nur geht, aus dem Weg zu gehen. Die Mutter möchte zwar mit ihrer Tochter reden, doch das Problem liegt darin, dass sie es nicht tut, sondern ihr nur wie so ein Hund hinterher läuft. Würde sie mit ihr richtig reden, wäre das Problem nicht, denn dann müsste sie sie nicht im Badezimmer abfangen. Und würde Elsa ihrer Mutter sagen, dass sie diese Art der Begegnung und Konversation nicht möchte, dann müsste sie ihr auch nicht aus dem Weg gehen. Das Problem ist also, dass die Mutter regen möchte, dies aber nicht in gewollter Form tut, ihrer Tochter somit auf die Nerven geht und diese lieber flüchtet, als ihrer Mutter zu sagen, dass es sie stört.

Ein auktorialer Erzähler führt durch die Geschichte, er kennt die Mutter und die Tochter von innen und von außen, das heißt, er kennt auch die Gefühle und Gedanken der zwei (vgl. Z. 5,7,27.28,45,46,53,54,57,62,65). Er kennt auch die Vergangenheit der zwei Personen, das heißt er weiß Bescheid, dass das Problem schon lange besteht. Typisch für eine Kurzgeschichte sind auch der unvermittelte Einstieg und das offene Ende. Ohne Einleitung gerät der Leser direkt in das Geschehen, denn die Geschichte fängt im Badezimmer an und beide Personen sind schon da. Die Handlung beginnt also direkt. Zum Schluss wird nicht klar, ob die Tochter auszieht oder ob sie es sich doch noch anders überlegt. Der Leser kann sich nur ein eigenes Bild davon machen. Der Schluss ist auch der Wendepunkt, denn erst hier macht sich Elsa mal Gedanken um ihre Mutter und das Bild wandelt sich etwas. Die Geschichte ist auf einen Zeitraum, zwei Orte (Stadt und Wohnung) und auf drei Handlungen (Gespräch - Bad; Suche - Stadt; Gedanken - Zimmer) beschränkt. Dies weicht ein wenig von der Punktualität einer Kurzgeschichte ab (1 Ort, 1 Handlung, 1 Zeitraum), aber bleibt noch im Rahmen. Herr Fritz hält auch die geringe Anzahl von Personen ein, die ebenfalls typisch sind. Die Sätze sind zum größten Teil kurz bis mittellang. Walter Helmut Fritz hat die Erzählform der Figurenrede gewählt und lässt beide Personen zu Wort kommen. Außerdem hat er durchschnittliche Menschen gewählt, einen alltäglichen Ort und eine Handlung, die sich auf den normalen Bürger übertragen lassen und die man in vielen Familien beobachten kann.

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4 / 5 Sternen (35 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 01.07.16

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