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Interpretation "Das Brot" von Wolfgang Borchert

Inhaltsverzeichnis

Die Note 1 gilt nur für die erste Interpretation der Kurzgeschichte "Das Brot" des Wolfgang Borchert. Diese zweite, letztere und unten zu findene Analyse dieser Kurzgeschichte ist eher als Inspiration zu verstehen. Wer übrigens nicht weiß, wie man eine Kurzgeschichte analysiert, sollte diese ANLEITUNG hier klicken (es wartet eine Aufbau-Anleitung mit Beispiel und fertigen Sätzen auf Dich etc.)

Deutsch-Hausaufgabe: Interpretation und Analyse der Kurzgeschichte "Das Brot" von Wolfgang Borchert. Wer eine Inhaltsangabe "Das Brot" vorher lesen sollte, muss entsprechend klicken.

Interpretation "Das Brot" von Wolfgang Borchert

In der Kurzgeschichte "Das Brot" von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1946 geht es um die Beziehung eines Ehepaares, das inzwischen 39 Jahre verheiratet ist. Mitten in der Nacht wacht die Frau von einem Geräusch auf und erwischt ihren Mann in der Küche, der sich offensichtlich heimlich Brot genommen hat. Er behauptet trotzdem, er habe nur nachsehen wollen, weil er ein Geräusch gehört habe, doch die Frau durchschaut seine Lüge, stellt ihn aber nicht zur Rede, sondern schiebt ihm am nächsten Tag eine von ihren Brotscheiben zu mit der Begründung, sie könne es nicht vertragen.

Der Text besteht aus 3 großen Oberabschnitten.

Der erste Oberabschnitt (Zeile 1-15), der die Situation des Erwachens der Frau beschreibt, ist wiederum in zwei kleinere Sinnabschnitte eingeteilt. Im ersten Sinnabschnitt (Zeile 1-9) wacht die Frau von einem Geräusch geweckt auf ("In der Küche hatte jemand gegen einen Stuhl gestoßen." Zeile 3-4). Es ist mitten in der Nacht ("Es war halb drei." Zeile 1), also eine Zeit der absoluten Stille. Es ist der Zeitraum jedes Tages, an dem es einerseits zu spät und andererseits zu früh für jede Art von Geschäftigkeit ist. Durch diese Zeitangabe will der Autor verdeutlichen, dass die Frau in diese Situation völlig auf sich selbst zurückgeworfen ist. Es ist ein Zustand der Reflexion und der rationalen Auseinandersetzung, d.h. sie bemerkt, dass ihr Mann nicht mehr neben ihr liegt, zählt 1 und 1 zusammen und kommt schließlich zu der Erkenntnis, dass ihr Ehemann sich in der Küche befindet.

Im zweiten kleinen Unterabschnitt (Zeile 9-15) wird sie aktiv, um die Richtigkeit ihrer Vermutungen und Überlegungen zu überprüfen. "Sie stand auf und tappte durch die dunkle Wohnung zur Küche." (Zeile 9-10) Dort sieht sie "etwas Weißes am Küchenschrank stehen" (Zeile12) und macht das Licht an. Dieses Licht stellt dar, dass ihr sozusagen "ein Licht aufgeht" oder dass "Licht in die Sache kommt", ihr also die Situation klar wird und ihre Vermutungen in ihrer Richtigkeit bestätigt werden. Die Peinlichkeit dieser Situation wird dadurch unterstützt, dass beide sich nur im Hemd gegenüberstehen (Zeile 13-14), und somit entblößt sind.

In Zeile 16 beginnt der zweite Oberabschnitt mit dem Thema "Aktion und Interaktion". Dieser ist ebenfalls wieder in mehrere Unterabschnitte eingeteilt. Im Ersten (Zeile 16-24) erfasst die Frau den Tatbestand, d.h. sie entdeckt den Brotteller auf dem Küchentisch, das Messer und schließlich die Brotkrümel auf der Decke (Zeile 16-19) und erkennt durch diese Spuren des Verstoßes gegen ihre Ordnung und Sauberkeit, dass sich ihr Mann Brot abgeschnitten haben muss. Für die damalige Zeit (Nachkriegszeit) bedeutet sein Diebstahl einen Angriff auf die Grundvoraussetzung zum täglichen Überleben, da Brot damals das Grundnahrungsmittel Nummer 1 war. Auch ist deshalb der Mann entgegen seiner Position als Oberhaupt und Beschützer der Familie sehr schwach, da er den Hunger nicht ertragen kann. Und somit ist das Bild der Frau von ihrem Mann zerstört, denn anstatt Stärke zu zeigen, zeigt er Schwäche indem er heimlich Brot stiehlt.

Im folgenden Unterabschnitt (Zeile 25-54) steht der Dialog, also sowohl das Gespräch zwischen dem Ehepaar, als auch ihre Gedanken, im Vordergrund. Beide reden aneinander vorbei, sie geben beide die gleichen nichtssagenden Floskeln wieder und verschweigen damit ihre wahren Absichten. "Ich dachte, hier wär was (...) Ich habe auch was gehört" (Zeile 25/27). Die hauptsächliche Aktion geschieht jedoch auf gedanklicher Basis. Beide stehen im Hemd, also ungeschminkt und ohne Maske, voreinander und erkennen ihr wahres Alter. Sie erkennt, dass er sie nach 39 Jahren Ehe belügt (Zeile 40-41) und somit ihr Vertrauen missbraucht und zerstört hat. Sie kann diese Enttäuschung nicht ertragen, will es auch nicht wahrhaben und kommt ihm mit Ausreden zur Hilfe und lenkt das Thema schließlich auf irgendwelche Nebensächlichkeiten. Um zu verdeutlichen, dass die Frau sich vom Geschehenen distanzieren will, schaltet sie im dritten Unterabschnitt (Zeile 55-79) ebenfalls das Licht aus, und verkriecht sich wieder in die Geborgenheit und Wärme ihres Bettes, nachdem der Autor vorher schon die Lieblosigkeit bildlich durch die Kälte der Fliesen zu ihren Füßen dargestellt hatte.

Auch ihre Aussage "Es ist kalt" in Zeile 75 zielt auf diese Lieblosigkeit und Gefühlskälte hin, doch auch ihr Rückzug in den Schutz ihrer Decke ist nur äußerlich, innerlich bleibt die enttäuschende Erkenntnis. ("Aber sie merkte, wie unecht seine Stimme klang, wenn er log." Zeile 74-75)
Im vierten Unterabschnitt (Zeile 80-85) hört sie ihn leise und vorsichtig kauen, stellte sich aber, anstatt ihn zur Rede zu stellen, schlafend. Somit lebt sie weiterhin mit der Lüge und vermeidet eine Klärung oder eine generelle Verständigung.

Der dritte große Oberabschnitt (Zeile 86-101) handelt schließlich vom folgenden Tag, an dem beide noch einmal nach dem nächtlichen Geschehen miteinander konfrontiert werden. Doch auch hier lügt sie ihren Ehemann an, um ihn satt zu machen und damit er sie nicht mehr belügen muss, anstatt ihre Differenzen zu klären. ("Iss du man eine mehr. Ich vertrag es nicht so gut." Zeile 91-92)
Verdeutlicht wird dies auch durch die Tatsache, dass sie sich von der Lampe entfernt. Sie verbirgt ihre Lüge und weigert sich strikt, Aufklärung in ihr Eheleben zu bringen, um ihr altes und ebenfalls falsches Bild ihres Mannes äußerlich weiterzuleben.

Analyse der Kurzgeschichte "Das Brot"

Hausaufgabe: Analyse zu „Das Brot“ von W. Borchert

Diese Kurzgeschichte von W. Borchert beinhaltet die Hungersnot einer Familie im Krieg.
Die Handlung spielt in einer stürmischen Kriegsnacht.
Eine alte Frau wacht mitten in der Nacht, durch seltsame Geräusche auf. In der Küche trifft sie auf ihren Mann, der heimlich etwas Brot essen wollte.

Die Geschichte wird von einem auktorialem Erzähler wiedergegeben.
Am Anfang der Kurzgeschichte steht eine Gedankenbeschreibung der Frau. Es werden sehr kurze Sätze verwendet. Oft kommen nur drei Worte darin vor, zum Beispiel: „Um halb drei.“ oder „In der Küche“ oder „Sie machte Licht.“. In diesem Abschnitt der Kurzgeschichte werden nur Hauptsätze verwendet. Anschließend erfolgt eine Ortsbeschreibung.

Daran schließt sich ein Dialog an. Der Mann gibt an, etwas gehört zu haben. Die Frau merkt allerdings aufgrund der Krümel auf dem Tisch, dass der Mann etwas gegessen hat. Sie geht allerdings auf die Lügengeschichten ihres Mannes ein. Im Dialog werden auch Satzgefüge verwendet, wobei der Nebensatz immer als erstes steht. In diesem Abschnitt kommt die Bedeutung des Lichts in der Küche zum Ausdruck. Die Frau wußte nämlich, das sie bei Licht zwangsweise den Teller mit den Brotkrümeln sehen mußte. Dies hätte ihren Mann entlarvt. Da sie dieses vermeiden wollte um das Lügenmärchen weiter laufen zu lassen, machte sie das Licht sofort wieder aus. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Frau ihren Mann sehr liebt und um seine Hungersnot weiß.
Am Ende der Kurzgeschichte kommt es noch zu einer leichten Wendung. Die beiden Personen hatten sich geeinigt gehabt, dass jeder pro Tag zwei Scheiben Brot erhält. Doch durch den starken Hunger ihres Mannes, gibt die fürsorgliche Frau dem Mann eine Scheibe Brot ab.
Die Frau verwendet sehr oft Norddeutsche Redensarten. Zum Beispiel: „Iß man! “ oder „Komm man! “.
Der Titel gibt schon das Hauptproblem der Kurzgeschichte wieder.
Der erste Satz steht in keinem Verhältnis zum Schlußsatz.

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4.2 / 5 Sternen (26 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2008
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 05.08.16

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  • Cosima schrieb am 21.10.2014:

    Mir fehlt die Hypothese und auch die Struktur ist nicht ganz durchschaubar, ansonsten sehr detailliert und genau mit einem guten Sprachstil

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