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Interpretation "Der Name der Rose" (Eco, Umberto)

Inhaltsverzeichnis

Eco, Umberto: Der Name der Rose folgend interpretiert. Interpretationsbezug ist die Frage, wie sich Verfilmungen an ihren Vorbildern (dem Ursprungsroman zB) darstellen und ob sie das Buch in seiner Gänze überhaupt erfassen können etc.

Erörterung:

Literaturverfilmungen, wie z.B. Umberto Ecos "Der Name der Rose", erreichen heute Millionen von Kinobesuchern und wenig später weitere Millionen von Fernsehzuschauern. Macht das Kennenlernen eines solchen Films die Lektüre des entsprechenden Romans überflüssig?

Verfilmungen berühmter Romane finden in letzter Zeit großen Zuschauerzuspruch.
Macht das Betrachten des Films das Lesen der entsprechenden Romanvorlage überflüssig?
Das Kennenlernen des Films macht das Lesen des Romans überflüssig.
Geringere zeitliche Belastung der Zuschauer
Einfachere Vermittlung der Thematik durch den Film
Ansprechen eines großen Massenpublikums
Auch nach Betrachten des Films ist das Lesen der Romanvorlage sinnvoll.
Lesen fördert Kreativität und Phantasie
"Unterschlagung" von wichtigen Teilen des Romans im Film
Gefühle und Gedanken von Personen können im Film nur unzureichend dargestellt werden.
Synthese: Das Lesen des Buches ist keineswegs überflüssig.
Eigene Meinung: Es ist sinnvoll, den Roman vor der Betrachtung des Films zu lesen.

In den letzten zehn Jahren wurden viele berühmte Romane für das Kino umgesetzt und erlangten dort einen noch größeren Erfolg als die Buchvorlage. Als Beispiel wären hier zum Beispiel Jean- Jaques Annauds Verfilmung von Umberto Ecos berühmten Roman "Der Name der Rose" oder die Kinofassung von Robert Schneiders "Schlafes Bruder" zu nennen. Viele der Kinobesucher kannten die entsprechende Romanvorlage bis dahin nicht und wurden erst durch den Film angeregt, diese zu lesen, was zu einem noch größerem Erfolg der entsprechenden Bücher führte. Hierbei stellt sich nun die Frage, ob die Lektüre der Romanvorlage nach dem Kennenlernen des Films überhaupt noch sinnvoll ist. Dieses Problem möchte ich nun in diesem Aufsatz näher erörtern.

[...]
Dennoch macht das Betrachten eines Films die Lektüre der Romanvorlage nicht überflüssig, da das Buch den Leser mehr fordert, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen als der Film. Außerdem fördert das Lesen des Buches die eigene Fantasie und damit die Kreativität, wohingegen der Film eher zur Passivität verleitet, da der Zuschauer bereits alles "mundgerecht" vorgesetzt bekommt. Beim Lesen eines Romans dagegen muss der Leser selbständig handeln, d.h. sich die Figuren und die Umgebung eigenständig ausmalen und vorstellen, was Kreativität und Vorstellungskraft maßgeblich fördert.

Ein weiteres Argument dafür, dass die Lektüre eines Romans nach der Betrachtung des entsprechenden Films nicht überflüssig ist, ist die Tatsache, dass der Drehbuchautor bei der Umsetzung des Buches in einen Film aus zeitlichen Gründen eine Auswahl treffen muss, welche Szenen des Romans im Film berücksichtigt werden sollen und welche nicht. Dadurch entsteht das Problem, dass die ursprünglich beabsichtigte Aussage des Buchautors nicht berücksichtigt oder sogar verfälscht wird. Als Beispiel hierfür wäre zum Beispiel die Verfilmung von Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" zu nennen, welche ich bereits in der Einleitung erwähnt habe. Der Roman stellt nämlich ursprünglich eine Verknüpfung zweier verschiedener Formen dar. Zum einen ist das Buch eine Art Kriminalroman, bei dem es um eine Serie von mysteriösen Mordfällen in einem mittelalterlichen Kloster geht; zum anderen geht es um eine kirchenpolitische Auseinandersetzung zwischen zwei verschiedenen Gruppen von Mönchen, die sich um die Thematik der "Armut Jesu" dreht. In der Verfilmung dieses Romans fand jedoch nur der für die breite Masse von Zuschauern interessante Kriminalfall Berücksichtigung, was die ursprüngliche Aussageabsicht des Autors erheblich verändert hat.

Außerdem spricht die Tatsache, dass die Gefühle und Gedanken von Personen in Filmen nur unzureichend dargestellt werden können, für die Lektüre des entsprechenden Romans. Schon allein dadurch wird es einem Drehbuchautor oder Regisseur niemals möglich sein, einen Roman exakt in einen Film umzusetzen. Viele Romanautoren beschreiben nämlich seitenweise, wie zum Beispiel Robert Schneider in "Schlafes Bruder", die Gefühle und Gedanken der Figuren, was dem Leser die Identifikation mit der entsprechenden Figur erheblich erleichtert, da ihm ein tiefer Einblick in deren Gedankenwelt und Charakter ermöglicht wird. Beim Betrachten eines Filmes jedoch kann der Zuschauer Gefühle, Empfindungen und Emotionen nur erahnen, und ist somit nicht in der Lage, sich tiefer in die Charaktere der handelnden Personen hineinzuversetzen.

Wägt man nun die Argumente der These und Antithese sorgfältig ab, kann man zusammenfassend sagen, dass die Lektüre eines Romans auf keinen Fall überflüssig ist, auch wenn man durch den Film bereits die wesentlichen Inhalte kennt. Beim Lesen des Buches wird der Eindruck, den man durch den Film bereits bekommen hat, noch intensiviert; außerdem kann man letztendlich die näheren Zusammenhänge besser verstehen, da im Roman alles ausführlicher und intensiver beschrieben wird. Dies ist vor allem sicher notwendig, wenn es sich um ein anspruchsvolles Thema handelt, das durch den Film keinesfalls in voller Länge abgedeckt werden kann.

Meiner Meinung nach sollte man vor dem Betrachten des Films den Roman lesen, weil man dann besser beurteilen kann, ob die Verfilmungen gelungen ist. Man kann dann zum Beispiel erkennen, ob die Aussageabsicht des Autors im Film berücksichtigt oder verändert wurde, und ob die Schauspieler es schaffen, Gefühle und Gedanken zumindest nach außen hin darzustellen.
Ein Beispiel dafür, dass es durchaus gelingen kann, die Aussageabsicht des Autors im Film erfolgreich zu präsentieren, ist die Verfilmung von Heinrich Harrers Roman "Sieben Jahre in Tibet", die erst kürzlich in den Kinos lief. Der Autor beschreibt hier seine Reise nach Tibet in den 40er Jahren, wo er sich bis zur chinesischen Besetzung aufhielt und ein enger Freund des Dalai Lama wurde. Mit diesem Buch versucht der Autor, die Ungerechtigkeit und Intoleranz der chinesischen Besatzer anzuprangern, was auch im Film exzellent gelungen ist.

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  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 24.11.16

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