Vergänglichkeit der Schönheit Gedichtinterpretation & Analyse
Diese Gedichtanalyse des Werkes "Vergänglichkeit der Schönheit" (Sonett von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau) gibt den Inhalt wieder in Form der allseits beliebten Inhaltsangabe und schildert neben den Hintergründen, die zur Entstehung dieses Gedichts führten, auch die verwendeten Stilmittel samt Interpretation und Bedeutung der "schönen Vergänglichkeit". Dieser Text enthält darüberhinaus auch eine Zusammenfassung sowie Inhaltsangabe vom Gedichtssonett "Vergänglichkeit der Schönheit", sodass dessen Gedichtinterpretation nicht allzu schwer ausfallen sollte.
Bevor es mit der"richtigen Interpretation" von der Vergänglichkeit der Schönheit losgehen kann, sollte sich jeder selbst die Frage stellen, ob er denn überhaupt weiß, wie solch eine Gedichtinterpretation zu schreiben ist, wie genau eine Inhaltsangabe der "Vergänglichkeit der Schönheit" Hoffmannswaldaus zu verfassen ist? Diese beiden Aspekte haben wir im Artikel über den Aufbau einer Interpretation und Analyse sowie im Artikel Inhaltsangbe genauestens beschrieben. Nun geht es mit der eigentlichen Interpretation vom Gedicht "Vergänglichkeit der Schönheit" los, doch ohne Kenntnis über das Interpretieren nützt auch das nichts (also unbedingt die verlinkten Anleitungen vor der Klausur durchlesen).
"Vergänglichkeit der Schönheit" Gedicht-Interpretation & Analyse
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau wurde 1617 in Breslau als Sohn eines kaiserlichen Kammerrats geboren. In seinem Gedicht "Vergänglichkeit der Schönhei"t behandelt er ein typisch barockes Thema, den Tod als Ende von allem und jedem und die Vergänglichkeit der Schönheit.
Hoffmannswaldau beschreibt aber im Gegensatz zu z.B. Gryphius nicht Leid und Schmerz der Vergänglichkeit, sondern die Schönheit, die einmal vergehen wird. Seine mehr als Liebeslyrik zu bezeichnende Art Gedichte zu schreiben ist zurückzuführen auf seine behütete Kindheit und Jugend; Hoffmannswaldau blieb vom Krieg verschont. Christian Hoffmann von Hoffmannswaldaus Sonett mit dem wirklich trefflichen Namen "Vergänglichkeit der Schönheit" beschreibt die Schönheit einer Frau, die zwar, typisch barock vergänglich ist, aber jetzt in voller Schönheit besteht und regelrecht aufblüht.
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldaus Gedicht "Vergänglichkeit der Schönheit" ist ein für die Barockzeit
übliches Sonett. Es besteht aus zwei Quartetten mit umarmendem Reim (abba) und
zwei Terzetten mit einem Schweifreim (aabccb). Das Gedicht ist ein Alexandriner,
d.h. es hat einen 6-hebigen Jambus mit Mittelzäsur.. die Kadenzen sind
abwechselnd männlich und weiblich.
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau beschreibt in seinem Gedicht Sonnett "Vergänglichkeit
der Schönheit" eine Frau, deren Schönheit nach und nach schwindet. In der
1.Zeile kommt der Tod vor, der mit bedrückenden Worten gezeigt wird
("...bleich...kalten"Z.1). Es ist die einzige Zeile, in der
Hoffmannswaldau den Tod vorkommen lässt. Hoffmannswaldau zählt nun nach und
nach die äußeren Merkmale und Eigenschaften einer Frau auf, angefangen bei den
Brüsten (Z.3), den lieblichen Lippen (Z.3), den golden glänzenden Haaren (Z.7),
bis zu ihrem guten Benehmen, er vergleicht die Beschriebene sogar mit einer
Göttin (Z.10). Aber zugleich beschreibt der Autor im Gedicht "Vergänglichkeit der Schönheit" nach jedem schönen genannten Merkmal, wie
selbst diese Schönheit letztendlich vergehen wird:
die corallenen Lippen werden bleich
(Z.3), die Kraft wird schwinden (Z.4f), der Fuß wird zu Staub (Z.9f), die Gebärden
zu nichts (Z.9f).
Doch bei genauerem Lesen erkennt man, dass bei Christian Hoffmann von
Hoffmannswaldau nicht alles wirklich vergeht, es verändert nur seine Form oder
Farbe (Die Lippen werden bleich, der Fuß zu Staub). Das zeigt, das es noch Hoffnung
auf ein weiteres Leben gibt. Dies bestätigt Hoffmannswaldau in den letzten 2
Zeilen, in denen er sagt, dass das Herz, die Seele, für immer und ewig bestehen
wird, da es aus etwas Unvergänglichem gemacht wurde, Diamant. Hier kommt der
Glaube an die Auferstehung zum Vorschein, der Körper vergeht, aber die Seele
bleibt bestehen, auch ein typisch barockes Denken.
Ferner benutzt Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau auch stilistische Mittel in "Vergänglichkeit der Schönheit", in
Zeile 3 bringt er zwei Oxymoron "warmer Schnee" und "kalter
Sand". Hiermit will er die Gegensätzlichkeit des barocken Denkens
erläutern, auf der einen Seite die Vergänglichkeit, auf der anderen Seite das
Weiterleben im Himmel.
In Zeile 7 verwendet er eine Alliteration "goldes glantz", um die
bestechende Schönheit der Frau noch zu verdeutlichen und die Pracht ihrer Haare
noch hervorzuheben.
In Zeile 10 benutzt Hoffmannslwaldau ein Hendiadyoin, "nichts und
nichtig", womit er zum Ausdruck bringen will, das von den lieblichen
Gebärden der Beschriebenen bsolut nichts zurückbleiben wird.
Zuletzt verwendet er eine Klimax ("Diß und noch mehr als diß", Z.12),
mit der er verdeutlicht, das alles, die Schönheit, die Frau, die er beschrieben
hat, vergänglich ist und nichts für ewig hält.
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldaus Sonett beschreibt die typische barocke
Stimmung in "Vergänglichkeit der Schönheit": Alles ist vergänglich, nur der Tod erlöst, Schönheit bleibt nicht
ewig schön. Aber Hoffmannswaldaus Gedicht gehört auch zur Liebeslyrik, da er
vordergründig die Schönheit einer Frau beschreibt, die zwar vergehen wird,
deren Seele aber für immer weiterbestehen wird. Das ist üblich für den Barock,
da Gott und der Glaube an die Wiederauferstehung und die Errettung der Seele
eine wichtige Rolle in dieser Zeit spielten; Durch ihn entflohen die Menschen
dem Kriegsalltag und bekamen Hoffnung auf Besseres.
ENDE
Tipp
Zwar ist diese Gedichtinterpretation am Beispiel des Gedichts "Vergänglichkeit der Schönheit" informativ, aber zum Schreiben einer 1 erwartet der Lehrer noch mehr. Vor allem muss noch tiefer interpretiert werden, ebenso sollte man die formale Analyse aus "Vergänglichkeit der Schönheit" exzellent durchführen bei diesem Gedicht um so alle auffälligen Stilmittel und Schlüsselwörter zu entnehmen. Fragt den Lehrer vor der Klausur bzw. Test, was für ihn die wichtigsten Merkmale eines Sonnets und der Epoche sind und bringt das unbedingt in die Klassenarbeit!
- Autor: Nicht angegeben
- Fach: Deutsch
- Stufe: 11. Klasse
- Datum: 2001
- Note: Ohne Wertung
- Sprache: Deutsch
- Seiten: 1
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