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Interpretation einer Kurzgeschichte - Aufbau mit Beispiel

Inhaltsverzeichnis

Im Folgenden ist eine Anleitung zum Schreiben einer Interpretation mit dem Beispiel einer Kurzgeschichte zu finden, die - wie ihr anhand der zahlreichen Likes und Kommentare sehen könnt - beim Schüler anscheinend sehr gut und verständlich ankommen. Ganz unten (scrollen) ist dazu ein kompletter Interpretations-Aufsatz einer Kurzgeschichte als Beispiel einzusehen. Zuvor kommt aber erstmal die grundlegende Gliederung einer wirklich jeden Interpretation und Textanalyse, wobei hier im Besonderen auf die Interpretation von Kurzgeschichten wert gelegt wurde. Das heißt also, dass diese Anleitung vor allem zur Analyse von Kurzgeschichten geeignet ist, allerdings trifft dieser Aufbau der Interpretation solcher Texte auch allgmein auf sämtliche Textarten zu.

Aufbau der Interpretation und Analyse von Kurzgeschichten

1. Text lesen!

  • Grundfehler vieler Kurzgeschichten-Interpretationen: zu oberflächliche Erfassung des Textes
  • also den Ausgangstext intensiv mehrmals lesen!
  • nebenbei Notizen anfertigen und erste Gedanken notieren auf Schmierblatt
  • umfasst ca. 1/3 der vorhandenen Zeit, der Rest ist das „richtige Schreiben“ der >Kurzgeschichtenanalyse

2. Einleitungssatz

  • worum geht es in dem Text?
  • wer ist der Autor, wann erschien das Werk?
  • wenn vom Lehrer gewollt: Epoche, Zielgruppe, wichtige Allgemeininfo zum Werk /autor einbringen

3. These zur Kurzgeschichte aufstellen

  • nicht selten bei Kurzgeschichten verlangt: eine eigene These zum Text aufstellen oder eine These aus dem Text aufgreifen
  • diese These in dem Kurzgeschichtenaufsatz aufgreifen, sie beweisen oder widerlegen
  • kann als roter, logischer Faden für die Kurzgeschichteninterpretation dienen
  • muss im Schlussteil der Arbeit bestätigt oder verworfen werden

4. Inhaltsangabe

  • 5-W-Fragen beantworten (Wer, Was, Wo, Wann, Warum)
  • im Präsens schreiben (ist statt war)
  • keine Details
  • keine wörtliche Wiedergabe, sondern eigene Worte benutzen!
  • am Textgeschehen chronologisch orientieren
  • siehe auch diesen Artikel über das Schreiben einer Inhaltsangabe am Beispieltext einer Kurzgeschichte

5. Analyse und Interpretation

oberste Regel lautet: vom Großen hin zum Kleinen, vom Allgemeinen ins Spezielle (erst Auge, dann Lupe)

5.1 Allgemeine Textelemente der Kurzgeschichte:
  • Sinnabschnitte einteilen
  • Erzählweise und Erzählperspektive
  • Zeitgestaltung
  • Raumgestaltung
  • Figurengestaltung (Charakterisierung)
  • Sprache
5.2 Sinnabschnitte „abarbeiten“ im Detail:
  • Darbietungsformen der
    • Historisch-Realistischen Elementen
    • Stilistisch-Phantastischen Elementen
  • Sprachliche Besonderheiten:
  • Bemerkenswerte Details ("Zwischen den Zeilen lesen")

6. Schluss

  • äußerst wichtig: jede Interpretation muss auch bei Kurzgeschichten am Ende vollständig sein
  • die Erkenntnisse der Analyse und Interpretation des Interpretationwerden hier zusammengefasst pointiert dargestellt
  • wenn vorhanden, dann die Anfangsthese abschließend bewerten
  • ein Fazit muss ebenso immer gezogen werden
  • eventuelle Schlussfolgerungen darstellen
  • evtl. als letzten Absatz die eigene Meinung zum Text niederschreiben (hier deinen Lehrer fragen)

Dieser allgemeingültige Aufbau ist auf jede Interpretation einer jeden Kurzgeschichte, aber auch für alle anderen Formen der Textanalyse anwendbar. Merkt euch einfach die generelle Dreiteilung bei jedem Aufsatz:

  1. Einleitung
  2. Hauptteil
  3. Schluss

Merkmale einer Kurzgeschichte

Grundlegend ist hier noch einmal festgehalten, wodurch seine eine Kurzgeschichte eigentlich auszeichnet. Woran erkenne ich, dass es sich bei diesem Text um eine Kurzgeschichte handelt, was sind deren Merkmale? Diese Eigenarten der Kurzgeschichte haben wir in diesem Leitfaden zur Interpretation solcher Kurzgeschichten folgend aufgelistet. Zunächst ist jedoch zu sagen, dass es keine einheitlichen Merkmale gibt, die auf alle Kurzgeschichten (engl. "short story") zutreffen. Dennoch gibt es einige Anhaltsspunkte die wie Merkmale einer Kurzgeschichte aufgefasst werden können:

  • Die Text soll in einem Leseakt lesbar sein (nicht zu lang also und ohne Pause)
  • Die Kernaussage ist nicht sofort ersichtlich, sie steht zwischen den Zeilen
  • die wichtigsten Informtaionen muss der Leser zwischen den Zeilen herauslesen, statt sie offenkundig vorzufinden

sprachlich und stilistisch

  • oft personaler Erzähler aber auch sog. Ich-Erzähler oder auktoriale Erzählperspektive 
  • keine oder äußerst kurze Einleitung und dafür prompter Einstieg in die Handlung
  • Techniken der Verdichtung durch Aussparungen, Andeutungen, Metaphern und viele Symbole
  • Chronologisches Erzählen der Geschichte in der Vergangenheitsform
  • Die erzählte Zeit ist oft nur kurz, äwhrend die Erzählzeit viel Raum einnimmt
  • viel und oft Alltagssprache, tlw. Umgangssprache, Dialekt oder auch Jargon-Sprache
  • viele offenen Interpretationsstellen für Raum zum spekulieren, viele Stilmittel
  • entweder offener Schluss oder eine Pointe (Höhepunkt)
  • selten werdenWertungen, Deutungen oder Lösungsansätze vorgenommen

Thematisch

  • problemhafte, zwischenmenschliche Geschichte mit vielen Emotionen
  • wenige Hauptcharaktere (1 oder 2)
  • nur ein Ort oder wenige Orte sind beteiligt
  • zeitnahe Ereignisse und Probleme.
  • oftmals glückliche Wendel (Peripetie).
  • keine Helden sondern der Alltag

Kurzgeschichte als Interpretation - kompletter Aufsatz

Abschließend dann natürlich noch eine ausformulierte Interpretation einer Kurzgeschichte als bloßes Beispiel. Dabei ist zu beachten, dass die Beispiele nur den Aufbau einer Textanalyse bzw.  Interpretation verdeutlichen, dass zwar hier und da ein Bezug zur Kurzgeschichte hergestellt wird, doch die Formulierungen nur als Beispiel dienen um eben den Aufbau zu erklären.

Daher nicht wundern, wenn der Text inhaltlich sinnlos erscheint, es sind nur Beispiele um Euch das Schreiben einer Interpretation zu erklären! Das Beispiel taugt dennoch für jede Kurzgeschichte, da dieser Aufbau wirklich allgemeingültig ist bezüglich einer jeden Interpretationsanalyse! Bevor es aber losgeht, wurde hier anhand der Kurzgeschichte "Die Küchenuhr" (2. Text) eine weitere Kurzgeschichte anhand ihrer Merkmale analysiert, doch das folgende Beispiel zeigt jeden Aspekt und wird Dir nach Einprägung mindestens eine 2 als Note bescheren!

Interpretation am Beispiel einer Kurzgeschichte

1. Themahinführung

Das  Drama „Nathan der Weise“ wurde 1779 veröffentlicht und gehört zu den bedeutsamsten Werken der deutschen Aufklärungsbewegung im 18. Jahrhundert. Der Autor dieses Werkes, Gotthold Ephraim Lessing (geb. 1729 in Kamenz, Oberlausitz), war eine bedeutende Einflussgröße  dieses Zeitalters der Aufklärung.  Dessen Werke „Nathan der Weise“, „Emilia Galotti“ (1772) u.a. prägten das Bild der aufklärerischen Literatur und symbolisieren das Streben nach Toleranz und Humanität.
Da Lessing aus einem pietistischen Elternhaus stammt, findet man immer wieder religiöse Hintergründe in seinen Werken. So liegt auch der Entstehung seines fünf Akte Dramas „Nathan der Weise" ein religiöses Motiv zugrunde. In dem sogenannten „Fragmentstreit“  von 1778  veröffentlicht Lessing eine Serie von Pamphleten gegen den dogmatischen Hauptpastor J. Goeze. Daraufhin bekam Lessing Schreibverbot und ging zu seiner „alten Kanzel dem Theater“ zurück. Durch einen fiktionalen Text, in Form eines Dramas, entging er einerseits dieser Zensur und erreichte andererseits durch das Theater ein weites Hörerspektrum, wodurch er seinem vorrangigen Ziel,  die Menschen aufzuklären, ein großes Stück näher kam. Mit „Nathan der Weise" schuf Lessing also ein Plädoyer für Toleranz und Humanismus, indem er aufzeigt, dass Charakterstärke und Edelmut nicht aus der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion erwachsen. Dieser Zusammenhang wird durch den vorliegenden Textausschnitt des Werkes „WERKNAME“ im Folgenden eingehend dargelegt werden.

2. Einleitungssatz

Der Textauszug aus dem Werk „Die Blechtrommel“ von Günther Grass (erschienen 1959 als Teil der Danziger Trilogie) entstammt dem zweiten Kapitel und handelt vom Protagonisten Oskar, der während eines Überfalls der Wehrmacht auf die polnische Post das Skatspielen erlernt und dabei das Geschehen sarkastisch schildert.

3. These aufstellen

Der Autor möchte mit diesem Text die negativen Folgen der Nahrungsmittelknappheit nach dem Zweiten Weltkrieg auf zwischenmenschliche Beziehungen skizzieren. Diese Hypothese wird nach einer Inhaltsangabe in der sich anschließenden Analyse und Interpretation des Textes eingehend untersucht.

4. Inhaltsangabe

INHALTSANGABE, siehe dazu den verlinkten Artikel der Dir das Schreiben einer solchen erklärt wenn Du hier Probleme hast. Insgesamt kann man sagen, dass ein Drittel des Ursprungstextes dem Umfang der Inhaltsangabe entspricht.

5. Allgemeine Textanalyse

5.1 Sinnabschnitte erstellen

Nach dem sich einer ausgiebigen Inhaltsangabe gewidmet wurde, erfolgt nun die Textanalyse und –interpretation. Dazu lässt sich die Kurzgeschichte  XYZ unter dem Aspekt der Gesprächsanteile in vier Sinnabschnitte gliedern, die es sukzessiv zu untersuchen gilt. Der erste Sinnabschnitt erstreckt sich von Zeile 1 bis Zeile X und handelt von Person Y, die... Diesen Abschnitt können wir mit „Unbarmherziger Y beginnt xyz“ betiteln. Der zweite Sinnabschnitt betrifft die Zeilen X bis…

5.2 Erzählform

Der Kurzgeschichte „Das Brot“ ist ein auktorialer Erzähler zugrunde gelegt, der das Geschehen als oberste Instanz vorgibt und wertet. Die allwissende Erzählform legt dabei das Wertesystem der deutschen Nachkriegszeit zugrunde und erwirkt so eine deutlich bessere Identifikation des Lesers mit dem Protagonisten.

5.3 Raumgestaltung

Bereits im ersten Sinnabschnitt wird diese Identifikation durch eine nachvollziehbare Raum- und Zeitgestaltung eindrucksvoll vorangetrieben. So findet das gesamte Geschehen einzig im Haus von Person X statt, welches durch „zerstörerische Kräfte fast vollständig zerrissen“ (Z. 23) wurde, womit das destruktive Ausmaß des Krieges auf das Städtebild der Zeit durch die Hyperbel „Haus […] zerrissen“ (Z. 21f) übertrieben und damit eindringlicher dargestellt wird.

5.4 Zeitgestaltung

An diese detaillierte Schilderung des Alltagbilds schließt sich die Zeitgestaltung der Kurzgeschichte an, welche als zeitdeckende Szene eingestuft werden kann. Die von Borchert erzählte Zeit entspricht demnach der Erzählzeit, wodurch das Mitfühlen und –empfinden aufgrund der zeitgleichen Erzählung leichter fällt. Eine Ausnahme stellt hierbei der Zeitsprung im dritten Sinnabschnitt dar, der an entsprechender Stelle gesondert betrachtet wird. Zur Entstehungszeit der Kurzgeschichte befand sich der Autor in Kriegsgefangenschaft und hat so das ganze Leid des Zweiten Weltkrieges unmittelbar selbst erfahren müssen. Diese Erinnerungen klingen in seinen Erzählungen und insbesondere der Raumgestaltung immer wieder durch, was sich in den detaillierten Beschreibungen der zerstörten Stadt und Landschaft immer wieder zeigt (Vgl. Z. 1ff, 15f, 37ff).

5.5 Figurengestaltung (Charakterisierung)

Eine andere sich herauskristallisierende Besonderheit ist die authentische Figurengestaltung des Autors, die bereits im ersten Satz zum Ausdruck kommt – so sei „Ralfs hitzige Hektik“ erst aufgrund einer „kruden Kriegsverletzung“ (Z. 1) entstanden. Diese Alliteration gewährt dem Betrachter in Zusammenspiel mit dem Stilmittel Epitheton Ornans nicht nur ein tieferes Verständnis von Ralfs Persönlichkeitsentwicklung, sondern stellt vor allem den Krieg als ursächlich für dessen neonegative Charakterausbildungen dar. Ferner wird Ralf allgemein als „klug und tapfer“ (Z. 9) ausgewiesen, sein Hang zum Streiten aber (Vgl. Z. 34f) macht ihn ebenso wie der „Drang nach Aufmerksamkeit“ (Z. 29) für den Leser unsympathisch.

Volle Sympathie hingegen wird seiner Frau Elisabeth entgegengebracht, da sie die Rolle der „aufopferungsvolle[n] Hausfrau und Mutter“ (Z. 48) trotz der ständigen Eskapaden ihres Mannes einnimmt. Sie wird als „lebhaft“ (Z. 4) und „originell“ (Z. 9), aber auch als „einfach gestrickt“ (Z. 41) und „manchmal zu still“(Z. 36) dargestellt. Sie ist neben Ralf der Hauptakteur des Geschehens, wird aufgrund ihres geringen Sprechanteils aber schnell zur Nebenrolle. Dennoch erfüllt ihr Verhalten die Erwartungen des Lesers an die „typisch deutsche Trümmerfrau“ der 50-er Jahre und bestätigt damit abermals die Eingangs genannte These der literarisch wahren Dokumentation von selbsterfahrener Zeitgeschichte. Weiterhin konstatiert der Autor, Person X sei lediglich durch eine „schwere Krankheit“ (Z.8) der Schule dauerhaft ferngeblieben und wäre so unverschuldet unversetzt geblieben (Vgl. Z. 8f), sodass er dennoch als „junger Schulbub recht rechtschaffend“ (Z. 15) erscheint. Mit dem Pleonasmus „junger Schulbub“ (Z. 15) hebt der Autor das junge Alter von Person X besonders hervor und erwirkt somit beim Leser ein zumindest unbewusst verstärktes Verständnis für dessen Fehltritte. Zudem veranschaulicht die eindringliche Alliteration  „recht rechtschaffend“ (Z. 15) die scheinbar grundlegende Charaktereigenschaft der Aufrichtigkeit Xs, wodurch seine Charakteristik weitere Züge erhält.

5.6 Sprache

Weiterhin ist eine überwiegend einfach verständliche Sprache verwendet worden, welche vor allem in den oft wiederholten Worten „bettelarm“, „kriegsversehrt“, „hungrig“ und weiteren zum Tragen kommt. Dieses Verwenden von einfachem Vokabular aus dem alltäglichen Bereich legt die Vermutung nahe, der Autor möchte die Missstände der Zeit möglichst vielen Menschen offenlegen, wodurch die anfängliche These eine erste Bestätigung erfährt. Die prägnanten parataktischen Sätze unterstützen diese pointierte, faktenorientierte Darbietungsform Borcherts. Weitere Feststellungen und Auffälligkeiten zur sprachlichen Gestaltung werden im entsprechenden Sinnabschnitt vorgenommen.

6. Detaillierte Textinterpretation

6.1 Sinnabschnitte abarbeiten

Betrachtet man den ersten Sinnabschnitt genauer und besitzt etwas geschichtliches Hintergrundwissen, stechen historisch-realistische Elemente markant ins Auge. Tatsächliche Begebenheiten wie die Misshandlung deutscher Flüchtlinge in den Nachkriegswirren kommen in Zeile vier deutlich zum Ausdruck, als von „mordenden Horden“ die Rede ist. Mit dieser fast schon als Pleonasmus zu bezeichnenden Hyperbel umschreibt Borchert die Kriegsverbrechen der Roten Armee in den deutschen Ostgebieten. Ein anderes Element mit historischem Realbezug findet sich zu Beginn der Landschaftsbeschreibung, bei der von „flüchtenden Ameisen“ (Z. 12) gesprochen wird. Mit dieser Metapher möchte er auf die großen Flüchtlingswellen aufmerksam machen, die sich wie „Ameisen“ über die Landschaft erstrecken (Vgl. Z. 12f). Diese eindringliche Darstellung verleiht in Zusammenspiel mit einem vorwiegend verwendeten Nominalstil den Leitmotiven des Pazifismus eine sprachliche Prägnanz, womit ein weiteres Merkmal der sogenannten Kahlschlagsliteratur auftaucht. 

Der zweite Sinnabschnitt überrascht mit vielen stilistisch-phantastischen Elementen, die sich in den Schlüsselwörtern „Leichenstraße“ (Z. 6, 9, 17, 32, u.a.) und „Feuerniederung“ (Z. 14, 21, 24, 36, 44, u.a.) manifestieren. Diese Akkumulation von Neologismen verdeutlicht abermals das Ausmaß der leidvollen Zerstörung, indem sie den Leser schockieren und durch ständige Begriffsredundanz unangenehmen, visuellen Eindrücken aussetzt. Darüber hinaus entfalten diese kompositorischen Mittel ein Klima der Mahnung, ein Appell an Demut und Vergebung – kann doch der „gemeine Volksfreund“ (Z. 28) üblicherweise „keiner Fliege was zu Leide“ (Z. 28f) tun.

Eine weitere Ausführung dieses Gedankengangs wäre sicherlich interessant, würde aber unlängst den Rahmen dieser Textinterpretation sprengen. Die bisher geführte Analyse allerdings bestätigt die aufgestellte Interpretationshypothese hinreichend.

7. Schlussteil

Abschließend ist daher pointiert festzuhalten, dass die Eingangsthese der pazifistischen Grundaussage im Text der  anschließend durchgeführten Interpretationsanalyse standhielt. Borchert gilt als einer der Einflussreichsten Autoren der Nachkriegszeit und der sogenannten „Trümmerliteratur“ – nach intensiver Auseinandersetzung mit diesem Text besteht daran auch kein Zweifel. Der Autor vermag es gekonnt, das zerstörerische Landschaftsbild der Nachkriegszeit durch vielfältige Verwendung sprachlich-stilistischer Mittel auch für spätere Generationen authentisch zu gestalten. So gelingt ihm, ein realistisches Abbild des Alltags zu skizzieren und erwirkt beim Leser tiefes Verständnis für die damals schwierige Lebenssituation.

Persönlich gefällt mir Borcherts Schreibstil sehr: der Lesefluss bleibt trotz aufbauender Spannung stets erhalten, während er Fremdwörter und Fachausdrücke  vollständig außen vor lässt. Somit erreichen seine Kurzgeschichten eine große Leserschaft und sind auch für Schüler verständlich aufbereitet. Stellenweise missfällt mir jedoch eine „Überakkumulation“ der Stilmittel, wodurch der Sinnzusammenhang nicht immer deutlich wird und die Inhalt-Form-Beziehung leidet.

Im weiteren Verlauf des Romans erlangt der Protagonist durch ausufernde Eskapaden im Rotlichtmilieu  traurige Berühmtheit und wird – ohne das Ende vorwegzunehmen – zu einem Schatten seiner selbst degradiert.

Feedback bitte zu dieser Kurzgeschichten-Interpretation!

Bitte Kommentare, Ergänzungen und so weiter zu diesem Beispiel einer Interpretation einer Kurzgeschichte unten posten - Denn nur so können wir eine Verbesserung dieser Anleitung bewirken, sodas du Kurzgeschichten in Zukunft noch effektiver interpretieren kannst. Interessant wäre auch zu erfahren, inwieweit sich dieser Artikel letztlich auf Deine Zensur der Klausur ausgewirkt hat.

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4.4 / 5 Sternen ( Bewertungen)
  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: fächerübergreifend
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2011
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 29.08.14

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  • Jen schrieb am 13.09.2014:

    War doch gar nicht so schwer wie ich dachte. DANKE!

  • Katharina schrieb am 05.05.2014:

    Danke, danke danke! Du hast mir meine Hausarbeit gerettet! Dank deiner detaillierten Beispielgabe und Vorlagen gelang es mir recht gut, diese auf meine Kurzgeschichte zu übertragen. Falls es interessiert: Heimkehr von Franz Kafka! Echt super, Note weiß ich jedoch noch nicht ;-)

  • Tim schrieb am 04.05.2014:

    Ist dieser Aufbau auch für eine Analyse im Englisch Lk geeignet?

    SCHULZEUX-Antwort: Selbstverständlich! Diese Aufbau-Anleitung zur Analyse kann auf jede Sprache und jedes Fach angewendet werden; das Vorgehen ist ja überall gleich (zur Not aber den Lehrer vorher fragen ob das so in Ordnung geht!).

  • Sophia schrieb am 03.05.2014:

    nice… da werd ich was in meine matura einbaun :3

  • Miriam schrieb am 10.03.2014:

    Ich werde dir im Mai Bescheid geben ob du mir mein Abi gerettet hast oder nicht :D super! danke!!

  • micki schrieb am 09.03.2014:

    läuft

  • Eleeenaa schrieb am 24.10.2013:

    hat was *-* dankscheeeeee

  • le boss schrieb am 22.10.2013:

    großartig :D

  • häfftling schrieb am 17.10.2013:

    Dank dieser tollen Anleitung habe ich in der Klausur eine 2 geschrieben! Vielen Dank!

  • Spooky schrieb am 03.10.2013:

    Echt cool, Danke! Hier sind z.B. Merkmale die wir im Unterricht nicht durchgenommen haben !
    DANKE !

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