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"Jakob der Lügner" Inhaltsangabe und Interpretation

Inhaltsverzeichnis

Jurek Becker - Jakob, der Lügnermit umfangreicher Zusammenfassung.

"Jakob der Lügner"

Zuerst Inhaltsangabe und dann Interpretation wie Charakterisierung.

Inhaltsangabe und Zusammenfassung

Ein Mann betrachtet eine mit Stacheldraht bewehrte Mauer, die seine Straße von der Außenwelt trennt. Hinter ihm liegt eine menschenleere Straße, die nichts mehr von dem pulsierenden Leben erkennen lässt, das einst in dieser kleinen Stadt herrschte. Auf seiner abgetragenen Winterjacke trägt unser Protagonist zwei gelbe Davidsterne, einen auf der Brust, nahe seinem Herzen, den anderen auf dem Rücken der Jacke. Melancholisch sinniert der Mann, warum man nicht wenigstens die Bäume hat stehen lassen - Bäume sind doch keine Juden.


Die Momentaufnahme stammt aus dem Leben des Jakob Heym, der 1944 in Polen in einem von Nazis kommandierten jüdischen Ghetto sein Dasein fristet. Die meisten Mitbewohner der Gemeinde sind bereits in Konzentrationslager abtransportiert worden. Die wenigen restlichen Einwohner klammern sich an die letzten Dinge, die ihnen noch geblieben sind - ihre Mitbewohner und ihren Sinn für Humor. Sie haben lernen müssen, ihr Leben von Augenblick zu Augenblick zu führen, sich an dem grausamen Wenigen, das ihnen geblieben ist, dennoch zu erfreuen, denn morgen könnte ihnen auch dieses Wenige noch genommen werden.


Eines Abends wird Jakob zu dem Kommandanten des Wachpersonals geschickt, um sich dort die Bestrafung wegen Überschreitens der nächtlichen Ausgangssperre abzuholen. "Aber es ist noch nicht nach acht Uhr abends", verteidigt sich Jakob. Doch mit einem Nazi-Schergen lässt sich nicht diskutieren. Während Jakob im Büro des Kommandanten auf das Unvermeintliche wartet, ereignet sich etwas Außergewöhnliches. Jakob hört zufällig im Radio die für Juden verbotenen Nachrichten mit. Und die berichten von militärischen Erfolgen der sowjetischen Truppen gegen die deutschen Kräfte nahe einer kleinen polnischen Stadt, die nicht sehr weit vom Ghetto entfernt liegt. Mit Glück überlebt Jakob sein Zusammentreffen mit dem Nazi-Kommandanten. Als er das Gebäude verlassen darf, trägt er die ersten Nachrichten über die Entwicklung des Krieges mit sich, die zu den Juden seit Jahren durchgedrungen sind.
Alleine die Tatsache, dass er in der Kommandantur war und das Gebäude wieder lebend verlassen konnte, wird einigen Beweis sein, dass Jakob nur ein Nazi-Spitzel sein kann. Also kann Jakob nicht enthüllen, woher er seine neuen Nachrichten hat. Anderseits möchte er die Neuigkeiten, dass die russischen Befreier dem Ghetto bereits so nahe sind, unbedingt mit seinen Mitbewohnern teilen.
Während Jakob versucht sich nach Hause zu schleichen - die Sperrstunde ist inzwischen längst überschritten - trifft er zufällig auf die kleine Lina Kronstein. Lina ist aus dem Güterzug geflüchtet, der sie und ihre Eltern ins Konzentrationslager bringen sollte. Kälte und Hunger haben Lina sehr geschwächt, doch selbst unter diesen Umständen und in dieser schrecklichen Zeit hat sie sich den Optimismus und die Geistesgegenwart erhalten. Lina erinnert Jakob, der seit langem in einer Gemeinschaft lebt, in der nur wenige Kinder die Kriegsjahre überlebt haben, daran, dass es eine Zukunft gibt. Es wird ihm endgültig klar, dass er seine Neuigkeiten mit denen teilen muss, die sie lebensnotwendig brauchen - mit seinen Freunden und Nachbarn, die es mehr als schwierig finden, sich den Überlebenswillen zu erhalten - und sei es nur für wenige Tage, die es noch brauchen mag, bis die russischen Befreier eintreffen.


Auf dem Ladehof des Güterbahnhofs, auf dem Jakob Güterwaggons entlädt, um sich wenigstens eine Schale dünner Suppe zu verdienen, trifft er einen jungen Mann namens Mischa, einen Ex-Boxer. Mischa hat das Temperament eines heißblütigen Rebellen. Er ist ohne Angst, um nicht zu sagen unvorsichtig. Der Beweis: Mischa riskiert sein Leben, um ein Loch in den Boden eines Güterwaggons zu bohren (das Loch könnte einmal nützlich sein... man weiß nie, welche Art von Gut diese Waggons eines Tages transportieren werden).
Jakob fleht Mischa an, nicht solche Risiken auf sich zu nehmen, wo die Russen doch bereits bei Bezanika stehen. "Woher willst du das wissen?“ fragt Mischa. In die Enge getrieben sucht Jakob nach einer glaubwürdigen Erklärung: "Ich habe ein Radio", gesteht er Mischa. "Aber verrate das keinem".
Mischa verspricht es ihm, teilt es aber dann doch seiner großen Liebe Rosa mit. Es scheint, dass die Befreiungsarmee in Kürze ankommen muss. Mischa wird von einer neuen Welle des Optimismus getragen und bittet Rosas Vater um die Hand seiner Tochter. Der Vater stimmt aber einer Heirat in Kriegszeiten nicht zu.
Mischa kann nicht an sich halten: Die Russen seien ja nur noch wenige hundert Kilometer entfernt. Jakob versucht mit seinen Neuigkeiten hauszuhalten, doch das Gerücht hat im Ghetto die Runde gemacht: Alle glauben, dass Jakob Heym ein Radio versteckt hält. Und auf den Besitz eines Radios steht unter Todesstrafe.


Jakob kann diesen neuen Optimismus, der sich in der Gemeinde ausbreitet, nicht einfach ignorieren. Um den Mythos vom Radio am Leben zu erhalten, riskiert er das eigene Leben. Doch einige Gettobewohner, darunter auch Herschel Stamm befürchten, dass die Deutschen über kurz oder lang von dem Radio im Ghetto erfahren und dann alles auf den Kopf stellen werden. Deshalb fleht er Gott um eine Lösung an und glaubt schließlich, der tagelange Stromausfall in Jakob Heyms Straße gehe auf seine Gebete zurück.

Andere Gettobewohner halten es ohne Nachrichten nicht mehr aus. Mischa schlägt vor, das Radio zu Kowalski zu bringen, der noch elektrischen Strom hat, aber der lehnt aufgeregt ab: er könne sich nicht auf die Leute in seinem Haus verlassen. Bei Jakob Heym sei das Radio sicherer.

Jakob Heym kann nicht mehr zurück. Als er merkt, wie durch die Neuigkeiten Hoffnung und neuer Lebensmut entstehen, beschließt er, weiterzumachen, aber ihm gehen die Meldungen aus.

Da beobachtet er eines Tages beim Abladen der Zementsäcke auf dem Güterbahnhof, wie einer der Bewacher mit einer Zeitung zu dem Toilettenhäuschen geht, das für die Deutschen reserviert ist. Er hofft in dieser Zeitung neue Nachrichten zu finden.
Sobald der Deutsche das Toilettenhäuschen verlassen hat, springt Jakob Heym hin und setzt sich hinein. Niemand außer den eigenen Leuten hat es bemerkt. Die Tür lässt sich nicht verriegeln, und als der Nächste austreten will, prallt er zurück und entschuldigt sich bei dem vermeintlichen Kameraden hinter der Zeitung. Aber er bleibt vor der Tür stehen. Jakob kann nicht mehr hinaus. Da lässt Kowalski in der Nähe einen Kistenstapel umstürzen. Wutschnaubend stürzt sich der Deutsche auf ihn und prügelt auf ihn ein. Währenddessen schlüpft Jakob Heym ins Freie.

Doch in der Zeitung stehen Bemerkungen eines Gauleiters über eine Kunstausstellung, der Wunsch des spanischen Botschafters nach einem Ausbau der Beziehungen, einen Prozess gegen zwei vom jüdischen Weltkapital bezahlte Agenten vor dem Volksgerichtshof, und in München stieß ein Lkw mit einer Straßenbahn zusammen. Damit kann Jakob Heym nichts anfangen. Deshalb behauptet er von da an, das Radio sei kaputt.
Bei Verladen von Zementsäcken hört Herschel Stamm Stimmen aus einem verschlossenen Waggon auf dem Güterbahnhof. Er pirscht sich ganz heran, und um den Eingeschlossenen Mut zu machen, sagt er ihnen, die Russen seien nicht mehr weit von hier. Die anderen Juden schauen wie gebannt zu. Dadurch wird einer der deutschen Soldaten auf den Vorfall aufmerksam. Bedächtig legt er das Gewehr an und tötet Herschel Stamm mit einem einzigen Schuss.

Jakob Heym macht sich Vorwürfe, weil der bis dahin so unauffällige Herschel Stamm durch seine Lügengeschichten zum Helden wurde und das mit dem Leben bezahlen musste.
Einige Tage später passt Kowalski seinen Freund auf dem Weg zum Güterbahnhof ab und stellt ihm Josef Najdorf vor, einen Rundfunkmechaniker, der sich trotz des Risikos bereit erklärte, das Radio zu reparieren. Da lügt Jakob Heym, das sei nicht mehr nötig, denn er habe den Fehler inzwischen selbst gefunden und das defekte Stromkabel ausgebessert.
Jakobs Radionachrichten werden immer ausführlicher. Er erfindet neue Nachrichten über Niederlagen der deutschen Armee, das Eintreten Amerikas in den Krieg, die Ankunft des Jazz-Musikers Benny Goodman und sogar über die Möglichkeit des bevorstehenden Kriegsendes. Hinter einer Wand versteckt geht er sogar so weit, seiner kleinen Freundin Lina BBC Nachrichten vorzuspielen. Jakob hat erkannt, dass sein fiktives Radio die beste Medizin für Linas zunehmend schwächlichen Gesundheitszustand ist.


Am nächsten Abend wird Jakobs Nachbar, der Herzspezialist Kirschbaum von der Gestapo abgeführt, denn er soll deren General Hardloff heilen, denn dieser hatte einen Herzschlag. Kirschbaum weiß, wenn er ihn heilen sollte, dass die anderen Juden ihn hassen werden und falls er sich weigert den General zu behandeln, würde er von den Nazis erschossen werden. Daher begeht Kirschbaum Selbstmord. Zur selben Zeit werden zwei Straßen im Ghetto deportiert, in der auch die Eltern von Mischas Freundin wohnen. Jakob verliert an Kraft und erzählt nun aus diesem Grund Kowalski die Wahrheit. Kowalski glaubt ihm nicht, sagt aber das er verstehen kann, dass Jakob den Druck der Anderen nicht mehr aushält und deshalb behauptet, er hätte nie ein Radio besessen.
Am darauf folgenden Tag findet er Kowalski aufgehangen. Er denkt sich nun, dass sein Freund ihm geglaubt hat, aber nun ohne Radio keine Hoffnung in diesem schlimmen Alltag hat.
Mit jeder Geschichte, mit der Jakob die Hoffnungen der Menschen nährt, bringt er sich selbst dem Galgen einen Schritt näher, denn auch im Ghetto hat die gefürchtete Gestapo Ohren. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt. Jakobs Leben steht auf dem Spiel. Und mit seinem Leben verbinden sich die Wünsche der kleinen Gemeinschaft, die in ihm nun ihren letzten Hoffnungsträger sieht.

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Zum Ende der Geschichte betont der Erzähler, dass sie zwei Enden hat, einmal ein gewünschtes Ende und ein der Wirklichkeit entsprechendes. Damit unterstreicht er noch mal, dass er sich das Recht vorbehält, so zu erzählen, wie er es will, da er nicht seine Geschichte, sondern eine Geschichte erzählt. Im Erfundenen stirbt Jakob bei einem Ausbruchversuch. Doch bald danach werden die Juden von der Roten Armee befreit. Im wahren Schluss werden alle Juden in einen Zug gepackt und in ein KZ gebracht, wo sie beinahe alle sterben werden. Der Erzähler sieht durch das kleine Fenster im Wagen und kann sich kaum satt sehen an den Bäumen, die draußen vorüberziehen.

Interpretation des Erzählstils:

Die Geschichte von Jakob dem Lügner wird von einem anonym bleibenden Erzähler wiedergegeben, der, im Gegensatz zu Jakob, das Konzentrationslager überlebt hat. Der Roman wird nicht in Kapitel unterteilt und trotzdem verliert man wegen seines chronologischen Ablaufs, der hin und wieder durch die Einmischung des Erzählers unterbrochen wir, nicht den Überblick.
Aus verschiedenen Perspektiven lässt der Erzähler die Handlung des Romans nebeneinander laufen. Wenn der Erzähler sich als Teil des Geschehens in seine Geschichte mit einbringt, spricht er von,,wir". Mit dieser Erzählweise verbündet er sich mit dem Leser. Ansonsten behält er die Form des Ich-Erzählers bei. Erst am Ende des Buches bringt er sich aktiv in die Handlung des Romans mit ein.

Auswirkungen der (Radio-) Lüge:

- Selbstmordrate geht zurück
- Mischa + Rosa werden ein Paar
- Kinder spielen wieder auf den Straßen
- Zukunftspläne werden geschmiedet
- Lüge ist letzter Strohhalm für Kowalski

Charakterisierung der Personen:

Ich-Erzähler
· Hat eine Vorliebe für Bäume, da er mit Bäumen sehr viel Erinnerungen verknüpfen kann (z.B. Armbruch, weil er vom Baum gefallen ist; seine Frau wurde unter einem Baum von den Nazis erschossen!).
· einziger Überlebender dieser Geschichte
· will nicht bemitleidet werden, wenn er die Geschichte von Jakob und seinen Lügen erzählt.

Jakob Heym
· Klein und schmächtig; ehemaliger Cafebesitzer.
· hörte durch Zufall eine Nachricht, die aber sehr unglaubwürdig klingt benützt eine Notlüge als Alternative
· Jakob lügt und gibt somit den Ghettobewohnern wieder Lebenshoffnung, steigert sich aber auch automatisch in weitere Unannehmlichkeiten.
· Diese Notlüge zwang ihn praktisch in die Rolle des Mutspenders und Helden.

Mischa
· Groß und stark. Mischa ist die erste Person die von der guten Nachricht erfährt, eigentlich nur um ihm das Leben zu retten.
· Diese wird dann von ihm auch weiter verbreitet.

Kowalski
· Ehemaliger Friseurladenbesitzer. Ein guter Freund von Jakob, der ihn seit der Bekanntmachung, dass Jakob ein Radio besitzt, immer um Informationen bittet.
· Kowalski ist der Einzige der Jakob so extrem nervt. Doch eines Tages rettet Kowalski, Jakob, durch eine waghalsige Aktion, das Leben.

Rosa Frankfurter
· Freundin und zukünftige Frau von Mischa.

Herr und Frau Frankfurter
· Eltern von Rosa. Sind zuerst gegen die Heirat von Mischa und Rosa, doch Mischa erwähnt das mit Jakob und seinem Radio.
· Herr Frankfurter ist ein Gegner des Radios, da es zu gefährlich ist. Denn er besitzt selber ein Radio, welches er dann zerstört. Seine Frau ist bestürzt, da sie davon nichts gewusst hat.

Lina
· Ein acht Jahre altes hübsches Mädchen.
· Lebt seit der Deportation ihrer Eltern bei Jakob.
· Sie macht das Leben des Jakob Heym wieder lebensfroh und macht ihm somit das Leben als Betrüger etwas erträglicher.
· repräsentiert nicht nur Jakobs Mitmenschlichkeit auf, sondern spiegelt auch die Bedeutung der Märchen- und Radiolüge wieder.
· Mit Lina wird das negativ besetzte Wort Lüge umgewertet und gezeigt, dass durch bloße Vorstellungskraft und kindlichen Glauben die Welt verändert werden kann und dadurch die Ghettobewohner aus den erfundenen Informationen neuen Lebensmut schöpfen konnten.

Herschel Stamm
· Herschel ist sehr fromm.
· Er trägt eine Mütze, so versteckt er seine Judenlöckchen.
· Herschel ist auch ein Gegner des Radios, er betet jeden Abend zu Gott dass, das Radio kaputt geht.
· Eines Tages wird Herschel von einem Nazisoldaten erschossen.

Prof. Kirschbaum
· Ehemaliger angesehener Professor.
· Heilt Lina als sie Keuchhusten hat.
· Eines Tages wird er von zwei Nazis abgeholt, er soll Hardtloff (einen Kommendanten) wieder heilen. Doch dazu kommt es nicht. Kirschbaum schluckt während der Autofahrt eine Giftpille und stirbt. Kurze Zeit später stirbt der Kommandant auch! Kirschbaums Schwester wird daraufhin zur Vergeltung von den Nazis abgeholt.

Referat Jurek Beker als Kurzbiografie und LEBENSLAUF Jurek Becker

1937- 1997
Schriftsteller und Drehbuchautor

§ 1937 30. September: Jurek Becker wird in Lódz/Polen als Sohn eines jüdischen Angestellten geboren.
§ 1939-1945 Becker wächst im Ghetto in Lódz auf und wird später zusammen mit seinen Eltern in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen inhaftiert.
§ 1945 Übersiedlung nach Ost-Berlin, wo Becker Deutsch lernt.
§ 1955 Nach dem Abitur wird Becker Mitglied der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und 1957 auch der SED.
§ 1957-1960 Studium der Philosophie in Ost-Berlin. 1960 wird Becker aus politischen Gründen vom Studium ausgeschlossen.
§ 1960 Becker beginnt ein Studium an der Filmhochschule Babelsberg.
§ 1962-1977 Tätigkeit als DEFA-Drehbuchautor und anschließend als freiberuflicher Schriftsteller in Ost-Berlin. Becker schreibt unter anderem Texte für das Kabarett "Die Diestel" und für die Filme "Wenn ein Marquis schon Pläne macht" (1962), "Gäste im Haus" (1963), "Zu viele Kreuze" (1963/64) und "Immer um den März" (1967).
§ 1968 Veröffentlichung seines ersten Romans "Jakob der Lügner". Becker erzählt darin die Geschichte von Jakob, der in einem jüdischen Ghetto während des zweiten Weltkrieges vorgibt, ein Radio zu besitzen. Mit erfundenen Nachrichten über die bevorstehende Befreiung weckt er den Überlebenswillen seiner Leidensgefährten. Der Roman wird weit über die DDR hinaus bekannt.


§ 1971 Auszeichnung mit dem Charles-Veillohn-Preis und dem Heinrich-Mann-Preis.
§ 1972 Becker wird Mitglied im PEN-Zentrum der DDR.
§ 1973 Verleihung des Bremer Literaturpreises für seinen zweiten Roman "Irreführung der Behörden", der das Leben eines jungen Schriftstellers in der DDR beschreibt.
Becker wird Mitglied des Vorstandes des Schriftstellerverbandes.
§ 1975 Verleihung des Nationalpreises der DDR.
§ 1976 Veröffentlichung des Romans "Der Boxer", der das mühselige Ringen eines ehemaligen Konzentrationslagerinsassen um eine neue Existenz schildert.
Becker protestiert öffentlich gegen den Ausschluss Rainer Kunzes aus dem Schriftstellerverband der DDR und ist Mitinitiator des Protestbriefes gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Daraufhin wird er aus der SED und auch aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen.
§ 1977 Becker verlässt die DDR mit einem Zweijahresvisum, das 1979 auf zehn Jahre verlängert wird. Nach einem sechsmonatigen Aufenthalt in den USA, wo er verschieden Gastprofessuren inne hat, arbeitet Becker zunächst als Gastprofessor an der Gesamthochschule Essen, anschließend siedelt er nach West-Berlin über.
§ 1978 Veröffentlichung seines Romans "Schlaflose Tage" in einem westdeutschen Verlag. Das Buch wird in der DDR nicht verlegt.
§ 1979 und 1982 Verfilmung der Bücher "Der Boxer" und "Schlaflose Tage" für das Fernsehen
§ 1980 Veröffentlichung des Romans "Nach der ersten Zukunft".
§ 1981 Gastprofessor an der Universität Augsburg.
§ 1983 Veröffentlichung des Romans "Aller Welt Freund" in dem Becker seine persönlichen Erfahrungen nach seiner Übersiedlung in den Westen verarbeitet.


Becker wird Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt.
§ 1986 Becker schreibt die Drehbücher für die ARD-Erfolgsserie "Liebling Kreuzberg" mit Manfred Krug in der Hauptrolle. Krug, Becker und Heinz Sirk wird der Adolf-Grimme-Preis in Gold verliehen. Veröffentlichung des Romans "Bronsteins Kinder", der das Thema Selbstjustiz im Hinblick auf NS- Verbrechen thematisiert.
§ 1989 Becker hält Poetikvorlesungen an der Universität Frankfurt/Main.
§ 1990 Der Film "Neuner", eine Ehe-Tragikomödie, nach dem Drehbuch von Becker kommt in die Kinos und wird 1991 mit dem Deutschen Filmpreis "Filmband in Gold" ausgezeichnet.
Becker wird Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin.
§ 1992 Veröffentlichung des Romans "Amanda herzlos", der sich mit dem Alltag in der DDR der späten 80er Jahre beschäftigt.
§ 1994 Die Fernsehsatire "Wir sind auch nur ein Volk" wird in der ARD gesendet. Der Film zu dem Becker das Drehbuch liefert thematisiert eine "Wende-geschädigte" DDR-Familie.
§ 1996 Veröffentlichung des Bandes "Ende des Größenwahns", in dem Aufsätze und Vorträge aus den Jahren 1971 bis 1995 zusammengestellt sind.
§ 1997 14. März: Jurek Becker stirbt nach einem langen Krebsleiden in Berlin.

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4.2 / 5 Sternen (14 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2013
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 29.09.16

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  • Maria schrieb am 23.03.2015:

    Gute Zusammenfassung. Aber Rosa und Mischa waren schon vor Jakobs 1. Radiomeldung ein Paar: er hat ihr mit der Neuigkeit einen Heiratsantrag gemacht.

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