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"Mittagspause" Interpretation (Wolf Wondratschek)

Inhaltsverzeichnis

Wolf Wondratschek: Mittagspause - Formanalyse der Kurzgeschichte sowie Zusammenfassung und Inhaltsangabe "Mittagspause".

Die Kurzgeschichte „Mittagspause“ von Wolf Wondratschek, in der eine Frau in einem Straßencafe ihre Mittagspause verbringt, weist viele geschickt eingesetzte rhetorische Mittel auf. So ist sie in vielen kurzen Sätzen mit einem eher unkomplizierten und primitiven Satzbau geschrieben. Diese Sätze spiegeln besonders die einfache, oberflächliche Denkweise der Frau wieder. Dies wird noch zusätzlich deutlich, dadurch dass viele Sätze einfach als Statements stehen gelassen werden und unbegründet bleiben. Durch ihre Kürze wird beim Leser ein Gefühl der Eile und Hast ausgelöst, was auch den Alltag der Frau im Straßencafe wiederspiegelt, der ebenfalls hektisch und rastlos ist. Doch in der Mitte der Geschichte werden die Sätze etwas länger, wodurch der Autor dem Leser zeigt, dass wenigstens die Mittagspause im Alltag der Frau eine kleine, ruhigere Pause darstellt.

Dadurch dass die Sätze untereinander austauschbar sind und wirken, als seien sie in völlig willkürlicher Anordnung macht der Autor deutlich, dass im Leben dieser Frau jeder Tag dem anderen gleicht, kein einziger irgendeine Besonderheit bietet und sie so ebenfalls austauschbar sind. Die Geschichte beinhaltet auch viele irreale Sätze, die zeigen das Träume und Vorstellungen, die sich jedoch wahrscheinlich nicht erfüllen werden, im Leben der Frau eine große Rolle spielen. Der Autor verwendet auch einige Antithesen „Sie weiß genau was sie will“ (Z.9) – „Sie hat gelernt sich nicht zu entscheiden“ (Z. 26), die die innere Zerrissenheit der Frau zwischen dem Wunsch nach Veränderung einerseits, und der Angst ihren vertrauten Alltag zu verlassen und etwas Neues zu tun andererseits, wiederspiegeln. Im Text lassen sich auch Parallelismen wie, „Sie könnte sich sehr verspäten“ –„Sie könnte sich sehr verlieben“ (Z. 34f) ausmachen.

Letzter Absatz der Form-Analyse der Kurzgeschichte „Mittagspause“ folgt:

Diese beiden Sätze handeln beide von Ereignissen, die das abwechslungslose Leben der Frau verändern, eine von ihr sogenannte „Katastrophe“ auslösen würden. „Katastrophe“ ist auch eins der Schlüsselwörter in diesem Text. So steht „Katastrophe“ hier für eine Veränderung des Alltags, eine Abweichung vom Althergebrachten und Gewohnten und zeigt die Angst der Frau vor ebensolchen Geschehnissen. Ein zweites Schlüsselwort des Textes ist das Wort „Beine“ welches für die Frau gleichbedeutend mit Schönheit, Attraktivität und Beachtung ist. In der Kurzgeschichte findet man auch einige Vergleiche der Frau mit anderen Frauen „auch am Nebentisch sitzt ein Mädchen mit Beinen“. (Z. 9) Der Text spielt in verschiedenen Zeitebenen:

Am Anfang wird erst von dem Geschehen im Augenblick berichtet, dann wird zurück in den gestrigen Tag gesprungen während dann die Handlung wieder am momentanen Tag spielt. In der Geschichte geschieht auch ein Handlungsortwechsel, indem geschickt durch den Begriff „zum Beispiel“ vom Straßencafe in das elterliche haus und wieder zurück übergeblendet wird. Dadurch dass die Frau nicht beim Namen genannt wird, wird eine gewisse Anonymität bewahrt, die deutlich macht, dass die Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften der Frau in abgemilderter weise auf viele Menschen übertragbar sind. So unterstützen die von Wolf Wondratschek eingesetzten rhetorischen mittel wirksam den Inhalt und lassen besonders den Charakter der Frau noch deutlicher werden.

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4.3 / 5 Sternen (15 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2009
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 22.07.16

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