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"Mondnacht" Interpretation (Joseph von Eichendorff)

Inhaltsverzeichnis

Folgend gleich mehrere Gedichtinterpretationen des Gedichts "Mondnacht" von Joseph von Eichendorff. Somit sollte wirklich alles zu diesem Gedicht analysiert worden sein.

Mondnacht (von Joseph von Eichendorff) - Gedicht-Interpretation und Gedichtanalyse

Das Gedicht "Mondnacht" von Josef von Eichendorff wird der Romantik zugeschrieben. Dies ist klar im Thema des Gedichtes zu erkennen. Es handelt von Sehnsucht und Flucht. In jeder Strophe findet sich ein anderes Motiv des Themas. Die erste Strophe beschreibt den Himmel und die Erde. Diese werden personifiziert. Der Himmel küßt die Erde und sie träumt von ihm. Zwei Gegensätze treffen aufeinander. In der zweiten Strophe wird die Natur genauer unter die Lupe genommen. Besonders wird die Luft angesprochen und wie sie umhergeht. Die dritte Strophe handelt von dem lyrischen Ich. Es spricht von seiner Seele, welche durch dies stillen Lande fliegt. Hier spricht das lyrische Ich also vom wegfliegen, womit wir den Begriff der Flucht deutlich vor Augen haben. Ich denke, das lyrische Ich hat eine gute Beziehung zur Natur.

Das erkennt man an der sehr positiven Beschreibung der Natur. Aber man kann auch sagen, dass die ganze Art und Weise, wie das Gedicht geschrieben ist, besonders inhaltlich betrachtet, es wird eine ruhige Atmosphäre geschaffen, die Sehnsucht nach einer besseren Welt wiedergibt. Dies ist typisch für die Romantik. Man sehnt sich nach anderen Welten und somit einer Entgrenzung. Diese ist ebenfalls in dem Gedicht gegeben. Man kann Himmel und Erde als zwei Welten definieren. Diese treffen bei dem Kuß aufeinander, sind jedoch wieder getrennt und somit entgrenzt. Sehnsucht bedeutete in der Romantik die ursprüngliche, idyllische Natur zu sehen. Sehnsucht hatte keinen spezielles Motiv, wie z. B. Liebe, sondern war ziellos und konnte sich somit endlos fortsetzen.

In der Romantik wurde der Begriff des Gefühls wieder ganz groß geschrieben. Romantiker wollten die Realität verklären, denn in der Wirklichkeit wurde der Mensch aufgrund der Industrialisierung nur noch nach seinem Nutzen definiert. Maschinen ersetzten die Handarbeit, die Menschen hatten weniger Freizeit, weil sie mehr arbeiteten und das Geld gewann an Bedeutung. Die Menschen hatten in der Gesellschaft keine Chance mehr sich selbst zu verwirklichen. Deshalb waren Romantiker Außenseiter, die in der Einsamkeit lebten. Sie waren gegen die neuen Tugenden wie Fleiß und Sparsamkeit.
Die Komposition ist addierend. Es wird in jeder Strophe etwas anderes beschrieben, aber an der Intensität ändert sich nichts. Es herrscht ständig die gleiche Ruhe.

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Gedichtinterpretation von Joseph von Eichendorffs "Mondnacht"


An einem lauen Sommerabend sitzt ein junges Paar auf einer Parkbank und
betrachtet die untergehende Sonne. Ist dies eine typisch romantische
Szenerie? Dazu später mehr.

Ein bedeutender Lyriker der Romantik ist Joseph Freiherr von Eichendorff.
Er wurde 1788 auf Schloß Lubowitz in Oberschlesien geboren und studierte in
Breslau und später in Heidelberg Jura, wo er mit Novalis, Görres, Arnim und
Brentano bekannt wurde. Danach reiste er nach Paris und Wien und pflegte
regen Kontakt zu Friedrich Schlegel. Er sehnte sich nach der Idylle seiner
Jugend zurück, in welcher auch die verschmähte Industrialisierung noch ein
Fremdwort für ihn war. "Den Verlust der heimatlichen Welt versuchte
Eichendorff durch traumhaft-idyllisierende Erinnerungen und durch sein
Vertrauen auf das Reich Gottes zu überwinden".Zugleich verspürte er
überdies parallel dazu ein Fernweh, welches ihn nicht zur Ruhe kommen lies.
1857 starb er in Neiße.

Die eingangs beschriebene Kulisse kann partiell durchaus mit der Romantik
als Epoche in Verbindung gebracht werden. So ist sie ebenfalls stark
emotionell ausgerichtet. Die Hervorhebung der Gefühlswelt ist ein
elementares Charakteristikum. Jedoch ist diese Periode noch durch
differenzierte, wesentliche Grundüberzeugungen und eine geistig orientierte
Weltsicht gekennzeichnet. Beispielsweise ist der Blick und damit jede
Hoffnung auf die Zukunft ausgerichtet, in welcher die alten Maximen
revitalisiert werden sollen. Die Gegenwart zählt dementsprechend nicht
viel.

Solche Leitmotive lassen sich auch in diesem Gedicht erkennen. Hierbei
herrscht ein Kreuzreim mit alternierend hyperkatalektischem und
akatalektischem Versschluß vor. Der bedächtige und ruhige Trochäus
verdeutlicht die Grundstimmung der Verse. Nach der Reimform finden sich
zwei Arten von Reimen vor. Dies sind Reine (z.B. geküßt - müßt) und Unreine
Reime (z.B. Felder - Wälder). Zu Beginn wird eine Verschmelzung der
Gegensätze angeführt:
"Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt, [...] "
Im Kontrast steht die Realität (Erde) mit all ihren Normen und Zwängen zu
der essentiellen geistigen Ebene (Himmel). Es kommt darauf an, hinter eine
durchananlysierte Welt zu blicken und damit eine Libertät in der
Unendlichkeit zu finden, bzw. die Fesseln der Gesellschaft hinter sich zu
lassen. Dazu ist es allerdings eine Erfordernis, dass die regsame,
metaphysische Dimension nicht die weltliche Existenz negiert, sondern, dass
sich deren Grenzen verwischen und zu einer Einheit formieren. Wenn nun
diese Vereinigung vollzogen ist, ist eine Trennung nicht mehr auszudenken:
"Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt [...] "
Nun ist das geistige Leben das Wesentliche, welches unser säkulares Handeln
beeinflußt. Es leitet von jetzt an das physische Dasein, was von der
Anapher bestärkt wird:
"Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht. [...] "
Erst Darauhin  kann der mündige Mensch sich entfalten und einen
umfassenderen Horizont verschaffen. Dieser zeigt sich in den anzutreffenden Antagonismen und erlangt unendliche Freiheit:
"Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus."
Ab diesem Zeitpunkt hat Seele also in diesem "stillen Lande" seine Ruhe wie Heimat gefunden, denn schließlich ist sie
"nach Haus" zu ihrem angepeilten Ziel gelangt und kann jetzt in Harmonie
leben.

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Gedicht "Mondnacht" analysiert und interpretiert, Stilmittel herauslesbar

1. Biographie Joseph Eichendorff


Lebensdaten:

- 10.03.1788 als 2. Sohn des Freiherrn Adolf v. Eichendorf auf Schloss Lubowitz
(Oberschlesien) geboren
- Jugend: ausgelassene Fröhlichkeit, Festlichkeiten, Ausfahrten & Jagten
- 1801-1805 Breslauer Gymnasium
- 1805 beginnt Eichendorf ein Studium zur Rechtslehre in Halle
- 1809-1810 Berlin, Zusammentreffen mit Kleist etc.
- 1813+1815 aktive Teilnahme an den Befreiungskriegen
- 1815 Eheschließung mit Luise von Larisch (gegen den Willen seiner Eltern, die
durch eine günstigere Heirat den finanziellen Ruin der Fam. verhindern wollten)
- 1816 Eintritt in den preußischen Staatsdienst
- 1831 Regierungsrat in Westpreußen
- er kommt seinen Beamtenpflichten zwar nach, fühlt sich aber mehr zum
Dichter berufen
- durch sein Elternhaus ist er früh an die Literatur herangeführt worden, schrieb
schon als12jähriger Trauerspiele und versuchte Kontakt zu anderen Schriftstellern
zu bekommen
- 1844 Pensionierung auf eigenen Wunsch, da er die Politik Preußens nicht
unterstützte
- 1855 Eichendorfs Frau stirbt, er führt nun ein zurückgezogenes Leben in Neiße
- 26.11.1857 Tod nach Lungenentzündung, die Romantik (eine der wichtigsten
Epochen der deutschen Literaturgeschichte) geht mit seinem Tod zu Ende

Das Gedicht MONDNACHT

Inhaltliche Aussagen:

- das Gedicht „Mondnacht“ ist in die Epoche der Romantik einzuordnen, da es
typische Merkmale der Sehnsucht enthält.
- es handelt von Träumen, Wünschen und Fantasien des Autors
- die erste und die dritte Strophe sind miteinander verbunden, denn in beiden
werden Traumbilder beschrieben. Im Gegensatz dazu steht die Zweite
Strophe in der die Realität geschildert wird
- die Luft, die durch die Felder geht, das Wogen der Ähren und das Rauschen
in der sternenklaren Nacht deuten auf die Sehnsucht des Autors nach
Natur hin.

Gedichtsform, Reimschema und Versmaß

- das Gedicht setzt sich aus drei Strophen zusammen, die jeweils vier Zeilen
umfassen
- das Gedicht ist metrisch gebunden, da es sich um einen Jambus handelt
- in allen drei Strophen findet man Kreuzreime vor
- von Zeile 1-2 und von Zeile 3-4 muss ein Enjambement gelesen werden, da die
Strophe nur aus einem Satz besteht

Stilmittel:

- Personifikation: „... als hätt' der Himmel die Erde still geküßt...“ (Zeile 1-2)
- Metapher „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,...“ (Zeile 9-10)
- in der 1. und 3. Strophe benutzt E. Verben im Konjunktiv, wie „flöge“ (Zeile12)
um die Träume darzustellen.
- Verben, wie „wiegen“ und „rauschen“ verwendet er, um die bewegten Bilder der
Mondnacht wiederzuspiegeln

Was wollte Eichendorf mit dem Gedicht ausdrücken?

Eichendorf stellt mit einem Naturbild die unendliche Harmonie zwischen Gott und Schöpfung, Mensch und Natur dar. Durch das Bild der Vereinigung von Himmel und Erde beschreibt er die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach Erlösung durch Gott. Er beschreibt den Menschen zwischen Himmel und Erde, gleichzeitig im Einklang und im Zwiespalt mit der ihn umgebenden Welt. Von Eichendorff stellt sich den Himmel als Paradies vor, in dem er sich zuhause fühlen würde. Das erkennt man an der Textstelle: „... als flöge sie nach Haus.“ Das Gedicht ist insgesamt eine einprägsame Erinnerung daran, wie träumerisch und malerisch die Natur sein kann und dass man sich dessen öfter gewahr werden sollte.

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Gedichtinterpretation "Mondnacht" – Joseph von Eichendorff


Das vorliegende Gedicht "Mondnacht" wurde von Joseph von Eichendorff geschrieben. Es handelt von verschiedenen Naturereignissen.

Meine nachfolgende Interpretation stützt sich auf folgende Interpretationshypothese: Das Gedicht „Mondnacht“ kann man in die Epoche der Romantik einordnen, da es typische Merkmale der Romantik enthält.

Das Gedicht setzt sich aus drei Strophen zusammen, die jeweils vier Zeilen umfassen. Bei dem Versmaß handelt sich um einen Jambus. In allen drei Strophen findet man Kreuzreime (abab) vor. Die Verse 1-2 und die Verse 3-4 sowie die Verse 9-10 verbindet ein Enjambe-ment.

Die erste und dritte Strophe sind miteinander verbunden, denn in beiden Strophen werden Traumbilder bzw. die Phantasie des lyrischen Ichs beschrieben. Sie werden durch die Ver-wendung der Konjunktive (V. 1, 4 und 12) verdeutlicht. Im Gegensatz dazu steht die zweite Strophe in der die Realität geschildert wird.

In der ersten Strophe wird das romantisch statische Bild der Vereinigung von Himmel und Erde in einer Personifikation „als hätt’ der Himmel die Erde still geküsst“ (V. 1-2) beschrie-ben. Es wird auch ein Konjunktiv verwendet „hätt’“ (V. 1) und „müsst“ (V. 4), welche die Träume des lyrischen Ichs darstellen. Durch die Verschmelzung wird die Unendlichkeit der Natur ausgedrückt. Die Natur wird also als Chiffre beschrieben. Es wird aber auch eine Be-ziehung zwischen dem lyrischen Ich und Gott aufgebaut. Der dritte Vers beschreibt die Jah-reszeit. Das lyrische Ich wünscht sich die Natur als „Blütenschimmer“, also wie im Sommer.

In der zweiten Strophe schildert Joseph von Eichendorff die Realität. Der, durch Luft personi-fizierte, Wind wird umschrieben, ohne genannt zu werden. Nur seine Auswirkungen werden beschrieben, er weht über die Felder und durch den Wald während einer sternenklaren Nacht (V. 5-8).

Die dritte Strophe beschreibt wie die erste die Phantasiewelt. Das lyrische Ich entfaltet sich und seine Seele in der Metapher: „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus“ (V. 9-10). Es gibt sich und seine Seele bedingungslos dem „stillen Lande“ (V. 11), also der Natur, hin.

Insgesamt kann man sagen, dass die mittlere Strophe von den anderen beiden umrahmt wird, was bedeuten könnte, dass die Träume die Wirklichkeit umringen. Dies könnte symbo-lisch für den in der Romantik zwischen Traum und Wirklichkeit hin- und hergerissenen Men-schen stehen.
In der Epoche der Romantik wollen die Dichter die andere Seite der Wirklichkeit zeigen, nämlich das Verborgene und das Geheimnisvolle. Dies zeigt sich in dem Gedicht von Joseph von Eichendorff. Eichendorff beschreibt durch das lyrische Ich eine Wunschwelt und auch eine Realität. Ebenso stellt Eichendorf in dem Gedicht die unendliche Harmonie zwischen Gott, Mensch und Natur dar, welches ein weiteres Zeichen für die Romantik ist. Damit ist meine Interpretationshypothese bewiesen.

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Interpretation: Eichendorff - "Mondnacht"


Joseph von Eichendorff wurde 1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor geboren. Nach juristischen Studien ging er in preußische Staatsdienste. Sein Gedicht „Mondnacht“ gilt heute als eines der bekanntesten der Romantik. Es wurde oft vertont und gedruckt, deshalb ist es vielen Menschen ein Begriff. Dies liegt sicher daran, dass das Gedicht sehr genau durchdacht ist aber auch eine gefühlvolle Struktur hat.
Nun zur Analyse und Interpretation des Gedichtes. Zuerst einmal sollte der Inhalt des Gedichtes angesprochen werden. Wie der Titel „Mondnacht“ schon verspricht, handelt das Gedicht von Träumen, Wünschen und Fantasien, welche typische Merkmale für die Sehnsucht und somit für die Romantik sind. Kurz gesagt steht die Natur im Vordergrund des Gedichtes.

Nun zur Analyse der Form. Das Gedicht besteht aus drei Strophen, die jeweils vier Verse umfassen. Es handelt sich hierbei um drei Volksliedstrophen. Bei der Metrik des Gedichtes jedoch fällt keine Sonderform auf. Das Versmaß ist ein einheitlicher dreihebiger Jambus; es wird also von einem klaren, harmonischen Rhythmus geprägt. Das Reimschema ist ein Kreuzreim, wobei Eichendorff recht großzügig mit den Übereinstimmungen umgeht; man denke hier an den ersten und dritten Vers der ersten Strophe:
„Es war, als hätt der Himmel [...] Daß sie im Blütenschimmer“ (Z.1-3).

Sprachlich gesehen verwendet Eichendorff Hochsprache, und verzichtet auf umgangssprachliche Ausdrücke. Er verwendet einen hypotaktischen Satzbau, welcher die alte Ordnung der Klassik – ein Vers ist ein Satz, also den parataktischen Satzbau – aufbricht. Durch Enjambements, wie „Es war, als hätt der Himmel | Die Erde still geküsst,“ (Z.1-2) trennt Eichendorff die hypotaktischen Sätze in Verse. Diese Enjambements wiederholen sich im dritten und vierten Vers der ersten Strophe und im ersten und zweiten Vers der dritten Strophe. Weiteres verwendet er Metaphern, wie „Blütenschimmer“ (Z.3) und den umschriebenen Himmelskuss: „Es war, als hätt der Himmel | Die Erde still geküsst,“ (Z.1-2). und eine Personifikation in der 3. Strophe: „Und meine Seele spannte [...] “ (Z.9).
Nun zur Interpretation des Gedichtes.

In der ersten Strophe könnte man die Himmelskuss-Metapher, wie oben schon aufgeführt, als eine Beziehung zwischen Gott und der Menschheit sehen. Das Wort „Himmel“ (Z.1) könnte man durch „Gott“ ersetzten.Die Metapher stellt somit die Harmonie zwischen Gott und der Erde dar – er beschützt sie und liebt sie. Auch die Natur-Metaphorik wird von Eichendorff eingesetzt. Er spricht vom „Blütenschimmer“ (Z.3), der wohl für viele Menschen einen wunderbaren, Freiheit bedeutenden Charakter besitzt und für viele als Symbol für das Positive der Natur einen wichtigen inhaltlichen Stellvertreter für das Wirken Gottes darstellt. Mit der Erde, die „von ihm nun träumen müßt" (Z.4), zeigt Eichendorff die Sehnsucht nach Gott.

In der zweiten Strophe zeigt Eichendorff, was auf der Erde selbst zu sehen, zu spüren und zu erfahren ist. Er nennt hier wiederum ausschließlich positive Ausdrücke („Die Luft ging durch die Felder, | Die Ähren wogten sacht, | Es rauschten leis die Wälder“ (Z.5-7)), die die Menschen zu spüren glauben, wenn sie das Wirken Gottes am eigenen Leibe spüren wollen.
Die Romantik versucht Geist und Natur, Endlichkeit und Unendlichkeit, Vergangenes und Gegenwärtiges zu vereinigen. Zweck der Kunst ist Erlebnis und Stimmung. Romantisch sind der Gefühlsüberschwang, die Sehnsucht und die Vorliebe für Übergangsstimmungen und das Unbegrenzte der Vorstellungen.

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Joseph von Eichendorff: Mondnacht Gedichtanalyse


Das typisch romantische Gedicht "Mondnacht" wurde 1837 von Joseph von Eichendorff geschrieben,der von 1788 bis 1859 lebte.Das Gedicht besteht aus drei Strophen,die sich jeweils aus vier Versen in Kreuzreimform zu-
sammensetzen.Das Gedicht ist ein durchgängiger Jambus. Der Dichter stellt mit einem Naturbild die unendliche Harmonie zwischen Gott und Schöpfung,Mensch und Natur dar.Durch das Bild der Vereinigung von Himmel und Erde beschreibt er die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach Erlösung durch Gott.

In der folgenden Interpretation möchte ich besonders auf den romantischen und religiösen Grundgedanken des Gedichts eingehen. In der ersten Strophe wird das romantisch statische Bild der Vereinigung von Himmel und Erde in einem Kuß beschrieben.In der zweiten Strophe schildert Joseph von Eichendorff die Realität durch bewegte Bilder, während er in der dritten Strophe das lyrische Ich in die Stimmung der Natur und in den Traum miteinbezieht.

Die erste und die letzte Strophe sind miteinander verbunden,denn in beiden werden Traumbilder beschrie- ben.Im Gegensatz dazu steht die zweite Strophe,in der die Realität geschildert wird.Die mittlere Strophe wird also von den anderen beiden umrahmt,was bedeuten könnte,dass Träume die Wirklichkeit umringen.Dies könnte symbolisch für den in der Romantik zwischen Traum und Wirklich- keit hin- und hergerissenen Menschen stehen.Unterschiede zwischen den Strophen lassen sich nicht nur im Inhalt,sondern auch im Satzbau erken- nen.Die erste und dritte Strophe sind im Zeilensprung geschrieben,jedoch läßt sich in der zweiten Strophe ein Zeilenstil erkennen.

Das zentrale Bild der Vereinigung von Himmel und Erde in einem Kuß hat religiöse Bedeutung,denn es symbolisiert das Streben des Menschen,sich mit Gott,der Ursprung und Ziel aller Schöpfung ist zu vereinen.Es be-
schreibt den Menschen zwischen Himmel und Erde,gleichzeitig im Einklang und im Zwiespalt mit der ihn umgebenden Welt.In der ersten und dritten Strophe benutzt der Dichter Verben im Konjunktiv,wie "flöge" (Zeile 12),
um die Träume darzustellen.Die Verben,wie "wiegen" und "rauschen" ver- wendet er,um die bewegten Bilder der Mondnacht wiederzuspiegeln.

Typisch für die Romantik sind auch Wortkombinationen wie das Objekt "Blüten-
schimmer" (Zeile 3).Weiterhin wird die menschliche Sehnsucht nach Gott durch die Metapher "Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus..." ausgedrückt.Die Personifikation der Erde (Zeile 1 bis 4) und das damit verbundene Bild des Kußes spiegeln das Heimweh des romantischen Menschen nach dem verlorenen Ursprung,nach Gott bzw. den "Flug" nach Hause wieder.Die Hinwendung zu Gott spielt eine wichtige Rolle in dem Gedicht,was durch die Schlüsselwörter "Himmel" und "Haus" zum Ausdruck kommt.

Ein wesentliches Thema des Gedichtes ist der zwischen Realität und Phantasie schwankende Mensch ohne richtige Wirklichkeitserkenntnis.Das ist gleichzeitig Thema der Romantik,was den Bezug des Gedichts zu dieser Epoche beweist.Zusätzlich bezieht sich auch die zentrale Aussage des Gedichts,nämlich die Sehnsucht des Menschen nach Heimkehr,Frieden und Versöhnung,auf die Romantik.Thema des Gedichtes ist nicht die Natur,sondern das Verlangen des Menschen nach göttlicher Gnade, vermittelt durch die öffnende Sprache der Natur.
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  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 18.08.16

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