Schulzeux.de > Deutsch

Referat über "Andorra" (Max Frisch)

Inhaltsverzeichnis

Max Frisch: Andorra (Buchvorstellung) und Referat!

Feige sind die, die ihre Augen vor der Wahrheit und Schuld verschließen.
In diesem Werk versucht Max Frisch seinen Lesern, mit einer modellhaften Situation, die noch immer währende Diskriminierung von Minderheiten, vor Augen zu führen. Das Problem des selbst gebastelten Vorurteils der Gesellschaft, ergibt sich aus einem politischem Konflikt; dem „weißen“ Andorra droht die Invasion der „Schwarzen“. In diesem Andorra, welches so Frisch nichts mit dem heute existierendem Staat verbindet, wird dem jungen Andri, aufgrund eines Gerüchtes, dass sein Pflegevater Can, ihn als kleines Judenkind vor den Aggressionen der Schwarzen gerettet habe, die Rolle des Sündenbockes in der Gesellschaft aufgeprägt.

Klischeedenken verstellt die Einsicht der Bewohner. Umgeben von einer Mauer des Vorurteils und des Hasses, klammert sich Andri an seine Liebe zu Barblin, eheliche Tochter seines vermeidlichen Pflegevaters. Als ihm die Hand des Mädchens verweigert wird- da sie ja in Wirklichkeit seine Halbschwester ist, bildet Andri nun jene Eigenschaften aus, die ihm seine Umgebung ständig versucht hat einzuhämmern. Der Wahn und die Vorurteile der Andorraner, werden zum Vorbild und Wunsch seiner Existenz.

Dieses Drama läuft unweigerlich wie auch in „Biedermann und die Brandstifter“ in eine unnötige Katastrophe hinaus, die Andri das Leben fordert. In diesem Rahmen erhofft sich Frisch bei Theaterinszenierungen, aber auch bei persönlicher Auseinandersetzung mit dem Stück, die Identifizierung des Publikums und Lesers mit den so harmlos wirkenden Jedermann-Andorranern. Frisch verlängert geschickt reale Ansätze in eine negative Utopie, die als Warnung und Mahnung für die Zukunft und die künftigen Generationen gedeutet werden kann, zudem zeigt er wie aus lauer Antipathie und Vorurteil unter bestimmten Bedingungen sich blitzschnelle ein aggressiver Antisemitismus entwickeln kann. Klug und geschickt ist zudem, dass er nicht die Andorraner Andri töten lässt, sondern die von ihnen verhassten „Schwarzen“, welche aber in dem Moment, der Verleumdung Andris, das Spiegelbild ihrer selbst werden.

So kann sich ausnahmslos jeder, der genug Courage hat es sich selbst einzugestehen in den Andorranern und ihren Verhaltensweisen wiedererkennen, und muss dieses Stück nicht, oder zumindest nicht vollständig, als Kritik auf das Fehlverhalten vieler Bürger zur NS-Zeit interpretieren, denn wie oft haben nicht auch wir zur falschen Zeit den Mund aus Angst gehalten, oder Vorurteile anderer, trotz bessern Wissens nicht widerlegt und uns schließlich ganz diskret in den Schutz der Kollektivität zurückgezogen? Die Andorraner haben und wollten, mit größtem Erfolg, Andri zu einem Juden formen, in einer Welt in der dieser Fakt das sichere Todesurteil bedeutet. „Die Gewalt erschlägt das Recht!“

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

5 / 5 Sternen (1 Bewertung)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2014
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 14.07.16

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 8 / 4? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+