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Schüler Rezension "Das Parfüm" schreiben

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Süskind Patrick: Das Parfum - eine Rezension schreiben

Thema: Schüler-Rezension des Romans „Das Parfum“

Der Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind thematisiert die Welt der Gerüche im 18. Jahrhundert, anhand eines tierisch wirkenden Menschen, namens Jean-Baptiste Grenouille, dessen Nase die außergewöhnliche Eigenschaft besitzt, annährend alle Düfte zu erfassen und gekonnt einzusetzen. Grenouille möchte aufgrund seiner eigenen Geruchlosigkeit das beste Parfum aller Zeiten kreieren. Mit diesem Ziel vor Augen durchlebt er mehrere Stadien in seinem Leben. Aus diesem Grund kann man den Roman auch als einen Entwicklungsroman bezeichnen.


Patrick Süskind verwendet in diesem Werk die auktoriale Erzählperspektive, d.h. dass er einen allwissenden, allgegenwärtigen Erzähler hat, dem alle Umstände bekannt sind und diese wiedergibt. Durch die Verwendung der auktorialen Erzählperspektive hebt sich der Autor von aktuellen Romanen ab, denn „moderne“ Werke werden heutzutage in der Ich-Perspektive verfasst. Die Tatsache, dass die Erzählperspektive veraltet ist, bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Roman dadurch schwieriger zu lesen ist, ganz im Gegenteil, er lässt sich wegen der recht einfachen Figurenkonstellation, also die Verbindung der einzelnen Personen zueinander, sehr flüssig lesen. Dies ist einer der Gründe dafür, dass man dieses Werk auch als Trivialliteratur bezeichnet, doch wohlgemerkt, der sprachliche Anspruch ist dennoch hoch.
Patrick Süskind zeigt dem Leser mit verblüffender Genauigkeit, wie komplizierteste Gerüche durch Worte ausgedrückt werden können. Dies ist von hoher Bedeutung, denn der Autor möchte dem Leser die Verhältnisse der damaligen Zeit genauestens beschreiben, nicht zuletzt auch die Wahrnehmungen der Hauptperson Grenouille. Dieser verfügt von Kind auf über die Fähigkeit, Gerüche genauestens zu erkennen. Er ist keine Person mit der sich ein Jugendlicher identifizieren kann, er handelt aus Instinkten, die eigentlich nur von Tieren bekannt sind. Doch eins sei bemerkt, der Roman ist nichts für schwache Gemüter, denn Süskind beschreibt die katastrophalen hygienischen Verhältnisse des 18. Jahrhunderts sehr genau. Ausserdem wird, wie der Untertitel des Buches verrät, auch gemordet. Grenouille, der zweifellos ein Genie ist, wird als „Scheusal“ (Das Parfum, S.28) beschrieben und im Laufe der Handlung immer wieder mit einer Zecke verglichen, die annährend die gleichen Entwicklungsstadien und Verhaltensweisen aufweißt wie er, „[...] wie jener Zeck auf dem Baum, dem doch das Leben nichts anderes zu bieten hat als ein immerwährendes überwintern“ (S.29).
Dem Autor wurde von Namenhaften Kritikern zum Vorwurf gemacht, er habe in diesem Roman viele Dinge aus anderen, in der Literatur bedeutsamen Werken, entnommen. So gleicht Grenouille vom Aussehen her ziemlich genau dem Glöckner von Notre Dame. Die Liste der angeblichen Vorlagen, reicht von der Bibel bis Günther Grass’ „Die Blechtrommel“. Doch das sollte keineswegs als Nachteil angesehen werden, denn dadurch vereinigt Süskind die Klasse der Weltliteratur in einem Werk.


Der hohe Anteil der Bildungskomponente des Romans ist jedoch sehr hervorzuheben. Der Autor beweist, durch die verschiedenartige Fachbegriffe des parfumierens wie z.B. „Destillation“ oder „Enfleurage“, dass er eine ausgezeichnete Recherchearbeit abgeliefert hat. Ihm sind überdies sämtliche Orte sowie Plätze von Paris des 18. Jahrhunderts bekannt. Patrick Süskind hatte zur Zeit der Entstehung des Romans eine Stadtkarte von Paris im 18. Jahrhundert, in seinem Arbeitszimmer hängen. Erstaunlich ist auch, dass aus seinem Bekanntenkreis kaum jemand wusste, dass er diesen Roman schrieb, das untermauert das zurückgezogene Leben Süskinds. Er gibt sich in der Öffentlichkeit stets unauffällig und meidet ausgiebige Kontakte zu anderen Schriftstellern. Hier sind Parallelen zum Leben des Protagonisten sichtbar, der ebenfalls jegliche Nähe zu anderen Menschen vermeidet. Es gibt jedoch keine weiteren autobiographischen Züge.

Hilfreich erscheint die Verwendung einer Sekundärliteratur, da viele Begriffe wie z.B. „olfaktorisches Genie“ (S.99) oder „fluidium letale“ (S.179) den alltäglichen Sprachgebrauch überschreiten. Ausserdem sollten dem Leser sowohl politische als auch gesellschaftliche Verhältnisse des 18. Jh.s bekannt sein. Ein wichtiges Ereignis ist die Französische Revolution, die Schicksale, wie die der Pflegemutter Madame Gaillard, bestimmen. All diese Aspekte führten dazu, dass „Das Parfum“ zu einem Welterfolg wurde. Das Buch wurde in über 30 Sprachen übersetzt und erreichte eine Gesamtauflage von nun mehr 6 Millionen Stück. Alles in einem ist der Roman auf sprachlicher sowie geschichtlicher Ebene überragend. Süskind gelang es Bildung und Unterhaltung in ein harmonisches Verhältnis zu bringen. Aus diesen Gründen ist „Das Parfum“ für bildungs- und unterhaltungshungrige Leser sehr zu empfehlen.

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4.1 / 5 Sternen (27 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 13. Klasse
  • Erstellt: 2006
  • Note: 1
  • Aktualisiert: 29.06.16

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  • :D schrieb am 23.03.2015:

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