Schulzeux.de > Deutsch

"Sommerhaus, später" Interpretation, Inhaltsangabe und Charakterisierung

Inhaltsverzeichnis

Im folg. wird Sonja (aus "Sommerhaus, später" von Judith Hermann)  genauer analysiert und interpretiert sowie erfolgt ebenfalls eine Inhaltsangabe und Zusammenfassung inkl. Charakterisierung der Personen!

In der Erzählung „Sonja“ aus dem Buch „Sommerhaus, später“ geschrieben in Frankfurt/Main im Jahr 1998 von Judith Hermann geht es um die Beziehung zwischen der jungen Frau Sonja und dem Erzähler. Diese Beziehung ist rein platonisch und doch intensiver als die Beziehung zwischen dem Erzähler und seiner Freundin Verena.
Ich glaube Judith Hermann möchte uns mit dieser Erzählung zeigen, wie leicht man das Schicksal mit Füßen treten kann und dass es dann keine zweite Chance gibt.
Die Handlung spielt im Berlin der heutigen Zeit und wird von einem personalen männlichen Ich erzählt. Und obwohl sich Sonja eindeutig dem Fremden Künstler nähert, bleibt sie gefühlsmäßig auf großer Distanz. Ihr Privatleben ist eigenartig steril, ihre Wohnung ist die einzig bewohnte in dem großen Mietshaus. Die Aura die von ihr ausgeht ist geheimnisvoll und durch die Weglassung von Gefühlen in der gesamten Erzählung kommen dem Leser die Beziehungen oberflächlich und geplant vor.

Der männliche Ich-Erzähler ist Künstler und er ist hin- und hergerissen zwischen zwei sehr gegensätzlichen Frauentypen. Er wird als jemand beschrieben, der stets von seltsamer Gelassenheit und Gleichgültigkeit ist. Typisch für ihn ist es, "kein bisschen aufgeregt" (S.60 Z.6) zu sein. Er ist ein Egoist und braucht viel Aufmerksamkeit. Von Verena kriegt er sie auf sexuelle Weise und von Sonja durch Zuhören und ihre Bewunderung für ihn. Ich denke jedoch, dass ihm das nicht reicht. Er möchte sich selbst durch die Frauen bestätigen, er möchte spüren, dass beide ihn lieben. Bei Verena weiß er es, doch Sonja lässt keinerlei Gefühle nach Außen durchdringen. Deswegen quält er sie auch so gerne mit der Tatsache, dass er eine Freundin hat, die zudem auch noch viel besser aussieht, als sie selber. Doch damit hat er bei ihr keinen Erfolg, dass gibt er offen zu: „Ich hatte eine fast größenwahnsinnige Lust, sie zu quälen, sie leidend zu machen. Sonja entzog sich.“ (S.64 Z.6ff.)
Mit Verena, mit der er schon vor Erzählbeginn eine Beziehung führt, verbindet ihn vor allem sexuelle Erfüllung. Sie lebt in Hamburg, er in Berlin. Sie sehen sich ab und zu. Verena ist schön, das schönste, was er jemals gesehen hat, mit rotem Kirschmund, schwarzen langen Haaren, verführerisch und sinnlich. Alles ist unkompliziert und unbeschwert mit ihr. Sie geht mit ihm ins Bett, wann immer er will. Sie reist viel herum und ruft gelegentlich an. Wenn sie bei ihm in Berlin ist, putzt sie seine Fenster, stellt überall Fliederbüsche auf, singt, lacht, redet die ganze Zeit. Er meint „es bald ernst mit ihr“ (S.61 Z.23). Doch wenn sie weg ist, hat er "Sehnsucht ohne Qual". Nachdem er sich am Telefon ihr gegenüber sehr einsilbig verhält, was für ihn ziemlich ungewöhnlich ist, beschließt Verena ihn für längere Zeit in Berlin zu besuchen. Sie hängt ihre Kleider in seinen Schrank und fängt an in einer Bar um die Ecke zu arbeiten. Wenn das Telefon klingelt nimmt sie ab. Der Erzähler sagt über die Zeit, die Verena bei ihm verbrachte: „Ich fühlte mich wohl, vielleicht glücklich, bestimmt sehr ruhig.“ (S.73 Z.26-S.74 Z.1). Über ihrer Abreise sagt er wunderbar lakonisch: "Sie hatte sich vergewissern wollen, dass ich sie liebte, diese Gewissheit hatte sie bekommen, also ging sie wieder" (S.76 Z.7ff.).

Ganz anders verhält es sich mit Sonja. Der Verlauf der Begegnung mit ihr wird vom ersten Blick bis zum letzten Moment geschildert.
Der erste Kontakt findet auf der Rückreise des Ich-Erzählers von Verena statt, im Zug von Hamburg nach Berlin, und wird sehr präzise geschildert. Der Ich Erzähler fühlt sich jedoch in keiner Weise von ihr sexuell angezogen „Sie war überhaupt nicht schön. Sie war in diesem aller ersten Moment alles andere als schön, wie sie dastand, in einer Jeans und einem weißen, zu kurzen Hemd, sie hatte schulterlanges, glattes, blondes Haar, und ihr Gesicht war so ungewohnt und altmodisch, wie eines dieser Madonnenbilder aus dem 15. Jahrhundert, ein schmales, fast spitzes Gesicht." (S.56 Z. 17-23). Sonja ist auch sonst in allem das absolute Gegenteil von Verena. Sex zum Beispiel findet sie nur zum Zwecke der Fortpflanzung sinnvoll (S.77 Z.24 ff.).
So konfrontiert der Text die Leser mit einer mehr als konventionellen Kontrastierung von Frauentypen: der Aufspaltung des weiblichen Geschlechts in die Sinnliche und in die Reine bzw. in die Hure und in die Heilige. "Sonja war biegsam" - so beginnt die Erzählung. Sonja ist "biegsam im Kopf". Dazu passt, dass sie ständig irgendwelche Bücher mit sich herumschleppt und Gedichte rezitiert. Aber "biegsam" heißt auch, dass sie dem Künstler durch ihre Art - sie spricht fast nie, schaut ihn nur an - jede mögliche Wunschvorstellung, jede Projektion erlaubt. Das betont sie selbst einmal. Sie ist gleichsam eine Olympia-Puppe der neunziger Jahre, eine Muse, in deren Augen der selbstverliebte Künstler Bestätigung findet, wann immer er sie sucht. Zumindest scheint es zunächst so.
Doch Sonja entzieht sich, wann immer es ihr passt. Sie erzählt nichts von sich, gibt dem Künstler Rätsel auf. Das lässt sie geheimnisvoll und damit auch erotisch erscheinen. Der Ich-Erzähler betont, die erste Begegnung zwischen ihnen sei "ohne Erotik" verlaufen, doch ist er danach "außer Atem" und empfindet ihren Rücken (den er beim Aussteigen auf dem Bahnsteig kurz erkennen kann) als eine einzige Aufforderung (S.57 Z.22 f.). Das ist nur ein Beispiel für den immer wiederkehrenden auffälligen Widerspruch zwischen seiner Wahrnehmung und seinem Handeln.

In "Sonja" werden stets Erwartungen geweckt, die enttäuscht und dann wieder neu aufgebaut werden, um schließlich unerfüllt zu bleiben. So erzeugt auch der stete Wechsel von Nähe und Distanz zwischen den Protagonisten einen permanenten Moment der Verzögerung, eine Spannung, die mit dem Textverlauf zunehmend intensiviert wird. Insgesamt ist die Erzählung "Sonja" eine Geschichte über das Warten. Sonjas erster Satz lautet: "Soll ich warten" (S.57 Z.26). Es ist eher eine Aussage als eine Frage. Er sagt: "ja". Seine Antwort zeigt auch das eigene Warten auf Veränderung, auf einen tiefgreifenden Eingriff im Leben (S.74 Z.6-10). Und auch die Leser warten. Sie warten die ganze Geschichte über darauf, dass 'es' endlich passiert. Die einzige, die niemals wartet, ist Verena.

Missverständnisse und Verunsicherungen rütteln am Nervenkostüm der beiden anderen. Sonja erscheint dem Protagonisten etwa in ihrem Wunsch, ihn 'haben' zu wollen, anmaßend. Doch eigentlich lässt er ihre Aufdringlichkeit gerne zu. Sie ist ihm dabei jedoch unheimlich von Anfang an: „Sie starrte auf meinen Mund, ich war nicht sicher, ob sie überhaupt zugehört hatte, aber plötzlich wusste ich, dass sie beschlossen hatte, mich haben zu wollen. Sie musste mich schon vorher gesehen haben, vielleicht in Hamburg, vielleicht in Berlin. Sie kannte mich, bevor ich sie das erste Mal wahrgenommen hatte, und als ich mich neben sie stellte, um eine Zigarette zu rauchen, zog sie die Schultern nach vorn, weil sie begonnen hatte zu handeln. Sie hatte diese Situation geplant, sie hatte gewusst, was kommen würde, und jetzt wurde sie mir unheimlich. Ich zog meinen Rucksack auf die Schulter, sagte: ’Ich muss aussteigen.’ Sie holte mit unglaublicher Schnelligkeit einen Stift aus ihrer Hutschachtel, schrieb etwas auf einen Zettel und drückte ihn mir in die Hand- »Du kannst mich anrufen.’ “ (S.58 Z.16-S.59 Z.5)
Er hat Angst vor ihrer Direktheit. Trotzdem entdeckt man immer wieder Verliebtheitssignale in seinem Verhalten. Oder was bedeutet es sonst, wenn er auf dem Weg zum ersten Rendezvous immer wieder leise ihren Namen vor sich hinsagt: "Sonja, Sonja" (S.59 Z.20).
Alle Erotik-Signale - wie etwa die Verabredung für den Abend im Cafe an einem Ufer, in einer lauen Sommernacht im Mai - werden vom Text wieder dementiert. Zunächst recht eindeutige Bemerkungen wie "danach sah ich Sonja fast jede Nacht" (S.67 Z.1) oder auf eine häusliche Idylle deutende Aussagen wie "Ich kochte für uns, wir tranken eine Flasche Wein miteinander, ich räumte das Atelier auf" (S.67 Z.9ff.) versetzt den Leser dann irgendwann in die Gewissheit, dass 'es' längst passiert ist. Doch werden sie kurz darauf eines besseren belehrt, denn der Künstler stellt fest, er habe Sonja gegenüber die "Distanz eines Schullehrers" (S.69 Z.3) und beobachte sie mit wissenschaftlichem Interesse. Diese Art der Andeutungen werden gleich zu Beginn der Erzählung in die Geschichte eingebaut. Der Protagonist spricht zunächst nur gut von Sonja. „Sie konnte eine Unbekannte sein, eine kleine Muse, jene Frau, der man auf der Straße begegnet und an die man sich noch Jahre später mit dem Gefühl eines ungeheuren Versäumnisses erinnert. […] Sie konnte herrlich sein und schön […] “ (S.55 Z. 5-10). Am Ende dieser Charakterisierung macht er diese Komplimente allerdings wieder zunichte indem er sagt: „Ich glaube, sie war so biegsam, weil sie eigentlich nichts war.“ (S.55 Z.11f.). Diese Aussage lässt den Leser ein gewisses Mitleid mit Sonja verspüren.
Die erste und die einzige körperliche Annäherung ist zugleich der erotische Höhepunkt: "In dieser Nacht schlief sie das erste Mal bei mir. Ich hatte sie noch nie geküsst, ich hatte sie noch nie berührt, wir gingen nachts Arm in Arm durch die Straßen, und dabei blieb es. Sie zog sich eines meiner Hemden an, während ich im Bad war, als ich ins Zimmer zurückkam, hockte sie schon in meinem Bett und klapperte mit den Zähnen. Es war unglaublich kalt, ich legte mich zu ihr, wir lagen Rücken an Rücken, einzig die kalten Sohlen unserer Füße berührten sich wirklich. Sonja sagte: 'Gute Nacht', ihre Stimme war weich und klein, ich fühlte mich fürsorglich, und auf eine unwirkliche Art gerührt. Ich war überhaupt nicht erregt, nichts hätte mir ferner gelegen, als jetzt mit ihr zu schlafen, dennoch war ich beleidigt, als ich an ihren ruhigen und gleichmäßigen Atemzügen bemerkte, dass sie schon eingeschlafen war. Ich lag noch lange wach, es wurde warm unter der Bettdecke, ich rieb meine Füße ganz sacht an ihren. Ich weiß noch, dass es wie inzestuös gewesen wäre, mit ihr zu schlafen, ihre Brüste zu berühren, ich fragte mich, wie es sein würde, Sonja zu küssen, dann schlief ich ein." (S.71 Z.14-S.72 Z.6)

Die Erzählung wird sehr sachlich berichtet. Man könnte eher von einem Projekt sprechen, als von einer wirklichen Lebenssituation, die einem erzählt wird. Das liegt wahrscheinlich daran, dass keine Gefühle beschrieben werden. Die Hauptthesen werden in den Raum gestellt und kein bisschen erläutert. So sagt er zum Beispiel, dass er Sonja sofort vergaß (S.61 Z. 11), aber was dafür der Grund sein könnte erfährt man nicht. Der Erzähler denkt auch selten darüber nach, wie sich vielleicht sein Gegenüber fühlen könnte. Er denkt sowieso sehr selten. Wenn er denkt, dann nur über sich. Das bestätigt den Leser unbewusst in der Vermutung, dass der Erzähler sehr egoistisch und selbstverliebt ist.
Der Fakt, dass in der gesamten Erzählung nicht ein einziges Mal das Wort ’Liebe’ fällt, obwohl es sich doch um eine Erzählung über die Liebe und ihre seltsamen Wege dreht, macht den Leser ein bisschen nachdenklich. Ist man selber etwa genauso wie der Protagonist und kümmert sich nicht um seine Mitmenschen? Das einzige was zählt ist man selber? Selbst gegenüber Verena erwähnt er nicht die Liebe. Er sagt zwar, dass er sich ein gemeinsames Leben mit ihr vorstellen könnte, aber dass er sie liebt und nicht mehr ohne sie leben könnte, sagt er nicht.

Die Erzählung beginnt mit einem Versuch der Charakterisierung Sonjas. Daraufhin wird von der ersten Begegnung zwischen Sonja und dem Ich-Erzähler berichtet, die von einer kurzen Rückblende (dem Besuch bei Verena) unterbrochen wird. Danach verläuft die Erzählung der Reihe nach. Es gibt keine Rückblenden mehr und auch keine Vorausdeutungen, wie die ganze Geschichte vielleicht enden könnte.

Die Tatsache, dass der Titel der Erzählung „Sonja“ lautet und die Erzählung mit einer Charakterisierung anfängt, lässt einen zunächst vermuten, dass sich der Erzähler in Sonja verliebt hat. Die Tatsache, dass die Charakterisierung jedoch in der Vergangenheit geschrieben ist, gibt einem das Gefühl, dass Sonja gestorben ist oder auf eine andere Weise aus seinem Leben verschwunden ist. Im Laufe der Geschichte merkt man jedoch, dass sich der Protagonist viel mehr zu Verena als zu Sonja hingezogen fühlt.

Erst am Ende hat man das Gefühl, dass es sich vielleicht doch um ein Happy End handeln könnte. So heißt es schließlich nach einem längeren Aufenthalts Verenas: "Dieser Sommer war Sonjas Sommer" (S.76 Z.12).
Gemeinsam rudern und schwimmen sie in allen umliegenden Seen. Sonja bekommt rote Wangen, sie verbringen glückliche Nächte. Und obwohl er zu verstehen gibt: "Wir schliefen nicht miteinander, wir küssten uns nicht, wir berührten uns kaum, eigentlich nie", sinniert er doch immerhin: "Dein Bett ist ein Schiff." (S.77 Z.4). Sonja erpresst dann irgendwann ein Heiratsversprechen - und reist für einen Monat weg. In Panik fährt er, kurz vor ihrer Rückkehr, nach Hamburg zu Verena und macht der Überraschten einen "atemlosen" Heiratsantrag, den sie annimmt. Als er Sonja gesteht, dass er Verena im März heiraten will, schmeißt sie ihn raus. Während er jedoch wollte, dass sie die Fassung verliert, tat sie dies ohne jeglichen Gefühlsausbruch – keine Tränen, keine Wut, keine erstickte Stimme (S.81 Z.19ff.). Der Protagonist verlässt die Wohnung, schreibt Sonja allerdings Briefe und ruft sie dreimal in der Woche an – ohne eine Rückmeldung seitens Sonjas. Er denkt, dass sie nur das begonnene Katz-und-Maus-Spiel fortsetzen will, als er jedoch zu ihrer Wohnung fährt, muss er feststellen, dass sie leer steht. Die Erzählung endet mit dem Satz: „Ich drückte auf die Klingel; es blieb still. Ich spähte durch das Schlüsselloch in den langen, weiß-gestrichenen, leeren Flur ihrer Wohnung hinein und wusste, dass sie fort war.“

Selbst bei dieser erschreckenden Feststellung werden keinerlei Gefühle beschrieben. Dem Leser wird es somit überlassen, die Beziehungen zwischen dem Protagonisten und den beiden Frauen zu definieren und zu entscheiden, ob die Wahl des Ich-Erzählers Verena zu heiraten die richtige war. Auf jeden Fall wird dem Leser und dem Protagonisten am Ende klar, dass man nicht alles haben kann und dass Frauen, wie Sonja nicht alles mit sich machen lassen. Als sie merkt, dass ihre Chance den Mann zu heiraten vorbei ist, möchte sie nichts mehr mit ihm zu tun haben und dem Eheglück nicht im Weg stehen. Eine sehr vernünftige Entscheidung und andererseits wieder gefühllos. Wenn der Mann ihrer Träume eine andere heiraten möchte, versucht man dann nicht um ihn zu kämpfen?
Vielleicht ist es aber auch wieder nur eine Strategie, um das Spiel fortzusetzen. Weiß man denn, ob der Protagonist nicht versucht herauszufinden, wo Sonja ist, um sie dann doch noch zu heiraten, oder ob Sonja kurz vor März wiederkommt? Es ist schwierig sich den weiteren Verlauf der Erzählung vorzustellen. Schließlich hat die Hauptfigur in manchen anderen Situationen entgegen seinem Kopf gehandelt. So sagt er zum Beispiel zu Sonja „Ich war mit meinem Vater fischen“ (S.58 Z.15) als sie sich das erste Mal begegnen. Warum er ihr nicht erzählt hat, dass er bei seiner Freundin Verena war, weiß er selber nicht.

Nach genauerem Studieren der Erzählung bin ich [siehe zur ICH-Nennung im Aufsatz auch hier] zu dem Entschluss gekommen, dass ich meine Verstehenshypothese zu Beginn im Großen und Ganzen bestätigen kann. Ich möchte jedoch eine kleine Ergänzung liefern. Ich denke nämlich, dass es bei „Sonja“ nicht nur um eine verpasste Chance geht, sondern auch um eine übertriebene Einteilung unserer Beziehungswelt in gewisse Typen und deren typische Handlungsweise. So soll der Ich-Erzähler zum Beispiel den egoistischen und gefühlskalten Menschen darstellen, der zwar Beziehungen hat, dem es aber nicht sehr viel ausmacht, wenn eine zu Ende ist. Dann kommt halt die nächste! Er hat keine Lust, sich die ganze Zeit um seine Freundin zu kümmern. Dafür hat er schon viel zu viel mit sich selbst zu tun. Verena soll den immer fröhlichen und unkomplizierten Menschen darstellen. Sie liebt den Protagonisten zwar, braucht allerdings ihre Freiheit und möchte ihren Freundeskreis nicht aufgeben. Eine Beziehung, wo der Sex nicht funktioniert, würde bei ihr auch sonst nicht funktionieren. Sonja dagegen symbolisiert den Menschen, der tiefsinnige Gespräche bevorzugt und der sich erst öffnet, wenn er sicher ist, dass die andere Person ihn nicht mehr verletzten kann oder will. Außerdem ist sie der Typ Mensch, der sich nicht unnötig aufdrängt. Denn als sie merkt, dass der Erzähler lieber Verena heiraten will als sie, verschwindet sie ohne neue Adresse und macht zieht somit einen Schlussstrich hinter die ganze Geschichte.

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

4.2 / 5 Sternen (13 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2005
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 18.08.16

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 8 / 2? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:
  • Tim schrieb am 14.12.2014:

    Der Titel besagt, dass "Sommerhaus, Später" Interpretiert wird, in dem Text geht es jedoch jeglich um die Erzählung "Sonja"

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+