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"Sozusagen in der Fremde" Gedichtinterpretation

Inhaltsverzeichnis

Folgend das Gedicht "Sozusagen in der Fremde" von Erich Kästner interpretiert wie analysiert mit folglich auch Nennung der Stilmittel - eine Inhaltsangabe ergibt ganz von selbst!

Einleitung der Gedichtinterpretation

In dem Gedicht "Sozusagen in der Fremde" von Erich Kästner geht es um einen Mann, der in Berlin in einem Café sitzt und die Leute beobachtet. Er fühlt sich einsam und auf Grund dieser Einsamkeit trifft er eine Entscheidung, die sein Leben ändert. Während des ganzen Gedichts beobachtet dieser Mann seine Umgebung und ist unglücklich über die Situation. Kästner beschreibt wie sich der Mann seiner Umgebung immer deutlicher wird und er schließlich am Sinn des Lebens zweifelt. An diesem Punkt aber, rafft er sich auf und schafft es durch plötzliche Aktivität seine Isolation zu beenden. Kästner zeigt hier einen indirekten Konflikt zwischen dem Mann und seiner Umgebung, er nimmt nicht am Leben seiner Mitmenschen teil, fühlt sich einsam und isoliert.
Kästner behandelt in diesem Gedicht, vermutlich ein gesellschafts-kritisches oder politisches Gedicht, ähnlich wie in seinem Roman Fabian. Die Geschichte eines Moralisten, ein weitverbreitetes Problem unsere Gesellschaft: Die Einsamkeit des Einzelnen.

Hauptteil Analyse & Interpretation "Sozusagen in der Fremde" (Erich Kästner)

Das Gedicht ist in fünf Strophen mit jeweils fünf Zeilen eingeteilt. Kästner verwendet in allen Strophen dasselbe Reimschema. Jeweils die erste, zweite, dritte und fünfte Zeile bilden einen Kreuzreim, die vierte Zeile dagegen ist immer ein Waise: abacb. Dabei deutet die Wortfolge darauf hin, dass die letzte Silbe jeder Zeile betont ist, männliche Kadenz. Das Metrum besteht aus abwechselnd betonten und unbetonten Silben, vermutlich ein Trochäus.
Kästners Gedicht scheint auf den ersten Blick eher sachlich und distanziert, doch die Adjektive lassen teilweise eine bildhafte, fast ironische Darstellung zu und so kann man sich die Umgebung in dem Café recht gut vorstellen. Er verwendet einige statische Verben, die häufig wiederholt werden und ebenso mehrere Prädikate mit dem Hilfsverb "war". Kästner benutzt viele Gegensätze und benutzt dazu Adjektive, die die Thematik, die Einsamkeit, noch verdeutlichen. So macht Kästner offensichtlich, dass der Mann nur ein kleiner Teil von etwas Großem ist. Kästner schreibt bis auf die letzte Zeile im Präteritum, wobei er keine komplexen Satzstrukturen bildete, sondern kurze Aussagesätze bildet, meist nur sehr einfache Strukturen bestehend aus Subjekt und Prädikat, und diese mit "und" verbindet. Er verwendet einmal einen Fragesatz in der vierten Strophe, vermutlich um einen Wandel anzudeuten.
Schon der Titel "Sozusagen in der Fremde" lässt schon mal vorweg eine oberflächliche Deutung zu, so ist zu vermuten, dass mit der Fremde nicht ein ort gemeint ist, sondern die Gesellschaft. Wahrscheinlich ist nicht die Stadt Berlin ihm fremd sondern nur die Menschen. Sozusagen bedeutet auch gewissermaßen, es ist ein Begriff, der nicht exakt eine Situation beschreibt. Kästner verwendet kein Lyrisches Ich sondern einen Er-Erzähler. Er beschreibt das Handeln des Mannes, kennt auch einige Gefühle wie etwa Trauer und Einsamkeit, wies aber nichts konkretes über seine Gedanken.

Inhaltlich teilt er das Gedicht in mehrer Stationen, so wird in der ersten Strophe die Situation dargestellt, ein Zoom von der großen Stadt an seinen kleinen Tisch. Die ersten beiden Zeilen stellen ihn als sehr unwichtig war und die nächsten beiden verdeutlich und verstärken diesen Eindruck. Er ist nur ein kleiner Teil des Ganzen und auch ohne wird das Leben unverändert weiter gehen. In der zweiten und dritten Strophe verdeutlich er die Isolation des Mannes, der sich erst langsam seiner Einsamkeit bewusst wird. Obwohl viele Menschen in seiner Umgebung sind, bleibt er einsam und ohne Freunde. Um diese Situation zu ändern muss der Mann nicht viel machen, doch er wird sich erst nach und nach seiner Abgeschlossenheit bewusst. Der Spiegel scheint die Kluft zwischen ihm und seinen Mitmenschen zu vertiefen, es ist eine Spiegelung, nicht Wirklichkeit. Wenn er mit dem Spiegel reden würde, würde er keine Antwort bekommen - das Spiegelbild, das die fröhlichen Leute zeigt, scheint ihm wie ein Trugbild. In Zeile fünf der zweiten Strophe lassen sich dann erste Zeichen der Resignation erkennen. Er findet sich mit seiner Situation ab, versucht nicht sie zu ändern. In der dritten Strophe erscheint dann der Gegensatz blass vor lauter Licht. Etwas das Licht aussendet ist eigentlich immer ein positives Symbol, doch das Leben des Mannes ist "blass" und einsam. Er nimmt nicht an diesem lichten, fröhlichen Leben der anderen teil. Durch seine soziale Einsamkeit arbeiten seine anderen Sinne fast übertrieben. So nimmt er noch auch einige Meter Entfernung den Geruch von Parfüm und Gebäck war und seinen Augen nehmen das Licht noch überdeutlich war. Er schaut sich um und versucht vielleicht die Leute auf sich aufmerksam zu machen, indem er in die einzelnen Gesichter schaut. Vermutlich bekommt er keine Reaktion auf sein "ernstes", unfreundliches Gesicht und ist deswegen deprimiert. Dann in der vierten Strophe, der Mann ist verzweifelt, will nicht mehr leben, gibt es einen Wendepunkt. Zunächst geht es wieder um ihn, er streicht das weiße Tischtuch glatt deutet auf etwas endgültiges hin. Es scheint so, als wolle er gleich Aufstehen und gehen, wirft noch mal einen Blick in sein Glas. In der dritten Zeile wird seine Verzweifelung deutlich, er zweifelt am Sinn des Lebens, am Sinn seines Lebens, dass er einsam in der Großstadt verbringt. Der Mann ergreift schließlich in der fünften Strophe die Initiative und gibt damit seine bisherige Lebensweise auf. Er steht auf, rappelt sich auf von sitzender in stehender Haltung genauso wie er seinen Lebenswille wieder aufrichtet. Er entfernt sich von seinem kleinen Tisch, von seiner "Isolationsinsel" in der großen Stadt Berlin und beendet selbstständig seine Initiative indem er anfängt die anderen zu grüßen.

Schlussteil und Zusammenfassung

Kästner zeigt in seinem Gedicht "Sozusagen in der Fremde" die Einsamkeit des Einzelnen. Auch wenn man sich in Gesellschaft vieler Menschen befindet, kann man einsam sein. Aber er zeigt auch, dass man sich nicht mit seinem Schicksal abfinden und Trübsal blasen soll, sondern verdeutlich, dass man selber den ersten Schritt tun muss. Indem er die Leute grüßt, signalisiert er ihnen Interesse. Ich bin der Meinung, dass Kästner genau dass aussagen will, dass jeder für sein Schicksal zum Teil selber verantwortlich ist. Wenn man sein Gedicht auf heute beziehen würde, kann man sagen, dass er immer noch recht hat. Unsere Gesellschaft ist oberflächlich geworden, hektisch und die wenigsten kümmern sich um andere. Dadurch fühlen sie viele einsam, auch wenn sie sich in Gesellschaft befinden. Aber indem man den ersten Schritt tut und sich für andere Personen interessiert kann man die eigene Situation ändern.

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4.3 / 5 Sternen (31 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2001
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 05.08.16

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  • Skye schrieb am 21.10.2011:

    Das Metrum ist doch Jambus, oder?
    Und das Reimschema abaab?
    Ja, "Tisch" und "Plüsch" reimt sich nicht vollständig, ist aber angenähert und in den restlichen Strophen (zB "schien" "ihn") kann man einen Reim wohl kaum verleugnen

  • Mamaluigi schrieb am 04.12.2010:

    gut

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