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Szenenanalyse Aufbau (Dramenanalyse)

Inhaltsverzeichnis

Die Szenenanalyse, auch Dramenanalyse genannt, umfasst eine  tiefgründige Erfassung eines Dramas bzw. einer Szene aus dem Drama. Hierbei wird zum Beispiel eine komplette Szene („Auftritt“) aus einem Drama auf Textpapier kopiert und dem Schüler als Klausur vorgelegt. Im Prinzip ist die Dramenszenenanalyse aber nichts anderes als eine spezifische Textanalyse, bei der immer nach ähnlichem Prinzip vorzugehen ist.

Wie schreibe ich eine Szenenanalyse?

In der Dramenanalyse müssen wir auch wieder vom Großen und Ganzen hin zum Kleinen und Speziellen kommen – wir sehen zuerst mit dem Auge, ehe wir die Lupe ansetzen können. Zunächst wird daher die Szene in das Gesamtwerk eingeordnet, dann die Charaktere und deren Dialoge behandelt und schließlich ins Detail geschaut, um Stilmittel und Regieanweisungen zu deuten. Der genaue Aufbau einer Szenenanalyse ist unten zu finden.

Oftmals steht in der Aufgabenstellung zur Dramenanalyse ein expliziter Hinweis zur Interpretation, etwa die Bedeutung eines bestimmten Charakters herauszuheben oder die Ortsbeschreibung genauer zu analysieren. Solche Vorgaben werden dann ganz einfach in den „normalen“ Dramenanalyse Aufbau eingebaut an geeigneten Stellen.

Geheimtipp Szenenanalyse

Selbstverständlich müssen auch an relevanten Stellen Epochen-Merkmale oder andere Dinge, die DEIN Lehrer für wichtig erachtet (genau hinhören und solches mitschreiben), festgestellt werden. Die Szenenanalyse behandelt meistens das Werk beziehungsweise Drama, welches man im Unterricht behandelt hat. Die meisten Deutungen, Interpretationen und Struktur-Analysen dieser Dramenszenen unterscheiden sich nicht viel und können allgemein verwendet werden, weshalb man die im Deutschunterricht ständig ausgearbeiteten und vom Lehrer vorgetragenen Stilmittel und sonstigen Merkmale mitschreibt und vor der Klausur auswendig lernt – das sind  nur maximal 20 Fakten.

Bevor es mit dem Aufbau einer Szeneninterpretation losgeht, ist unbedingt zu erwähnen, dass die Drameninterpretation meistens nur eine Teilleistung ist und ihr in der Regel eine Einleitung und vor allem Inhaltsangabe vorausgehen. Daher den Lehrer vor der Klausur fragen, inwiefern er eine Inhaltsangabe und den generellen Aufbau der Dramenanalyse wünscht – am besten ist, er teilt euch eine klare Gliederung und ein Beispiel einer Szenenanalyse als Handout aus.  Verlangt zur Not danach!

Szenenanalyse Aufbau

Jede Dramenanalyse und Szeneninterpretation ist gleich aufgebaut: Wir haben zuerst einen Einleitungssatz mit gegebenenfalls einer These, dann eine Inhaltsangabe und anschließend erfolgt die eigentliche Szenenanalyse und Drameninterpretation. Bevor wir allerdings irgendeinen Stift ansetzen: den Text aufmerksam durchlesen, mehrmals am Besten und gleichzeitig viele Notizen und eine erste grobe Gliederung anfertigen, an der man sich immer wieder orientieren kann und den roten Faden so nie verliert. Markante Textstellen des Dramas werden mit einem Textmarker farbig markiert – siehe hierzu auch den Artikel zum Analyse Aufbau.

1. Einleitung der Szenenanalyse

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck – daher muss der Einleitungssatz stets „perfekt“ sein, das heißt er enthält einfach alle wichtigen Merkmale zur Szenenanalyse. Diese sind:

  • Aus welchem Werk ist Szene entnommen und wo ist sie dort einzuordnen?
  • Welcher Autor schrieb das Drama?
  • In welchem Jahr  und Epoche erschien das Drama bzw. unter welchen Umständen wurde es geschrieben?
  • Was passiert in der gegebenen Szene, wer macht was wann wo und warum? (ganz wichtig)

Demzufolge könnte der Einleitungssatz des Werkes Emilia Galotti“ (von Lessing) lauten:

Die Szene entstammt dem 4. Auftritt des 3. Aufzugs aus dem Drama „Emilia Galotti“, das im Zuge der Aufklärung von Gotthold Ephraim Lessing verfasst und 1772 in Braunschweig uraufgeführt wurde und handelt vom Protagonisten Marinelli, der dem Grafen Appiani in dessen Anwesen ermorden möchte.

Das war es im Grunde schon. Aber Vorsicht, das genannte Beispiel als Einleitungssatz einer Dramenanalyse ist inhaltlich ausgedacht und nicht korrekt, es soll nur das Prinzip verdeutlichen! Im Leistungskurs kann man noch eine ausführlichere Hinführung zur Szenenanalyse schreiben, die mehr auf die Epochen und die Entstehungsumstände des bürgerlichen Trauerspiels eingeht. Solch ein Musterbeispiel findet sich hier: Nathan der Weise (Einleitung)

Nach dem Einleitungssatz folgt immer eine Inhaltsangabe, es sei denn, es wird vom Lehrer eine These verlangt. Diese These würde nach dem Einleitungssatz und vor der Inhaltsangabe als Staz formuliert stehen.

2. Inhaltsangabe der Szene

Es folgt in der Regel nun die Inhaltsangabe der Szene, bevor die eigentliche Analyse und Szeneninterpretation unter Drittens folgt. Bei jeder Inhaltsangabe müssen wir hauptsächlich die 5 Kernfragen

  • Wer?
  • Was?
  • Wo?
  • Wann?
  • Warum?

beantworten, wobei die Inhaltsangabe keine Details und Wertungen enthält, immer im Präsens zu schreiben ist und nie Zitate direkt oder indirekt übernimmt, sondern in EIGENEN Worten zu verfassen ist. Siehe auch hier unseren Aufbau und Anleitung zum Schreiben einer Inhaltsangabe mit einem Beispiel.

3. Szenenanalyse

Wie bei jeder Analyse und Interpretation heißt auch bei Dramenanalysen die oberste Regel:
vom Großen hin zum Kleinen, vom Allgemeinen ins Spezielle (erst Auge, dann Lupe)

  • Vorgehensweise daher immer:
  1. Textstelle erfassen und korrekt zitieren ( Vgl. Z. )
  2. Textstelle analysieren (um welches stilistische Mittel handelt es sich?)
  3. Textstelle interpretieren (wie ist dies zu bewerten / zu deuten, welche Wirkung hat es auf den Leser?)

3.1 Allgemeine Szenenanalyse

Hier stellen wir erst einmal die grundlegenden Aspekte und Eigenschaften der Roman- oder Dramen-Szene fest:

  • Einordnung der Szene ins Gesamtwerk (was geschah vorher?)
  • Erzählweise und Erzählperspektive
  • --> wichtig: im typischen Drama haben wir natürlich keinen Erzähler, im Roman dagegen schon!
  • Zeitgestaltung (wie gestaltet der Autor die gefühlte Zeit, gibt es Zeitsprünge?)
  • Raumgestaltung (beschreibt der Dichter die Szene extraorbitant ausschmückend, karg, kann man sich ein Bild der Dramenszenerie machen?)
  • Epochenmerkmale und stilistische Merkmale einbidnden wenn möglich (oft allgemeine Zusammenhänge der Epoche oder FAkten, nicht mehr als 5 sind zu wissen)
 3.2 Charakterisierungen
  • Welchen Eindruck vermitteln die beteiligten Charaktere?
  • Figurengestaltung (Aussehen, ..)
  • Personenbeschreibungen (Charaktermerkmale nennen)
  • Beziehungen untereinander erläutern (wie stehen sie zueinander in welchem Verhältnis?)
  • Kommunikation miteinander -> wie läuft sie unter den Protagonisten ab?
  • Gesprächsanteile, Redeanteile abwägen (wer quaselt am meisten?)
  • Wer dominiert, wer ist der eigentliche Gewinner?

3.3 Sprache und Stilmittel (rhetorische Mittel)

  • Allgemein verständliche, an spezielle Zielgruppen gerichtete oder Fachsprache?
  • Dialogform, Dialog- und Kommunikationsanalyse
  • Stilistisch-phantastische Elemente
  • Auffällige Stilmittel nennen und Wirkung beschreiben
  • Schlüsselwörter (die immer wieder vorkommen)
  • Regieanweisungen einbeziehen
  • alle sonstigen relevanten Details gehören in den Szenenanalyse Aufbau

4. Zusammenfassung und Fazit

  • ganz wichtig: jede Szenenanalyse muss am Ende vollständig sein, daher bei Zeitdruck unbedingt den Schluss schreiben sonst gibt’s rapiden Notenabzug
  • die Erkenntnisse der oben geführten Analyse und Interpretation  der Dramenszene werden hier zusammenfassend dargestellt
  • falls vorhanden, Anfangsthese endgültig bewerten
  • ein Fazit wird also gezogen, ganz wichtig
  • welche Bedeutung hat diese Szene fürs Gesamtwerk?
  • Was geschieht hinterher (kurzer Ausblick)?
  • evtl. als letzten Absatz die eigene Meinung zum Text niederschreiben (hier Lehrer nach OK fragen)

Ein fertig formuliertes Beispiel für eine solche Analyse haben wir hier: Beispiel einer Textanalyse

Denn eines muss Dir klar werden: im Prinzip ist jede Analyse und Interpretation immer gleich aufgebaut (Einleitung, Hauptteil und Schluss) und dein individueller Ausdruck des Denkens, sodass alle Bewertungen und Deutungen nur logisch begründet werden müssen. Solange die Szenenanalyse plausibel klingt und logisch aufgebaut ist, ist der Lehrer zufrieden.

Liste der Szenenanalysen

Einige unserer beliebten Dramenanalysen haben wir folgend gelistet:

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4.5 / 5 Sternen (118 Bewertungen)
  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2011
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 15.01.16

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  • Gerhard schrieb am 14.09.2015:

    Im Einleitungssatz zum Werk „Emilia Galotti“ (von Lessing) müsste es doch lauten:

    "... und handelt vom Protagonisten Marinelli, der den Grafen Appiani in dessen Anwesen ermorden möchte."
    und nicht "... dem Grafen ... ermorden möchte." Der Graf sagt: "Er will MICH ermorden." (4. Fall) und nicht "Er will MIR ermorden." (was 3. Fall wäre)

  • lauraaaaaaaaaa schrieb am 16.04.2015:

    sehr hilfreich für meine wichtigste klasur,bestimmt ob ich versetzt werde ;) haha echt gut beschrieben und gut zu verstehen ! danke das es diese seite gibt

  • FalconxXxLover schrieb am 11.11.2014:

    Sehr hilfreich! War die letzten Tage krank, hab also keinen Deusch Unterricht mitbekommen. Diese Seite ist cool!

  • Hehe schrieb am 12.10.2014:

    Deutsch Klausur locker 15 Punkte :)

  • the boss schrieb am 23.06.2014:

    geile Seite

  • Bigman schrieb am 09.06.2014:

    Echt geil die Seite!!!

  • sohoib schrieb am 31.05.2014:

    viel zu viel text

  • vvovia schrieb am 19.04.2014:

    Wie lautet denn die Gliederung zu so einer Dramenanalyse? Vielen Dank für die Zusammenfassung!

  • NoEx. schrieb am 31.03.2014:

    Hallo,
    ich muss bald eine Szenenanalyse schreiben.
    Ich soll in den Aufsatz schreiben was vor und was nach der zu analysierenden Szene passiert. Jedoch weis ich nicht, an welcher Stelle ich dies einbringen soll und wie ich das formulieren soll.

    ANTWORT SCHULZEUX:
    Dazu am besten Deinen Lehrer fragen! Es würde sich aber bspw. anbieten, am Anfang nach der Einleitung und noch VOR der Inhaltsangabe zu schreiben, was vorher passierte. DANN könnte man im Schlussteil als Ausblick schreiben, was danach passiert...

  • lool schrieb am 09.03.2014:

    Wow ... sehr gut erklärt . Danke . Vielleicht wird die Arbeit am Dienstag doch noch gut :-) Sehr gut zusammengefasst !

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