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Interpretationsaufsatz Aufbau & Beispiel (ausführlich!)

Inhaltsverzeichnis

„Zu nächster Stunde schreibt ihr bitte eine Textinterpretation über die ausgeteilte Kurzgeschichte!“, ist ein typischer Satz eines Deutschlehrers, der gerade Hausaufgaben an seine Schüler verteilt. Dabei wissen die oftmals überhaupt nicht, was der Lehrer da von ihnen verlangt. Oft setzt nämlich ein Deutschlehrer voraus, dass sein Vorgänger der Klasse das Schreiben von Interpretationsaufsätzen anhand eines Beispieltexts beigebracht hätte, dass jeder Schüler schon wisse, wie er sie vom Aufbau her grundsätzlich niederzuschreiben hat.

Da es dann oft einige wenige „Streber“ gibt, die das dennoch beherrschen, wird der Lehrer in seiner Überzeugung bestätigt und Schüler, die solche Aufsätze nicht in der Lage sind zu schreiben, trauen sich dann nicht, genauer nachzufragen. Deshalb soll hiermit aufgezeigt werden, wie Du eine Beispielanalyse vom Aufbau her zu schreiben hast, was alles in diese Textanalyse reingehört und viele Detailangaben mehr. Zudem ist unten ein komplett fertig geschriebener Interpretationsaufsatz als Anwendungsbeispiel zu finden.Wer weniger Zeit mitbringt, sollte sich diese Anleitung "Analyse Aufbau" zu Gemüte führen.

Die Begriffe „Textinterpretation“ & „Textanalyse“

Im Prinzip und ganz genau genommen, handelt es sich bei den Begrifflichkeiten „Textinterpretation“ und auch „Textanalyse“ um zwei verschiedene Arten der Texterfassung. Denn der Begriff Textinterpretation impliziert erst einmal das bloße Interpretieren, also das bewerten eines Textes, während die Textanalyse lediglich das Feststellen von verschiedenen Elementen und Auffälligkeiten im Text darstellt (Stilmittel erkennen, aber nicht deuten! Das Deuten wäre wieder interpretativ). Meistens geht beides ineinander über und koaliert zusammen, wobei jedwede Textanalyse immer der Textinterpretation vorausgeht – denn zuerst müssen wir etwas feststellen (analysieren), um es anschließend überhaupt bewerten (interpretieren) zu können. Wie gleich hervorgehen wird, meint aber dieser Text ebenso wie die meisten Lehrer und Prüfungstexte mit beiden Begriffen ungefähr dasselbe:

also: Textanalyse = Textinterpretation (meistens) !

Denn bereits der Volksmund bezeichnet im Allgemeinen mit Textinterpretationen sowie einer Textanalyse die gleiche Sache: das tiefe Erfassen/ Erkennen (Analyse) und Bewerten/ Deuten (Interpretation) eines vorgegebenen Textes als logisch gegliederter Aufsatz (meisten die beliebte Deutsch-Klausur). Also: der Lehrer meint mit dem Einen oft auch das Andere und will beide Elemente (analyse und interpretation) in einem Aufsatz sehen! Fragt aber lieber nochmalg enauer nach, auch während der Klausur, ob er nicht beide Elemnte sehen will wenn die Aufgabenstellung unklar formuliert erscheint.Das einzige, wo NUR eine Analyse vorgenommen werden MUSS, ist die Sachtextanalyse.

Dieser Aufbau, diese Gliederung des Aufsatzes grundsätzlich zu beherrschen, ist wohl der Grund, was Dich hierher führt. Und im Prinzip ist das ganz leicht: es gibt ein grobes Grundgerüst für den Aufbau der Textinterpretation und die Gliederung der Textanalyse, an dem sich jeder Aufsatz über jedes Thema orientieren kann. Das heißt, dieser Aufbau ist auch für Kurzgeschichten Interpretationen, Gedichtanalysen und teilweise auch Erörterungen sowie vielem mehr geeignet.

Hat man sich diese allgemeine Gliederung einmal eingeprägt, kann man den Aufbau als roten Faden für die logische Ausgestaltung des Schulaufsatzes als Anleitung in Form der Textinterpretation als auch der Textanalyse mit jedem Beispiel jederzeit anwenden. Dieser mühevoll verfasste Artikel soll bei diesem, mitunter schwerem Unterfangen, helfen und neben Grundkenntnissen der Textinterpretation und –analyse natürlich auch weiterreichende Informationen bieten, die für das Schreiben bspw. einer 1+ erforderlich sind.

Aufbau aller Interpretationsaufsätze

Egal ob tiefgehende Textinterpretationen oder lediglich das Analysieren eines Textes verlangt wird: meistens ist das nur eine Teilleistung der gestellten Aufgabe, denn der Lehrer möchte oft eine Inhaltsangabe nach dem Einleitungssatz haben, bevor es mit der „richtigen“ Arbeit des  Textanalysierens und –interpretierens  beginnen kann. Diese Inhaltsangabe umfasst oft bis zu einem 1/3 des Originaltextes, sodass hier nicht nur Zeit, sondern auch Notenpunkte verloren gehen können.

Erst nach der Inhaltsangabe des Textes kann die eigentliche Textanalyse und inbegriffene Interpretation erfolgen. Diese zieht sich dann auch bis zum Ende des Aufsatzes hin, sodass wir im Allgemeinen jeglichen Aufbau und Gliederung sämtlicher Textinterpretationen wie folgt gestalten können:

Textanalyse Muster und Interpretationsaufsatz

1. Text und Aufgabenstellung lesen!

  • Grundfehler vieler Textinterpretationen: zu oberflächliche Erfassung des Textes
  • also den Ausgangstext intensiv mehrmals lesen, dabei auch an die Aufgabenstellung denken
  • nebenbei Notizen machen und Gedanken notieren auf Schmierblatt
  • umfasst ca. 1/3 der vorhandenen Zeit, der Rest ist „richtiges Schreiben“

2. Einleitungssatz

  • worum geht es in dem Text?
  • wer ist der Autor, wann erschien das Werk?
  • wenn es sich anbietet:
    • an wen richtet sich der Text (Zielgruppe)?
    • epochenspezifischen Hintergrund einbringen
    • autobiographischen Bezug (Beziehung Werk und Autor)
    • Entstehungsumstände des Werks
  • bei allgemeinem Faktenwissen kann längere Einleitung erfolgen (Beispiel anhand "Nathan der Weise")

3. These zum Text aufstellen

  • nur wenn vom Lehrer verlangt: eine eigene These zum Text aufstellen oder eine These aus dem Text aufgreifen
  • zum Beispiel was uns der Autor mit dem Text sagen möchte oder wie die Szene auf den Leser wirkt etc.
  • diese These in der Textanalyse und Textinterpretation aufgreifen, sie beweisen oder widerlegen
  • kann als roter, logischer Faden für die Interpretation dienen
  • muss abschließend bestätigt oder verworfen werden

4. Inhaltsangabe

  • 5-W-Fragen beantworten (Wer, Was, Wo, Wann, Warum)
  • im Präsens schreiben (ist statt war)
  • keine Details
  • keine wörtliche Wiedergabe, sondern eigene Worte benutzen!
  • am Textgeschehen chronologisch orientieren
  • siehe auch diesen Artikel über das Schreiben einer Inhaltsangabe am Beispiel einer Kurzgeschichte

5. Textanalyse und -interpretation

  • die oberste und immer einzuhaltende Regel lautet:
    vom Großen hin zum Kleinen, vom Allgemeinen ins Spezielle
    (wir sehen erst mit unserem Auge, ehe wir die Lupe zur Detailbetrachtung nutzen können)
Vorgehensweise immer:
  1. Textstelle erfassen und korrekt zitieren ( Vgl. Z. )
  2. Textstelle analysieren (um welches stilistische Mittel handelt es sich?)
  3. Textstelle interpretieren (wie ist das zu bewerten, welche Wirkung auf den Leser?)
5.1 Allgemeine Textelemente:
  • Sinnabschnitte einteilen
  • Erzählweise und Erzählperspektive (Erzählform)
  • Zeitgestaltung (Erzählzeit, erzählte Zeit usw.)
  • Raumgestaltung (Wo spielt der Text?)
  • Figurengestaltung (Charakterisierung der Hauptpersonen)
  • Sprache (einfache oder komplizierte Sprache, Satzbau, usw.)
  • allgemein auffällige Epochen- und Textmerkmale
5.2 Sinnabschnitte „abarbeiten“ im Detail:
  • Darbietungsformen der
    • Historisch-Realistischen Elementen (wahrer Hintergrund?)
    • Stilistisch-Phantastischen Elementen (realitätsferne Schilderungen?)
  • Sprachliche Besonderheiten:
    • Schlüsselwörter (Wörter die immer wieder auftauchen oder auffällig oft vorkommen etc.)
    • Stilmittel (alle rhetorischen Stilfiguren ermitteln)
  • spezifische Merkmale des jeweiligen Zeitgeists und der Epoche herausheben
  • Bemerkenswerte Details ("Zwischen den Zeilen lesen", alles Detail-Auffällige im Text)

6. Schluss

  • äußerst wichtig: jede Textinterpretation und natürlich auch Textanalyse muss am Ende vollständig sein
  • die Erkenntnisse der Analyse und Interpretation werden hier zusammengefasst pointiert dargestellt
  • wenn vorhanden, dann die These vom Anfang abschließend bewerten
  • ein Fazit muss gezogen werden, ob und welche Schlussfolgerungen gezogen werden können usw.
  • evtl. als letzten Absatz die eigene Meinung zum Text niederschreiben (hier Lehrer nach OK fragen)

Dieser allgemeingültige Aufbau ist auf jede Textinterpretation anwendbar. Merkt euch einfach die generelle Dreiteilung bei jeder Textanalyse:

  1. Einleitung
  2. Hauptteil
  3. Schluss

In dem Artikel über den Aufbau einer Interpretation und Analyse, kurz und knapp einfach "Text-Interpretation Aufbau", ist das Schreiben eines solchen Aufsatzes im Allgemeinen bereits kürzer dargestellt worden und ebenso ein grafisches Schema dazu. Allerdings behandelt diese Anleitung das Thema rund um die Textinterpretation nicht tiefgreifend genug, weshalb die Anleitung hier als erweiterter Tiefgang in die Thematik der Textanalyse gewertet werden kann.

Jeder dieser Arbeitsschritte wird jetzt detailliert nach und nach beschrieben und genauer erklärt, dabei auch beispielgebende Sätze gegeben, die innerhalb der Textanalyse und Textinterpretation verwendet werden können. Nach diesem kompletten Aufbau werden noch einige allgemeine Hinweise und Tipps zum Interpretieren gegeben, wie Beispielformulierungen und die Zensur verbessernde Methoden. Vor allem über kritische Anmerkungen und Kommentare zur nachhaltigen Verbesserung am Ende dieses Leitfadens sind wir sehr erfreut.

Das Wichtigste zuerst (Text lesen)

Es klingt vielleicht nach einem putzigen Merkspruch für Vorschulkinder, doch scheitern wohl die meisten Textanalysen beziehungsweise Textinterpretationen bereits an einer fehlenden Erfassung des zu bearbeitenden Textes. Damit ist vor allem der erste Kontakt gemeint: das Lesen des Textes! Oftmals wird er nur überflogen und sofort mit dem Schreiben begonnen – man hat es ja auch nie anders gelernt.

Dabei ist das allerwichtigste, die Grundvoraussetzung, das Fundament unseres wohlgegliederten Aufbaus der Textinterpretation das intensive Lesen und Verinnerlichen des Textes. Bereits während dieses Vorganges müssen alle einströmenden Gedankengänge festgehalten und auf einem extra Schmierblatt notiert werden, denn oft sind eigene erste Gedanken und Intuitionen richtungsweisend für die gesamte folgende Textanalyse.

Doch auch auf dem ausgeteilten Text des Lehrers sollten unbedingt Randnotizen vorgenommen werden, sowie ich Textmarker Verwendung finden. Hierzu sollte man sich ein logisches System zu Recht legen, wonach bestimmte Farben des Textmarkierers verschiedene Elemente und Auffälligkeiten verdeutlichen. So könnte bspw. die Farbe Gelb für inhaltlich wichtige Punkte stehen, während mit einem roten Stift alle Stilmittel gekennzeichnet werden, sodass die Übersicht stets gewahrt bleibt. Außerdem ist ein häufiger Fehler während dieser Vorbereitung zur Textinterpretation, den es unbedingt zu vermeiden gilt, das großflächige Vollpinseln ganzer Textpassagen und Abschnitte. Dies ist völlig sinnlos, denn so kann kein eigener Überblick geschaffen werden. Stattdessen sollte man sich nur wichtige Schlagwörter markieren, sodass man die Textstelle schnell wiederfinden kann. Dann erschließt sich auch sofort der Zusammenhang und so wird schließlich auch das Arbeitstempo während Textinterpretierens nicht unnötig verlangsamt.

Auf dem oben angesprochenen Schmierblatt sollten nicht nur erste Gedanken und Auffälligkeiten zum Text notiert werden, die sonst schnell in Vergessenheit geraten, sondern es muss vor allem ein grober Aufbau der bevorstehenden Textanalyse in Stichpunkten niedergeschrieben werden. Nur so kann man den kompletten Interpretationsaufsatz ohne langes Zögern zügig zu Ende bringen. Zudem kann man damit dem ständigen Streichen von Wörtern des abzugebenden Textes zuvorkommen, sodass keine Formpunkte bei der Note abgezogen werden. Schließlich sei der Tipp gegeben, dieses Schmierblatt unbedingt beim Lehrer mit abzugeben – vielleicht werden ihm dadurch einige Deiner Gedanken logischer und nachvollziehbarer erscheinen, wodurch die Zensur ebenfalls verbessert würde.

Es muss also bei diesem ersten Arbeitsschritt darum gehen, den Text einerseits durch intensives Lesen für sich selber innerlich zu erfassen und andererseits sollte die Textinterpretation mithilfe vieler Notizen und Stichpunkte bereits im groben Konstrukt logisch gegliedert auf einem Schmierzettel vorliegen.

Einleitungssatz eines Interpretationsaufsatzes

Der Einleitungssatz (manchmal auch "Basissatz" genannt) ist im Normalfall das erste Stück der Textinterpretation, dass der Lehrer von Dir zu lesen bekommt. Daher muss dieser besonders gut sein, es gilt auf jeden Fall der bekannte Ausspruch „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck!“ – MERKEN! Denn geht der „Zensor“ (Lehrer) erst einmal mit einem positiven Eindruck in die Bewertung deiner Textanalyse, ist die Wahrscheinlichkeit einer guten Note erheblich besser, als wäre bereits der erste völlig falsch konstatiert.

Wie sieht nun solch ein Einleitungssatz aus? Er muss im Prinzip die Frage, worum es im Text hauptsächlich geht, beantworten. Dabei kann man sich an den sog. 5-W-Fragen (Wer? Was? Wo? Wann? Warum?) orientieren, die es im Einleitungssatz größtenteils zu beantworten giltsu.

Zudem müssen zusätzliche Informationen über den Autor und den Text vorhanden sein. So etwa der volle Name des Autors (und wenn möglich in Klammern die kompletten Geburts- und Sterbedaten) sowie weitere Angaben zur Entstehung des Werkes, wie der Ort, die Zeit oder besonders hervorzuhebende Umstände. Solche Angaben zu einem Werk sind oft auf dem Ursprungstext im „Kleingedruckten“ zu finden - meistens über, unter oder am Seitenrand des Textes.

Beispielmustertext für einen Einleitungssatz

Um die Textinterpretation korrekt und vorbildlich zu beginnen, könnte eine Formulierung für dessen Einleitungssatz zum Beispieltext wie folgt lauten (es dient die Kurzgeschichte „das Brot“ von Wolfgang Borchert als Grundlage):

Die Kurzgeschichte „das Brot“ wurde 1946 von Wolfgang Borchert (geboren am 20. Mai 1921 in Hamburg und verstorben am 20. November 1947 in Basel) im Zuge der unmittelbaren Nachkriegszeit geschrieben und handelt von einem Ehepaar, das sich wegen heimlichen Brotkonsums gegenseitig belügt.

Alle wesentlichen Angaben sind hier enthalten, evtl. kann man hinter den Autor das Datum lediglich als Jahreszahl schreiben, also in dem Fall „…Wolfgang Borchert (1921 – 1947).

Direkt im Anschluss an den Einleitungssatz beginnt bereits im nächsten Absatz die Inhaltsangabe. Für Abiturkandidaten und Einserschüler ist der kurze folgende Beitrag gedacht, der eine etwas ausführlichere Hinleitung der Textinterpretation beschreibt.

Klausureinführung

Dieser folgende Hinweis ist vor allem für Deutsch-Leistungskurs-Schüler von Interesse sowie für das allgemeine Abitur in Deutsch und natürlich für alle, die bestrebt sind eine 1 zu schreiben.

Es geht darum, dass man seinem Aufbau der beginnenden Textinterpretation einen wahrhaft wundervollen Einstieg schaffen kann, wenn man die zu behandelnde Thematik als Überblickseinleitung der anfänglichen Textanalyse voranstellt. Es ist ja im Vorfeld der Klausur meistens das Oberthema vorgegeben, etwa die literarische Epoche der Weimarer Klassik.  Teilweise sagt der Lehrer auch den zu behandelnden Autor an oder es steht gar das Werk von vorherein fest, nur das Kapitel ist offen.

Wir können also diese Vorab-Informationen nutzen, um eine allgemeine Hinführung der Thematik hin zur eigentlichen Textanalyse  zu geben. Dieser „kreative Einstieg“ kann mit einem relevanten Zitat beginnen und ist nicht länger als maximal eine Seite, mindestens aber eine halbe Seite lang.

Inhaltlich wird in solch einer Einführung etwas zur Epoche erzählt, die Umstände, unter denen das Werk entstanden ist, der Zeitgeist, dem der Autor ausgesetzt war. Dabei kommen wir vom Großen hin zum Kleinen und müssen eine gute Überleitung zum Einleitungssatz finden, denn der schließt sich  ja bekanntlich als erstes eines jeden Aufbaus einer Textinterpretation an. Bei Kurzgeschichten eignet sich ein solcher Einstieg sehr, zum Beispiel die Kurzgeschichte „das Brot“ (s.o.). Hier könnte man wunderbar ein paar Zeilen zur Nachkriegszeit in Deutschland schreiben und dann ganz einfach zum Einleitungssatz überleiten.

Ein Beispieltext für einen solchen gesonderten Einstieg in die Textinterpretation bietet diese Klausurhinführung zum Thema „Nathan der Weise“.

Übrigens ist dieser kreative Einstieg in die sich aufbauende Textanalyse keine bloße Erfindung meinerseits, sondern schon von meiner Deutschleistungskurs-Lehrerin im Abitur und diversen Büchern zur Abiturvorbereitung als lobenswert herausgestellt worden.

Interpretations-Hypothese aufstellen

Gleich nach dem Einleitungssatz folgt in der Regel die Inhaltsangabe, allerdings gibt es Lehrer und Aufgabenstellungen, die das Aufstellen einer These zusätzlich zur Textanalyse fordern. In diesem Fall wird die Hypothese einen Absatz unter dem Einleitungssatz angebracht und in einem Satz formuliert.

Eine Interpretationsthese aufzustellen kann entweder bedeuten, eine eigene These (= Behauptung) zum Text zu verfassen, oder aber eine im Text befindliche Behauptung als „Hauptthese“ herauszustellen. Diese gilt dann auch als Fragestellung und sollte Beantwortung im Aufsatz finden:

Der Sinn der Interpretationshypothese liegt darin, die ausgewählte These in der folgenden Textinterpretation bzw. Textanalyse und deren Aufbau als „roten Faden“ zu benutzen, anhand dessen man sich immer wieder orientiert und Bezug zur These herstellt. So kann sich zum Beispiel die gesamte Textinterpretation über mit der These beschäftigt werden, welche anhand der üblichen Parameter bzw. Elemente wie Stilmittel, Satzbau, Erzählperspektive etc. überprüft wird.

Abschließend wird die aufgestellte These entweder als erwiesen oder als widerlegt herausgestellt. Persönlich denke ich, dass der Sinn dieses „These in die Textanalyse Einbringens“ darin besteht, den Schüler an das oft folgende Studium heranzuführen. Denn hier ist es üblich, dass eine anfängliche Fragestellung über mehrere Seiten hinweg anhand unterschiedlichster Quellen erarbeitet und bestenfalls schlüssig beantwortet werden kann. Dieses „wissenschaftliche Arbeiten“ soll wohl in den Schulaufsätzen der Textinterpretationen ansatzweise vermittelt werden.

In jedem Fall kann man nichts falsch machen, die Interpretationshypothese nach dem Einleitungssatz zu formulieren, um im nächsten Absatz die Inhaltsangabe zu beginnen.

Beispieltext für eine Interpretationshypothese in der Textanalyse

Normalerweise genügt es, die eigentliche These zur Textanalyse in einem Satz zu formulieren, wobei neutrale Beschreibungen zum weiteren Vorgehen und der eigenen „Methodik“ die ganze Textanalyse auch logischer auszugestalten. Besonders beliebt sind Kurzgeschichten mit anschließenden Textinterpretationen, bei denen eine These verlangt wird. Ebenso aber auch bei Gedichten und fast immer bei Sachtexten; Erörterungen leben quasi von Thesen. Folgend soll wieder die Kurzgeschichte „das Brot“ von W. Borchert als Text-Grundlage dienen.

Ein Beispiel solch einer selbst aufgestellten These zum Text könnte lauten:

„Der Autor möchte mit diesem Text die negativen Folgen der Nahrungsmittelknappheit nach dem Zweiten Weltkrieg auf zwischenmenschliche Beziehungen skizzieren. Diese Hypothese wird nach einer Inhaltsangabe in der sich anschließenden Analyse und Interpretation des Textes eingehend untersucht.“

Und schließlich ein Beispiel für eine vom Autor aufgegriffene These:

„Die Grundannahme des Autors findet sich in Zeile X, als er von der „letztmaligen Scheibe Brot“ träumt, die er unmöglich mit seiner Frau teilen könne. Damit verdeutlicht Borchert (Name d. Autors) dem Leser eine während der Nachkriegszeit allgemein gegenwärtige Stimmung des gegenseitigen Misstrauens, die sich in diesem Fall selbst auf die Nahrungsmittelversorgung der eigenen Familie niederschlägt. Diese Hypothese gilt es nach einer Inhaltsangabe in der darauffolgenden Textinterpretation eingehend zu untersuchen.“

Wie bei allen anderen Aspekten des Aufbaus der Textanalyse auch, hat hier jeder Lehrer verschiedene Vorstellungen. Oftmals wird beim Interpretieren einer Kurzgeschichte einfach vorausgesetzt, dass der Schüler eine These aufstellt. Hier ist Kommunikation ganz wichtig für eine gute Zensur! Zur Not alleine nach der Stunde zum Lehrer gehen und nachfragen, aber nicht auf gut Glück drauflos schreiben.

Egal, ob nun eine These aufgestellt wurde oder nicht, es folgt auf jeden Fall die Inhaltsangabe als nächster Schritt hin zur eigentlichen Text-Interpretation.

Inhaltsangabe

Dieser Schritt ist nicht zu unterschätzen, denn eine ordentliche Inhaltsangabe zu schreiben ist nicht nur Grundvoraussetzung für die darauffolgende Textinterpretation, sondern auch recht umfangreich. Zwar hat auch hier jeder Lehrer eigene Vorstellungen, doch kann man in der Regel davon sprechen, die Inhaltsangabe auf 1/3 des Ausgangstextes zu beschränken, was immer noch recht viel sein kann und jegliche Textinterpretationen bei ungenügendem Konzept an der Zeit scheitern lassen können

Der Sinn der Inhaltsangabe besteht darin, dem Leser einen Überblick zum Inhalt des Textes zu geben, um so auch die Interpretationsanalyse überhaupt verstehen zu können. Man begibt sich nämlich bei der Inhaltsangabe in die Lage eines neutralen Beobachters, der sachlich ohne Bewertung das Geschehen für Dritte zusammengefasst darstellt.

Im Wesentlichen wird sich bei der Inhaltsangabe an den folgenden 5-W-Fragen orientiert:

  • Wer?
  • Was?
  • Wo?
  • Wann?
  • Warum?

Dabei wird sich stets der Logik und Einfachheit wegen am Textgeschehen ausgerichtet, sodass das Geschehen verkürzt wiedergegeben wird. Jedoch sind jegliche Detailangaben unbedingt zu unterlassen, ebenso darf man niemals Zitate oder Textpassagen übernehmen. Es muss unbedingt in eigenen Worten abwechslungsreich geschrieben werden! Zudem wird jede Inhaltsangabe im Präsens geschrieben, das heißt, dass aus der Vergangenheit „Er lief zum Haus und rief die Feuerwehr“ Gegenwart wird: „Er läuft zum Haus und ruft die Feuerwehr“.

Wie genau man eine Inhaltsangabe (innerhalb der Textinterpretation) schreibt, haben wir in diesem Artikel den grundsätzlichen Aufbau der Inhaltsangabe ausführlich erläutert. Unbedingt Lesen, falls Unsicherheiten im Umgang mit Inhaltsangaben auftauchen.

Die  Textanalyse (und Textinterpretation) im Muster

Direkt nach der Inhaltsangabe geht es mit dem „richtigen“ Ablauf und Aufbau der Analyse sowie Interpretation des Textes los. Um diesen Übergang fließend zu gestalten, empfiehlt sich zum Beispiel solch ein Satz als eigener Absatz:

Nach dem sich einer ausgiebigen Inhaltsangabe gewidmet wurde, erfolgt nun die Textanalyse und –interpretation. Dazu lässt sich diese Kurzgeschichte unter dem Aspekt XYZ in vier Sinnabschnitte gliedern.

Grundsätzlich müssen wir bei jeder Textanalyse vom Großen und Auffälligen hin zum Kleinen und Detaillierten kommen; wir sehen anfangs mit dem Auge, ehe wir die Lupe ansetzen können.

Nun gibt es allerdings zwei grundlegend verschiedene Wege, den Aufbau der Textanalyse zu gestalten:

  1. Zum einen können wir die Textanalyse als bloßes Feststellen von stilistischen Besonderheiten voranschicken, um danach in einem gesonderten Teil sich der Textinterpretation zu widmen, bei der dann auf die These zurückgegriffen wird und Bewertungen vorgenommen werden. Diese Methode empfiehlt Wikipedia, ich finde sie jedoch schrecklich kompliziert (werde sie unten dennoch vom Aufbau her beschreiben) und schlage daher unbedingt folgende Methode des Aufbaus der Textinterpretation vor:
  2. Die andere Vorgehensweise beim Aufbau der Textanalyse ist es, das Textanalysieren mit dem Textinterpretieren zu verbinden. Wir stellen also zuerst etwas fest („Textanalyse“), um dieses dann anschließend zu bewerten („Textinterpretation“), wobei sich jederzeit auf die Interpretationshypothese bezogen werden kann und sollte. Diese Methode soll folgend ausführlich vorgestellt werden, während die Vorgehensweise von Wikipedia anschließend etwas kürzer erklärt wird.

Textanalyse und Textinterpretation in Einem

Diese Methode umfasst das Ineinander-übergreifen des Analysierens und Interpretierens als fließender Prozess, bei dem wir unsere festgestellte Textstelle bspw. als Stilmittel kennzeichnen (Textanalyse) um dieses anschließend zu bewerten und Zusammenhänge zusehen (Textinterpretation). Somit ist einer eher freien Interpretationsweise viel Spielraum eingeräumt, sodass jederzeit Exkursionen (“Ausflüge“) in relevante Gedankentiefgänge erfolgen können, ohne den „roten Faden“ zu verlieren.  Dieser Vorgehensweite der Textinterpretation gebe ich eine eindeutige Empfehlung!

Auch hier kommen wir allgemein vom Großen und Ganzen hin zum Kleinen und Unauffälligen – wir schauen und stellen zuerst mit dem bloßen Auge fest, ehe wir die Lupe zum Erkennen von wichtigen Details ansetzen können.

Das Hauptprinzip dieser Form der Textanalyse besteht also darin, eine interessante und relevante Stelle aus dem Text als entsprechend (beispielsweise Metapher) zu kennzeichnen bzw. festzustellen (die eigentliche Textanalyse), diese Textstelle muss dann in Klammern korrekt zitiert werden (siehe unten) und anschließend muss eine Bewertung erfolgen (die eigentliche Textinterpretation), z.B. was diese Metapher für die Geschichte bedeutet oder ob damit eine zeithistorische Begebenheit beschrieben wird und vor allem, ob und welche Wirkung damit beim Leser erzielt wird bzw. was sich der Autor dabei gedacht hat.

Die erzielte Wirkung beim Leser kann sich wie auch jede andere Interpretation im Prinzip „ausgedacht“ werden – sie muss aber schlüssig und logisch klingen! Denn es ist immer DEIN Ausdruck DEINES Denkens, und Du meinst, die Metapher X stehe für die Leidenschaft Y des Autors, dann muss dann nur logisch argumentiert kurz dargelegt werden und gut ist!

Nochmal zur Erinnerung wie wir mit jedem Aufgreifen einer Textstelle in der fließenden Textanalyse und Textinterpretation verfahren:

Grundregel als Muster allen Interpretierens und Analysierens:

  1. Textstelle korrekt zitieren (siehe unten, hier passieren oft grundlegende Fehler!)
  2. Textstelle beschreiben (analysieren) was es ist (Erzählperspektive, Stilmittel, etc.)
  3. Textstelle bewerten (interpretieren) hinsichtlich der Wirkung auf den Leser
    -> wenn möglich, Faktenwissen zum Werk und der Epoche, zum Autor etc. einbringen
    -> wenn These aufgestellt, unbedingt Bezug herstellen ob es die These widerlegt oder glaubhafter macht etc.

Beispieltext als ausformulierte Textanalyse hierzu:

Weiterhin konstatiert der Autor, Person X sei lediglich durch eine „schwere Krankheit“ (Z.8) der Schule dauerhaft ferngeblieben und wäre so unverschuldet unversetzt geblieben (Vgl. Z. 8f), sodass er dennoch als „junger Schulbub recht rechtschaffend“ (Z. 15) erscheint. Mit dem Pleonasmus „junger Schulbub“ (Z. 15) hebt der Autor das junge Alter von Person X besonders hervor und erwirkt somit beim Leser ein zumindest unbewusst verstärktes Verständnis für dessen Fehltritte. Zudem veranschaulicht die eindringliche Alliteration  „recht rechtschaffend“ (Z. 15) die scheinbar grundlegende Charaktereigenschaft der Aufrichtigkeit Xs, wodurch seine Charakteristik weitere Züge erhält.

Dennoch können wir nicht „einfach so drauflos“ schreiben, sondern auch hier gibt es ein Grundgerüst für  den Aufbau der Textinterpretation und Textanalyse, an dem wir uns orientieren. Und zwar teilen wir den zu behandelnden Text in Sinnabschnitte ein, die wir nacheinander abarbeiten:

Sinnabschnitte anlegen

Die Sinnabschnitte geben eine Art Grundgerüst zum Aufbau allgemeiner Textinterpretation und der Textanalyse vor. Mit dem Anlegen von Sinnabschnitten ist gemeint, dass man den Text in mehrere logische Abschnitte unterteilt, es sind quasi „Geschichten in der Geschichte“. Diese Aufteilung in Sinnabschnitte, denen wir auch jeweils einen Titel geben, findet nicht willkürlich statt, sondern orientiert sich an einem bestimmten Aspekt.

So können wir einen Text zum Beispiel bezüglich seines Raumgeschehens aufteilen: findet bspw. eine Kurzgeschichte zuerst im Schlafzimmer, dann in der Küche und schließlich im Garten statt, so wird diese Kurzgeschichte unter dem Aspekt des räumlichen Geschehens in drei Sinnabschnitte aufgeteilt.

Welcher Aspekt sich genau anbietet, fällt selbstverständlich von Text zu Text unterschiedlich aus. In Dramenanalysen bietet sich die Aufteilung des Textes unter dem Aspekt der Gesprächsanteile an (siehe unten den Beispielsatz), in Kurzgeschichten die Räumlichkeit, in Gedichten die Strophen. Aber auch allgemeine Dinge wie die Handlung kann man sich vornehmen und daran entsprechend die Sinnabschnitte aufgliedern.

Da der Aufbau von  Textanalysen sofort nach der Inhaltsangabe beginnt, könnte man einen entsprechenden Überleitungssatz  wie folgt ausstaffieren:

Die Kurzgeschichte Z ist unter dem Aspekt der Gesprächsanteile in vier Sinnabschnitte zu gliedern, die es sukzessive zu untersuchen gilt. Der erste Sinnabschnitt erstreckt sich von Zeile 1 bis Zeile X und handelt von Person Y, die... Diesen Abschnitt können wir mit „Unbarmherziger Y beginnt xyz“ betiteln. Der zweite Sinnabschnitt betrifft die Zeilen X bis…

Wir teilen also zunächst alle Sinnabschnitte ein und können ihnen auch Titel geben (sie sind ja „Geschichten in der Geschichte“). Dann beginnen wir mit der ersten Textanalyse.

Die Textanalyse und Textinterpretation beginnt

Nach Auflistung der Sinnabschnitte starten wir mit der allgemeinsten Feststellung zum Text, die es gibt und beginnen damit die Textanalyse des ersten Sinnabschnitts. Meistens betrifft das die Erzählform bzw. Erzählperspektive (siehe unten), die wir gleich mit einem allgemeinen Hintergrundeinstieg zur Epoche oder zum Werk hinterlegen und danach weitere allgemeine Feststellungen treffen (Raum- und Zeitgestaltung). Dazu machen wir nach der Bestimmung der Sinnabschnitte einen neuen Absatz (wie „2 mal enter“ auf der Tastatur) mit einer leeren Zeile dazwischen und läuten damit die beginnende Textanalyse beispielsweise so ein:

Der Kurzgeschichte „Das Brot“ ist ein auktorialer Erzähler zugrunde gelegt, der das Geschehen als oberste Instanz vorgibt und wertet. Die allwissende Erzählform legt dabei das Wertesystem der deutschen Nachkriegszeit zugrunde und erwirkt so eine deutlich bessere Identifikation des Lesers mit dem Protagonisten.

Bereits im ersten Sinnabschnitt wird diese Identifikation durch eine nachvollziehbare Raum- und Zeitgestaltung eindrucksvoll vorangetrieben. So findet das gesamte Geschehen einzig im Haus von Person X statt, welches durch „zerstörerische Kräfte fast vollständig zerrissen“ (Z. 23) wurde, womit das destruktive Ausmaß des Krieges auf das Städtebild der Zeit durch die Hyperbel „Haus […] zerrissen“ (Z. 21f) übertrieben und damit eindringlicher dargestellt wird. An diese detaillierte Schilderung des Alltagbilds schließt sich die Zeitgestaltung der Kurzgeschichte an, welche als zeitdeckende Szene eingestuft werden kann. Die von Borchert erzählte Zeit entspricht demnach der Erzählzeit, wodurch das Mitfühlen und –empfinden aufgrund der zeitgleichen Erzählung leichter fällt. Eine Ausnahme stellt hierbei der Zeitsprung im dritten Sinnabschnitt dar, der an entsprechender Stelle gesondert betrachtet wird. Zur Entstehungszeit der Kurzgeschichte befand sich der Autor in Kriegsgefangenschaft und hat so das ganze Leid des Zweiten Weltkrieges unmittelbar selbst erfahren müssen. Diese Erinnerungen klingen in seinen Erzählungen und insbesondere der Raumgestaltung immer wieder durch, was sich in den detaillierten Beschreibungen der zerstörten Stadt und Landschaft immer wieder zeigt (Vgl. Z. 1ff, 15f, 37ff).

Weiterhin ist eine überwiegend einfach verständliche Sprache verwendet worden, welche vor allem in den oft wiederholten Worten „bettelarm“, „kriegsversehrt“, „hungrig“ und weiteren zum Tragen kommt. Dieses Verwenden von einfachem Vokabular aus dem alltäglichen Bereich legt die Vermutung nahe, der Autor möchte die Missstände der Zeit möglichst vielen Menschen offenlegen, wodurch die anfängliche These eine erste Bestätigung erfährt. Die prägnanten parataktischen Sätze unterstützen diese pointierte, faktenorientierte Darbietungsform Borcherts. Weitere Feststellungen und Auffälligkeiten zur sprachlichen Gestaltung werden im entsprechenden Sinnabschnitt vorgenommen.

Eine andere sich herauskristallisierende Besonderheit ist die authentische Figurengestaltung des Autors, die bereits im ersten Satz zum Ausdruck kommt – so sei „Ralfs hitzige Hektik“ erst aufgrund einer „kruden Kriegsverletzung“ (Z. 1) entstanden. Diese Alliteration gewährt dem Betrachter in Zusammenspiel mit dem Stilmittel Epitheton Ornans nicht nur ein tieferes Verständnis von Ralfs Persönlichkeitsentwicklung, sondern stellt vor allem den Krieg als ursächlich für dessen neonegative Charakterausbildungen dar. Ferner wird Ralf allgemein als „klug und tapfer“ (Z. 9) ausgewiesen, sein Hang zum Streiten aber (Vgl. Z. 34f) macht ihn ebenso wie der „Drang nach Aufmerksamkeit“ (Z. 29) für den Leser unsympathisch.

Volle Sympathie hingegen wird seiner Frau Elisabeth entgegengebracht, da sie die Rolle der „aufopferungsvolle[n] Hausfrau und Mutter“ (Z. 48) trotz der ständigen Eskapaden ihres Mannes einnimmt. Sie wird als „lebhaft“ (Z. 4) und „originell“ (Z. 9), aber auch als „einfach gestrickt“ (Z. 41) und „manchmal zu still“(Z. 36) dargestellt. Sie ist neben Ralf der Hauptakteur des Geschehens, wird aufgrund ihres geringen Sprechanteils aber schnell zur Nebenrolle. Dennoch erfüllt ihr Verhalten die Erwartungen des Lesers an die „typisch deutsche Trümmerfrau“ der 50-er Jahre und bestätigt damit abermals die Eingangs genannte These der literarisch wahren Dokumentation von selbsterfahrener Zeitgeschichte

Wie zu sehen ist, müssen wir bei Textinterpretationen immer mit dem Allgemeinen beginnen. Damit analysieren wir zwangsweise alle Sinnabschnitte tlw. in einem, da Feststellungen über die Erzählsituation, die Raumgestaltung etc. meist auf alle zutrifft. Daher müssen wir uns mit den gemeinsamen Wesentlichkeiten beschäftigen, die wir am Anfang unserer Textanalyse übergreifend für alle Sinnabschnitte als gültig herausstellen, ehe wir später im Einzelnen auf die Besonderheiten jedes Sinnabschnitts eingehen. Es macht nur keinen Sinn, in jedem Sinnabschnitt die gleiche Erzählperspektive festzustellen oder identische Zeitgestaltung in der Textanalyse ständig zu wiederholen. Welche der weiteren neben den oben genannten Elementen  zu analysieren und zu bewerten sind, haben wir folgend festgehalten.

Allgemeine Textelemente:

  • Sinnabschnitte einteilen
  • Erzählweise und Erzählperspektive
  • Zeitgestaltung
  • Raumgestaltung
  • Figurengestaltung (Charakterisierung)
  • Sprache
  •  (weitere Ausführungen und Beispiele hierzu in der Textanalyse zur Blechtrommel)

Fortsetzung der Textinterpretation und -analyse

Nach dem wir uns einer ausführlichen Textinterpretation der „allgemeinen Dinge“ wie Erzählweise, Zeitgestaltung, Figurencharakterisierung, allgemeine Sprache, etc. gewidmet haben, nehmen wir uns die Sinnabschnitte vor und schauen nach Besonderheiten und vor allem Stilmitteln.

Der Grund dafür ist ganz einfach: um Textinterpretationen für den Leser nachvollziehbar zu gestalten, müssen wir natürlich die Wesentlichen Dinge zuerst anführen, um überhaupt einer detaillierten Textanalyse und –interpretation eine Basis zu geben, auf die aufgebaut werden kann – zuerst muss das Auge das Auffällige erfassen, bevor wir mit der Lupe ins Detail gehen können (Merksatz!).

Im nun folgenden Schritt setzen wir diese Lupe an, um jetzt tiefgehend in die Textanalyse bzw. Textinterpretation vorzudringen. Daher greifen wir jetzt festgestellte Details auf, wobei wir am besten  die Sinnabschnitte nach und nach „abarbeiten“.

Beispieltext:

Betrachtet man den ersten Sinnabschnitt genauer und besitzt etwas geschichtliches Hintergrundwissen, stechen historisch-realistische Elemente markant ins Auge. Tatsächliche Begebenheiten wie die Misshandlung deutscher Flüchtlinge in den Nachkriegswirren kommen in Zeile vier deutlich zum Ausdruck, als von „mordenden Horden“ die Rede ist. Mit dieser fast schon als Pleonasmus zu bezeichnenden Hyperbel umschreibt Borchert die Kriegsverbrechen der Roten Armee in den deutschen Ostgebieten. Ein anderes Element mit historischem Realbezug findet sich zu Beginn der Landschaftsbeschreibung, bei der von „flüchtenden Ameisen“ (Z. 12) gesprochen wird. Mit dieser Metapher möchte er auf die großen Flüchtlingswellen aufmerksam machen, die sich wie „Ameisen“ über die Landschaft erstrecken (Vgl. Z. 12f). Diese eindringliche Darstellung verleiht in Zusammenspiel mit einem vorwiegend verwendeten Nominalstil den Leitmotiven des Pazifismus eine sprachliche Prägnanz, womit ein weiteres Merkmal der sogenannten Kahlschlagsliteratur auftaucht.  

Der zweite Sinnabschnitt überrascht mit vielen stilistisch-phantastischen Elementen, die sich in den Schlüsselwörtern „Leichenstraße“ (Z. 6, 9, 17, 32, u.a.) und „Feuerniederung“ (Z. 14, 21, 24, 36, 44, u.a.) manifestieren. Diese Akkumulation von Neologismen verdeutlicht abermals das Ausmaß der leidvollen Zerstörung, indem sie den Leser schockieren und durch ständige Begriffsredundanz unangenehmen, visuellen Eindrücken aussetzt. Darüber hinaus entfalten diese kompositorischen Mittel ein Klima der Mahnung, ein Appell an Demut und Vergebung – kann doch der „gemeine Volksfreund“ (Z. 28) üblicherweise „keiner Fliege was zu Leide“ (Z. 28f) tun.

Wir haben also nach geschichtlichen Fakten gesucht, die der Autor verwendet haben könnte und ebenso fiktive Elemente aufgedeckt. Zudem wurde nach Leitmotiven und Schlüsselwörtern sowie Besonderheiten sprachlicher Gestaltung gesucht. In der Textanalyse kommt es darauf an, diese Aspekte in einen logischen, nachvollziehbaren Zusammenhang zu setzen. Der Lehrer muss deinen Gedanken folgen können, deine Schlussfolgerungen und Konsequenzen müssen nachvollziehbar rational klingen. Die Textinterpretation ist immer auch ein Ausdruck deines individuellen Denkens, deiner Kreativität und Schaffenskraft.

Die in den einzelnen Sinnabschnitten zu beachtenden Aspekte beim interpretieren und analysieren von jeglichen Texten sind folgend noch einmal zusammengefasst.

Sinnabschnitte „abarbeiten“ im Detail:

  • Darbietungsformen der
    • Historisch-Realistischen Elementen
    • Stilistisch-Phantastischen Elementen
  • Sprachliche Besonderheiten:
  • Bemerkenswerte Details ("Zwischen den Zeilen lesen")

(weitere Ausführungen und Beispiele hierzu in der Interpretation zur Blechtrommel)

Nach den Detailbetrachtungen neigt sich die Textanalyse in der Regel dem Ende entgegen. Wie oben schon erwähnt, muss IMMER ein Schluss am Ende jeder Textanalyse stehen. Ansonsten gibt es massiven Punktabzug, weshalb bei Zeitdruck die tiefere Analyse schnell ein Ende findet und auf jeden Fall ein (improvisierter) Schluss geschrieben werden muss.

Schluss  der Textanalyse

Ebenso wie die Einleitung ist auch ein „richtiger“ Schluss bei Textanalysen essentiell für eine gute Note – oftmals machen Schüler den großen Fehler, aufgrund von Zeitdruck bzw. Zeitmangel eine unvollständige Textinterpretation abzugeben. Das ist ein wahrhaftig schwerwiegender Fehler, denn die Textanalyse MUSS (!) in jedem Fall fertig aussehen. Das heißt, selbst wenn nur noch 5 Minuten Zeit sind und man noch nicht einmal ins Detail bei der Interpretation gegangen ist, MUSS sofort der Schluss angefangen werden zu schreiben! Dazu rundet man den aktuellen Gedanken ab und schreibt sofort eine Überleitung hin zum Schluss, denn in der Tat wirkt nichts schlimmer als ein unvollständiger Text! Sagt der Lehrer „Noch 5 Minuten!“, doch ist man längst nicht fertig, kann man immer allgemein wie folgt zum Schluss überleiten, wobei man auch hier etwas dick auftragen sollte:

Eine weitere Ausführung dieses Gedankengangs wäre sicherlich interessant, würde aber unlängst den Rahmen dieser Textinterpretation sprengen. Die bisher geführte Analyse allerdings bestätigt die aufgestellte Interpretationshypothese hinreichend.

Abschließend ist daher pointiert festzuhalten, dass …

Was aber gehört in den Schlussteil der Textanalyse?

Allgemein ist der Schluss dazu da, um die bereits in der Textanalyse gefundenen Elemente und Besonderheiten zusammenfassend darzustellen, wobei man sich unbedingt bei Verwendung einer Anfangsthese auf diese Bezug nehmen muss. Etwa ob sich die These als stichhaltig oder klar widerlegt herausgestellt hat. Außerdem ziehen wir ein bewertendes Fazit und heben noch einmal hervor, wie wichtig bspw. dieser Textauszug oder diese Szene für das Grundverständnis des Gesamtwerks ist (kommt immer gut und passt meist). Des Weiteren ist zu bewerten, ob und wie der Autor die Inhalt-Form-Beziehung umsetzt, ob der Text nicht überladen wirkt vor lauter Stilmitteln und so weiter – eben der Gesamteindruck aus der Textanalyse wird prägnant und kurz zusammengefasst. Ferner ist es bei Auszügen aus einem Gesamtwerk in der Regel angebracht, kurz zu schildern, wie es weiter geht in der Geschichte, ob eine Wendung eintritt usw. Schließlich kann man noch unter Umständen bei Textinterpretationen auch die eigene, persönliche Meinung zum Text kundtun. Hier kann man die Sympathie zum Autor ausdrücken, seine Abneigung gegen diese Textszene weil...

Doch aufgepasst! Viele Lehrer mögen die persönliche Meinung des Schülers überhaupt nicht und geben dafür Minuspunkte, während andere Lehrer durchaus an den Meinungen ihrer Schüler zum Text interessiert sind. Hier gilt wie so oft: im Vorfeld der meist als Klausur auszuarbeitenden Textinterpretation den Lehrer fragen, ob und wie er eine eigene Meinung sehen will.

Beispieltext für den Schluss von Textanalysen:

Abschließend ist pointiert festzuhalten, dass die Eingangsthese der oben durchgeführten Interpretationsanalyse standhielt. Borchert gilt als einer der Einflussreichsten Autoren der Nachkriegszeit und der sogenannten „Trümmerliteratur“ – nach intensiver Auseinandersetzung mit diesem Text besteht daran auch kein Zweifel. Der Autor vermag es gekonnt, das zerstörerische Landschaftsbild der Nachkriegszeit durch vielfältige Verwendung sprachlich-stilistischer Mittel auch für spätere Generationen authentisch zu gestalten. So gelingt ihm, ein realistisches Abbild des Alltags zu skizzieren und erwirkt beim Leser tiefes Verständnis für die damals schwierige Lebenssituation.

Persönlich gefällt mir Borcherts Schreibstil sehr: der Lesefluss bleibt trotz aufbauender Spannung stets erhalten, während er Fremdwörter und Fachausdrücke  vollständig außen vor lässt. Somit erreichen seine Kurzgeschichten eine große Leserschaft und sind auch für Schüler verständlich aufbereitet. Stellenweise missfällt mir jedoch eine „Überakkumulation“ der Stilmittel, wodurch der Sinnzusammenhang nicht immer deutlich wird und die Inhalt-Form-Beziehung leidet.

Im weiteren Verlauf des Romans erlangt der Protagonist durch ausufernde Eskapaden im Rotlichtmilieu  traurige Berühmtheit und wird – ohne das Ende vorwegzunehmen – zu einem Schatten seiner selbst degradiert.

Mit einem Ausblick endet dann die Textinterpretation. An anderer Stelle hatte ich hier den Vorschlag gegeben, mit drei Punkten … den Aufsatz abzuschließen. Zwar habe ich damit nur gute Erfahrungen gemacht, wurde aber dennoch scharf kritisiert beziehungsweise blieb unverständlich. Ich empfehle daher, auf die Pünktchen zu verzichten...

Wikipedia-Methode der Textanalyse

Wie oben schon „angedroht“, werde ich auch die bei Wikipedia empfohlene Vorgehensweise des Textanalysierens kurz vorstellen. Es gleicht bis auf den Beginn der Interpretation vollständig der obigen Ausführung, sprich: Einleitung, These, Inhaltsangabe.

Nach der Inhaltsangabe allerdings trennt man bei Wikipedia zwischen Textanalyse und Textinterpretation – das heißt, hier wird zuerst der Text bloß formal analysiert nach Wortwahl etc., um anschließend das Ganze zu interpretieren. Der Aufbau ist also:

Erst Textanalyse

Wieder vom allgemeinen beginnend, wird sich hier einer bloßen formalen Analyse des Textes hingegeben. Vor allem die Sprache wird untersucht, die Wortwahl, Satzbau, aber auch stilistische Elemente und Mittel. Es findet keine Bewertung statt, ebenso auch keinerlei Bezug zur These.

Dann Textinterpretation

Nun erst wird kommentiert und interpretiert, bewertet und ganz wichtig: der Bezug zur These hergestellt! Auch hier sollte man vom Großen hin zum Kleinen kommen, ein roter Faden muss erkennbar sein. Danach folgt der normale Schluss.

Hier muss also die Analyse getrennt vorausgehen, ehe die Interpretation folgen kann. Diese Methode kann erprobt werden, missachtet aber meines Erachtens nach die ineinander fließenden Zusammenhänge zwischen Anal. + Int. , aber es ist für den Anfang eine sehr gut geeignete Methode . Es kann auch gut sein, dass manche Lehrer das genau so haben wollen - fragt und redet mit ihm, dazu ist er da, dazu hat er sich den Job erwählt und beantwortet Fragen meist mit Freude!

Zusammenfassung

Insgesamt soll der Schüler durch solche Interpretationsaufsätze an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt werden. Er soll lernen, einen Text umfassend zu sichten, zu erfassen, zu restrukturieren und schließlich unter Verwendung von angeeignetem Faktenwissen nachvollziehbar bewerten zu können.

Dies gelingt nur durch stetes Üben und praktisches Anwenden, durch tägliches Lesen von Zeitungen und Blogs. Denn die Vorgehensweise zum Schreiben einer Textanalyse und Textinterpretation zu verinnerlichen und begreifen ist die eine Sache, sie unter Zeitdruck anzuwenden eine ganz Andere.

Die „Dreieinigkeit des Aufbaus“ in Form der Einleitung, des Hauptteils und des Schlusses ist bei jedem Text, bei jedem Brief, in jedem Aufsatz einzuhalten. Daran kann man sich zusammen mit dem Merkspruch „vom Auge zur Lupe“ wunderbar orientieren.

Über Anmerkungen, Kommentare und Ergänzungen am Ende dieser Interpretationsanleitung wären wir sehr angetan.

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Tipps und Regeln zur Textanalyse

Fast geschafft! Hast Du bis hierher von Beginn an tatsächlich durchgehalten, kontinuierlich zu lesen und zu verstehen? Glückwunsch! Du hast jetzt schon einen ziemlich guten Überblick zum Aufbau und Ablauf von Textanalysen und mehr Sicherheit im Schreiben derselben! Jetzt kommt es auf die praktische Anwendung und der dauerhaften Verinnerlichung dieses Leitfadens zur Textinterpretation an.

Doch abschließend haben wir obige und weitere Merkmale, Regeln und Tipps zum Schreiben einer Interpretation aufgelistet. Vor allem das richtige Zitieren sollte von Interesse sein, da dies Grundvoraussetzung der Textanalyse ist:

Richtig Zitieren

Das korrekte Zitieren bedarf eigentlich einer eigenständigen Ausarbeitung, die es bei Zeit und Motivation auch geben könnte. Daher möchte ich mich kurz fassen und nur grundlegendste Zitierregeln nennen. Jeder Deutschlehrer setzt diese Regeln voraus:

Direktes Zitat

Jeder Bezug zum Text muss gekennzeichnet sein. Übernehmen wir dabei eine Textstelle wörtlich, so setzt man Anführungsstriche „“ und schreibt dahinter die entsprechende Zeile in Klammern. Beispieltext:

Auffällig sind auch die vielen Nennungen der „Völkerschaften“ (Z. 11) und „Stammhalter Aragons“ (Z.39).

Wird hierbei ein Zitat gekürzt, so wird das mit drei Punkten in eckigen Klammern […] kenntlich gemacht, und eigene Einschübe – oft der Grammatik wegen – in eckigen Klammern [] ergänzt. Textbeispiel:

Inwiefern allerdings die „frivolen Abende […] der Fastnacht“ (Z. 27 f) zu „ungeheuerliche[n] Ausschweifunge[n]“ (Z. 29) führten, bleibt offen.

Das „f“ nach „Z.“ steht für folgend, das Z für Zeile – steht also (Z. 21 f), ist gemeint „Zeile 21 und die folgende“. Möchte man sich auf weiterfolgende Zeilen beziehen, wird aus dem f ein ff, was für „fortfolgende“ steht.

Indirektes Zitat

Neben diesem direkten Zitieren will der Lehrer auch, dass indirekt zitiert wird. Dies erfolgt im Konjunktiv und der Beweis der Zeilenangabe wird mit einem Vgl. für „Vergleich“  versehen. Textbeispiel:

Ferner steht im Text geschrieben, Person X habe keine Anzeichen einer Krankheit gehabt (Vgl. Z. 33 ff), vielmehr seien die Symptome aus dem Nichts entstanden (Vgl. Z. 39f).

Allerdings sind nicht alle Behauptungen, die man zum Text aufstellt, auch unmittelbar belegbar. So ist etwa ein gleichbleibender Erzähler oder Zeitgestaltung schlecht mit „siehe Zeile…“ nachzuweisen.

Lehrer

Man kann es nicht oft genug betonen: der Lehrer ist dein Notengeber, und daher muss im Prinzip nur ihm die Textanalyse gefallen. Achte also darauf, was er oft bei einem Thema betont, finde heraus und notiere, was er an Aufsätzen besonders mag, worauf er allgemein Wert legt! Er sollte auch der gesamten Klasse einmal erklären, wie er sich eine Textanalyse vorstellt, denn hier hat jeder seine eigenen Vorstellungen die mitunter diametral seinem Vorgänger gegenüberstehen.

Abkürzungen

Vermeiden oder vorher fragen, welche vom Lehrer akzeptiert werden. Allgemeine wie „etc.“ bedürfen keiner Zustimmung. Im Abitur habe ich in der Einleitung bestimmten Begriffen eigene Abkürzungen verliehen, um sie später korrekt nutzen zu können.

Weitere wichtige Merkmale zum Erstellen einer  Textinterpretation und Textanalyse folgen an dieser Stelle.

Beispiel einer Textanalyse

Folgend habe ich alle hier und in anderen Artikeln angefertigten Beispiel-Formulierungen zusammengetragen, um so einen nahezu kompletten Aufsatz als Textanalyse und -interpretation in ausformulierter Form beispielgebend zu präsentieren. Allerdings ist der Inhalt aus verschiedenen Arbeiten entnommen und oft fiktiver Natur, sodass bitte keine Verwirrungen entstehen! Im Prinzip ist der Inhalt auch egal, es geht um die Reihenfolge und die Formulierungen beim Interpretieren. Rechts in der Spalte ist immer zu sehen, zu welchem Teil der Textanalyse der Beispieltext gehört. Theoretisch müsste man nur den Inhalt  und die Zeilenangaben austauschen: Interpretation einer Kurzgeschichte (bei diesem Beispiel wurden die obigen Beispieltexte zusammengefügt zu einem großen, gänzlich ausformulierten Aufsatz)

Bindewörter für den sprachlichen Ausdruck

Vielen Schülern fällt es schwer, die Textanalyse mit unterschiedlichen Wörtern abwechselnd zu gestalten. Es werden oftmals die seleben Wörter wiederholt, ein flüssiger Übergang zwischen den einzelnen Absätzen und Gedanken ist selten erkennbar. Deshalb hier eine Liste mit Bindewörtern, die das sprachliche Ausgestalten sehr vereinfachen. Die Bindesätze verbessern den eigenen Sprachstil sehr und lässt die Textanalyse belebend statt eintönig erscheinen.

  • Auffällig ist vor allem / Allgemein entsteht der Eindruck / Grundsätzlich ist festzuhalten
  • Hauptsächlich beinhaltet das Gedicht / setzt sich der Text aus Elementen der … zusammen / verwendet der Autor anschauliche Mittel der sprachen Ausgestaltung
  • Außerdem wird ersichtlich / ist geschrieben / legt … nahe, dass
  • Im Weiteren ist anzuführen / ist dem Text entnehmbar / stellt sich heraus
  • Bezeichnenderweise stellt der Verfasser klar / macht der Urheber aufmerksam / gelangt der Autor zur Erkenntnis
  • Zuweilen ist von „…“ (Z. 22) die Rede / kann man einen Bezug zwischen … herstellen
  • Inwiefern dies auf die These Einfluss hat, äußert sich.. / Ob diese Behauptung Relevanz für die aufgestellte These besitzt, zeigt der folgende Sachverhalt
  • Zuvorderst ist herauszuheben / Eingangs betont der Schreiber / Bereits zu Beginn stellt sich heraus
  • Ferner beabsichtigt der Autor / stellt der Verfasser klar / gibt der Text zu erkennen
  • Weiterhin macht … deutlich / ist … anzuführen / charakterisiert sich …
  • Im Übrigen zeigt / wird so ein Zusammenhang zwischen … erkennbar /  geht er dem Gedanken der … nach
  • Ebenfalls stellt sich dar / ist festzustellen / ist anzunehmen / ist aufzuzählen
  • Die Kernaussage steckt in Zeile / die Kernthese des Textes lautet /
  • Einerseits behauptet.. andererseits widerlegt / zum Einen kommt … zum Tragen und zum Anderen gewinnt der Sachverhalt damit …
  • Des Weiteren wird klar gestellt/ ist davon auszugehen / macht sich der Sinnzusammenhang.. bemerkbar
  • Zugleich erwartet der Leser / rechnet der Autor mit / umreißt damit / umschreibt hierbei
  • Bemerkenswerterweise wird … dargestellt / ist der Aussage zusätzlich entnehmbar
  • Ferner betont Goethe / entwirft er den Gedanken / konkretisiert das Geschehen
  • Darüber hinaus kristallisiert sich … heraus / skizziert … dass … / veranschlagt …
  • Ebenso aufschlussreich ist die Betrachtung von / die Anmerkung in Zeile  / die versteckte Symbolik aus Vers
  • Dazu erhält man den Eindruck / wird dem Leser deutlich / bekommt der Betrachter … vermittelt / zeichnet sich ab
  • Dies hat zur Wirkung / damit erzielt der Autor beim Leser … / wodurch der Verfasser eine große Zuhörerschaft anspricht
  • So  enthält der zielgerichtete Aufruf aus Zeile / so ergibt sich dadurch ein klares Bild der Lage / So behauptet auch
  • Anzusetzen  ist deshalb bei der/ Abgesehen von … bestätigt sich dadurch
  • Abschließend ist eine solche Meinung abzulehnen / Darstellung überzeugend / Sichtweise verheerend
  • Zusammenfassend ist also pointiert festzuhalten, dass… / Letztlich bleibt anzumerken / Schließlich hat sich herausgestellt
  • Als einzig logisches Fazit muss eine konsequente … / Die Konsequenz der abgeschlossenen Analyse kann nur sein / Zielführend ist daher anzunehmen

Liste einiger Textanalysen

Abschließend möchten wir Dir noch ans Herz legen, viele verschiedene Aufsätze zur Interpretation eines Textes durchzulesen, um einerseits ein Gefühl für die Textinterpretation zu bekommen und andererseits zu sehen, wie unterschiedlich eine Textanalyse aussehen kann. Die beliebtesten Analysen und Interpretationen von uns:

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4.5 / 5 Sternen ( Bewertungen)
  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2011
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 07.09.14

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  • LISA schrieb am 10.05.2014:

    Die Ausführungen zur Interpretation sind für Schüler sehr hilfreich. :)
    Eine Frage: Unter der Überschrift "Die Textanalyse und Textinterpretation beginnt" wird von Borcherts "Das Brot"
    gesprochen. Handelt der folgende Text nicht von einer anderen Geschichte, vielleicht von dem
    Roman "Die Blechtrommel" von Günther Grass oder einer anderen Geschichte ?
    Bitte kläre mich auf !
    Danke

    ANTWORT-SCHULZEUX:
    Vielen Dank zunächst für Deine Einschätzung unserer gesammelten Lerntipps. Die genannte Kurzgeschichte wird nur fiktiv analysiert, um es den Schülern zu zeigen - inhaltlich hat diese also nicht viel zu tun mit Borcherts Kurzgeschichte.

  • julia4.0 schrieb am 29.04.2014:

    das ist die beste Seite, die ich über Formulierungshilfen gefunden hab *o*

  • Miri schrieb am 03.11.2013:

    Ihr habt mir echt wahnsinnig weitergeholfen, ich schreibe am Mittwoch meine erste 4-stündige Deutschklausur und dank euch könnte es jetzt sogar gut ausgehen :-D Danke !!!!

  • chelli schrieb am 09.10.2013:

    Ganz, ganz wunderbar aufgebaut und geschrieben! War mir eine große Hilfe! DANKE!! :)

  • Fabi schrieb am 03.10.2013:

    Also diese Seite ist echt genial, ich schreibe morgen meine Textanalyse und hab dank dieser Seite das Textanalysieren verstanden und ich hab das erste mal das Gefühl das ich das hinbekomme.

  • Lilli schrieb am 03.06.2013:

    War sehr hilfreich :D

  • MorrisG schrieb am 09.04.2013:

    "Bindewörter für den sprachlichen Ausdruck

    Vielen Schülern fällt es schwer, die Textanalyse mit unterschiedlichen Wörtern abwechselnd zu gestalten. Es werden oftmals die seleben "

    Du hast dich verschrieben. ;)

    Danke für die Seite!

  • MorrisG schrieb am 09.04.2013:

    sollt reichen fürs abi morgen :d

  • Julija schrieb am 08.04.2013:

    bereite mich fürs abi vor... hat wirklich geholfen !!!!!

  • Kasha schrieb am 05.03.2013:

    Ich finde deine Erklärung zur Interpretation super!
    Sie ist sehr, sehr ausführlich und auch verständlich! Ich schreibe bald eine Klassenarbeit in Deutsch, in der wir Einen Text bekommen, den wir im Anschluss interpretieren sollen. Ich hatte wirklich nicht den Hauch einer Ahnung wie man so eine Analyse schreibt, und bin immer total unstrukturiert vorgegangen.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das ändern wird!
    TAUSEND Dank, dass du dein Wissen mit uns teilst!
    Das war bis jetzt definitiv die beste Seite zu Interpretation/Textanalyse!
    Ich kann mich wirklich nur bedanken!!! :) !!

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