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Vergleich von "Woyzeck" und "Iphigenie"

Inhaltsverzeichnis

Vergleich zweier literarischer Texte: Woyzeck und Iphigenie (Goethe), das beinhaltet auch eine Zusammenfassung beider Werke. Ein Vergleich ist immer schwer und sehr umfangreich, man muss ich deshalb vorher auf abgestimmte Elemente der Untersuchung beziehen.

- Vergleich zweier literarischer Texte -  Johann Wolfgang von Goethe "Iphigenie" - Georg Büchner "Woyzeck"

Während seiner Bildungsreise durch das Land "wo das Große war, ist und seien wird ", entwickelte der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe ein neues klassisches Menschenbild. Um seinem neuen Humanitätsideal Ausdruck zu verleihen überarbeitete Goethe mehrfach sein Drama " Iphigenie auf Tauris ". Mit diesem Werk sollte der einstige Stürmer und Dränger, die literarische Bewegung der Deutschen Klassik ins Leben rufen.
Etwa 50 Jahre später, stand die deutsche Kulturnation abermals vor einer radikalen Kehrtwende. 1836 Georg Büchner beeinflußte den Dichterfürst ungemein, denn das Leben und die Kunst Goethes, sollten von nun an durch das stetige Streben nach Reinheit bestimmt werden. Dieses neue Menschenbild bilden Das Drama "Iphigenie auf Tauris" ist eins der ersten Stücke der Weimarer Klassik.
Goethes "Iphigenie auf Tauris" und Georg Büchners "Woyzeck" können als Meilensteine der Deutschen Literaturgeschichte angesehen werden. Diese beiden Werke haben zwei völlig verschiedene literarische Bewegungen mitbegründet.

Zusammenfassung der Iphigenie und globales Umfeld

Goethe zeigt an einem Geschehen aus der Griechischen Mythologie, wie Seltbestimmheit und Offenheit in einer ausweglos erscheinenden Lage die Rettung bringen, während taktische Planung und blindes Befolgen fremder Anordnungen zum Untergang führen würden.

3) Zusammenfassung des Woyzeck und globales Umfeld

Es ist die Tragödie des Ärmsten der Armen, dem alles genommen wird. Er bringt die treulose Geliebte um und geht ins Wasser. Ein wehrloser, zertretener Mensch erliegt der dumpfen, brutalen Wirklichkeit. Eine furchtbare Anklage steigt aus den knappen Szenen auf. Sie ruft nach Demut und Erbarmen. Von der Erhebung der Massen, des "vierten Standes", erwartete Büchner eine neue religiöse und gesellschaftliche Ordnung. Er verfiel aber nicht dem bürgerlichen Ideenoptimismus. Seine Gestalten leben nur aus Trieb und dunklem Müssen. Für Büchner ist die Geschichte Schicksal; sie kennt weder den Freiheitspathos eines Schillers, noch die Schönheit und Erlösung in der Idee. Darin liegt eine umstürzende neue Konzeption des Dramas und die endgültige Abwendung von Idealismus.

Beispiel - Textvergleich

Es ist Offensichtlich dass sich beide Werke grundlegend voneinander unterscheiden.
Unter der Miteinbeziehung der abgedruckten Textstellen, werde ich nun versuchen etwas genauer aufzuzeigen inwiefern die Theaterkonzeptionen Goethes und Büchners im Widerstreit stehen.

Goethes "Iphigenie auf Tauris" baut auf dem Modele des klassischen Dramas auf. Die Aristotelische Einheit von Raum, Zeit und Handlung wird stets in all ihrer Tradition gewahrt. Somit ist es Notwendig die Intrige der "Iphigenie" kurz zusammenzufassen, um den abgedruckten Textauszug in den Handlungszusammenhang einordnen zu können:
Der Priesterin Iphigenie wird auferlegt ihren Bruder Orest und ihren Cousin Plyades als Menschenopfer darzubringen. Sie befreit sich und die beiden anderen durch eine Handlungsweise, die statt auf vernuftbestimmter Planung auf Wahrhaftigkeit und Vertrauen beruht.

Der Dramenaufbau des "Woyzeck" reduziert sich auf einzelne Szenen, die wegen der fehlenden zeitlichen und räumlichen Notwendigkeiten nicht eindeutig in ihrer Reihenfolge festlegbar sind. Die Szenen stehen als einziges konstituiertes Element isoliert nebeneinander. Sie beginnen und enden abrupt. Im Gegensatz zur "Iphigenie", ist es hier also nicht unbedingt erforderlich den Textauszug in den Handlungszusammenhang einzuordnen. Bleibt lediglich festzuhalten, dass es sich hier um die sogenannte 9. Szene handelt:

Der Hauptmann trifft den Doktor auf der Straße, froh darüber wieder einige Zeit verplaudern zu können, hält er ihn auf und erzählt ihm von seinen melancholischen Anwandlungen. Der Doktor stellt ihm eine höchst unerfreuliche Diagnose und kündigt ihm einen Schlaganfall an. Der Hauptmann erschrickt zwar, aber tröstet sich mit dem Gedanken, dass man später sagen wird er sei "ein guter Mensch" gewesen. Als der Hauptmann Woyzeck vorübereilen sieht, reißen...die beiden einige fade Witze miteinander. Aus Bosheit oder reiner Freude am Klatsch macht er ihn darauf aufmerksam, dass Marie ihn mit dem Tabourmajor betrügt. Die Wirkung ist erschreckend. Der Doktor beobachtet sie ganz sachlich. Woyzeck erklärt, dass er sonst nichts auf der Welt hat. Er ist nicht sicher, ob der Hauptmann nicht Spaß mit ihm macht, aber die Eifersucht wühlt in ihm. Erstürmt davon, der Doktor eilt ihm nach, um das "Phänomen" weiter zu beobachten.

Eine weitere Unterschiedlichkeit zum klassischen geschlossenen Drama stellt die Aufhebung von Zeit und Raum dar. Der Leser hat zum Beispiel keine Möglichkeit...
In dem Bruchstück "Woyzeck" zeigt sich nicht nur die sehr neue, moderne Technik des kurzen Bildstils, der Situation an Situation in rascher Folge reiht; sondern auch, bei allem grausamen Realismus, ein fast mythischer Lyrismus...

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4 / 5 Sternen (3 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2011
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 08.10.16

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