Schulzeux.de > Deutsch

Referat zu Viktor Klemperers LTI

Inhaltsverzeichnis

Folgend ist ein Referat zur Sprache des Dritten Reichs zu finden, welches sich um Viktor Klemperer und sein Hauptwerk "LTI" dreht. Das heißt, es ist die spezifische Sprache des Nationalsozialismus durch Klemperer langwierig als Zeutzeuge der Hitler-Epoche analysiert und ermittelt worden.

1.)  Referat zu: Viktor Klemperer lti

1.1  Klemperer Lebenslauf/Biographie

- * 9. Oktober 1881 in Landsberg an der Warthe; † 11. Februar 1960 in Dresden
- stammt aus wohlhabendem, jüdischem Elternhaus (Vater war Rabbiner)

- mit 20 Jahren Abitur nachgeholt, später Studium in Philosophie, Romanistik und Germanistik

- konvertiert 1912 zum Protestantismus und erhält Doktorgrad, 3 Jahre später Einsatz im 1. WK.
- wird Professor an der TH Dresden nach Kriegsende bis 1935 (Entlassung aufgrund v. BB-Gesetz)
- nach Bibliotheksverbot : intensive Arbeit an Tagebüchern und LTI
- im Chaos der Dresdener Zerbombung (Feb. 45) erfolgreiche Flucht nach Süddeutschland
- nach Kriegsende : Rückkehr nach Dresden, Sympathie mit DDR, Antipathie mit BRD

1.2 Bedeutendsten Werke

1.2.1 Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten – Tagebücher 1933–1945

- 1995 posthum veröffentlicht (großer Erfolg), erhält Geschwister-Scholl-Preis
- wichtiges Dokument der dt. Geschichte, Original fasst über 5000 Seiten (!), enthält LTI-Material

1.2.2 LTI (Lingua Tertii Imperi, Die Sprache des Dritten Reiches)

- 1947 veröffentlicht, Kürzel LTI als Parodie auf zahlreiche NS-Abk. gedacht (HJ, KdF, BDM,..)
- Zusammenstellung aus Tagebuchnotizen, bezeichnet es selbst nicht als wissensch. Werk

2.) Die Sprache des Nationalsozialismus (LTI)

- umfasst die Rhetorik der NS-Demagogen Hitler & Goebbels sowie neuartiges/verändertes Vokabular

2.1 Die Sprache des Dritten Reichs Merkmale, Besonderheiten und Ausprägungen

- Redundanz & „einhämmernde“ Redeweise ausgewählter Schlagwörter (Rasse, Reich, Volk, Helden(-tum) etc)

- Übertreibungen & Superlative (gigantisch, total, einzigartig, historisch, ungeheuer, unabdingbar)
- in Viktor Klemperer LTI stellt er auch fest: Wortneuschöpfungen / Neologismen (häufig Abwandlungen mit Reich-, Volk- und Rasse-)
- Bedeutungsveränderungen (positive Konnotation ehemals negativ konnotierter Wörter, bspw. „fanatisch“)
- Euphemismen (sachliche Umschreibung grausamer Vorgänge à „Sonderbehandlung“ statt Exekution)
- Begriffe aus unterschiedlichsten Fachbereichen (Medizin, Technik) zwecks Verwissenschaftlichung übernommen
- Sprachgebrauch des (Box-)Sports / der Religion übernommen
- durch multinationale Sprachvielfalt entstand eigenständige Sprache in KZs („Lagersprache“)

2.2 Propaganda im 3. Reich

= die gezielte und organisierte Verbreitung einer Nachricht oder Ideologie, meist im politischen Umfeld
- eine der wichtigsten Aktivitäten der NSDAP (diente Machtergreifung und –erhalt)

- Begriff „Propaganda“ damals keine negative Konnotation!
- Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda schaltet Medien und Kultur gleich (= Kontrolle)

2.2.1 Analyse Hitlerrede

- Untersuchen auf Auffälligkeiten, Schlüsselwörtern, Rhetorik usw.

- diesen part sollen in diesem Referat über Viktor Klemperer LTI die Schüler machen, nach dem ihnen eine hitlerrede vorgespielt worden war.

2.3 „Belastete“ Vokabeln im öffentlichen Sprachgebrauch und in der Vergangenheitsbewältigung nach 1945

- alltägliche Begriffe erhielten auf einmal negative Konnotation, waren tlw. gänzlich Tabu
-> dazu zählten u.a. alle Begriffe mit Rasse, Reich, Führer, Jude, Volk etc.
- auch heute noch einige Begriffe „schwer belastet“

2.4 Referats-Aktualisierung und Fazit

- mit seinem umfassenden Sprachanalysewerk lti hat viktor klemperer große Verdienste für die Wissenschaft geleistet

- neben Reflektion auf NS-Sprachgebrauch auch Reflektion auf heutigen Sprachgebrauch wichtig
-> trotz „Normalisierung“ der meisten NS-Vokabeln tragen wir Mitverantwortung dass es (NS-Zeit) Einmaligkeit in der menschl. Geschichte bleibt

 

Viktor Klemperer LTI Quellen

Literatur:
-
Gerhard Bauer: Sprache und Sprachlosigkeit im „Dritten Reich“, Köln 1988, S. 77ff., 234f,  287ff. & 362

-S. Bork: Mißbrauch der Sprache. Tendenzen nationalsozialistischer Sprachregelung, Bern/München 1970, S. 5f, 50, 121 &  166ff.
- Hannes Heer (Hg.): Im Herzen der Finsternis. Victor Klemperer als Chronist der NS-Zeit, Aufbau-Verlag, Berlin 1997, S. 12ff, 24 , 74ff, 101 & 137f
- Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, Berlin, New York: de Gruyter, 1998, S. 44, 97f, 357 & 661ff

- Hermann Weiß (Hg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main: S. Fischer, 1998 S. 33 & 111ff.

- Thomas Keiderling: F. A. Brockhaus 1905–2005. Brockhaus, Leipzig 2005, Stichwort „Nationalsozialismus“


Internet: wiki

Zur Zeit ist das Thema LTI und Klemperer  Bestandtteil der Abitur und Abi-Klausuren verschiedener Bundesländer, also Obacht!

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

4.2 / 5 Sternen (5 Bewertungen)
  • Autor: Tom Zeddies
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: 13. Klasse
  • Erstellt: 2007
  • Note: 1
  • Aktualisiert: 04.07.16

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 3 plus 1? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+