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"Während des Films" Interpretation & Inhaltsangabe (josef reding)

Inhaltsverzeichnis

Analyse + Intentionsinterpretation von "Während des Films..." (Josef Reding), sowie enthaltener Kurzinhaltsangabe als Zusammenfassung.

1. Analyse "während des Films" von josef reding mit kurzer Inhaltsangabe

In seinem Text „Während des Films...“ stellt der Autor Josef Reding die Gedanken von Personen verschiedenen Standes in der Gesellschaft und verschiedener Altersgruppen zu einem Film, bei dem es sich um eine Dokumentation über den Zweiten Weltkrieg handelt, dar und legt damit offen, dass viele die Vergangenheit nicht aufwühlen, sondern lieber auf sich beruhen lassen möchten und jegliche Schuldgefühle von sich weisen. Der Text erschien 1978, etwas mehr als dreißig Jahre nach Ende des Krieges und spielt in einem deutschen Kino. In acht abschnitte gegliedert, wirkt das Werk von der äußeren Form auf mich sehr ansprechend und lebendig, es kommt keine Monotonie auf.

In den ersten drei Zeilen verwendet Reding eine Vielzahl von sprachlichen Mitteln, die im ersten Moment fast erschlagend auf mich gewirkt haben. Den Vergleich von „Haut- und Knochenbündel [n] der ermordeten Häftlinge...“ mit „Tierkadaver [n] “ finde ich sehr erschauernd und erschreckend, da dies sehr bildlich geschildert ist und, wie man heute weiß, der Realität von damals entspricht. Auch die Personifizierung der Toten, die nun lebendig scheinen und „...in den Graben torkelten“ finde ich sehr treffend. Er hätte genauso gut schreiben können, sie wären in den Graben gelaufen oder gerannt, aber sie sind getorkelt. Das verdeutlicht in während des Films josef reding Analyse, welches schreckliche Schicksal sie erlitten haben, bevor sie der Tod letzten Endes vielleicht sogar erlöste. Die Gedanken, die der jugendliche Portokassenverwalter in den folgenden Zeilen äußert, scheinen sich regelrecht zu überschlagen, was ich an den abgebrochenen Sätzen, den Ellipsen, erkenne.

Der Portokassenverwalter behauptet, dass die Macher solcher Dokumentarfilme beim Publikum „...Schuldkomplexe wecken“ wollen und scheint damit nicht einverstanden zu sein. Im Gegenteil, er äußert eine rechtsgerichtete Meinung, indem er sagt, der Film wurde „Wahrscheinlich von Juden“ gemacht. Sicherlich ist es nicht richtig, bei Menschen, die den Krieg selbst nicht miterlebt haben, Schuldgefühle hervorzurufen, aber ich denke, dass die Aufklärung gerade in der heutigen Zeit wieder sehr wichtig geworden ist. In seiner Wortwahl von zum Beispiel „Wiedergutmachungshausierer“ und „fabriziert“ wird deutlich, dass es nicht ernst gemeint sein kann, dass es irgendwie erzwungen scheint und wie Fabrikproduktion vom Fließband, ohne wirkliche Emotionen in während des Films josef reding Analyse, den Leuten jetzt eine Schuld einzureden. Wenn ich das Wort Hausierer höre, denke ich zuerst an einen Vertreter, der versucht, wehrlosen Rentnern Staubsauger oder Versicherungen zu verkaufen. Und wenn etwas fabriziert wird, dann hat man vorher einen Plan oder ein Konzept, nach dem gearbeitet wird.

Die folgenden Argumente in Form von rhetorischen Fragen, welche teilweise ellipsenförmig gestaltet sind, entschuldigen meiner Meinung nach dennoch nicht die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges. Sicherlich haben auch andere Länder in der Vergangenheit schlimme Dinge getan, aber sollen solche Gräueltaten sich gegenseitig aufheben und die Schuld dadurch von sich weisen? Der nächste Abschnitt schildert die Gedanken eines 30-jährigen Filmkritikers. Aufgrund seines Alters hat er den Krieg nicht mehr miterlebt und die Nachkriegszeit nur als Kleinkind, wodurch er das Elend sicherlich nicht sehr stark wahrgenommen hat. Seine stichpunktartigen, aber aussagekräftigen Sätze drücken aus, welche Gefühle er während des Films entwickelt. Er findet es „Unästhetisch!“, auch wenn, oder gerade weil es sich hierbei um die Realität handelt. Das Ausrufezeichen unterstreicht die Intensität dieses Gedankens. Seine Überlegungen, hinter diese schreckliche Vergangenheit eine Liebesgeschichte zu legen, eventuell etwas dazuzudichten oder zu verschweigen, zeigen mir, wie nüchtern der Journalist den gesamten Film betrachtet, ohne jegliche Emotion.

Er bedauert in während des Films josef reding Analyse, dass in diesem Film künstlerische Elemente fehlen, dass einfach nur die Realität widergespiegelt wird und dass alles „verregnet [en] “ und düster wirkt. Der Ausruf in der letzten Zeile bekräftigt dies. Mit viel stärkeren Emotionen betrachtet die 52-jährige Lehrerin Bordeler den Film. Sie hat den Krieg miterlebt, war damals gern in der Frauenschaft, wo sie von all den ungeheuerlichen Dingen nichts mitbekam. Ihre Figur spielt im Text eine, wie ich finde, sehr wichtige Rolle, denn sie hat den Krieg miterlebt, schildert, welches Verhältnis sie zu verschiedenen Personen hatte und man merkt, dass sie wirklich stark emotional von der Dokumentation eingenommen wird. Siw wirft Fragen auf, beantwortet diese teilweise selbst, redet in Ellipsen und ist völlig aufgelöst. Die Gedankenstriche zwischen Wörtern zeigen, wie schwer es ihr fällt, über die Vergangenheit zu reden. Dass sie die Opfer des Krieges einfach nur als „die da“ bezeichnet, die auf der „verfluchten, sachlichen Leinwand“ elendig sterben, verstärkt dies noch.

Dann verlässt die Lehrerin den Kinosaal, wahrscheinlich kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Diese Begebenheit zeigt, dass sie sich ihrer Mitschuld zwar bewusst ist, sich dem aber nicht stellen möchte. Die im anschließenden Textabschnitt in der Kurzgeschichte während des Films josef reding beschriebenen Gefühle eines Prokuristen bilden hierzu einen starken Kontrast, denn scheinbar hat er nicht viele Gefühle und Gedanken zu dieser Thematik. Er isst seine Nüsse, welche in einer „fröhlichbunten Folienverpackung“ liegen und versucht dabei möglichst wenig Geräusche zu machen, um niemanden zu stören. Dass der Autor so hervorhebt, dass die Verpackung „fröhlichbunt [en] “ ist, bildet einen extremen Gegensatz zum Film und zur allgemeinen Stimmung im Kino. Auch wenn der Prokurist nicht viel jünger ist als die Lehrerin, scheint er einen ganz anderen Bezug zur Vergangenheit zu haben als sie, es scheint ihn nicht sonderlich zu berühren, er hat keine Schuldgefühle und sieht sich diese Dokumentation an, als wäre es ein beliebiger Kinofilm, vielleicht eine Actionkomödie. Der Oberprimaner in der Kurzgeschichte während des Films josef reding, der sich den Film zusammen mit der Sprechstundenhilfe ansieht, ist an den Geschehen im Film scheinbar überhaupt nicht interessiert, sondern überlegt nur, welche Annäherungsversuche er machen könnte und freut sich auf das Ende des Fils, denn dann „wird es draußen dunkel sein.“

Er fühlt sich in dem Film fehl am Platz, de er zu der Zeit nicht gelebt hat, also auch nicht Schuld an den Ereignissen ist. Ähnlich denkt auch die Sprechstundenhilfe. Dass Kriminalrat Mutt, welcher früher Oberscharführer war, seien Eintrittskarte verfallen ließ, weil er die „Vergangenheit nicht unnötig aufwühlen“ wollte, finde ich sehr traurig, denn gerade seien Figur verkörpert jemanden, der sich mit der Schuldfrage des Zweiten Weltkrieges auseinandersetzen sollte und der mit Aufklärung dazu beitragen könnte, dass sich so etwas in der Geschichte nicht wiederholt. Der letzte Abschnitt verdeutlicht noch einmal, dass die Deutschen an ihrer Geschichte nicht total desinteressiert sind, allerdings, in Bezug auf die vorhergehenden Abschnitte, aus teilweise erzwungenen Gründen solche Vorstellungen besuchen. Die Menschen wollen Interesse zeigen, ohne sich der Vergangenheit zu stellen.
Mit diesem text schafft es der Autor, zum Nachdenken anzuregen. Er möchte zeigen, dass es nicht ausreicht, ein scheinbares Interesse an der Geschichte zu heucheln. Wenn man verhindern möchte, dass es jemals wieder soweit kommt wie in der Kurzgeschichte während des Films josef reding, dass Minderheiten von der Gesellschaft ausgeschlossen und abgeschottet werden und bis zu Tode gequält, dann reicht es nicht aus, sich in einen Kinofilm zu setzen, sich ein Buch durchzulesen oder ein Video auszuleihen. Wenn man wirklich etwas verändern möchte, muss man sich gezielt mit der Geschichte auseinandersetzen und sein Wissen auch mit anderen teilen. Gerade heutzutage, wo viele Menschen Gleichgültigkeit gegenüber der Politik empfinden, halte ich das für besonders wichtig.

2. Interpretation der kurzgeschichte "während des Films..."


Mit dem Text „Während des Films...“ möchte Josef Reding zum Nachdenken anregen und die Menschen dazu auffordern, nicht nur scheinbar Interesse an der Geschichte zu zeigen, sondern sich auch aktiv für Aufklärung einzusetzen. Die Menschen, die zu Kriegszeiten gelebt haben, sollen sich keine Schuld einreden, sondern fragen, wie es möglich war, dass es derartige Ausmaße annehmen konnte, dass Menschen, nur weil sie „anders“, bezogen auf Religion, Krankheit oder Hautfarbe waren, eingesperrt und vergast wurden. Ich bin der Meinung, dass dieser Text nie an Aktualität verlieren kann, denn das, was damals passiert ist, darf nie wieder vorkommen. Mann kann und darf die Vergangenheit Deutschlands nicht leugnen. Gerade unter Jugendlichen verbreitet sich Respektlosigkeit gegenüber der Politik. Immer mehr Personen glauben, dass für sie nichts getan wird und immer mehr Leute identifizieren sich mit dem Rechtsextremismus. Wenn jetzt jemand in der Kurzgeschichte während des Films josef reding kommen würde, so wie damals Hitler, der der Jugend Perspektiven gibt, uns eine bessere Zukunft verspricht, unsere Interessen unterstützt und fördert, dann kann es sehr schnell passieren, dass eine ganze Nation auf eine einzige Person hört. Und wenn es in einem Staat bereits so weit gekommen ist, dann ist der Schritt zur Verfolgung von Minderheiten und zur Rassendiskriminierung nicht mehr weit. Und jeder macht mit, aber hinterher hat wieder keiner etwas gewusst.

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4.1 / 5 Sternen (14 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Deutsch
  • Stufe: Keine Angabe
  • Erstellt: 2005
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 29.11.16

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  • Klaroni schrieb am 14.09.2015:

    Voll gut :)

  • Falk schrieb am 27.11.2012:

    Sehr schön! :-)

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