Schulzeux.de > Geschichte

Boxeraufstand Referat

Inhaltsverzeichnis

Dieses Referat bietet eine Zusammenfassung zum Boxeraufstand in China mit Zeittafel.

1. Chinas politische Entwicklung im 19 Jh. - Die Zerstückelung Chinas

1840-42 Opium Kriege: England erobert bis Schanghai
1842 Der Vertrag von Nanjing sichert Ausländern zahlreiche Häfen und
andere Konzssionen zu. Gebietsverluste für China und wirtschaftlicher
Schaden durch ausländische Billigprodukte.
1851-56 Der Taiping Aufstand schwächt die Quing Dynastie stark, kann aber
niedergeschlagen werden.
1858 Ausländer nutzten diese Schwäche, um China weitere Häfen zu
erhalten und Gesandte an den Hof entsenden zu dürfen.
1862-72 Ga T’ung-chih Restauration: Versuch einer Modernisierung
In den folgenden Jahren verliert China immer mehr Gebiete und Einflußsphären (Korea,Indochina,Taiwan u.v.a.) an Mächte wie England,Japan, Rußland, Deutschland, aber auch Belgien, Portugal, Italien und USA (Wirtschaft).
1895 Dtl.: Hankou, Tianjin
1897 Dtl.: Qingdao, Jiaozhou (beide Shandong)
1898 11. Juni- 21.Sept. "Reform der Hundert Tage" des Marioettenkaisers Guang-xu wird von Cixi zugelassen...
1899 "Offene Tür Politik"
1900 Naturkatastrophen und das arogante Verhalten der Ausländer, v.a. auch der Missionare ("Barbaren"), die Unschlüssigkeit der Qing Administration, großer Fremdenhaß in Regierungskreisen (z.B.: Prinz Tuan, der großen Einfluß auf seine Tante Cixi hat) führen dazu, dass es zum sog. "Boxeraufstand" kommt.

2. Ursachen des Boxeraufstandes

2.1. Geheimbünde

G. haben in China eine lange Tradition. Sie sind eine Mischung aus polit. Vereinen und Sekten. Der Boxeraufstand ergibt sich durch den Zusammenschluß verschiedener G., die v.a. in Shandong und Zhili aktiv waren. Die wichtigsten und Namensgeber sind die Yihequan ("Faustkämpfer für Gerechtigkeit), Einflüße auf sie kommen von der Jahrhunderte alten Sekte "Weißer Lotus", von der Gebaohui (Gesellschaft der älteren Brüder) und der Dadaohui (Gesell. der großen Schwerter). Die Yihequan waren vom Volksdaoismus geprägt und behaupteten, dass die Ausländer Teufel seien und diese Barbaren, die an den Naturkatastrophen schuld seien getötet werden müssen. Es gab Teufel erster Klasse: Ausländer. 2.Klasse: Chinesenchriten und 3.Klasse: Opportunisten, z.B.: aus der Verwaltung. Sie behaupteten, z.B.:, dass ihnen 8 Mill. mystische Helden aus dem Totenreich beistehen würden, China zu befreien. Die Regierung war zunächst unschlüssig, ob es sich bei den Boxern, um Patrioten, Verbrecher, Betrüger, Spinner oder Staatsfeinde handele. Sie blieb zunächst untätig, unterstüzte sie zu Beginn des Aufstands (gefälschtes Dokument von Prinz Tuan an Cixi), wandte sich aber schließlich gegen sie, nachdem sie Beijing anzündeten und Regierungsbeamten angriffen.

2.2. Verlauf des Boxeraufstandes

1900:

11.1. Edikt der Kaiserinwitwe verrät verstecktes Wohlwollen für die fremdenfeindlichen, prodynastischen Boxer-Bewegung, die sich nun gestärkt fühlt.

Mai: Die Boxer rücken von Shandong aus nach Beijing vor. Fengtau wird niedergebrannt. Changxitian angegriffen. 337 Mann internationale Schutztruppen, meist Matrosen von den Kriegsschiffen vor Tianjin, marschieren in das Gesandtenviertel von Beijing ein.

6. Juni: Ein kaiserliches Edikt schiebt die Schuld an den Unruhen den Chinesenchristen zu.
10.Juni: Ein 2129 Mann starkes Expeditionsheer unter Admiral Sir Edward Seymour (GB) bricht von Tianjin Richtung Beijing auf. Das Heer besteht aus 915 Engländern, 512 Deutsche, 312 Russen, 157 Franzosen, 111 Amerikanern, 54 Japanern, 42 Italienern und 26 Österreichern. Sie waren mit 7 Feldgeschützten und 10 Maschinengewehren ausgerüstet. Zu Admiral Seymours Stab gehörten auch die zwei Marineoffizire Captain John Jellioce und Commander David Beatty, die 15 Jahre später die Schlacht von Jütland leiteten. Das Korps wird schon unterwegs immer wieder von Bauernmilizen, Boxern und sogar von Regierungstruppen angegriffen (ca.S.90). Daher zieht sich das Heer nach Jangtsun zurück. Es erreicht niemals Beijing. Die strategisch wichtigen Taku-Forts werden von allierten Seeverbänden eingenommen (S.86ff.). Die Ausländerkolonie in Tianjin wird durch überlegene chinesische Truppen belagert, aber bedingt durch dren Unschlussigkeit nicht erobert. In Tianjin befindet sich auch der spätere amerikanische Präsident Edgar Hoover (26Jahre).
14.Juni: Boxer dringen in Beijing ein. Es kommt zu Unruhen. Im Gesandschaftsviertel sind etwa 4000 Ausländer und Chinesen eingeschlossen. hinzu kommen ca. 3000 Chinesenchristen in der Peitang-Kathedrale.
16/17 Juni: Regierungskonferenz im Winterpalast über die Boxerfrage. Prinz Tuan, der für die Boxer Partei ergreift, legt ein gefälschtes Ultimatum der Kolonialmächte vor (S.67). Der Hof gewährt den Boxern daraufhin Unterstützung.
19.Juni: China bricht die Beziehungen zu den diplomatischen Vertretungen ab und fordert sie auf, binnen 24 Stunden Beijing zu verlassen und nach Tianjin zu gehen.
20.Juni: Der Gesandte der dt. Reichsregierung, Baron von Ketteler, wir auf offener Straße ermordet. Acht chin. Vizekönige und Governeure verweigern der Kaiserinwitwe die Gefolgschaft und verlangen die Unterdrückung der Boxer. Die Diplomatenkolonie in Beijing verschanzt sich; die britische Geasandschaft dient als Kommandozentrale. Rund 500 bewaffnete Ausländer stehen 20’000 Chinesen gegenüber.

13/14 Juli: Eroberung und Plünderung von Tianjin durch die Allierten. Aufgrund falscher Berichte über ein angebliches Masaker an den Gesandtschaftsangehörigen entsendet Kaiser Wilhelm II. den Feldmarschall Graf von Waldersee mit einem 30’000 Mann starken Expeditionsheer nach Tianjin. Verabschiedung der Soldaten in Bremerhaven mit der berühmt-berüchtigten Hunnenrede. Auch die anderen Staaten entsenden Truppen.
16 Juli- 4.August: Waffenstillstand in Beijing

4.August: Eine allierte Entsatztruppe setzt sich von Tianjin aus in Marsch: 20000 Japaner, Russen, Engländer, Amerikaner, Franzosen, Italiener, Österreicher und Deutsche.
13.August: Sturm der Boxer auf die Verteidigungsstellungen der Ausländerkolonie in Beijing. Ankunft der Entsatztruppen vor der Stadt.
14.August: Eroberung Beijings durch die Allierten, Befreiung der Eingeschlossenen im Diplomatenviertel.
15.August: Flucht Cixis nach Xi’An. Plünderung Beijings.

11.November: Jung Lu, Oberbefehlshaber der Kaiserlichen Armee und gemäßigter Politiker, dessen Hinhaltestrategie die Erstürmung des Gesandtschaftsviertels verhindert hatte, übernimmt in Xi’An den Vorsitz des Großrates: Entgegenkommende Haltung gegenüber den Kolonialmächten. Bestrafung der Boxerfreunde am Hof.

3. Folgen des Boxeraufstandes

3.1. Für China

Ein Kaiserlicher Prinz muß nach Berlin reisen und sich offizell für die Ermordung von Kettelers entschuldigen. Bestrafung der schuldigen Chinesen (Todesurteile!). Fast 450 Millionen Silber$ (ca. 70 Mill. Pfund Sterling) Reparationszahlungen. Zahlungen von Entschädigungen an betroffene Ausländer. Verbot von Waffeneinfuhr. Zulassung von zwölf ausländischen Militärstützpunkten zwischen Beijing und Tianjin. Schleifung der Taku-Forts. Aufwertung der ausländischen Gesandtschaften. Verbot einer Mitgliedschaft in ausländerfeindlichen Gesellschaften (Todesstrafe!). Rußland besetzt endgültig die Mandschurei und erklärt sie zum Protektorat.
Im Jahre 1912 ruft Sun-Yat-Sen, nach jahrelange Unruhen und Bürgerkrieg, die chinesische Republik in Nanjing aus, die Qing-Dynastie ist beendet.

3.2. In Deutschland

Durch die Erfolge des Weltmarschalls von Waldersees wurde dem Weltgeltungsbedürfniss Wilhelms II. Geltung getragen. Im Handel brachte das Ganze Nichts (Im-Export um 4%-5%). Deutschland wurde zu keiner großen Kolonialmacht und mehr als Qingdao Bier ist nicht übrig geblieben.

Hilf uns und deinen Freunden, indem du diese Seite teilst, verlinkst und bewertest

4.4 / 5 Sternen (18 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2011
  • Note: Ohne Wertung
  • Aktualisiert: 12.07.16

Schreibe jetzt deine Meinung

    Was ist 16 / 4? Ergebnis:  
Wähle dein Bild:

Mitmachen

Drag & Drop oder: Durchsuchen... Endungen: .doc(x) .xls(x) .ppt(x) .pdf .txt .rtf .jpg .gif .png .bmp

Danke für deinen Besuch bei Schulzeux.de

Zeig diese Seite deinen Freunden

Mithelfen ist ganz einfach

Du hast sicher auch noch Hausarbeiten, Vorträge etc. auf deinem PC. Veröffentliche sie in wenigen Sekunden und hilf damit tausenden Mitschülern.

Mehr Infos

Schulzeux.de auf Facebook

Schulzeux.de bei Google+