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Referat über Konzentrationslager am Beispiel KZ Buchenwald

Inhaltsverzeichnis

Arbeitsauftrag:

Verschaffe dir während der Exkursion einen Überblick über das Konzentrationslager (Film, Museum) und bearbeite anschließend die gestellten Teilaufgaben, gegebenenfalls mit Material aus zusätzlichen Quellen, z.B. Bücher, Internet…
Präsentiere deine Lösungen und Material in einer Mappe und als Referat!

Teilaufgaben:

1. Eingangsbereich/ Tor- und Folterzelle

a) Deute die Inschrift des Tores!
b) Wähle Widerstandskämpfer der Todeszellen aus und informiere dich über deren Wirken!
c) Welche Ansichten verfolgten die Nazis mit der Folterung dieser Häftlinge?

2. KZ- Organisation

a) Informiere dich über Größe und Aufbau der gesamten Buchenwaldanlage!
b) Nenne Länder, aus denen Häftlinge inhaftiert wurden!
c) Charakterisiere die Lebensbedingungen der Häftlinge, besonders die Unterbringungen!

3. Vernichtung durch Arbeit

a) Beschreibe die Häftlingsarbeit in den Steinbrüchen!
b) Informiere dich über Vorgehensweisen der Nazis gegenüber arbeitenden Häftlingen!

4. Behandlungsmethoden

a) Stelle unmenschliche Behandlungsmethoden der Nazis gegenüber den Häftlingen dar!

- Genickschussanlage
- Keller im Krematorium
- Krematorium
- Leichenverbrennung im Hof des Krematoriums
- Medizinische Versuche an Menschen

b) Bewerte diese Behandlungsmethoden!

5. Lagerbefreiung

a) Nenne Beteiligte an der Befreiung!
b) Beschreibe den Ablauf der Befreiung!

6. Buchenwald in der Nachkriegszeit

a) Informiere dich über Inhalt und Bedeutung des Lagers in der Zeit von 1945 – 1949!

Zusatzaufgaben:

a) Wann wurde die Straße der Nationen angelegt, wer war zu dieser Arbeit verpflichtet worden, gab es auch Opfer?
b) Informiere dich über Zahlen und Herkunft der Toten anhand dieser Straße! Welches Anliegen wurde mit der Errichtung dieser Anlage verfolgt?

1. Eingangsbereich/ Tor- und Folterzelle

1.a) Inschrift des Tores
Der uralte Gerechtigkeits- und preußische Wahlspruch am Toreingang vom KZ Buchenwald

1.b) Widerstandskämpfer Emil Carlebach

Am 9.April 2001 verstarb in Frankfurt am Main nach langer Krankheit der antifaschistische Widerstandskämpfer Emil Carlebach. Der Mitbegründer der VVN-BdA und langjährige Vizepräsident des Internationalen Buchenwald-Komitees wurde am 10. Juli 1914 als Sohn einer Frankfurter Kaufmannsfamilie geboren. Schon frühzeitig wurde er politisch aktiv: Zuerst im Sozialistischen Schülerbund, später im kommunistischen Jugendverband und in der KPD. Als 18jähriger trat er der Gewerkschaft bei. Wachen Auges verfolgte er die Entwicklung in den letzten Jahren der Weimarer Republik. Für ihn war klar, dass es kein "Sturz ins Dritte Reich" war, sondern eine von ökonomisch und politisch mächtigen Kräften gestützte Entwicklung. "Hitler war kein Betriebsunfall", so titelte er später eines seiner erfolgreichsten Bücher.

Der Januar 1933 machte ihn zum doppelt Ausgegrenzten: als politischen Gegner und als Angehörigen einer jüdischen Familie. Schon bald wurde er wegen antifaschistischer Tätigkeit verhaftet und zu einer ersten Gefängnisstrafe verurteilt. Sofort nach seiner Entlassung setzte er seinen Widerstand fort, schrieb Artikel und stellte illegale Zeitungen her. Im Januar 1934 wurde er erneut verhaftet. Nun begann eine mehr als elfjährige Tortur als "Toter auf Urlaub". Verurteilt zu drei Jahren Gefängnis, wurde er nach der Haftzeit in das KZ Dachau überführt. 1938 kam er nach Buchenwald, wo er bis zum 11.April 1945 interniert war.

In Buchenwald wurde er schon bald in die illegale Lagerorganisation der Häftlinge integriert. Obwohl Juden eigentlich keine Funktionen bekleiden durften, gelang es der Häftlingsorganisation, Emil Carlebach zum Blockältesten im Block der jüdischen Häftlinge zu machen. Dort konnte er durch umsichtiges Handeln und klare Orientierung für die Neuankommenden Häftlinge dazu beitragen, dass viele von ihnen nicht am SS-Terror zerbrachen, sondern Mut fassten und damit überlebten. Zu Recht sah die SS in Emil Carlebach einen der Akteure des illegalen Widerstandes der Häftlinge im Lager Buchenwald. Als am Morgen des 6. April 1945 die SS 46 deutsche und ausländische politische Häftlinge ans Tor befahl mit dem Ziel der Liquidierung, war sein Name darunter. Die 46 Häftlinge wurden jedoch von ihren Mitgefangenen vor der SS versteckt und Emil Carlebach überlebte dadurch die Hölle von Buchenwald. Für ihn wurde der 11.April 1945, der Tag der Selbstbefreiung des Lagers, zum Tag der "zweiten Geburt", wie er es einmal formulierte.

Im Mai 1945 kehrte Emil Carlebach nach Frankfurt/M. zurück und stürzte sich mit ganzer Kraft in den antifaschistisch demokratischen Neubeginn in Hessen. Ob beim Wiederaufbau der Arbeiterparteien, die er sich "aus den Erfahrungen der Weimarer Zeit" nur als Einheitsorganisationen vorstellen konnte, in den entstehenden parlamentarischen Formen als Stadtverordneter und als Mitglied des hessischen Landtages ab Dezember 1946 oder als Mitbegründer und Lizenzträger der "Frankfurter Rundschau", immer stand Emil Carlebach als Kommunist und Antifaschist in der vordersten Linie des politischen Geschehens. Doch bald schon musste er erleben, dass antifaschistischer Neuanfang mit den Vorstellungen der amerikanischen Militärbehörden nicht konform ging. Auf Druck der Amerikaner entwickelte sich trotz klarer Mehrheiten für die Arbeiterparteien im hessischen Landtag eine Grosse Koalition; Emil Carlebach selber wurde 1947 von der Militärbehörde als Lizenzträger der FR abgelöst.

Als Mitbegründer der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" in Frankfurt, in Hessen und auf gesamtdeutscher Ebene in den Jahren 1946/47 machten er und seine Kameraden in den folgenden Jahren auf verhängnisvolle Entwicklungen aufmerksam, protestierten gegen schleppende Entschädigungszahlungen oder gegen die Rehabilitierung alter Nazis.

Nach dem KPD-Verbot siedelte Emil Carlebach zeitweilig in die DDR über und arbeitete dort als Journalist. Nach seiner Rückkehr in die Bundesrepublik wurde er über lange Jahre Mitglied des Präsidiums der VVN-BdA und leitender Redakteur der antifaschistischen Wochenzeitung "Die Tat". Anfang der 70er Jahre übernahm er verstärkt Funktionen auch in der Lagergemeinschaft Buchenwald -Dora und vertrat die deutschen Kameraden als Vizepräsident des Internationalen Buchenwald-Komitees.

Neben seiner journalistischen Tätigkeit war sein Hauptanliegen die Geschichtsvermittlung an die nachwachsenden Generationen. Dafür verfasste er zahlreiche Aufsätze und Bücher zu den Themen: Wie konnte es zum Faschismus kommen?, Arbeiterjugendbewegung in Frankfurt/M., antifaschistischer Widerstand, zur Geschichte des KZ Buchenwald und zur

Leistung des Häftlingswiderstandes sowie über die Gründerjahre der "Frankfurter Rundschau". Viele dieser Bücher erlebten mehrere Auflagen. Vor allem waren sie Anknüpfungspunkte für Gespräche und Diskussionen mit jungen Menschen, in denen Emil Carlebach bis vor wenigen Jahren seine Erfahrungen weiterzugeben versuchte. Mit seinen klaren Worten, die mit Schärfe gegen den politischen Gegner nicht sparten, machte er sich nicht bei allen beliebt. Manche "vor allem politisch Verantwortliche" fühlten sich (meist zurecht) angegriffen. Doch diese Gradlinigkeit und Klarheit verschaffte ihm auf der anderen Seite auch enormen Respekt. Für alle Gutwilligen war erkennbar, dass er weiterhin zu seiner Überzeugung, für die er Gefängnis und KZ in Kauf genommen hatte, stand. Gesellschaftliche Anerkennung konnte er als Kommunist in der Bundesrepublik lange Jahre nicht erwarten. Geehrt wurde er jedoch durch die VVN-BdA mit der Ehrenmedaille des Widerstandes und durch die Stadt Frankfurt/M. mit der Johanna-Kirchner-Medaille.

Eine heimtückische Krankheit hinderte ihn in den letzten Jahren, weiter an den ihm so wichtigen politischen Debatten und der Geschichtsvermittlung teilzunehmen. In einem Brief erinnerte er 2000 am Jahrestag der Selbstbefreiung an den Schwur von Buchenwald:
"Das war und ist und bleibt unsere Losung. Das haben wir 21 000 vor einem halben Jahrhundert auf dem Appellplatz in Buchenwald geschworen. Doch unser Ziel ist noch nicht erreicht. In vielen Ländern toben neue Kriege, erheben faschistische Demagogen wieder ihr Haupt. Wir, die Veteranen des antifaschistischen Kampfes, erinnern uns und warnen unsere Völker, vor allem unsere Jugend: Glaubt nicht den Schlagworten. Wir müssen in Wort und Tat der heraufziehenden Gefahr widerstehen. Das sind wir unseren gefallenen Kameraden und unseren heutigen jungen Mitgliedern schuldig."

Emil Carlebach hat die antifaschistische Geschichte und Politik in der Bundesrepublik Deutschland aktiv mit geprägt. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten in der der Bundesrepublik Deutschland (VVN-BdA) wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Biographie Jorge Semprúns

Jorge Semprún ist am 10. Dezember 1923 in Madrid geboren. Er stammt aus einer großbürgerlichen, katholischen Familie, die sich aktiv für die Republik und fundamentale soziale Reformen einsetzte. Jose Maria Semprún, sein Vater, war ein angesehener links-liberaler Rechtsprofessor. Seine Mutter, Susana Maura, war die Schwester des Mitbegründers und ersten Innenministers der Republik, Miguel Maura. Mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs 1936 geht Jorge Semprúns Familie ins Exil. Zuerst siedelt sie nach Den Haag
über, wo Semprúns Vater als Botschafter der spanischen Republik tätig war. 1939 zieht die Familie nach Paris. Dort beendet Jorge Semprún die Schule und studiert anschließend an der Sorbonne Philosophie. In Paris beginnt er sein gesellschaftliches und politisches Engagement. 1941 tritt er der kommunistischen Resistance-Organisation ''Francs-Tireurs et Partisans'' bei.

Ein Jahr später schließt sich Jorge Semprún der Kommunistischen Partei (KP) an. Als Gerard Sorel arbeitet er im Untergrund gegen den Faschismus. 1943 wird er von der Gestapo verhaftet, gefoltert, verhört und in das Konzentrationslager (KZ) Buchenwald deportiert. Dort beteiligt er sich am lagerinternen Widerstand. Die inhaftierten Kommunisten hatten im KZ eine Selbstverwaltung aufgebaut. Sie diente dazu, den Widerstand gegen das Naziregime zu koordinieren und zu organisieren. Jorge Semprún bekommt eine Stelle in der Arbeitsstatistik. Er ist Funktionshäftling und somit vor der Deportation in die Außenlager geschützt, die zumeist den sicheren Tod bedeuteten. Im Mai 1945 kehrt Jorge Semprún nach der Befreiung Buchenwalds nach Paris zurück.
Dort ist er bis 1952 als Übersetzer für die UNESCO tätig. Ab 1953 übernimmt er die Koordination des Widerstandes gegen das Franco-Regime. Er wird innerhalb kürzester Zeit Mitglied des Zentralkomitees und Politbüros der spanischen Exil-KP. Unter dem Decknamen Frederico Sanchez leitet er von 1957-1962 den Aufbau einer geheimen Parteiorganisation in Madrid. Sein Leben führt Jorge Semprún in diesen Jahren unter verschiedenen Decknamen in der Illegalität.1964 wird er gemeinsam mit Fernando Claudin aus der KP Spaniens ausgeschlossen.
Vorausgegangen waren Differenzen über die inneren Strukturen und die Strategie der Partei. Einige Jahre später werden diese ''parteifeindlichen'' Thesen Semprúns und Claudins als ''Eurokommunismus'' zur offiziellen Strategie der KP Spaniens. Zu diesem Zeitpunkt hat er jedoch schon vollends mit dem Kommunismus gebrochen. Jorge Semprún lebt auch nach dem Tod Francos 1974 und der beginnenden Demokratisierung Spaniens weiterhin in Paris. Erst mit seiner Ernennung zum parteilosen Kulturminister Spaniens durch Filipe Gonzales 1988 kehrt er in sein Heimatland zurück.

Dieses Amt übt er allerdings nur drei Jahre lang aus. Danach zieht er sich wieder aus der Politik zurück und widmet sich mit ganzer Kraft seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Ein Jahr vor seinem Parteiausschluss beginnt Jorge Semprún seine Laufbahn als Autor und Publizist. 1963 erscheint sein erster autobiographischer Roman Die große Reise. Diesem erfolgreichen Buch folgen weitere Romane wie Der zweite Tod des Ramon Mercader (1969), Frederico Sanchez (1977), Was für ein schöner Sonntag! (1980), Der weiße Berg (1986), Frederico Sanchez verabschiedet sich (1994) und Unsre allzu kurzen Sommer (1999). In den Mittelpunkt seines literarischen Schaffens stellt Jorge Semprún seine bewegte Autobiographie. Neben zahlreichen Romanen schreibt er seit den 60er Jahren auch zahlreiche Drehbücher - unter anderem Der Krieg ist aus (1966), Z (1968), Das Geständnis (1970), Die Guerilla (1983). Im Jahre 1994 erhält Jorge Semprún den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main

Hans Gasparitsch - Biographie (Widerstandskämpfer und ehemaliger Häftling der KZ Welzheim, Dachau, Flossenbürg und Buchenwald)

Hans Gasparitsch wurde am 30. März 1918 in Stuttgart geboren und wuchs im Arbeiterviertel Ostheim auf. Geprägt wurde er durch seine sozialistischen, pazifistischen Eltern, die bei den Naturfreunden organisiert waren. So ging es an den Wochenenden mit den Naturfreunden zum Wandern, und vom 6. Lebensjahr an war Hans im Arbeiter-Schwimmverein seiner Eltern. Eine Zeit lang war er auch bei den Roten Falken organisiert. Darüber hinaus las Hans in seiner Freizeit sehr viel, wobei ihn besonders die sozialkritische und die humanistische Literatur stark prägte.

Im Jahre 1932 begann Hans eine Lehre als Schriftsetzer, da sein Vater arbeitslos wurde und das Schulgeld für die Realschule nicht mehr zahlen konnte. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 trafen sich Hans und seine FreundInnen - die meisten aus dem Arbeiter-Schwimmverein - weiterhin, um gemeinsam ihre Freizeit mit Wanderungen zu verbringen. Sie vereinte ihre Abneigung gegen den Nationalsozialismus und die Hitlerjugend und ihre Abscheu gegen Zwangsmaßnahmen.
Die illegale Wandergruppe wurde im Laufe der NS-Zeit durch die gesellschaftliche Entwicklung mehr und mehr politisiert. Schließlich bildete sich im Herbst 1933 aus der Wandergruppe heraus eine Widerstandsgruppe mit dem Namen "Gruppe G" (G für Gemeinschaft). Die Jugendlichen hielten konspirative Treffen ab, gaben sich Tarnnamen (Hans hieß Micha), diskutierten, bildeten sich politisch, druckten und verteilten Flugblätter und malten Parolen an die Wände.

Bei einer Aktion der Gruppe im Frühjahr 1935 schrieb Hans "Hitler = Krieg" und "Rot Front" an die Sockel zweier Statuen im Stuttgarter Schlossgarten und wurde kurz danach verhaftet. Der 17jährige wurde für seine Widerstandsaktion gegen den Krieg zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Haftzeit im Gefängnis auf dem Oberen Kuhberg in Ulm kam er - weil "das Strafziel nicht erreicht war" - in die KZ Welzheim, Dachau, Flossenbürg und Buchenwald.

Durch die Solidarität der politischen Häftlinge überlebte Hans in zweifacher Hinsicht die Konzentrationslager. Psychisch, weil er durch sie nicht gebrochen werden konnte und physisch, weil er durch sie vor dem "Todeskommando Steinbruch" gerettet wurde. Diese in den KZ erfahrene Solidarität und Menschlichkeit machten Hans aber auch zum überzeugten Kommunisten. Am 11. April 1945 war er an der Selbstbefreiung der Häftlinge des KZ Buchenwald beteiligt und leistete zusammen mit den Überlebenden auf dem Appellplatz am 19. April 1945 den "Schwur von Buchenwald", dem er sein ganzes Leben verpflichtet blieb.

Nach der Rückkehr begann er, seine 1935 zwangsweise unterbrochene politische, antifaschistische Aktivität fortzusetzen und engagierte sich für den Aufbau eines neuen Deutschlands. Im Jahre 1947 gründete Hans zusammen mit anderen die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes im Südwesten und prägte die Organisation durch seine Aktivität mit. In der DDR wurde ihm ermöglicht, das Abitur zu machen und Journalismus zu studieren. In der BRD musste er diesen Beruf wieder aufgeben, weil die "Zeitungen Volksstimme" und "Badisches Volksecho" im Zuge des KPD-Verbotes verboten und beschlagnahmt wurden.

Eine andere Zeitung, die einen Redakteur mit dieser Vergangenheit eingestellt hätte, gab es nicht. Zusammen mit seiner Frau Lilly hielt er sich mit einem Milchladen über Wasser. Durch ein Fernstudium der Architektur baute sich Hans eine neue berufliche Existenz auf. Im Jahre 1960 wurden die von ihm und drei anderen Überlebenden der Widerstandsgruppe niedergeschriebenen Erinnerungen als Buch "Die Schicksale der Gruppe G" von einem Verlag in der DDR herausgebracht. In der BRD erschien erst im Jahre 1994 unter dem Titel "Hanna, Kolka, Ast und andere..." eine aktualisierte Neufassung des Buches über die "Gruppe G". Vor allem den jungen Generationen wollte er seine Erlebnisse und Erfahrungen im Kampf gegen den Faschismus vermitteln.

So besuchte er immer wieder Schulen und auch Universitäten, führte Gruppen durch die Gedenkstätten Dachau, Oberer Kuhberg und Buchenwald und bei antifaschistischen Stadtrundfahrten in Stuttgart.In der Bundesrepublik engagierte sich Hans bei allen wichtigen gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen, war bei Protesten und Widerstand aktiv dabei: Kampf um den Frieden, Kampf dem Atomtod, Ostermärsche, Nein zu Pershing II, Kein Blut für Öl, Bundeswehr in alle Welt - Wir sagen Nein, Stoppt den Krieg. Darüber hinaus setzte er sich für den Erhalt und Ausbau, aber auch gegen die Verfälschung bzw. Umwidmung der nationalsozialistischen Gedenkstätten ein.

Viele Jahre lang war er der Vorsitzender des Trägervereines Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg in Ulm. Aber immer wieder war er aktiv auf der Straße: So demonstrierte Hans am 26. Mai 1993 in seiner alten KZ-Häftlingskleidung in Bonn gegen die faktische Abschaffung des Asylrechtes durch den Deutschen Bundestag und musste sich dabei von Polizisten anrempeln lassen. Am 26. Mai 2000, (erst) 55 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus, bekommt Hans für sein antifaschistisches Engagement vom Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Hans Gasparitsch starb am 13. April 2002 nach schwerer Krankheit in Stuttgart.

Ein menschlicher Mensch Als Jugendlicher leistete Hans Gasparitsch gegen den deutschen Faschismus Widerstand und musste dafür 10 Jahre seines Lebens in nationalsozialistischen Gefängnissen und Konzentrationslagern verbringen.Im Januar 1996 kam er im Rahmen unserer "Zeitzeuginnengespräche - Wider das Vergessen" nach Münster und berichtete vielen jungen Menschen von seinen Erlebnissen und Erfahrungen im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Wir erfuhren von ihm aber mehr als "nur" Geschichte aus erster Hand. So erzählte er uns auch von der großen Menschlichkeit und Solidarität unter den Häftlingen, die er neben der Gewalt und dem Terror im Konzentrationslager kennen gelernt und die ihn für alle Zeiten geprägt hatte.

Es war für alle eine unvergessliche Begegnung! Leider war Hans Gasparitsch "nur" dieses eine Mal in Münster, aber wir trafen uns immer wieder an den verschiedensten Orten - auch in Buchenwald - und wir blieben freundschaftlich verbunden. All diese Gespräche mit ihm über Geschichte und Politik, aber auch über andere Dinge des menschlichen Lebens, und seine Liebe zur Natur und - trotz alledem - zu den Menschen haben mir persönlich sehr viel gegeben! Wir haben mit Hans Gasparitsch einen aufrichtigen und warmherzigen Menschen verloren, der Zeit seines Lebens mit offenen Augen durch die Welt ging! Er war ein wahrhaft menschlicher Mensch! Wir werden ihn nie vergessen und seine Erlebnisse und Erfahrungen aus dem Kampf gegen den Faschismus den uns nachfolgenden Generationen - im Sinne des Schwurs von Buchenwald - weitergeben!

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1.c) Welche Ansichten verfolgten die Nazis mit der Folterung dieser Häftlinge?

Das Einzige was viele Nazis mit der Folterung von Häftlingen erreichen wollten, war die Befriedigung ihrer kranken Phantasie. Sie fühlten sich nur wohl, wenn sie anderen Schmerzen und Qualen zufügen konnten. Hier einige Beispiele dieser Bestien:

Ausschnitt aus dem Buch „Der Buchenwald-Report“
Ein anderer Schweinehund war der SS-Oberscharführer Gustav Greuel. Diese Bestie konnte überhaupt nur leben, wenn sie schon am frühen Morgen eine große Anzahl von Häftlingen verprügelt hatte. Ich habe selbst erlebt, wie Greuel an einem Tage etwa 50 Häftlinge – Juden und Russen – solange mit dem Knüppel prügelte, bis sie zusammenbrachen. Nach vielen Versuchen, Greuel das Handwerk zu legen, gelang dies schließlich dadurch, dass er wegen seiner Diebstähle von der Bauleitung versetzt wurde.

Eine weitere dieser Bestien war Klinger. Er hatte es auch speziell auf Juden und Russen abgesehen. Mit 2 weiteren SS-Banditen fing er sich einige Häftlinge und führte sie in einen geschlossenen Raum. Dort wurden sie mit Knüppeln zusammengeschlagen und getreten, bis ihnen das Blut aus Mund und Nase lief. Danach mussten sie die Finger zusammenhalten und die Hände ausstrecken. Klinger und die 2 anderen schlugen dann solange auf deren Finger ein, bis die Fingerspitzen zu bluten anfingen. Eine weitere Folge der Folterungen war es, dass die Gefangenen teilweise gehorsamer wurden, wenn sie nicht zu Tode geprügelt wurden.

2. KZ- Organisation

2.a) Größe und Aufbau der gesamten Buchenwaldanlage

Größe:  Das Konzentrationslager Buchenwald war groß.

Aufbau:  (Siehe Karte, im Internet abrufbar)

1. SS-Kasernen

Die Kasernen der SS-Wachmannschaften entstanden 1937 bis 1939. Von den ursprünglich 18 Häusern und dem geräumigen Speisesaal, die im Halbrund den Exerzierplatz (heute Parkplatz PKW und Bus) umschlossen, sind noch vier so genannte Hundertschaftsgebäude und eine größere SS-Kaserne erhalten.

2. Bahnhof Buchenwald

Auch der Bahnanschluss von Weimar zum Konzentrationslager, den Häftlinge 1943 unter großen Opfern innerhalb weniger Monate erbauten, diente zunächst dem Rüstungswerk und der in diesem Areal befindlichen Zentralbauleitung der Waffen-SS. Bald war dieser Bahnhof aber vor allem Umschlagplatz für Menschen aus ganz Europa, die als KZ-Häftlinge in den Rüstungswerken West- und Mitteldeutschlands arbeiteten. Im Winter 1944/1945 wurde die Bahnhofsrampe Schauplatz tausendfachen Leides und Todes. Züge, überfüllt mit entkräfteten Menschen - viele dem Tod näher als dem Weiterleben - trafen aus den evakuierten Ostlagern ein.

3. Gustloff-Werke II

Entlang der Straße - auf einem von der SS 1942 erworbenen Geländestück - entstand bis zum Frühjahr 1943 ein Komplex von Rüstungsbehelfsbauten. Die Werkhallen einschließlich der dort beschäftigten Häftlinge wurden von der SS an die in Weimar ansässigen Wilhelm-Gustloff-Werke vermietet und erhielten die Bezeichnung Gustloff-Werke II. Zur Fertigung gehörten u. a. Steuereinrichtungen der Rakete V 2. Bei einem Luftangriff am 24. August 1944 wurde der Rüstungskomplex fast vollständig zerstört. Unter den Häftlingen, die während des Angriffes im Werksbereich verbleiben mussten, gab es 315 Tote und 525 Schwerverletzte.

4. "Carachoweg"

Die Anfahrtstrasse mündet im Zugangsbereich des Lagers, in dem sich die wichtigsten Institutionen der Lagerverwaltung befanden. Vom ursprünglichen Zugangsbereich sind die Tankstelle und die Garagen der SS-Kommandanturfahrbereitschaft noch erhalten. Neuankommende Transporte wurden von der SS mit Hunden bis zum Lagertor gehetzt. Der Übergang vom Bahnhof zum Lager erhielt deshalb den Namen "Carachoweg". (Das Wort Karacho stammt aus dem Spanischen und steht u. a. für lärmende Schnelligkeit.)

5. Lagerkommandantur

Zu beiden Seiten des "Carachoweges" standen die Gebäude der Lagerkommandantur, des SS-Truppenstabes, der Politischen Abteilung (Geheime Staatspolizei), des Führerkasinos und der Truppenkantine. Von diesen Gebäuden, die überwiegend während des Bombenangriffes im August 1944 zerstört wurden, sind nur ein Fragment des Kommandantenhauses und der mit einer Holzpalisade umgebene Hundezwinger des Kommandanturstabes original erhalten.

Der Kommandanturstab bestand aus fünf Abteilungen, die arbeitsteilig für die Belange der Verwaltung, Registrierung, Zwangsarbeit, Hygiene sowie für Misshandlungen und Tod der im Lager inhaftierten Menschen zuständig waren. An der Spitze der nach dem Führerprinzip gegliederten Hierarchie stand der Lagerkommandant. Lagerkommandanten in Buchenwald waren von 1937 bis 1941 Karl Koch (1945 durch die SS in Buchenwald erschossen) und von 1942 bis 1945 Hermann Pister (1947 von einem amerikanischen Militärgericht zum Tode verurteilt). Die Holzbaracke der Adjutantur bildete den westlichen Flügel des Kommandantenhauses (heute Toilettenbereich). Gegenüber der Kommandantur befand sich, bis 1944 ebenfalls in einer Holzbaracke, die Politische Abteilung, d. h. die Zweigstelle der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Die Lager-Gestapo veranlasste Folterungen und Verhöre und versuchte, das Lager mit einem Netz von Spitzeln zu überwachen. Die Einlieferung in das Konzentrationslager, die in die Zuständigkeit der Gestapo fiel, erfolgte ohne gerichtliches Urteil und ohne Einspruchsrecht der Betroffenen. Im Kommandanturbereich befand sich außerdem das Sonderstandesamt Weimar II, das Familienangelegenheiten der SS-Leute bearbeitete, dessen Aufgabe aber vor allem in der Registrierung der im Lager getöteten Menschen bestand.

6. SS-Zoo

Schon 1938 ließ der Lagerkommandant Karl Koch in unmittelbarer Nähe des Stacheldrahtes einen Tierpark errichten, von dem nur Fragmente (Bärenzwinger, Wasserbassin) erhalten sind. Der Zoo wurde aus erpressten "Spenden" der Häftlinge finanziert. Die SS-Leute und ihre Familien nutzten ihn als Freizeitbereich. Östlich vom "Zoo", etwa auf der Höhe des Wachtturms stand in den ersten Jahren des Lagers der Leichenschuppen.

7. Lagertor

Das Lagertor gehörte zu den ersten Bauten, die Häftlinge 1937 errichteten. In der Gesamtkonstruktion und Funktionalität ist es noch den ursprünglichen Planungen für ein Lager mit 6000 - 8000 Häftlingen angepasst.

8. Arrestzellen

Das Lagergefängnis, im Lager Zellenbau oder Bunker genannt, bildet den Westflügel des Torgebäudes. Ab Februar 1938 waren die Zellen mit Häftlingen belegt

9. Appellplatz

Der Ende 1938 asphaltierte Platz zwischen Lagertor und Baracken war seit der Gründung des Lagers Tatort grausamer Strafmaßnahmen (öffentliche Auspeitschung auf dem sog. Prügelbock, Strafestehen von mehreren Stunden, Strafsingen) und Exekutionen und Schauplatz des täglich zweimaligen Aufmarsches der Lagerinsassen (Zählappell). Über den Köpfen der Häftlinge, auf der Balustrade des Lagertores, demonstrierte die SS ihre bewaffnete Macht.

10. Sonderlager 1939/40

Mit Kriegsbeginn nahm die Zahl der in Buchenwald inhaftierten Menschen sprunghaft zu. Die Aufnahmemöglichkeiten waren schon Ende September 1939, nach Ankunft von 2200 Häftlingen aus dem KZ Dachau, erschöpft. Da nach diesem Datum Transporte mit mehr als 5000 Menschen eintrafen, errichtete die SS neben dem Appellplatz ein Sonderlager, - auch kleines Lager, kleines Polenlager, Lager II genannt -, in dem ein Viertel, zeitweise sogar ein Drittel der neu eingelieferten Menschen hausten. Über 1000 Wiener Juden und Hunderte von Polen brachte man dort für längere Zeit unter. Eine Holzbaracke und vier Großzelte dienten auch in den kalten Wintermonaten als Unterkunft. Im so genannten "Rosengarten", einem käfigähnlichen Verhau aus Brettern und Stacheldraht, ließ die SS 110 Polen unter freiem Himmel verhungern und erfrieren.

11. Deutsche Ausrüstungswerke GmbH, Werk Buchenwald

Im Frühherbst 1940 erwarb die SS-eigene Deutsche Ausrüstungswerke GmbH (DAW) durch Kauf die Lagerwerkstätten des Konzentrationslager Buchenwald.
Die Leitung des neuen Zweigwerkes übernahm der Lagerkommandant. Als Betrieb der Holz- und Leichtmetallbranche produzierten die DAW zunächst vorrangig für den Bedarf der SS. Später wurde ihr zunehmend kriegswichtige Produktion übertragen. In diesem Zusammenhang erfuhr der Betrieb im Laufe der Jahre eine ständige Erweiterung.

12. Krematorium

In Anfangsjahren ließ die SS die Leichname der im Lager getöteten Menschen im städtischen Krematorium Weimar oder in den Krematorien umliegender Städte einäschern. Die Leichenbaracke lag außerhalb des Zaunes. Sie ähnelte einem Bauschuppen.

13. Block 17

In jeder der über 30 Holzbaracken, in der Lagersprache Block genannt (etwa 53 Meter lang und über 8 Meter breit), waren zwischen 180 und 250 Menschen untergebracht. Ab 1938 bis Ende 1941 lebten in den zwei Wohnflügeln des Blockes 17 jüdische Häftlinge. Ab 1942 diente diese Baracke zur zeitweiligen Quarantäne kleinerer eintreffender Gruppen. Mit einem Transport aus Paris trafen im August 1944 43 Armeeangehörige ein, die als Verbindungsleute der britischen und kanadischen Armee zur Résistance in Frankreich verhaftet worden waren und zur Sonderbehandlung,. d. h. zur Hinrichtung, nach Buchenwald kamen. Drei der Männer konnten durch den Lagerwiderstand gerettet werden, die übrigen vierzig erhängte die SS im Keller des Krematoriums.

14. Die "Goethe Eiche"

In der östlichen Barackenreihe, zwischen Häftlingsküche und Wäscherei, stand eine alte Eiche. Dieser Baum, als Naturdenkmal "Dicke Eiche" in den Flurplänen des Ettersburger Forstes verzeichnet, wurde beim Kahlschlag für den Bau des Lagers verschont. Vermutlich spielte der Hang der SS zur Eichen-Symbolik eine größere Rolle als ihre sentimentale Reminiszenz an Goethe, der mit Frau von Stein unter diesem Baum gesessen haben soll.

15. Desinfektionsgebäude

Zur Einlieferungsprozedur in das Lager gehörten die Abgabe der Zivilkleidung, das Scheren der Körperhaare und das Untertauchen in Desinfektionslösung. 1942 entstand dafür ein spezieller Funktionsbau als Schleuse für Massentransporte. 35 bis 50 Menschen pro Durchgang betrug die vom Projektanten vorgesehene Kapazität. Wer die Schleuse passiert hatte, wurde nackt durch einen unterirdischen Gang in das Kammergebäude getrieben. Das Desinfektionsgebäude gehört zu 1942/43 neu geschaffene Einrichtungen (vgl. Kleines Lager), die als Zeugnisse des Funktionswandels des Konzentrationslagers zum Umschlagplatz von Arbeitskräften erhalten geblieben sind.

16. Effektenkammer

Die Effektenkammer diente seit 1939 als Häftlingsbekleidungskammer und Aufbewahrungsort für die bewegliche Habe der Häftlinge sowie als Magazin. Seit 1985 befindet sich dort das Museum; Neueröffnung 1995 als Dauerausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald.

17. Block 45 (Gedenkstein für bulgarische Häftlinge)

Während der DDR-Zeit wurden an ausgewählten Orten des ehemaligen Konzentrationslagers Gedenksteine aufgestellt: am Sonderlager auf dem Appellplatz für Polen im Winter 1939/40, am Lager für sowjetische Kriegsgefangene 1941, für die ermordeten sowjetischen Soldaten im Pferdestall, für alliierte Armeeangehörige (Block 17), für bulgarische Häftlinge (Block 45).

18. Block 50 (Fleckfiebersäruminstitut)

Der Block 50, eines von ehemals 15 zweietagigen Steinhäusern, wurde im Spätherbst 1939 fertig gestellt. Die ersten Insassen waren Polen. 1943 erfolgte der Umbau und eine für die Verhältnisse Buchenwalds außergewöhnliche sanitäre Ausstattung. Im August des gleichen Jahres nahm das Hygiene-Institut der Waffen-SS (vgl. Block 46) hier die Produktion von Fleckfieberserum auf. Der Block wurde eingezäunt. Im Haus befand sich ein Gästelabor für Ärzte der Wehrmacht, der Waffen-SS und des Robert-Koch-Instituts Berlin, die an den Menschenversuchen im Block 46 teilnahmen.

19. Block 22 (Jüdischer Block)

Bis 1942 befanden sich die Unterkünfte jüdischer Häftlinge in den oberen vier Reihen der Holzbaracken, die sich an den Appellplatz anschlossen. Die Baracke 22 war über alle Jahre hinweg ständig jüdischer Block. Erster Blockältester war der jüdische Kommunist Rudolf Arndt, der 1940 von der SS erschossen wurde (vgl. Steinbruch).

20. Block 14 (Denkmal für Siniti und Roma)

Schwarze Basaltstelen auf einem kleinen Hügel bilden das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma am ehemaligen Block 14, dem sogenannten Zigeunerblock. Auf den Stelen sind die Namen anderer Konzentrations- und Vernichtungslager zu lesen. Die Inschrift in englisch, deutsch und romanes lautet: Zum Gedenken an die Sinti und Roma, die Opfer des NS-Völkermords wurden. (Entwurf: Daniel Plaas)

21. Kleines Lager

Ende 1942 erfolgte auf zentrale Weisung die Errichtung von Quaratäneblocks und Quarantänelagern. In Buchenwald entstand unterhalb der Barackenstadt in nördlicher Richtung das Kleine Lager, in der Statistik Lager II genannt. Es bestand zunächst aus 12 Wehrmachtspferdeställen vom Typ 260/9 (40 Meter lang, 9,50 Meter breit).

22. Häftlingskrankenbau

Dem ersten Lagerkommandanten von Buchenwald Karl Koch werden die Sätze zugeschrieben: In meinem Lager gibt es keine Kranken. Hier gibt es nur Lebende oder Tote!

23. Block 46 (Fleckfieberversuchsstation)

Auf der Grundlage einer Übereinkunft von Regierungsstellen mit Vertretern der IG Farben AG, der Wehrmacht und der SS begannen Ende 1941 im Konzentrationslager Buchenwald Menschenversuche mit Fleckfieberimpfstoffen. Seit Mitte April 1942 befand sich im Block 46 eine Versuchsstation des Hygiene-Institutes der Waffen-SS, wo ohne Unterbrechung bis Frühjahr 1945 Versuche an Menschen stattfanden. Häftlinge des Lagers, zum Teil aus der Straf- und K-Kompanie dienten als Versuchspersonen. Durch Einspritzen von Krankheitserregern wurden sie künstlich infiziert. SS-Ärzte hielten sich Menschen als so genannte Passagen - sie wurden künstlich infiziert, nicht behandelt und starben alle nach kurzer Zeit - um die Erreger der Krankheit zu erhalten und Blut für die Injektionen anderer Versuchspersonen zu gewinnen. Laut Tagebuch der Versuchsabteilung liefen von August 1942 bis Oktober 1944 35 Versuchsreihen mit epidemischen Krankheiten. Gesundheit und Leben von über 1100 Menschen wurden dabei zerstört.

24. Sonderlager für sowjetische Kriegsgefangene

Am 18. Oktober 1941 trieb die SS etwa 2000 sowjetische Kriegsgefangene aus dem Kriegsgefangenenlager IV D 310 (Hamburg) in das Lager. Angesichts des elenden Zustandes dieser geschundenen Menschen boykottierten viele Häftlinge erstmals offen einen SS-Befehl und halfen spontan mit allem, was sie geben konnten. Sechs Baracken am westlichen Rand des Barackenlagers wurden mit Stacheldraht umzäunt und als Kriegsgefangenenlager beschildert. Durch harte Zwangsarbeit im Steinbruch, Krankheit und Hunger verringerte sich die Zahl der dort Lebenden auf 1200 Ende 1942 und durchschnittlich 800 in den darauf folgenden Jahren. Das am 5. Januar 1942 auf die Blocks 1, 7 und 13 reduzierte Kriegsgefangenenlager blieb bis April 1945 bestehen. Seine Insassen gingen am 10. April auf Todesmarsch.

25. Gedenkstein Sonderlager Novemberpogrom 1938

Nach den in ganz Deutschland organisierten antijüdischen Pogromen vom 9./10. November 1938 lieferten die Gestapostellen Mitteldeutschlands fast 10.000 jüdische Männer nach Buchenwald ein. In einem Sonderlager, bestehend aus fünf scheunenähnlichen Großbaracken, brachte man sie notdürftig unter. Terror bis dahin nicht gekannten Ausmaßes, Ausplünderung, das Fehlen von Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten und einfachsten hygienischen Einrichtungen kosteten, vornehmlich in den ersten Wochen, über 200 Menschenleben. Tausenden von inhaftierten Juden gelang es nur dem Lager zu entkommen, indem sie alles aufgaben und Deutschland verließen. Traumatische Erinnerungen begleiteten viele ihr ganzes Leben. Am 31. Dezember 1938 befanden sich noch 1637 Juden in dem umzäunten Lager neben dem Appellplatz. Nach Ausbruch einer Typhusepidemie wurde das Sonderlager am 15. Februar 1939 aufgelöst und abgerissen. Später errichtete man hier Werkstattbaracken und die Häftlingskantine.

26. Häftlingskantine

Ein minimaler Zukauf einfacher Dinge des Alltags war seit den Anfangsjahren des Lagers für viele Häftlinge möglich. In einer Welt vollständigen Mangels bot die SS billig erworbene oder im Lager produzierte Waren an, um Unterstützungsgelder von Angehörigen der Häftlinge abzuschöpfen. Den Kauf vollzog ein Beauftragter je Baracke (Blockeinkäufer oder Kantiner genannt). 1942 öffnete ein entsprechendes Kantinengebäude im Lager. Außer Bargeld berechtigten ab Herbst 1943 ausgegebenen Bezugsscheine mit formalem Geldwert (so genanntes Lagergeld oder Prämiengeld) zum Einkauf. Im Keller des Kantinengebäudes wurden Seife und andere Mittel zur Körperpflege von Häftlingen hergestellt. Heimlich experimentierte dieses Kommando auch mit selbstgebauten Handgranaten und Brandflaschen der Widerstandsorganisation.

27. Reithalle

Pferde und eine private Reitbahn gehörten zu den Statussymbolen, mit denen sich Lagerkommandant, SS-Standartenführer Karl Koch, umgab. Seine herrschaftlich-feudale Lebenshaltung, für die er in SS-Kreisen bekannt war, bestritt er aus erpressten Geldern von Häftlingen und durch Unterschlagung im großen Stil. Im Frühjahr 1940 ließ er von Häftlingen eine Reithalle (schiefergedeckte Holzkonstruktion, Grundfläche ca. 1600 m²) errichten, deren Nutzung zunächst ausschließlich ihm und seiner Ehefrau vorbehalten blieb.

28. Pferdestall

In dem ehemals massiv gebauten, 55 Meter langen Pferdestall neben der Reithalle erfolgte ab Herbst 1941 bis 1943/44 die planmäßige Massenerschießung sowjetischer Kriegsgefangener durch Genickschuss. Das Verbrechen ging auf den Kommissarbefehl des Oberkommandos der Wehrmacht zurück. Kommandos des Sicherheitsdienstes der SS sonderten in den Kriegsgefangenenlagern Offiziere, politische Kommissare, Intellektuelle und Juden aus, spezielle Kommandos der SS, in Buchenwald das Kommando 99, vollzogen die Exekution im Konzentrationslager. Der Massenmord geschah bei weithin hörbarer Marschmusik innerhalb des Gebäudes. Die Innenkonstruktion des Stallhauses war so verändert, dass der Todesschütze und das Opfer einander nicht begegneten. Die Schüsse wurden aus einem separaten Raum durch einen Schlitz in der Wand abgegeben. Aus der Sicht des Opfers befand sich an dieser Stelle eine in jedem Arztzimmer übliche Meßlatte. Der Abtransport der Leichname zum Krematorium erfolgte in verzinkten Behältern von der Ostseite des Gebäudes. Über 8000 sowjetische Kriegsgefangene wurden auf diese Weise ermordet.

29. Waffenmeisterei

Die Waffenmeisterei besorgte die Wartung und Reparatur der Handfeuerwaffen. Im Keller des Gebäudes befand sich die Waffenkammer des Kommandanturstabes. Hier gab man u. a. die Waffen an die Exekutionskommandos, z.B. an das Erschießungskommando 99, aus.
Den in der Waffenmeisterei beschäftigten österreichischen und deutschen Häftlingen gelang es 1943/44, mehrere Pistolen zu entwenden, durch das Lagertor zu schmuggeln und sie der Widerstandsorganisation zur Verfügung zu stellen. Neben der Waffenmeisterei sind noch die Ruinen der Unterkunft des SS-Musikzuges erhalten, der Aufmärsche und Fahnenappelle des SS-Standorts begleitete.

30. SS-Musikzug

Diese wurden von Buchenwald zu den diversen Tötungsanstalten, später in das Vernichtungslager Auschwitz transportiert. In Buchenwald selbst begann der systematische Massenmord an sowjetischen Kriegsgefangenen sowie die Ermordung von Kranken mittels Spritzen. Für die Ermordung der sowjetischen Kriegsgefangenen wurde eine spezielle Genickschussanlage konzipiert. In dem, speziell dafür umgebauten, Pferdestall wurden die Kriegsgefangenen einzeln zu einer ärztlichen Untersuchung gebracht, dort mussten sie sich entkleiden und wurden von einem vermeintlichen Arzt unter-sucht und vermessen. Für den Gefangenen unsichtbar stand hinter der Messlatte ein SS-Mann und schoss diesem ins Genick. Der auf der Stelle getötete Mann fiel auf einen rot gestrichenen Lattenrost, so dass nur noch der Körper entfernt und das Blut mittels eines Wasserschlauches beseitigt werden musste, damit der Raum für den nächsten Patienten wieder in Ordnung war. Während dieser Tötungsaktionen spielte in unmittelbarer Nähe der SS-Musikzug um die Gewehrschüsse zu übertönen. Nach 1943 wurden viele der Insassen in die 136 Außenkommandos des KZ -Buchenwald zur Zwangsarbeit geschickt. Eines dieser Außenlager war auf dem Gelände des Bochumer Vereins untergebracht. In Bochum wurden Ende 1944 ca. 30.000 Menschen zur Zwangsarbeit herangezogen, darunter waren Kriegsgefangene, zivile ausländische Arbeitskräfte und KZ-Häftlinge aus Buchenwald.

31. Steinbruch

Der Kalksteinbruch am Ettersberg lieferte das Material zum Lageraufbau und zur Befestigung der Wege und Straßen. Die Arbeit in diesem Häftlingskommando zählte zu den schwersten körperlichen Torturen, die Menschen in Buchenwald ertragen mussten. Mit primitiven Mitteln wurde der Stein gebrochen, bearbeitet und transportiert. Der Steinbruch war berüchtigt als Ort pausenloser Misshandlungen durch Kommandoführer und Kapos. Zeitweise arbeiteten mehrere Hundert Häftlinge, darunter die Neuankommenden und die Strafkompanie, in diesem Kommando. Im Steinbruch fanden zahlreiche Morde und Exekutionen statt. Mit dem Vermerk: auf der Flucht erschossen fingierte die SS den tatsächlichen Hergang. Prominente Politiker, wie der österreichische Justizminister Dr. Robert Winterstein, und geachtete Häftlingsfunktionäre, wie der jüdische Blockälteste Rudolf Arndt, wurden an der Postenkette erschossen. Todesschüsse zogen nur formale Untersuchungen nach sich. Am 9. November 1939 ermordete ein SS-Erschießungskommando hier aus Rache für das Münchener Attentat gegen Hitler eine Gruppe von 21 Juden.

32. Truppenkasernen

Zur Unterbringung der im SS-Bereich stationierten Ausbildungs- und Ersatzformationen der Waffen-SS entstanden 1942 oberhalb des Steinbruchs vier dreistöckige Truppenkasernen. Zeitweise waren mehrere tausend SS-Rekruten und sog. Hilfsfreiwillige auf dem Ettersberg stationiert. Im Frühjahr 1945 zog die Zentralbehörde der Waffen-SS, das SS-Führungshauptamt in die Kasernen ein. In den Kellerräumen eines der Häuser befanden sich Arrestzellen, in denen von Februar bis April 1945 Sonderhäftlinge des Reichssicherheitshauptamtes inhaftiert waren. Der Theologe Dr. Dietrich Bonhoeffer, Hauptmann Ludwig Gehre und General Friedrich von Rabenau verbrachten hier die letzten Wochen vor ihrer Hinrichtung im KZ Flossenbürg.

33. SS-Falkenhof

Während einer Besichtigung des KZ Buchenwald am 14. Mai 1938 gab der Reichsführer-SS Heinrich Himmler den Befehl, einen SS-Falkenhof zu errichten. Jagdbräuche des Mittelalters dienten als Vorbild. Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Aufbau begonnen. Bis Jahresende entstanden zwei Adlerhäuser und sieben geräumige Käfige. Ein Kaminhaus, im altdeutschen Stil errichtet, diente als Jägerunterkunft. 1940 war der SS-Falkenhof fertig gestellt. Mindestens ab Mai 1940 war er der Öffentlichkeit zugänglich. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern betrugen von Mai 1940 bis Dezember 1941 600 Reichsmark. Das Haus des Falkners diente von 1943 bis 1945 zur Internierung von Mitgliedern der letzten französischen Regierung. Vorübergehend, z. T. auch für längere Zeit befanden sich hier die ehemaligen Ministerpräsidenten Léon Blum, Édouard Daladier und Paul Reynaud, der Minister Georges Mandel und der letzte Oberbefehlshaber der französischen Streitkräfte, General Maurice Gamelin in Haft.

34. Aschegrab

Seit Ende 1944 ließ die SS die Asche der Toten aus dem Krematorium in natürliche Erdsenken am Südhang des Ettersberges, die so genannten Teufelslöcher, verbringen.
Nimmt man an, dass mindestens in der Zeit von Ende 1944 bis Ende März 1945 Asche auf diese Weise verbracht wurde, so liegen in dem lange Zeit fast vergessenen Trichter die sterblichen Überreste von mehreren Tausend Menschen (das größte Grab in Buchenwald).

35. SS-Führersiedlung

Die so genannte Siedlung I (eine zweite befand sich im Bereich der heutigen Ettersbergsiedlung) bestand aus zehn, im Heimatschutzstil erbauten einstöckigen Häusern. Sie wurde von Häftlingen errichtet. Die Siedlung zog sich etwa 350 Meter entlang des so genannten 'Eicke-Wegs' (nach dem Führer der Totenkopfverbände und Inspekteur der Konzentrationslager Theodor Eicke). Baubeginn war der 1. August 1937, im Januar 1938 hatten die Familien des Lagerkommandanten Karl Koch, der Schutzhaftlagerführer Arthur Rödl und Jakob Weiseborn die ersten drei Häuser bereits bezogen. Auch die Lagerärzte, die Führer der Wachmannschaften und der KZ-Verwaltung wohnten hier. Die Familien der SS-Führer, zu denen meist mehrere Kinder gehörten, führten ein Leben in bürgerlichem Wohlstand. Häftlinge des Konzentrationslagers arbeiteten als Hausbedienstete. Der Lagerkommandant Koch bewohnte mit seiner Familie das größte Haus der Siedlung (die so genannte Villa Koch), das auf einer von mannshohen Bruchsteinmauern umgebenen Terrasse stand. Reste einer Gartengestaltung (z. B. ein Springbrunnen) sind noch heute erkennbar. Unterhalb des Hauses befindet sich der Luftschutzbunker der Siedlung.

36. /37.Truppengaragen/Zentralbauleitung der Waffen-SS

Der Kommandantenweg, von den SS-Führern als kürzester Fußweg zum Lager benutzt, führt in den Bereich der Kasernen zurück, von dem der Rundgang ausging. Südöstlich der Straße befinden sich die Ruinen der Truppengaragen und der Zentralbauleitung der Waffen-SS. Der Komplex von 12 Garagen, einer Tankstelle und einem Befehlsturm wurde von Häftlingen in den Aufbaujahren errichtet. Er diente zur Unterbringung des Fahrzeugparks der SS. Tausende von Rekruten der Waffen-SS erhielten auf dem Ettersberg, in unmittelbarer Nähe des Konzentrationslagers, ihre Ausbildung, bevor sie in den Krieg gegen andere Völker geschickt wurden. Die Zentralbauleitung der Waffen-SS gehörte zu einem Netz von Bauleitungen und Baustofflagern für die Bauvorhaben der Waffen-SS und Polizei. Ab 1942 waren Buchenwaldhäftlinge in mobilen SS-Baubrigaden, mitunter Hunderte Kilometer vom Stammlager entfernt, zur Zwangsarbeit eingesetzt. Im Juni 1944 arbeiteten 14880 Häftlinge von Buchenwald für die Baustäbe und Sonderbaustäbe der Waffen-SS, zu Jahresende über 20.000. Unter großen Opfern mussten sie u. a. die Stollen für unterirdische Rüstungswerke graben.

38. Sonderlager Fichtenhain

Ende 1942 entstand in dem Waldstück zwischen SS-Kasernen und Truppengaragen ein Barackenkomplex zur Internierung von Sonderhäftlingen. Dazu zählten u. a. Mitglieder der faschistischen Bewegung Rumäniens Garda de fier (Eiserne Garde), die nach einem Putschversuch gegen Diktator Antonescu 1941 verboten worden war. Ab Herbst 1943 waren in einer separaten, ummauerten Isolierbaracke der Vorsitzende der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Dr. Rudolf Breitscheid und die Tochter des italienischen Königs, Mafalda, Prinzessin von Hessen, inhaftiert. Beide starben an den Folgen des Bombenangriffes vom 24. August 1944, bei dem das Sonderlager teilweise zerstört wurde. In der wiedererrichteten Baracke hielt man im Frühjahr 1945 Familienangehörige der Verschwörer des 20. Juli 1944 (Attentat auf Hitler) - so z. B. die Familien Goerdeler, von Stauffenberg, von Hofacker und von Hammerstein - in so genannter Sippenhaft.

39. Isolierbaracke

Buchenwald ist das größte unter den noch bestehenden Konzentrationslagern. Ende Februar befinden sich im Stammlager und in 88 Außenlagern 112000 Menschen hinter Stacheldraht, davon 25000 Frauen. Ein Drittel der inhaftierten Männer und Frauen sind Juden. Das am nördlichen Rand der Buchenwalder Barackenstadt gelegene Kleine Lager wird ab Januar zum Auffangbecken für die Massentransporte. Tausende werden von dort aus in das KZ Mittelbau und in Außenlager weitergeschickt. Die Zahl der Sterbenden, Kranken und Schwachen, die im Kleinen Lager zurückbleiben, steigt täglich. Im Keller einer SS-Kaserne werden Sondergefangene untergebracht, darunter Dr. Dietrich Bonhoeffer. Familienangehörige der am Attentat auf Hitler beteiligten Offiziere und Politiker werden in der Isolierbaracke neben dem "Sonderlager Fichtenhain" interniert, wo sie bis zum April bleiben.

40. Grabfelder des sowjetischen Speziallager Nr. 2 (1945-1950)

Im Speziallager Nr. 2 starben über 7000 Menschen, d.h. jeder vierte der Inhaftierten. Vor allem im Winter 1946/47 wurde das Sterben zur alltäglichen Realität des Lagers.
Die Lebensmittelzuteilungen waren Ende 1946 drastisch gesenkt worden. In dem darauf folgenden Winter starben im Lager jede Woche bis zu 200 Inhaftierte. Mehr als die Hälfte aller Toten des Speziallager Nr. 2 war im Jahr 1947 zu registrieren, obwohl die Rationen wieder erhöht worden waren. Die Lagerinsassen gingen zumeist an den Folgekrankheiten der Unterernährung und der unhygienischen Zustände zugrunde. Dazu zählen Dystrophie, Typhus, Tuberkulose und Ruhr. Todesfälle durch direkte Gewaltanwendung des sowjetischen Wachpersonals, z.B. bei Fluchtversuchen, blieben die Ausnahme.

2.b) Herkunftsländer der Häftlinge

Im Lager waren folgende Nationen vertreten:

Deutsche Österreicher Franzosen Spanier Italiener Schweizer Tschechen Jugoslawen Kroaten Albanier Griechen Bulgaren
Rumänen Polen Russen Belgier Holländer Luxemburger
Letten Litauer Esten Dänen Norweger Engländer
Amerikaner Mexikaner Brasilianer Chinesen Ägypter Kanadier
Angehörige einzelner afrikanischer Stämme

Jahr Zugänge Tote
1937 2912 48
1938 20122 771
1939 9553 1235
1940 2525 1772
1941 5890 1522
1942 14111 2898
1943 42177 3516
1944 97867 8644
1945 (3 Monate) 43823 13056
Insgesamt 238980 33462

2.c) die Lebensbedingungen der Häftlinge und ihre Unterbringungen

Die Unterbringungen und Versorgung der Häftlinge

Die Baracken

Die Häftlinge wohnten in sogenannten Baracken. Diese waren 53m lang, 8m breit und 2,65m hoch.

Es gab 9 Baracken-Reihen West-, Mittel- und Osttor. Pro Baracke gab es am Tag 4 Eimer Wasser und in jeder wohnten am Ende 170 und mehr Häftlinge. Diese Hütten waren sehr schlecht belüftet, es gab zwar eine Toilette, da aber zu wenig Wasser vorhanden war, war diese unbenutzbar und immer verstopft. Dies hatte zur Folge, dass Typhus sich immer mehr verbreitete, erst dann wurde ein Klärwerk gebaut. Nicht jeder Häftling besaß eine Schüssel, Löffel oder Trinkbecher und wenn, dann musste jeder selbst sehr darauf aufpassen, weil im Lager geklaut wurde. Um sein Eigentum zu behalten, war der Gefangene gezwungen, es bei sich zu tragen. Hierbei lief er aber Gefahr dafür bestraft zu werden, da es Verboten war persönliche Gegenstände mit sich zu führen.
Im Winter wurden Mäntel verteilt, die aber lange nicht für alle reichten.

Zählappell

Der Zählappell war, besonders in der ersten Zeit, gefürchtet, weil man oft stundenlang in eisiger Kälte, nach harter Arbeit und bei stürmischem Wetter stehen musste. Das wollte die SS so, da sie jeden Tag ihre Arbeitssklaven zählen wollten. Einige von denen trugen sich nämlich mit Fluchtgedanken und versuchten auch oft zu fliehen. Die Vorbereitungen zum Appell mussten von Häftlingen getroffen werden, da keiner von der SS die genaue rechnerische Zusammenstellung fertig gebracht hätte. Die Häftlinge die diese Aufgabe erledigen mussten, waren immer besonders darauf bestrebt, jeden Fehler bei der Aufstellung zu vermeiden und auch die zahlreichen kommandierten Häftlinge zu beachten, die wegen ihrer Arbeit nicht am Appell teilnehmen konnten. Das tun sie, weil das Aufsuchen der Fehler während des Appells diesen nur unnötig verlängern und die Kameraden um ihre wohlverdiente Freizeit gebracht hätte. Bei einer Lagerbelegschaft von 5000 bis 7000 wurde ein Fehlender schnell entdeckt, bei einer Belegschaft von 35000 und der dadurch entstandenen Überbelegung der Blöcke war die Kontrolle jedoch fast unmöglich. Das schlimme ist, dass ausländische Häftlinge den Appell als preußischen Drill empfanden und sich deswegen davor drückten, wodurch die Freizeit von Zehntausenden bedroht war. Dann mussten bis zu 800 Namen und Nummern Vorgelesen und kontrolliert werden wobei einige auch noch gedolmetscht werden mussten. So kam es, dass die Appelle oft niemals unter 1 ½ Stunden dauerten. 2-mal, 1938 und 1939, musste das Lager 18 bzw. 19 Stunden stillstehen, weil ein Häftling entflohen war. Das kostete vielen Häftlingen das Leben. Oft wurden sie auf dem Appellplatz gefilzt. Einmal mussten sie sich auch nackt ausziehen und eine 2stündige Filzung über sich ergehen lassen. Bis 1942 wurden alle Exekutionen auf dem Appellplatz vollzogen.

Leitung und Verwaltung von Buchenwald durch die Häftlinge

Es gab für jeden Block einen Blockältesten der immer dafür sorgen musste, das immer alle anwesend sind und melden, wenn jemand weg oder gestorben war. Dann gab es sogenannte Kapos (oftmals Kriminelle), die mussten nicht arbeiten, bekamen aber eine bessere Versorgung. Sie waren dafür zuständig die Arbeiten einzuteilen und die Arbeiter anzutreiben. Die Häftlinge kümmerten sich eigentlich um alles selbst.

SS-Leute als Posträuber

Mit den Briefen der Häftlinge wurde sehr leichtfertig umgegangen. Je nach Laune wurde sich über den Briefinhalt lustig gemacht oder wurden die Briefe zerrissen, zerschnittne oder einfach nicht weitergereicht. Die Pakete der Häftlinge kamen nie an, da die SS-Leute sie Plünderten und das, was sie als nützlich empfanden, nach Hause schickten. Alles was essbar war, wurde gegessen und der Rest wurde als Tauschware verwendet.

Hier einige derer, die sich besonders hervorgetan haben:
Hauptscharführer Dottermusch aus Sachsen

Oberscharführer Ebeling aus Berlin
Oberscharführer Bielek aus Wien
Unterscharführer Rabe aus Halle (zudem Mitglied der berüchtigten Genickschusskolonne 99)

Ehescheidung von Häftlingen

Früher war es so gewesen, dass ein Ehepaar geschieden werden musste, wenn sich die Eheleute länger als 3 Jahre nicht gesehen haben. Doch es kam so, dass die Frauen der inhaftierten Staatsfeinde, entgegen dem Gesetz und nur unter Druck dem Willen der Gestapo beugten und sich von ihren inhaftierten Ehemännern scheiden ließen.

Foltermethoden und Grausamkeiten

Die SS-Leute konnten es einfach nicht unterlassen, ständig irgendwelche Häftlinge zu quälen oder zu töten. 1939 schickte Lagerführer Rödl einen Häftling ohne Ausweis in seine Wohnung, obwohl dies verboten war. Da der Häftling, nach Ansicht Rödl's nicht schnell genug lief, schoss er ihm hinterher, was die an der Lagerstraße aufgestellten Posten als Zeichen zum schießen empfanden. Der Häftling wurde an der Damaligen Poststelle ermordet. Eine weitere Grausamkeit spielte sich im Sommer 1940 ab. Einige Haupt- und Oberscharführer veranstalteten ein Scheibenschießen. Als es ihnen zu Langweilig wurde, holten sie einen Gefangenen heran, der in die Postenkette laufen sollte. Sie gaben ihm 50 Stockhiebe und sagten ihm, dass das Kommando zum Bau der Wasserleitung erst ins Lager einrücken dürfe, wenn er in die Postenkette läuft. So steckte er sich eine Zigarette an, ging langsam auf die Postenkette zu und bat den Posten ihm wenigstens in den Kopf zu schießen. Doch er schoss ihm in den Bauch. Erst nach 10 Minuten kam der Kommandoführer und gab ihm den Gnadenschuss.

Das Schicksal der Juden in Buchenwald

Die ersten Juden wurden in einem Viehstall ohne Mobiliar kampieren. Täglich bekamen sollten sie 300g Brot und ¾ Liter Wassersuppe erhalten. Doch die Häftlingsvorgesetzten betrogen sie noch weitgehend. Ihre Arbeitszeit betrug ca. 14-15 Stunden Täglich und schlaf bekamen sie durch die schlechten Lebensbedingungen und die Schikane nur etwa 5 Stunden. Jeden Tag wurden etwa 3 bis 4 von ihnen in die Postenkette geschickt und „auf der Flucht“ erschossen. Am 9 November 1938 wurden 12000 Juden eingeliefert. Sie wurden in 5 Notbaracken, ohne Decken, ohne Latrine, ohne sanitäre Einrichtungen und zu Vieren übereinander liegend. Durch den Platzmangel und infolge der Misshandlung durch die SS, mit Peitschen und Pistolen, entstand ein Chaos, das man mit Freuden als Meuterei auslegte.

Das Schicksal der Homosexuellen

Die Homosexuellen wurden gebrandmarkt und hatten unter Verunglimpfung, Misstrauen und größter Lebensgefahr leiden, da für sie Vergehen mit einer gefährlichen Verschärfung zu rechnen hatten. Sie wurden isoliert, durch einen mit Stacheldraht umzäunten Block und geschlossene Arbeitskommandos.

Wie Bibelforscher behandelt wurden

Nach Einlieferung wurde ihnen zuerst die Frage gestellt, ob sie noch an den Gott Jehova glauben. Wenn sie bejahten wurden sie geschlagen und getreten. Danach wurden sie auf drei Monate in die Strafkompanie gesteckt. Sie mussten dort Tragen, die oft mit mehr als 1 ½ Zentnern beladen waren, im Laufschritt transportieren. Während am Sonntag alle Häftling ab Mittag frei hatten, mussten die Strafkompanie bis 7 oder 8 Uhr Abends auf dem Appellplatz stehen und bekam nichts zu essen.

Die Verpflegung des Konzentrationslagers Buchenwald von 1937 bis 1945

Wochensätze:

Fleisch oder Fleischwaren 400g
Fette insgesamt 200g
Davon: Margarine oder Kunstfette 150g Schmalz, Speck oder Talg 50g
Quark 100g
Oder Magerkäse 50g
Brot 2740g
Zucker 80g
Marmelade 100g
Nährmittel 150g
Mehle oder Mehlgemische 225g
Kaffee-Ersatz-Mischung oder Kaffee-Zusatzmittel 84g
Im Durchschnitt Kartoffeln bis zu 3500g
Frischgemüse (Rüben etc.) 2800g

Schwerarbeiterzulage

Für eine beschränkte Anzahl Gefangene, die als Schwerarbeiter beschäftigt waren, konnte je Kopf und Woche zusätzlich verausgabt werden:
Fleisch oder Fleischwaren bis zu 400g
Fette insgesamt 100g
davon: Margarine, Speisefett oder Öl 75g
Schmalz, Speck oder Talg 25g
Brot bis zu 1400g

Ab 1. Oktober 1941 wurden die Rationen herabgesetzt. Es waren pro Woche und Häftling zuständig:
Fleischwaren oder Fleisch 320g
Kaffee-Ersatz 63g

Schwerarbeiterzulage
Fleisch oder Fleischwaren 320g
Alle übrigen Verpflegungen blieben unverändert

Ab 1. Januar 1942 wurde der Fleischsatz auf 280g ermäßigt, sowohl für Normalverpflegte als auch für Schwerarbeiter.
Am 15. Mai 1942 trat eine neue Verschlechterung ein. Die Verpflegung sah nun so aus:
Fleisch oder Fleischwaren 280g
(Freibank- oder Pferdefleisch)
Fette insgesamt 170g
davon: Margarine 130g
Schweineschlachtfette 40g
Quark 100g
oder Magerkäse 50g
Brot 2450g
Zucker 80g
Marmelade 100g
Nährmittel 150g
davon: Teigwaren 50g, andere Nährmittel 100g
Roggenmehl 75g
Brotmehl 50g
Kaffee-Ersatz oder Kaffee-Zusatzmittel 63g
Kartoffeln 5000g
Frischgemüse 2600-3000g

Schwerarbeiterzulage (Nur beschränkte Anzahl zugelassen)
Fleisch oder Fleischwaren 280g
(mögl. Freibank- oder Pferdefleisch)
Fette insgesamt 100g
davon: Margarine 75g
Schmalz 25g
Brot bis zu 1400g

Ab 31.05.1943 ist der Fleischsatz für Normalverpflegung wöchentlich 280g auf 200g herabgesetzt worden. Als Ausgleich gab es 75g Brot und 12,5g Fett wöchentlich.
Häftlinge, die auf Transport gingen, erhielten tägl. 500g Brot, 50g Wurst und 60g Margarine. (Diese Sätze machten eine volle Tagesverpflegung aus.)
Mit dem 28. April 1944, als das KZ Buchenwald auf Stufe 1 (Arbeitslager) kam, wurden der Lagerverpflegung folgende Wochensätze zugrunde gelegt:
Fleisch und Fleischwaren 200g
nach Möglichkeit Freibank oder Pferdefleisch zum einfachen Satz
Margarine 182,5g
Quark (oder Sauermilchkäse 50g) 100g
Roggenbrot 2600g
Roggenmehl 125g
Zucker 80g
Marmelade 100g
Nährmittel 150g
Kaffee-Ersatz und Zusatzmittel 62,5g
Magermilch 0,25l
Kartoffeln 2800g
Frischgemüse 2000g
Steckrüben 2000g
Reis oder Hülsenfrüchte 175g

Ab 1. März 1945 erhielten sämtliche Häftlinge folgende Zuteilungen:

Wöchentlich
250g Freibank oder Pferdefleisch
83,33g Fett
1366,67g Roggenmehl (oder dafür Brot im Verhältnis 3:4)
250g Marmelade oder 125g Zucker
41,66g Quark
20,83g Sauermilchkäse
33,33g Kaffee-Ersatz
125g Frischgemüse
250g Kohlrüben
0,25g entrahmte Frischmilch
3500g Kartoffeln

Den Häftlingen, die nicht im Arbeitseinsatz standen, es waren ca. 2/3 der Lagerinsassen, standen nur 80% vorgenannter Verpflegung zu.
Für Schwerarbeiter (äußerst geringe Anzahl) gab es folgende Zulagen:
350g Fleisch
56,66g Margarine
1100g Brot

3. Vernichtung durch Arbeit

3a u. b) Häftlingsarbeit in den Steinbrüchen und die Vorgehensweisen der Nazis gegenüber arbeitenden Häftlingen

Man wurde oft und schnell ohne Grund in die Strafkompanie verlegt. Nach Kriegsausbruch wurde eine K-Kompanie (für die, die sich im Krieg vergangen haben) hinzugefügt. Wenn die Arbeitszeit zu ende war, durften sie keinen Kontakt mit anderen Häftlingen haben. Sie mussten täglich 12 Stunden im Steinbruch und 3-4 Stunden im Gärtnereigelände arbeiten. Sie wurden mit Waffen bedroht und von dem Vorarbeiter geschlagen. Es gab tägl. Unfälle, Verstümmlungen, tödliche Verletzungen und Erschießungen. Oft musste man Steine tragen, die um vieles schwerer waren als der Träger selbst. Erwin Kohn, zum Beispiel, wurde gezwungen, einen so großen Stein zu schleppen, dass er unter der Last zusammenbrach. Man schlug ihn mit Knüppeln bis zur Bewusstlosigkeit. Der damalige Kapo Vogel begoss ihn mit Wasser und misshandelte ihn weiter bis er starb. Die Totenmeldung lautete: Auf der Flucht erschossen. „Auf der Flucht erschossen“ war die legale Formulierung für die illegalen Massenmorde.

4. Behandlungsmethoden

4a) Darstellung der Behandlungsmethoden

Genickschussanlage

Die so genannte „Genickschussanlage" diente zur damaligen Zeit als ein Pferdestall. Dieser Pferdestall wurde in den Jahren 1941-1942 von der SS zu einer Genickschussanlage umgebaut. Diese Anlage stand genau neben dem Krematorium. Das hat einen Grund, den ich gleich erläutern werde. Im Jahr 1941 wurde das Krematorium erbaut. Daraufhin brauchte man ein Gebäude, wo die Menschen umgebracht werden sollten. So wurde der Pferdestall umgebaut. Das Gebäude mit der Genickschussanlage bestand aus 4 Haupträumen und einem kleineren Raum. In den weiteren Räumen waren eine Toilette, ein Speise-, Ruhe-, und Umkleidezimmer der SS sowie ein Radioraum zur weiteren Beruhigung der Häftlinge. Ganz links im Gebäude war der damalige Pferdestall und der spätere Leichenraum. Einen Raum weiter war ein angebliches Arztzimmer und nebenan ein Raum, wo die Menschen "gemessen" werden sollten. Hier entstand die Genickschussanlage. Im rechten Raum war der Eingang und das spätere Entkleidungszimmer. Der kleinere Raum war nur für eine Person zugelassen und zwar für einen SS-Soldaten. Für die Ermordung der sowjetischen Kriegsgefangenen wurde eine spezielle Genickschussanlage konzipiert. In dem, speziell dafür umgebauten, Pferdestall wurden die Kriegsgefangenen einzeln zu einer ärztlichen Untersuchung gebracht, dort mussten sie sich entkleiden und wurden von einem vermeintlichen Arzt untersucht und vermessen. Für den Gefangenen unsichtbar stand hinter der Messlatte ein SS-Mann und schoss diesem ins Genick. Der auf der Stelle getötete Mann fiel auf einen rot gestrichenen Lattenrost, so dass nur noch der Körper entfernt und das Blut mittels eines Wasserschlauches beseitigt werden musste, damit der Raum für den nächsten Patienten wieder in Ordnung war. Während dieser Tötungsaktionen spielte in unmittelbarer Nähe der SS-Musikzug um die Gewehrschüsse zu übertönen.

Keller im Krematorium

(Leichenrutsche zum Keller)
In diesem Keller wurden die toten Körper der Gefangenen gelagert, bis sie verbrannt wurden. Wenn die Wände dieses Gewölbes Augen hätten, wie viel Leid hätten sie gesehen? Mehr als ein Menschenleben wahrscheinlich verkraften kann. Der Keller legte ein weiteres schreckliches Zeugnis der nationalsozialistischen Herrschaft ab. Schlimm genug, dass hier Leichen wie Abfall gestapelt wurden, waren an den Wänden noch gekrümmte Haken befestigt, an denen Leute aufgehängt und erdrosselt wurden. Wer konnte so etwas tun? Es war unvorstellbar.

Krematorium

In Anfangsjahren ließ die SS die Leichname der im Lager getöteten Menschen im städtischen Krematorium Weimar oder in den Krematorien umliegender Städte einäschern. Die Leichenbaracke lag außerhalb des Zaunes. Sie ähnelte einem Bauschuppen.
Während des Sonderlagers 1939/40 stieg die Totenzahl so schnell an, dass die SS fahrbare Krematoriumsöfen im Lager aufstellen ließ. An der Jahreswende 1939/40 erfolgte der Aufbau des ersten Krematoriums, das mit einem Einäscherungsofen der Firma Topf & Söhne in Erfurt Mitte 1940 den Betrieb aufnahm. Schon nach einem Jahr genügte es nicht mehr den Anforderungen. Es entstand ein Bau, dessen Leichenkeller (Rutsche vom Krematoriumshof / Aufzug in den Ofenraum) für die Aufnahme und Beseitigung großer Zahlen von Leichnamen, wie sie während der Massenerschießungen ab Ende 1941 zum Krematorium gebracht wurden, geeignet war. Die neu erbauten Öfen waren der Prototyp einer für Zwecke der Massenvernichtung entwickelten und später auch in Auschwitz-Birkenau zur Anwendung gebrachten Technologie der Leichenverbrennung. Bis Juni 1943 wurden zehn Öfen dieses Typs im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau errichtet.
Mit Ausnahme der Toten von Massenexekutionen wurden sämtliche Leichname zunächst in die Abteilung Pathologie des Krematoriums eingeliefert. Dort brach man die Goldzähne heraus, fertigte verschiedene Präparate an oder auch Artikel aus gegerbter Menschenhaut.

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  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 12. Klasse
  • Erstellt: 2008
  • Note: 1-
  • Aktualisiert: 28.06.16

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  • anne schrieb am 20.05.2012:

    toll, genau 5. hätte ich gebraucht. x;
    sonst ist's aber ziemlich gut. (:

  • Patrick Reinhold schrieb am 11.05.2012:

    sehr sehr gut
    ich hab nur eine frage
    wo könnt ich das passende bild zum aufbau des lagers finden
    bitte um schnell antwort bis spätestens sonntag

    Admin: da musst du wohl mal bei googles bildersuche nachschauen..

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