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Das Leben im Konzentrationslager Referat

Inhaltsverzeichnis

Folgend wird das Leben der Insassen in einem KZ am Beispiel Buchenwald im Referat dargestellt.

Das Buchenwaldlied als Einleitung

"Wenn der Tag erwacht, eh' die Sonne lacht,
die Kolonnen ziehn zu des Tages Mühn
hinein in den grauenden Morgen.
Und der Wald ist schwarz und der Himmel rot,
und wir tragen im Brotsack ein Stückchen Brot
und im Herzen, im Herzen die Sorgen.

O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen,
weil du mein Schicksal bist.
Wer dich verließ, der kann es erst ermessen,
wie wundervoll die Freiheit ist!
O Buchenwald, wir jammern nicht und klagen,
und was auch unser Schicksal sei,
wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen,
denn einmal kommt der Tag, dann sind wir frei!
Wir wollen ja zum Leben sagen,
denn einmal kommt der Tag: dann sind wir frei!

Und das Blut ist heiß und das Mädel fern,
und der Wind singt leis, und ich hab' sie so gern,
wenn treu sie, ja, treu sie nur bliebe!
Und die Steine sind hart, aber fest unser Tritt,
und wir tragen die Picken und Spaten mit,
und im Herzen, im Herzen die Liebe.

O Buchenwald, ich kann...

Und die Nacht ist kurz und der Tag so lang,
doch ein Lied erklingt, das die Heimat sang:
wir lassen den Mut uns nicht rauben!
Halte Schritt, Kamerad, und verlier nicht den Mut,
denn wir tragen den Willen zum Leben im Blut
und im Herzen, im Herzen den Glauben.

O Buchenwald, ich kann..."1

Aufgaben:

1. Schildere die Historische Entstehung des Lagers!
2. Zeichne und beschrifte den Aufbau des Lagers!
3. Welche Gebäude existieren heute noch auf dem Gelände des KZ?
4. Welchen Eindruck vermittelt der Westflügel des Torgebäudes?
5. Welche Bedeutung hatte der Appellplatz?
6. Wie erfolgte die Einweisung der Neuankömmlinge?
7. Was passierte mit den Gefangenen im Untersuchungsraum?
8. Berichte über Vorgehensweisen mit den Häftlingen im OP, Keller, Pathologie sowie Krematorium!
9. Woher kamen die Häftlinge? Aus welchen Gründen wurden sie inhaftiert? Wie erfolgte die Kennzeichnung der Häftlinge?
10. Berichte über die Anzahl der Häftlinge von der Einweihung des Lagers bis zur Auflösung 1945 sowie die Anzahl der Toten!
11. Welche Nahrungsmittel bekamen die Häftlinge täglich? Welche Folgen hatten Strafen für die Versorgung?
12. Was stellten die Häftlinge heimlich her?

Speziallager:
13. Aus welchen Grund und von wem wurde das Lager benutzt?
14. Welche Verhaftungsgründe konnten hier zur Einweisung führen?
15. Welche Lebensbedingungen herrschten im Lager?

Lösung:

1. Die Historische Entstehung und Zeittafel des KZ Buchenwald

1937

24.04. Auftrag des Thüringischen Ministeriums des Inneren an die Thüringische Geologische Landesuntersuchung Jena, Gelände in Größe von 75 Hektar festzustellen, "wo im Umkreis von 25- 30 km von Weimar abbaufähige Lehmlager vorhanden sind und in deren nächster Nähe man ein Lager errichten kann".
05.05. Der Inspekteur der KZ und der Kommandeur der SS- Wachverbände, Theodor Eicke, teilt dem thüringischen Oberregierungsrat Gommlich mit, dass das in Aussicht genommene Gelände auf dem Ettersberg bei Weimar für 8 000 Insassen geeignet ist und 13 000 Mann Bewachungspersonal nach Weimar verlegt werden.
07.07. Eicke befiehlt den Kommandanten der KZs Bad Sulza, Lichtenburg, Sachsenburg, Sachsenhausen und der Sanitätsabteilung SS- Totenkopfverband: "1. Am 16.07. sind die ersten 300 Häftlinge nach dem neuen KZ Ettersberg zu bringen. Es handelte sich zunächst um Häftlingshandwerker. 2. Die Auswahl dieser Häftlingshandwerker trifft SS- Obersturmbannführer Koch."
16.07. Eintreffen von 149 Häftlingen. Koch wird zum Kommandanten des KZ Ettersberg ernannt.
19.07. Erster Appell im KZ.
20.07. Einlieferung von 70 Kriminellen aus dem ehem. KZ Sachsenburg.
28.07. Umbenennung des KZ Ettersberg in "Konzentrationslager Buchenwald/ Post Weimar" durch Heinrich Himmler.
13.08. Erster Toter in Buchenwald: 23 Jahre alt
15.08. Zwei weitere Tote.
27.11. Einlieferung des evangl. Pfarrers Paul Schneider
Dezember Block 4 im Hauptlager wird als Häftlingskrankenbau eingerichtet.

1938

14.04. Die illegale Parteiorganisation der KPD erwirkt über ihre Vertrauensleute in den legalen Lagerpositionen den Einsatz des Kommunisten Walter Krämer als Pfleger im Häftlingskrankenbau durch die SS.
20.04. Pfarrer Paul Schneider weigert sich, bei einer befohlenen Ehrung für Adolf Hitler auf dem Apellplatz die Mütze abzunehmen und wird auf den Befehl des SS- Kommandanten in den Bunker geworfen.
05.05. Erste Transporte von sog. Asozialen in das KZ Buchenwald.
08.05. Flucht der Vorbeugungshäftlinge Bargatzki und Forster, daraufhin verhängt die SS schwere Repressalien gegen alle Häftlinge. Bargatzki wird noch im Reichsgebiet gefasst, Forster gelingt die Flucht in die C^SR.
04.06. Bargatzki wird auf dem Appellplatz öffentlich hingerichtet.
Juni/ Juli Die ersten zwei Baracken des Häftlingskrankenhauses werden bezogen.
10.- 13.11. Im Gefolge der sog. "Reichskristallnacht" verschleppt die SS fast 10 000 jüdische Bürger in das KZ. Sie werden in den provisorischen Holzbaracken Ia bis Va, die ohne jegliche sanitäre Einrichtung waren, untergebracht.
Dezember Auf Druck der NS- Regierung wird der am 08.05.1938 aus Buchwald geflohene Häftling Forster von der C^SR- Regierung ausgeliefert und nach Buchenwald zurück gebracht.
21.12. Forster wird auf dem Appellplatz öffentlich erhängt.
Dezember Auf Befehl der SS- Lagerführung entsteht das Buchenwaldlied.
Jahreswende Ausbruch einer Typhusepidemie im Lager. Die Blocks 2 und 8 des Großen Lagers werden als Krankenhilfsstationen eingerichtet.

1939

15.02. Auflösung des Sonderlagers für jüdische Häftlinge.
Frühjahr Block 7 wird als Isolierstation für Tachom- und TBCkranke eingerichtet.
01.04. Einrichtung des Standesamtes Weimar II in der polit. Abteilung.
18.04. Krämer wird erster Pfleger vom Dienst.
20.04 Entlassung von etwa 2 300 Häftlingen auf Grund einer "Gnadenaktion".
30.04. Illegale von polit. Häftlingen veranstaltete Maifeier im Lager.
April Eintreffen der ersten Häftlinge aus der C^SR.
18.07. Ermordung von Pfarrer Paul Schneider im Häftlingskrankenbau.
15./ 16.10. Einlieferung von 2 098 polnischen Bürgern. Sie werden unter primitivsten Verhältnissen in Zelten auf dem Appellplatz untergebracht und erhalten nur die Hälfte der Verpflegung der anderen Häftlinge; die SS verbietet jede medizinische Hilfe. 123 Polen werden in einem Stacheldrahtkäfig, dem "Rosengarten", zu Tode gequält. Nachts bringen Sanitäter den polnischen Häftlingen Medikamente; andere Häftlinge schmuggeln Lebensmittel in die Zelte.
09.11. Ermordung von 21 jüdischen Häftlingen als Racheakt wegen eines Attentats auf Adolf Hitler. Die SS befielt drei Tage Essensentzug für alle jüdischen Häftlinge.
17.11. Wegen des angeblichen Diebstahls eines für die SS bestimmten Schweins wird über das Lager Essensentzug verhängt.
Nov./ Dez. Ausbruch einer Ruhrepidemie.

1940

12.02. Auflösung des Zeltlagers auf dem Appellplatz.
Frühjahr Bau und in Betriebnahme des ersten Ofens des Krematoriums.
01.05. Durchführung illegaler Maifeiern in Wohnblocks.
Dezember Errichtung einer Abteilung Pathologie im Block 2.

1941

06.06. Erlass der "Richtlinien für die Behandlung polit. Kommissare"
22.06. Überfall auf die Sowjetunion.
13./ 14.07. Beginn der Vernichtungsaktion.
16.08. Gemäß dem Kommissarbefehl Ermordung einer Gruppe sowjetischer Offiziere und Kommissare der Roten Armee.
September Lagerkommandant Koch wird nach Lubin versetzt. Der SS- Standartenführer Herman Pister wird im Dezember neuer Kommandant.
Oktober Die SS befielt den Umbau eines Pferdestalles außerhalb des Lagers zu einer Genickschussanlage. In ihr werden insges. 8 483 Soldaten und Offiziere der Roten Armee ermordet.
29.12. Errichtung einer Fleckfieber- Versuchsstation in den Blöcken 44 und 49 zur Erprobung von Impfstoffen an Häftlingen.

1942

Anfang des Jahres Einlieferung der ersten französischen Häftlinge
Erste Jahreshälfte Verlagerung der Fleckfieber- Versuchsstation nach Block 46.
Frühjahr Befehl der SS über die Errichtung einer Häftlingsfeuerwehr.
Frühsommer Es wird ein Quarantänelager unterhalb des Hauptlagers für Häftlingszugänge oder -abgänge in die Außenkommandos bzw. Außenlager errichtet. Die Häftlingsunterkünfte bestehen im Quarantänelager, dem kleinen Lager, aus 16 ehem. Pferdeställen der Wehrmacht.
30.06. Auflösung des Sonderkommandos in der Strafkompanie.

1943

Februar Bildung des Kommandos Lagerfeuerwehr.
26.02. Befehl Himmlers zum Bau einer Eisenbahnlinie vom Hauptbahnhof Weimar zum KZ
Frühjahr Erweiterung des Häftlings- Lagerschutzes
21.06. Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie
28.08. Errichtung des Außenlagers "Dora"
September Ankunft der ersten italienischen und jugoslawischen Häftlinge.
21.09. Errichtung des Außenkommandos "Laura"
07.11. Illegale Feiern der Häftlinge in den Wohnblocks anlässlich der großen Sozialistischen Oktoberrevolution.
Ende des Jahres Errichtung eines Häftlings- Sanitärtrupps auf Befehl der SS

1944

Februar Im Außenkommando "Dora" weigern sich zwei Häftlinge, Henkersarbeit zu leisten. Sie werden in den Bunker geworfen.
01.04. Beginn der Raketenproduktion im Außenkommando "Dora".
01.05. Illegale Feiern anlässlich des internationalen Kampftages.
20.07. Gescheitertes Attentat zum Sturz des Hitlerregimes. Die faschistische Führung verschärft den Terror. Tausende aktiver Antifaschisten wurden verhaftet, in Konzentrationslager eingewiesen oder von Sondergerichten zum Tode verurteilt.
Juli Bildung einer Brandwache aus Häftlingen auf Befehl der SS.
14.08. Befehl Hitlers an Himmler zur Ermordung des Vorsitzenden der KPD, Ernst Thälmann.
18.08. Ernst Thälmann wird heimlich in das KZ Buchenwald gebracht und im Hof des Krematoriums ermordet.
16.09. Die Nazipresse veröffentlicht die Nachricht über den Tod Breitenscheids durch Luftangriff, sie verbindet damit auch die Lüge, auch E4rnst Thälmann sei bei dem Luftangriff ums Leben gekommen.
18.09. Illegale Totenfeier für Ernst Thälmann im Keller der Desinfektion.
18.10. Albert Kayser stirbt im Lager.
28.09. Das Außenkommando Dora wird selbständiges KZ.
30.10. Beginn der Verhaftung wegen der illegalen Toten Feier für Ernst Thälmann.

1945

05.01. 46 Geistliche werden in das KZ Dachau transportiert.
03.04. Letzter Appell in Buchenwald.
04.04. Evakuierung aller jüdischen Häftlinge
05.04. Evakuierungstransporte treffen aus dem Außenkommandos in Buchenwald ein.
06.04. Geplanter Mord an 46 dt. nl. Pol. Öst. Und C^SR. Anweisung, das gesamte Lager zu evakuieren.
09./ 10.04. In der Nacht werden 24 im Bunker einsitzende Häftlinge durch die SS ermordet.
15.04. Kommandeur der dritten US- Armee besichtigt das Lager.
16.04. Feierstunde der dt. Kommunisten zu Ehren des Geburtstages von Ernst Thälmann
19.04. Totenfeier für die im KZ und seinen Außenlagern ermordeten Antifaschisten. Schwur der 21 000 Buchenwalder Häftlinge.
03.- 04.06. Übergabe des Lagers durch die amerikanische Besatzung an Vertreter derb Roten Armee

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2. Der Lageraufbau des KZ Buchenwald

A Ausstellung
B Kunst- und Sonderausstellung
C Ausstellung sowjetisches Speziallager
D Ausstellung Geschichte der Gedenkstätte
E Direktion, Bibliothek, Archiv
F Besucherinformation, Kino, Buchhandlung
G Jugendbegegnungsstätte

I Häftlingslager
II SS- Bereich
III Produktion

1 SS- Kasernen
2 Bahnhof Buchenwald
3 Gustloff- Werke II
4 "Carachoweg"
5 Kommandanturbereich
6 Zoologischer Garten der SS
7 Lagertor
8 Arrestzellenbau
9 Appellplatz
22 Kleines Lager, Denkmal
23 Häftlingskrankenbau
24 Block 46 Fleckfieberstation
25 Sonderlager für sowjetische Kriegsgefangene
26 Werkstätten zuvor Sonderlager
27 Häftlingskantine
28 SS- Reithalle
29 Pferdestall
30 Waffenmeisterei
31 SS- Musikzug
32 Steinbruch

3. Heute noch existente Gebäude des KZ Buchenwald

Es existieren heute noch:
1. Torgebäude
2. Gedenkstätte Kleines Lager
3. Krematorium
4. Effekten-, Kleider- und Gerätekammer
5. Desinfektionsgebäude
6. Ausstellungsgebäude für das Speziallager
7. Häftlingskantine (Abb. S. 23)
8. SS- Kasernen
9. Krankenbau (Quarantänehaus)
10. 2 Wachttürme
11. "Goethe- Eiche"
12. Kammergebäude
13. Hundezwinger

4. Der Westflügel des KZ Buchenwald


Der Westflügel des Torgebäudes diente als Arrestzellen. Diese waren eng und dunkel. Hier wurden Häftlinge als Strafe für begangene oder nicht begangene Taten oder unterlassener Ausführung von Befehlen eingesperrt. Heute vermittelt er bestimmt nicht mehr den Eindruck, wie es früher war. Die einzelnen Zellen sind heute hell, weil die Abschottungen auf sind. Die Zellen sind nur mit einer Holzpritsche ausgestattet. Sie haben eine größe von vielleicht gerade mal 2- 3 m2. Misshandlungen von Menschen war täglich an der Tagesordnung. Hier wurden Menschen durch die Enge verrückt und wenn nicht, dann halfen die Wärter ein wenig mit Schlägen und anderer Misshandlungen nach. Das ging in manchen Fällen soweit, das sie zu Tode gequält wurden. Ehrlich gesagt, möchte ich nicht dort drin gewesen sein. Zelle 1 war die Zelle, in der ein Gefangener vor seine letzten Stunden vor der Hinrichtung absahs. "Der Bunker, konnte Anfangs nur vom Kommandanten verhängt werden und musste sich auf 21 Tage beschränken, in Wahrheit jedoch, verbrachten einige Monate in den engen Zellen. Für viele brachte dies den Tod mit sich,"1 so z. B. Pfarrer Paul Schneider. (Abb. S. 23/25)

Ein Schicksal im Bunker:

Pfarrer Paul Schneider, der "Prediger von Buchenwald"

* 29. 08. 1897 in Pferdsfeld oberhalb Kreuznach
+ 18. 06. 1939 ermordet im KZ Buchenwald

Über nahm 1926 das Pfarramt vom Vater. Die politische Entwicklung in Deutschland bis 1932 führte ihn trotz seiner nationalen und konservativen Entwicklung nicht zu den Nazis, doch auch er lässt sich von manchen Dingen beeindrucken. Das dauert jedoch nicht lang. Er wendet sich gegen Maßnahmen der offiziellen nazistischen Kirchenpolitik. Er übt Kritik gegenüber NSDAP- Leuten und wendet sich im Oktober 1933 von der Kanzel gegen den SA- Stabchef Röhm. Da bekam er zum ersten mal Schwierigkeiten mit staatl. Stellen. Er wird für sechs Tage in Schutzhaft genommen. Doch auch nach der Entlassung ändert sich das Verhalten nicht. Er wir noch weitere zweimal in Schutzhaft genommen. Doch sein Mut wurde nicht gebrochen und in seiner und weit darüber hinaus entwickelte sich eine breite Solidarität. Er bekam auch Rückendeckung bei seinen Pfarrbrüdern. Doch er wurde am 31. 05. 1937 wieder Entlassen mit Auflagen, die er jedoch nicht erfüllte. Somit kommt es zur vierten Verhaftung am 03. 10. 1937 und zur Überweisung nach Buchenwald am 25. 11. 1937. Hier lernte er nicht nur andere Gegner der Nazis kennen sondern hat auch verschärfte Auseinandersetzungen mit der SS, insbesondere mit dem Lagerkommandanten Koch. Er wird in Einzelzelle und Dunkelhaft in den Bunker gebrach. Von hier aus versucht er immer wieder durch das Zellfenster zu den beim Appell angetretenen Häftlingen zu sprechen. Das zog brutale körperliche Misshandlungen, besonders durch den SS- Scharführer Sommer mit nach sich. Im Juli 1939 wird er mehrmals in das Häftlingsrevier gebracht. Es geht das Gerücht um, das er frei gelassen werden soll. Für Pfleger im Häftlingsrevier ist erstaunlich, wie dieser Mensch, gepeinigt und gequält, bis zur Unkenntlichkeit entstellt, mit seinem Willen und Glauben sich durchsetzt und scheinbar wieder auflebt. Er wird am 18. 06. 1939 durch den Lagerarzt, den SS- Hauptsturmführer DR. Ding, durch eine Überstarke Dosis Strophantin ermordet. Die Leiche wird nicht im Krematorium verbrannt, sondern im plombierten Sag nach Dickenscheid überführt. Die Trauerfeier wird zur Demonstration. Die ganze Bevölkerung, auch die katholischen Gläubigen und rund 200 Pfarrer aus ganz Deutschland nehmen an der Beisetzung teil.
Dies ist das Beispiel eines Mensch, der trotz der größten Qualen nicht aufgab und für das kämpfte, an das er glaubte.

5. Der Appellplatz des KZ Buchenwald

Der Appellplatz ist ein asphaltierter Platz zwischen Lagertor und Baracken. Er war seit Gründung des Lagers Tatort grausamer Strafmaßnahmen (z. B.: öffentliche Auspeitschung auf dem sog. Prügelbock, Strafstehen von mehreren Stunden, Strafsingen,...). Exekution und Schauplatz des täglich Zweimaligen Aufmarsches der Lagerinsassen zum Zählappell. Die im Lager inhaftierten Menschen täglich zu zählen und auf festgelegte Handlungen zu drillen gehörte in den Kontext einer Lagerordnung. Hier wurden Strafen, wie z. B.: Baumhängen bekannt gegeben und eingeteilt wer welche Arbeit bekam.
(Abb. S. 25)

6. Die Einweisung von Neuankömmlingen

Die Häftlinge kamen Anfangs mit LKWs oder zu Fuß vom Bahnhof in Weimar ins KZ. Später entstand eine Bahnlinie von dort zum KZ. Die Häftlinge wurden den "Carachoweg" entlang in das Lager getrieben. Dort wurden ihnen zuerst die Haare geschoren. Das wurde meist von anderen Häftlingen ausgeführt und verlief oft mit erheblichen Verletzungen der Kopfhaut. Vor der Desinfektionskammer mussten sie all ihre Sachen ausziehen und alle Gegenstände die sie bei trugen Ablegen. Die wurden in die Kammer geführt und mussten dort mit dem Kopf untergetaucht in einen Desinfektionsbottich steigen. (Abb. S. 24 Desinfektionsgebäude) Jetzt ging es durch einen unterirdischen Gang zur Kleider Kammer, wo sie ihre Kleidung, bestehend aus: Hose, Jacke, Mütze, Schuhe (Holz, Leder) bekamen. Sie erhielten auch ihre Nummern und Abzeichen, dann wurde jedem eine Baracke angewiesen und die Arbeit aufgeteilt.

7. Im Untersuchungsraum

Im Untersuchungsraum, wurden Häftlinge mit einer Giftinjektion umgebracht. Der Untersuchungsraum, diente nur einer einzigen Absicht, Häftlinge zu Ermorden. Die Häftlinge wurden nie Untersucht. Lebenserhaltung war für die SS je länger das Lager stand unbedeutender.
Bevor Menschen zu einem Lagerarzt durften (Walter Krämer) wurden sie von anderen ausgesucht. Wenn es immer noch viele waren, wo ein großer Teil sich vor der Arbeit drücken wollte, half ein Lageraufseher mit Schlägen und Tritten nach. Die, die dann immer noch da waren, waren wirklich krank.
Ein Spruch von Lagerkommandanten Koch: "Bei uns gibt es keine kranken, nur Tote oder gesunde!"
Also, war eine schnelle Genesung angebracht. Keiner durfte länger krank sein, denn dafür waren der SS die Rehabilitationskosten zu hoch.
In den Krankenstationen wurden auch versuche an Häftlingen gemacht: z. B. Fleckfieber, TBC,... (Abb. S. 25)

8. Vorgehensweisen mit Häftlingen

Im Krematorium und Keller

Im Krematorium, wurden nicht nur Leichen verbrannt. Es wurden hier auch Menschen hinterrücks ermordet. So auch Ernst Thälmann. Etwa 1100 Menschen wurden hier an den Wandhaken erdrosselt. Darunter waren auch Frauen und Kinder. Das jüngste Opfer war der achtjährige Iwan Belewzew. Bei den großen Todeszahlen, reichte das Städtische Krematorium Weimar nicht mehr aus und es sollte auch niemand von den Verbrechen erfahren. Es wurde ein Krematorium in Buchenwald gebaut. Doch auch das reichte bald nicht mehr aus. Es gab zu viele Leichen. Es wurde ein zweites Krematorium gebaut, mit einem größeren Leichekeller in dem dann die Leichen herunter geworfen wurden. Nur ein sehr geringer Teil von verbrannten Menschen, kamen in Urnen. Der größte Teil, wurde in den "Aschegräbern" eine natürliche Erdsenke in Buchenwald verstreut.
Im Keller wurden die Leichen der Häftlinge gestapelt und anschließend ins Krematorium geschafft.

"Zbigniew Fuchs, Leichenträger im Krematorium, der bei diesen Transporten als Häftling eingesetzt war, erinnert sich: Diese Asche war in Säcke gepackt und wurde mit dem Lastwagen dorthin gebracht. Das geschah in der Nacht. Wir als Leichenträger, wir mussten die Säcke hinunterschleppen, da ausleeren und wieder rauf. Das ging so ungefähr vier oder fünf Stunden durch."

Pathologie

Da wurden die Leichen von Toten Häftlingen zu Skeletten für Universitäten verarbeitet. Die Haut der Häftlinge wurde präpariert und zu Lampenschirmen u. ä. verarbeitet. Aus den Köpfen wurden Schrumpfköpfe gemacht, sie wurden dann als Geschenke an SS- Leute verteilt. Wenn Gefangene Häftlinge Goldkronen auf den Zähnen hatten, wurden sie ihnen rausgebrochen.

OP-Saal

Auch hier wurden die Häftlinge wie im Untersuchungsraum ermordet. Jedoch Walter Krämer führte ein paar Operationen durch. Zum Beispiel Amputationen, Magen- und Rippenresektion und andere.

9. Die Häftlinge des KZ Buchenwald

Woher kamen die Häftlinge

Die Häftlinge kamen aus: Albanien, Algerien, Andorra, Argentinien, Ägypten, Belgien, Bosnien- Herzogowina, Brasilien, Großbritannien, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Indien, Indonesien, Iran, Italien, Juden, Jugoslawien, Kanada, Kriminelle, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Marokko, Makedonien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Roma, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Sinti, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechei, Türkei, Ukraine, Ungarn, USA, Staatenlose

Warum wurden sie inhaftiert

Weil sie hatten keine Deutsche Abstammung, sie hatten sich gegen Hitler und die Regierung gestellt, sie waren oder hatten Juden in der Familie, waren Straftäter.

Politisch Berufs-Verbrecher Emigrant Bibel-forscher Homo-sexuell Asozial
Grund-Farben
Abzeichen für Rückfällige
Häftlinge Der Straf-Kompanie
Abzeichen Für Juden
Besondere Abzeichen Jüd. Rasse-Schänder Flucht-verdächtig Häftlings-nummer Beispiel
Pole Tscheche Wehrmacht Wehrmachts-angehöriger Häftling
(Bilder leider nicht verfügbar)

10. Anzahl der Häftlinge

1937 2 561 Häftlinge, 49 Tote
1938 11 028 Häftlinge, 711 Tote
1939 11 807 Häftlinge, 1 235 Tote
1940 7 440 Häftlinge, 1 772 Tote
1941 7 911 Häftlinge, 1 522 Tote
1942 9 517 Häftlinge, 2 898 Tote
1943 37 319 Häftlinge, 3 516 Tote
1944 63 048 m. Häftlinge
24 210 w. Häftlinge, 8 644 Tote
1945 31. 03. 80 436 Häftlinge, 13 056 Tote
1945 11. 04. 21 000 Häftlinge, 913 Tote

34 375 Tote
+ ~ 8000 erschossene im Pferdestall
+ ~ 1100 hingerichtete im Krematorium
+ ~ 12000- 15000 anonyme Tote
56 000 Tote

11. Die tägliche Ernährung

Die Häftlinge bekamen täglich eine Kelle Suppe und zwei Scheiben Brot, dazu entweder ein kleines Stück mageren Käse oder minderwertige Butter bzw. Magerine. Die Häftlinge bekamen nur Mittag, das nahmen sie am Arbeitsplatz ein und Abendbrot, wo von sie sich zum nächsten Morgen etwas aufheben mussten.

Eine Strafe war Essensentzug. Am 9.11.1939 wurden den jüdischen Häftlingen für drei Tage das Essen entzogen, als Racheakt. Viele von ihnen Überlebten das nicht und starben, zum Teil an den Folgen. Am 17.11.1939 wurde über das gesamte Lager Essensentzug verhängt, wegen angeblichen Diebstahl eines Schweines was für die SS bestimmt war.

12. Was die Häftlinge heimlich herstellten

Die Häftlinge stellten heimlich Radioempfänger her und hörten damit heimlich den BBC ab. Sie hatten auch einen Radiosender. Bevor der eigentliche Krankenbau begann, hatten die Häftlinge schon in einigen Baracken ein kleines Krankenhaus hergestellt. Es wurden auch die hergestellten Waffen aus dem Lager Dora versteckt. Im Speziallager wurden z. B. auch Löffel hergestellt

Das Speziallager Nr. 2 "Schweigelager"

13. Von wem wurde das Lager benutzt?

Das Lager wurde nach der Befreiung 1945 von der US- Armee an die Rote Armee übergeben. Die Sowjets benutzten das Lager ähnlich wie das KZ. Hier gab es auch wieder Zahlreiche Verhaftungsgründe. Zur Inhaftierung von Feinden der Roten Armee. Die Rote Armee bezeichnete nur, das Nazis hier wären, aber das stimmte nicht. Das Lager wurde zum Sichern die Macht der Roten Armee genutzt. Sie wollten aus dem Überrest Deutschlands wieder eine Gesellschaft gründen. Dazu mussten alle Gegner beseitigt werden.

14. Verhaftungsgründe

Jugendliche wurden verhaftet, weil man sagte das sie der Wehrwolforganisation angehörten, die im Untergrund gegen die Rote Armee kämpften. Es wurden dann auch sowohl ehemalige NS- Funktionäre inhaftiert. Dabei wurde auch keine Rücksicht drauf genommen, ob sie überhaupt dabei waren. Die Leute waren so verängstigt, das sie ihre Nachbarn anschwärzten um dem selbst zu entkommen. Über Verhaftungsgründe liegen im allgemeinen keine Vorlagen vor. Es wurden auch Frauen inhaftiert.

"Naziführer, einflussreiche Nazi-Anhänger und hohe Amtsträger der Nazi-Organisationen bzw. -Einrichtungen sowie alle anderen für die Besatzung oder ihre Ziele gefährlichen Personen werden festgenommen und interniert.""1

"2. Sprecher:
Im Speziallager Nr.2 waren von 1945 bis 1950 28.500 Menschen inhaftiert. (1945 waren 61 % von ihnen um oder älter als 45 Jahre, 25 % zwischen 35 und 44 Jahre und 13 % zwischen 13 und 34 Jahren alt.)

Die Inhaftierten wurden ohne Prozess und ohne richterliches Urteil festgehalten. In einer Dokumentation der Gedenkstätte Buchenwald heißt es:

"Zitator:
Betroffen waren auch Lehrer, Bürgermeister, Mitglieder faschistischer Organisationen, Leiter großer Wirtschaftsorganisationen, Zeitungs? und Zeitschriftenredakteure, Autoren antisowjetischer Veröffentlichungen. Der Passus "und andere verdächtige Elemente” ermöglichte eine nahezu beliebige Ausweitung des in Haft zu nehmenden Personenkreises."

"2. Sprecher:
Werwölfe verstanden sich als Partisanen im Kampf gegen die alliierten Siegermächte. Auch Angehörige der nationalsozialistischen Jugendorganisationen? Jungvolk, BDM, HJ? kamen ins Lager. Oft reichte der vermeintliche oder wirkliche Besitz einer Waffe oder einer Uniformjacke aus, um als Saboteur zu gelten. Es kam zu Namensverwechslungen und Denunziationen. Eva Künne hat die Nazizeit, den Krieg und das DDR?Regime in Weimar erlebt:

Eva Künne:
Mein Großvater war ja selbst in diesem Lager. Und da ist er entlassen worden nach zwei Jahren. Er war Nazi, wenn auch ein harmloser, die wurden zum Teil verraten. Und da kam er auch zwei Jahre mit nach oben. Nach zwei Jahren ist er entlassen worden, da war er ein gebrochener Mann und ist wenige Zeit drauf gestorben. Von diesem Lager wussten wir. Das wurde erzählt in der Stadt. Und das haben uns auch Russen erzählt, mit denen wir so Geschäftchen gemacht haben, mal ein Akkordeon getauscht gegen Brot und Öl. Da hast du das erfahren.

l. Sprecher: Manche Russen hatten auch Mitleid mit den Deutschen und halfen ihnen sogar, sich in Sicherheit zu bringen.

Eva Künne:
Meine Freundin, die war die Tochter des Polizeipräsidenten von Thüringen, der Mann war in Kornwestheim von den Amerikanern festgenommen worden. Und wir kannten einen Russen, der war 19 Jahre alt, und der war der Sohn eines Offiziers. Er hörte damals diesen Namen
Hennicke, und da kam er noch abends um neun zu dieser Familie angerannt und hat gesagt: Bitte, sie möchten sofort alles packen, die Familie sollte den anderen Tag verhaftet werden. Und das hat immerhin so ein kleiner Offizier gesagt. Er ist nämlich durch Zufall an die Akten
gekommen, und da hat er gleich geschaltet, ist los und hat uns das gesagt. Und da haben meine Mutter und ich die Familie noch nachts an den Bahnhof gebracht. Da fuhr noch mal ein Zug, das war ja damals alles wirr und irr, da fuhr noch ein Zug nach Braunschweig. Und somit waren die Leute erst mal gerettet. "

15. Lebensbedingungen im Lager Buchenwald

Die Lebensbedingungen im Lager waren schlecht. Sie waren sogar noch schlechter als im ehemaligen KZ. Über dieses Thema sagen einige Zeitzeugen:

"Unterbringung:
"Zeitzeuge:
Wir kamen in schmutzige Baracken, wo nichts drin war als Militäreisenbetten ohne jegliche Matratze oder Strohsack oder Decken. Heizung war auch nicht da. In jedem Raum stand ein großer Kohlenofen. Und dann brachte man uns Holz, das so frisch war, dass es nicht brannte, es qualmte nur. Ich weiß, dass wir schrecklich gefroren haben.

Zeitzeuge:
Die Belegung der Baracken war so etwa? jede Holzbaracke mit 250 bis 300 Mann. Das heißt also auf jeder Seite 125 bis 150 Mann in einem Schlafraum. Die Pritschen waren dreistöckig bis dicht unters Dach.

Nahrung:
Zeitzeuge:
Dann gab es Mittag meistens Graupen oder Grütze, abends meistens Grützsuppe.

Zeitzeugin:
Dann kamen diese Hungerödeme. Die Leute wurden ganz schnell, in Wochen, Skelette. Es war ein Knochengerüst mit Haut. Und dann hatten sie solche Beine und schreckliche Bäuche, und das Herz schaffte das nicht.

Hygiene/ Behandlung:
1 Sprecher:
Die Verstorbenen wurden in der Umgebung des Lagers verscharrt.

Zeitzeugin:
Das war ein Blick wie ein Horrorgemälde. Das können Sie sich nicht vorstellen. Zugefrorene Scheiben, kalte, feuchte Räume. Dann hatten sie immer zwei Betten zusammengeschoben, da lagen drei Menschen drin. Die Menschen so in ihren Anzügen, wie man sie runtergebracht hatte. Todkranke Menschen.

Zeitzeuge:
Es war in Buchenwald so: In den Baracken wurde nicht gestorben, das sollte wohl auch nicht sein. Gestorben wurde im Lazarett.

Zeitzeugin:
Die Leute hatten keine Abwehrkräfte. Dann kam die Ruhr, das waren schreckliche Sachen. Ich habe sie auch selber erlebt. Es bilden sich in den Därmen Geschwüre, die tun sehr weh, die platzen auf, dann haben Sie eitrige Stühle. Wenn Sie nicht genügend Abwehrkräfte haben, dann sterben Sie daran.

Alltag:
1. Sprecher:
Der Lageralltag war für alle von Eintönigkeit, Hunger, Kälte und Krankheiten geprägt. Viele verzweifelten, weil sie isoliert von ihren Angehörigen und Freunden waren, weil sie nicht wussten, was ihnen bevorstand.

Zeitzeugin:
Da gab es ein Kommando, da wurden Säcke geflickt. Und da ist immer davor gewarnt worden, diese Sachen, diese Mehle, die da drin noch sind, die haben die immer rausgeschüttelt auf Tücher und haben sich das ins Essen gerührt. Und das war zum Teil für Tiere für den Wirtschaftshof unten, so Mastfutter. Das blähte wahrscheinlich dann auf, wenn das mit Wasser zusammenkam. So hat man das damals erklärt, dass sie gestorben sind, weil sie sich das noch reingemischt hatten in ihr Essen.""1

16. Auch danach ein Schweigen

"Sprecher:
Geschwiegen haben ehemalige Häftlinge, selbst dann noch, wenn es ihnen gelungen war, was ich da gesagt hatte. Ich habe 1987 als Lehrer gekündigt und war mit dem Thema dann so weit zu Rande.

nach ihrer Entlassung in den Westen zu kommen:

Zeitzeuge:
Ich habe über meine Hafterlebnisse innerhalb der Familie, obwohl ich in der Bundesrepublik gewesen bin, bis zu meinem 65.Geburtstag nichts gesagt.

Zeitzeuge:
Warum nicht geredet? Kann ich nur schwer beantworten. Im Grunde genommen war es sicherlich auch so, dass man das Gefühl hatte, es versteht dich ja doch keiner. Und nachempfinden kann es sowieso keiner. In all den Jahren vor der Wende hat man ja über diese Lager relativ wenig geschrieben. Mein Eindruck ist so, dass man sich auch so sehr gar nicht dafür interessierte. Dass im Grunde unterschwellig im Hintergrund dahinter schwebte: Na, irgendwas müssen sie ja doch gemacht haben, sonst wären sie ja nicht da gewesen.

Zeitzeuge:
Vor allen Dingen dieses Schuldgefühl als Deutscher.

Zeitzeuge:
Ich habe keinen Menschen umgebracht, ich habe keinen denunziert. Ich habe diese Uniform getragen. Das hat mich manchmal stark belastet. Das muss ich ehrlich gestehen. Vor allem jetzt in meinem späteren Leben, wo ich manchmal dachte: Was haben wir eigentlich angestellt? Andere Völker... ich denke 4 Millionen in Polen...ich war mal in Auschwitz gewesen. Da dachte ich: Meine Güte, wie konnten wir so etwas tun!""1

17. In Geschichte der DDR ein Unberührbares Thema

"2. Sprecher:
Im Speziallager Nr.2 starben 7.113 Häftlinge, ein Viertel der Gesamtbelegung.? Trotzdem war das Internierungslager kein KZ. Ein gezieltes Vernichtungsvorhaben seitens der sowjetischen Besatzungsmacht konnte nicht nachgewiesen werden.

Volkhard Knigge:
Zumindest in Westdeutschland in den 50er Jahren? im kalten Krieg hat man die Existenz der sowjetischen Lager gern benutzt, um sich einerseits von der nationalsozialistischen Perspektive zu entschulden und zu sagen: Nicht nur wir Deutschen haben solche Lager gehabt, sondern die Sowjets haben das auch, und die sind möglicherweise noch viel schlimmer. Man hat den Kommunismus kritisiert und gemeint, damit erledigt man die Auseinandersetzung mit der NS?Vergangenheit automatisch mit. Die Lager waren also Munition im "kalten Krieg.” Und was Deutsche mit Gas gemacht haben, das haben die Sowjets mit Wassersuppe gemacht, also durch gezieltes Verhungernlassen. Es hat sogar nach 1989 noch solche abstrusen Formulierungen gegeben wie: Die sowjetischen Lager stehen für den Holocaust. Hier hat man sich nicht gescheut, dieses Wort zu benutzen. Man hat also gesagt: Da kommt der Sowjetmensch, da kommen die Kommunisten, und wo die Kommunisten sind, ist überall gleich Sibirien.

1. Sprecher:
In totalitären Staaten werden Systemgegner eingeschüchtert, mundtot gemacht, interniert und vernichtet. Auch die DDR plante bereits Umerziehungslager für Abweichler. An der eigenen Politik und der der "Freunde”? wie die sowjetische Besatzungsmacht genannt wurde, durfte in der DDR 40 Jahre lang nicht gerüttelt werden, auch und gerade nicht im Geschichtsunterricht. Harald Wenzel?Orf erinnert sich:

Harald Wenzel?Orf:
Ich war lange Zeit Geschichtslehrer und durfte das Thema Speziallager überhaupt nicht ansprechen. Das war tabu, das gab es in keinen Geschichtsbüchern. Das Einzige, was man darüber erfahren konnte, fand man in westlichen Materialien.

Gabriele Bondy:
Sie haben ja auch persönliche Beziehungen zu dieser Einrichtung...

Harald Wenzel-Orf:
Mein Großvater, der schon im 1. Weltkrieg als Soldat gekämpft hatte, war im 2. Weltkrieg als kleiner Schuldirektor natürlich im "Volkssturm”. Unmittelbar nach dem Krieg wurde er von russischen Soldaten verhaftet, auf Grund irgendeiner Denunziation. Zum Teil wurden ja die Leute von der Straße weggefangen, und es ging darum, irgendwelche Zahlen zu erfüllen. Er war dann drei Jahre in Buchenwald und hat mir, da ich noch Kind war, kaum darüber erzählt. Aber ich habe über meine Mutter dann erfahren, was sich dort abgespielt hatte. Und das habe ich mit mir herumgetragen. Als Geschichtslehrer war es natürlich ein Problem, einfach zu schweigen. Das hat sich so in den 80er Jahren bei mir angehäuft. Ich war dann nicht mehr bereit, darüber zu schweigen. Ich habe meinen Schülern in der l0. Klasse im Geschichtsunterricht das durchaus berichtet. Und - großes Erstaunen - ich hatte auch Glück, dass die Eltern das nicht erfuhren oder niemand von der Staatssicherheit dahinterkam."1

18. Noch heute wird an der Vergangenheit von Buchenwald gearbeitet

"1. Sprecher:
Erinnern oder vergessen? Das ist für die Forscher in der Gedenkstätte Buchenwald keine Frage. Ihre Arbeit aber wird nach wie vor begleitet von Kritik, Drohungen und Angriffen von verschiedenen Seiten. Volkhard Knigge:

Volkhard Knigge:
Man war montags sozusagen für die einen ein Rechtsradikaler und dienstags ein Altstalinist, das wechselte 24-stündlich, je nach Perspektive. Und wir haben gesagt: Na, gut, das müssen wir aushalten. Wir forschen, wir sagen, was wir rausfinden. Und wenn wir zwischen den Stühlen sitzen, dann sitzen wir wahrscheinlich im Hinblick auf historische Wahrheit einigermaßen gut."1

19. Bilder aus Buchenwald (leider nicht verfügbar)

20. Gedanken einer 16 jährigen im KZ

Hat ein Mensch das Recht

Hat ein Mensch das Recht, so über andere Menschen zu urteilen
"Du entsprichst dem deutschen Volke und du nicht!"
-Nein-
Hat ein Mensch das Recht, über des einen Leben und Tod zu entscheiden?
-Nein-
Hat ein Mensch das Recht, zu bestimmen,
was ein andere zu tun oder zu lassen hat?
-Nein-
Keiner auf der Welt hat das Recht dazu,
nicht mal der Präsident von irgend einem Land.
Keiner hat das Recht, so mit anderen umzugehen,
sie zu schlagen, zu ermorden, zu quälen, erfrieren zu lassen
und sie solange Hungern zu lassen bis sie umfallen.

Das Gästebuch

In den Gästebüchern steht:
"So etwas darf nie wieder passieren!"
Doch es passiert,
jeden Tag auf der ganzen Welt
und trotzdem sehen die meisten weg.
Es ist zwar nicht ganz das selbe wie im KZ,
aber Gewalt und Unterdrückung bleibt.

Gestern, heute, Morgen

Die Menschen die es damals taten,
Verachtet man.
Die Menschen die es heute tun,
Feiert man.
Die Menschen die es Morgen tun,
Sind Helden.
Warum merkt das keiner?

Alle sind gleich

Bei manchen Menschen, hätte man glauben können,
Das sie Gefangene gewesen wären.
Vielleicht liegt das daran:
Das es Menschen waren wie du und ich und wie die früher,
Die hier den grausamen Tod fanden.

21. Einweisung eines Juden

"Sie trieben uns schlimmer als räudiges Vieh,
sie johlten und schlugen mit Stecken.
Die Alten sanken wimmernd ins Knie.
Es war der Tag aller Schrecken.

Sie trieben uns durch den glühendheißen Wald,
da gab es kein Halten, kein Stocken.
Erst stöhnend und fluchend verstummten wir bald.
Und rannten auf heißen Socken.

Sie schnitten sich dornige Zweige ab
Und schlugen. Perverse Genüsse.
Sie brachten den Alten mit Tritt in Trab.
Dazwischen knallten die Schüsse.

Urplötzlich hieß es: "Juden nach vorn!"
Sie begannen, genussfroh zu schnaufen,
und schlugen wieder mit Gürteln und Dorn...
Ein prächtiges Spießrutenlaufen.

Wir kennen den Weg, jedwedes Stück
Und wäre es auch nach Jahren;
Denselben Weg, den Weg zurück,
den treiben wir sie zu Paaren!

Karl Schnog, ehemals jüdischer Häftling, über seine Einlieferung"2

22. Quellenangabe

1 Internet: www.Buchenwald.de
2. Buchenwald, Ein Rundgang durch die Gedenkstätte
3. Eigene Bilder
4. Buchenwald ein Konzentrationslager

M = Mitzuhilfenahme M/ X Forderer Buchstabe mehr genutzt als zweiter
Z = Zitiert
X = keines von beiden
S. 3. - 4 - Z
S. 5. - 4 - M
S. 8. - 2 - M/ X
S. 9. X
S. 10. - 4 - Z
S. 11. X
S. 12. X
S. 13. X
S. 14. X
S. 15. X
S. 16. - 2 - Z
S. 17. X
S. 18. - 1 - X/ M
S. 19. - 1 - M/ Z
S. 20. -1 - Z
S. 21. - 1 - Z
S. 22. - 1 - Z
S. 27. - 2 - Z

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4.5 / 5 Sternen (2 Bewertungen)
  • Autor: Nicht angegeben
  • Fach: Geschichte
  • Stufe: 11. Klasse
  • Erstellt: 2010
  • Note: 2
  • Aktualisiert: 09.08.16

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  • prongs schrieb am 20.09.2010:

    "der sinnliche mensch kann nicht tiefer als zum tier herabstürzen.fällt aber der
    aufgeklärte, so fällt er bis zum teuflischen herab und treibt ein ruchloses
    spiel mit dem heiligsten der menschheit"schiller against menschliche verschwendung!

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